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œ

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Heut Ist der Tag
Heut Ist der Tag
Preis: EUR 6,29

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Geschichtenerzähler, 15. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Heut Ist der Tag (Audio CD)
Oder anders ausgedrückt: Es sind die Texte, die beeindrucken. Stefan Gwildis erzählt mit seinen Songs Geschichten aus dem Hier und Heute von Menschen wie du und ich. Da ist zB GROSSER MOND (im Original YELLOW MOON von den Neville Brothers). Bei Stefan Gwildis geht es nicht mehr um eine Frau sondern um die Sanierung von Unternehmen und die Folgen von Entlassungswellen:


holli sagt ich bin n problemfall
bin schwer vermittelbar
nix zu tun ab mitte vierzig
so geht es nun das dritte jahr

als die sanierer kamen und die jongleure
der ganze zirkus mit den clowns
da war hier mehr los und die zogens durch
machten soviel wind – dass du heut noch staunst


Der Wiedererkennungswert mit dem Original ist geringfügig zumal auch die Musik eher Stefan Gwildis-typisch daherkommt. Also mit einer etwas stärkeren Betonung des Rhythmus, einem kraftvollen Schlagzeug/Percussions. So zumindest mein Eindruck. Das gilt auch für seine Bearbeitung von NATURAL MAN von Rod Stewart:


ein leben ist kurz es geht vorbei ich will frei sein
ohne ketten am bein haben oder sein
will lieben und: ich will leben wie ein richtiger Mensch
wie ein richtiger Mensch


Aus DANCING IN THE STREET wurde eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt Hamburg: TANZEN ÜBERN KIEZ. Besonders schön: ICH BIN DA (LEAN ON ME). Toll auch seine eigenen Songs oder die, welche in Zusammenarbeit mit anderen (Michy Reinecke, Anna Gwildis, Rolf Clausen) entstanden sind. Bei GEHT KLAR! musste ich schmunzeln. Ein Lied über die Aufschieberitis: warum heute, wenn es auch morgen oder übermorgen geht ;-) Echt originell.

Kurz: Hier werden Gefühle und Eindrücke thematisiert, die den Alltag vieler (oder sind es nur einiger?) Menschen betreffen. Hat mir gut gefallen. Zum Mitsingen fand ich die Lieder aber weniger geeignet. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich mir den Text nur schlecht merken konnte. Die Melodien sind in der Regel eher kraftvoll, vom Rhythmus dominiert.

Dass ich die Textauszüge klein geschrieben habe, ist kein Zufall oder Irrtum. Auch im Beiheft der CD sind alle Texte klein geschrieben.

Achtung: Hidden Track!
Um zu erfahren, was sich HINTER DEN GARDINEN verbirgt, sollte man die CD nach dem letzten Song einfach noch im Gerät lassen (nicht abschalten!). Es dauert ein wenig. Geduld schadet also nicht, wenn man den Hidden Track hören will. Es geht um Ereignisse, von denen Stefan Gwildis während einer Veranstaltung mit dem Weißen Ring gehört hat.

Ein Zufallsfund in meiner Stadtbibliothek.


Ronan
Ronan
Wird angeboten von A ENTERTAINMENT
Preis: EUR 7,87

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach schön., 10. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Ronan (Audio CD)
Eine glückliche Fügung als ich unter den ausgemusterten Ausleihmedien meiner Stadtbibliothek diese CD entdeckt habe. Einige der Hits kannte ich natürlich schon aus dem Radio, anderes war neu. Besonders positiv: Das Beiheft. Bei meiner CD ist davon zwar nur noch die erste Seite enthalten, der Rest muss irgendwann verloren gegangen sein, aber auf dieser ersten Seite ist der Text des ersten Liedes abgedruckt (Life is a rollercoaster). Wer die CD also neu kauft, erhält wahrscheinlich ein Heft mit allen Texten. Es lohnt sich meiner Meinung nach, diese genauer anzusehen. Besonders gut gefällt mir WHEN YOU SAY NOTHING AT ALL:

The smile on your face
Lets me know that you need me.
There's a truth in your eyes
Saying you'll never leave me.
The touch of your hand says you'll catch me whenever I fall.
You say it best when you say nothing at all.

Simply beautiful. So eine schöne Liebeserklärung.

Kurz und gut: Klare Höchstbewertung für Ronan von Ronan Keating.


Todeswut: Ein Inspector-Vos-Thriller
Todeswut: Ein Inspector-Vos-Thriller
von Ford, Jim
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toll!, 9. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine neue Krimiserie. Schauplatz der Handlung ist Newcastle upon Tyne im Norden Englands. Im englischen Original heißt diese Buch BUG HOUSE. Nein, nicht Bug wie Käfer oder (Abhör-)Wanze, sondern Bug als Abkürzung für den früheren, längst verstorbenen Stadtverordneten W. James Buglass, der bei der Entstehung der Stadtpolizei von Newcastle eine entscheidende Rolle gespielt hatte. BUG HOUSE, das sind die Räumlichkeiten des Major Crime Unit. Das Ermittlungsteam, welches hier im Buch zum Einsatz kommt.

Leiter der Abteilung ist Detective Chief Inspector Theo Vos. 42 Jahre alt, geschieden, ein sechszehnjähriger Sohn. Das Leben des Inspectors wird überschattet von einem schicksalhaften Einsatz, bei dem sein langjähriger Mitarbeiter und Freund Vic Entwistle so schwer verletzt wurde, dass er fortan auf den Rollstuhl angewiesen sein wird. Bei demselben Einsatz ist ein Verdächtiger ums Leben gekommen. Dessen Familie behauptet, Vos hätte ihn vom Dach gestossen. Vos leugnet, muss aber Gespräche mit einem Traumaberater führen und wird der internen Beschwerdekommission unter die Lupe genommen.
Hat er oder hat er nicht?
Fragen weicht der Inspector aus, gibt politisch korrekte Antworten. Nur am Schluss blitzt da etwas auf. Oder doch nicht? Führt er sein Gegenüber mit Absicht in die Irre? Ein reichlich undurchschaubarer Typ, dieser Theo Vos. Im Gespräch mit dem Mann von der Internen Beschwerdekommission erwähnt er zB die Narben auf dem Rücken seines Sohnes. „Aus der Zeit, als ich ihn mit meinem Gürtel verprügelt habe. Armer kleiner Mistkerl. Ich hasste seine Mutter, aber ich hätte es nicht an ihm auslassen sollen.“ Und dann: „Wie gesagt, Mr. Gilcrux, es geht Sie einen Schxxxdreck an.“ Tatsächlich hat der DCI ein ausgezeichnetes Verhältnis zu seinem Sohn. Auf dessen Geständnis, dass seine Kumpels einen Geburtstag mit Alkohol in einer Kneipe feiern wollen, antwortet Vos: „Vielleicht vertraue ich darauf, dass du dich nicht zum Idioten machst“ … „Und weil der Alkoholgenuss als Minderjähriger eine der wichtigsten Erfahrungen im Leben eines Mannes ist.“ Ein richtig cooler Dad also. Mir persönlich war der Mann jedenfalls gleich sehr sympathisch. Sicher, er eckt an, hat manchmal spezielle Umgangsformen, ist sehr direkt, aber eben auch sehr loyal.

Sein Team:
Bernice Seagram, mit 36 die Erfahrenste in der Abteilung nach dem DCI und dem verletzten Entwistle. Phil Huggins, der nach der Arbeit gerne einen trinken geht und mit einem Fuss noch im Oberstufen-Gemeinschaftsraum steht. John Fallows, der trotz seiner Ehefrau allzu oft bei den Kneipentouren mit dabei ist. Una Cattrell, die gute Seele der Abteilung, die morgens als Erste vor allen anderen an ihrem Schreibtisch sitzt. Mayson Calvert, das Cybergehirn der Abteilung, der seit seiner Kindheit nachts mit vier Stunden Schlaf auskommt, und während der Arbeit am Computer komplexe, oft atonale Symphonien für die Nasenlöcher mit verschiedenen Tempi summt. Etwas, das seine neue Kollegin Kath Ptolemy (Ersatz für den verletzten Entwistle) in den Wahnsinn treibt, weil sie daneben Daten erfassen soll. Und der stoppelbärtige Sam Severin, der undercover an einem Autobandenfall arbeitet. Es geht hier in dem Buch nämlich nicht nur um einen Todesfall. Das Major Crime Unit deckt noch weitere Bereiche ab.

Die Handlung:

Ein Toter im Garten eines venezolanischen Wunderspielers. Für zehn Millionen Pfund war Enrico Cabaljo vom Caracas FC nach Newcastle gewechselt. In fünfundzwanzig Anläufen hatte er es jedoch kein einziges Mal geschafft, ins Netz zu treffen. Grund genug für die Vereinsführung ihn nach Italien auszuleihen und nach Möglichkeiten zu suchen, um seinen Vertrag aufzulösen. Und nun liegt ein Toter in seinem Garten. Aber keine Sorge, nicht die Sportart steht hier im Mittelpunkt der Handlung. Es handelt sich nur um einen Einstieg, ein zugegebenermaßen lebendig beschriebener Einstieg, bei dem zwei Dinge auffallen. Erstens kann man nicht leugnen, dass Jim Ford ein Talent hat, seine Leser auf Irrwege zu schicken. Was wirklich hinter der Tat steckt, bleibt lange im Dunkeln. Zweitens hat der Autor ganz offensichtlich ein Faible für den Fussball. Immer wieder findet man im Laufe der Handlung Anspielungen. Das WM-Finale 66: „Wenn alle, die behaupten, sie wären dabei gewesen, die Wahrheit sagen würden, wären vierzehn Millionen Zuschauer im Stadion gewesen.“ (100f). Ein Toast auf Geoff Hurst. Oder die Sache mit dem Pokalfinale 99. „Das zweite Tor war sowas von abseits.“ (188) Ein Seitenhieb auf das ‚kollegiale‘ Verhalten der Polizisten aus Manchester. Also wie gesagt, der Fussball dient nur als Einstieg.

Zunächst tappt das Team um Detective Chief Inspector Theo Vos im Dunkeln. Man kennt die Identität des Toten nicht. Immerhin steht die Todesart schnell fest. Jemand hat Ahmed Doe (so wird der namenlose Mann politisch korrekt genannt) mit einem Elektroschocker bewegungsunfähig gemacht und dann an eine Eisenbahnbrücke gebunden. Den Rest hat der nächste Zug erledigt. Eine demonstrative Hinrichtung. Eine Lektion? Eine Botschaft? Womöglich gar eine Kriegserklärung?

Eine anatomische Besonderheit bringt das Team um Theo Vos auf eine erste Spur. Der Tote war ein Mitglied der Führungsriege der Kaplan Kirmizi, was auf Türkisch Rote Tiger bedeutet. Eine Bande deren Existenz in den fünfziger Jahren mit dem Schmuggel von Heroin nach Westeuropa begann. Heroinhandel in Newcastle? Ein beunruhigender Gedanke. So etwas gab es bislang nicht, aber offensichtlich will jemand ins Geschäft kommen.

Kurz und gut:
- Ein sympathischer Chefermittler mit Ecken und Kanten.
- Eine interessante Teamzusammensetzung.
- Jede Menge Spannung.
- Verschiedene Handlungsstränge, die zum Ende hin überraschend verknüpft werden.
- Nicht nur actionreiche Szenen, sondern auch akribische Büroarbeit (und ja, selbst das kann spannend sein!) sei es das stundenlange Überprüfen von Filmaufzeichnungen von Sicherheitskameras oder das detailorientierte Erfassung von Beweismitteln (mit Überraschungsfund, wenn man nur aufpasst).
Vor allem aber:
- Der trockene Humor, der immer wieder durchblitzt.

Für mich kam hier jedenfalls nur die Höchstbewertung in Frage. Ein riesengroßes Lob an den Mann, der das Pseudonym Jim Ford nutzt. Es soll ein ehemaliger Londoner Wirtschaftsjournalist sein, der eine eigene Nachrichtenagentur betreibt.

Es wäre toll, wenn auch die Folgebände als Taschenbuchausgaben erscheinen würden. Bislang stehen sie nur im Kindle-Format zur Verfügung und ohne dieses Gerät sowie ohne einen Internetanschluss daheim kann ich sie leider nicht lesen. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass sich das ändert, denn von Theo Vos und seinem Team würde ich sehr, sehr gerne mehr lesen.


Harmonie: Eine neue Sicht unserer Welt
Harmonie: Eine neue Sicht unserer Welt
von The Prince of Wales
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interesse für die Zukunft unserer Kinder und Enkel auf diesem gefährdeten Planeten…, 8. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
… sei seine Hauptantriebskraft beim Schreiben dieses Buches gewesen, schreibt Charles, Prince of Wales auf Seite 28. Und so geht es hier vor allem um eine Rückbesinnung, um eine ganzheitliche Lebensweise im Einklang mit der Natur. Seine Ausführungen hierzu umfassen zahlreiche unterschiedliche Themen. Klimawandel und Globalisierung, Architektur, Natur, Kultur. Der englische Thronfolger reisst vieles an, nicht alles bespricht er ausführlich. Ist das nun seicht und oberflächlich, wie ein anderer Rezensent meint? Meine Antwort lautet: Nein! Hier schreibt kein Professor oder Wissenschaftler, sondern ein Mensch teilt uns seine Lebenserfahrung mit. Dass diese nicht immer vollständig ist, liegt in der Natur der Sache. Positiv betrachtet: Man bekommt interessante Gedankenanstösse, keine ausufernde theoretische Abhandlung. Der Prinz of Wales hat mich immer wieder mit Details überrascht, von denen ich zuvor noch nicht gehört hatte, zB die Sache mit den Eichhörnchen. Das amerikanische Grauhörnchen gefährdet nicht nur den Bestand der einheimischen englischen Roten Eichhörnchen, sondern ist auch für das Verschwinden der Siebenschläfer und für den Abbau von Singvögelpopulationen verantwortlich. Was für Risiken das Einschleppen von Tieren aus anderen Regionen der Welt mit sich bringt, wird hier sehr eindrücklich und bildhaft aufgezeigt, und genau das ist die Stärke dieses Buches: die vielen Bilder, die im Gedächtnis bleiben. Dazu passt, dass es auch im Buch zahlreiche Abbildungen gibt. Dies zu kritisieren, ist für mich nicht nachvollziehbar. Gerade durch die Fotos wird der Inhalt doch lebendig gestaltet und aufgelockert.

Geballte Lebenserfahrungen, verpackt in Geschichten, das ist es, was der Leser hier findet. Zum Beispiel die Geschichte von einem christlichen Gelehrten, der als Sylvester II der erste französische Papst wurde. Es war Gerbert von Aurillac, der für die Errichtung einiger der herrlichsten Bauwerke Europas verantwortlich war. Und schon sind wir mitten im Thema der Geometrie, der Architektur. Subtile Strukturen, Muster und Ornamente. Die Wiederentdeckung alten Wissens. Was können wir daraus lernen? Der Prinz of Wales zeigt Fragen auf, bietet uns seine Antworten an. Die Mitmenschen zum Umdenken bewegen, das ist sein Ziel, und dadurch, dass er Beispiele aus seinem eigenen Leben anführt, wirkt er besonders authentisch.

Kurz und gut:
Ein Buch voller Anregungen. Man muss es nicht von vorne nach hinten lesen, sondern kann sich auch Themen heraus picken. Weg von einem mechanistischen Denken hin zu mehr Nachhaltigkeit in Einklang mit der Natur. Mich hat das sehr angesprochen. Aber das allein ist nicht für meine Empfehlung ausschlaggebend. Vor allem haben mich die vielen Geschichten begeistert, die der Prinz of Wales erzählt. Abwechslungsreich und lebendig geschrieben. Genau so sollte ein Buch sein. Ganz klar lesenswert.


Geo Epoche 18/05: London - Geschichte einer Weltstadt 1558-1945
Geo Epoche 18/05: London - Geschichte einer Weltstadt 1558-1945
von Michael Schaper
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fakten & reichlich Bildmaterial – Eine informative und unterhaltsame Mischung., 4. Dezember 2015
Ein Überblick über fast 400 Jahre Stadtgeschichte. Dass dabei Schwerpunkte gesetzt werden müssen und nicht alles berücksichtigt werden kann, liegt eigentlich auf der Hand. Insofern verstehe ich die Kritik eines anderen Rezensenten nicht. Natürlich kann man darüber diskutieren, was ein „Muss“ ist und was weggelassen werden kann. Aber egal wie viel man diskutiert, man kann es nicht jedem recht machen. Zumal die Geo-Epoche-Redakteure/Autoren ja auch innerhalb der einzelnen Themen nur Ausschnitte zeigen können. Beispiel Elisabeth I: Cay Rademacher geht ausführlich auf die Rebellion des Jahres 1601 ein. Vor den Augen des Lesers entsteht das Bild der damaligen Stadt. Man meint mitten drinnen im Geschehen zu sein. Ein anderes Kernthema des Historikers Rademacher ist das Sterben und der Tod Elisabeths. Eine makellose Inszenierung. Die Königin steht. Sechs Stunden, acht Stunden, zehn Stunden… fünfzehn Stunden dauert ihre letzte Vorstellung bevor sie sich zu Bett tragen lässt, wo sie - unfähig ein Wort zu sagen - noch ein paar Tage leidet. Das sind Bilder, die sich einprägen. Warum Cay Rademacher ausgerechnet diese Episoden ausgesucht hat? Wer weiß das schon. Auf jeden Fall schildert er die Ereignisse so eindrücklich, dass sie auch wirklich nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Und darauf kommt es doch an, oder? Bei einem Heft mit knapp 180 Seiten erwarte ich ohnehin keine umfassenden, vollständigen Informationen zur Stadtgeschichte, sondern ausgewählte Kernaussagen, und dieses Ziel hat die GEO-Epoche-Redaktion erfüllt.

Die Mischung macht es …
Elisabeth I und Victoria
Künstler: William Shakespeare und Oscar Wilde
Stadtbau: Die Baumeister der Metropole (John Nash, der das Gesicht der Stadt wie wir sie heute kennen wesentlich mitgestaltete) und die U-Bahn .
Kapitalismus: Der erste Börsencrash. Es geht um die South Sea Company, die in Südamerika Gewinne plante und nebenbei auch Staatsschulden übernehmen wollte. Leider kam alles anders als geplant. Und die Schattenwelt in der Metropole: Die body snatchers. Leichendiebe. Ein einträgliches Geschäft in den Elendsvierteln. Jedenfalls eine Zeit lang bis zu einem spektakulären Prozess im Jahre 1831.
Und und und

Es sind definitiv abwechslungsreiche Themen. Da sollte eigentlich für jeden etwas dabei sein. Die Londoner Stadtgeschichte wird anschaulich erzählt und in unzähligen Bildern gezeigt. Und genau das habe ich erwartet.

Kurz und gut:
Von meiner Seite aus eine Empfehlung für dieses GEO-Epoche-Heft.


Heilkräfte aus der Natur
Heilkräfte aus der Natur
von Karen Sullivan
  Gebundene Ausgabe
Wird angeboten von maternusbuchkoeln
Preis: EUR 19,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Einstieg in die Welt der alternativen Heilmethoden., 3. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heilkräfte aus der Natur (Gebundene Ausgabe)
Am ehesten für Familien mit Kindern geeignet. Das war jedenfalls mein Eindruck. Wer das Buch so wie ich kauft, um sich zielorientierter zu ernähren, wird womöglich nicht ganz so zufrieden sein.

Der Inhalt:
Es beginnt mit einer Einführung in unterschiedliche alternative Heilmethoden. Angesprochen werden: Kräuterheilkunde, Homöopathie, Blütentherapie, Aromatherapie und zuletzt die Lebensmittelapotheke (also das, weswegen ich das Buch gekauft hatte). Man erfährt, worum es sich bei diesen Heilmethoden handelt, also zB den geschichtlichen Hintergrund, wer federführend in der Entwicklung der jeweiligen Methode war, etc. Des Weiteren werden konkrete und praktische Anleitungen gegeben, zB wie man Tinkturen oder Ölauszüge selber herstellen kann. Diese Anleitungen sind sehr transparent in Wort und Bild.
Allerdings ist mir auch aufgefallen, dass die Informationen im Bereich der Lebensmittelapotheke sehr oberflächlich waren. Bei den anderen Heilmethoden kann ich den Informationswert nur bedingt bewerten, da ich mich dort zu wenig auskenne.

Weiter geht es mit den häufigsten Krankheiten.
Beginnend mit dem Immunsystem, dann das Kreislaufsystem, das Atmungssystem, etc. bis hin zu den Kinderkrankheiten wie Windpocken, Masern und Co. Optisch aufwendig gestaltet. In separaten Merkkästen werden Therapiemöglichkeiten aufgezeigt. Die Informationen waren mir persönlich aber teilweise zu oberflächlich. So wird zB im Falle des Kreislaufsystems noch nicht einmal auf die beiden unterschiedlichen Cholesterinarten eingegangen. Ausführlicher sind die Kinderkrankheiten dargestellt. Sind die Zielkunden der Autorin hauptsächlich Familien mit Kindern?

Im dritten Teil werden schließlich verschiedene pflanzliche und tierische Grundstoffe, Metalle, Gewebesalze und Mineralstoffe sowie zuletzt Nahrungsmittel präsentiert. Sortiert nach lateinischen Bezeichnungen in alphabetischer Reihenfolge (es gibt aber ganz hinten ein Register zum Suchen, wenn man den lateinischen Namen nicht kennt). Chemische und mineralische Substanzen sowie Lebensmittel sind in thematisch verwandten Gruppen eingeteilt. Auch hier war ich erst einmal von der optischen Gestaltung begeistert. Mit Bildern und Merkkästen, in denen aufgelistet wird, wie man das jeweilige Produkt nutzen kann. Die Informationen waren mir persönlich aber ein wenig zu oberflächlich. So wird im Falle von Chicory/Chicorée/Cichorium intybus insbesondere auf die Blütentherapie hingewiesen. Chicory sei eine von drei Bachblüten, die mit den Eigenschaften der Liebe in Zusammenhang stehen. Aha. Nur leider interessieren mich Bachblüten nicht. Der Nutzen als Lebensmittel wird so zusammengefasst: Chicorée ist eine Pflanze mit kühlenden Eigenschaften. Roh gegessen entwickelt er reinigende, laxierende Eigenschaften und kräftigt Gallenblase und Leber.

Anderes Beispiel: Rosmarin. Hier sind die Informationen etwas ausführlicher. Über die Inhaltsstoffe des Rosmarins, die eine positive Wirkung haben, erfährt man jedoch nichts. In David Servan-Schreiber's Anti-Krebsbuch kann man zB nachlesen, dass Küchenkräuter wie Rosmarin, Thymian, Oregano, Basilikum und Minze reich an ätherischen Ölen aus der Familie der Terpene sind. Diese fördern die Apoptose der Krebszellen (so eine Art programmierter Zelltod) und hemmen die Ausbreitung. Rosmarin enthält mit Carnosol einen Wirkstoff, der ausserdem stark antioxidativ und entzündungshemmend wirkt. Alles nachzulesen in o.g. Buch auf Seite 196. Derartige Informationen sucht man bei Karen Sullivan jedoch vergeblich. Dafür gibt sie Hinweise, ob dies oder das während einer Schwangerschaft empfehlenswert ist. Für mich war dies ein weiteres Indiz, dass es sich hier eher um einen allgemeinen Familienratgeber handelt.

Vielleicht liegt es auch nur an der Menge der Informationen, dass Karen Sullivan etwas an der Oberfläche bleibt. Sie beschreibt hier so viele pflanzliche und tierische Erzeugnisse, dass sie bei Nennung aller Details sehr viel mehr Seiten gefüllt hätte.

Im vierten und letzten Teil schließlich erhält man praktische Tipps und nützliche Hinweise, zB zur Ersten Hilfe bei Schnittwunden, Bissen und Stichen, Blutergüssen, etc. oder wie eine Hausapotheke aufgebaut sein sollte. Vitamine und Mineralien werden aufgelistet und beschrieben. Ein medizinisches Glossar ist hilfreich für das Verständnis von unbekannten Fachausdrücken. Abgeschlossen wird das Buch mit einem Verzeichnis der Heilpflanzen, einem Literaturverzeichnis, nützlichen Adressen (auch in Deutschland!) sowie einem Register.

Mein Fazit:
Ich persönlich nutze dieses Buch vor allem zur Verifikation von Informationen aus anderen Büchern. Gelegentlich schlage ich auch die Informationen zu Kräutern oder anderen pflanzlichen Wirkstoffen nach, zB wenn ich in meinem Reformhaus eine neue Teesorte entdeckt habe, die mir interessant scheint. Was Ernährungsfragen betrifft, so habe ich persönlich mehr Nutzen aus den Büchern von Miriam Polunin Die fünfzig besten Lebensmittel für Ihre Gesundheit und von David Servan-Schreiber (siehe oben) gezogen.

Wer sich fragt, warum die Rezensentin trotz aller „Oberflächlichkeiten“ vier Sterne vergibt:
Weil hier auch ausgefallene Pflanzen beschrieben werden. Ich kann und will nicht immer alles googeln, sondern ziehe beschriebene Blätter oft dem Internet vor. Und gerade bei ausgefalleneren Pflanzen/Kräutern wurde ich hier immer wieder fündig. Das ist auch der Grund, warum dieses Buch nach über zehn Jahren (gekauft im März 2005) immer noch seinen festen Platz in meinem Regal hat.


Steinpilz, Pfifferlinge und Champignon: Die beliebtesten Pilze sammeln und zubereiten
Steinpilz, Pfifferlinge und Champignon: Die beliebtesten Pilze sammeln und zubereiten
von Ewald Gerhardt
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bedingt empfehlenswert. Iss keinen Pilz, den du nicht sicher kennst., 1. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vorab: Ich bin kein Pilzexperte. Ob die im Buch vorgetragenen Informationen richtig sind, kann ich also nicht beurteilen. Gekauft habe ich dieses Buch, weil ich im Herbst dieses Jahres begonnen hatte, Wiesenchampignons zu sammeln. Da ich bei der Suche auch auf andere Pilze gestossen bin, wollte ich wissen, worum es sich handelt, und ob diese ebenso verwertbar sind. Letztlich bin ich aber kein Risiko eingegangen und habe nur das verzehrt, was ich gekannt habe. Ein Buch oder mehrere Bücher ersetzen nämlich meiner Meinung nach keineswegs eine fachkundige Person, also zB einen Pilzberater.

Zum Buch:
Das Grundkonzept, sich auf wenige Pilzarten zu beschränken, und diese dann umso ausführlicher darzustellen, hat mir gefallen. Leider waren die Informationen dann aber nicht so ausführlich, wie sie meiner Meinung nach hätten sein müssen. Mehr dazu weiter unten.
Dass ausserdem auch noch Rezepte enthalten sind, war ein nettes Extra, aber kein Kaufargument. Mir ging es vor allem um die Pilzbestimmung und die Doppelgänger.

Inhalt:
1. Einführung (kurz und knapp)

2. Pilze: ca. 60 Seiten
• In Wort und Bild.
• Jeweils eine Doppelseite pro Pilz.
• Auf ähnliche Arten wird hingewiesen.
• Giftig / Ungiftig wird durch Farben und Symbole hervorgehoben.
• Querverweise zu den Rezepten.

3. Rezepte: ca. 15 Seiten
• In Wort und Bild
• Jeweils eine Doppelseite
• Beispiele: Grantinierte Steinpilzhüte Ernesto, Pilzsuppe mit Kräutern, Risotto mit frischen Champignons, Selleriesuppe mit Totentrompeten, Rührei mit Morcheln.

Verbesserungspotential:
zB im Falle des Pfifferlings
Ewald Gerhardt schreibt auf Seite 61, dass gefährliche Doppelgänger nicht zu befürchten sind. Eine Verwechslung mit dem Falschen Pfifferling kann allenfalls beim Genuss großer Mengen zu Verdauungsstörungen führen.
Bei Hans E. Laux Essbare Pilze und ihre giftigen Doppelgänger findet man jedoch sehr wohl giftige Gegenstücke. Dort wird zB auf die tödlich giftigen Rauköpfe und den Ölbaum-Trichterling hingewiesen. Siehe Seite 167.
Gerlinde Hausner weist in ihrem Pilzbuch auf den Falschen Pfifferling und auf den giftigen Ölbaum-Trichterling hin. Siehe Seite 20.

Kurz und gut:
Am besten eine fachkundige Person, also einen offiziellen Pilzberater, fragen.
Falls man nur die Möglichkeit hat, sich in Büchern schlau zu machen, auf jeden Fall mehrere Bücher zu Rate ziehen. Man kann diese auch in Bibliotheken ausleihen! Ich habe die oben genannte Ratgeber von Frau Hausner und Herrn Laux zum Beispiel in meiner Stadtbibliothek entdeckt.
Vor allem aber: Immer auf Nummer Sicher gehen.
Nichts essen, das man nicht wirklich 100% identifizieren konnte.


Pilze: Die wichtigsten Speise- und Giftpilze
Pilze: Die wichtigsten Speise- und Giftpilze
von Gerlinde Hausner
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hilfreich, 1. Dezember 2015
Vorab: Ich bin kein Pilzexperte. Ob die im Buch vorgetragenen Informationen richtig sind, kann ich also nicht beurteilen. Gekauft habe ich dieses Buch, weil ich im Herbst dieses Jahres begonnen hatte, Wiesenchampignons zu sammeln. Da ich bei der Suche auch auf andere Pilze gestossen bin, wollte ich wissen, worum es sich handelt, und ob diese ebenso verwertbar sind. Letztlich bin ich aber kein Risiko eingegangen und habe nur das verzehrt, was ich gekannt habe. Ein Buch oder mehrere Bücher ersetzen nämlich meiner Meinung nach keineswegs eine fachkundige Person, also zB einen Pilzberater.

Zum Buch:
Ausführliche Einführung, wo unter anderem wichtige Bestimmungsmerkmale erläutert werden, und wo auf Risiken eingegangen wird.
Im Bestimmungsteil werden auf einer Doppelseite jeweils zwei Pilze in Wort und Bild vorgestellt. Links die Beschreibung mit einer Querschnittskizze. Rechts ein Farbbild. Ein Pilz oben, ein Pilz unten. Es handelt sich dabei in der Regel um ähnlich aussehende Pilze, also zB den Speise-Morchel und den Käppchen-Morchel oder den Pfifferling und die Herbst-Trompete. Querverweise zu anderen ähnlichen Pilzen im Text.
In der Beschreibung wird auf die folgenden Dinge eingegangen: Familienmerkmale, Kennzeichen, Vorkommen (von wann bis wann, wo), Wert (zB Überempfindlichkeiten bei bestimmten Menschen oder Haltbarkeit), Verwechslungsgefahr.
Abgeschlossen wird dieses Pilzbuch mit einem Register.

Verbesserungspotential:
Die Giftigkeit wird meiner Meinung nach nur unzureichend hervorgehoben: zB wird bei den unter Verwechslungsgefahr genannten Doppelgängern nicht immer darauf hingewiesen. Des Weiteren steht zwar unterhalb der Pilzbezeichnung, ob der jeweilige Pilz essbar oder giftig ist oder evtl. roh ungenießbar, es gibt jedoch keine farbliche Hervorhebung.

Besonders positiv:
Die skizzierten Längsschnitte bzw. die Skizzen zu besonderen Merkmalen.

Alles in allem haben mir die Informationen geholfen.
Ursprünglich hatte ich mir dieses Buch in meiner Stadtbibliothek ausgeliehen, ich erwäge jetzt aber den Kauf, damit ich es immer griffbereit im Regal stehen habe.


Simply Christmas
Simply Christmas
Preis: EUR 7,29

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, 28. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Simply Christmas (Audio CD)
Vier CDs mit unterschiedlichen Schwerpunkten:
1. Christmas Crooners: Die Schlager der 40er und 50er Jahre mit Frank Sinatra, Bing Crosby, Nat King Cole und anderen.
2. Christmas Carols: Traditionelle Lieder vorgetragen von Chören
3. Kid’s Christmas
4. Classical Christmas (ACHTUNG: vermutlich gekürzt!)

Das Konzept der Simply-CD-Box-Reihe ist denkbar einfach: Viel Inhalt, wenig Schnickschnack. Das bedeutet, dass es keine Beihefte gibt mit Texten. Wer mitsingen will, muss anderweitig ausweichen. Noch nicht einmal die Laufzeiten der einzelnen Stücke werden angegeben. Man findet hier auch keine aktuellen Superstars, denen der Produzent womöglich höhere Lizenzgebühren hätte zahlen müssen, sondern Stars der guten alten Zeit, Chöre, etc.

Dafür erhält man hier vier CDs mit vielen stimmungsvollen Melodien. Die Laufzeit pro CD beträgt ungefähr 45 bis 50 Minuten. Exakt gemessen habe ich es nicht. Es ist auf jeden Fall viel Inhalt.

Aber ACHTUNG: Im Falle der Klassischen Musik wurde – so befürchte ich ohne ein Klassik-Experte zu sein – gekürzt.

Dennoch, alles in allem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und die CDs höre ich immer wieder gerne zur Weihnachtszeit seit ich sie vor ein paar Jahren gekauft habe. Deswegen von mir eine Empfehlung.

=================================
Weitere Simply-CD-Box-Ausgaben sind zB
Simply Love
Simply Soul
Simply Jazz
Simply Salsa
Simply Swing
Simply Blues
… und noch so einiges mehr


Superstars Singen Jacques Brel
Superstars Singen Jacques Brel

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toll! Schlicht und einfach einmalig!, 27. November 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Superstars Singen Jacques Brel (Audio CD)
Ein wunderbarer Geschichtenerzähler, dieser Jacques Brel.
Das Besondere an dieser CD: Man kann den Texten gut folgen, weil mit Ausnahme von einem Lied alles in die deutsche Sprache übersetzt wurde. Die eine Ausnahme ist J’ARRIVE vorgetragen von Juliette Greco . Aber was schreibe ich da, es handelt sich nicht einfach um Übersetzungen, die Stücke wurden perfekt auf den jeweiligen deutschsprachigen Interpreten angepasst. Wenn Michael Heltau vom FRANZ singt, dann klingt das dann so:
Schau Franz, i bin bei dir,
Bleib da ned liegn, steh auf!
Was soll denn da draus wern?
Auf der Gassn kannst do net plärrn.
Tu weiter Franz, komm, komm …

Und Konstantin Wecker singt in JOE (CHANSON DE JACKY):
Nur amal
Der Joe wieder sein,
nur amal,
da täten die schaun,
nur amal,
des sein, was i bin,
nix
wie a schener Clown.

So charmant kann Mundart oder ein Dialekt sein.
Aber keine Sorge, die Zielgruppe dieser CD sind sicherlich nicht nur Süddeutsche oder Bewohner der angrenzenden Alpenländer. Katja Ebstein erzählt in MEIN FLACHES LAND in Hochdeutsch von den Nordseewogen, die an die Geesten schlagen (wo ich mich als Badenerin frage, was Geesten sind). Ebenso klar verständlich sind Gunther Emmerlich, Xavier Naidoo, Gisela May und all die anderen Interpreten.

Einer meiner persönlichen Favoriten auf dieser CD ist DIE STADTMAUER VON WARSCHAU vorgetragen von Klaus Hoffmann:
Madame hat einen Hund, der einer schwarzen Blutwurst gleicht,
Madame spricht von der Kindheit, die sie nach Belieben streicht,
Madame spricht russisch mit Akzent, aber den ganz leicht,
und dabei stammt Madame nur von nem Dorfteich.

Witzig, gewitzt und eine überaus kraftvolle, mitreißende Melodie. Toll!

Eher zum Nachdenken und herzergreifend ist der Beitrag von Gunther Emmerlich. EINEN FREUND ZU SEHEN, DER WEINT:
Es gibt die Basken und die Iren
Und Völker gibt’s ohne Musik
Und Liebende, die sich verlieren,
und schauderhafte Politik
und es gibt Trends und niemand zwingt dich,
die Werbung ist nicht bös gemeint
und „time is money“ und „Geld stinkt nicht“,
nur – einen Freund zu sehn, der weint.

Nein, nein, man feiert nicht nur Siege,
trägt sein Gesicht so gut es geht,
erstickt nicht an der ersten Lüge,
damit man irgendwie besteht.
Zweitausend Jahre im Bewusstsein,
doch ich sag: Liebe deinen Feind.
Trotzdem, das Herz muss schon robust sein,
nur – einen Freund zu sehn, der weint.

Die sonore Stimme von Gunther Emmerlich passt perfekt zu diesem Chanson. Voll, wohltönend und überaus tiefgehend.

=== === === === === ===
Formales:
Die Liedtexte sind im Beiheft abgedruckt.
Dort gibt es auch eine einseitige Lebensgeschichte von Jacques Brel sowie Kommentare von vier der Interpreten.
Die CD steckt in einer normalen Plastikverpackung, welche in einem Karton steckt (zum Herausschieben).

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Mein Fazit:
Ursprünglich hatte ich diese CD im Januar 2008 gekauft, um sie meiner Mutter zu schenken. Nach deren Tod, war jemand anderer schneller als ich und weg waren all ihre CDs. Irgendwann ist die vorliegende Scheibe dann dennoch in meiner Wohnung auf mysteriöse Art und Weise wieder aufgetaucht. Zu meiner großen Freude, denn wie meine Mutter mag ich Brels Melodien und seine Geschichten. Eine von den CDs, die ich immer wieder gerne höre.
Ganz klare Höchstbewertung.


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