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Rezensionen verfasst von
FlyingPumpkin

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Land of Light
Land of Light
Preis: EUR 9,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der erste ernsthaftere Avantasia Konkurrent!, 1. April 2017
Rezension bezieht sich auf: Land of Light (MP3-Download)
Boah ne ey, schon wieder ne Metal-Opera die sich in Konzept und Gestaltung total offensichtlich am Platzhirsch Avantasia von Tobias Sammet anbiedert. Reicht es denn nicht das Timo Tolkkis Avalon schon grandios und zurecht gefloppt ist? Im Falle von Aldarias "Land Of Light" muss ich meine Vorurteile revidieren. Denn Frode Hovd hat es tatsächlich geschafft eine Metal-Oper zu veröffentlichen die durchaus zu begeistern weiß.
Ja, Avantasia ist natürlich das große Vorbild aber auch Aldaria hat durchaus seine Daseins Berechtigung.

Viele sehnen sich bei Avantasia nach einer Rückkehr zum powermetal-lastigeren Stil der ersten beiden Scheiben. Ich nicht, denn für mich sind die ersten beiden Alben, abgesehen von ein paar Songs, relativ langweilig. Die spannenden Werke von Tobi beginnen erst ab "The Scarecrow".

Warum das ganze Vorgeplänkel über Avantasia? Aldaria orientiert sich eben exakt an den ersten beiden Scheiben. Konzept, Stilistik etc. etc. Warum gefällt mir "Land Of Light" jetzt aber im Gegensatz zu den beiden ersten "Metal Operas" der Konkurrenz?

Ich kann es nicht sagen, die Songs, Instrumentalisten und Vocalisten haben mich einfach total überzeugt. Angefangen bei dem Doppelschlag "Another Life" und "Guardians Of The Light". Hier ist nichts neu, alles schon 1000 mal gehört aber dennoch beissen sich die beiden Double-Bass Granaten in die Hirnwinde und wollen wieder und wieder angehört werden. In ersterem klappt sogar das mitsingen fast auf Anhieb, denn im Chorus lacht uns eine bekannte Textzeile entgegen: "Reach Out For The Light...", kreativ ist anders aber Laune macht das Ganze trotzdem total.

Was Frode Hovd tatsächlich besser als sein Kollege aus Fulda hinbekommt, sind die Balladen. Während sich Sammet oft in weinerlichem Kitsch verliert schafft es Hovd tatsächlich diesen weitestgehend zu umschiffen. "Sands Of Time" wird durch zartes Pianospiel eröffnet und von einer Gesangsleistung begleitet, die einem die einem Erpelpelle auf den ganzen Körper zaubert. Wahnsinnssong.

Mit "Lost In The Darkness Below" geht es in der ersten halben Minute ebenfalls recht zurückhaltend los aber dann steigert sich die Nummer in einen pfeilschnellen Double-Bass Kracher mit wieder einmal einem extrem eingängigen Chorus. Obwohl das Songmaterial insgesamt recht Ohrenschmeichelnd ist, gibt es immer wieder spannende Interludes und Wendungen die den Songs einen gewissen Anspruch und Tiefe geben. Man braucht trotz aller Eingängigkeit in den Refrains, ein paar Rotationen im CD-Schacht bis sich alles Restlos erschlossen hat.

Während sich die Scheibe bisher auf einem ausgesprochen hohen Niveau bewegt gibt es mit "Test Of Time" einen kleineren Dämpfer. Die Strophe klingt mir etwas zu sehr nach Helloweens "Eagle Fly Free" und außerdem finde ich im Gegensatz zu den Refrains der anderen Songs, diesen leider etwas zu durchschnittlich. Das letzte Drittel mit dem ruhigen Interlude versöhnt dagegen wieder und lässt den Song in besserem Licht erstrahlen. Natürlich kein Totalausfall aber eher so ne 3/5 würde ich sagen.

Ja und nun folgt mit "Trial Of Tears" eine absolute Gänsehaut-Ballade die ich auf Album zu den absoluten Highlights zähle. Auch hier kriegt man erstmal ein klassisches Piano-Arrangement serviert, welches mit Streichern und einer Flöte begleitet wird. Was sich für viele sicher total nach Kitsch liest, geht aber total unter die Haut und funktioniert perfekt. Die Stimmung in dem Song pendelt zwischen Hoffnung und Schmerz. Ganz großes Gefühlskino! Wer es nicht immer schnell und aufs Maul braucht, bekommt hier wirklich einen grandiosen Song geboten.

Mit ordentlich Speed geht es in "Where Reality Ends" weiter. Auch wenn hier größtenteils die Doublebass durchgetreten wird, lässt man es sich nicht nehmen kleinere Akzente durch Tempodrosselung zu setzen. Das macht die Songs auch wesentlich interessanter und vielfältiger. Das gleiche auch im nachfolgenden "From The Ashes". Eine Vielseitigkeit wie zum Bespiel auf Avantasias "Mystery Of Time" gibt es natürlich nicht, dass hier ist schon alles ganz klar dem Etikett "Melodic Power Metal" zuzuordnen.

Und jetzt kommt er, der totale Kitsch-Absturz namens "Answers In A Dream". Während sich alle Songs bisher in der Schnittmenge von Helloween, Stratovarius und Avantasia bewegt hatten, erinnert diese Nummer leider total an die peinlichsten Songs von Freedom Call und zerstört den ansonsten relativ tadellosen Eindruck. Eröffnet wird das ganze schon mit einem nervigen Brass-Keyboard-Sound, bei dem man hofft das er schnell vorbei ist. Strophe geht in Ordnung und gerade als man sich denkt das schlimmste überstanden zu haben kommts - Der Refrain!!! Sorry Herr Hovd, dass geht leider gar nicht. Das ist Tralala Mist der unnötigsten Sorte und würde mit mir jemand im Auto mitfahren während diese Nummer läuft, ich tät mich in Grund und Boden schämen. Grauenvoll! Totalausfall!

Gottseidank gibt es mit dem Titelsong am Ende dann nochmal ein richtiges Highlight. In dem 12-minütigen "Land Of Light" wird nochmal alles in die Waagschale geworfen was die Scheibe ausmacht. So toll der Song auch ist, bei Longtracks hat Tobi einfach den richtigen Dreh raus, wo ihm keiner das Wasser reichen kann. Trotzdem beschließt der Longtrack würdevoll ein gelungenes Album.

Chapeau Aldaria - hier handelt es sich tatsächlich um den ersten ernstzunehmenden Avantasia Konkurrenten, der mit den ersten beiden Metal-Opera Alben von Tobi Sammet super mithalten kann, ja diese Stellenweise sogar übertrifft. Da sich Avantasia ab "The Scarecrow" wie gesagt, in eine andere Richtung entwickelt haben, rechne ich Aldaria im reinen Euro-Power-Metal große Chancen zu. "Land Of Light" könnte für viele Fans der Avantasia Metal Operas I und II, den großen Durst nach einem ähnlichen Album stillen.

Trotz alledem gibt es diesmal keine Höchstpunktezahl, denn zum Einen fehlt mir etwas die Eigenständigkeit, auch wenn hier alles auf höchstem Niveau präsentiert wird und zum Anderen ist mit "Answers In A Dream" leider ein Totalausfall vertreten.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 10, 2017 5:42 PM MEST


The Grinding Wheel
The Grinding Wheel
Preis: EUR 16,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieso verdammt nochmal, gehört diese Band nicht zu den Big 4?, 26. März 2017
Rezension bezieht sich auf: The Grinding Wheel (Audio CD)
Mit dem 2010er Output "Ironbound" katapultierten sich die Mannen um Bobby Blitz zurück an die Speerspitze des Thrash-Metals. Auch die verdammt starken Nachfolger "The Electric Age" und "White Devil Armory" bestätigten das Overkill zu den besten Thrash-Bands auf diesem Planeten gehören, auch wenn diese etwas mit Innovationen geizten und sich stark an "Ironbound" orientieren.

Dies gilt auch überwiegend für den neunzehnten Longplayer "The Grinding Wheel". Wo Overkill drauf steht ist auch Overkill drin. Eine stilistische Überraschung gibt es dann allerdings doch. Das Songmaterial fällt deutlich ausladender aus, kein Song geht unter der 4-Minuten Marke ins Ziel. Mit dem Titelsong und dem Opener "Mean, Green, Killing Machine" gibt es sogar zwei Tracks die mit fast 8 Minuten zu Buche schlagen.

Eröffnet wird das Ganze jedenfalls von knallenden Drums in "Mean, Green, Killing Machine". Der Song baut sich langsam auf und gipfelt in einem typischen, messerscharfen Overkill Riff. Schon in der Strofe merkt man, Blitz gibt wieder mal alles. In dem Mittelpart wird es dann sehr melodisch verspielt und man möchte die Faust gen Himmel strecken und den Text mitgröhlen. Im letzten Drittel gibt es dann wieder speediger zur Sache mit einer genialen Solosektion. Meine Güte ey, 8 Minuten können so verdammt kurz sein. Das nenne ich mal Opener.

Kann es auf dem Niveau weiter gehen? Oh ja und wie es das kann. "Goddamn Trouble" rauscht schon aus den Boxen mit einem punkig-rockig-thrashigen Riff und tritt einfach nur 6-Minuten lang in den Arsch. Für solche Tracks liebt man einfach die New Yorker.

Auch mit "Our Finest Hour" wird der Fuß nicht vom Gaspedal genommen. Der Chorus beisst sich sofort im Ohr fest und es verwundert nicht, dass man gerade diese Nummer als Single veröffentlicht hat. Gerade gegen Ende spitzt sich alles zu, ja explodiert förmlich und liefert einen Ohrgasmus der sich gewaschen hat. Affengeil!

"Shine On" fängt etwas sperrig an, gibt aber dann wieder ordentlich Tempo auf den Tacho mit einem ebenfalls sehr eingängigen Refrain. In der Mitte werden dann zum ersten mal die cleanen Gitarren ausgepackt. Das ist die erste kleinere Verschnaufpause, die uns die New Yorker gönnen. Blitz packt hier große Gefühle in seinen Gesang und es läuft einem eiskalt den Rücken runter, so atmosphärisch ist das Ganze. Selbsterklärend das dies nur die Ruhe vor dem Sturm ist und es dann mit voller Kraft nach vorn in den Solo-Teil über geht.

Trotz der langen Spielzeiten tritt bisher überhaupt keine Langeweile auf, da sich das Songmaterial als höchst abwechslungsreich präsentiert. Das ändert sich auch auf dem Rest der Scheibe nicht. Natürlich dominiert größtenteils der Up-Tempo aber es gibt auch Ausnahmen wie im groovigen "Come Heavy" oder dem Anfang von "Lets Go All To Hades" welches sich wie eine Dampfwalze über den Hörer legt.

Der einzige Song der relativ straight von vorne bis hinten einfach nur knallt ist "Red White And Blue". Hier wird einem wirklich allles aus dem Leib geprügelt. Ansonsten gibt es immer einige Twists in den Songs, welche man so nicht unbedingt erwartet die aber sehr zur Spannung beitragen.

Zum krönenden Abschluss gibt es noch den epischen Titelsong auf die Ohren, welcher sich in der in der ersten Hälfte erhaben und gemächlich präsentiert, ehe dieser seine Maske fallen lässt und in der zweiten Hälfte mächtig drauf los gethrasht bis schließlich im letzten Drittel eine genialer Bass-Part wieder in die Bremse haut und der Chorus mit mehrstimmigen Chören ausfadet und das ganze mit sanften Gitarrenklängen, welche die Chorusmelodie aufgreifen, ausklingen lässt. Wahnsinnsnummer, welche dieses grandiose Album perfekt abschließt.

Das Thin-Lizzy Cover "Emerald" gibt es noch als Bonustrack oben drauf, nichts wirklich essentielles aber man hat die Stimmung des Songs super in ein overkillsches Gewand gekleidet.

Ja, sie haben es wieder getan und ein bärenstarkes Album abgeliefert, welches mich seit Release regelmäßig beglückt und mindestens einmal am Tag läuft. So verdammt gut ist dieses Album. Während Kreator das erste heisse Eisen für das Album des Jahres im Feuer hatten, haben Overkill nun den zweiten Kandidaten hinterhergeschoben. Ganz große Klasse!


Striker
Striker
Preis: EUR 13,49

5.0 von 5 Sternen Melodischer Heavy-Metal Leckerbissen aus Kanada!, 26. März 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Striker (Audio CD)
Die Kanadier Striker liefen bei mir bisher nur als nette Heavy "oldschool" Metal Kapelle am Rande mit. Nun stolperte ich vor paar Tagen über paar Reviews die nur so mit Höchstwertungen um sich warfen. "Ist das jetzt wieder nur überzogener Hype oder womöglich tatsächlich etwas dran?" waren meine ersten Gedanken die mir durch den Kopf schossen. Aber meine Neugier war schon geweckt und ich hörte rein. Nach dem zweiten Song bestellte ich umgehend das Album und meine jahrelanges Desinteresse gegenüber dem Schaffenswerk von Striker wird sich von nun an definitiv ändern. Der neueste und selbstbetitelte Output stellt für mich einen der besten Veröffentlichungen im klassischen Heavy Metal Sektor der letzten 10 Jahre dar.

Innovationen braucht man hier selbstverständlich nicht erwarten aber die Songs sprühen nur so vor Frische, Detailverliebtheit und Eingängigkeit. Eröffnet wird das Ganze vom Up-Tempo Opener "Former Glory", der den Hörer perfekt in die nächsten 33 Minuten einführt. Mit einem Scorpions-artigen, doppelläufigen Gitarrenintro kracht die Nummer aus den Boxen und zeigt melodischen Heavy-Metal in seiner reinsten Perfektion.

Doch es gibt auch die ein oder andere Überraschung. Manchmal driften die Kanadier in Thrash-Metal artige Gefilde ab. "Pass Me By" zum Beispiel klingt mehr nach den Anthrax als Anthrax es momentan selbst tun.

Zum größten Teil gibt es aber schnörkellosen Heavy-Metal mit ganz großen Melodien auf die Mütze wie z.b. in "Born To Lose", "Shadows In The Light" oder "Rock The Night".

Was die Band vor allem auch aus der Masse herausstechen lässt ist nicht nur diese unbändige Spielfreude sondern allen voran Sänger Dan Cleary und Gitarrist Timothy Brown. Was die Jungs jeweils an Vocals und Gitarrenarbeit abziehen ist der Wahnsinn.

Zum Abschluss gibt es noch mit "Desire" ein schön umgesetztes Ozzy Osbourne Cover. Gut, ein eigener Song wäre mir persönlich zwar lieber gewesen aber was solls. Vermutlich hatte man nicht genügend Material zusammen und wollte die Spielzeit etwas aufstocken. Das ist auch der einzige Kritikpunkt, den man der Scheibe vorwerfen kann. 1-2 Songs mehr hättens ruhig sein dürfen.

Aber besser kurz und knackig als das Album zu strecken und mit 3 mittelmäßige Nummern verschandeln.

Wer auch nur Ansatzweise etwas mit klassischem Heavy-Metal anfangen kann, kommt an dem neuesten Output der Kanadier nicht vorbei. Geile Scheibe!


Byte the Bullet [Explicit]
Byte the Bullet [Explicit]
Preis: EUR 9,19

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meine Herren, willkommen zurück!, 26. März 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Byte the Bullet [Explicit] (MP3-Download)
Bonfire gehört nicht in den engsten Kreis meiner absoluten Lieblings Hard Rock Bands aber mit dem Album „Fireworks“ haben sie mal eben eines der besten Hard Rock Alben aller Zeiten aufgenommen, welches ich immer wieder gerne auflege. Danach gab es noch mit „Point Blank“ einen guten Nachfolger, der aber nicht an die große Klasse von „Fireworks“ heran reichen konnte.

Seit dem gab es vereinzelt gute Songs aber nichts, was auch nur im Ansatz an die beiden oben genannten Alben heranreichen konnte. Zu dem eher mäßigen Songmaterial gesellten sich peinliche Texte wie „Proud Of My Country“, die Neuvertonung bzw. Verschandelung der deutschen Nationalhymne und fragwürdige Live-Ansagen von Claus Lessmann (Juden verdienen auch heute noch am Holocaust Geld usw.).

Nach nie enden wollendem Musiker-Verschleiß, trennte man sich schließlich auch irgendwann von Lessmann. Für mich hatte die Band längst ihren Zenit überschritten und auch das 2015er Album „Glörious“ mit David Reece am Mikro wirkte wie ein letztes, schwaches Aufbäumen. Letztlich trennte man sich auch von diesem um Michael Bormann, welcher schon in den Jahren 93 und 94 ein kurzes Gastspiel hatte, als Nachfolger von Reece zu engagieren. Doch es kam alles anders und nun ist Alexx Stahl der neue Frontmann geworden. Warum, weswegen, wieso ist mir total Latte, dieser Mann macht einen fantastischen Job am Mikro und passt perfekt zu Bonfire. Manchmal erinnert seine Stimmfarbe sogar an Lessmann. Und hier sind wir auch beim neuen Album „Byte The Bullet“ angekommen an welches ich NULL Erwartungen hatte. Auch der erste Song „Locomotive Breath“ regte mich nicht unbedingt zu Freudensprüngen an. Ein nettes Jethro Tull Cover, nicht mehr und nicht weniger.

Doch irgendwann entdeckte ich „Praying 4 A Miracle“ und meine Reaktion war ungefähr so: „Okay, mhhmm….nicht schlecht. Hätte ich so nicht erwartet. *REPEAT* Ahhh der Song klingt schon sehr dufte….Chorus regt zum mitshouten an. *REPEAT* Meine Güte ist das Teil geil, vielleicht sollte ich doch mal in das komplette Album reinhören.“

Und sowohl der flotte Opener „Power Train“ als auch die Double-Bass Granate „Too Far From Heaven“ hauten mich aus den Latschen und mein Mauszeiger schwebte wie von Geisterhand gesteuert auf den „bestellen“ Button.

Das war die goldrichtige Entscheidung, denn auf „Byte The Bullet“ gibt es keinen Durchschnitt, jeder Song überzeugt. Sogar die sanfteren Töne wie in „Lonely Nights“ und „Without You“ sind bockstark.
Es spielt dabei keine Rolle ob Up-Tempo oder Stampfer. „Some Kinda Evil“ gehört zu letzterer Gattung und dieses tonnenschwere Riff packt einen sofort bei den Eiern. Schnellere Rocker wie der Titelsong oder „Reach For The Sky“ knallen auch deutlich härter aus den Boxen als man das von den Ingolstädtern gewohnt ist.

Bei dem „InstruMetal“ handelt es sich um ein Medley bekannter Klassikstücke im Rockgewand u.a. Beethovens „5te Sinfonie“, Edvard Griegs „In The Hall Of A Mountain King“ und Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“. Mir gefällt der Track total, da ich gerne ab und an klassische Musik höre und noch dazu finde ich sowas spannender als bloßes Skalengeschrubbe auf dem Gitarrenbrett. Auf stupide Soli die zum reinen Selbstzweck verkommen verzichtet das Gitarren-Gespann aus Ziller/Pane auf dem ganzen Album und liefert stets songdienliche Gitarrenarbeit mit der richtigen Mischung aus Melodie und Anspruch.

Oben drauf gibt es als Bonustrack nochmal den „Fireworks“ Klassiker „Sweet Obsession“, re-recorded mit Alexx Stahl am Mikro. Und auch hier stellt sich Alexx als wahrer Glücksgriff heraus denn man vermisst Lessmann zu keiner einzigen Sekunde.

Man kann Bonfire nur zu diesem großartigen Album gratulieren, denn ich bin sicher nicht der Einzige der die Band schon lange abgeschrieben hat. Zu früh offensichtlich denn wie heißt es so schön? Totgeglaubte leben länger.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 27, 2017 2:10 PM MEST


Gods of Violence
Gods of Violence
Preis: EUR 11,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der erste Anwärter auf das Album des Jahres., 5. Februar 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gods of Violence (MP3-Download)
Seit Veröffentlichung rotiert nun "Gods Of Violence" in meinem heimischen CD-Schacht, Auto, Smartphone whatever und nun kann ich es mir einfach nicht nehmen lassen, dazu ein paar Sätze zu schreiben. Kreator habe ich erst zur "Hordes Of Chaos" Platte richtig kennengelernt, also recht spät. Diese hatte mich damals allerdings komplett weggeblasen. Produktion, Härte, Geschwindigkeit, Spielfreude, alles war auf dem höchsten Niveau.

Natürlich wanderte dann auch pünktlich zur VÖ der Nachfolger "Phantom Antichrist" sofort ins heimische Regal. Für mich setzten Kreator nochmal einen drauf und "PA" ist für mich ein Geniestreich und moderner Meilenstein des Thrash-Metal. Besser kann man Thrash heutzutage nicht machen. Die Ausrichtung fiel deutlich melodiöser als bei "HoC" und deren Vorgängern aus aber das stand Mille und Co. ausgezeichnet zu Gesicht. Meiner Meinung nach zeichnen sich gute Thrash-Metal Bands nicht nur durch rohe Agressivität aus sondern eben auch durch die punktuell gut gesetzten melodischen Bögen.

Und nun folgt mit "Gods Of Violence" der langersehnte Nachfolger und tritt ein schweres Erbe an. Nicht von wenigen wird "Phantom Antichrist" immerhin als Kreators bestes oder zweitbestes Album in der Diskografie eingeordnet. Klar, Puristen ist das alles zu melodisch und eben jene werden auch auf dem neuen Longplayer das Kotzen kriegen denn Melodien werden auch auf "GoV" prominent eingesetzt. Trotz aller Melodie gibt es aber natürlich auch hier wieder aufs Maul. Von meinem subjektiven Empfinden her, würde ich sogar sagen, dass "GoV" deutlich härter ausfällt als "PA".

Bestes Beispiel für diese perfekte Symbiose aus Melodie und Härte ist der Song "Totalitarian Terror". Mit einem rasanten Riff und einem aggressiven Schrei prischt die Nummer nach vorne und verströmt puren Thrash. Im Pre-Chorus überrascht dann aber die melodische Wendung, welche stark an die eisernen Jungfrauen erinnert. Ist das schlimm? Ganz und gar nicht, für mich eine der besten Songs des Album! Das ganze mündet dann in einen Kreatortypischen Chorus.

Und das ist nicht die einzige Nummer in der man an Maiden erinnert wird, denn diese ziehen sich fast durch die gesamte Gitarrenarbeit. Auch "Army Of The Storms" folgt einem ähnlichen Schema - Strophe und Refrain zelebrieren Thrash während der Pre-Chorus wieder melodischer zu Werke geht. Das wirkt aber nie konstruiert oder krampfhaft auf melodisch gemünzt, sondern passt wie die Faust aufs Auge.

Etwas gemäßigter geht es in "Satan Is Real" zu. Nach erstmaligem Hören fand ich den Song etwas platt, was vor allem an dem Text liegt aber nach zweimaligem Hören packt die Nummer zu und der Nacken wird nicht geschont. Auch hier wird nicht mit maidenesken Gitarren im Chorus und Solo gegeizt und auch orchestrale Elemente finden einklang. Natürlich nicht so offensichtlich wie bei Blind Guardian oder Nightwish, mehr dezent im Hintergrund ohne die Härte zu verwässern.

Lupenreine Thrash-Nackenbrecher gibt es nicht, denn die melodischen Elemente lassen sich mal mehr und mal weniger in jedem Song finden. Gerade auch die doppelläufigen Gitarrensoli sind in fast jedem Song vertreten. Lupenreinen Knüppel-Thrash gibt es am ehesten im eröffnenden "World War Now" zu hören. Dieser hätte auch auf "Enemy Of Gods" oder "Violent Revolution" stehen können, wäre nicht auch hier wieder im Mittelpart des Songs die Melodie-Keule ausgepackt worden.

Auch sonst geben sich Kreator möglichst viel Mühe die Platte abwechslungsreich zu gestalten, seien es eingestreute akkustische Gitarren wie im Intro des Titeltracks oder im Mittelpart von "Side By Side" oder das Glockenspielartige Intro von "Lion With Eagle Wings".

Eine weitere Besonderheit stellt der Song "Fallen Brother" dar. Zum Einen sticht die Nummer stilistisch heraus, ja erinnert mich fast n bissal an Gothic oder Industrial in den Strophen und zum Anderen hat sich im letzten Drittel des Songs noch ein deutschsprachiges Gedicht versteckt, welches von dem schweizer Schlagersänger Dagobert stammt. Dieses unterstreicht die düstere Atmosphäre nochmals perfekt.

Zum krönenden Abschluss gibt es mit "Death Becomes My Light" den längsten und komplexesten Song der Platte auf die Mütze. Hier strahlen die Einflüsse der eisernen Jungfrauen wirklich aus fast jeder Note. Durch Milles Gekeife und Melodieführung steht aber natürlich trotzdem zu keiner Zeit außer Frage um welche Band es sich hier handelt. Was ich noch gar nicht erwähnt hatte, Samis Soli sind der absolute Oberhammer. Wahnsinn was für Töne der Mann aus seiner Gitarre quetscht. Ganz großes Tennis. Das soll aber die Leistung der anderen nicht schmälern, jeder Instrumentalist liefert hier einen hervorragenden Job ab.

Wie man liest, gibt es an der neuen Keator Platte eigentlich nix auszusetzen. Am ehesten vielleicht noch die sich wiederholenden metaphorischen Versatzstücke bei den Texten, die Mille immer wieder hervorkramt. Wenn man böse ist, könnte man hier von begrenztem lyrischen Reportaire sprechen aber da sich die Platte ansonsten wirklich nahe der Perfektion bewegt, lasse ich ihm das als persönlichen "Stil" durchgehen.

Für mich ist "Gods Of Violence" ein ebenbürtiger Nachfolger zu "Phantom Antichrist" geworden. Kreator erfinden sich hier zwar nicht neu, es werden nur Feinjustierungen an einzelnen Zahnrädchen vorgenommen, diese gehen aber vollends auf. Die Härte von "Hordes Of Chaos" wurde hier mit der Melodik von "Phantom Antichrist" perfekt vereint.

Es ist schon beeindruckend auf welch hohem Qualitätslevel sich die Scheiben seit "Violent Revolution" befinden und das es die Band trotzdem schafft, immer einen drauf zu setzen. Puristen werden sich natürlich wieder an den Melodien und solchen Sachen wie dem deutschen Gedicht stören aber ganz ehrlich, die sollen Curry Kings Slayer und ihr monotones Gebolze hören. Wer so einen fähigen Gitarristen wie Sami Yli-Sirniö in seinen Reihen hat, sollte diesen Trumpf auch ausspielen.

Genau das machen Kreator und liefern schon im Januar einen heissen Anwärter auf das Thrash-Album, wenn nicht sogar das Album des Jahres ab.


Sorceress
Sorceress
Preis: EUR 10,09

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eingängig und komplex - Opeth am Zenit, 24. Oktober 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sorceress (MP3-Download)
Endlich komme ich auch mal dazu, meine Worte zu "Sorceress" in Worte zu fassen. Das liegt aber nicht an der Sperrigkeit, die z.b. "Heritage" oder auch noch in etwas abgeschwächterer Form "Pale Communion" ausgemacht hatten, viel mehr an mangelnder Zeit. Dennoch will ich mir es nicht nehmen lassen, ein paar Sätze zu Opeths neuestem Output zu schreiben.

Ich vermute mal, dass ich zu der kleineren Gruppe an Opeth Hörern gehöre. Nämlich denen, die die stilistische Ausrichtung ab Heritage bevorzugen.

Da Opeth eine Band ist, die stets darauf bedacht ist, ihren Sound weiter zu entwickeln, war es eine spannende Angelegenheit in welche Richtung sich die Mannen um Bandkopf Mikael Akerfeldt denn nun bewegen werden. Eines vorneweg, es geht nicht back to the roots und auch Fans von Mikaels Growls schauen weiterhin in die Röhre. Was es aber zu hören gibt, ist ein erstaunlich eingängiges Opeth Album.

Am besten kann man das an einer Nummer wie "Era" verdeutlichen. Nach einem kurzen Piano-Intro und mit fast schon naiver Stadiontauglichkeit, rocken die Schweden hier straight nach vorne. Sowas ist in der Bandhistorie zweifelsfrei ein Novum. Und wenn ich rocken sage, dann meine ich das auch. Endlich werden wieder etwas härtere Riffs ausgepackt. Der Härtegrad früherer Alben wird natürlich nicht erreicht aber von den 3 neueren Alben, stellt "Sorceress" das härteste dar.

Aber auch beim Titelsong, "The Wilde Flowers" oder auch "Chrysalis" bleibt schon während dem ersten Hören genug im Ohr hängen um sich später beim zweiten Durchlauf schon auf diese fett pumpende palm mute Strophe in "Sorceress", den düster psychopatischen Chorus in "The Wilde Flowers" mit seinem genialen Gitarren-Solo oder auch bei "Chrysalis" auf die genialen Orgel-/ Gitarrrensoli Battles zu freuen. Nicht missverstehen, easy-listening Mucke gibt es bei Opeth nach wie vor nicht. Wir sprechen hier von Eingängigkeit im Rahmen Opeths bisheriger Diskografie.

Apropos bisherige Diskografie.
Der Grund warum ich mit den Pre-"Heritage" Alben nicht so gut klar komme liegt an den, in meinen Ohren, willkürlich zusammengeschusterten Songarrangements. Auf mich hat das immer gewirkt als ob man zwanghaft und mit aller Gewalt Idee an Idee klatschen müsse. Viele Fans haben genau diesen Aspekt an Opeth immer vergöttert aber wie bereits angesprochen, für mich wurden das erst ab "Heritage" in sich stimmige und nachvollziehbare Kompositionen. Selbst auf "Heritage" und "Pale Communion" klang das nicht so schlüssig wie hier auf "Sorceress".

Auch sanfte Klänge finden natürlich wieder Einzug, diesmal bei "Will O The Wisp" und "Sorceress 2". Ersterer entpuppt sich als lockere Akkustik Ballade mit positiven Melodiebögen und schönem Gitarren-Soli. Im letzten Drittel erst, gesellen sich Drums hinzu und bringen den Song zu einem knackigeren Schluss. Bei "Sorceress 2" handelt es sich ebenfalls um einen sehr ruhigen Song, der für leicht psychedelische Stimmung sorgt.
Zudem leitet das wirklich wunderschöne Intro "Persephone" mit seinen akkustischen Klampfen dieses Album perfekt ein und macht schon Appetit auf den Rest des Albums.

Jetzt wurde hier von mir die neu gewonnene Eingängigkeit gelobt aber was darf auf einem Opeth Album natürlich auf keinen Fall fehlen?
Genau! Die ganz harten Brocken, die man sich hart erarbeiten muss ehe sie zünden. Die Rede ist zum Einen von dem über 8-minütigen "Strange Brew" wessen Name tatsächlich Programm ist. Der Song lässt sich sage und schreibe 3 Minuten Zeit um mit einer ruhigen und fast schon, zerbrechlich zarten Atmosphäre langsam Spannung aufzubauen. Und dann kocht dieses Gebräu komplett über, es wird gefrickelt und sich an den Instrumenten ausgetobt, bis es sich am Ende schließelich wieder langsam in die Ausgangsposition bewegt und zu einem ruhigen Ende findet. Auch das darauf folgende "A Fleeting Glance" will mit seinen vertrackten Strukturen erarbeitet werden. Hier habe ich tatsächlich am längsten gebraucht, bis diese Nummer bei mir gezündet hat. Dafür aber gewaltig, denn diese Hymnen artigen Gesangsmelodien im letzten Viertel, treiben einem Gänsehaut über den ganzen Körper.

Nicht unerwähnt möchte ich an dieser Stelle "The Seventh Sojourn" lassen. Hierbei handelt es sich lediglich um ein orientalisch gehaltenes Instrumental, dieses fügt sich aber perfekt zwischen dem ruhigen "Sorceress 2" und dem komplexen "Strange Brew" ein und schlägt eine gute Brücke vom eingängigen Teil des Albums zum komplexeren.

Das abschließende Outro "Persephone (Slight Return)" greift nochmal die einleitende Klavier Melodie von "Era" auf und streut noch ein paar weibliche Sprachsamples ein.

Für mich ist "Sorceress" das bisher ausgereifteste und schlüssigste Opeth-Album. Es besitzt durch die Abwechslung, die dynamischen Wechsel zwischen härteren/softeren Stücken und plausible Track-Anordnung einen enorm hohen Spannungsbogen, welcher einen von Anfang bis Ende an die Anlage fesselt . Man könnte fast sagen "Sorceress" ist wie ein guter Film, der dich in den ersten Minuten mit seiner Atmosphäre voll in den Bann zieht und erst loslässt, nachdem man ihn komplett zu Ende gesehen hat. Es fällt einem wahrlich schwer zwischendurch zu stoppen und sich mit etwas anderem zu beschäftigen.

Für mich reiht sich "Sorceress"problemlos zu den bisherigen prog-Highlights des Jahres 2016.


The Art of Loss Ltd ed
The Art of Loss Ltd ed
Preis: EUR 25,35

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heißer Anwärter auf das Album des Jahres, 23. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Art of Loss Ltd ed (Audio CD)
Bevor ich auf die Musik von "The Art Of Loss" eingehe muss ich mal dieses geile und stilsichere Cover loben. Es ist sehr dezent aber trotzdem kraftvoll und passt perfekt zu dem Albumtitel. Metaphorisch kann man hier sicher viel diskutieren und reininterpretieren und sowas finde ich sehr spannend. Schön das es Bands gibt die auf sowas noch achten und nicht das nächste Runde Ding in der Mitte platzieren. Aber hier waren Redemption ja schon immer eine sichere Bank.
Ich habe das Album in der Special-Edition bestellt und in dieser sind sogar die Trays innen in weiß gehalten, was dem ganzen Album einen sehr edlen Look gibt. Optisch macht das Teil also schon mal ordentlich was her, wie sieht es mit der Mucke aus?

Der Titelsong führt meiner Meinung nach perfekt in das Album ein. Der coole klassische Gittarenlauf mit treibendem Doublebass Gedresche deutet schon drauf hin das hier ordentlich geklotzt wird. Die Strophe setzt gleich mit ner coolen Hook ein und Ray Alders göttlicher Stimme. Trotz des übermäßigen Zigarettenkonsums und des fortgeschrittenen
Alters zieht seine Stimme einen sofort in den Bann. Natürlich geht das hier nicht mehr in ungeahnte Falsett-Höhen aber die wärme in seiner Stimme geht runter wie eine Tasse warme Milch mit Honig. Auch der Chorus überzeugt sofort mit seiner Eingängigkeit und auch insgesamt geht die Nummer einen relativ straighten Weg ehe im letzten Drittel noch paar Spielereien versteckt sind.

Das nachfolgende "Slouching Towards Bethlehem" ist da schon von nem anderen Kaliber und wirkt die ersten Durchläufe recht sperrig. Auch hier stimmt der Spannungsaufbau und der sanfte Beginn stellt nur die Ruhe vor dem Sturm dar. Krumme Taktarten und interessante Rhyhtmen zeigen hier aber gleich mal um was für Wahnsinns-Musiker es sich bei den Jungs hinter Redemption handelt. Gut, gerade an den Saiten ist das kaum verwunderlich wenn man sich die Gäste mal durchliest - gleich 3 ex-megadether geben sich die Ehre Chris Poland, Chris Broderick und Marty Friedman.

Das vorab veröffentlichte "Damaged" dürfte wohl zusammen mit "That Golden Light" der eingängigste Song auf der Platte sein. Während ersterer metallisch nach vorne prescht, fällt "That Golden Light" etwas dezenter aus und glänzt mit einer melodiösen AOR-Schlagseite. Beide Songs sind aber absolute Ohrwürmer und krallen sich förmlich im Gehörgang fest.
Eingängigkeit bedeutet bei Redemption aber nie, dass das Songwriting auf einmal simpel ausfällt. Alle Songs sind mit kleinen Twists und spielerisch anspruchsvollen Kniffen angereichert die besonders unter Kopfhörern herausstechen.

Bei "Hope Dies Last" meint man zuerst, es gibt eine kleine Verschnaufpause in Form einer Klavier-Ballade aber falsch gedacht. Der Song braucht zwar seine 3 Minuten ehe er an Fahrt aufnimmt aber gerade das ruhige und atmosphärische erste Drittel zaubert gemeinsam mit Alders Stimme eine wohlige Gänsehaut auf den Körper. Apropos Klavier, die Keyboards sind immer dezent im Hintergrund und nie zu aufdringlich. Die Gitarren stehen klar im Vordergrund. Die Instrumentalpassagen lassen einen wiedermal nur mit offener Kinnlade zurück und zeigen wie unterbewertet diese
Band ist.

"Thirty Silver" tönt verdammt heavy und erinnert an den deftigeren Vorgänger "This Mortal Coil". Der Refrain dagegen ist etwas epischer und tragender als der Rest des Songs. Neben "Slouching Towards Bethlehem" sicherlich der härteste Song der Platte und sicherlich gut geeignet um die Kopfnackenmuskulatur zu trainieren.

Das Tempo wird bei "The Center Of The Fire" erstmal wieder auf mid-tempo gedrosselt ehe es im letzten Drittel nochmal zur Sache geht. Einfach wahnsinn was jeder einzelne der Jungs hier abziehet! Fantastisch.

Bei "Love Reign O'er Me" handelt es sich tatsächlich um einen Coversong von The Who. Ich sags immer wieder, ich bin von Coversongs nicht wirklich ein riesen Freund und schon gar nicht wenn diese Bestandteil des eigentlichen Albums sind aber dieser hier ist wirklich sehr gelungen. In erster Linie weil es Redemption tatsächlich schaffen diese Nummer wie ihre eigene klingen zu lassen und natürlich auch wegen Guest-Vocals von John Bush. Trotz alledem, wäre mir eine Eigenkomposition lieber gewesen.

Ja und jetzt kommt es, dass alles überstrahlende Highlight der gesamten CD. "At Day's End" ist einfach knapp 22 Minuten die reinste Geilerei! Diese Vocals, diese Harmonien, diese Solopassagen, dieses Feeling oder dieses Bassolo*hach* ich könnte nicht aufhören zu schwärmen. Hier ist wirklich jede Stimmungslage vertreten, so viele einzelne Ideen und Parts die miteinander verknüpft werden und trotzdem wie ein großes Ganzes zu klingen, ja das ist wahre Kunst. Auch der Text ist so herzergreifend, eine Hommage an die jahrelange Liebe zwischen zwei Menschen die sämtliche Höhen und Tiefen, Sonnen - und Schattentage ja schwierige und einfache Momente aufgreift. Dieser Text spricht mir so sehr aus der Seele, wahrscheinlich vielen die schon seit Jahren mit dem ein und selben Partner zusammen sind. Denn bei allen Problemen, Unstimmigkeiten, Streitereien und Traurigkeiten, am Ende des Tages zählt das alles nicht mehr, dennn man liebt sich. Und das alles klingt kein bisschen kitschig, kein bisschen plakativ sondern einfach wunder, wunderschön. Weitaus besser als ich das hier formulieren könnte :).

"The Art Of Loss" ist ein wundervolles Stück Musik geworden, mit allen Zutaten die eine moderne progressive-Metal Scheibe braucht. Mal sehen was Fates Warning dieses Jahr noch abliefern, ansonsten dürfte der Titel "Album des Jahres" mit großer Wahrscheinlichkeit an "The Art Of Loss" gehen.


The Astonishing
The Astonishing
Preis: EUR 9,99

58 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Astonishing polarisiert und das ist gut so!, 23. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Astonishing (Audio CD)
Nach all der Zeit, die seit Release vergangen ist traue ich mich nun ein endgültiges Urteil über "The Astonishing" abzugeben.
Immer wieder hatte ich seit dieser Zeit diesen Konzeptbrocken in meiner Anlage. Das liegt auch weniger an der Sperrigkeit, dass Album ist recht zugänglich und umschmeichelt die Ohren schon bei den ersten Hördurchläufen mit packenden Melodien. Viel mehr macht es die Masse an Songs. "The Astonishing" ist ein 34-Track umfassendes Doppelalbum mit über 2-stündiger Laufzeit und lässt sich nicht mal eben nebenbei hören und erfordert sehr viel Aufmerksamkeit. Das dieses Album etwas anders ist und sich auch nichts vergleichbares im Backkatalog der Band findet, sieht man an den recht zwiegespaltenen Meinungen und Rezensionen im Netz bzw. Magazinen.

Nicht selten liest man, dass es sich hier um das schlechteste Dream Theater Album überhaupt handelt. Einen Kritikpunkt über den man beim Lesen immer wieder stolpert ist die angeblich plakative Story. Da frage ich mich tatsächlich, was die Leute von einem Musik-Album erwarten? Klar gibt es Parallelen zu Büchern, Filmen und TV-Serien aber das ist doch normal das man sich inspirieren lässt. Es ist eine klassische Geschichte, wo am Ende das Gute in Form eines Auserwählten mit besonderen Fähigkeiten über das Böse siegt. Das ist an sich auch wirklich nichts neues und es gibt hunderte von Filmen die einen ähnlichen Plott aufweisen. Interessant wird das Ganze durch den Ansatz, dass es in dieser dystopischen Zukunft, keine von Menschenhand kreierte Musik mehr gibt und ausschließlich von Maschinen, sogenannten "Nomacs" erschaffen wird. Und genau das ist der interessanteste Aspekt an der Geschichte, welche sich mit einem leicht kritischen Ton an unsere
heutige Gesellschaft wendet. Durch den Technikfortschritt in den letzten 15 Jahren und den heutigen Lifestyle gerät der klassische Gedanke an Musik immer mehr in den Hintergrund. Immer mehr Menschen betrachten Musik als reines Konsumgut, welche Terabyte-weise aus dem Internet geladen wird. Komplette Alben werden schon gar nicht mehr gekauft, im besten Fall noch einzelne Songs im I-Tunesstore, im schlimmsten Fall werden sich bei Spotify Playlists zusammengeklickt und gestreamt. Aber nicht nur der Konsument allein ist schuld daran, auch die Musikindustrie überschwemmt den Markt mit schnell und billig hergestellter, seelenloser Musik. Es wird gar nichts in talentierte Nachwuchskünstler investiert, ausschließlich in gut vermarktbare Produkte mit geringem Kostenaufwand und maximaler Gewinnspanne. Es gibt in jedem Musik-Genre so viele talentierte und begabte Bands da draußen , die jahrelang ihre mühsam abgesparten Instrumente üben, sich den Arsch für ihre Musik aufreissen und dann vor nichtmal 100 Leuten spielen. Dagegen sind Massenevents von angesagten DJ's die ihr Mac-Book aufklappen und überspitzt formuliert, die playtaste betätigen, restlos ausverkauft. All diese Fragen stellt "The Astonishing" und es ist definitiv ein Statement von Dream Theater in dieser heutigen Zeit so ein Album auf den Markt zu werfen. Wem all das zu abgedroschen ist, sollte sich fragen ober im richtigen Medium unterwegs ist und vielleicht lieber ein Buch lesen, denn besser lässt sich so eine Story mit Musik kaum erzählen.

Der zweite große Kritikpunkt ist die fehlende Härte in der Musik. An diese Leute kann ich nur appellieren sich auch mal mit dem restlichen Schaffenswerk von Drem Theater zu beschäftigen und nicht nur "Train Of Thought" als Maßstab zu setzen. Abgesehen von diesem hat sich Dream Theater nie ausschließlich durch brachiale Härte ausgezeichnet sondern durch virtuose Spielweise, Gänshautmomente und wunderschöne Melodien. Und all das findet man auf "The Astonishing" eben so. Man muss sich nur reinhören und Zeit nehmen. Was mich auch "astonishen" lässt, dass die Songs auch theoretisch einzeln funktionieren. Aber wer will das schon bei so einem durchgängig exzellenten Werk wie hier. Zuerst möchte ich mal James LaBrie loben, der hier wieder mal nach ganzem Maaß abliefert. Es ist nicht nur eine Meisterleistung, dass er alle Charaktere ausgezeichnet singt sondern das er es auch schafft diesen (so gut wie möglich) eine eigene Klangfarbe der Stimme zu verpassen. Das ganze dann auch noch komplett einwandfrei Live zu performen, setzt dem ganzen die Krone auf. Ich finde es gut das auf Gastsänger verzichtet wurde, da jeder Charakter in der Story ziemlich viel Platz einnimmt und man zu 3/4 James gar nicht gehört hätte, würde er nur eine Gesangsrolle übernehmen. Und das fände ich auf einem offiziellen Dream Theater Album ziemlich scheisse, da James für mich ein unverzichtbares Wiedererkennungsmerkmal dieser Band ist. Was sich auf den letzten beiden Alben schon positiv herauskristallisierte, ist die Songdienlichkeit der Band. Bitte nicht falsch verstehen, gefrickelt wird hier auch noch aber das ist wieder viel besser in die Songs eingebettet als zu Zeiten von "The Six Degrees Of Inner Turbulence" bis einschließlich "Black Clouds & Silver Linings". Reines Skalengewichse hört man hier weder von Herrn Petrucci noch von Herrn Rudess. Auch lässt Jordan weiterhin seine spacig-nervigen Keyboardsounds daheim und beschränkt sich überwiegend auf natürliche Sounds. Mangini und Myung liefern ab wie eh und je. Ein paar Neuerungen gibt es im Sound trotzdem. Zum Einen spielt hier über die komplette Albumlänge ein Orchester mit, was ein Novum darstellt, sowie echte Chorgesänge. Auf dem letzten, selbst betitelten Album gab es mit dem Intro und "Illumination Theory" diese Orchestralen Einlagen, die mir unheimlich gut gefielen. Ich glaube man könnte auch "The Astonishing" wie eine Symbiose aus diesem und dem Titeltrack von "Six Degrees Of Inner Turbulence" beschreiben. Wer dies mochte, dürfte eigentlich auch mit dem neuen Werk gut klar kommen.

Oft polarisieren die genialsten Alben einer Band und das trifft auch im Falle von "The Astonishing" zu. Ich kann nur hoffen das dieses Werk irgendwann diesen Zuspruch bekommt, den es eigentlich verdient. Dream Theater haben tatsächlich versucht hier aus dem selbst gesteckten Rahmen auszubrechen und etwas neues im Bandkontext zu versuchen und genau das zeichnet progressiv Metal aus. Wie schon oben erwähnt, ist das nicht einfach nur ein normales Konzeptalbum einer Progressive-Metal Band, nein, es ist ein Statement an die modernen Musikkonsumenten und an die heutige Musikindustrie verpackt in eine Fantasystory und 130 Minuten mitreissender Musik. Gebt diesem Meisterwerk wirklich paar Durchläufe mehr, es rentiert sich. Denn wegen den gruseligen und seelenlosen Nomac-Sounds mit denen wir oft im täglichen Radio-Programm gequält werden, sollten wir für jeden erlösenden Gabriel da draußen dankbar sein - Dream Theater ist einer von ihnen.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 6, 2016 3:07 PM MEST


Ghostlights
Ghostlights
Preis: EUR 23,74

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viel Licht, wenig Schatten, 29. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ghostlights (Audio CD)
Tobias Sammet und sein Avantasia Projekt sind zurück und auch diesmal gibt es, wie eigentlich gewohnt, erstklassigen Ohrenschmaus Melodic Rock bzw. Melodic Metal.
Das grandiose "Mystery Of Time" Album, welches ich für Tobis absolute Meisterleistung und das bisher beste Avantasia Album halte, schürten natürlich große Vorfreude aber auch eine unermessliche Erwartungshaltung an den Nachfolger "Ghostlights".
Nach den bereits im Vorfeld veröffentlichten Songs "Mystery Of A Blood Red Rose" und dem Titel gebenden "Ghostlights" wurde das ganze nicht besser und ich dachte wirklich das Tobi die übermenschlich hoch gesetzte Messlatte von "The Mystery Of Time" überspringen würde.

Ersterer eröffnet das Album und stellt eine megaeingängige und unüberhörbare Homage an Meat Loaf und "Bat Out Of Hell" dar. Schade das der Fleischklopps sich nicht selbst die Ehre geben wollte diesen für Avantasia einzusingen aber zum Glück ist das nur ein kleiner Wermutstropen denn auch Tobi singt diesen Song wunderbar.
Bei "Ghostlights" erwartet uns wiedereinmal eine typische Up-Tempo Verneigung vor den klassischen Helloweenhymnen ala "Eagle Fly Free" oder "March Of Time". Wenig überraschend wird dieser von Michael Kiske gesungen, der mal wieder zeigt, dass er am Mikro zu der absoluten Speerspitze im gesamten Rock/Metal Bereich gehört. Aber auch der großartige Jorn Lande darf in diesem Song kurz auf eine Bridge vorbeischauen. Für mich definitiv eines der Albumhighlights.
"Unchain The Light" schlägt in die gleiche Kerbe, auch qualitativ, diesmal allerdings mit Ronny Atkins statt Jorn am Mikro. Theoretisch kann man natürlich kritisieren das man auf jeder Avantasia Platte so ähnliche Songs, mit einem ähnlichen Schema vorfindet und Herr Sammet sich da selbst zitiert. Aber solange diese Spaß machen und qualitativ so hochwertig bleiben, gibt es da eigentlich nichts zu bemängeln. Ein weiteres Highlight stellt die Halbballade "Lucifer" dar, intoniert von einem atemberaubenden Jorn Lande. Während die erste Hälfte des Songs nur von Piano und Gesang getragen wird, entwickelt sich das in der zweiten Hälfte zu einem Rocksong mit Dampf und Power. Beide Hälften meistert Jorn perfekt und lässt sämtliche Kinnladen auf den Boden knallen. Was für eine geile Stimme. Auch mal ein Kompliment an die Instrumentalisten auf der Scheibe, sie machen einen hervorragenden Job. Es ist auch schön zu hören wie Sascha Paeth von Album zu Album eine Steigerung an der Gitarre hinlegt. Gefiel mir seine Soloarbeit bei der Scarecrow-Trilogie nur bedingt, ist das jetzt komplett anders. Ja, er soliert wesentlich stimmiger, kreativer und virtuoser.

Zu den Highlights könnte auch "Let The Storm Descent Upon You" gehören. Sicher tut er das in gewisser Weise und über weite Strecken schon aber irgendwie wird mich hier das Gefühl nicht los, dass dieser etwas zu sehr in die Länge aufgeblasen wurde. Der getragene Mittelteil z.B. nimmt dem Song seinen Drive. Wesentlich spannender hat Tobi das damals bei "The Scarecrow" hinbekommen aber so einen Song schreibt man sicher nicht alle Tage. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen aber gut, was solls, deswegen ist der Song natürlich trotzdem immer noch verdammt gut.

Auf jedenfall Erwähnenswert sind auch noch "Master Of The Pendulum" mit Marco Hietala, welches wohl eins der härtesten Avantasia Stücke überhaupt darstellt und im Refrain etwas an - wer hätte es bei dem Gastsänger auch erwartet - Nightwish erinnert. Marcos Stimme passt hervorragend zu dem Song obwohl ich ihn sonst nicht unbedingt zu meinen Favoriten-Sängern zählen würde und bei Nightwish sogar eher für einen Störfaktor halte. Während "Draconian Love", "Babylon Vampyres" und "A Restless Heart And Obsidian Skies" noch gute Kost darstellen aber im Schatten der genannten Höhepunkte stehen, gibt es noch einige Dinge die mir nicht so recht gefallen wollen.

Etwas störend empfinde ich die Songreihenfolge, die dem Albumfluss meiner Meinung nach, ziemlich schaden. Nach dem zu langen 12-minütigen Brocken der, wie weiter oben schon erwähnt, in der Mitte den Drive verliert, folgt das schleppende "The Haunting". Dieser wäre an sich gar nicht so schlecht, würde er nicht direkt nach "Let The Storm Descent Upon You" stehen. Eine Up-Tempo Nummer bzw. etwas mit mehr Pepp hätte sich da eher angeboten. Gut, die ungünstige Positionierung von "The Haunted" könnte man noch verschmerzen aber mit dem sperrigen und ebenfalls schleppenden "Seduction Of Decay" wird jeglicher Flow gekillt. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass auch dieser Song mit 8 Minuten viel zu lang geraten ist und sich wie ein Kaugummi hinzieht. Mag sein, dass der ein oder andere das als kleinkariert empfindet, mir trübt das den Hörgenuss maßgeblich. Als hätte jemand bei schneller Fahrt, volle Kanne die Handbremse reingeknallt. Natürlich ist "Ghoslights" ein Konzeptalbum mit durchgehender Geschichte und diese muss sich natürlich auch in der richtigen Reihenfolge abspielen aber das hat Tobi auf jedem anderen Avantasia Album wesentlich besser hinbekommen. Wenigstens zeigt Geoff Tate in "Seduction Of Decay", dass ers doch noch drauf hat im Gegensatz zu seinem Armutszeugnis "The Key".

Ja und leider hat sich mit "The Isle Of Evermore" ein Totalausfall eingeschlichen, mit dem ich bis zum heutigen Tage gar nichts anzufangen weiß. Langweilig und monoton sind die Attribute die mir hierzu einfallen. Das liegt aber nicht an Sharon Den Adel die hier trotz der missglückten Vorlage eine tolle Performance abliefert.

Alles in Allem handelt es sich hier um ein gelungenes Avantasia Album mit paar Schwächen, welches nicht an die Diskographie Highlights "The Scarecrow" und vor allem "Mystery Of Time" heranreicht sich aber auf einem ordentlichen dritten Platz einreiht und in etwa auf Augenhöhe mit "The Wicked Symphony" steht. 4/5 Stars :)


Silence in the Snow
Silence in the Snow
Preis: EUR 14,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder auf Kurs!!!, 13. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Silence in the Snow (Audio CD)
Ich war so gar nicht in Stimmung für ne neue Trivium Platte. Nach der überragenden "Shogun" und dem wirklich guten Nachfolger "In Waves" kam in Form von "Vengeance Falls" leider eine uninspirierte und stinklangweilige Platte. Was mir an Trivium immer gefiel war die stete Entwicklung ihres Sounds, man hat quasi nie die gleiche Platte zweimal veröffentlicht. Während "Ember To Inferno" und "Ascendancy" stilistisch noch die langweiligsten Platten darstellen (reiner Metal-Core), wurde es ab "The Crusade" spannender, da man auf Growls und Screams verzichtete und neben den typischen eingängigen Trivium-Melodien einen hohen Anteil an Thrash-Metal Elementen implementierte. Und von da an, stand jede Platte stilistisch für sich. "Shogun" klingt ganz anders als "The Crusade", "In Waves" widerum ganz anders als "Shogun". Leider hat man diese Entwicklung auf "Vengeance Falls" nicht mehr gehört.. Klar, es wurden weniger Growls eingesetzt aber ansonsten klang das Ganze doch wie eine durchschnittlichere Variante von "In Waves". Egal! Trotz der steten Weiterentwicklung haben Trivium ihren Stil und man erkennt trotzdem, dass es sich um einen Trivium Song handelt. Die Melodie-Phrasierungen, die Gitarrenriffs, Heafys prägnante Stimme und die melodischen Gitarrensoli. All das macht für mich den Sound von Trivium aus. Warum dieses lange Vorwort? Weil "Silence In The Snow" einige Sachen anders macht, als die bisherigen Trivium Platten. Zum Einen wird auf diesem Album wieder komplett auf Growls bzw. Screams verzichtet, man hört ausschließlich Matts Singstimme. Zum Anderen sind die Songstrukturen etwas simpler gehalten und man hat auch den Härtegrad zugunsten melodischerer Songs etwas zurückgefahren. Pop-Musik machen Trivium aber auch im Jahr 2015 nicht! Wer sich die Gitarrenarbeit von z.b. "Dead And Gone" oder auch in "The Ghost That's Haunting You" anhört, sollte relativ schnell merken, dass hier eindeutig Metal gezockt wird.

Da diese Diskussion "Keine Screams=Pop=Ausverkauf" eh schwachsinnig ist, gehen wir mal zu den Songs über, denn egal ob Pop, Metal oder Volksmusik, hier liegt die wahre Stärke von "Silence In The Snow". Es reiht sich Hit an Hit! Es gibt keinen Ausfall zu verzeichnen. Egal ob man jetzt den Titelsong, die zwei oben angemerkten Songs oder das etwas ruhigere "Until The World Goes Cold" als Anspieltipp nennt, jeder Song wartet mit geilen Melodien auf und Matt Heafys bester Gesangsleistung bis dato. Auch "Rise Above The Tides" ist so ein megaeingängiges Brett, wer hier nach dem zweiten Hörer nicht mitsingt und abgehen will ist taub ey :). "Silence In The Snow" ist von vorne bis hinten einfach ein extrem gutes Stück Musik geworden welches an die Großtaten "Shogun" und "In Waves" nahtlos anknüpfen kann. Bitte legt die Scheuklappen ab und hört mal rein, dieses Album hat es wirklich verdient.

Leider gibt es trotz der genialen Musik einige unschöne Sachen. Diese hängen nicht zwingend mit Trivium zusammen sondern mit der Veröffentlichungspolitik von Roadrunner. Die sogenannte "Deluxe" Edition dieses Albums unterscheidet sich einzig und allein durch die zwei, verdammt starken Bonustracks "Cease All Your Fire" und "The Darkness Of My Mind". Ansonsten gibt es keinerlei Unterschiede zur normalen Version. Kein Digipack, kein dickeres Booklet, kein anderes Cover, keine Bonus CD/DVD, gaaar nichts und dies dann trotzdem für nen stolzen Anfangspreis von 19,99 €. Die Bonustracks hätten einfach auf die ganz normale Version gehört und fertig, denn die Deluxe-Edition ist absolut überflüssig und braucht kein Schwein. Mittlerweile hat sich der Preis auf 17,99 € gesenkt und die Deluxe-Variante kostet nun genau so viel wie das Album ohne Bonustracks, was das ganze noch überflüssiger macht. Der Sinn erschließt sich mir einfach nicht. Das nächste Ärgernis was mich zur Weißglut treibt,sind die fehlenden Texte im Booklet. Auch in der megasuperduper Deluxe Edition fehlt von sämtlichen Texten jede Spur. Das ist einfach nur ein schlechter Witz Roadrunner. Wie ne Special Edition auszusehen hat sieht man bei "In Waves" . Da gab es ne Bonus-DVD, Bonustracks und auch noch ein edles Digipack mit allen Texten im Booklet, für ebenfalls knappe 20,- €. Schade, dass man es versäumt hat "Silence In The Snow" mit einer Deluxe-Variante auszustatten, die diesen Namen auch verdient hätte.

Musik Top, Veröffentlichungspolitik Flop!


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