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œ
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Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab? Postkartenbuch
Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab? Postkartenbuch
von Sam McBratney
  Broschiert

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So süß! So unglaublich süß und ausserdem eine ausgezeichnete Postkartenqualität., 12. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Motive in diesem Postkartenbuch folgen den Jahreszeiten. Großer und kleiner Hase spielend auf einer grünen Wiese, beim Entdecken der Ostereier, in der Nacht bei Mondenschein. Allein beim Erkunden der Blumen, beim Betrachten eines Marienkäfers, beim Toben durch heruntergefallenes Laub. Oder zusammen beim Betrachten der verschneiten Landschaft. Auf der Vorderseite der Karten ist kein Text enthalten, nur die Bilder, und die sind wirklich allerliebst. Eher pastellige Farben. Das helle Braun des Hasenfells, hellgrüne Wiesen, hellblauer Hintergrund. Leuchtende Farbtupfer durch den knallroten Marienkäfer oder farbige Blüten.

Die Formalitäten:

- Zwanzig unterschiedliche Motive.
- In bester, allerbester Postkartenqualität.
- Sehr stabiler Postkartenkarton.
- Gewicht einer Karte ca. 6,5 Gramm.
- Ca. 11,9 x 16,4 cm groß.
- Abgerundete Ecken.
- Sehr gute Farb- und Druckqualität.
- Adresszeilen auf der Adressseite.

Mein Fazit:
Fast zu schade zum Versenden. Wunderschöne Motive in bester Postkartenqualität.Ganz klar Höchstnote.


Ich liebe Dior!: Eine charmante Komödie um verrückte Anwälte, liebenswerte Freunde und den ganz besonderen Mann
Ich liebe Dior!: Eine charmante Komödie um verrückte Anwälte, liebenswerte Freunde und den ganz besonderen Mann
von Isabelle Laflèche
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine französische Anwältin in New York, 11. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sechs Jahre ist Catherine in der Pariser Niederlassung von Edwards & White tätig als sie die Möglichkeit erhält, nach New York zu wechseln. Einarbeitungszeit? Nicht im Lande der Cowboys. Gleich an ihrem ersten Arbeitstag wird Catherine auf Dienstreise geschickt. Koffer packen? Keine Zeit. Der Flieger startet in Kürze. Für solche Fälle stellt die Firma eine Last-Minute-Ausstattung zur Verfügung. Deodorant, Creme, Biozahnpaste und... alles was der oder die Kurzfristreisende so braucht. Der Auftrag: Ein Due Diligence, ein Prüfverfahren, wo Juristen anderen Juristen überwältigend viele Informationen und Unterlagen zuspielen, die man aber nicht kopieren darf. Notizen sind erlaubt. Catherine rödelt und rödelt und … findet schließlich einen ein Monat alten Brief der Börsenaufsicht, wo Betrugsvorwürfe gegen die Geschäftsführung und den obersten Controller aufgeführt werden. Bingo! Gleich an ihrem ersten Arbeitstag für den größten Mandanten Millionen Dollar gerettet und was noch besser ist, Catherine kann jede einzelne der vergangenen vierundzwanzig Stunden in Rechnung stellen. Willkommen in der Welt der großen amerikanischen Kanzleien (egal ob Rechtsanwälte, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer).

Die Arbeitswelt, die Isabelle Lafleche beschreibt, hat durchaus realistische Bezüge. Genügend Arbeitsstunden um Engagement zu zeigen (also viele Überstunden), dazu noch die Aufforderung, sich ehrenamtlich zu betätigen (Wann? Am Wochenende?), und gesellschaftliche Verpflichtungen, wo man möglichst neue Mandanten werben sollte. Ohne aktives Werben von Aufträgen ist das Streben nach einer Partnerschaft ein hoffnungsloser Wunsch.

Zurück zu Catherine:
Besonders liebenswert ist ihr modisch interessierter persönlicher Assistent Rikash. Einer, der ihr nicht nur im Büro den Rücken freihält, sondern der auch weiß, wo es die trendigsten Klamotten gibt.

Ansonsten gibt es im Büro noch Bonnie, eine besonders selbstbewusste Anwältin mit höchsten Ansprüchen an ihre Mitarbeiter. Antoine, der Catherine bei einem Auftrag von Dior (Dior!) mit einbezieht (und dann wieder raus schubst). Nathan, der immer noch kein Partner ist, obwohl er seit Jahren für die Firma schuftet. Intrigante Sekretärinnen. Ein verlockend sympathischer Mandant namens Jeffrey, der einen Börsengang plant, und Catherine auf ein Wochenende in die Hamptons einlädt. Ausserdem noch eine ganze Reihe weiterer Figuren. Jedoch: Nicht jeder ist, was er scheint.

Aber keine Sorge, dies ist ein Happy-End-Buch. Welcher der Kandidaten das Herz von Catherine gewinnt? Wird nicht verraten. Selber lesen ist angesagt.

Mein Fazit:
Turbulente Berufserfahrungen einer Anwältin in New York. Betrügereien, in die man sie zu verwickeln sucht, Liebesgeflüster und natürlich modische Akzente (siehe Buchtitel). Nette Unterhaltung für zwischendurch. Da das Arbeitsleben von Catherine viel Raum einnimmt, sollte man dies vor Kauf berücksichtigen.


Fröhlich bin ich sowieso
Fröhlich bin ich sowieso
von Rosi Mittermaier
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sympathisch & bodenständig …, 11. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fröhlich bin ich sowieso (Gebundene Ausgabe)
… vor allem aber eine originelle Idee für eine Autobiografie.

Von A bis Z führt uns Rosi Mittermaier durch ihr Leben. Es beginnt mit dem Almleben, An mir herumzupfen, Beginn einer Liebe und endet mit Ziegenmilch, Zivilisation in der Hütte und Ziel. Dazwischen erfährt der Leser wie das damals war, als sie sich entschloss, den Skisport aufzugeben (→ I'm for soccerplayers), und welches Geschenk Papst Benedikt XVI von ihr erhielt (→ Papst Benedikt XVI „Kann ich gut gebrauchen“). Sie erzählt, was sie 1968 in Japan erlebte (→ Speckmessen) und wie die Teezeremonie im Hause Neureuther zelebriert wird (→ Teatime mit Nymphenburg).

Einige Rezepte verlocken zum Nachkochen (zB Schweinebraten, lauwarmer Kartoffelsalat und Krautsalat). Der Tipp, wie man besonders dünne Apfelscheiben erstellt (Rezept für Apfelkuchen von Christians Schwester in → Geschenke) ist gleichzeitig genial und einfach, so dass ich mich frage, wieso ich nicht selber drauf gekommen bin. Der Kuchen selber ist übrigens auf Anhieb gelungen. Sehr lecker!

Das Geheimnis ihrer Beziehung zu Christian Neureuther ist versteckt. Liegt es daran, dass sie die selbstgemachte Johannisbeer-Himbeer-Marmelade durch ein Sieb passiert, weil er keine Kerne mag? (→ Marmelade, selbst gemacht) Oder ist der Grund darin zu suchen, dass alle Unstimmigkeiten vor dem Einschlafen aus dem Weg geräumt werden? (→ Mit mir ins Reine kommen). Vielleicht ist es aber ganz einfach: Ein paar Mal kommt auch Christian Neureuther zu Wort. Er erzählt zB die Geschichte, wie Rosi zu Schuhen von Manolo Blahnik kam (→ Jil und Manolo).

Mein Fazit:
Kindheit, Jugend, sportliche Karriere, Familienleben und mehr. Der Leser erfährt hier allerlei Wissenswertes rund um die beliebte Sportlerin. Unterhaltsam aufbereitet, abwechslungsreich gestaltet. Reichlich Bilder aus dem Familienalbum inklusive. Kurz: Klare Empfehlung.


Notizen aus Homs
Notizen aus Homs
von Jonathan Littell
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Arbeitsalltag eines Journalisten in einem Krisengebiet., 10. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Notizen aus Homs (Gebundene Ausgabe)
Jonathan Littell, Autor der Wohlgesinnten, Sohn des amerikanischen Autors Robert Littell, war im Auftrag von Le Monde in Syrien. Begleitet von Mani, einem Kollegen, der im Oktober und November 2011 schon einmal vor Ort gewesen war. Es waren Manis Kontakte, durch welche die Anreise erleichtert wurde. Des Weiteren hat Mani als Arabisch Dolmetscher fungiert.

Das Buch setzt sich zusammen aus redigierten Notizen, die sich Littell während seines Aufenthaltes gemacht hatte, sowie kursiv gesetzten ergänzenden Anmerkungen, die das Verständnis erleichtern sollen.

Es beginnt mit der Ankunft im Libanon, am 13. Januar in Beirut, am 16. Januar in Tripoli, und endet mit der Rückreise am 2. Februar. Gespräche mit Aktivisten, Besuch in Krankenhäusern. Fahrten zu neuen Treffpunkten, Angaben, was zum Frühstück, Mittagessen, etc. gereicht wurde. Dazwischen wenige Informationen zur Organisationsstruktur der Rebellen oder welche Mobilfunknetze funktionerten. Immer wieder neue Namen und Gesichter. Manchmal tauchen sie später wieder auf oder es wird auf sie Bezug genommen. Manchmal auch nicht. Mystische Sufizeremonien (dhikr). Aber halt, Littell schreibt, der Reihentanz habe keinerlei religiöse Bedeutung, solle nur eine fröhliche Demonstration sein. Scharfschützen. Verletzte, Tote und immer wieder Beerdigungen von Märtyrern (schahid). Und immer alles durcheinander. Dieser Bericht ist SEHR VERWIRREND.

Im Text werden arabische Ausdrücke verwendet. Erklärt werden sie nur einmal, das erste Mal, als Fussnote auf derselben Seite. Kein Glossar! Man benötigt also entweder ein gutes Gedächtnis oder muss blättern und suchen.

Die Rebellen in Homs wollen keinen Dschihad. Was sie wollen, ist eine militärische Intervention der NATO. Wenn die NATO nicht hilft, muss aber gegen die kufr (Ungläubigen) Krieg geführt werden. Und der Kampf gegen Israel müsse dann wieder aufgenommen werden (vgl. zB S.71 und S.143). Aber wie gesagt, eigentlich wollen sie ja nur eine NATO-Intervention.

Die Motive? Man habe friedlich demonstriert, aber die Menschen werden unterdrückt. Da habe man kämpfen müssen.

Die Mitglieder der FSA? Desertierte Soldaten, Zivilisten. Unterschiedliche Hintergründe.

Frauen? In dem Viertel Baba Amr, wo sich Littell zu Beginn aufhält, treten sie kaum in Erscheinung. Nur bei Demonstrationen sieht man sie. Offensichtlich ein konservativ geprägtes Viertel. In Khaldije sind sie präsenter. Das ist übrigens durchaus interessant. Die Beschreibungen der verschiedenen Stadtviertel. Damit man sich zurecht findet, ist am Schluss des Buches ein Stadtplan sowie eine Karte der Region abgedruckt.

Ausserdem interessant: Die Anmerkungen, in denen Littell unter anderem zu beurteilen sucht, ob jemand vertrauenswürdig ist oder übertreibt. Welche Aussagen kann der Journalist verwerten? Welche nicht? Wo versucht man Einfluss auf ihn zu nehmen? Berufsalltag eines Reportageschreibers. Wieviel Arbeit, was steckt doch in einem einzigen Artikel.

Und noch etwas ist interessant: Die Alltagsbeschreibungen der Bevölkerung. Keine Kinderspiele mit Murmeln. Diese könnten mit Schleudern als Waffen eingesetzt werden. Wenn die Armee in einem Haus Murmeln findet, verhaftet sie den Vater (vgl. S.90). Übertrieben? Was ist mit den Kieselsteinen in den Gärten und auf den Wegen?

Und noch etwas sollte man wissen:
Jonathan Littell bezieht in diesem Buch eindeutig Position für die Rebellen. Das Regime (Regierung wäre ein weniger tendenziöser Ausdruck gewesen) von Baschar al-Assad bezeichnet er als „verdorben, sklerotisch und letztendlich zum Sturz verurteilt“ (vgl. S.233).

Alles in allem ein eher verwirrender Beitrag. Der Bericht des Reportes Littell ist als Zeugnis seines Arbeitsalltages beeindruckend zu lesen. Aufgrund der teilweise einseitigen Stellungnahmen und der verwirrenden Darstellung gibt es von mir dennoch nur 3 Sterne.


Familienalbum: Roman
Familienalbum: Roman
von Penelope Lively
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Verfall des Hauses als Spiegelbild für den Verfall der Familie?, 9. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Familienalbum: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eine ungewöhnliche Familie: Sechs Kinder, zwei Eltern und ein Au-pair-Mädchen, das nach vierzig Jahren immer noch da ist und im Garten Spargel anbaut. Charles, der schreibende Vater. Alison, die leidenschaftlich (und gut) kochende Mutter, die so gerne Rezepte tauscht und Kochkurse gibt. Ingrid, das Au-pair mit grünem Daumen, die mit einer exzellenten Beobachtungsgabe ausgestattet ist, und mit einem Sinn für Geheimnisse, die nur ihr gehören. Wer einst das Manuskript des Familienoberhauptes zerschnitten hat … sie weiß es. Dass Sandra ihre ältere Schwester an deren Geburtstag so geschubst hat, dass eine Narbe übrig blieb, … Ingrid hat es gesehen. Als Einzige.

Die Kinder. Paul, der Älteste, Liebling der Mutter, mit dem Vater im Dauerdisput. In jungen Jahren Drogenprobleme. Eine Karriere als Fahrradkurier. Zwei Jahre als Hausmeister an einer Schule. Irgendwann später ein Job im Gartencenter. Dass eine frühere Bekannte von ihm gegen seinen Willen sein Kind abgetrieben hat, daran denkt er noch heute.

Gina, die Karriere als Fernsehreporterin gemacht hat. Sie reist durch die Weltgeschichte. Heute Irak. Morgen Südafrika. Und übermorgen?

Roger, der Kinderarzt, der mit einer chinesischstämmigen Kanadierin in Toronto lebt.

Katie, mit einem Amerikaner verheiratet. Sie wünscht sich sehnlichst ein Kind. Aber ach, künstliche Befruchtung und alle möglichen Tests haben nichts geholfen. Sie hat zu ihrem Leidwesen nichts von der Harperschen Fruchtbarkeit geerbt.

Sandra, die Ex-Modejournalistin, hat hingegen zwei Abtreibungen hinter sich. In Rom ist sie Geschäftsführerin einer Boutique.

Und Clare, das Nesthäkchen. Die Jüngste, die äusserlich so ganz anders aussieht als ihre Geschwister. Wohnsitz in Frankreich. Eine Tänzerin. Sie tourt mit ihrer Compagnie durch aller Herren Länder.

„Das Haus hört alles. Das Haus weiß Bescheid. Es weiß alles, was hier gesagt, was getan worden ist.“ (89)

Das Haus. Allersmead. Ein Haus als heimlicher Protagonist? Ein herrschaftliches Anwesen mit tausend Quadratmeter Grund. Perfekt für eine Großfamilie mit Hund. Zwischenzeitlich allerdings etwas heruntergekommen. Es tropft durch's Dach. Auch anderweitig besteht Renovierungsbedarf. Der Verfall des Hauses als Spiegelbild für den Verfall der Familie?

Das Haus. Zeuge des Familienlebens. Die Kellerspiele der Kinder. Der deutsche Austauschschüler – ein Fall kultureller Inkompatibilität. Die Feier zum 25-jährigen Hochzeitsjubiläum der Eltern. Besucher der Kinder im Hier und Heute. Vergangenheit und Gegenwart. Penelope Lively folgt keinem linearen Aufbau. Sie springt zeitlich vor und zurück. Und sie wechselt die Erzählperspektiven. Im großen und ganzen bleibt es dennoch übersichtlich. Ich hatte jedenfalls kein Problem der Geschichte zu folgen. Wenn ein und dieselbe Begebenheit von verschiedenen Personen wiedergegeben wird, zeigt dies wie unterschiedlich Erinnerung sein kann. Nach und nach entsteht das Bild einer Familie. Die fernen, früheren Ausgaben der Figuren huschen jedoch am Leser vorbei, wirklich zu fassen waren sie für mich nicht. Das liegt vielleicht auch am Erzählstil. Der klingt phasenweise (nicht immer) so:

„Ingrid machte sich eine komplizierte Flechtfrisur, deshalb kommt sie später als sonst. Katie ist schon vor ihr unten, entdeckt in der Garderobe ein Hundehäufchen und putzt es weg, damit der Hund keinen Ärger bekommt.
Roger übt in seinem Zimmer Handstand, bis Alison ihn zur Eile antreibt. Gina hört Radio, während sie...“ (39)
und so weiter
und so fort

Soll durch derartige Aufzählungen der Eindruck eines turbulenten Familienlebens erzeugt werden? Wenn ja, so hat dies bei mir nicht funktioniert. Alltägliche Banalitäten. Was soll das? Selbst das große Familiengeheimnis wird relativ schnell gelüftet. Jeder kennt es, keiner spricht es an. Erst ganz am Schluss entscheidet sich die Betroffene zu Offenheit, legt ihre Gefühle dar. Endlich! Habe ich als Leser gedacht.

„Sie wissen es. Letzten Endes wissen es alle. Sie wissen es, aber das Wissen wird unterdrückt und weggeschoben, aus den Augen, aus dem Sinn. Das Haus weiß Bescheid und schweigt, sperrt alles weg, was getan, gesagt, gedacht worden ist.“ (126)

Ist es die beste Taktik, wenn man schweigt? Ist das die Botschaft? Am Ende des Buches habe ich mich tatsächlich gefragt, was mir die Autorin eigentlich sagen will. Was bleibt von dieser Geschichte? Vertraut und gleichzeitig rätselhaft. Irgendwie undurchdringlich. Vielleicht komme ich später drauf. Manche Dinge brauche Zeit …

Deswegen von mir 4 Sterne.


Russia and the Arabs: Behind the Scenes in the Middle East from the Cold War to the Present: Behind the Scenes in the Middle East from the Cold War to Now
Russia and the Arabs: Behind the Scenes in the Middle East from the Cold War to the Present: Behind the Scenes in the Middle East from the Cold War to Now
von Yevgeny Primakov
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jahrzehntelange Berufserfahrung im Nahen und Mittleren Osten, 8. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Yevgeny Primakov war Prawda-Korrespondent und Sonderkorrespondent von TASS. Er war Direktor des Orientinstitutes der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften, Chef der Auslandsabteilung des KGB, Aussenminister und Premierminister unter Jelzin. Er traf Saddam Hussein im Januar 1970, um die Kurdenfrage zu diskutieren. Saddam war in der damaligen irakischen Regierung für die Kurden zuständig. Noch keine Führungsposition, nur ein einfacher Ansprechpartner für den Journalisten Primakov (vgl. S.332). 1983 traf Primakov den irakischen Machthaber in seiner Funktion als Direktor des Orientinstitutes (vgl. S.54) und 2003 war er Sonderbeauftragter von Putin. Drei Wochen vor der amerikanischen Invasion unterbreitete er Saddam Hussein einen Lösungsvorschlag, auf welchen der irakische Präsident jedoch nicht einging.

Der Sechs-Tage-Krieg, der Yom Kippur Krieg, der israelisch-ägyptische Friedensvertrag, die Annährung durch Nasser, die Entfremdung unter Sadat, der Libanon, die Kurdenfrage, das Phänomen Arafat, Saddam Hussein und noch ein paar andere Themen werden angesprochen. Das vollständige Inhaltsverzeichnis finden Sie, wenn Sie die Blick-ins-Buch-Funktion nutzen.

Primakov erklärt die allgemein bekannten geschichtlichen Hintergründe. Daneben beschreibt er Vorgänge, die ihm aufgrund von seinen verschiedenen Tätigkeiten bekannt sind. Dazu zählen insbesondere Treffen mit Repräsentanten von verschiedenen Ländern sowie Berichte, die er für das Politbüro oder andere sowjetische Behörden verfasst hat. Und er erzählt von seinen Missionen. Die Annäherung Israels und der Sowjetunion zum Beispiel. Golda Meir hatte über den finnischen Aussenminister um ein Treffen gebeten: „anytime, any place, at any level – for an exchange of views about the situation in the Middle East.“ (263) Und wer wurde mit den ersten Gesprächen beauftragt? Natürlich Primakov. Unter konspirativen Bedingungen reiste er nach Tel Aviv. Oder der Bericht, den Primakov 1971 über den ägyptischen Präsidenten Sadat verfasste, in dem er Zweifel an dessen Loyalität aufwarf. Etwas, das man damals in Moskau nicht hören (und nicht glauben) wollte, das sich aber später als wahr herausstellte. In diesem Fall und auch anderweitig zitiert Primakov oder fasst seine früheren Berichte zusammen.

Besonders interessant fand ich persönlich die fehlgeschlagenen Initiativen oder Verhandlungen, die Gespräche hinter verschlossenen Türen. Also das, worüber man normalerweise in der Presse nichts liest. Primakov äussert sich mitunter sehr offen über Vergangenes. Es bleibt nicht aus, dass er dabei auch seine Meinung über die Amerikaner freizügig äussert.

Über Al-Qaeda: „... used by the United States during the cold war – with, as it turns out, no thought to the consequences.“ (17)

Über die US-Invasion im Irak, Originalton Condoleezza Rice: „Don't worry – firstly there has not yet been any political decision, and secondly, if we do strike, we've thought it all through.“ Alles durchdacht? Wirklich?

Mein Fazit:
Alles in allem fand ich dieses Buch über die russisch (sowjetisch)-arabischen Beziehungen ausgesprochen interessant. Und weil der Autor immer wieder seine persönlichen Erlebnisse und Erinnerungen einfliessen lässt, ist es auch noch kurzweilig und unterhaltsam. Deswegen von mir eine Empfehlung.


Liebe kommt auf sanften Pfoten: Roman
Liebe kommt auf sanften Pfoten: Roman
von Lucy Dillon
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine zauberhafte Wohlfühlgeschichte mit Hund(en), 6. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Acht Monate ist es her seit Juliets Mann Ben unerwartet gestorben ist. Ihre große Liebe aus Jugendtagen. Fünfzehn Jahre waren die beiden zusammen. Mit 31 Witwe. Allein in einem renovierungsbedürftigen Haus, das sie und Ben vor kurzem gekauft hatten, um daraus ein Familienheim zu gestalten. Aber halt – nicht ganz allein, denn Minton der Terrier ist bei ihr. Aber leider kommt er viel zu selten bei Tageslicht ins Freie. Juliet igelt sich ein und geht bevorzugt nachts einkaufen und Gassi.

Ein unhaltbarer Zustand, finden Juliets Mutter und ihre Schwester Louise, und geben ihr Bestes, um die junge Frau nach draussen zu locken. Dabei hat gerade Louise ihre eigenen Probleme. Eine Schwangerschaft hat das Leben der erfolgreichen Staatsanwältin komplett verändert. Sie versucht die perfekte Mutter zu sein, aber der Alltag macht ihr zu schaffen. Hinzu kommen Eheprobleme. Dass sie sich gut (zu gut?) mit dem einzigen Mann aus ihrer Elterngruppe versteht, macht die Sache nicht einfacher. Im Gegenteil. Denn Michael kann nicht nur unglaublich gut zuhören … Als letzten Ausweg (und als Ablenkung) beschließt Louise, sich als Teilzeitkraft wieder ins Arbeitsleben zu stürzen.

Währenddessen nimmt Juliet endlich die Renovierungsarbeiten in Angriff. Tatkräftig unterstützt von Lorcan, der nebenan bei einer etwas lauten Familie wohnt. Vier Kinder, ein paar tierische Hausgenossen und Eltern, die in der Musikszene zuhause sind. „Emers Ehemann kennt Mark Knopfler“, stellt Juliets Mutter fest, die Lorcan natürlich gleich mal ausgefragt hat. Und nicht nur Mark Knopfler, auch noch jede Menge anderer Musikgrößen.

Ausserdem entwickelt sich Juliet zur professionellen Tiersitterin. Katzen mit Toffee im Fell, das möglichst so beseitigt werden sollte, dass die Besitzerin nichts merkt. Ein Dackelrüde, der ausbüchst, um eine Spanieldame zu beglücken. Es ist ein abwechslungsreiches Leben für Juliet. Die Fellnasen halten sie auf Trab. Erst Mutters alte Hündin Coco, dann oben erwähnter Dackel namens Hector, später dann auch seine Herzensdame, das Spanielmädchen Damson. Und eben diese Spanieldame hat ein sympathisches Herrchen. Sehr sympathisch sogar. Erstmals seit langer Zeit geht Juliet wieder aus. Aber ach! Als sie eines Tages bei Damson ist, steht ausgerechnet ihre Schwester Louise vor der Tür. Damsons Herrchen ist kein anderer als Louises Michael.

So und mehr wird nicht verraten. Wie es mit der Ehe von Louise weitergeht und wer Juliets Herz gewinnt, darf jeder selber herausfinden. Reichlich zwischenmenschliche Verwirrungen. Bezaubernde Hunde und Katzen mit manchmal eigenwilligem Verhalten. Lebensfrohe Kinder. Hilfsbereite, freundliche Nachbarn und Freunde. Sprich: jede Menge sympathischer Figuren sind hier versammelt. Lucy Dillon hat eine wunderbare Wohlfühlgeschichte geschrieben. Keine komplizierte, anspruchsvolle Literatur, sondern eine Geschichte mit ganz viel Herz. Hat mir gefallen.


Wölfe: Roman
Wölfe: Roman
von Hilary Mantel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Monumental, 5. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wölfe: Roman (Gebundene Ausgabe)
„Denn es ist eine Wahrheit … dass das Schicksal unbeständig, wankelmütig und veränderbar ist...“ (71)

England in der der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die beteiligten Figuren: Heinrich VIII, seine ersten beiden Ehefrauen, Kardinal Wolsey, Thomas Morus und andere historische Persönlichkeiten. Erzählt wird die Handlung aus der Perspektive von Thomas Cromwell.

„Und jetzt steh wieder auf.“ (13)

Mit diesen Worten beginnt die Geschichte. Thomas, von seinem Vater zusammengeschlagen, liegt am Boden. Ein kurzer Einblick in eine harte Kindheit und Jugend. Schon auf Seite 28 springt die Handlung ins Jahr 1527. 27 Jahre sind vergangen. Ein Gespräch zwischen Thomas Cromwell und Kardinal Wolsey. 33 Seiten später ein weiterer Sprung. Diesmal ins Jahr 1529. Das Haus des Kardinals wird durchsucht und alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wird von den Männern des Königs mitgenommen.

Es wundert mich nicht, wenn einige Rezensenten das Buch bereits an dieser Stelle zur Seite legen und vorzeitig beenden. Hilary Mantel mutet ihren Lesern einiges zu. Einerseits reichlich Hinweise auf das damals aktuelle Geschehen. Andererseits viele offenen Fragen. Was sich in den Jahren ereignet hat, die übersprungen werden, muss sich der Leser erst einmal erarbeiten. Einiges wird in Rückblenden ausführlich beschrieben. Anderes wird aber nur angedeutet. Dazu zählen insbesondere die Jahre, die Cromwell ausserhalb von England verbracht hat. Diese unvollständigen Informationen passen zu der Person des Thomas Cromwell, der selber auch sehr zurückhaltend mit Auskünften zu seinem Lebensweg ist. Der Kardinal will zB, dass Thomas Kontakte zu den Spanisch sprechenden Bediensteten von Heinrichs erster Gemahlin, Katharina von Aragon, knüpft. Thomas leugnet jedoch seine Sprachkenntnisse. Er könnte Leute auf Kastilisch beleidigen, aber nichts darüber hinaus. „Er muss nicht alle meine Fähigkeiten kennen“, sagt Cromwell zu seiner Frau. Und einer ähnlichen Einstellung scheint die Autorin zu folgen. Der Leser muss nicht alles von Anfang an wissen.

Um die Lücken zu füllen, ist Durchhaltevermögen und ein gutes Gedächtnis gefragt. Konzentriert lesen sollte man ohnehin. Eine Vielzahl von Figuren, die teilweise auch noch denselben Vornamen tragen, sind manchmal doch etwas verwirrend. Eine Aufstellung der Personen und die königlichen Stammbäume am Schluss des Buches helfen die Übersicht zu bewahren.

„ Hinter jeder Geschichte: eine andere Geschichte“ (83)

Zudem erzählt Hilary Mantel nicht nur die Geschichte einer königlichen Scheidung und einer Geliebten, die die erste Dame im Land werden will. Nein, hier geht es ausserdem um Intrigen und Bündnisse sowie Fragen der Religion. Des Weiteren sind die Charaktere vielschichtig ausgelegt.

„Jede Reise endet einmal, kommt an irgendeinem Pier ans Ziel, an irgendeinem nebelverhüllten Kai, wo Fackeln warten.“ (318)

Natürlich hat auch dieses Buch ein Ende. Es mag für den einen oder anderen willkürlich gewählt erscheinen. Aber die meisten werden die anschließende historische Entwicklung in England ohnehin in Grundzügen kennen. Und ausserdem hat Hilary Mantel längst eine Fortsetzung der Geschichte veröffentlicht: Falken.

Mein Fazit:
Mir persönlich hat WÖLFE gefallen. Das liegt auch daran, dass ich Bücher mag, wo ich mir die Handlung erarbeiten muss. Eine Andeutung hier, eine Information dort. Wie ein Puzzlespiel. Und detailorientiertes Lesen liegt mir sowieso. Deswegen von mir eine Empfehlung.


Das Who is Who der Bildmotive: Der Taschenführer fürs Museum
Das Who is Who der Bildmotive: Der Taschenführer fürs Museum
von Marcus Lodwick
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Antike sowie biblische bzw. religiöse Gestalten, 5. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein klasse Nachschlagewerk nicht nur zum besseren Verständnis von Gemälden in Museen, sondern auch wenn man einfach nur mehr zu einer bestimmten antiken oder biblischen/religiösen Figur wissen will. Der erste Teil widmet sich den olympischen Göttern, mythischen Helden, Fabelwesen und historischen Persönlichkeiten der Griechen und Römer. Im zweiten Teil werden berühmte Figuren der Bibel, des Frühchristentums und des Mittelalters vorgestellt. Die Gliederung erfolgt weitestgehend alphabetisch, wird aber gelegentlich auch durchbrochen. Auf Hagar und die Heilige Helena folgen erst Jakob, der Heilige Jakobus der Ältere sowie der Hl. Jakobus der Jüngere bevor der Heilige Hieronymus an der Reihe ist. Kain und Abel tauche nach dem Heiligen Benedikt von Nursia auf. Die Heilige Katharina von Alexandrien folgt dem Brüderpaar bevor es im Alphabet mit der Heiligen Cäcilia weitergeht. Wenn man eine bestimmte Figur nicht auf Anhieb im Textteil findet, lohnt ein Blick ins hintere Register oder ins vordere Inhaltsverzeichnis, um die Seite herauszufinden, wo der/die Betreffende vorgestellt wird.

Die meisten Figuren werden auf einer Seite porträtiert. Ein Bildbeispiel, eine Beschreibung, antike oder biblische Quellen, Attribute und wichtige Gemälde sind in einem separaten Merkkasten aufgeführt. Manchmal wird der Inhalt auf zwei oder mehr Seiten vor dem Leser ausgebreitet. Im Falle von Jesus Christus werden mehrere Bildbeispiele gezeigt. Worum es sich bei den Bildbeispielen handelt, kann man in den Merkkästen erkennen. Das jeweilige Gemälde ist durch einen Pfeil gekennzeichnet. Die andere wichtigen Darstellungen sind mit Aufzählungspunkten gelistet.

Zusätzlich zu den Personenbeschreibungen werden in einem Glossar wesentliche Begriffe erklärt. Von Amazonen, Apokalypse, Apokalyptische Wesen, Apokryphen bis zu Titanen, Trinität und Trojanischem Krieg.

In der Einführung erhält man Hinweise zur Nutzung und auf einer Zeitachse einen Überblick über kunstgeschichtliche Strömungen sowie historische Ereignisse.

Sehr gut gefällt mir der Flexi-Einband. Eine Art besonders stabiles Taschenbuch, nicht so starr wie ein gebundenes Buch.

Mein Fazit:
Eine feine Sache, nicht nur für Museumsbesuche, sondern auch wenn man mehr zu dieser oder jener antiken oder biblisch/religiösen Figur wissen will.


Storm Warning: Riding the Crosswinds in the Pakistan-Afghan Borderlands
Storm Warning: Riding the Crosswinds in the Pakistan-Afghan Borderlands
von Robin Brooke-Smith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 32,81

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beeindruckend! Ein autobiografischer Erlebnisbericht aus Pakistan., 3. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
We are people of different countries, faiths and races living in harmony and friendship. We work together and try to learn the secret of fellowship and peace. We hope our lives may be more useful and his spirit of helpfulness will enrich the province in which we live to the greater glory of God.
Rev R. H. Noble, Former Principal, Edwardes College
gefunden auf der Webseite der Schule

Edwardes College, Peschawar, im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet. Gegründet im Jahr 1900 als weiterführende Schule der Edwardes High School. Major General Sir Herbert Edwardes, der das Fundament für die High School gelegt hatte, war Commissioner von Peschawar. Eine Mischung von Armeeoffizier und christlichem Missionar.

Im Sommer 1995 wird die Stelle des Leiters des Edwardes College ausgeschrieben. Robin Brooke-Smith, dessen Stiefvater Michael Charlesworth einst als Prinzipal am Lawrence College in Pakistan tätig war, bewirbt sich und wird angenommen. Zunächst zieht er alleine nach Peschawar. Später folgt seine Frau. Die beiden Söhne setzen die Ausbildung in England fort.

In den vorliegenden Erinnerungen erzählt Robin von dem Alltag am College, den Stolpersteinen und Schwierigkeiten, mit denen er konfrontiert war. Eine stetige Gratwanderung, da zwei unterschiedliche Parteien versuchten, Einfluss zu nehmen. Auf der einen Seite die Kirche, der das Gelände zu weiten Teilen gehörte, auf der anderen Seite die Behörden, der Gouverneur, an den er berichten muss. Erschwert wird seine Arbeit dadurch, dass Ansprechpartner kurzfristig ausgetauscht oder ins Gefängnis geworfen werden. Pakistanische Willkür. Aus einer besonders heimtückischen Intrige kann Robin sich nur deswegen retten, weil sein Stiefvater den zweitmächtigsten Mann in Pakistan kennt: General Mahmood Ahmad, den Chef des ISI, des pakistanischen Geheimdienstes. Auch der Mann, der Kontakte zu verschiedenen Al-Kaida-Köpfen unterhalten hatte.

Afghanisch-pakistanische Grenzerfahrungen. Die Madrassen in Peschawar und die Gästehäuser Bin Ladens, die Taliban und der Tod des letzten kommunistisch geprägten Präsidenten Afghanistans Najibullah, der einst auch am Edwardes College studierte. Die ersten fünf pakistanischen Atombomben werden während der Amtszeit von Robin gezündet. Sicherheitswarnungen, Reibereien mit Indien. Eine aufregende, abenteuerliche Zeit.

Am College kann Robin eine wesentliche Veränderung durchsetzen: Im September 1999 nehmen die ersten 25 Frauen ihr Studium auf. 25 Frauen und 1600 Männer. Erst einmal müssen Anlaufschwierigkeiten gemeistert werden. Damentoiletten und separate Sportumkleidekabinen zum Beispiel. Und dann gibt es natürlich reichlich Kritik von aussen.

Des Weiteren organisiert Robin das 100-jährige Jubiläum mit Galadinner, Feuerwerk und jeder Menge Veranstaltungen.

Kurz: Es waren intensive Jahre, die Robin Brooke-Smith in Pakistan verbracht hat. Weil seine Schilderungen so überaus lebendig sind, macht es Spaß seinen Ausführungen zu folgen. Phasenweise ist es sogar regelrecht spannend. Vor allem bietet dieses Buch aber einen hervorragenden Einblick in den pakistanischen Alltag, dem Lavieren zwischen Militär, Regierung, Kirche und Extremisten.

Wem Drei Tassen Tee – Wie aus Fremden Freunde wurden von Greg Mortenson gefallen hat, der wird sicher auch von diesem Bericht begeistert sein.


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