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Persönliches Profil

Beiträge von Thomas Reuter
Top-Rezensenten Rang: 81.042
Hilfreiche Bewertungen: 2369

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Rezensionen verfasst von
Thomas Reuter (Düsseldorf)

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Heinrich Heine: Melancholiker, Streiter in Marx, Epikureer (detebe)
Heinrich Heine: Melancholiker, Streiter in Marx, Epikureer (detebe)
von Ludwig Marcuse
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gedichte asl Waffe, 27. März 2009
Mit Heinrich Heine betrat Anfang des 19. Jahrhunderts ein völlig neuer Schriftstellertypus die kulturelle Szene. Ein Schriftsteller, der das Werkzeug der Sprache nicht benutzt, um eine ästhetische Gegenwelt zu kreiren, nicht um die ewigen und ehernen Gesetzt der Kunst und des Menschen erneut zu beschwören und nicht, um dem Humanismus der vergehenden Kunstepoche erneut ein Ständchen zu bringen, sondern der mit seinen Texten und Gedichten direkt in die Wirklichkeit eingreift, versucht Einfluss zu nehmen und herauszufordern. Und dies alles tut er mit Gedichten. Ein unerhörter Vorgang. Heine wird damit als Schriftsteller einer unserer ältesten Zeitgenossen. Er schreibt in der Sprache, die wir heute noch sprechen, in einem direkten, schnörkellosen, ja beinahe kunstlosen Deutsch, welches aber dennoch so poetisch und gefühlvoll ist, dass es bisweilen reinste Poesie zu sein scheint, ehe wieder ein beißender Spott die Oberhand gewinnt. Heine vereinigte von Anbeginn diese beiden Seiten in sich: den poetischen Melancholiker, Romantiker und Epikureer auf der einen Seite und den scharfen, ironischen, eloquent sarkastischen Kritiker auf der anderen Seite.
Auf diese biographische Skizze von Ludwig Marcuse (nicht zu verwechseln mit Herbert) stieß ich zufällig und habe mich gleich festgelesen. Eigentlich handelt es sich um biographische Aufsätze, die über den lebensumspannenden Zeitraum von 1930 bis 1970 entstanden sind. Die Einzigartigkeit dieser Sammlung besteht in dem klaren und tiefen Intellekt des Verfassers sowie in der großartigen stilistischen Meisterschaft Marcuses. Marcuse zu lesen ist ein Genuss. Ja, mir scheint gar, als gehöre er mit zu den großen essayistischen Stilisten der deutschen Sprache.
Die hier präsentierten Aufsätze umfassen die Kindheit in Düsseldorf, die Studienjahre in Bonn und Göttingen - immer in aufschlussreicher Engführung zu der politischen Situation im nachnapoleonischen Deutschland. Die shooting-star Zeit des jungen Poeten in Berlin, dann die komplizierten Verhältnisse des exiliierten Heine in Paris, die Abgrenzung und Nähe zum mittlerweile verstorbenen Goethe, mit dem er häufig ungerechterweise verglichen wird, das Verhältnis zu Marx und Börne, schließlich seine Ehe mit der Französin Mathilde und ein Kapitel zum unendlich langen Leiden in der Matratzengruft zu Paris. Ein abschließendes Kapitel zur Geschichte eines deutschen Heine-Denkmals.
Marcuses Darstellungen sind so klug und vielschichtig, dass man um dieses Buch nicht herumkommt, will man etwas Anspruchsvolles zu Heine lesen. Und obendrein ist es sprachlich noch ein Hochgenuss.

Thomas Reuter


Andalusien - Ein Reiselesebuch
Andalusien - Ein Reiselesebuch
von Wolfram Weimer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 10,49

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein bibliophiles Reiselesebuch über Andalusien, 27. März 2009
Wolfram Weimer, Begründer und Herausgeber des Politmagazins Cicero, hat in diesem bibliophil gestalteten Reiselesebuch 22 Skizzen, Erzählungen, Reiseberichte, Geschichten und Reportagen zusammengetragen. Die Themen sind so vielseitig wie die Autoren unterschiedlich. Es geht um die Semana Santa in Malaga, den Stierkampf in Ronda, die tanzenden Pferde von Jerez, Granada und die Alhambra und und und. Die Palette der Autoren reicht von Heinrich Heine bis hin zu Hans Magnus Enzensberger. Dennoch stellen die Texte nur Happen dar, die Appetit auf mehr machen und an die sich der Leser in ihrer Zerstreutheit bereits nach kurzer Zeit nicht mehr erinnern kann. Am besten eignet es sich wohl zur Lektüre neben der Reise.

Thomas Reuter


Das maurische Spanien: 800 Jahre islamische Hochkultur in Al Andalus
Das maurische Spanien: 800 Jahre islamische Hochkultur in Al Andalus
von André Clot
  Gebundene Ausgabe

18 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 800 Jahre islamische Kultur auf europäischem Boden, 26. März 2009
Heinrich Heine hat es bedichtet, Rainer Maria Rilke und Irving Washington haben es aufgesucht und nicht zuletzt Hemingway hat es berühmt gemacht: das maurische Spanien. In einem 300-seitigen Buch hat der Franzose André Clot seine Geschichte beschrieben. Es ist eine Geschichte von blutiger Eroberung, Kampf und Krieg, Intrigen, Verfolgung und Ausmerzung, aber auch eine des Glanzes, der Kunst und der Bildung. Über 800 Jahre haben die islamischen Mauren auf diesem Südzipfel des europäischen Kontinents geherrscht und mit dieser Schnittstelle zwischen Orient und Okzident auch den Weg des restlichen Europas mitbestimmt. So wurde beispielsweise das restliche Europa im 12. Jahrhundert der Schriften des Aristoteles nur über den Umweg der Übersetzungen aus dem arabischen gewahr, wodurch die beginnende Universitätskultur mächtig aufgewirbelt wurde. Aber diese Form des Kulturhandels blieb letztlich doch nur ein Nebenprodukt in einer Auseinandersetzung, in der es vornehmlich um geographische Besitzansprüche ging.
Satt und üppig erzählt Clot von den Eroberungen im südlichen Spanien: Von Tarik, dem Berber, der 711 von Marokko in Spanien einfiel und die Westgoten vernichtend schlug - auch weil die Juden im Lande sich auf die Seite der Berber schlugen. Mit dem syrischen Königssohnflüchtling Abd al Rahman beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte Al Andalus. Es folgen Clan- und Stammesfehden ziwschen den Berbern und Syrern. Im 9. Jahrhundert fielen die Wikinger gnadenlos über das Land her. Hakam und Hakam II begründen im 10. Jahrhundert eine gewaltige Bibliothek, die in Europa ihresgleichen sucht. Bücher werden aus allen Teilen der Welt angeschafft, gesammelt, abgeschrieben und übersetzt. Der Emporkömmling al Mansur holt im 10. Jahrhundert erneut die Berber ins Land, was den Untergang einleitet. Diese Almoraviden sind ein Muster strenger Frömmigkeit, mit der sie die andalusische Bevölkerung unterdrücken. Im 11. Jahrhundert bekämpfen die marokkanischen Almohaden die Almoraviden. Zu diesem Zeitpunkt weist die andalusische Bevölkerung die kurioseste Durchmischung auf. Die Mehrheit bilden die Berber, die tonangebende Schicht stellen jedoch die Araber aus Syrien und Ägypten dar. Hinzu kommen versklavte Germanen aus dem europäische Norden sowie Sklaven aus Schwarzafrika. Einen großen Bestandteil der Bevölkerung machen die Juden aus. Es gibt des Weiteren die große Anzahl der Konvertiten, die beim Einfall der Araber zum moslemischen Glauben übertraten sowie die christlichen Mozaraber, die zwar Christen blieben, aber ansonsten Sprache und Kultur der Herrscher aufnahmen. Es wurde sogar nötig, die Bibel ins Arabische zu übertragen, weil sie sonst niemand mehr verstand.
Das für das westliche Denken herausragenden Ereignis war freilich die Übersetzung des Aristoteles ins Lateinische durch Gerhard von Cremona im 12. Jahrhundert. Langsam kam über die Jahrhunderte dann die Reconquista in Gang und 1492 hat das arabische Europa ein Ende - freilich auch hier mit großen Verlusten und unabsehbaren Folgen wie zum Beispiel die restlose Vertreibung der Juden aus Spanien.
Cot präsentiert eine packende und lebhafte Geschichte, die uns allerdings so fremd ist, dass sie schwerlich bei einmaliger Lektüre voll verständlich wird.

Thomas Reuter
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 17, 2013 11:23 AM MEST


Mitten in Amerika: Roman
Mitten in Amerika: Roman
von Annie Proulx
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weites Land, schräge Vögel, 20. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Mitten in Amerika: Roman (Taschenbuch)
"Mitten in Amerika" heißt der Roman von Annie Proulx und könnte doch genauso gut 'Mitten im nirgends' oder 'Am Ende der Welt' heißen, denn wir sind im Annie Proulx - Country: Die Einsamkeit, die Weite und die Leere, das sind die Gegenden, die diese vielleicht amerikanischste aller Schriftstellerinnen anziehen. Oder aber die Unendlichkeit der Rocky Mountains, in denen der Mensch winzig und die Welt groß ist. Zugleich sind dies aber die Orte, in denen der Mensch zu sich selbst kommt: Jeder einzelne ein Unikat, ein absolut einmaliges Individuum, schrullig und seltsam, ein Mysterium. Der Kunst von Annie Proulx ist deshalb etwas zutiefst Menschliches eigen. Sie liebt die Charaktere, die sie schafft und beschreibt sie mit aller Fürsorge, ja fast Zärtlichkeit. Zugleich schwingt jedoch ein wunderbarer ironischer, zu Zeiten spöttelnder Unterton mit, der uns zeigt, man müsse auch nicht alles so ernst nehmen. Die Ironie schafft Distanz und fungiert hier wie auch sonst als Lebensbewältigungsstrategie.
Der Schauplatz des Proulxschen anthropologischen Museums ist diesmal der Panhandle von Oklahoma und Texas. Das Land ist weit und Dallas fern. Bob Dollar - ein sprechender Name, aber er macht ihm keine Ehre - kommt als Unterhändler von Global Pork Rind in diese merkwürdige Zwischenwelt und versucht undercover den ortsansässigen Farmern ihr Land abzuschwatzen, auf dem dann Schweinemast betrieben werden soll. Die Schweinemast steht in dieser Gegend für das Böse an sich. Sie verkörpert alles, was die Zivilisation an Schlechtem mit sich gebracht hat: die Abfertigung, die Masse, die Industrialisierung, die Gleichheit, den Abfall und Gestank, das Kapital, die Fremdherrschaft.
Hingegen die ortsansässigen Farmer. Sie alle sind Unikate, einmalige Gestalten untrennbar mit dem Land und seiner Geschichte verwachsen. Wenn sie auch alle irgendwann irgendwo herkamen, so sind sie doch im Panhandle erst zu sich selbst gekommen: als Käuze, Eigenbrödler und schräge Vögel. Mitunter sind es groteske Gestalten, aber sie sind absolut echt. Auch unserem Bob Dollar wird es zum Ende so ergehen. Er ist aus der Ferne gekommen - er wird am Ende bleiben. Und mit dieser unwirtlichsten der amerikanischen Welten zu einem neuen Einzelgänger verwachsen.
Trotz aller Ironie und Distanzierung steckt offenbar doch eine Botschaft in Annie Proulx' Erzählung: Sie trägt eine mit Leichtigkeit und Humor dargebotene Zivilisationskritik vor und wendet sich gegen die zunehmende Mechanisierung dem Einzelnen zu. Wenn es dem Farmer Ace Crouch am Ende des Romans gelingt, alles Land der Gegend aufzukaufen und die Mastbetriebe zu vertreiben, die Zäune einzureißen und wieder Bison Büffel anzusiedeln auf dass das Büffelgras wieder die staubige Prärie bewachse, dann kommt dem natürlich etwas "Märchenhaftes" zu, wie mein Vorgänger Ludwig Witzani hier schreibt. Aber es hat auch etwas zutiefst Humanes und es hat Charme. Für Proulx lieg die Zukunft im Abseitigen und Eigenen. Ihr Held ist Ace Crouch, der sicher, ruhig und zielstrebig für sich selber und damit für alle anderen handelt. Sein Eigensinn ist ein Kraftwerk, aus dem sich die Zukunft speist. Da sie auf jede Öko-Ideologie und dumpfe Meinungsmache verzichtet, kommt Proulx' Weisheit leichtfüßig und unbeschwert daher.
Es ist in vielfachem Sinne ein sehr amerikanischer Roman, insofern er die frontier, die ewige Grenze, die dem amerikanischen Bewusstsein so tief eingebrannt ist, zum Thema macht. Früher verlief die Grenze zwischen Zivilisation und Wildnis, und Proulx versäumt nicht die Gelegenheit, die Eroberung des Westens bzw. des Panhandels in ihre Erzählung einzubinden. Von den Indianerkämpfen über den Bau der ersten Bahntrassen bis zur Ankunft der Farmer und ihres Abzugs aus dem Dust Bowl in den Hungerjahren der Depression wird dem Leser ein komplettes Bild dieser transitorischen Welt vermittelt. Und im Proulxschen Sinne liegt die Prärie Nordamerikas immer noch - oder besser wieder - auf der frontier. Dieses Mal handelt es sich jedoch um eine Rückeroberung, eine Reconquista, in der die Wildnis sich die Zivilisation zurückerobert. Es ist ein zauberhaftes Gedanke und ein zauberhaftes Buch. Es wäre verkehrt, eine mit solchem Charme vorgetragene Zivilisationskritik mit dem ideologischen Vorschlaghammer plattzuschlagen. Wenn man sich für die großen Weiten des amerikanischen Westens interessiert, sollte man das Buch unbedingt gelesen haben - und Proulx' Sprache ist immer ein Genuss.

Thomas Reuter
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 25, 2009 7:53 PM CET


Bandit Roads: In das gesetzlose Herz Mexikos
Bandit Roads: In das gesetzlose Herz Mexikos
von Richard Grant
  Taschenbuch

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echter Knaller, 8. Februar 2009
Die Sierra Madre Occidental ist zur Zeit vermutlich tatsächlich das gefährlichste Gebiet auf der Welt, in das es einen Fremden verschlagen kann. Der Gebirgszug, der sich über 900 Kilometer von Mexikos Norden bis zur Hauptstadt Mexiko-City erstreckt, ist unwegsam, verlassen und wild. Und in den Tälern und Schluchten der Canyons, die nur über mehrere Tagesreisen zu erreichen sind, werden Drogen, vornehmlich Marihuana angebaut. Im Norden Mexikos herrscht Krieg und weder Polizei noch das Militär sind gewappnet, dem Kampf zwischen rivalisierenden Banden der Drogenmafia Einhalt zu gebieten.
Wer auf die Idee kommt, ausgerechnet in der Sierra Madre Urlaub zu machen, muss also entweder wahnsinnig oder lebensmüde sein. Zwar führt ein schmaler Touristenkorridor durch das Land entlang der Pacific - Chihuahua Bahnlinie von Los Mochis am Meer von Cortés über Creel nach Chihuahua und auch die Fahrt tief in die Schlucht nach Batopilas gilt als sicher. Aber abgesehen davon entspricht das Land dem Untertitel des vorliegenden Buches: Das gesetzlose Herz Mexikos.
Richard Grant, getrieben von einer undefinierbaren Zivilisationsflucht und magisch angezogen von einer noch schwerer zu erklärenden Romantik, die mit dem Outlaw-Status dieser Welt einhergeht, machte sich auf in das Land der Canyons und der Pistoleros. Er geht nicht unvorbereitet. Mit sich schleppt er eine kleine Bibliothek über Land und Leute und die wechselhafte gewalttätige Geschichte Nordmexikos. Wir Leser danken es ihm, denn er lässt sein Wissen geschickt in seine Reisebeschreibung einfließen. So wird aus einer bloßen Reiseerzählung eine Wanderung durch die Geschichte der Sierra Madre. Wir erfahren von den letzten Schlachten der Apachen unter der Leitung ihres großen Führers Geronimo. Wir lesen von dem frühen exzentrischen Kartographen und Entdecker, Lumholtz aus Norwegen, der das Land Mitte des 19. Jahrhunderts intensiv bereiste und kartographierte. Der Revolutionär und Nationalheld Pancho Villa, der aus dem Norden stammte und bis heute bedingungslos verehrt wird, kann natürlich in diesem Buch über die Sierra Madre nicht fehlen. Und schließlich erfahren wir ausführlich über die Käuze und Eigenbrödler der heutigen Bewohner. Und natürlich über die schweren Jungs, die Pistoleros und gunmen. Richard Grant muss ein paar Federn lassen, verlässt aber nach einer etwa halbjährigen Reise weitestgehend unbeschadet die Canyons Nordmexikos. Das Buch ist hervorragend geschrieben und ist völlig zurecht als Reisebuch mit dem Thomas Cook Travel Book Award ausgezeichnet worden.

Thomas Reuter


Der Turm: Geschichte aus einem versunkenen Land. Roman
Der Turm: Geschichte aus einem versunkenen Land. Roman
von Uwe Tellkamp
  Gebundene Ausgabe

119 von 152 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf dem Turm, 18. Januar 2009
Endlich hat noch einmal ein deutscher Autor sich einem richtig großen Projekt verschrieben. Ein Roman wie ein Ziegelstein. 1000 handfeste Seiten über die letzten 10 Jahre der DDR. Wortgewaltig, ausufernd, endlos. Meilenweit entfernt von der ganzen Befindlichkeitsprosa, die hierzulande in dünnen Bändchen zu teuren Preisen Jahr für Jahr erscheint. Der Turm ist ein echtes Schwergewicht. Wer ihn ersteigen will, muss einen langen Atem haben.
Die Bildlichkeit des Titels lädt bereits zum Spekulieren ein: Stellt der Turm als uneinnehmbare Festung die Burg der DDR dar, die sich gegen die Umwelt abschottet und verbarrikadiert? Oder ist der Turm vielleicht der Aussichtspunkt, von dem aus der Erzähler die Welt vor sich ausgegossen sieht? Man mag an den Türmer aus Goethes Faust II denken, der von oben die sich ereignende Katastrophe zu seinen Füßen beschreibt. Versinnbildlicht der Titel vielleicht die Lektüre als kräftezehrende Ersteigung? Oder aber stellt das backsteingroße Buch selber einen Stein aus dem benannten Turm dar? Vielleicht bezieht es sich aber doch bloß auf die Turmstraße in Dresden, wo einige der Familien, um deren Leben sich die Erzählung rankt, leben. Polyvalenz und Vielschichtigkeit sind jedenfalls ein viel genutztes Mittel, mit dem Tellkamp sein Riesenwerk immer wieder auflädt. Lohnt sich denn die Besteigung des Turms?
Im Turm geht es um die Erzählung der letzten 10 Jahren des DDR-Regimes am Beispiel mehrerer Familien und dutzender weiterer Figuren in Dresden. Die Familien wohnen in Häusern mit romantischen Namen wie Haus Karavelle, Haus Abendstern, Tausendaugenhaus usw. Es gibt einige Hauptfiguren wie Christian Hoffmann, zu Beginn des Romans Schüler, später unfreiwillig bei der Armee, sein Vater Richard Hoffmann, Handchirurg sowie sein Onkel Meno Rohde, Zoologe und Lektor. Alle entstammen dem gehobenen, gebildeten Milieu, sind Intellektuelle und natürlich staatskritisch. Was erzählt wird ist eigentlich schwer zu sagen. Christian reift heran, die Figuren werden älter, es geschieht über hunderte von Seiten eigentlich nichts. Und dennoch taucht der Leser tief in die Welt der DDR ein, lernt alle Facetten dieses Unterdrückungsstaates kennen, den beißenden Mangel, die Zensur, die Selbstzensur, die abstrusen ideologischen Verrenkungen, die Lethargie, die Lähmung, die Frustration, die Verzweiflung, das Arrangement mit dem Bestehenden.
Die Ereignislosigkeit der Zeit legt sich selbst wie ein Schleier über die Erzählung und lullt den Leser in ein merkwürdiges Gewand aus Anteilnahme und Distanz. Es ist eine Erzählung ohne Ziel und ohne Richtung. Man schwimmt in diesem Roman wie in einem Meer aus Worten, Sätzen und Seiten, ohne Land am Horizont zu sehen. Manchmal scheint dieser Roman selber wie ein Organismus, der im Rhythmus des eigenen Atmens anschwillt und abschwillt. Einmal schläft er, dann wiederum läuft er im Sauseschritt. In diesem Organismus gibt es ausufernde Extremitäten, Wurmfortsätze, die überflüssig scheinen, aber auch effiziente Organe, die den Betrieb am Leben halten. Man kann Tellkamps Buch nicht uneingeschränkt lieben. Dazu verlangt es einem zuviel ab. Vieles scheint auch nicht vollkommen gelungen. Die Dialoge sind häufig arg hölzern und wirken nicht echt. Ganze Kapitel scheinen mitunter überflüssig.
Manches ist aber auch grandios. Die schiere Wortmächtigkeit und Beschreibungsgewalt, mit der Tellkamp seinen Stoff bannt. So etwas hat man lange nicht mehr in deutscher Sprache gelesen. Auch die Experimentierfreudigkeit. Ein Heer von literarischen Zitaten und Anspielungen sind in den Text einmontiert. Literarische Verfahren der großen Autoren der Klassischen Moderne wie Musil, Mann, Joyce und Proust werden umstandslos kopiert oder zitiert. Und am stärksten ist Tellkamp, wenn er wirklich seine Position oben auf dem Turm bezieht und das Treiben in der Welt betrachtet. Hier ist der Erzähler ganz bei sich und entwickelt einen faszinierenden Beschreibungsstil. Die große Adlerperspektive ist Tellkamps Form. Wie mit einer Kamera fliegt er über Dresden, in die Häuser und Stuben, in die Gedanken seiner Bewohner und verlässt sie wieder. Hier ist Tellkamp sehr stark. Wie unaufhörliche Kaskaden strömen dann die Sätze auf den Leser ein in einem Wortschwall, dem man mitunter nur mit Mühe folgen kann. Viele Leitmotive wie die Wettermetaphorik und die Augenmetaphorik ziehen sich mit anderen Symbolen und Metaphern durch den ganzen Text und treten immer wieder auf. Am deutlichsten wohl die Zeitmetaphorik, die Uhren, die erst eingefroren sind und später "auf einmal" zum 9. November 1989 schlagen. Damit endet das Buch. Ein vielschichtiges Werk. Beim Lesen nicht immer eine Freude, aber es ist auch ein Buch, dass durch die schiere Masse überzeugt, dass den Speck braucht, um seiner Gewichtsklasse zu entsprechen. Mithin hat man den Eindruck, die Ziellosigkeit bildet selber die Langeweile des Landes ab, von dem es erzählt. Und wenn man oben auf dem Turm angekommen ist, fühlt man sich mit den Figuren erleichtert, dass der 9. November erreicht ist.

Thomas Reuter
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 28, 2009 6:22 PM MEST


Die Wohlgesinnten: Roman
Die Wohlgesinnten: Roman
von Jonathan Littell
  Gebundene Ausgabe

186 von 207 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genialisch!, 5. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Wohlgesinnten: Roman (Gebundene Ausgabe)
Was für ein Brocken! Was für ein Werk! An Kühnheit kaum zu überbieten. An Komplexität und Vielschichtigkeit beeindruckend. Ein 1400-Seiten Roman über das anspruchsvolle Thema des 2. Weltkriegs und des Holocaust. Erzählt ausgerechnet aus der Perspektive eines SS-Offiziers. Geschrieben von einem jungen französischen Juden. Obendrein ein Debütroman. Man muss schon einige Superlative versammeln, um den Roman "Die Wohlgesinnten" von Jonathan Littell zu beschreiben. Allein schon beim Durchblättern mag man in die Knie gehen: 1400 eng bedruckte Seiten im Blocksatz. Nirgendwo die Spur eines auflockernden Dialoges mit zerfransten Zeilenenden. Stattdessen eine Flut von völlig identisch aussehenden Seiten, im Anhang ein 30-Seitiger Glossar mit den Fachtermini der Deutschen Wehrmacht und eine Konkordanz der Dienstgrade der SS, der Wehrmacht und der Polizei. Nimmt man noch das Inhaltsverzeichnis hinzu, ausschließlich bestehend aus Bezeichnungen der Musik und des Tanzes wie "Courante" und "Sarabande", weiß man: dieser Mann meint es ernst.
Da werden die Literaturwissenschaftler einiges zu bearbeiten haben, wenn erst einmal das empörte Geblöck des Feuilletons verstummt ist. Denn einen Vorwurf kann man Littell sicher nicht machen: dass er es sich leicht gemacht habe und dass er bloß provozieren wolle. Oder dass er gar politisch verdächtig wäre. Dazu ist dieses Riesenwerk viel zu komplex und viel zu genau.
Denn es geht ja nicht darum - wie manche Kritiker gerne glauben machen wollen - dass mit der Erzählung der Judenvernichtung aus der Perspektive eines SS-Manns letzte Tabus fallen sollen. Der erzähltheoretische Rahmen und die ganze Anlage des Werks ist so vielschichtig, dass jeder kurzgeschlossener Moralismus ins Leere läuft.
Dies fängt natürlich bereits bei der Titelgebung "Die Wohlgesinnten" an, die mit dem Verweis auf den griechischen Mythos der Orestie einen ganzen Kosmos der Auslegung aufschlägt. Die Wohlgesinnten sind bei Aischylos die endlich besänftigten, schrecklichen Schicksalsgöttinen Erinnyen, die nach der Verurteilung des Orest ins Freundliche gewandelt sind. Orest ist im Mythos schuldig des Muttermordes. Und auch Obersturmbannführer Aue erschlägt in der Mitte des Romans Mutter und Stiefvater. Aue unterhält aber zudem noch ein inzestuöses Verhältnis zu seiner Zwillingsschwester, die, wie könnte es anders sein, Una heißt, was für 'Eins' oder 'Vereinigung' stehen mag. Mit dem Muttermord, bzw. dem stellvertretenden Vatermord und dem Inzest verknüpft Littell seinen Roman mit dem mythologischen Kern der abendländischen Überlieferung.
Das Spiel der Spiegelungen und Vereinigungen geht aber noch weiter: Bei dem Besuch bei den Eltern, in dessen Folge Aue sie ermordet, entdeckt er zwei bei ihnen lebende Kinder, Zwillinge. Aue ist von diesen Zwillingen, die er nicht zuordnen kann, höchst irritiert, bis zum Ende des Romans eine dumpfe Ahnung Gewissheit wird: es handelt sich um seine eigenen Kinder, inzestuös gezeugt mit seiner Zwillingsschwester Una.
Darüber hinaus ist Maximilian Aue aber, von der Vereinigung mit der Schwester abgesehen, schwul. Die Homosexualität ist ein weiterer Stein im Motivkomplex der Vereinigung des Unvereinbaren, in der sich der Zug zur Negation der Differenz offenbart. Dieser Furor der Identität, dieses Verlangen nach Ursprünglichkeit und Einheit, die ja auch als Fundament der Naziideologie angesehen werden kann, gipfelt in der Spiegelung von Juden und Ariern. So sieht beispielsweise Aue beim Besuch einer Führerrede in einer surrealistisch anmutenden Szene Adolf Hitler als Rabbi. Mehrfach wird das Zwillingshafte als Motiv zwischen den Juden und den Deutschen aufgerufen. Schließlich noch wird Aue nach der Ermordung seiner Eltern in fast kafkaesker Manier von einem wie Zwillinge auftretendes Ermittlerpärchen verfolgt. Und die Auflösung der Differenz im einzigen 'Scheitelauge', das Aue in Stalingrad in die Stirn geschossen wird, mit welchem er fortan eine geschärfte Sichtweise der Welt hat.
All dies schafft erst einmal einen literaturhistorischen und -theoretischen Rahmen, der es in sich hat! Die weiteren intertextuellen Bezüge sind zahllos!
Aber dies ist ja nur die eine Seite des Werkes, zeigt nur, auf welchem Niveau er angesiedelt ist. Etwas anderes ist die Handlung und das Erzählen selber:
Selbst Historiker bescheiden Littell unglaubliche Genauigkeit, was die Fakten der Darstellung angeht, wenn er Maximilian Aue als SS-Offizier das gesamte Panorama Europas im 2. Weltkrieg durchlaufen lässt.
Und was das Erzählen angeht: Es ist großartig! Über 1400 Seiten kommt keine Langeweile auf. Es gibt erschütternde Passagen, es gibt Passagen, die einem einiges abverlangen. Es ist ein gewaltiges Werk! Die literarische Auseinandersetzung mit Nazideutschland für das 21. Jahrhundert.

Thomas Reuter
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 17, 2009 2:16 PM MEST


Adam und Evelyn
Adam und Evelyn
von Ingo Schulze
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Berufsschriftstellerei und die Folgen, 3. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Adam und Evelyn (Gebundene Ausgabe)
Kann Schriftstellerei eigentlich ein Beruf sein? Geht das überhaupt? Was macht man eigentlich, wenn man Schriftsteller von Beruf ist und schon wieder so einen Roman schreiben muss?
Das sind Fragen, die nicht meine Fragen sind, denn ich bin kein Schriftsteller. Es sind aber Fragen, die plötzlich auftauchten, als ich den neuen Roman von Ingo Schulze las, den Roman "Adam und Evelyn". Was wird mir hier eigentlich erzählt, frage ich mich. Da ist Adam, ein Schneider in Ost-Berlin, da ist seine Freundin Evelyn. Er geht notorisch fremd, sie verlässt ihn, reist mit einer Freundin nach Ungarn, er hinterher. Dann taucht da noch so ein Wessi auf, der auf Evelyn scharf ist und dann fällt der eiserne Vorhang und beide ab in den Westen.
Private Liebeleien, Schicksale und Tragödien treffen auf weltgeschichtliche Ereignisse und man erkennt: das eine hat mit dem anderen nichts, aber auch gar nichts zu tun. Möglicherweise soll hierin die Aussage stecken: Wie sich der Mensch doch immer in seinen kleinen privaten Räumen liebt und zankt - ganz gleich, ob um ihn herum die Welt zusammenbricht.
Aber irgendwie trägt das nicht. Die Geschichte langweilt schrecklich. Der ganze angedeutete Überbau von Adam und Eva und dem Auszug aus dem Paradies bleibt letztlich völlig funktionslos. Aber immerhin macht man sich als Leser so seine Gedanken und fragt sich: Ist da was? Heißt das was?
Aber nein, es kommt am Ende bei aller Exegese nichts herum und wenn die Geschichte das Buch nicht trägt, dann taugt doch aller formale Furor nichts.
Am Ende denke ich, da hat halt der Schulze so einen Roman geschrieben, weil er nun mal Schriftsteller ist und sich vermutlich denkt, was soll ich denn nun schreiben. Und solch ein Zustand wird auch noch künstlich herbeigeführt, indem man den Schriftsteller ein Jahr lang mit anderen Künstlern in die Villa Massimo in Rom einsperrt und sagt: Nun schreib mal schön ein Buch. Und das kommt dann wiederum auf die Short-List des Deutschen Buchpreises.
Also, ob das alles so richtig ist? Ich weiß ja nicht.

Thomas Reuter
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 11, 2009 6:41 PM CET


Die Jahre mit Laura Díaz: Roman
Die Jahre mit Laura Díaz: Roman
von Carlos Fuentes
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Magischer Realismus abgenudelt, 3. Januar 2009
In den 70er und 80er Jahren machte ein bestimmter Romanstil aus den latein- und südamerikanischen Ländern Furore, der bald unter dem Chiffre Magischer Realismus bekannt wurde. Autoren wie Marquez, Allende, Llosa und andere waren seine Protagonisten und ihre Geschichten oszillierten eigenartig zwischen Phantasie und Realität, so dass man aus ihren Beschreibungen unschwer surrealistische Gemälde hätte erstellen können. Es waren faszinierende Bücher, aber der Stil ließ sich leicht abkupfern.
Bei Carlos Fuentes' "Die Jahre mit Laura Díaz" bleibt nur noch die Methode. Die Geschichte selber ist todlangweilig. Der Titel sagt bereits alles: Welche Jahre? Und wer ist Laura Díaz? Eine Unbekannte. Als Romanfigur eine Totgeburt, die einzig und allein als Medium der Geschichte dient, die erzählt werden soll. Und erzählt werden sollen die Jahre, nämlich die Jahre des 20. Jahrhunderts von Mexiko. Es handelt sich also um eine Versuchsandordnung: Man nehme irgendeine eigenschaftslose Figur und führe sie durch die Wirren der Zeit, lasse sie mit den großen Persönlichkeiten der Nation verkehren, als da wären Diego Riveras, Frieda Kahlo, Revolutionären, Staatsmännern und Outlaws und schon hat man seinen grandiosen zeitgeschichtlichen Roman - alles ein wenig aufgetischt mit den Mitteln des Magischen Realismus.
Warum soll ich das lesen? Es langweilt mich. Und zwar, weil die Figuren alle nicht echt sind, weil sie keinen Charakter haben, weil sie lediglich als Mittel benutzt werden, um die Geschichte des Landes zu erzählen. Nach der Hälfte dieses 600-Seiten Romans habe ich das Handtuch geworfen.

Thomas Reuter


Friedrich Schiller: oder Die Erfindung des Deutschen Idealismus
Friedrich Schiller: oder Die Erfindung des Deutschen Idealismus
von Rüdiger Safranski
  Taschenbuch

33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schillernd, 3. Januar 2009
Rüdiger Safranski bewegt sich seit geraumer Zeit im Metier der Schrifsteller- und Philosophen-Biographie. Safranskis Geschick sowohl wissenschaftlich fundiert als auch lesbar zu schreiben, macht die Lektüre seiner Bücher zum Genuss. Die Biographie "Schiller oder die Erfindung des Deutschen Idealismus" gehört mit Sicherheit zu dem besten, was man einführend zum Leben Schillers lesen kann. Freilich ist sie nicht so umfangreich und wissenschaftlich wie Peter-André Alts zweibändige Biographie; sie ist aber dafür kurzweilig und lässt sich auch für einen interessierten Laien leicht bewältigen. Sachkundig werden vor allem auch die philosophischen Probleme der Zeit aufbereitet, mit denen Schiller sich in seinen Stücken und in seinem philosophischen Werk herumschlug. Bei der Lektüre dieser Biographie ging es mir wie oft zuvor mit Schiller. Das Pathos und der unerbittliche Moralismus sind auf den ersten Anblick befremdend, die Beschäftigung mit dem Menschen in seiner Zeit allerdings, vor allem die Gewalt, mit der Schiller sich dieses Werk abringt, sind bei näherer Betrachtung faszinierend und führen wieder zurück zu seinen Texten.

Thomas Reuter


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