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so_82

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Frostklirren: Das Schwarze Auge Abenteuer E9, Erben des Schwarzen Eises 1 (Das Schwarze Auge: Abenteuer in Aventurien (Ulisses))
Frostklirren: Das Schwarze Auge Abenteuer E9, Erben des Schwarzen Eises 1 (Das Schwarze Auge: Abenteuer in Aventurien (Ulisses))
von Feder & Schwert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,50

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auftakt zur neuen Einsteigerkampagne im hohen Norden, 7. Mai 2013
Bei Frostklirren handelt es sich um das erste Buch der neuen dreibändigen DSA-Kampagne "Die Erben des schwarzen Eises", die explizit für Einsteiger konzipiert wurde und somit auch in der "roten" Einsteigerabenteuerserie zu finden ist. Die Helden verschlägt es hierbei in den hohen Norden Aventuriens, wo bis vor kurzem noch das unerbittliche Eisreich der Eishexe Glorana - eines der schwarzen Lande - existierte. Doch nun scheint die Heptarchin verschwunden zu sein und das schwarze Eis beginnt sich zurückzuziehen. Das karge, dünnbesiedelte und dennoch lebensfeindliche Land lockt allmählich wieder Händler, Glücksritter u.ä. an. Doch die Nachwirkungen der Dämonenherrschaft sind noch allenhalben spürbar und auch die Bevölkerung ist noch durchsetzt von Paktierern und allerlei zweilichtigen Gesatlten...

Das Konzept der Kampagne ist durchaus als ambitioniert zu bezeichnen. Immerhin beschäftigt sich die Leitgeschichte zumindest am Rande mit durchaus bedeutsamen aventurischen Geschehen, dem Zerfall des Eisreiches Glorianas und den Folgen. Insgesamt ist die Kampagne auf drei aventurische Jahre in und um die "Nordmetropole" Paavi ausgelegt. Der erste Band enthält vier - jedes für sich betrachtet - ordentlich bis gut ausgearbeitete Abenteuer, die sich vom Anspruch her an Einsteiger richten und somit zum schnellen Losspielen einladen. Grundsätzlich ist zum leiten von "Die Erben des schwarzen Eises" nur die Kenntnis des Basisregelwerks von Nöten. Zusätzlich bietet der Band umfangreiche Anhänge, die die Region, die Städte, den geschichtlichen und kulturellen Hintergrund, wichtige Meisterpersonen etc. näher beleuchten und dem Meister somit helfen das kalte Flair des Nordens stimmig zum Leben zu erwecken. Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der Platz für Zusatzinformationen begrenzt ist und für ein noch stimmigeres Bild bspw. die Regionalspielhilfe "Im Bann des Nordlichts" von Nutzen sein kann.

Die einzelnen Abenteuer im Überblick:

1. Der Weg in den Norden:

Ein mehr oder weniger klassisches Reiseabenteuer, dass zunächst mit der Anwerbung der Helden beginnt und den Helden auf dem Weg über bestimmte Begegnungen mit Flora und Fauna die bespielte Region näher bringt. Es handelt sich um eines der besseren seiner Art und bietet genügend Raum für eigene Ideen und freies Rollenspiel. Die Motivation bzw. der Aufhänger für die Helden ist ein kleiner Wermutstropfen, der vielleicht nicht jeden aventurischen Recken dazubringt sich die nächsten drei Jahre mit klirrender Kälte rumzuschlagen.

4 von 5 Punkten.

2. Des Schlitzers letzter Weg

Ein rasantes Abentuer in Paavi, dass einen durchaus spannenden Aufhänger/Plot um einen kürzlich verstorbenen Serienmörder und einiges an Action bietet. Allerdings ist die Einbettung in das Gesamtkonzept, der bisher bekannten Kampagne nicht ganz gelungen. Im Prinzip dient das Abenteuer dazu die Helden direkt bei Laune (und in der Stadt zu halten) und erste wichtige NSCs einzuführen. Durch den eng gesteckten Zeitrahmen bleibt aber relativ wenig Zeit, um die neue Stadt hinreichend zu erkunden. Allerdings können die Helden hier ihrer Profession nachgehen und erstmals für Aufmerksamkeit sorgen.

3 von 5 Punkten.

3. Das Geschäft mit der Abhängigkeit

Ähnliches gilt auch für Abenteuer 3, dem es allerdings deutlich besser gelingt die Helden in die Gesellschaft und das Stadtkolorit (Kneipenszene) Paavis einzuführen. Die Helden kommen einem Suchtmittelproblem auf die Spur. Das Abenteuer beginnt mit einem gemächlichen Recherche-/Detektivteil und führt die Helden schließlich erstmals auch aus der Stadt hinaus.

3,5 von 5 Punkten.

4. In die Nacht

Im letzten Abenteuer des Bandes zieht die Handlung wieder etwas an. Bewohner Paavis werden entführt. Auch dieses Abenteuer ist liebevoll ausgearbeitet und bildet einen gelungenen Abschluss des ersten Bandes. Neben Ereignissen um Paavi und den Nachwirkungen des Eisreiches Glorianas, steht hier auch die klassiche Nordlandkultur der Nivesen im Mittelpunkt, sowie ein nicht zu verachtender Wildnisanteil. Nebenbei führt auch diese Band wiederum einige für die Zukunft wichtige Meisterpersonen ein.

4 von 5 Punkten.

Was bleibt ist ein abschließendes Fazit, dass gar nicht so einfach zu ziehen ist. Denn schließlich ist es nach Lesen des ersten Bandes noch immer recht schwer zu beurteilen, wohin die weitere Reise der Helden in den nächsten Bänden führt, zumal der Band mit Andeutungen geizt. Bleibt Paavi das Zentrum der Handlung? Oder dringen die Helden noch tiefer in die Eiswüsten vor? Abwarten...
Das Spielen der Abenteuer sollte allerdings einiges an Spaß bereiten, auch wenn man dennoch anmerken solte, dass den Meister trotz Einsteigerauszeichnung einiges an Arbeit erwartet, um das Erlebnis noch intensiver zu gestalten. Die Anhänge sind ausreichend und werden in den folgenden Bänden sicherlich noch erweitert ausgeführt. Insgesamt hinterlies Frostklirren einen positiven Eindruck. Kleinere Fehler des Lektorats (wie üblich bei DSA-Publikationen) beeinflussen die Wertung nicht. Der Band hat es geschafft, Interesse zu wecken, eine Region Aventuriens zu bespielen, mit der ich bisher nie richtig warm wurde (Was ein Wortspiel). Bleibt zu hoffen, dass das Niveau auch in den folgenden Bänden erhalten bleibt, dann steht einer tollen Kampagne im hohen Norden nichts im Wege, die auch den den ein oder anderen Veteranen durchaus dazu bringen wird, mal wieder die Fäustlinge überzustülpen...


Der Monstrumologe: Roman
Der Monstrumologe: Roman
Preis: EUR 7,49

3.0 von 5 Sternen Ausbaufähiges Debüt eines Monsterforschers, 2. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Monstrumologe: Roman (Kindle Edition)
Rick Yanceys Roman "Der Monstrumologe" ist der Auftakt zu einer Buchserie rund um den Monsterforscher (und -jäger) Dr. Pellinore Warthrop und seines zwölf Jährigen Lehrlingassistenten Will Henry James, seineszeichens auch der Ich-Erzähler der recht flott erzählten Geschichte.

Die Aufzeichnungen des Assistenten, die Ereignisse aus den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts beschreiben, fallen Rick Yancey in unserer heuteigen Zeit in die Hände und so macht er sich daran die gruseligen Erlebnisse des Verfassers aufzuarbeiten. Mitten in der Nacht erreicht den Monstrumologen überraschender Besuch. Als Mitbringsel überreicht dieser dem zurückgezogen lebenden Forscher gleich ein totes Prachtexemplar der Monstergattung "Anthropophagi", erbeutet vom hiesigen Friedhof. Sofort beginnt der Monstrumologe gemeinsam mit Will Henry mit der Untersuchung des ungewöhnlichen Leichnams. Und spätestens hier werden zwei Markenzeichen der Geschichte offenbar. Die besondere Beziehung des Monstrumologen zu seinem Gehilfen, der den Launen des Wissenschaftlers oft beinahe passiv, unterwürfig und widerstandslos ausgeliefert ist und ein Erzählstil, der nicht an blutigen und ekligen Details spart. Somit lässt sich die Geschichte durchaus in den Bereich der Horrorliteratur einordnen, zumal der Leichnam nicht das einzige Exepmplat der Monsterrasse bleibt und seine Nachfolger sind durchaus lebendiger...

Rick Yanceys Debüt ist als solide und durchaus gelungen zu bezeichnen die Geschichte verläuft relativ linear und wartet nicht mit großen Überraschungen oder Wendungen auf. Auf Grund einer recht gut transportierten düsteren Grundstimmung ist der Roman nichts für schwache Nerven und kleine Kinder. Wie erwähnt, spart der Autor auch nicht an blutigen Details. Sein Schreibstil ist sicherlich nichts außergewöhnliches, aber für ein leichtes Lesevergnügen durchaus geeignet. In vielen Momenten gelingt es ihm auch den altmodischen Flair des 19. Jh. zu transportieren.
Insgesamt gehört das Setting durchaus zu den Stärken des Buches. Die Handlungsorte sind für einen Gruselroman durchaus passend gewählt. Ein verschlafenes Nest im Osten der USA, ein altes Haus mit Laboratorium im Keller, ein friedhof, ein Irrenhaus, ein Schiff der Marke "Seelenverkäufer"...das passt. Die Charaktere sind hingegen eher eindimensional (aber nicht uninteressant) gezeichnet und machen im Verlauf keine besondere Entwicklung durch. Neben reichlich Action und Horror, bietet das Buch aber auch einen netten düsteren Humor und philosophisch angehauchten Passagen zur Natur von Menschen und Monstern.

Insgesamt ist das Debüt des Monstrumologen eher schnelles, leichtes Lesevergnügen für Leute, die Horrorgeschichten in einem unverbrauchten Gewand suchen und kein großes Stück Literatur. Bereut habe ich den Ausflug nach New Jerusalem (der Haupthandlungsort!) trotz einiger Schwächen dennoch nicht. Toll ist die Aufmachung des Buches - insbesondere die holzschnittartigen Zeichnungen - ähnlich dem Bild auf dem Einband. Die digitale Version auf dem Kindle ist solide umgesetzt, war gut lesbar und hatte zumindest keine störenden Fehler. Gut, dass es noch weitere Tagebücher des Will Henry gibt, denn dem Debüt des Monstrumologen ein weiteres Folgen. Luft nach oben ist auf jeden fall noch vorhanden


Flavia de Luce 4 - Vorhang auf für eine Leiche: Roman
Flavia de Luce 4 - Vorhang auf für eine Leiche: Roman
von Alan Bradley
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Wo Flavia daruf steht, ist ganz viel de Luce drin..., 24. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Unglaublich, Alan Bradleys Serie über die elfjährige Flavia de Luce - ihrerseits Hobbydetektivin mit einer Affinität zur Chemie - geht bereits in die vierte Runde. Dieses Mal spielt die Handlung im tiefsten Winter. Flavias AVter steht vor dem Ruin und ist gezwungen sein Haus Besuchern zu öffnen. Ein Filmteam kommt auf das Anwesen der de Luces, um dort zu drehen. Fast zeitgleich trifft auch ein Schneesturm ein, an kleineren Streitereien zwischen den Mitgliedern der Filmcrew mangelt es nicht und Flavia verfolgt das geschehen stets mit offenen Augen und Ohren. Logisch das eine Leiche in diesem Krimi nicht lange auf sich warten lässt. Wobei, etwas dauert es dann schon...der Autor lässt sich gewohnt viel Zeit seine Chraraktere einzuführen und nimmt sich immer wieder Freiräume um das muntere Treiben im alten Herrenhaus unter die Lupe zu nehmen.

Soweit der Plot. Wer die Vorgänger bereits gelsesen hat, fühlt sich auch im vierten Band schnell heimisch. Mit einem guten Händchen für skurille Charaktere und Situationen führt Bradshaw durch die Handlung. In Aufbau, Erzählstil und Tempo ähnelt das Buch eher einem gediegenen, typisch britischem Krimi, als einem nervenzerfetzendem Thriller. Der Fall ist ein beinahe klassicher Who-dunnit: ein von der Außenwelt abgeschlossener Raum, eine Handvoll Verdächtige, und die obligatorische Leiche. Sprachstil und Atmospähre fangen gut das Lebensgefühl auf dem Lande und der hochständigen, aber verarmten de Luces im Großbritannien kurz nach dem zweiten Weltkrieg ein. Dennoch liegt über allem eine feine Überzeichnung, die jedoch nicht aufdringlich wirkt. In diesen Punkten bleibt sich Brad shaw glücklicherweise treu, genau wie seinen Figuren. Flavia ist aufsässig und neugierig wie eh und je, ihre Schwestern ähnlich gehässsig, ihr Vater der Welt noch ein Stückchen mehr entrückt usw. MAn freut sich über jedes einzelne Wiedersehen mit den bekannten Figuren.

Schwächen gibt es wenige. Natürlich nutzt sich, der ähnliche Schauplatz (das Dörfchen Bishop's Lacy + Anwesend er de Luces),die bekannten Zänkereien zwischen den ungleichen Schwestern und anderes sich allmählich etwas ab. Bradshaw macht aber den Eindruck, als könne er seinem Universum noch immer interessantes hinzufügen. Die chemischen Höhenflüge Flavias sind da sicherlich schon mehr Geschmackssache Mir kommen sie manchmal etwas zu bemüht und (etwas inflationär) eingesetzt vor, andererseits siend sie ein Merkmal der Serie. Der Fall an sich ist nicht der innovativste der Serie, weiß aber durchgehend zu unterhalten und letztenendes jammert man hier auch auf hohem Niveau.

Flavia bleibt ein Highlight. Und auch "Vorhang auf für eine Leiche" hat alles, was ein Flavia de Luce-Krimi braucht. Ein gutes Buch für lange Winter/Herbstabende, das zum gemütlichen Schmökern einlädt: Allerdings sind die ca. 300 Seiten auch recht fix ausgelesen. Dennoch werden Falvia-Fans zugreifen müssen und können dies durchaus weitgehend Bedenkelos tun. Alle adneren sollten vielleicht Probelesen, ob der doch besondere Schreibstil, die namengebende, ungewöhnliche Heldin und das Szenario ihnen zusagen. An meiner Grundsätzlichen Sternevergabe zwischen 4 und 5 Sternen ändert dies jedoch nichts...


Battle Royale: Roman
Battle Royale: Roman
von Koushun Takami
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das schlimmste Spiel aller Zeiten, 10. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Battle Royale: Roman (Taschenbuch)
Koshun Takami schickt den Leser in seinem Roman Battle Royale in einen wahren Alptraum. In einem Paralleluniversum bilden Japan, China und weitere Ostasiatische Staaten die Großrepublik Ostasien. Dort werden in regelmäßigen Abständen Schulklassen für ein Programm ausgewählt, in dem sie in ein abgelegenes Gebiet verschleppt werden und müssen sich gegenseitig umbringen bis nur noch eine/r übrig bleibt. Der grausame Grundplot ist westlichen Lesern spätestens seit der Tribute von Panem - Trilogie bekannt, Takamis Vision des schlimmsten „Spiels aller Zeiten“ erschien jedoch einige Jahre früher (damit dann auch genug des Vergleichs). Zu Beginn des Buches erwischt es also auch die Schulklasse von Shuya Nanahara und seinen 42 Klassenkameraden, die sich anfangs noch auf einer Klassenfahrt wähnen. Spätestens nachdem sie in einem unbekannten Klassenzimmer aufwachen und von dem zynischen Spielleiter in die Regeln des Spiels eingewiesen wurden, wird den Schülern nach und nach klar in welch schreckliche Situation sie geraten sind. Und schon kurz darauf gibt es die ersten Opfer. Das „Spiel“ nimmt schnell Fahrt auf...

Takami ist in seiner Beschreibung der schlimmen Tage auf der einsamen Insel sehr detailliert und explizit. Dies gilt unter anderem auch für die sehr genau beschriebenen Tode der einzelnen Schüler, die sicherlich nicht jeder Manns Sache sind, aber aufzeigen wie konsequent der Autor seine Idee umsetzt. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven verfolgt. Größtenteils begleitet man einen Hauptprotagonisten und seine beiden engsten Begleiter, dazu kommen eine Handvoll „wichtiger“ Nebencharaktere und einzelne Kapitel aus Sicht der übrigen Schüler. Dies, die schiere Anzahl der Schüler und die für den westlichen Leser fremdartigen Namen (Yuko, Yukata, Yumiko, Yukiko, etc.) machen es nicht gerade einfach den Überblick zu behalten, aber man gewöhnt sich erstaunlich schnell daran. Takami ist dabei bemüht jedem Schüler einen individuellen Hintergrund zu verpassen und somit auch eine Erklärung für ihr jeweiliges Verhalten während des Spiels zu liefern. Dies steigert das Lesevergnügen, obwohl es nicht immer verschleiern kann, dass einige Charaktere sehr stereotyp bleiben und bei der rasanten Sterberate die genauere Betrachtung nicht immer mithalten kann.

Insgesamt liest sich Battle Royale sehr flüssig. Der Autor wählt ein angemessenes Tempo und das Buch hat trotz seiner Seitenanzahl (~ 600 Seiten) wenig bis keine echte Längen. Sprachlich liegt uns allerdings sicherlich kein Leckerbissen vor. Sprache, Schreibstil und Dialoge sind recht simpel, wer gehobene Literatur erwartet, dem mag dies eher platt vorkommen. Mich persönlich hat es weniger gestört und ich habe den Schreibstil als „zweckmäßig“ empfunden. Dazu sollte erwähnt werden, dass der Stil evtl. auch durch die Übersetzung aus dem Japanischen verliert.

Apropos Übersetzung: Der größte Kritikpunkt ist die Schlampigkeit, mit der das Buch in seiner deutschen Übersetzung abgedruckt wurde. Ich müsste lange zurückdenken, wann ich zuletzt ein Buch mit so vielen Rechtschreib- und Druckfehlern in die Hände bekommen habe. Es vergeht beinahe kein Kapitel ohne über eine fehlende Endung, ein falsches Pronomen oder ähnliches zu stolpern. Meine Rezession bezieht sich hierbei auf die 2012 veröffentlichte Ausgabe. Diese Präsentation ist dem Buch, bei aller Einfachheit der Sprache auf keinen Fall würdig. Meine Bewertung beeinflusst es nur marginal, da ich es schlecht dem Autor anrechnen kann. Wen solche Fehler allzu sehr stören, den kostet es hier ordentlich Nerven...

Alle anderen erwartet ein spannender Thriller, an den man sprachlich nicht allzu hohe Erwartungen richten darf. Belohnt wird man mit einer Geschichte die abwechselnd nachdenklich, traurig, romantisch und actionreich ist und in diesem Sinne gute Unterhaltung bietet. Takamis Vision des Spiels und seines totalitären Bürokratenstaates sind durchaus lesenswert. Aufgrund des grausamen Grundthemas und recht expliziter Beschreibung der Gewalt, sollte das Buch allerdings nicht in die Hand allzu junger oder zartbesaiteter Leser geraten.


Harper's Island [4 DVDs]
Harper's Island [4 DVDs]
DVD ~ Elaine Cassidy
Preis: EUR 12,97

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Einer nach dem anderen..., 15. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Harper's Island [4 DVDs] (DVD)
Eine bunte Gesellschaft begibt sich anlässlich einer Hochzeit auf die Insel Harpers Island, die vor 7 Jahren Schauplatz einer brutalen Mordserie war. Neben Freunden und Verwandten des Ehepaars in spe sind auch eine Handvoll Inselbewohner in die Hochzeitsfeierlichkeiten involviert. Auch Abby Mills, deren Vater Sheriff der Insel ist und deren Mutter einst den Morden zum Opfer fiel kehrt zurück. Kurz nach der Ankunft der illustren Gruppe beginnt das morden, zunächst unbemerkt, erneut. Die Schatten der Vergangenheit ruhen nicht und bald stellt sich die Frage nach dem Täter...

So der durchaus spannende Grundplot der Thrilerserie Harpers Island des Senders CBS. Die Geschichte ist nach dem "Zehn kleine Negerlein"-Prinzip aufgebaut. In jeder der 13 Episoden stirbt einer oder mehrere der rund 25 Charaktere. Neben dem munteren Erraten des Täters, stellt sich dem Zuschauer somit auch immer die Frage: Wer ist der oder die Nächste? Grundsätzlich funktioniert dieses Prinzip, jedoch haben sich in den Plot einige ärgerliche (Logik)Schwächen eingeschlichen. Auch die Auflösung steht auf etwas dünnem Eis.

Die Inszenierung ist ordentlich. Der Drehort passt landschaftlich und vom Ambiente her perfekt. Bild und Ton haben zwar kein Kinoformat, sind aber durchaus ordentlich umgesetzt und wirken nicht billig. Der Cast besteht hauptsächlich aus jungen, recht unbekannten Schauspielern, die zwar keine Oskarvorstellung abliefern, aber sich bemühen aus ihren Rollen das Beste heruaszuholen. Dies gelingt leider nicht immer. Zwar waren die Serienschreiber bemüht den einzelnen Rollen einen intressanten Hintergrund zu verpassen. Allerdings hält dieser Vorsatz leider nicht mit der Sterberate mit, so dass vor allem die Nebencharaktere stereotyp und blass bleiben. Die Serie ist in einen gemächlichen ersten Teil (ca 5 Episoden; für mich der Stärkere trotz längen), der sich um die Einführung der Charaktere und den Beziehungen untereinander bemüht und einen zweiten Teil, der höheres Tempo und mehr Tote verspricht, geteilt. Schockmomente, die man aus Thrillern und Horrorfilmen kennt werden häufig eingesetzt. Die Morde sind meist recht drastisch dargestellt, werden allerdings recht schnell abgehandelt. Echtes Bedauern kommt beim Zuschauern daher selten auf.

Harpers Island kann durchaus unterhalten, holt aber in Sachen Komplexität zu wenig aus den grundsätzlich guten Anlagen heraus. Die Serie ist somit eher etwas für Zwischendurch und hat keinen allzu hohen Anspruch an den Zuseher. Wer die ein oder andere Logikschwäche ausblenden kann und Spannung einem fein ausgearbeiten Plot vorzieht ist hier allerdings gut aufgehoben und kann durchaus einen Stern auf die Wertung draufschlagen. Die Serie ist in sich abgeschlossen, die meisten Handlungsstränge werden aufglöst auch wenn ein oder zwei kleinere Fragen offen bleiben...


DEUS EX: Human Revolution
DEUS EX: Human Revolution
Wird angeboten von Freaksshop1
Preis: EUR 39,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Deus Ex kehrt zurück..., 8. September 2011
Rezension bezieht sich auf: DEUS EX: Human Revolution (Computerspiel)
...und es ist ein gutes - jedoch kein außergewöhnliches - Spiel geworden. Erneut taucht man, wie in den beiden Vorgängern, in die nähere Zukunft unserer Welt (genauer das Jahr 2027) ein. Human Revolutions ist ein Prequel, spielt also zeitlich vor den Geschehnissen des ersten Teils. Die Entwicklung der bekannten Implantate, Augmentierungen genannt, steht hier noch in den Kinderschuhen. Weltweit läuft eine hitzige Debatte, ob man Veränderungen am Menschen überhaupt vornehmen darf.
Der Spielerfigur Adam Jensen werden nach einem Söldnerangriff auf die Labors seines Arbeitgebers eben solche Augmentierungen eingebaut, um sein Leben zu retten. Kaum wiederhergestellt wird Jensen erneut tief in die Ereignisse rund um den Überfall und seine Hintergründe hinein gezogen...

Story:

Die Handlung des Spiels war meiner Meinung nach die größte Stärke des brillanten Erstlings und auch des (deutlich) schwächeren zweiten Teils. Gesellschaftliche Unruhen, Optimierungen am Menschen, Manipulation durch Medien etc. Auch dieses Mal streift die Geschichte viele Themen, die heute schon hitzig diskutiert werden, und zeichnet ein düsteres Bild des dritten Jahrzehnts unseres Jahrhunderts. Die Atmosphäre ist stimmig umgesetzt.
Die Haupthandlung, in der Jensen in eine Reihe von Verschwörungen, Intrigen und dunklen Machenschaften skrupeloser Konzerne, Söldner und Terroristen hineingezogen wird , ist routiniert erzählt. Sie führt ihn in verschiedene Metropolen wie Detroit, Schanghai und Montreal. Mit einigen Wendungen, aber ohne den ganz großen Aha-Effekt, weswegen sie etwas vorhersehbar erscheint. Nichtsdestotrotz hat mich die Handlung immer motiviert, das Spiel bis zum Ende durchzuziehen. Die Charaktere sind glaubwürdig, wenn auch etwas stereotyp. Typisch für die Serie gibt es übrigens wieder verschiedene Endsequenzen.

4/5 Punkte.

Grafik:

Die Grafik ist zweckmäßig, aber allerhöchstens Standart. Bestimmt hätte man einiges mehr aus der Engine herausholen können. Die Welt ist meist in gedeckte Grau- und Brauntöne getaucht, was viel zur Atmosphäre beiträgt. Die Zwischensequenzen sind in Spielgrafik gehalten, manchmal mit einem leichten Verwischungseffekt überlegt, was gut ankommt. Im Spiel wiederholen sich Texturen (beispielsweise von Wänden) recht häufig was auf Dauer eintönig und langweilig wirkt.

3/5 Punkte.

Sound:

Die deutsche Synchronisation ist ordentlich, aber nicht mehr. Die Synchronsprecher wurden weitestgehend passend ausgewählt und zerstören keinesfalls die Stimmung. Die Übersetzung ist nicht immer Lippensynchron. Ansonsten wartet das Spiel mit ordentlichen Soundeffekten auf, da große Teile des Spiels im Normalfall ohne große Schießereien und Action ablaufen (je nach Spielweise) hört man davon weniger als in anderen Actionspielen.

3,5/5 Punkte.

Gameplay:

Ein zweischneidiges Schwert. Human Revolution macht manches richtig und einiges falsch. Verschiedene Lösungswege und Einfluss von Spielerhandlungen auf den Verlauf der Geschichte waren herausragende Merkmale des Ur-Deus Ex. Beides wurde auch hier wieder umgesetzt, bloß kommt das Spiel darin bei weitem nicht an seinen Stammvater heran.
Der Einfluss von Entscheidungen fällt recht klein aus (Beispiel mit kleinem Spoiler: In der ersten Mission kann man einen Terroristenanführer entkommen lassen, später erleichtert dies eine Folgemission. Letztendlich taucht jener Terrorist später nochmal als simpler Wachmann in einer Wohnung auf, wo er wahlweise K.O. geschlagen oder getötet wird). Da wäre mehr drin gewesen.
Auch die verschiedenen Lösungswege in den einzelnen Level bleiben immer die gleichen. Brachiale Gewalt, der frontale Lösungsweg oder Schleichen, Verstecken und Hacken von Computern. Lüftungsschächte hat man in jedem Deus Ex zur Genüge erkundet. In diesem Teil wirkt die vermeintliche Entscheidungsfreiheit jedoch mehr aufgesetzt und wiederholt sich in den schlauchartigaufgebauten Level, die wenig zum Erkunden einladen, einfach zu häufig. Letztenendes ist das eintönig.
Die Städte sind dafür recht weitläufig und warten mit dem ein oder anderen Versteck auf. Hat man sie einmal komplett erkundet, nerven die teilweise extrem langen, verwinkelten Wege, die im Laufe der Missionen mehrfach zurückgelegt werden müssen.
Je nach Spielweise präsentiert sich Human Revolution als Action- oder Schleichspiel. Auch die Ausrichtung der Charakterfigur richtet sich nach der Spielweise, da man die Augmentierungen danach auswählen sollte. Beides macht Laune. Rollenspielelemente kommen etwas kurz, Charakterentwicklung ist nur über die Auswahl der Implantate möglich. Die Gespräche verlaufen weitestgehend linear, nur selten werden sie von verschiedenen Antwortmöglichkeiten beeinflusst.
Gehackt wird nun per launigem Minispiel, das jedoch inflationär zum Einsatz kommt und auf Dauer nervend sein kann. Die Bosskämpfe heben sich vom Schwierigkeitsgrad vom sonstigen Spielverlauf ab und können gerade bei Ausrichtung auf heimliches Vorgehen, bei ungeübten Actionspielern zu Problemen führen, da sie unweigerlich auf Konfrontation hinauslaufen.

3,5/5 Punkte.

Fazit: Deus Ex führt die Serie würdig fort, was vor allem an der stimmigen Präsentation liegt. Die Geschichte weiß stets zu motivieren und lädt auch dank kleiner Veränderungsmöglichkeiten zum mehrfachen Durchspielen ein. Ansonsten steht das Spiel gerade für Deus Ex Veteranen sicherlich in vielen Punkten hinter dem ersten Teil zurück . Was damals ein absolut außergewöhnliches Spiel war, ist mit der dritten Fortsetzung im Jahre 2011 'nur' ein gutes und unterhaltsames Schleich/Actionspiel das viele Stunden unterhält. Dennoch 'Deus Ex' als Serie lebt und bekommt neues Leben eingehaucht. Auf die nächste Fortsetzung! Insgesamt noch 4 Sterne.


Seegrund: Kluftingers dritter Fall
Seegrund: Kluftingers dritter Fall
von Volker Klüpfel
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Kluftinger geht baden..., 10. Juli 2011
...aber wirklich nur im wörtlichen Sinne, denn in seinem bereits drittem Fall dreht sich alles um einen vermeintlichen Mordfall am Alatsee in der Nähe des Schlosses Neuschwanstein. Kluftinger persönlich findet dort während eines winterlichen Familienausflugs einen jungen Mann in Taucherkleidung, der in einer riesigen Blutlache liegt. Obwohl es sich weder um eine echte Leiche (der Mann lebt) noch um Blut handelt, beginnt der wie immer grantelnde Kommissar mit Ermittlungen in dem mysteriösen Fall. Unterstützung bekommt er von einer Füssener Kollegin, was ihm allerdings gar nicht passt. Im Laufe seiner Nachforschungen trifft er bald auf allerlei, teils skurrile Verdächtige...

Ansonsten geht Seegrund mitnichten unter, denn dem Autorenduo Klüpfel/Kobr ist erneut ein ordentlicher, gediegener Allgäu-Krimi gelungen, der sich flüssig und unterhaltsam lesen lässt. Viele Charaktere, allen voran die Hauptperson, sind literarisch überzeichnet dargestellt. Wer sich darauf einlassen kann, erlebt über das Buch verteilt immer wieder amüsante Abschnitte, die beinahe an Slapstik grenzen. Kluftinger tritt privat, wie beruflich in so manches Fettnäpfchen, allerdings so häufig, dass es manchmal etwas übertrieben und peinlich erscheint.

Der Fall selbst kommt recht langsam, aber nicht uninteressant in die Gänge. An Verdächtigen mangelt es nicht und alle scheinen irgendwie dem Geheimnis um den See hinterherzujagen. Leider lässt sich recht frühzeitig eine Tendenz zum Täter herauslesen, was die Spannung etwas mindert. Insgesamt präsentiert sich die Auflösung des Rätsels auch etwas übertrieben und an den Haaren herbei gezogen. Zu erwähnen ist noch, dass immer wieder kleine Episoden aus der Vergangenheit eingeschoben werden, die in immer weiter zurückliegenden Rückblenden Hintergründe zum Fall aus der individuellen Sicht unterschiedlicher, aber nicht näher benannter, Personen, die mit dem Fall zu tun haben, erzählt werden.

Wie für Krimireihen üblich pendelt die Erzählung zwischen Ermittlungen und Privatleben des Kommissars. Diese privaten Abschnitte nehmen einen relativ großen Raum im Buch ein, sind aber stets unterhaltsam beschrieben. Von der neuen Freundin des Sohnemannes, bis zur Privatfehde mit dem benachbarten Arzt, stets bietet sich Möglichkeit für Kluftinger ins Fettnäpfchen zu treten. Bestimmt nicht jedermanns Sache, aber schließlich sorgt gerade die Beschreibung des Privatlebens für den Erfolg der Reihe.

Fazit: Ein netter Heimat-Krimi, der mit einigen Schönheitsfehlern ausgestattet ist. Kluftinger Fans werden eh zugreifen, alle anderen sollten vieleicht einige Seiten probelesen, ob ihnen der Stil gefällt. Es erwartet den Leser ein Kriminalbuch, das weniger von knisternder Spannung, als von der voralpenländlichen Atmosphäre lebt.


Flavia de Luce 2 - Mord ist kein Kinderspiel: Roman
Flavia de Luce 2 - Mord ist kein Kinderspiel: Roman
von Alan Bradley
  Gebundene Ausgabe

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mord während des Puppenspiels, 9. Oktober 2010
Der zweite Flavia de Luce-Roman nach "Mord im Gurkenbeet" von Alan Bradley heißt "Mord ist kein Kinderspiel. Erneut lässt der Autor seine jugendliche Detektivin mit Vorliebe für Chemie und einem Hang zum Morbiden in einem verzwickten Mordfall ermitteln. Diesmal wird ein bekannter Puppenspieler mitten in der Vorstellung vor den Augen des gesamten Dorfes Bishop's Lacy, das wie im Vorgänger die gesamte Zeit Schauplatz der Handlung ist, ermordet. Verdächtige sind etliche vor Ort und somit muss Flavia zunächst tief in die Vergangenheit der Beteiligten vordringen um erste Erfolge bei der Ermittlung zu erzielen. Der Mord an dem Puppenspieler hängt nämlich mit einem weiteren Verbrechen zusammen, dass einige Zeit zuvor, während des zweiten Weltkriegs stattgefunden hat. Erst nachdem sie mehr über diese Geschichte herausfindet, kommt Flavia auch dem aktuellen Täter auf die Spur...

Wer den ersten Teil gelesen hat (nicht nötig, aber empfehlenswert), erkennt sofort die Handschrift des Autors wieder. Die Geschichte wird erneut aus der Ich-Erzähler-Perspektive der Titelheldin erzählt. Da die Handlung im Jahre 1950 spielt und es sich bei den de Luces um verarmenden Adel handelt, ist das Buch und die Audrucksweise der Charaktere teilweise herrlich altmodisch. Rund um die Haupthandlung baut Bradley wieder eine Rahmenhandlung in der natürlich auch die verhassten Schwestern Ophelia (Feely) und Daphne (Daffy) nicht fehlen, sowie einige weitere bekannte Personen aus dem ersten Teil. Jede der Hauptpersonen ist etwas skuril, jede mit ihren Macken, aber dennoch (oder gerade deswegen) liebenswert beschrieben.

Die Krimihandlung treibt der Autor diesmal deutlich langsamer voran. Bis zum eigentlichen Mord vergehen schon einige Kapitel. Dafür werden alle Verdächtigen ausreichend eingeführt. Das Buch ist ein richtiger Krimi und lebt eher vom Mitraten sowie seinen skurilen Charakteren, als von übermäßiger Spannung, was dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch tut. Hervorzuheben ist noch die Detailverleibtheit mit der Bradley die Welt des ländlichen Lebens der 50er Jahre in England zum Leben erweckt und die chemischen Versuche beschreibt. Ob hier immer alles so genau recherchiert ist, müssen Experten entscheiden. Wirklich gestört hätte der ein oder andere Fehler mein Lesevergnügen jedoch nicht.

Zusammenfassend läßt sich sagen, dass Alan Bradley eine sehr gelungene Fortsetzung geglückt ist. Die mir persönlich sogar besser, als der, schon sehr gute, erste Teil der Serie gefallen hat. Das Buch ist stellenweise auch lsutig und richtet sich an Fans gediegener Krimis, Liebhaber schrulliger Charaktere und ist auch für jugendliche Leser geeignet, die mit der erst 10 jährigen Flavia eine junge Titelfigur vorfinden.


Die Tote im Keller (Die Irene-Huss-Krimis, Band 7)
Die Tote im Keller (Die Irene-Huss-Krimis, Band 7)
von Helene Tursten
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Tote im Keller, 6. Februar 2010
"Die Tote im Keller", so lautet der Titel des mittlerweile siebten Irene-Huss-Krimis aus der Feder von Helen Tursten, der nun endlich als Taschenbuch erschienen ist. Die gesamte Serie ist sicherlich nicht Krimikost der allerhöchsten Klasse, biette aber fast durchgehend solide, spannende und leicht zu lesende Unterhaltung für lange Leseabende. Auch dieser Fall für die Göteborger Ermittlerin reiht sich hier ohne Frage ein.

Zum Inhalt: In einer kalten Winternacht überfahren Unbekannte in einem gestohlenen Auto auf der Flucht einen Ex-Polizisten, der noch am Unfallort stirbt. Nchdem die Polizei den gestohlenen Wagen entdeckt hat, findet sie im Keller eines nahegelegenen Hauses die Leiche ines jungen Mädchens. Schnell stellt sich heraus, dass diese sich illegal in Schweden aufhielt und offenbar als minderjährige "Sexsklavin" missbraucht wurde. Die Ermittlungen führen Huss und ihre Kollegen bis nach Teneriffa. Nebenbei gibt es wieder viele, für die Serie typische, Einschübe aus dem Privatleben der Polizistin.

Tursten erzählt die Geschichte routiniert und unterhaltsam. Wenngleich die Bücher der Autorin selten als nervenzerreisend spannend beschrieben werden könnten, kommt dennoch so gut wie nie Langeweile auf. Das Buch ist gut an wenigen Abenden zu lesen. Erfeulich, dass die Autorin nach dem - meiner Meinung nach - schwächsten Teil der Serie "Feuertanz" zum gewohnten Niveau zurückfindet. Der Fall gestaltet sich vielschichtig und bleibt lange offen. Es gibt relativ lange keinen wirklichen Verdächtigen.

Wie schon häufig, hat sich Tursten ein brisantes Thema als überbauder Handlung ausgesucht. Diesmal geht es um verschleppte, minderjährige Mädchen, die in fast ganz Europa zur Prostitution gezwungen und am Ende nicht selten ermordet werden. Ein heikles Thema mit dem behutsam umgegengen wird, ohne in Belanglosgkeit abzudriften.

Doch es gibt auch einige Kritikpunkte. Bei den Abschnitten aus dem Privatleben trägt die Autorin etwas dick auf. Fast unglaublich, was ihrer Familie in kurzer Zeit zustößt. Diese Handlungsteile kommen nicht ganz an die Qualität früherer Turstenbücher heran. Die diesmalige Auslandsreise von Huss ist ziemlich misslungen und kann getrost als der schwächste Teil des Buches bezeichnet werden. Hier läuft die Geschichte etwas aus dem Ruder. Schade, waren doch gerade die Reisen bisher immer eine Bereicherung.

Ich habe dem Buch 3 Sterne gegeben. Es bietet solide Krimikost nicht mehr und nicht weniger. Ohne die vermurkste Auslandsreise würde das Buch sehr weit oben in der Rangliste der bisher erschienenen Huss-Krimis stehen. So plaziert es sich im oberen Mittelfeld. Huss-Fans können (und müssen wohl) zugreifen, alle anderen probelesen...


Choral des Todes: Thriller
Choral des Todes: Thriller
von Jean-Christophe Grangé
  Gebundene Ausgabe

18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grangé gewohnt gut..., 29. Oktober 2009
"Choreal des Todes" heißt das neueste Werk des französchichen Thrillerautors Jean-Christophe Grangé. In Paris wird in einer armenischen Gemeinde ein Organist ermordet. Lionel Kasdan, ein Polizist im ruhestand mit armenischen Wurzeln, ist der Erste, der den Tatort untersucht. Seine Ermittlungen führen ihn zu geheimnissen rund um einige Knabenchöre, düsteren Kapiteln der französischen Militär- und Kolonialgeschichte und dem Polizisten Volokine, der ebenso wie Kasdan seine eigenen Dämonen und Geheimnisse hat. Als es weitere Tode gibt heftet sich das ungleiche Ermittlerpaar an die Fersen des Täters...

Der neue Thriller von Grangé ist gewohnt gut und besitzt viele der Stärken, die den Franzosen mit Hits wie Die purpurnen Flüsse oder zuletzt Das Herz der Hölle auch hierzulande bekannt gemacht haben. Leider auch wieder die (wenigen) Schwächen.

Wie in vielen seiner Bücher beschreibt Grangé auch hier wieder zwei Ermittler mit ausgeprägten, interessanten Perönlichkeiten und detailiertem Hintergrund. Dem Leser werden auch im letzten Drittel des Buches noch Neuigkeiten über die beiden Hauptpersonen offenbart.
Das ist fördert den Lesespaß genauso, wie die typische Verknüpfung der Handlung mit Ereignissen aus der Vergangenheit und fremden Ländern. War in "Herz der Hölle" noch Ruanda das Land im Fokus, so stehen nun Geschehnisse in Chile und Kamerun im Mittelpunkt.
Auch der Schreibstil trägt viel zu Lesevergnügen bei. In mehr oder minder langen Kapiteln treibt der Autor die Geschichte voran. Trotz des vielschichtigen Inhalts, der komplexen Recherche, der beiden Polizisten und den detailierten Beschreibungen gelingt es ihm den Spannungsbogen auf den gut 600 Seiten fast durchgehend hoch zu halten.

Das Problem bei Grangé, und dies nicht nur bei "Choreal des Todes", bleibt ein altes. Die Auflösung der einzelnen Handlungstränge, so wie das Finale könnten auf viele Leser überladen und konstruiert wirken. Einfach zu viele Zufälle wären in der Realität nötig. Manchmal scheint es als wäre Grangé hier Opfer seiner eigenen Kreativität. Dennoch, wer sich darauf einlassen kann oder dem Autor eben seine künstlerische Freiheiten zugesteht findet in "Choreal des Todes" einen unterhaltsamen Thriller, der 4 Sterne durchaus verdient hat.


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