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Rezensionen verfasst von
Mario Karl "musikansich.de" (Bayern)
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

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Pandoras Pinata
Pandoras Pinata

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen So gut wie nie!, 5. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Pandoras Pinata (Audio CD)
Das verrückte Diablo Swing Orchestra hat mir bereits mit seinem Debütalbum The Butcher's Ballroom gefallen. Das ist jetzt fünf Jahre her und so richtig verändert hat sich die Band nicht seitdem. Wieso denn auch, wenn man bereits damals seinen ganz eigenen Klangkosmos erschaffen hat, der klingt als stünde man in einem wilden und düsteren Metal-Cabaret?

Was mittlerweile neu ist, sind die beiden festen Bläser, von denen die Band ausgiebig Gebrauch macht. So gesellt sich zu der eh schon ziemlich bunten Mischung aus Metal, Kammermusik, Pop, Mariachi-Sounds, Oper und allerlei buntem Treiben ein Quäntchen mehr an Big-Band-Jazz und Swing. Mittlerweile hat die Band den Kniff zudem richtig raus, wie man aus den wüsten Zutaten eine wohlschmeckende Klangmelange zaubert, die einen beständig bei der Stange hält. Konsequenz ist ein begeisterndes und vielfältiges Album, bei dem man sich aber nicht wundern darf, wenn einem mit der Zeit dann das doch alles manchmal etwas zu viel wird.

Das ist aber wohl nur den eigenen Hörgewohnheiten geschuldet, die nicht selten ganz schön durcheinander gewirbelt werden. Wenn einen bei "Voddoo Mon Amour" ausgeflippt swingend Bläser ins Nirwana tröten, bei "Black Box Messiah" kreischender Chorgesang entgegen schallt, "Honey Trap Afthermath" den geschmeidigen Funker raushängen lässt, "Mass Rapture" als ausgeklügelt dramatisches Prog-Epos mit Muse-Versatzstücken jongliert und zu allerletzt auch noch mit "Aurora" ein Besuch in der Oper ansteht... ja, da kann man gar nicht anders als entweder begeistert mitwippen oder verzweifeln.

Mit seinem dritten Album Pandora's Piñata hat das Diablo Swing Orchestra sein bisher ausgefeiltestes und wohl auch bestes Album aufgenommen. Für Freunde der etwas unkonventionellen und bewusst dämlichen Genregrenzen missachtenden Klangkunst ist das hier eine dicke Empfehlung!


L'Enfant Sauvage
L'Enfant Sauvage
Preis: EUR 5,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "The way of all flesh" pt. 2, 5. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: L'Enfant Sauvage (Audio CD)
Wut und Intelligenz - für den Spagat zwischen diesen beiden Dingen standen die Extrem-Franzosen Gojira immer. Es liegen zwar rund vier Jahre zwischen The way of all flesh und dem neuesten Werk, doch es war nicht wirklich zu erwarten, dass sich in dieser Hinsicht etwas ändert. Tat es auch nicht. L'Enfant Sauvage präsentiert sich als logischer Nachfolger des starken Vorgängers. Thematisch stellte sich Bandkopf Joe Duplantier die Frage "Was ist Freiheit - was bedeutet sie mir?". Eine schlüssige Antwort fand er dabei nach eigener Auskunft nicht - nur weitere Fragen.

Musikalisch war der Weg deutlich klarer. Noch immer zaubert man seinen gewohnt harten (Death) Metal-Cocktail aus derben Groove-Riffs und umhauenden Knüppelattacken, modernen, eingestreuten Monothonie-Passagen und geschickt verarbeiteten Disharmonien und - als passenden Kontrast - aufpeitschende, wenn auch oft unterschwellige, Melodien, auf die man mittlerweile großen Wert legt. Das Ganze verpackt in vermeintlich progressives Songwriting, das sich (so scheint es jedenfalls) nicht oft wirklich um einfache Zugänglichkeit bemüht. Zumindest ist auch das aktuelle Gojira-Album ein schwer zu schluckender Brocken. Trotzdem lässt die Band den Hörer nicht bewusst gegen eine schier undurchdringbare Wand wie zum Beispiel Meshuggah rennen. Denn auch wenn die Musik bisweilen ziemlich anspruchsvoll und vertrackt wirkt, bleibt das Ganze doch noch angenehm nachvollziehbar und am Ende auch irgendwie verhältnismäßig eingängig und auch atmosphärisch.

Zu entdecken gibt es auf L'Enfant Sauvage wieder einiges. Die vier Herren (allen voran mal wie immer Drumtier Mario Duplantier) lassen in jeder Hinsicht ziemlich die Sau raus, wobei man hin und wieder an der Schwelle zur instrumentalen Kraftmeierei vorbei schrammt. Aber sei es drum - die Herren können es ja! Man schien dieses Mal besonderen Wert darauf zu legen, seinen Stil zu perfektionieren. Das hat funktioniert, denn Gojira wirken heute etwas geschliffener - manchem vielleicht etwas zu sehr. Das bedeutet aber nicht, dass wir es hier lediglich mit einer routinierten Veranstaltung oder gar einem langweiligen Album zu tun haben. Die Band gesellt der bärenstarken 2008er Veröffentlichung einen fast ebenso guten Nachfolger hinzu, der wie ein zweiter Teil davon klingt. Operation fünftes Album gelungen!


Living Like a Runaway
Living Like a Runaway
Preis: EUR 20,68

11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Recht durchschnittlich..., 15. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Living Like a Runaway (Audio CD)
Lita Ford hat zweifelsohne ihren Platz in der Ruhmeshalle des Rock verdient. In den 70ern war sie zusammen mit Joan Jett Teil der stilbildenden All-Girl-Rockband The Runaways und in den 80ern wurde sie mir ihren Hardrock-Scheiben wie Kiss me deadly zum feuchten Traum so manchem Stromgitarrenfreunds, bis sie Mitte der 90er von der Bildfläche verschwand. Vor drei Jahren war die Dame dann plötzlich wieder da. Zuerst live auf dem Bang-Your-Head und danach mit der grottigen, pseudomodernen Comeback-Platte Wicked wonderland. Es hätte besser laufen können...

Der zweite Anlauf Living like a runaway soll es jetzt wieder richten. Befreit von Ehemann Jim Gilette (auf wessen Mist auch der letzte Langdreher wuchs), musiziert Lita wieder umso lockerer vor sich hin und tüftelte mit ihrem Produzenten Gary Hoey eine Platte aus, die zu großen Teilen wie eine modernisierte Version ihrer früheren Taten klingt. "Asylum" klingt wie ein alter Stadionausflug und auch das melodisch helle Duett "Love 2 hate u" hätte man in den 80ern ohne weiteres im Radio gespielt. Demgegenüber stehen heftigere, mit zeitgemäß harten Gitarren groovende Stücke wie das für dieses Album bezeichnende "Branded" oder "Devil in my head". Alles gar nicht mal so verkehrt, auch wenn die Songs die großen Momente und Melodien ein wenig vermissen lassen. Dafür rockt es.

Vermeintlich modern sollen dagegen "The mask" und "Relentless" rüberkommen. Trotz leichtem elektronischen Touch wirkt das trotzdem etwas hölzern. Allerdings nicht so sehr wie das von Nikki Sixx (Mötley Crüe) geschriebene "A song to slit your wrists by" (bei der "Qualität" kein Wunder), das alles andere als ein guter Song ist. Viel angenehmer ist dafür der lockere Songwriter-Rock des Titeltracks. Von diesem Kaliber dürfte es gerne mehr geben.

Am Ende bleibt ein Album, das zwar einige angenehme Momente besitzt, das im Ganzen aber kein Highlight ist. Echte Hits sind leider Fehlanzeige. Auch haftet dem Album ein starker Projektcharme an. Trotzdem muss sich Lita Ford mit ihrem gephotoshopten Gesicht auf dem Cover für ihren aktuellen Studioausflug nicht unbedingt schämen.


Clockwork Angels
Clockwork Angels
Preis: EUR 12,49

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rush bleiben Rush, 14. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Clockwork Angels (Audio CD)
Die größte Kultband der Welt - Rush - hat wieder zugeschlagen und veröffentlicht jetzt ihr lang erwartetes, neues Album Clockwork Angels. Bereits vor zwei Jahren hatte man die beiden Songs "Caravan" und "BU2B" als Downloads unter die Fans gestreut. Diese beiden Titel eröffnen nun auch diese Platte und geben die Richtung grob vor. Treibend und geradeaus klingt das Trio hier - mit kräftigen Gitarrenriffs. Das wirkt fast wie eine Mischung als Snakes & Arrows und Vapor Trails. Das gilt aber nicht für das komplette Album.

Denn wie man unschwer mit Blick aufs Cover sieht, hat die Uhr 21:12 geschlagen. Und einen gewissen Rückgriff in die Vergangenheit kann man nicht leugnen. So lässt Gitarrist Alex Lifeson seine Gitarre auch mal mit altmodisch wirkenden Riffs glühen, was dem ansonsten modern produzierten Album gut tut. Überhaupt der Sound: Würde es sich nicht widersprechen, könnte man die Produktion "zeitgemäß altmodisch" nennen. Das Ganze verbreitet jede Menge Wucht, klingt aber stets organisch, relativ basslastig, fast wie live. Die Spielfreude der drei Herren kommt jedenfalls gut rüber. Dafür mangelt es mal wieder etwas (wie heute leider so oft) in Sachen Dynamikumfang.

Thematisch hat sich Schlagzeuger und Texter Neil Peart wieder Großes vorgenommen. Ein Konzeptalbum soll es sein, welches sich um die Reise eines jungen Mannes durch eine Welt des Steampunk dreht - verlorene Städte, Piraten, Anarchisten und ein exotischer Karneval inklusive. Ob die Musik mit diesem Unterbau mithalten kann? Leider nicht immer so ganz. Oftmals wirken die Songs seltsam routiniert und steif und lassen songschreiberische Finessen etwas vermissen. Wo die großen Momente fehlen, wird diese aber wieder mit der üblichen großartigen Musikalität ausgeglichen, die vor allem in den instrumentalen Parts vollends zum Tragen kommen.

Das hört sich vielleicht dramatischer an, als es ist, denn haben Rush jemals komplett uninteressante Musik abgeliefert? Die Band liefert dem Verehrer immer noch genug feines Material, in das er sich verbeißen kann. So zum Beispiel der überlange Titeltrack, der mit jeder Menge 70s-Charme startet und sich dann mit angenehmen Melodien hell aufschwingt. Ebenso für Gänsehaut sorgen das mit Streichern unterlegt "The wreckers" und das dynamsiche "Seven cities of gold". Generell klingt die zweite Hälfte des Albums etwas beschwingter und abwechslungsreicher.

Endgültig zum emotionalen Höhenflug setzen Rush dann mit der Schlussnummer "The garden" an, die beweist, dass es die Band immer noch versteht Gefühl und Technik meisterlich zu arrangieren. Das macht dem sympathischen Trio so schnell eben keiner vor. Und dann ist es auch egal, ob man dem eigenen Backkatalog nun einen weiteren Allzeitklassiker oder nur ein Album für die aktuelle Saison vorlegt. Immer noch eine angenehme Platte mit Wachstumspotenzial!


The Industrialist
The Industrialist
Preis: EUR 13,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Zukunft von gestern, 6. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: The Industrialist (Audio CD)
Nachdem die Herren Bell und Cazares auch juristisch bestätigt bekamen, dass sie und sonst niemand Fear Factory sind, machen sie es auch mit ihrem zweiten Reunion-Album klanglich noch mal ganz deutlich. Denn The Industrialist beschränkt sich ganz auf die Kernkompetenzen der Band. Sprich, durchgehende Stakkato-Riffs, keifender Strophen-Gesang und angehobene melodische Refrains und gnadenlos nach vorne drückende Maschinendrums. Bei letzterem Stilmittel ging man sogar so konsequent wie nie vor und ließ sie gleich ganz vom Computer erzeugen. Der Unterschied zu früher tendiert gegen 0.

Im Gegensatz zum Vorgänger Mechanize schob Produzent Rhys Fulber das Industrial-Element wieder ein klein wenig nach vorne und die beiden Bandköpfe lassen die Songs etwas geradliniger und eingängiger erklingen. Letzteres ist Fluch wie Segen zugleich. Denn einerseits gehen die Songs leicht ins Ohr - sie klingen zum Großteil aber auch gleichförmig. Schuld sind das ewig selbe und variationsarme Riffing und die immer wieder ähnlichen, angehobenen und mit Keyboards untermalten Refrains. Das war Mitte der 90er noch top. Heute hat man das leider schon etwas zu oft gehört. Das ist es schon richtig kreativ, wenn man den Chorus als Höhepunkt (wie bei "Difference engine" und "Dissemble" vorexerziert) ans Ende und nicht in die Mitte packt. Für eine Band die einst ein Innovator war und immer noch mit einem starken Science Fiction-Image spielt vielleicht nicht ganz optimal.

Trotzdem hauen Titel wie der starke Titeltrack, "Recharger" oder "New Messiah" ziemlich ins Mett. Auch das atmosphärischere "God eater" setzt Akzente. Gänzlich überflüssig sind dagegen das Outro "Religion is flawed because man is flawed" und erst recht der Ambient-Track "Human augmentation", der das Album nur künstlich verlängert.

Ob man The Industrialist jetzt nun gut findet oder nicht, hat sehr damit zu tun, ob man eine neue, nicht gerade zeitgemäße und wenig frische Version von Demanufacture hören möchte oder ob man auf Biegen und Brechen etwas Neues von der Band erwartet. Denn irgendwie scheinen es sich Fear Factory mehr als je zuvor auf ihrer kleinen Insel gemütlich gemacht zu haben, wo sie sich damit zufrieden geben in alten Zeiten zu schwelgen. Das mag in Ordnung sein und hat was von einer Industrial Metal-Version von AC/DC. Ein leichtes G'schmäckle von bloßer Pflichterfüllung schwingt leider trotzdem irgendwie mit.


Ya Know
Ya Know
Preis: EUR 15,45

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Keine Leichenfledderei, 1. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Ya Know (Audio CD)
Ein neues Soloalbum von Joey Ramone, nachdem er bereits seit elf Jahren nicht mehr unter uns weilt?! Tatsächlich, ja. Über acht Jahre lang dauerte das Geschacher bis die Familie des als Jeffrey Hyman geborenen Sängers endlich die Demos in die Hände bekam, welche die Grundlage für dieses Album sein sollten. ...ya know? wurde letztlich unter der Leitung von Joeys Bruder Mickey Leigh vollendet. Und die Liebe die bei jeder Note durchschimmert, lässt erkennen, dass es sich hier nicht um Fanabzocke, sondern um eine Herzensangelegenheit handelt.

Mit an Bord bei diesem Projekt waren neben den beiden ehemaligen The Ramones-Produzenten Jean Beauvoir und Ed Stasium zahlreiche musikalische Weggefährten, von denen Joan Jett, 'Little' Steven Van Zandt und Richie Ramone die bekanntesten sein dürften. Aber genug des Namedroppings. Denn natürlich geht es um das Vermächtnis des Lederjacken tragenden Vokalisten.

Bei ...ya know? handelt es sich natürlich keineswegs um ein verkapptes The Ramones-Album, sondern der Willen zur eigenen Verwirklichung Joey Ramones klingt nicht nur einmal durch. Songs wie einen derart entspannten Akustiktitel wie "Life's a gas", das stark nach fast schlagerhaftem 60's-Pop duftende "Party line" oder auch eine solch ruhige und melancholische Ballade wie "Waiting for the railroad" hätte es bei den New Yorker Punkpionieren nie gegeben. Im Mittelpunkt stehen trotzdem überwiegend geradlinige und etwas ruppige Rocksongs, die hier meist im schlendernden Midtempo daher kommen. "Going nowhere fast", "21st century girl", "Seven days of gloom", "Rock 'n Roll is the answer" oder die Heimatstadt-Hymne 'New York City' leben dabei vom typisch näselnden Schnoddergesang und gehen sofort ins Blut. Die Instrumentierung ist jeweils passend, stiehlt dem Sänger aber nie die Show.

Vielleicht ist nicht alles perfekt auf ...ya know?. Aber was man aus dem Demomaterial gemacht hat ist aller Ehren wert und dürfte alte Fans zum Jubeln bringen. Es sind tatsächlich einige richtig gute Songs auf dem Album zu finden. So dürfte sich Nachlassverwaltung gerne öfter anhören!


Raining Rock
Raining Rock

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltsamer als das Debüt, 1. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Raining Rock (Audio CD)
Das nenne ich mal eine Steigerung. Get your hands dirty, das Debütalbum der Briten Jettblack, war eine ganz nette Scheibe für den Rockhunger zwischendurch. Aber den Langzeittest hat sie nicht wirklich gut überstanden. Und dann das, ein Album voller Hits! Dabei hat man sich musikalisch gar nichts verändert. Dafür hat man sein Songwriting um einiges verfeinert und präsentiert einen guten Song nach dem anderen, mit dem man wohl die Stadien genauso wie die kleinen Rockclubs zum Dampfen bringen könnte.

Stilistisch ist man noch immer eine fetzige Hardrock-Band mit viel Wumms nach alter Schule, die (entgegen dem immer noch grassierendem Trend) Schminktöpfchen und Haarspary der Mama zu Hause stehen lässt und einfach bodenständig ihre Songs spielt. Also mehr Tesla als Mötley Crüe. Dazu gesellt sich noch eine Portion Straßenschmutz á la Skid Row und fertig ist der Lack. Das titelgebende "Raining Rock" eröffnet der Liederreigen schon mal ziemlich kräftig, wenn auch etwas plakativ. Der Song täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die Jungs den Dreh mittlerweile ziemlich raus haben, was das Schreiben und Arrangieren von packenden Songs angeht.

Egal ob angesleazter Powerrock wie "Less torque, more thrust", große Stadionkeule ("Temptation"), sonnig-leichte Party-Rocker ("Sunshine") oder auch mal etwas leicht Glamiges ("Never gonna give up") - hier sitzt alles. Auch als guter Hook- und Melodienlieferant gibt man sich nicht selten zu erkennen, was nicht zuletzt das melodische, leicht balladeske "Prisoner of love" oder das überlange, melancholisch anmutende "Black gold" beweisen.

Auf Raining Rock wich der ironisch überhöhte Touch des Debüts einer neuen (spielerischen) Ernsthaftigkeit, was nicht bedeutet, dass dies auf Kosten des Spaßfaktors geht. Denn dieser ist extrem hoch. Lediglich der Gastbeitrag von Udo Dirkschneider am Ende des Albums scheint verzichtbar. Denn diese Schützenhilfe haben Jettblack eigentlich nicht nötig. Dafür ist die Qualität der Songs, inklusive dem gewitztem Gitarrenspiel und dem absolut passendem und guten Gesang, einfach zu hoch. Wirklich gutes Album!


Phantom Antichrist
Phantom Antichrist
Preis: EUR 7,90

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder mal stark!, 1. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Phantom Antichrist (Audio CD)
Kreator schwappt in den letzten Jahren eine derart große Welle der Euphorie entgegen, dass es schon fast unheimlich ist. Und mit dem neuesten Streich Phantom Antichrist sieht es nicht so aus, als würde sich das ändern. Selbst ich kann nicht anders, als in den Kanon der Begeisterten mit einzustimmen. Denn das Album ist abermals ein ziemlicher Kracher geworden!

Vordergründig klingt die Platte wieder wie seine Vorgänger seit dem quasi-Comeback Violent Revolution (2001). Vor allem die beiden ersten Songs "Phantom antichrist" und "Death to the world" zeigen warum Kreator die einsame Nummer 1 unter den deutschen Thrash-Bands sind: kompromisslos treibende Double-Bass, typisch knuspriges Riffing, äußerst giftig-angepisster Gesang und Songwriting das eingängig und doch nie anbiedernd ist.

Doch mit "From flood into fire" schwenkt man gleich ein wenig um. Der mit feinen Double-Leads unterfütterte Midtempo-Song kommt mit einem hymnischen Refrain daher, der Richtung Stadion winkt und den selbst eine Band wie Grave Digger nicht besser hinbekommen hätte. Den Abstieg in kitschige Manowar-Tiefen braucht man allerdings nicht zu fürchten. Dann dazu haben Kreator viel zu viel Biss und die Texte von Mille sind immer noch äußerst kritische Alltagsbeobachtungen und keine dümmliche Schwertschwinger-Lyrik.

Trotzdem scheint man auf Phantom Antichrist generell etwas mehr Wert auf eingängige, teils mitbrüllbare Refrains und tolle Gitarrenmelodien gelegt zu haben. "Your heaven, my hell", "United in hate" und "Civilization collapse" sind gute Beispiele dafür. Das melancholische "Until our paths cross again" klingt gar wie ein kleiner Rückgriff auf alte Endorama-Zeiten. Allerdings weiß die Band Atmosphäre im Thrash Metal-Kontext heutzutage besser umzusetzen.

Wie man es auch dreht und wendet: neun Songs (plus ein Intro), neun Volltreffer. Den Spruch vom alten Wein verkneife ich mir. Doch mit zunehmendem Alter wird die Band trotzdem irgendwie immer besser. Neben gnadenloser Brutalität ist es vor allem die mit Leichtigkeit aus der Hand fließende Musikalität die Kreator anno 2012 auszeichnet und von der Retro-Konkurrenz abhebt. Sehr gutes Teil!


Harmonic
Harmonic
Wird angeboten von Hausmusik
Preis: EUR 9,89

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lombardo mal wieder anders, 22. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Harmonic (Audio CD)
Kann man über die Band Philm schreiben ohne den Namen Dave Lombardo zu erwähnen? Nicht wirklich. Aber um gleich mal eines klarzustellen: Slayer-Fans ihr könnt gleich wieder weiter gehen - das hier ist nichts für euch! Während der Schlagzeuger bei seiner Hauptband das chirurgisch-präzise Dampfhammerdrumming perfektioniert hat, ist genauso bekannt, dass er sich gerne mal ganz anders auslebt. So auch hier. Zusammen mit dem ehemaligen Civil Defiance-Gitarristen Gerry Nestler bildet er den Rumpf von Philm. War-Bassist Pancho Tomaselli ergänzt das Power-Trio.

Und irgendwie lässt sich das Ganze anfangs gar nicht so richtig fassen. Einerseits fahren Philm ganz herzhaft und durchaus aggressiv und eingängig die Groove-Schiene und grüßen im Vorbeifahren Prong und die Melvins, nur im später in ganz andere Sphären einzutauchen. Dass man auch Jazz goutiert, hört man nicht nur im langen Instrumental "Exuberance", sondern in gewisser Weise auch an der Herangehensweise an die Songs. So klingen auch die Geradeausrocker nicht so dicht und bewusst offener als beim Großteil der Konkurrenz. Man nehme nur "Hun", das fast wie lockere Helmet tönt oder auch das dynamische und mitreißende "Held in light".

Groß wird es, wenn man sich etwas atmosphärischer gibt. So zum Beispiel bei "Amoniac" das zunächst fast Trance-artig vor sich hin blubbert, bevor man sich in der Hälfte massiv aufschwingt. Etwas weiter noch geht das instrumentale "Killion", mit seiner interessanten Stimmung. Die Band, allen voran Lombardo, der sein Drumkit hier lediglich aufs Nötigste reduzierte, genießt es hörbar sich kreativ auszutoben.

Dass man das Album zu Hause in gemütlicher Atmosphäre gemeinsam austüftelte und gleich selbst produzierte kommt dem Ganzen durchaus zugute, sorgte aber auch an manchen Stellen dafür, dass man sich etwas verrannte. Hin und wieder klingt so manches auch etwas steril. Das sollte einen aber nicht davon abhalten hier mal reinzuhören. Denn die Chose hat unverkennbar ihren anziehenden Charme.


Choice of Weapon
Choice of Weapon
Preis: EUR 6,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut wieder von ihnen zu hören!, 20. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Choice of Weapon (Audio CD)
Irgendwie waren die Briten The Cult um die beiden Köpfe Ian Astbury und Billy Duffy immer präsent (und ihre Begleitmusiker ziemlich egal) - auch wenn sie sich ständig wieder etwas anders anhörten. Vom gothicangehauchtem über trockenen Riffrock zum Stadion und dann über leichte Ethno-Schlenker Richtung Alternative in der ausgehenden Grungeära. Nicht alles davon war wirklich geglückt und so gibt man sich seit rund einer Dekade als recht geradlinige Hardrock-Kapelle. Womit wir bei Choice of weapon gelandet wären. Denn wirklich verändern wollen sich The Cult heute nicht mehr, auch wenn man hin und wieder ein leicht schluderiges Stooges-Feeling durchschimmert oder man die Gitarre kratzend wie einst Jimmy Page schnarren lässt.

Das sorgt für den regelrecht lockeren und lässigen Charme von Songs wie dem wunderbar wummernden "For the animals", dem mit einem latent schmutzigen Glam-Charme versehene "Honey form a knife" oder dem knackigen "Lucifer". Ist das zuletzt Produzent Chris Goss geschuldet, der in vergangenen Tagen Kyuss und die Queens of the Stone Age auf Kurs brachte? Aber das ist nicht alles. Mit Bob Rock saß zudem ein weiterer alter Bekannter hinter den Reglern, der für den letzten Schliff sorgte. "The wolf" mit seinem "She sells sanctuary"-Gedächtnisriff oder das luftige 'Wilderness now' schlagen jedenfalls in die Kerbe von den beiden Alben, an denen er früher beteiligt war ("Sonic temple", "Beyond good and evil").

Klar, nur Hits flossen The Cult auch dieses Mal nicht aus den Fingern. Trotz seinem stolpernden Bluesriff klingt "A pale horse" etwas austauschbar und auch mit der angenehm düsteren Atmosphäre fehlt 'This night in the city forever' irgendwie der letzte entscheidende Kick. Trotzdem sind es immer noch ganz gute Lieder. Alleine der mal wieder charakteristische und einzigartige Gesang mit seinem angenehm mitschwingenden, aber klischeefreien Pathos lässt immer aufhorchen.

Am Ende ist Choice of weapon mal wieder ein gutes The Cult-Album geworden, das keinen Fan enttäuschen sollte. Ob man damit auch neue Freunde für sich begeistern kann? Warum nicht, es ist schließlich nie zu spät, diese Band kennen zu lernen!


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