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Rezensionen verfasst von
I. Krämer "Leseratte"
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Die Königin und ihr Gefolge: Anekdoten aus der Welt der Orgel
Die Königin und ihr Gefolge: Anekdoten aus der Welt der Orgel
von Jenny Setchell
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen JA, so ist es -, 20. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
das geheime Leben der Organisten...!
Habe selten so gelacht.

Die Skurrilität dieses Umfelds (die mir in meiner kurzen Zeit als orgelspielender Mensch bereits schwante) hat sich da voll bestätigt...
Fast alles ist mir in irgendeiner Form schon untergekommen - besonders die Unwissenheit der "normalen" Leute.
Was in gewisser Weise auch verständlich ist. Ich hatte selber null Ahnung anfangs.
Das ist halt immer noch eine abgeschlossene Welt.
Früher waren Organisten für mich graue Gestalten, die einen Heiligkeitsnachweis erbringen mussten und hinter Pfeifengebirgen - ein unmenschlich schwieriges Instrument spielend - ein Schattendasein führten...
Anders als viele Orgelfans fand ich es seinerzeit nicht sehr prickelnd, von Orgeln lautstark zugedonnert zu werden - und überhaupt nicht erstrebenswert, sich regelmäßig von der singenden Gemeinde ausbremsen zu lassen...
Das Buch bestätigt auch meine Beobachtung, dass die Organisten die eigentlichen Herrscher in der Kirche sind!
(Teilweise haben die Pfarrer sogar Angst vor denen...)
Obwohl es manchmal so aussieht, als ob sie nur als Dienstboten missbraucht würden.
Auch die Charaktere der Selbigen erscheinen genau so wie ich sie erlebe: Hintergründig und manchmal boshaft...
Da wird schnell mal ein banaler (oder gar blasphemischer) Hit ins liturgische Spiel eingebaut, wenns allzu öde wird - oder man kippt sich in der Predigtpause schnell mal einen hinter die Binde...
Die Orgel selbst ist eine spröde Geliebte: Jede ist anders - und Alle warten mit speziellen Zicken auf!
Man setzt sich nicht einfach an eine fremde Orgel und spielt - so wie vielleicht bei einem Klavier..
Um diesen Verhältnissen gewachsen zu sein, muss der orgelspielende Mensch schon eine gewisse Abgebrühtheit entwickeln.
Schnell ist dann der Zauber der Musik dahin - wenn man nicht aufpasst...
Es werden hier teilweise enorme Fertigkeiten entwickelt: Da werden statt Noten Motorsportmagazine beim Spiel gelesen - oder mit einer Hand und Pedal gespielt - während man mit der anderen eine SMS schreibt...
Ja, und früher gab es Kalkanten, die bei allen Stücken die Tretzahl am Balg abgespeichert hatten - und das Terrain dann gnadenlos verließen - während der arme Organist mit der Restluft zurecht kommen musste...

Also, wer hier mal reinschnuppern will - und über Geschichten die das Leben schrieb, lachen - ist mit diesem Buch bestens bedient!
(Als merkwürdig ist es ja zu betrachten, dass dieses Spirituellste aller Instrumente - gerade durch jenen Gebrauch - derart in den Niederungen des Profanen landet..)


Die Stimmung der Welt
Die Stimmung der Welt
von Jens Johler
  Gebundene Ausgabe

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wohltuend menschlich, 4. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Stimmung der Welt (Gebundene Ausgabe)
Ich kann mich den positiven Rezensionen nur anschließen !
Endlich mal ein Versuch, den "Musik-Giganten" auf eine menschliche Ebene zu holen - und nicht ständig nur seine Musik im Auge zu haben...
Was nicht ganz einfach ist - da Bach offensichtlich kein so exaltierter Typ war wie beispielsweise Mozart..
Und die Kirche tat das Ihre, um ihn zu vereinnahmen - und damit quasi heilig zu sprechen..
Dieses Bild spukt noch heute in unseren Köpfen herum. Kein Wunder, dass da eine Unnahbarkeit, eine menschliche Distanz entsteht - zumal Bach seine Gefühle (aus gutem Grund?) nicht zu Markte getragen hat.
Doch man muss sich fragen, ob ein Mensch, der 21 Kinder hatte, gerne gut aß und Scherzen nicht abgeneigt war (auch in seiner Musik zu erkennen) wirklich der strenge asketische Frömmler war, zu dem er gerne abgestempelt wird!
Hier in diesem Buch wird der Versuch gemacht, in einem freundlichen Plauderton Stationen in seinem Leben "wie sie hätten sein können" zu schildern - was auch, wie ich finde - gut gelungen ist!
Verwoben mit musikalischen und philosophischen Betrachtungen ergeben diese "Menschlichkeiten" eine interessante Mischung...
Schön auch, dass das Titelbild mal einen anderen Bach zeigt als das übliche unvollständige Portrait des alten Mannes, was schon fast wie eine Karikatur rüberkommt.
Dieses scheint mir auch wesentlich authentischer. Und im Gegensatz zu den andern Porträts schaut er hier zufrieden in die Welt...
Kein Wunder - denn dies zeigt ihn ja auch bei seiner Lieblingsbeschäftigung (die ich gut nachvollziehen kann)!
Das einzige Manko - und deshalb vergebe ich nur 4 Sterne - ist, dass dieser Roman ziemlich abrupt abbricht.
Als ob der Autor hier sein Pulver verschossen hätte und ihm dann nichts mehr eingefallen wäre..
Aber vielleicht gibt es ja tatsächlich mal eine Fortsetzung - wie hier schon erhofft wurde!
Schauen wir mal...


Die Grenzgänge des Johann Sebastian Bach: Psychologische Einblicke
Die Grenzgänge des Johann Sebastian Bach: Psychologische Einblicke
von Andreas Kruse
  Gebundene Ausgabe

7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schade..., 21. Februar 2014
Ich war drauf und dran, dieses Buch zu kaufen, weil mich der Titel ansprach.
Empfinde ich doch - ob spielend oder hörend - in seiner Musik "Grenzgänge"...
Bach geht immer ans Limit und reizt alle Möglichkeiten aus - was ihn als "schwierig" gefürchtet sein lässt..
Deshalb interessierte mich der psychologische Aspekt, über den ich mir schon selbst Gedanken gemacht hatte.
Zum Teil ganz Ähnliche wie der Autor dieses Buches. Doch damit hört es schon auf.
Beim Lesen der - wirklich umfangreichen - Leseprobe wuchs mein Ärger immer mehr.
Die Tatsache, dass Bach mit seiner Musik psychische Belastungen kompensierte, könnte in wesentlich weniger Worten dargestellt werden. Immerhin ist das menschlich und nicht ungewöhnlich.
Habe jedoch heute bemerkt, dass der lesbare Text zwischenzeitlich gekürzt worden ist.
So muss ich aus dem Gedächtnis schreiben.
Ich stimme dem voll zu, was der Autor über die Chromatische Fantasie sagt. Aus eigener Erfahrung. Erinnert mich stark an die eigene "Höllenmusik", die ich manchesmal produziere, um Frust abzubauen...
Bach tut dies nur auf wesentlich höherem Niveau. Damit ist ihm ein erstaunlicher Sprung in die Zukunft gelungen.
Typisch auch der befreiende Schlussakkord. Am Schluss ist man wieder im Reinen mit sich selbst...
Es wird auch die Frage nach der Wirkung von Bachs Musik auf seine Hörer gestellt: Das Zitat zeigt es doch klar: Wie in der "comedie"! Keinesfalls kirchlich also..
Warum muss dann immer darauf herumgeritten werden? Der Großteil von Bachs Orgelkompositionen war für die Messe doch überhaupt nicht geeignet. Aber er wollte ja unbedingt mit seiner Musik "ein Glaubenszeichen" setzen..!
Und die "göttliche Ordnung" verwirklichen.
Ich denke, er wollte einfach seine Musik optimal verwirklichen. Dass die etwas mit göttlicher Ordnung zu tun hat, will ich deshalb nicht abstreiten. Doch hier steht Bach neben allen anderen, die versuchen, SICH in ihrem Leben zu verwirklichen...
Dann wird seine Bewerbung als Thomaskantor als Beweis seiner Sehnsucht nach frommer Musikausübung herangezogen.
In Wirklichkeit wollte er woanders hin - was jedoch nicht klappte. Und Leipzig wollte nicht ihn, sondern Telemann.
Er musste aber von etwas leben.
Aus dem in ganzer Länge zitierten Brief Bachs an seinen Freund Erdmann ist doch klar zu ersehen, dass Leipzig für ihn ein Ärgernis war: Schlechte Arbeitsbedingungen, ständiger Ärger mit der Kirche und den Stadtschranzen, zu teuer etc.etc...
Und dann fragt man sich, warum er zur Beerdigung des ersten Gesner eine so fröhliche Motette schrieb ?
Weil er froh war, diesen ignoranten, sich auf seinem Posten ausruhenden und alles andere als hilfreichen Menschen unter der Erde zu wissen... Da liegt schon der Gedanke nahe, dass "Der Geist unserer Schwachheit" aufhilft..
Der zweite sollte allerdings noch viel schlimmer sein.
Ja, da braucht man schon eine gehörige Portion Gottvertrauen !
Was Bach natürlich nicht hinderte, weiter zu komponieren. Warum auch - es war ja seine Leidenschaft! Ob in der Jugend oder im Alter... Was ist so Besonderes dran, sich bis ins hohe Alter (musikalisch) weiter zu entwickeln ?
Ich selbst habe im fortgeschrittenen Alter mit dem Orgelspielen angefangen (bin ich jetzt "gerotranszendent" ??) - und die Ideen prasseln nur so auf mich ein... Meine Begeisterung wächst mit meinem Können...
Kreativität ist zu allen Zeiten ein Thema!
Kurz und gut: Hier werden ganz simple Lebensweisheiten zu tiefgründigen Geheimnissen aufgebauscht, die nur der "Fachmann"
erklären kann...! Niemand eignet sich als Objekt besser als unser Bach, der (aus gutem Grund?!) sein Gefühlsleben hinterm Berg gehalten hat - und nun alles angehängt bekommt, was man in ihn hineinprojizieren möchte!
Er kann sich ja nicht mehr wehren.
Vielleicht sollte man mal unkonventionellere Psychogramme benutzen, wenn man schon nichts Genaues weiß. Zum Beispiel Bachs Horoskop ? (ich höre schon den Aufschrei..) Bachs Geburtszeit ist in etwa bekannt, auch die von Anna Magdalena.
Da lassen sich schon einige Infos herauslesen. Auch welcher Art ihr Verhältnis war.
Hier wird auch deutlich, warum er persönlich so ungreifbar ist. Neben der widderhaften Schaffer-Mentalität gibt es nämlich noch eine andere Seite in ihm: Das vollbesetzte neptunische 12. Haus (DAS ist transzendent !).
Eine übergroße Empfindsamkeit - und von der Welt nicht verstanden zu werden. Kenne ich aus eigener Erfahrung - habe ich doch selbst eine fast identische Konstellation bis auf eine Ausnahme. Ich war schon mit den absurdesten Interpretationen meiner Person konfrontiert...
Am meisten reden die Leute, wenn sie nichts wissen - das scheint auch hier der Fall zu sein! Und bei Bach fangen die Meisten an zu schwafeln - und zwanghaft ihre Musik-Kompetenz unter Beweis zu stellen...
Anstatt ihn sich einfach anzuhören - zum Zwecke der "Gemüthsergötzung"!
Hier gibt es anderweitig gar Anleitungen, wie man Bach hört !! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen...
Solange ihn die "Fachleute" weiterhin auf diese Weise okkupieren, wird er beim "Volk" weiterhin "Beerdigungsmusik" bleiben.
Amazon sollte vielleicht die Lesevorschau dieses Buches ganz eliminieren, damit nicht nur die Lobhudeler das Buch kaufen und rezensieren.
Ansonsten gilt: "Wer Augen hat, der Sehe - wer Ohren hat, der Höre" !
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 18, 2014 10:02 AM MEST


Das wahre Leben des Johann Sebastian Bach
Das wahre Leben des Johann Sebastian Bach
von Klaus Eidam
  Gebundene Ausgabe

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bitter nötiges Buch..., 30. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich will eine Lanze brechen für dieses Buch - was hier so inbrünstig von selbsternannten Fachleuten verrissen wird...
Ja - gerade dies bewog mich zu seinem Kauf! Und ich wurde nicht enttäuscht.
Es ist zwar ein eigenwilliger und emotionaler Stil in dem es geschrieben ist - doch gerade das macht seinen Charme aus.
Wie hier einer dazu geschrieben hat: Bach als menschliches Wesen !
Das war es, was mich interessierte.
Mit Infos über seine Taten und Werke wird man überall "zugeschmissen" - doch was "der Bach" für einer war - und mit welchen Problemen er kämpfen musste - das verschwindet hinter einem geradezu monströsen Personenkult.
Wer alles, was Quellen minutiös hergeben können, (z.B. wer den Abtritt der Bachs reinigte, etc!) wissen muss, kann ja andere Bücher lesen!
Es ist geradezu absurd, einem ausübenden Musiker und Drehbuchautor eines mehrteiligen Bach-Films mangelnde Sachkenntnis und mangelnde Recherche zu unterstellen! Der Mann MUSSTE gründlich recherchieren, damit sein Film glaubwürdig wird.
Und stieß dabei offensichtlich auf etliche Ungereimtheiten...
Da wäre ich auch sauer, wenn ich schließlich feststellen müsste, dass sogenannte Fachleute ihre eigenen Märchen über den GROSSEN Bach in die Welt setzen.
Allen voran mal die Kirchen, bzw. deren Protagonisten, die Bach gleich für sich vereinnahmt haben.
Einer der Orgel spielt, Kantaten schreibt und Thomaskantor ist, MUSS ja zwangsläufig ein Gottesmann sein...
Ein Glück, dass Bach nicht katholisch war - sonst hätte man ihn wohl heiliggesprochen..
Für Bach ging es einzig und allein um die Musik - und er war so fromm, wie man es damals eben war!
Und wenn man Orgelvirtuose ist, dann muss man sich mit der Kirche arrangieren. Immerhin lebte er davon.
Und so wird ein Bild zementiert, das dem wahren Menschen nicht gerecht wird.
Dieses Bild findet dann schließlich seinen Niederschlag beim "gemeinen Volk" und prägt die allgemeinen Vorstellung von Bach als gestrengem Frömmler, das wir alle so gut kennen...
Lebendiges und selbst erlebtes Beispiel,
Originalton eines solchen "Unbedarften", der zufällig rein kam, als Bach lief:
"Iss einer gestorb ??"
Das sagt doch schon alles.
In Wirklichkeit ist Bach alles andere als ein Trauerkloß - im Gegenteil, er ist verspielt, experimentierfreudig und lustig!
Ich spiele selber Orgel - und bei meinen Bach-Übungen habe ich mehr als einmal laut aufgelacht angesichts mancher skurrilen Wendungen...
Kein Wunder, dass man sich damals über seinen zu "flotten" Stil aufgeregt hat...
Manchmal habe ich den Eindruck, er lacht sich musikalisch eins...
Oder wie soll man ein Stück wie "Wachet auf, ruft uns die Stimme" auffassen ? Bei uns hat es den Spitznamen "Bärenmusik" schon weg.
Und der sich nicht zu schade war, lose Lieder zu verfassen, was von den Heiligen-Verehrern am liebsten indigniert weggeschwiegen würde...
Was den musikalischen Unverstand auf Pennäler-Niveau betrifft, der so leichthin dem Autor bescheinigt wird - so kann ich da nur gesunden musikalischen Menschenverstand entdecken! Und Liebe zum Sujet.
Er hat völlig Recht, wenn er Musik als "selbstredend" darstellt - und nicht als Sezier-Objekt für sogenannte Fachleute.
Im Grund ist es mit jeder Kunst so. Kunst, die man erklären muss, ist für mich keine.
Der kreative Prozess - das weiß ich aus eigener Erfahrung - ist etwas zutiefst Emotionales, das nicht planbar ist.
Man kann dem Autor wohl eine gewisse Subjektivität und Polemik - und auch einige Wiederholungen vorwerfen - doch das verzeihe ich ihm angesichts des ansonsten sehr menschlichen Bildes, das er entwirft.
Zum Schluß möchte ich mit Bach sagen: "Der Geist hilft unserer Schwachheit auf" !
(Sehr fröhliche Motette anläßlich einer Beerdigung..)


Das wahre Leben des Johann Sebastian Bach
Das wahre Leben des Johann Sebastian Bach
von Klaus Eidam
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bitter nötiges Buch..., 30. Januar 2014
Ich will eine Lanze brechen für dieses Buch - was hier so inbrünstig von selbsternannten Fachleuten verrissen wird...
Ja - gerade dies bewog mich zu seinem Kauf! Und ich wurde nicht enttäuscht.
Es ist zwar ein eigenwilliger und emotionaler Stil in dem es geschrieben ist - doch gerade das macht seinen Charme aus.
Wie hier einer dazu geschrieben hat: Bach als menschliches Wesen !
Das war es, was mich interessierte.
Mit Infos über seine Taten und Werke wird man überall "zugeschmissen" - doch was "der Bach" für einer war - und mit welchen Problemen er kämpfen musste - das verschwindet hinter einem geradezu monströsen Personenkult.
Wer alles, was Quellen minutiös hergeben können, (z.B. wer den Abtritt der Bachs reinigte, etc!) wissen muss, kann ja andere Bücher lesen!
Es ist geradezu absurd, einem ausübenden Musiker und Drehbuchautor eines mehrteiligen Bach-Films mangelnde Sachkenntnis und mangelnde Recherche zu unterstellen! Der Mann MUSSTE gründlich recherchieren, damit sein Film glaubwürdig wird.
Und stieß dabei offensichtlich auf etliche Ungereimtheiten...
Da wäre ich auch sauer, wenn ich schließlich feststellen müsste, dass sogenannte Fachleute ihre eigenen Märchen über den GROSSEN Bach in die Welt setzen.
Allen voran mal die Kirchen, bzw. deren Protagonisten, die Bach gleich für sich vereinnahmt haben.
Einer der Orgel spielt, Kantaten schreibt und Thomaskantor ist, MUSS ja zwangsläufig ein Gottesmann sein...
Ein Glück, dass Bach nicht katholisch war - sonst hätte man ihn wohl heiliggesprochen..
Für Bach ging es einzig und allein um die Musik - und er war so fromm, wie man es damals eben war!
Und wenn man Orgelvirtuose ist, dann muss man sich mit der Kirche arrangieren. Immerhin lebte er davon.
Und so wird ein Bild zementiert, das dem wahren Menschen nicht gerecht wird.
Dieses Bild findet dann schließlich seinen Niederschlag beim "gemeinen Volk" und prägt die allgemeinen Vorstellung von Bach als gestrengem Frömmler, das wir alle so gut kennen...
Lebendiges und selbst erlebtes Beispiel,
Originalton eines solchen "Unbedarften", der zufällig rein kam, als Bach lief:
"Iss einer gestorb ??"
Das sagt doch schon alles.
In Wirklichkeit ist Bach alles andere als ein Trauerkloß - im Gegenteil, er ist verspielt, experimentierfreudig und lustig!
Ich spiele selber Orgel - und bei meinen Bach-Übungen habe ich mehr als einmal laut aufgelacht angesichts mancher skurrilen Wendungen...
Kein Wunder, dass man sich damals über seinen zu "flotten" Stil aufgeregt hat...
Manchmal habe ich den Eindruck, er lacht sich musikalisch eins...
Oder wie soll man ein Stück wie "Wachet auf, ruft uns die Stimme" auffassen ? Bei uns hat es den Spitznamen "Bärenmusik" schon weg.
Und der sich nicht zu schade war, lose Lieder zu verfassen, was von den Heiligen-Verehrern am liebsten indigniert weggeschwiegen würde...
Was den musikalischen Unverstand auf Pennäler-Niveau betrifft, der so leichthin dem Autor bescheinigt wird - so kann ich da nur gesunden musikalischen Menschenverstand entdecken! Und Liebe zum Sujet.
Er hat völlig Recht, wenn er Musik als "selbstredend" darstellt - und nicht als Sezier-Objekt für sogenannte Fachleute.
Im Grund ist es mit jeder Kunst so. Kunst, die man erklären muss, ist für mich keine.
Der kreative Prozess - das weiß ich aus eigener Erfahrung - ist etwas zutiefst Emotionales, das nicht planbar ist.
Man kann dem Autor wohl eine gewisse Subjektivität und Polemik - und auch einige Wiederholungen vorwerfen - doch das verzeihe ich ihm angesichts des ansonsten sehr menschlichen Bildes, das er entwirft.
Zum Schluß möchte ich mit Bach sagen: "Der Geist hilft unserer Schwachheit auf" !
(Sehr fröhliche Motette anläßlich einer Beerdigung..)


Die Chiron-Fibel: Brückenbauer zwischen Geist und Materie (Edition Astrodata - Fibel-Reihe)
Die Chiron-Fibel: Brückenbauer zwischen Geist und Materie (Edition Astrodata - Fibel-Reihe)
von Verena Bachmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,50

27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schönes Büchlein mit gehaltvollem Inhalt, 18. Februar 2010
Da es bisher nur wenig tiefergehende Erfahrungen mit dem "neuen" Planeten Chiron in Buchform gab, war ich gespannt auf dieses neue Buch zum Thema - und habe es mir gleich gekauft.
Mir ging es dabei um konkrete Infos, die man auch praktisch astrologisch anwenden kann. Leider sind solche Bücher im Astrologie-Bereich eher spärlich gesät. Nicht zuletzt, weil es viel einfacher ist, allgemeine Prinzipien zu erörtern, statt die Beziehung zur konkreten Realität herzustellen.
Dieses Buch wird im Prinzip beidem gerecht - dem tiefgreifenden Verständnis der Planeten-Energie und den Auswirkungen an der Basis. Die Autorin hat das meiner Meinung nach gut und gründlich umgesetzt und ein differenziertes Bild des Chiron geliefert.
Besonders das Beispiel zum Thema Beziehung und Partnerschaften am Ende des Buches hat mich beeindruckt. Ich konnte darin die Probleme meiner eigenen Beziehung wiedererkennen - und es wird andern sicherlich genauso ergehen! Leider wurde dieses Thema nur sehr kurz abgehandelt, ohne auf die entsprechenden Planetenkonstellationen einzugehen. Aber vielleicht ist das ja auch zu viel verlangt - bei der Kürze des Erfahrungszeitraums mit Chiron...
Ansonsten ist der Deutungsteil systematisch aufgebaut und versucht alle Konstellationen (Aspekte, Häuser, Zeichen) zu berücksichtigen - auch die Beziehungen zu den Mondknoten.
Auch auf die Transite des Chiron (Planeten und Häuser im Einzelnen) wird eingegangen - doch nur allgemein auf seine Auslösungen. Hier zeigen sich dann die Grenzen des Büchleins: Es ist nicht komplett, d.h. es fehlen die einzelnen Transite der Planeten über Chiron - genauso wie die die Aspekte in Partnerschafts-Verbindungen.
Der allgemeine Deutungsteil ist ausführlicher, auch die Erklärung der Prinzipien. Doch auch hier fehlen die unterschiedlichen Aspekte - ebenso wie die zu den Eckpunkten.
Man merkt, dass offenbar noch etwas "Statistik" über Chiron fehlt...Diese Statistik ist letztendlich das, was der praktische Astrologe als tägliches Nachschlagewerk braucht - denn die "Prinzipien" sind für ihn bereits verstanden...
Der Anfang diesbezüglich ist mit diesem Büchlein gemacht - ein bisschen mehr davon hoffe ich in zukünftigen Veröffentlichungen zu finden!
Zur Aufmachung des Buches (die zweifellos hübsch ist) drängte sich mir jedoch der Gedanke auf, dass hier mit dickem teuren Papier mehr Fülle vorgetäuscht werden soll. Auch die zahlreichen farbigen Abbildungen, die zwar
ausgesucht und schön sind - füllen das Buch, ohne dass sie inhaltlich wichtig wären.
Etwas mehr Inhalt und weniger Bilder hätte ich mir da gewünscht! (Es würde sich zudem vielleicht auch auf den Preis niederschlagen)
Trotzdem kann ich es ruhigen Herzens weiterempfehlen und hoffen, dass noch weitere folgen werden!


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