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grisu-zu "Rock And Roll Doctor"

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Lynyrd Skynyrd (Re-Package
Lynyrd Skynyrd (Re-Package

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zur Erinnerung an Ronnie Van Zant, Allen Collins, Leon Wilkeson, Steve und Cassie Gaines, Billy Powell und JoJo Billingsley, 5. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Lynyrd Skynyrd (Re-Package (Audio CD)
Keine Band dieser Welt musste wohl solche Schicksalsschläge verkraften, wie Lyn Skyn. Ich will hier gar nicht einmal den verheerenden Flugzeugabsturz vom 20.10.1977 in den Vordergrund rücken, bei dem Ronnie Van Zant, einer der einflussreichsten und vor allem begabtesten Songwriter ever, sowie Steve Gaines, ein fantastischer und doch bodenständiger Gitarrist und seine Schwester Cassie, damals eine der drei Lynettes, zu Tode kamen. Es ist schlimm genug, dass es zu diesem Unglück kam.
Genauso tragisch, vielleicht sogar noch schlimmer, musste es für Allen Collins gewesen sein. Als einflussreichster und (ich lehne mich mit dieser Behauptung gar nicht mal soweit aus dem Fenster) begabtester aller drei Lyn Skyn Gitarristen, als herausragender Komponist und, bei den Live-Acts nicht wegzudenkender Bühnenderwisch, hatte er den Absturz schwerverletzt überlebt. Seinem Vater hatte er zu verdanken, dass ihm der total zerfetzte Arm, wie vom OP-Arzt empfohlen, nicht amputiert wurde. Durch die Kunst der Ärzte und, ich glaube auch mit etwas Hilfe von 'oben', kam sein Arm wieder soweit in Ordnung, dass er damit wieder seine geliebte Gibson Explorer spielen konnte. Dennoch: Das Unglück hatte aus Collins einen anderen Menschen werden lassen. Nie wieder zeigte er diese ungestüme Ausgelassenheit auf der Bühne. Zwar war ihm mit der Rossington-Collins-Band noch der eine und andere Erfolg beschieden, doch geriet Collins schon damals an die Flasche. Der totale Niederschlag ereilte ihn durch den frühen Tod seiner Frau Katy (während der ersten Tour der, aus Teilen der ehemaligen Lyn Skyn Members formierten, Rossington-Collins-Band). Wirkte er für das erste Album der Rossington Collins Band noch bei fünf Takes als Komponist mit, so war es, nach Katy's Tod, auf dem zweiten Album nur noch ein Song! Da fragt man sich schon, wieviele Schiksalsschläge ein Mensch wegstecken kan.
Aber nicht nur Collins stand nun alleine da, nein, der Tod der Mutter traf auch die beiden gemeinsamen Kinder Amie und Allison. Von Katy's Tod an hatte Allen Collins vermutlich nur noch einen Freund. -Die möglichst volle Flasche!
Nachdem Rossington die gemeinsame Band verlassen hatte, wurstelte Collins noch eine Weile mit der Allen Collins Band vor sich hin, konnte aber keine weiteren (vielleicht so nötigen) Erfolge verbuchen. 1986, ein Jahr vor der Reformierung von Lynyrd Skynyrd, verursachte er unter Alkoholeinfluss einen schweren Autounfall, der seiner damaligen Freundin Debra das Leben kostete und ihn selbst, querschnittsgelähmt an den Rollstuhl fesselte. Der Anfang vom Ende war besiegelt! Allen verfiel immer mehr dem Alkohol. Sein, durch den Unfall, ohnehin schwer angeschlagener Gesundheitszustand litt darunter immer mehr. Dass ihn 'seine' Band, die 1987 nocheinmal den Schritt auf die Bühne und ins Studio wagte, nicht vergaß und ihn kurzer Hand als Tourmanager engagierte, konnte Collins Leben nicht mehr in geordnete Bahnen lenken. Ich bin auch heute noch überzeugt davon, dass er dies auch gar nicht mehr wollte. Wer Collins einmal als hüpfenden Derwisch auf der Bühne sah oder gar erlebte, der kann sich vielleicht annähernd vorstellen, wie schwer sein Leben allein dadurch wurde, nicht mehr Gitarre spielen zu können. Die Last der Schuld, die er auf sich nehmen musste, tat wohl ihr Übriges.
Allen Collins starb am 23.01.1990 mit nur 37 Jahren an einer Lungenentzündung, die mit seiner, durch den Autounfall ohnehin eingeschränkt leistungsfähigen Lunge, leichtes Spiel hatte. Er ist, wie Ronnie Van Zant, in seiner Heimatstadt Jacksonville beerdigt.

Als ob dies noch nicht genug sei, ereilte auch Leon Wilkeson dasselbe Schicksal. Der knurrige, aber immer zu Späßen aufgelegte, exzellente Basser der Band schoß sich 2001 mit einem gewaltigen Leberschaden ins Nirvana. Wie fehlen heute seine bissig-knarzenden Bassläufe. Wie fehlt heute die, man hatte oft die Meinung: 'angewachsene' Sonnenbrille, wie fehlen Rockerkäppi oder Bobby-Hat...

Anfang 2009 traf es dann Billy Powell, gerade einmal 56 Jahre alt. Den stilprägenden Keyboarder streckte ein Herzinfarkt nieder. Zwar konnte er noch den Rettungsdienst alarmieren, verstarb aber, bevor die Rettung eintraf.

Zuletzt musste auch JoJo Billingsley ihr Leben geben. Ihr immer freundliches, keckes Wesen, die schöne Stimme fraß nach langem Kampf der Krebs.
Hughie Thomasson, Ex-Outlaw und Gitarrist bei Lyn Skyn (Herzinfarkt) und Ean Evans, der würdige Ersatzmann von Leon Wilkeson am Bass (Krebs) - auch sie sollen erwähnt sein, denn beide sind sowohl aus der Southern Rock Historie, noch aus der Band-Gemeinschaft Lyn Skyns nicht wegzudenken.

Nein, das Schicksal meinte es nicht gut mit dieser Band, die soviel Potential hatte, dass es für drei hochklassige Rockbands hätte reichen dürfen. Lynyrd Skynyrd hatten damals noch sehr viel vor, auch wenn die Band gerade in 1977 ziemlich ausgebrannt schien (der Druck der Plattenfirma war immens!): Sie hatte sich 'gefunden', wirkte trotz allen Querelen wie aus einem Guss! Ich bin mir ganz sicher, dass da, vor allem bei einem Label-Wechsel noch einige Southern-Scheiben für einige durchzechte Southern-Nächte angestanden hätten. -Doch der 20.10.1977 machte dies alles zunichte. Nichtsdestotrotz sollen aber die beiden Alben der Rossington Collins Band und natürlich auch die Scheiben der 1987 neu reformierten Lynyrd Skynyrd Group Erwähnung finden. Es rührt sich bis heute Leben in den verbliebenen alten Knochen und so darf man auch in Zukunft noch das eine oder andere Album erwarten. Schlagt euch tapfer Jungens!

Als einen großartigen Nachruf auf diese fantastische Band darf man dieses herausragende Box-Set bezeichnen. Es bietet, von den frühen Jahren bis zum traurigen Ende eine hervorragende Übersicht ihres Schaffens; durchsetzt mit liebevoll aufgearbeiteten (und sehr aussagekräftigen!) Demos und einigen seltenen Live-Aufnahmen. Damit wendet sich dieses Set in erster Linie nicht an die Leute, die eine gute Compilation von Lyn Skyn suchen (obwohl die damit sehr gut bedient würden), sondern vielmehr an so alte Rock-Dinos wie mich. Wer noch mal so richtig von einer der besten Bands dieses Erdballs bedient werden möchte und dabei nicht nur auf die altbekannten Standards setzt, der ist hier goldrichtig! Herrliche Melodien, Gitarrenschlachten von allen drei Axe-Men, Wilkesons knarzend-beißender Bass, Powells geniales Honky Tonk Piano und Burns bzw. Pyles exakt-treibendes Schlagzeug verursachen auch nach mehr als dreißig Jahren eine wohlige Gänsehaut.
Was die Welt aber an Ronnie Van Zant verloren hat, kann ich auch heute noch nicht in Worte fassen. Seine rauhe, brüchige Stimme, sein meist ;-) zurückhaltendes (oft auch widerborstiges), deshalb doppelt sympatisches Wesen, sein aufrechter Stolz, seine manchmal witzigen, meist aber sensiblen Texte sind ein immenser Verlust. Auf diesen CDs hier lebt der alte Geist dieser großartigen Band noch einmal auf. Mir ist, zumindest seit der Lyn Skyn DVD 'Freebird', keine andere Aufnahme mehr so nahe gegangen, wie diese.
Wer mit Lyn Skyn groß wurde oder schon groß war und die Band und Van Zant in sein Herz schloss, wird von dieser Box genauso begeistert sein wie ich. Dafür leg' ich meine Hand ins Feuer!


Pelikan 311902 Tintenglas Brillant Tinte 4001, 30 ml, 1 Stück, braun
Pelikan 311902 Tintenglas Brillant Tinte 4001, 30 ml, 1 Stück, braun
Preis: EUR 4,30

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillant, individuell, anders und herrlich schön zu Schreiben!, 4. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es gibt Menschen, die sich der Schreibtechnik der letzten vierzig Jahre vehement widersetzen und Kugelschreiber, Faserstift-Gelumpe und Tinten-schlecht-Roller zutiefst verachten.

Kein Schreibwerkzeug fliegt so locker über Papier, wie ein echter Füllfederhalter!
Deren (einst) obligate "Königsblau" oder "Schwarzblau" zeichnende Tinten sind heute schon lange kein Zwang mehr.
Mag KAWECO schon vor langer Zeit "andersfarbige" Tintenpatronen angeboten haben - den Freunden von Kolben-Füllfederhaltern nutzten sie eher wenig.

Glücklicher Weise nahm sich auch Pelikan, neben seinen alt bewährten Brillant-Grün- und Rot-Tinten einer zusätzlichen, durchaus extravaganten Tinte an: Brillant-Braun!
Gewiss keine "Dandy-Tinte". Vielmehr Ausdruck von Individualität!
Neben "Grün" und "Königsblau" ist mir dieses "Brillant-Braun" geradewegs ans Herz gewachsen.
Seine Fließeigenschaften sind perfekt. Auch nach längerer Ruhezeit lässt sich ein Federhalter problemlos und ohne zu Schütteln anschreiben.
Ich habe diese Tinte über die Jahre hinweg immer in einem Pelikan Kolbenfüller mit Federbreite "M" verwendet - mich seit Kurzem aber auch in Federgröße "B" versucht. Selbst wenn "B" einen großzügigen, lockeren Schreibstil erfordert, so ist es umso schöner, diesem Brillant-Braun eine wahre (breite, großzügige) Basis zu bieten.
Es ist schlicht eine Freude damit zu schreiben!

Wer bisher die Finger von Federgröße "B" ließ und Brillant-Braun als möglicher Weise unvorteilhaften Farbton abtat, der möge sich mutig auf Beides stürzen. Diese Tinte fließt einfach, sie macht Spaß zu schreiben und ist ein überaus eigener Farbton, den nur wenige Anbieter in dieser Brillanz liefern können.
Wer eine individuelle Tinte (abseits von viel zu flüssiger und überteuerter "Kaffee- oder Spätburgunder-Tinte") sucht, kann hier unbesorgt zugreifen!

P.S: Ich hätte übrigens nichts dagegen, wenn es auch einmal ein Pelikan Brillant-Ocker gäbe - selbst wenn dies einen zusätzlichen Füllfederhalter erforderlich machte...


Kein Titel verfügbar

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirklich empfehlenswert!, 24. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein leichter, ja fast schon süffiger Alltags-Rosé. Sehr fruchtig und frisch, mit feiner, erfrischender Säure. Der Wein schmeichelt auf Grund seines geringen Säuregehalts dem Gaumen und hält durchaus wertigeren Weinen stand. Im Sommer ist der Rosé auch sehr gut gekühlt zu genießen.
Durch den Bag ist der offene Wein lange (man spricht von sechs Monaten) haltbar, was sich in der Praxis aber bislang nicht beurteilen ließ, da die "Kiste" regelmäßig nach vier Wochen leer ist...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 13, 2012 8:04 PM MEST


American Cutie
American Cutie
Preis: EUR 15,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Late Night Truck Stop vs American Cutie, 2. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: American Cutie (Audio CD)
19.Juli.1973?! Ebbetsfield?! Colorado?! Na? Klingelts...?

"American Cutie" ist nichts anderes als die leicht abgespeckte Version der großartigen "Late Night Truck Stop" von Anno Tobak.
Eine Scheibe von hervorragendem Sound, absoluter Spielfreude und Lowell George's sprühendem Wortwitz!
Wer Live Aufnahmen LITTLE FEATs aus den frühen 1970er sucht und die Vinyl- bzw CD-Boots jener Zeit umgehen möchte, muss hier, trotz des etwas dämlichen "American Cuties"-Titels und minus zweier Songs, zwangsläufig zugreifen.

Alle Nummern liegen noch zwischen jener unerhört erfrischenden Unbekümmertheit des ersten LF Albums, dieser ausgefeilten, treibend-schwülen, ja bleiernen Schönheit der "Dixie Chicken"-Tracks und eben jenem progressiven "The Fan" der "Feats Don't Fail Me Now".
Allein der Einstieg zu "A Apolitical Blues" ist ein absoluter Brüller! Ich kenne, außer Lowell George, bis heute keinen anderen US-Musiker, der so gepflegt und schenkelklopfend zugleich zu unterhalten wusste. Das ist schlicht 1a!!
Mehr Infos könnt ihr unter meinem und Hobo's Mojo Review zur "Late Night Truck Stop" erfahren.
(Nachtrag 03.01.13: Mittlerer Weile gibt's sogar vier Rezis zur "Truck Stop" - eine jede aus der Sicht jedes einzelnen Schreibers von Interesse!)

Der Neueinsteiger, der sich hierher verirrt, sollte, wie bei jedem anderen Little Feat Album, auch für "American Cutie" eine gewisse Einlaufzeit (sprich Einhörzeit) veranschlagen, denn vielschichtig und vertrackt war die Musik Little Feats schon damals. Wirkt sie aber einmal, kann man nie mehr davon lassen!

Den direkten Vergleich zwischen "American Cutie" und "Late Night Truck Stop" verbucht letztere, da vollständig, für sich. Fünf Sternchen vergebe ich trotzdem, denn diese Aufnahmen sind nicht nur von sehr guter Qualität, sondern, historisch betrachtet, allenfalls mit Gold aufzuwiegen!

Ansonsten stimme ich meinem Vor-Rezensenten in allen Belangen zu.
Bessere LF Live Songs von VOR "Waiting For Columbus" kann man nicht bekommen!!
Außer eben auf der DoCD "Late Night Truck Stop".
Die ist jedoch wirklich selten geworden. Mit etwas Glück und rund 60 Bucks lässt sie sich in USA hie und da noch auftreiben. Die Fantasy-Preise die hierzulande verlangt werden sind allerdings der pure Wucher. Allein schon aus diesem Grund ist die "American Cutie" ganz gewiss die bessere Alternative!
Viel Spaß damit!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 12, 2012 5:52 PM CET


Johnny Winter Rockpalast: Blues Rock Legends Vol. 3
Johnny Winter Rockpalast: Blues Rock Legends Vol. 3
Preis: EUR 16,99

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der echten Rockpalast Highlights!, 3. Juli 2011
Johnny Winter's Auftritt in der vierten Rockpalast Nacht war nach einer wirklich gut aufspielenden J. Geils Band (die damals nur die wenigsten kannten) und einer hinreißend bekifft/trunkenen Patti Smith eine Rückkehr zu den Wurzeln. Tief hinein in die Erde Delta Mississippis. Elektrisierend, unglaublich heiß und mit einer Spielfreude, die ihm später wohl völlig abhanden kam, steckte der "Blonde" die beiden Acts vor ihm in den linken Hosensack. Schon sein ausufernder Opener "Hideaway" zeigte überdeutlich wo der (Blues-)Hammer hing. "Messin' With The Kid" fand ich damals (vor allem nach Rory Gallaghers M örder-Interpretation) erstmal weniger prickelnd. Auch so olle Kamellen wie "Johnny B. Goode" oder "Suzie Q". Da hätte Johnny Winter schon noch andere Kracher im Back-Katalog gehabt. Aber bekanntlich macht(e) schon immer das "Wie" die Musik und jeden, den bei den Titeln dieser beiden Nummern ein anfängliches, mentales Gähnen befiel, klappte bald darauf der Unterkiefer nach unten. Johnny Winter hatte Bock. Bock auf ein richtig gutes Konzert. Und nicht nur er. Seine beiden Mitstreiter Jon Paris an Bass, Klampfe und Harmonica und Bob Torello am Schlagzeug zeichneten sich bei diesem Auftritt ebenfalls durch immense Spielfreude aus. Trugen mit beinhartem Groove, Spielwitz und immer perfekter Ergänzung ihren Gitarrero von einem Höhenflug zum anderen. Hört einfach nur, wie beim 17:39 Min. langen "Mississippi Blues" der Bär abgeht. Das war absolute Spitzenklasse und wurde (hörbar!) vom Publikum frenetisch gefeiert.
Lasst euch weiter mitreißen von so zupackenden Nummern wie "I'm Ready", "Walkin' By Myself" oder einem entsetzlich schönen, dem besten "Jumpin' Jack Flash" ever. Lasst euch tragen von einem ausufernden "Johnny B. Goode" und einer stampfenden "Suzie Q". Ist es nicht genau diese brodelnde Stimmung, die sehr gute, unvergessliche Konzerte ausmacht?!

Ein wirklich denkwürdiger Rockpalast Auftritt hat mit dieser DoCD den Weg zurück ins Wohnzimmer gefunden. Wohl nicht nur für mich eine Zeitreise in die beste Zeit meines Lebens. Tut euch also keinen Zwang an und lasst euch zurück treiben in jene Nacht, die an 21./22. April 1979 europäische, nein, weltweite Musikgeschichte schrieb!


Live at the Milkyway
Live at the Milkyway
Preis: EUR 15,82

5.0 von 5 Sternen Traumhaft, spannend und furios!, 27. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Live at the Milkyway (Audio CD)
Jack Bruce! - Auf was für ein Leben kann dieser Mann zurück blicken. Erfolge, aber auch Rückschläge (nicht nur musikalischer Natur). Dem Sensenmann sprang Jack Bruce kinoreif von der Schippe. Seine Stimme hat über die vielen Jahre an der Flasche etwas gelitten, klingt in vielen Momenten aber immer noch so klar und rein wie einst im Mai. Und Bruce' Finger... sie wissen immer noch, wie sich die dicken Saiten eindrucksvoll solierend, aber auch mannschaftsdienlich anschlagen lassen...

Neben seinen Blues Roots hat Jack Bruce auch noch eine andere, musikalische Vorliebe. Eigentlich müsste ich den Satz umdrehen, denn Bruce' Roots liegen ja eigentlich im Jazz, dem er, auf Tonträger, vor allem nach seiner Zeit bei Cream immer wieder seine Zuneigung zeigt/e.
Mit dabei ist oft auch eine Prise Ethno oder World Music, die den Sound des alten Haudegens so ziemlich unverwechselbar machen.
Leider ist es so, dass derlei anspruchsvolle Musik beinahe immer nur denselben geneigten Hörerstamm anspricht. Gottlob, kann man andererseits nur bekunden, denn diese Leute wissen um was es geht. Peinliche und dennoch blumenreiche Erklärungen, dass Milky Way evtl. nicht nur für einen Schokoriegel steht, muss ich mir demzufolge nicht abringen.

Auf "Live At The Milky Way", einer knapp zweistündigen DoCD, zeigen Jack Bruce und Band was er live und mit entsprechend eingespielten Musikern zu leisten im Stande ist. Entstanden ist dieser Mitschnitt aus 2001 wieder einmal in den Niederlanden, lässt es sich dort einfach am entspanntesten arbeiten...
Mit einem rhythmisch-berauschenden "Surge" steigt der Hörer in eine herrliche Konzertnacht ein, die ihn, gleich darauf mit "Out Into The Fields" (ein West, Bruce & Laing Song) in einen wahren Strudel an Bruce'schen Klangwelten zieht.
In der Folge reichen Bruce und Band ein reichhaltiges Diner an furiosen Latin/Fusion/Rockjazz-Nummern und entspannt dahin fließendem, wie auch kernigem Blues. Das Dessert dazu besteht aus einer üppigen, reich verzierten Mousse an Cream Evergreens. Rhythmisch vertrackt, impulsiv, kernig, mit teils verwegener Perkussion und einer Reihe anderer Effektinstrumente, dazu Jacks einzigartige Stimmakrobatik verbunden mit spannend arrangierten Jams wie Sunshine Of Your Love", "Windowless Rooms", "White Room" und vor allem "We're Going Wrong/Politician" reißen sie mit Sicherheit jeden Freund des sympathischen Schotten vom Hocker.

Für Abwechslung ist, allein schon der hochrangigen Schlagwerk-Abteilung wegen, durchgängig gesorgt. Dass Bruce in größerem Umfang auf den guten und unverwüstlichen Cream Back-Katalog zurück greift, mag man ihm nicht verübeln. Wer will bei einem Jack Bruce Konzert keine Auswahl dieser nicht aus der Rock-Historie wegzudenkenden Nummern hören?
Auf "Live At The Milky Way" können sie funkensprühend und erfrischend anders genossen werden. Hat ein Jam einmal richtig Fahrt aufgenommen, kann es durchaus passieren, dass die Musiker zum Ende hin gar nicht mehr wissen, mit welchem Song sie eigentlich begonnen hatten. Cream und Jack Bruce sind unzertrennbar und ich finde, dass man dies durchaus auch Ende 2010 heraus hören darf.

Ein besonderes Zuckerstück möchte ich zum Ende hin noch explizit erwähnen: "Milonga"! Bruce, Piano und sonst nichts! Eine leicht exzentrische Nummer, die der Freund dieses Ausnahmemusikers vermutlich schon seit dem Album "Shadows In The Air" zu schätzen weiß. Vielleicht vermag sie aber, gerade weil so eigentümlich, auch Quereinsteiger des Bruce'schen Solo-Outputs in den Bann schlagen.

"Live AtThe Milky Way" ist eine wunderbare, mitreißende, auf sehr hohem Niveau eingespielte Live-Aufnahme. Für die Freunde des schottischen Barden ein absolutes "Must Have"!
Empfehlen möchte ich dieses Album aber auch allen, die sich bisher nicht so recht an Jack Bruce außerhalb seiner Zeit bei Cream heran trauten. Die DoCD bietet einerseits einen feinen Querschnitt durch Jack Bruce' Schaffen, andererseits aber doch auch ein gerüttelt Maß an Cream Songs. Mittels dieser Evergreens wird sich der eine oder andere Neueinsteiger noch am ehesten in diesen spannenden Bruce'schen Minikosmos hinein wagen um sich dann peu a peu den anderen (nur vermeintlich sperrigeren) Perlen dieses Live-Mitschnitts zuzuwenden.
Ein großartiges Album, tolle Atmosphäre, grandiose Musiker; uneingeschränkte Empfehlung meinerseits!


Imaad Wasif
Imaad Wasif
Preis: EUR 19,15

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Syd lebt!!, 24. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Imaad Wasif (Audio CD)
Mit Imaad Wasif lebt Syd Barrett weiter. Es ist unglaublich, wie der kalifornische Musiker mit seinem Debüt in die Fußstapfen des einzigartigen Pink Floyd Gründungsmitglieds tritt. Dabei haben wir es aber keinesfalls mit einem Klon Barretts zu tun. Wasif pflegt diesen einzigartigen, britischen Psychedelic Sound der Mittsechziger auf seine ganz eigene, individuelle Art und Weise. Seine Kunst ist es Barrett's Stil nicht unverändert zu übernehmen und tot zu nudeln, sondern ihn zu leben, ja geradezu zu lieben! Wasif entwickelt die Barrett'sche Musik mit seinen eigenen Ideen weiter; schafft dabei zumeist kurze, wunderschön-zerbrechliche, oft akustische Songperlen. Er nutzt die aktuellen Sound- und Aufnahmemöglichkeiten, pflegt (bewusst) jenen unvergesslich-unvergänglichen Zeitabschnitt (den Barrett so prägte), blickt aber dennoch klaren Auges nach vorne, macht daraus seine eigene Musik und bleibt Imaad Wasif. Auf diese Weise kann der ambitionierte Musikfreund Syd Barrett heute so hören wie er einmal war und sich zugleich einem Mann zuwenden, der diese Musik in zeitgemäßem Gewand weiter lebt (ohne sich in irgendeiner Form anzubiedern oder anzupassen) und vielleicht genau so rüber kommt, wie Syd heute, lebte und musizierte er noch, klingen würde. Ein Trip zurück und doch auch in die Zukunft des Psychedelic Rock. Ein wunderschönes Kleinod! (Das im aktuellen Album Wasif's, "The Voidist" seinen Meister findet).


Weight of the World
Weight of the World
Preis: EUR 11,57

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viele Grüße vom Autobahn-John!, 17. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Weight of the World (Audio CD)
John Campbelljohn pflegt einen ganz eigenen, ja ureigenen (und ganz fantastischen) Stil. Neben dem Blues an sich fließen auch gerne mal ein paar Ethno-Bezüge, ein wenig be-swingtes, aber auch mal knallharte Hard Rock Rhythmen in seinen Sound mit ein. Zudem punktet Campbelljohn vor allem mit seiner Lap- und Pedal-Steel. Beide baut er auf hervorragende Weise in seine Songs ein. Die Lap-Steel brüllend wie ein Tier, die Pedal-Steel nicht allzu singend (country-like), sondern songdienlich und perfekt passend.

Alle Blues Rock Nummern dieser Scheibe (allen voran 'Light At The End Of The Tunnel', 'Sydney Steel' und die Cover-Versionen 'Waterfall...', 'Mississippi Queen' und 'Little Wing...' sind von einer überragenden Qualität und halten (was die Covernummern betrifft) mühelos den Originalen stand - sind sogar um einiges erfrischender!
Die weniger 'bluesigen' Songs halten definitiv internationale Standards (gleichwertig Tognoni, Ashton oder Suhler). Allenfalls fehlt vielleicht so ein klitzekleines bisschen der echte und tatsächliche Mississippi Blues, der depressiv, trotzig, rau oder wenigstens irgendwie mit 'The Devils Hand...' zustande gekommen ist. Aber das soll nur ganz ganz leise Kritik sein.
Erfreulich ist, dass neben Campbelljohn eine kleine, musikalisch in vorderster Reihe angesiedelte, Minderheit die Fahne erstklassigen Blues Rock aufrecht hält.
Damit ziehe ich meinen Hut nicht nur vor Rory Gallagher und John Campbell (vor denen ich mich auch zutiefst verneige), sondern vor allem auch vor Rob Tognoni, Johnny Winter, Stevie R. Vaughan, Warren Haynes, Gwyn Ashton, Jim Suhler, Alan Mirikitani (Buddaheads) und allen anderen, die den echten Blues (-Rock) noch ehren und damit unvergessen machen.

Insgesamt kann "Weight Of The World" als überaus abwechslungsreiches Blues Rock Album rundum empfohlen werden. Campbelljohn liebt den Blues und er liebt Traditionelles, interpretiert und verknüpft beides auf (s)eine ganz eigene Art. Hier federleicht und leger, dort mit tonnenschweren Riffs. Macht richtig Spaß!


Time Loves a Hero
Time Loves a Hero
Preis: EUR 10,81

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich Remastert!, 20. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Time Loves a Hero (Audio CD)
Was mich seit Jahren am Back-Katalog Little Feat's ärgerte, war das fehlende Remastering. Zwar waren die Feat Alben schon in den 70ern hervorragend aufgenommen, aber was man da noch rausholen konnte, zeigte das sensationelle Remastering der "Waiting For Columbus". Genauso sensationell geht es nun mit den Studio-Scheiben weiter! "Time Loves A Hero" ist in dieser Ausgabe einfach nur genial. Jedes Glöckchen, jeder Schlag auf die Cowbells, jedes Tune der Gitarren voll absoluter Reinheit. Kenny Gradney's, Richie Hayward's und Sam Clayton's Groove - er zieht einem die Schuhe aus!
Volle Bewunderung also für dieses feinfühlige Remastering!

Was "Time loves a Hero" im Back-Katalog der Feat's allerdings immer ein wenig in den Schatten stellte, war die geistreiche Meinung vieler damaliger Musikjournalisten (vornehmlich aus USA und GB), dieses Album wäre ein Wendepunkt Little Feats und nicht mehr von der herausragenden Qualität wie seine Vorgänger. Leute, dass war alles dummes Geschwätz, von dem sich nur Sounds und Musik Express durch objektive Kritiken abhoben.
Wer sich die Entwicklung Little Feat's genauer ansah, hätte eigentlich nach dem Vorgänger "Last Record Album" ahnen können, dass sich die Band, die sich in einer absoluten Hochphase befand, zwangläufig weiterentwickeln musste. Little Feat standen damals nicht still und verteidigten irgendwelche früheren Sounds. Die Band ging seit 1972 progressiv vorrausschauend ihren ureigenen Weg und ließ sich von nichts und niemandem aufhalten.
Was sollte also nach dem "Last Record Album" kommen? -Ein Schritt zurück zu den Anfängen?
-Wohl kaum!
Vorwärts hieß die Devise! -Und derer nahmen sich, nach den gesundheitlichen Durchhängern ihres Admirals (der sich wegen einer Hepatitis und vor allem wegen seiner Kokserei ein Jahr Auszeit nahm), die beiden "Rudelführer" Bill Payne und Paul Barrere an. Beide setzten ja bekanntlich schon immer ihre eigenen "Duftmarken" und brachten auf diese Weise die Band vorwärts. Ich will jetzt, bei Gott, nicht behaupten, dass diese Entwicklung mit der Ur-Songwriter-Besetzung Lowell George und Bill Payne völlig anders gelaufen wäre, Fakt ist aber, dass sich Paul Barrere unglaublich in die Band einbrachte und ihr, genau wie die beiden "Urväter" seinen Stempel aufdrückte.

Bill Payne und Paul Barrere waren also die Hauptsongwriter dieses Albums, aber man spürt das nur, was wiederum für die Homogenität des Albums spricht, in einzelnen Titeln. Bill Paynes Liebe zu ausgefeilten und ausschweifenden Jazzrockpassagen bescherte uns das wundervolle Instrumental "Day At The Dog Races", dass die Band mit einer solchen Leichtigkeit intoniert, als hätte sie niemals andere Musik gemacht! Ebenfalls ein Payne Klassiker: "Red Streamliner"! Eine herrlich dahintreibende, ja dahinschmelzende Nummer, die ihren Titel voll und ganz gerecht wird. Bemerkenswert dabei ist der Background-Harmoniegesang der Doobie Brothers Simmons und McDonald.
Für Barrere stehen in erster Linie der herrlich stampfende "Old Folks Boogie" und das rhythmisch-vertrackte, durch die Tower of Power Horn Section verstärkte, "High Roller". Beides Titel, wie sie für die späten Feat-Jahre schon fast obligatorisch sind.
Payne und Barrere gemeinsam gelang der unnachahmliche Titeltrack "Time Loves A Hero": Ein wunderbar wogender Rocksong mit leicht karibischen Flair, der ebenfalls von den vertrackten, Feat-typischen Rhythmen lebt und zudem herrlich instrumentiert ist.
Lowell George, der große Admiral der Band, war, obwohl er mehrere Tracks eingesungen hat, als Songwriter nur mit einer eigenen Nummer vertreten. Hier spielte aber weniger seine, damals schon bekannt gewordene, Arbeit an seinem Solo-Projekt eine Rolle, als sein, doch ziemlich angeschlagener Gesundheitzustand. Sein Beitrag zu dieser Scheibe, "Rocket In My Pocket", war ein schnodderig-aggressives und für ihn typisches Take ("...Music was hot, but my Baby was not..."), dass er genauso zu singen wusste. Ein zweiter Song "Keepin Up With The Joneses" entstand mit Paul Barrere als Co-Autor. Der Song ist, als bitterer Seitenhieb auf den American Way of Life, ebenfalls von der typisch schwermütigen Feat'schen Rhythmik. Auch hier treten wieder die Bläser der Tower of Power Horn Section auf den Plan.
Weiterhin ist der Admiral aber noch auf der wunderschönen Songperle (für mich mit die beste Nummer des Albums) "New Delhi Freight Train" zu hören. Eine einfache, deshalb wohl doppelt schöne Western-Ballade "...now some People think that I must be crazy, but my real name is just Jesse James..." die ohne weiteres auch auf einem frühen Little Feat Album einen Ehrenplatz gefunden hätte. Zudem hat sich George mit seiner unnachahmlichen Stimme auf "High Roller" verewigt.
Fehlt, glaub' ich, noch "Missin You". Ein schönes, ja, wie nennt man das heute, früher lief sowas unter "Liebeslied" und genauso kommt es auch rüber; ein ganz feiner, von akustischer Gitarre geprägter, ebenfalls einfacher Song, den Barrere selbst (und auch recht eindrücklich) singt.

Fazit: Little Feat hatten mit "Time Loves A Hero" schon 1976 ein wahres Meisterwerk vorgelegt. Wieder ganz anders als das direkte Vorgänger "Last Record Album". Mit einigen JazzRock-Einflüssen und, ebenfalls ungewohnt, mit den messerscharfen Bläsersätzen der Tower Of Power Horn Section versehen kann man es durchaus auch als Ausnahme-Album bezeichnen. Mit dem Remastering dieser (und auch der anderen Studi-Alben) findet diese fantastische, trickreiche Musik nun ihren Höhepunkt. Auch wenn sich der Admiral damals etwas zurückhielt, drückte er doch einigen Tracks seinen unnachahmlichen Sanges-Stil auf. Seine Stimme bzw. sein Timbre ist, bis heute übrigens, einzigartig in der Geschichte der Rockmusik. Hier völlig unverfälscht und glasklar zu hören. George war eines der ganz großen, wenn nicht das größte, Talent des amerikanischen Rockmusik-Business. "Time Loves A Hero" darf sicherlich als ein Album mit einigen Ecken und Kanten bezeichnet werden. Es fordert(e) vom Hörer von jeher eine gewisse Abgeklärtheit; für die jüngere Generation bzw. heutige Verhältnisse, würde ich sagen, fordert die Scheibe fast schon echtes Engagement beim "Erhören". Wer dazu allerdings bereit ist, wird, wie übrigens bei allen weiteren Little Feat Alben, eine musikalische Finesse nach der anderen entdecken!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 23, 2013 9:56 PM MEST


Little Piece of Dixie
Little Piece of Dixie
Wird angeboten von colibris-usa
Preis: EUR 26,10

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dixie wie es leibt und lebt!, 23. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Little Piece of Dixie (Audio CD)
Der Schreck über Blackberry Smoke's Country CDs bzw. EPs "New Honky Tonk Bootlegs" und "Memphis Special Bluegrass" saß beim Rezensenten nicht ganz so tief, wie bei der beinharten Southern Rock Fraktion, die sich zwischenzeitlich (2009) etwas angesäuert von den "Brombeeren" abwandte. Es ist zwar nicht zu verhehlen, dass sich der Schreiber auch innerhalb der echten Country- und Bluegrass-Szene wohl fühlt, aber nach dem sehr starken Southern Rock Debüt "Bad Luck Ain't No Crime", sollte Blackberry Smoke's Ausflug ins Country-Lager nur von kurzer Dauer sein. Sprich: Es war abzusehen, dass sich die Band auch wieder auf ihre wahren Werte besinnen würde.
Was der Schreiber an Blackberry Smoke erstem Album schon schätzte ' ein musikalisches Füllhorn des gesamten Southern Rock Spektrums - setzt sich auf "Little Piece Of Dixie" nahtlos und vor allem vorbildlich fort! Der auf "Bad Luck..." bisweilen noch etwas (zu) rohe und kantige Sound wurde mit leichten Feilenstrichen nur insoweit gebrochen, als dass sich das Trommelfell keine Schiefer mehr einzieht und nun regelrecht geschmeichelt wird. Eine wesentliche Steigerung geht auf "Little Piece Of Dixie" jedoch mit der glasklaren Produktion einher: Das Album ist absolut brillant aufgenommen!

Auf "Little Piece Of Dixie" haben sich Blackberry Smoke wieder auf ihre eigentlichen Tugenden besonnen, Musik geschaffen, die alle Wurzeln und Spielarten des Southern Rocks berücksichtigt und ein wirklich breit gefächertes Southern-Scheibchen abgeliefert. Schon der eröffnende Countryrocker "Good One Coming On" ist ein Take, wie man es nicht besser machen kann. Sofort und ohne Umschweife fühlt man sich auf irgendeine schön gelegene Veranda in Dixie versetzt. Es nieselt zwar still vor sich hin, aber das macht nichts, denn es ist angenehm warm, dass Bier ist kalt und die Schaukelstühle, die Grandaddy vor 40 Jahren so reparierte, dass nichts mehr wackeln konnte, schwingen, inklusive Hörer, leicht hin und her...
"Like I Am" bricht in typischer Lynyrd Skynyrd Manier aus den Boxen. Krachende Gitarren, erdiger Groove, passende Vocals... auf der Veranda bleiben wir...! Kaum gedacht, bollern Blackberry Smoke den herrlichen Rootsrocker "Bottom Of This" um die Ohren. Was macht da schon das bisschen Regen?! Der Song hat eine sensationell-einfache, dafür umso einprägsamere Hookline, die sofort zum Mitsingen einlädt. Tun wir auch, denn es ist egal; hört uns ja eh keiner da draußen...!
Mit "Up In Smoke" ziehen Blackberry Smoke den Groove ein wenig an und beleuchten recht ausdrucksstark die wichtigen Dinge südlichen Landlebens. Egal ob der Freighttrain rumpelt, der Redneck Backbeat die Erde beben lässt oder ein Hillbilly Hoedown auf die Bretter gelegt wird: Es geht "Up In Smoke"! Eine feine Nummer, übrigens!
Die "Sanctified Woman" ist für Teile des Bibelgürtels wohl immer noch wichtig. Einen Song darüber durften wir schon lange nicht mehr hören. Hier brettern uns die "Brombeeren" eine so ordentlich drauf los preschende Nummer um die Ohren, dass wir vor Staunen vergessen die Schaukelstühle anzustubsen. Die wunderschöne Halbballade "Who Invented The Wheel" stürzt die Veranda-Schaukler sogar in eine mittlere Sinnkrise. Wer hat das Rad erfunden? Wer die Musik? Wer das Bier, den Whiskey, den Schaukelstuhl? Und wer holt die nächste Lage aus dem Kühlschrank...?!
Zwar beginnt es nun etwas stärker zu regnen, aber noch tropft kein Wasser durch die undichte Stelle im Veranda-Dach. "I'd Be Lyin'" wird dazu angestimmt und geht wieder schwer in Richtung 70er Jahre Lyn Skyn. Ein erstklassiger Song, den Blackberry Smoke herrlich schleppend, mit krachenden Gitarren, feinen Soli und zum Ende hin mit einem kreativen Break interpretieren. Bärenstark wird es mit dem Countryrocker "Prayer For The Little Man"! An der Nummer ist jedes Tune ein Genuss, ja keines mehr und keines weniger hätte sie erhalten dürfen. Ihre sympathische Eingängigkeit lässt sie vielleicht auch für viele US-Radiostationen interessant werden. Ein Erfolg, den ich den "Brombeeren"von Herzen gönnen würde!

Weit weg von unserer Veranda grummelt es vernehmlich, färbt sich der Himmel ein ganzes Stück weit dunkelgrau. Für Sekunden setzt der Regen aus, um danach nur noch stärker herab zu prasseln. Passend dazu bollern uns Blackberry Smoke ihr fantastisches "Restless" um die Ohren. Herrgottsakrament, was ist das für eine klasse Nummer! Durch das Loch im Veranda-Dach beginnt es langsam aber stetig zu tropfen. Scheiß der Hund drauf! Auch auf das Gewitter! Wir holen uns noch ein paar Bierchen und feiern weiter einen herrlich faulen Samstagnachmittag mit herausragender Mucke und irgendwie dazu passenden Wetter! "Shake Your Magnolia" animiert uns sogar noch mehr einen abzufeiern. Der Song ist mit allen Attributen einer guten Southern Rock Nummer versehen; vielleicht sollten wir anstelle des Biers doch eher Herrn Daniels aus dem Eisfach holen. Den guten Single Barrel. Schließlich ist heut' ein besonderer Tag!
Langsam schmelzen die Eiswürfel im Whiskey, die Seele baumelt zufrieden vor sich hin und ganz unvermittelt lässt der Regen nach. Das ferne Gewitter verzieht sich langsam in Richtung Alabama, brabbelt nur noch beleidigt und ganz weit weg vor sich hin. Blackberry Smoke haben ihren Rausschmeißer angestimmt. "Freedom Song" nennt sich diese Hymne unprätentiös und ich behaupte jetzt mal frank, frei und laut, dass wir in 2009, dem Jahr des vermutlich letzten Lynyrd Skynyrd Outputs, keine bessere Southern Rock Nummer mehr hören werden. Am "Freedom Song" gibt es nix, aber rein gar nix zu verbessern. Gut, er hätte in einer richtig langen Gitarrenschlacht enden können; aber tut das ein "Freedom Song"?! Nein, tut er nicht! Er bleibt mit Abstand das längste Take des Albums, hält sich aber mit 5:24 Minuten fürnehm zurück. Dass er nicht an sensationellen Double Leads spart, dass sein knorriger Groove genau dem, des einstmals in Jacksonville's Westside erschaffenen entspricht, dass er schon heute in die Annalen der Southern Rock Hall of Fame eingeht, sprich, dass er einfach eine wahre Ohrenweide ist, soll und muss den potentiellen Hörer und Käufer dieser CD nur umso mehr anspornen! Diese Nummer allein wäre den Erwerb der Scheibe wert!
Jählings, wenn auch schon etwas müde, bricht eine orange Sonne durch die Wolkendecke. Kaum breiten sich ihre Strahlen zaghaft aus, beginnt es herrlich nach rein gewaschenem Land, nach Heimat (und ein bisschen auch nach Single Barrel) zu duften. Ein nass-warmer und ungemein gehaltvoller Spätnachmittag neigt sich dem Abend entgegen. Zeit, "Little Piece Of Dixie" nochmal laufen zu lassen, die leeren Whiskeygläser beiseite zu stellen und ca. vier Kilo Spare Ribs mit "Bone suckin' Sauce" zu marinieren. Morgen wird's sonnig und warm. Was ist da schöner, als ein kleines BBQ...?!

Des Rezensenten Fazit fällt diesmal schlicht und einfach aus: Sechs Sterne! Mindestens! Dieses Album ist essentiell, ist der Süden wie er leibt und lebt, ist ein wirkliches (wie mit dem Spaten ausgestochenes) Stück Dixie! Seit Hogjaw's Debüt im letzten Jahr, war kein Southern Rock Album mehr so nachdrücklich zu gewichten. Deshalb sei ein jeder, der sich Southern Rock auf die Fahnen schreibt, dringenst eingeladen, sich sein eigenes "Little Piece Of Dixie" zu holen.
Das Fleckchen mit der Veranda und den Schaukelstühlen geb' ich allerdings nicht mehr her...!
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Diese Rezension war nun sehr lange Zeit "weg vom Fenster", wir schreiben mittlerer Weille 2015.
Ich stelle sie hier nach all den Jahren bei HoM aber nochmals ein.
Auch, weil es definitiv mein letztes Review sein wird.
Parkinson! - Mittlerer Weile so, dass ich mit meinen Fingern mehr Tasten treffe, als gewollt.

Macht es gut ihr liebe und treue Gemeinde - vielleicht findet sich ja jemand, der sein Ohr auch weiter ganz dicht an den Süden der USA hält; mit der Musik von sowichtigen Internetsendern wie dem ASR umzugehen weiß. Es lohntt ganz gewiss!
Würde mich sehr freuen auch hier auf dieser Plattform weiter über "meine" Musik lesen zu können.
Herzlichst und mit großem Dank an euch alle,
Euer Grisu
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 23, 2016 10:55 PM CET


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