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Rezensionen verfasst von
Koss, Thoralf "Kossi" (Riesa)
(REAL NAME)   

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Sanctuary
Sanctuary
Preis: EUR 30,19

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oldfields frühere Genialität trifft zum Glück auf die gegenwärtige Genialität von Robert Reed!, 10. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Sanctuary (Audio CD)
Selten war ich so bewegt von einem Album, das mir zeigte, dass auch heute noch das möglich ist, was Oldfield vor 40 Jahren zustande brachte und heute nur noch Musik verramscht, die man zwar mit seinem Namen, aber nicht mehr mit seiner Genialität verbinden kann.

Darum hier die Kritik, die ich zu Robert Reeds Album "Sanctuary" unter den musikreviews.de geschrieben habe:

"Instrumentaler Prog-Rock zurück zu genau den Oldfield-Wurzeln, die der eigentliche Meister längst ausgerissen hat!"

Manchmal sollte man eine CD-Besprechung mit (s)einem Coming Out beginnen!
Hier kommt also meins!
Nachdem ich mir voller Entsetzen nach mehreren Hördurchgängen des Albums „Man On The Rocks“ bewusst machen musste, dass MIKE OLDFIELD höchstens noch mit sehr viel Hochprozentigem „On The Rocks“ halbwegs musikerträglich war und ich als verpeilter Nostalgiker und großer Oldfield-Beleidiger in unserem Gästebuch knallhart von Hardcore-Fans abgestraft wurde, begann ich zu beten:
„Lieber Gott, mache, dass olle Oldfield auf seiner Insel unter dem Einfluss von viel zu vielen Tequilas völlig versackt, meinetwegen auch untergeht, aber zukünftig seine Gitarre an den Nagel hängt und uns nicht unter dem heiligen Namen Oldfield weitere laue Pop-Alben präsentiert!!!
Lieber Gott, schenke uns einen Musiker, der auch heute noch genau das bringt, was olle Oldfield vor 40 Jahren als begnadeter Komponist und Multiinstrumentalist hinbekam, als er mit jeder Menge Instrumenten, die er alle selbst einspielte, meine Musikwelt mit lautem Tubular-Bells-Geläut um ein neues Universum bereicherte!“
Und Gott erhörte mein Gebet und schickte mir ROBERT REED und sein „Heiligtum“!
Doch ich agnostischer A****vogel glaube gar nicht an Gott - so viel also zu meinem Coming Out - aber definitiv glaube ich ab sofort an ROBERT REED!

Der Kopf hinter solch beeindruckender Band wie MAGENTA, die Neo-Prog mit Oldfield-Tendenzen schon seit 1999 gekonnt darbieten, oder hinter dem weniger beeindruckenden, extrem schmalzigen, nichtsdestotrotz umso erfolgreicheren KOMPENDIUM hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, die frühe Musik eines MIKE OLDFIELD von „Tubular Bells“ bis „Incantations“ wieder auf den Musiksockel zu heben und gleichzeitig Oldfield von diesem zu stoßen.

Um sein Vorhaben zu realisieren, setzt er eine nicht nur außergewöhnliche, sondern extrem einfallsreiche und anstrengende Idee um: Im Laufe mehrerer Jahre besorgt er sich alle Instrumente, die auch MIKE OLDFIELD 1973 für „Tubular Bells“ verwendete, erlernt jedes einzelne selbst zu spielen und komponiert daraufhin ein kunstvolles Musikstück, das er in zwei Teilen darbietet - genauso wie Oldfield 1973. Nur nennt er es natürlich nicht „Tubular-Bells-Ommadawn-Hergest-Ridge-Incantations“, sondern „Heiligtum“!
„Sanctuary“ - könnte es einen besseren Namen für solche Musik geben?

Aber damit alles perfekt zusammenpasst, geht ROBERT REED noch einen Schritt weiter, der uns unumwunden wissen lässt, dass dieses Album eine Umsetzung der testamentarischen Hinterlassenschaft des 70er-Jahre-Oldfields ist. Er nimmt Kontakt zu den „Tubular Bells“-Produzenten TOM NEWMAN und dem Audio-Master-Chef SIMON HEYWORTH auf, die dann „Sanctuary“ unter ihrem Einfluss auch klanglich zu dem werden lassen, was „Tubular Bells“ 1973 war - eine Rundum-Meisterwerk, zu dem Newman bemerkt: „Ich habe die Arbeit an diesem Album genossen ... und es entstanden am Ende wahre musikalische Klanglandschaften!“
Gibt es eine höhere Adelung für einen Musiker wie ROBERT REED aus dem Munde DES Produzenten, der bereits bei Virgin „Tubular Bells“, „Hergest Ridge“, „Ommadawn“, „Amarok“ und und und produziert hat?
Die Antwort darauf gibt eindeutig „Sanctuary“!

Doch auch das reichte dem Perfektionismus-Anspruch von ROBERT REED noch immer nicht, so dass man mitunter glaubt, hinter ihm stünde der junge Oldfield mit dem Pseudonym Reed. Eine zweite CD/DVD entsteht, diesmal ein High-Resolution-Remaster in allen dolby-digitalen Formaten (dts + 5.1 + 24/96 Stereo-Mix) sowie drei fantastischen Promo-Videos, bei denen natürlich auch Oldfields Promos offensichtlich Pate standen. Ein unbeschreibliches Klangerlebnis zusätzlich für alle, die eine gute Dolby-Anlage haben.

Am Ende gibt‘s dann natürlich auch noch für die Nostalgiker unter uns dieses traumhafte Klangerlebnis als LP, liebevoll in schwarze kleine Rillen gepresst, auf die man nicht greifen darf, weil man sonst fettfingrige Abdrücke hinterlässt, während man ganz zärtlich mit einem antistatischen Lappen oder der schon fortschrittlicheren Bürste zum Säubern darüber fährt.

Und plötzlich tritt zumindest bei mir ein Fakt ein, den ich so nie für möglich gehalten hätte. Ich hole nicht etwa die alten Oldfield-Alben wieder aus meinen Platten- oder CD-Schrank, sondern höre überwältigt „Sanctuary“.
Immer und immer wieder!

FAZIT: Alle, die „Man On The Rocks“ von Mr. Island-Oldfield mögen, dürfen sich gerne zurücklehnen und weiter in ihrem „Moonlight Shadow“ verzweifelt sonnige Momente suchen und diesen verquasten Käse hören, bis er ihnen aus den radioformatigen Ohren wieder herauskommt.
Alle Anderen aber, die sich nach dem alten Oldfield der Ära zwischen „Tubular Bells“ bis hin zu „Incantations“ sehnen, die sollten schnellstens ihren Blick- und Hörwinkel ändern und die wahre Offenbarung namens „Sanctuary“ hören.
Ab sofort ist ROBERT REED Gott und MIKE OLDFIELD nur noch ein Götze, welcher noch nicht mal mehr als Messdiener taugt.
Wenn „Tubular Bells“ das Alte Testament instrumentalen Prog-Rocks war, dann ist „Sanctuary“ das Neue Testament!

PS: Meine Hundedame Iffi blieb immer, wenn ich die frühere Musik von MIKE OLDFIELD hörte, neben mir auf dem Sofa liegen. Bei „Man On The Rocks“ verschwand sie ganz schnell. Seit „Sanctuary“ liegt sie wieder entspannt neben mir - ein weiterer Beweis ... und über meine Katze will ich erst gar nicht schreiben.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 25, 2017 7:29 PM CET


Detention - Nachsitzen kann tödlich sein
Detention - Nachsitzen kann tödlich sein
DVD
Preis: EUR 7,99

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gruselig schrecklich!, 8. August 2014
Wenn jemand nach einem Film sucht, der unterirdischen Humor und abartigen Horror in sich vereint, dann sollte er unbedingt "Detention" besitzen.
Selten habe ich einen so schlechten Film gesehen und mich, nur um diese Kritik zu schreiben, bis zum Ende hindurch gequält.
Wenn Schüler wahre Qualen durchleiden sollen, dann braucht man sie nicht nachsitzen zu lassen, sondern sie einfach zwingen, diesen Film bis zum Ende zu sehen.
Scream ist witzig, Detention nur peinlich!


Original Album Series
Original Album Series

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kult ohne wirklich kultig zu sein, 14. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Original Album Series (Audio CD)
Aber klar liebten wir schon immer PROCOL HARUM und diesen begnadeten Gitarristen
Trower, ohne den die Band im Grunde nicht vorstellbar war. Doch was treibt diesen musikalischen Unruhegeist eigentlich dazu, seine Solo-Alben plötzlich nicht nach Harum, sondern hartem Rock und Blues klingen zu lassen? Die Antwort kann man sich ruhig nach dem ersten Hördurchgang dieser beeindruckenden Box selber geben. Trower war im Geiste nicht wirklich ein echter PROCOL HARUM-Musiker, sondern er hatte den total harten Blues. Und er konnte es!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 12, 2014 9:56 AM MEST


Moving on
Moving on

3.0 von 5 Sternen Punk der alten Schule, 14. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Moving on (Audio CD)
Luxemburg macht's möglich und haut mit diesem Album eine saubere Punk-Rock-Scheibe raus, die auch vor dem "bösen Geschwisterchen Pop" nicht zurückschreckt.
Und egal, ob die luxemburgische Band nun VERSUS YOU oder vielleicht doch SEX PISTOLS oder CLASH heißt, solche Musik kennen und mochten wir in den 70ern - oder die progressiven Freigeister hassten sie! Punk der alten Schule!


Sigur Ros - Valtari Film Experiment [Blu-ray]
Sigur Ros - Valtari Film Experiment [Blu-ray]
DVD ~ Sigur Ros
Preis: EUR 11,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ansprechende Musik- und Filmkunst, 16. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine wirklich gute Idee, wenn eine Band ihr komplettes Album von unterschiedlichen Filmemachern, allesamt noch jung und vor überbrodelnder Ideen, verfilmen lässt.
Leider passen einige Filme aus meiner Sicht nicht immer zu der Musik, auch wenn deren künstlerischer Anspruch durchgehend auf sehr hohem Niveau angesiedelt ist.


Denn sie wissen, was sie tun
Denn sie wissen, was sie tun

0 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schrecklicher Ausrutscher, 16. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Denn sie wissen, was sie tun (MP3-Download)
Eine große Enttäuschung, zumindest für mich.
Ein wenig hoffte ich schon, dass Jupiter Jones weiter ihre geradlinige Rockmusik mit anspruchsvollen Texten fortsetzen.
Doch dieser Song biedert sich regelrecht mit harten Rhythmen bei einem Publikum an, für das ich entweder zu alt oder zu verständnislos geworden bin.
Für mich definitiv ein Flop!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 20, 2013 5:42 PM MEST


Dear Amnesia
Dear Amnesia
Preis: EUR 17,64

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musikalische Perlen der besonders traurigen Art, 24. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Dear Amnesia (Audio CD)
Wer kennt ihn nicht – den niemals enden wollenden Schmerz des Abschieds?
Da haben sich zwei oder gleich mehr zusammengerauft und erkannt, dass sie wirklich gut zueinander passen. Die Gefühle spielen verrückt, wenn man sich begegnet, zusammen ist und gemeinsam die Dinge angeht, welche man bis dahin nur einsam zu meistern versuchte. Das Hochgefühl von Liebe oder einfach nur von Verbundensein schweißt einen zusammen. Man glaubt tatsächlich, plötzlich unschlagbar zu sein. Doch dann kommt es überraschend oder schleichend zur Trennung und man steht wieder dort, wo man einstmals war und schaut auf den Scherbenhaufen seines Lebens hinab. Einen Scherbenhaufen, den man einerseits selbst, aber den auch andere für einen anhäuften.

Wer solche Gefühle nicht kennt, der braucht sich erst gar nicht die Zeit für LINDA AND THE SMALL GIANTS zu nehmen. Der soll weiter erhaben seine Bahnen durch Raum und Zeit ziehen und alles im Griff haben. Wer sie aber kennt, diese Zweifel und Verlustängste, der bekommt mit „Dear Amnesia“ seinen musikalischen Wegbegleiter an die Seite gestellt.

Gibt es ihn wirklich, diesen „Lieben Gedächtnisverlust“? „Das ist doch eine Krankheit?!“, werden jetzt viele behaupten. Manchmal kann eine Krankheit auch was Liebes, Gutes sein – und wer möchte nicht doch mal gerne einfach das Gedächtnis verlieren, wenn ihm mal wieder ein Mensch, dem man vertraute, schweren Schaden zugefügt hat? Vergessen wäre in diesem Falle keine Krankheit, eher eine Erlösung. Und so ist die Musik von LINDA AND THE SMALL GIANTS eine traurige Homage an Abschiede, Verluste, Trennungen und nicht eingehaltene Versprechen. An genau all das also, was man lieber vergessen will, aber nicht kann, weil man von der hoffnungsvollen Krankheit der Amnesie nicht befallen ist. Die kommt wohl immer nur dann, wenn man gerade Glück statt Leid verspürt. Es ist eben ungerecht, dieses Leben – genauso wie die Menschen um einen herum, die ihre Musik nach ausgeklügelten Werbestrategien aussuchen statt nach ihrem Gefühl, weil sie längst vergessen haben, dass es das auch noch gibt. Darum wohl werden sie irgendwann denken, dass GLASPERLENSPIEL eine Band ist, die minderwertige Texte und austauschbare Musik sowie ein bei BOY geklautes Platten-Cover erfolgreich feilbietet, statt dahinter zu kommen, dass hier der pure Etikettenschwindel mit einem Roman von HERMANN HESSE betrieben wurde. Zum Glück sind LINDA AND THE SMALL GIANTS keinerlei Etikettenschwindel, sondern absolut authentisch. Sie sind so eine Art musikalische Perle aus Deutschland, während sich die Anderen mit deren deutschen Glasvariante zufrieden geben.

Auch LINDA RUM, der Frontfrau dieser kleinen (musikalischen) Giganten, widerfuhr so einiges an Ungerechtigkeiten, wie's scheint. Kaum hatte ihre Band PUNCH & NERVES mit „In Vivid Colours“ ihre erste CD veröffentlicht, da war auch schon wieder Schluss. Das junge Nürnberger Quartett schien musikalisch unterschiedliche Wege gehen zu wollen, was vielleicht nicht die schlechteste Entscheidung war. Etwas zu eintönig und wenig einfallsreich war „In Vivid Colours“ ausgefallen. Schön zwar, aber nicht gut. Zumindest ich war ziemlich enttäuscht über das Album – empfahl sogar in einer Kritik, doch stärker auch mal auf Violinen zu setzen, wie's bei „In Vivid Colours“ leider nur auf einem der wirklich besten Songs der CD bereits geschehen war.

Nun also stand LINDA RUM plötzlich ganz allein da und fragte sich wahrscheinlich: „Mache ich nun weiter?“ … „Und wenn ja, dann wie?“ Sie, die klassisch ausgebildete Musikerin, die Kirchenorgel genauso spielte wie sie bereits auch bei „Rock im Park“ auf der Bühne stand. Und dann traf sie wohl eine der klügsten Entscheidungen, nämlich sich weiter dem Indie-Pop zuzuwenden und (Achtung! Achtung!) neben der klassischen Band-Instrumentierung aus Schlagzeug, Gitarre, Bass und Keys gleich zwei Violinen und ein Cello komplett auf „Dear Amnesia“ mit einzubinden. Dabei heraus kam dann eine musikalische Amnesie, von der man nur hoffen kann, dass sie nicht wirklich zu schnell in Vergessenheit gerät.

Akustischer, doch trotzdem elektronisch verspielter Pop mit Tiefgang und dem Gesang von Linda, die zwischen ANNE TERNHEIM und PJ HARVEY pendelt, mal kristallklar oder elektronisch verfremdet ihre ganze Klangbreite entfaltet, und sogar in seltenen Momenten, wie bei „Won't Watch Me Fall“ ein wenig wie die weibliche Entsprechung des männlichen Fallset-Gesangs von SIGUR RÓS klingt. Dazu gibt’s Piano-Passagen, bei denen der Verdacht aufkommt, KONSTANTIN WECKER hätte es sich hinter dem Klavier bequem gemacht. Und immer wenn die Musik schon in dieser Form so schön traurig klingt, dann setzen die Streicher noch einen drauf und treiben dem Hörer mit leidvollen Klängen die Tränen in die Augen. „Raindrops Falling“ ist so ein Beispiel. Eine akustische Gitarre und zerbrechlicher Gesang lassen uns traurig im Regen stehen, bis am Horizont das Cello zärtlich dunkle Wolken vorbeiziehen lässt. „The Aimless Wanderer“ darf dann gleich von allen Streichern begleitet seinen Weg so lange wandern, bis er auf elektronische Tüfteleien trifft, die sich mit klassischem Piano vereinigen bis Linda darüber singt, wie schwer es ist, manchmal wieder aufzustehen und weiter zu gehen.

Da sind sie dann wieder – die Scherbenhaufen unseres Lebens, die Verluste und das Leid, die wir vergessen wollen, aber nicht können, weil eine Amnesie eben doch keine Lösung ist. Manchmal aber reicht es schon, in solchen Tönen darüber zu singen und mit solchen musikalischen Harmonien darüber zu klagen. „Dear Amnesia“, sei willkommen in meinen Ohren, aber hoffentlich nicht in meinem Kopf. Diese musikalische Krankheit hat mich jedenfalls angesteckt, weil ich irgendwann wohl keine Lust mehr hatte, mit Glasperlen zu spielen.

Warum ich allerdings auf dem beinahe 5-minütigen „Intentionally Left Blank“ nur die totale Stille zu „hören“ bekommen, bleibt mir jedoch ein Geheimnis – kein besonders schönes, das wir mal ganz schnell der Amnesie anheim fallen lassen wollen. Als kleine Entschädigung dürfen wir uns dann noch als Bonus zwei ansprechende akustische Live-Versionen anhören, die uns besonders durch die Dominanz des Pianos wieder einem KONSTANTIN WECKER sehr nahe bringen.

FAZIT: Manchmal sind es die kleinen Dinge, die Musik so gigantisch erscheinen lassen. Folk, Indie, Pop, Electronica, Streicher, eine tolle Stimme und traurige Texte, die bewegen. So bewahrt man sich in Deutschland zwar seine musikalische Unabhängigkeit und es bleibt ja wenigstens die Hoffnung, dass auch sowas mal erfolgreich sein kann. Glas zerbricht eben – doch Perlen entdeckt man nur ganz selten. „Dear Amnesia“ jedenfalls ist eine!


Demolotion
Demolotion
Wird angeboten von futuresound
Preis: EUR 4,49

4.0 von 5 Sternen Mütterchen Blues und Väterchen Rock treiben es wild miteinander, 3. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Demolotion (Audio CD)
Das also sind die schönen Musikmomente im Leben, wenn eine gänzlich unbekannte Band einen neugierigen Hörer mit einem Schlag überzeugt!

Die UMAJETS verbinden auf ungeahnte Weise den erdigen Blues mit dem Pop und Rock, den man von den Beatles her kennt. Dabei mischen sie beide Komponenten so geschickt miteinander, dass am Ende eine gelungene Folk-Pop-Scheibe dabei heraus kommt, die auch mutig schräge Töne verarbeitet!

Am Ende bleibt von "Demolition" ein musikalisches Kleinod, das auch noch wundervolle Texte aufzuweisen hat, die selbst vor einigen Provokationen nicht zurückschrecken. "Girl named God" ist wohl das beste Beispiel dafür, in dem das lyrische Ich ein Verhältnis mit einem Mädchen namens Gott eingeht, einen Sohn, der Jesus heißt, zeugt und am Ende voller Trauer über dessen zu frühen Tod sinniert. So etwas muss einem erst einmal einfallen.

Große Klasse!


Release Date
Release Date
Wird angeboten von Ets Bucher25400
Preis: EUR 11,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannend, aber reicht das?, 26. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Release Date (Audio CD)
Nach ihrem recht rockigen "Blood Sample" (2006) kriechen die finnischen Crossover-Pioniere WALTARI aus ihren blutigen Abgründen und werfen ein Album auf den Markt, das sich nicht nur durch einen sehr ungewöhnlichen Namen auszeichnet: Release Date" - irgendwie muss man schon einen gehörig an der Waffel haben, wenn man sein jüngstes musikalisches Baby so bezeichnet. Wenn wir demnächst Ähnliches in Natura versuchen, dann nennen wir unsere Kinder nur noch nach dem Geburtsdatum, der Uhrzeit und dem Ort - und schon ist man dieses schreckliche Problem auf der Suche nach einem passenden Namen für sein Allerliebstes los. Von den Finnen lernen, heißt nicht immer Siegen lernen, auch wenn ihre Bildungslandschaft unsere kleingeistige, deutschtümelnde Kleinstaaterei um Längen überragt.

Nach diesem kurzen bildungspolitischen Ausflug schnell wieder zum eigentlichen Thema: der Musik. Und die ist, wie bereits angekündigt, sehr merk- und gewöhnungsbedürftig. Eine ungewöhnliche Mixtur aus vorrangigen Death-Metal-Elementen trifft auf Melodic-Rock, Punk, Pop, Klassik und jede Menge experimentelle Klänge. Also bei diesen Finnen, die ja bekanntlich spinnen (Oder waren das etwa laut Asterix & Obelix die Römer?), wundert einen nach dem Hören solcher CD absolut gar nichts mehr.

Herzstück des Veröffentlichungsdatums" ist eindeutig das fünfteilige, 37 Minuten lange Opus Magnum Cityshamaani". Eine Anknüpfung oder Erinnerung an die guten alten Tage, in denen WALTARI mit ihrer Death-Metal-Oper Yeah! Yeah! Die! Die!" im Jahre 1996 noch für einiges Aufsehen sorgten. Dieses wird ihnen sicherlich auch über 10 Jahre später mit dem aktuellen metallischen Kunstwerk gelingen, da sein wichtigster Aspekt der totale Abwechslungsreichtum ist, der auch nicht vor ruhigen Tönen oder schönen Melodien bzw. stampfenden Rhythmen Halt macht. Natürlich blickt dabei das böse, oft sehr düstere Death-Metal-Monster ständig um die Ecke und meldet sich mit seinen Grunzlauten immer dann rechtzeitig, wenn die Gefahr besteht, in musikalisch eintönige Langatmigkeit abzurutschen oder darin zu versinken.

Und so tauchen in Waltaris neustem Musik-Mix manchmal sogar bisher von ihnen kaum gehörte Elemente, wie klassisches, an KEITH EMERSON erinnerndes Piano-Spiel, auf, das von einem rockigen Losgeher im Stile der früheren RED HOT CHILI PEPPERS abgelöst wird und am Ende sogar irgendein finnischer Damen-Sanges-Folk-Beat-Akt, der das Album abschließt, aber überhaupt nicht dazu passt. Was dieser Bonus-Titel bezwecken soll, wird wohl ein ewiges Band-Geheimnis bleiben. Natürlich kommt auch das Geschreie und Gegrunze nicht zu kurz. Besonders wenn es um den Sex im Biergarten" geht, verstärken sich dann diese animalischen Klänge. In dieser Beziehung stimmt dann die Waltari-Logik mit meiner wieder gänzlich überein.

Allerdings ist das nicht immer so. Und zwar immer in den Momenten, in welchen der Industrial-Sound zu sehr nach diesen schon 1000 mal gehörten 0-8-15-Schrei-Geschrammel-Orgien klingt. Na ja, bei der Vielfalt von Release Date" ist das durchaus verzeihlich - und man kann mit gespannter Vorfreude auf das Release Date von Release Date" warten.

FAZIT: Release Date" ist eine verrückte, finnische Mixtur aus den unterschiedlichsten Musikstilen, die vor kaum einer Grenze Halt machen und deren Basis sich auf der düsteren Seite des Metals befindet. Eine wahrhaft musikalische Überraschung alter finnischer Musik-Hasen, die sogar einige Peinlichkeiten selbstbewusst mit ins musikalische Spiel bringt.


Slavior
Slavior
Preis: EUR 18,86

0 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Belanglose Musik von perfekten Musikern, 26. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Slavior (Audio CD)
Es ist noch gar nicht all zu lange her, da konnte man blind bei allen CDs zugreifen, die aus dem Hause InsideOut kamen. Leider sind diese Zeiten längst vorbei und die unglaublich hohen Qualitätsmerkmale vergangener Zeiten sind wohl einem stark quantitativ-marktwirtschaftlich, aber leider immer weniger Musikqualität orientierten Denken gewichen. Und so überraschen mich unter diesem Label immer wieder einige Veröffentlichungen, die insgesamt belanglose Musik beinhalten, aber deren Musiker sich durchaus schon in anderen Bands einen sehr guten Namen gemacht haben. Das musikalische Trio SLAVIOR ist dafür ein sehr gutes Beispiel.

Geistiger Vater von SLAVIOR ist Mark Zonder, der Schlagzeuger von FATES WARNING, der mit Hilfe von MSG-Gitarristen/Keyboarder Wayne Findlay und dem ehemaligen TRIBE OF GYPSIES Sänger Gregg Analla Musik kreieren wollte, deren Basis interessante Schlagzeugstrukturen sein sollten. Das klingt erstmal spannend, ein Schlagzeug als Grundlage, um das man die andere Musik herum konzipiert. Und so kündigt InsideOut diese spektakuläre neue Band" gleich als die erste große Überraschung des Frühjahrs" an. Vielleicht haben sie bei dieser Ankündigung ja nicht umsonst auf das Adjektiv positiv" verzichtet. Dafür darf man als Original-Zitat von Mark Zonder lesen: ..., aber ich sorge dafür, dass alles groovt und sich bestens anfühlt. Wir wollten Slavior nicht zu einer übermäßig komplex agierenden Band werden lassen, sondern sicherstellen, dass man mit dem Fuß wippen und mitsingen kann. It was designed for the masses." Schnell noch einmal nachgeschaut - tatsächlich, die CD kommt aus dem komplexen, edel-progressiven Hause InsideOut.

Musik für die Massen" ist dieses Album aber garantiert nicht, auch wenn es ohne weiteres den eindeutigen Anspruch erfüllt, nicht übermäßig komplex" zu sein. Die ersten drei Titel bieten dem Hörer darum nichts Anderes als heavylastigen Rock, der nicht nur austauschbar klingt, sondern auch durch seine unkomplexe Art und das ewige Gefrickel nervt. Mit Altar", endlich ein zurückhaltenderer, etwas an die RED HOT CHILI PEPPERS oder PEARL JAM erinnernder Titel, kommt ein wenig Hoffnung auf einen musikalischen Sinneswandel auf, der jedoch durch Another Planet" (laut Zonder ein ganz spezielles Stück" - Warum, weiß wohl nur er!) sofort wieder zerstört wird. Wo ist bloß die hochexplosive künstlerische Mischung der erstklassigen Besetzung, die gängige Genrefesseln sprengt" (Zitat: InsideOut) geblieben? Ich höre sie einfach nicht, auch nicht bei Dove", einem mit Reggae-Rhythmus versehenen Song, mit dem SLAVIOR sogar auf Airplay im Radio hoffen.

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass drei handwerklich gute Musiker, noch lange keine Garantie für wirklich gute Musik sind. Denn es fehlt da noch ein ganz wichtiger Aspekt: nämlich gute Ideen! Dafür darf sich der Hörer dann auf den augenscheinlich letzten Long-Track freuen", der knapp 9 Minuten Spielzeit, laut Anzeige am CD-Player, aufweist. Zu früh gefreut, liebe Freunde. Nach 6 Minuten endet der Titel und nach einer Minute Stille setzt ein Hidden-Track ein, der einen an indianische Gesänge mit seltsamen, wie rückwärts gesprochenen Wortschöpfungen erinnert. Ein wahrhaft würdiger Abschluss für dieses Album.

FAZIT: Slavior haben ein dynamisches Album voller Heavy Rock ohne großartige Ideen oder Überraschungen geschaffen, das an seinem eigenen Anspruch, als music for the masses" zu gelten, jämmerlich scheitert. Music For Headbanger" wäre passender!


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