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Rezensionen verfasst von
Asphaltwolf (4942 Meilen bis Graceland)

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Who's Got Mine
Who's Got Mine
Preis: EUR 11,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nashorn-Rock, 24. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Who's Got Mine (Audio CD)
Rhino Bucket klangen nie nach einem einfachen AC/DC-Abklatsch, aber seit ihrem 2006 veröffentlichten Quasi-Reunion-Album "And Then It Got Ugly" schienen sie zu einem etwas eigeneren Sound gefunden zu haben. Dieser ist ein bißchen kraftloser, als man es von früher her kannte, aber keineswegs ohne Reiz. Finanziell scheinen bei einer Aufnahme eines neuen Albums für Rhino Bucket keine großen Sprünge mehr möglich zu sein, was man meines Erachtens auch hören kann. Rhino Bucket bedienten sich für ihr vorangegangenes Album "The Hardest Town" der umstrittenen Möglichkeit, via Internet Spenden für eine CD-Produktion zu sammeln.

Dies soll alles nicht bedeuten, dass die Produktion der jüngsten Alben grottig oder schlecht wäre: Rhino Bucket haben immer noch Punch und Energie, sowie einen kantigen, rauen Sound, der ungefiltert aus den Boxen tönt. Wer eben reinen Rock N'Roll à la AC/DC abfeiert, macht mit Rhino Bucket auch weiterhin nicht allzuviel falsch. Unschlagbar ist da nur ein Konzert der Nashornkübel, das ihre Aufnahmen sogar noch in den Schatten stellen kann, und auch die Songs von "Who's Got Mine" prima in die Setlist integrierte, die genauso gut rüberkamen, wie die alten "Hits" der Band.

Musikalisch bewegen sich die Rhinos auf "Who's Got Mine" zwischen etwas bluesigeren, langsameren Stücken und schnelleren Rock N'Rollern. Flotte Lieder wie "Lifeline", "Drive Thru Liquor", "Chase The Case", und nicht zuletzt "Joke's On You" gingen mir am schnellsten ins Ohr. Ich kann mir "Who's Got Mine" gut geben, und tue das auch immer wieder, aber insgesamt wirkt das Album doch etwas grau und lässt an manchen Stellen Farbe in Form von wirklich packenden, prägnanten Melodien fehlen. Nichtsdestotrotz machen mir Alben und Musik von Rhino Bucket einfach Spaß, was "Who's Got Mine" genauso miteinschließt.

Eine Band wie Rhino Bucket, die bei Auftritten sensationell rüberkommt, hätte im Grunde fast schon generell volle Punktzahl verdient, "Who's Got Mine" ist trotz solider, guter Lieder aber doch etwas einfarbig. Leider sind Nashörner heutzutage massiv vom Aussterben bedroht, was in weniger tragischen Ausmaß auch ehrlichen, handgemachten Hard Rock betrifft. Bleibt zu hoffen, dass eine Band wie Rhino Bucket noch eine ganze Weile 'on the road' bleibt.


Blow up your video (1988) [Vinyl LP]
Blow up your video (1988) [Vinyl LP]

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Videos in die Luft gejagt, 24. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Blow up your video (1988) [Vinyl LP] (Vinyl)
Videokassetten sind mittlerweile schon längst überholt, und auch das AC/DC-Album, das dazu auffordert, seine Videos in die Luft zu sprengen, ist im Bewusstsein von Band und Fans über die Jahre hinweg augenscheinlich auch in der Zeit verschwunden. Im Grunde sind sich die australischen Starkstromer mit "Blow Up Your Video" treu geblieben, man bekommt ein hartes, elektrisierendes Rock N'Roll-Album im typischen Stil von AC/DC zu hören. Aber trotz AC/DC-4/4-Grundschemata, dem energetischen Spiel von Angus Young, und eines rauen und puren Klanges, wandten sich AC/DC - bewusst oder unbewusst - kompositorisch dennoch etwas dem damals angesagten US-Rock der 80iger Jahre zu.

Diese Behauptung könnte auch durch eine Platinauszeichnung in den Vereinigten Staaten für über eine Million verkaufter Einheiten und eine Grammy-Nominierung 1989 gestützt werden. Zu jener Zeit waren Bands wie Cinderella, Dokken, Guns N'Roses, L.A. Guns, Mötley Crüe, Poison und Tesla angesagt, wobei man aber auch erwähnen muss, dass solche Bands zu einem nicht unerheblichen Teil auch von AC/DC beeinflusst wurden. Dass ich "Blow Up Your Video" da gerne mit rein packe, hat sicherlich seine Gründe, soll AC/DC, die nie von ihrer Richtung abgewichen sind, aber keinesfalls zum Vorwurf gemacht werden.

Meiner Meinung nach ist "Blow Up Your Video" ein flottes, recht melodisches Hard Rock-Album mit simplen, aber feinen Riffs, die wie immer von Angus Youngs Leads und Licks akzentuiert werden. Einzig das groovende "Meanstreak" und das bluesige "Some Sin For Nuthin'" kommen eher etwas gedrosselter und behäbiger rüber. Richtig durch die Gegend brettern AC/DC mit dem Rest auch nicht, befinden sich aber in durchgehend höheren Zählzeiten, wobei das schnelle "Heatseeker" und das schwungvolle "That's The Way I Wanna Rock N'Roll" am schnellsten ins Ohr gehen. Richtig gut gefallen mir auch noch das melodische "Two's Up", das schnelle "Nick Of Time" und das etwas hymnische "Kissin' Dynamite".

Produziert wurde "Blow Up Your Video" von George Young und Harry Vanda, die sich in den 70iger für die AC/DC-Veröffentlichungen verantwortlich zeigten, und die der Band auf "Blow Up Your Video" erfolgreich einen rauen Sound verpassten. Trotzdem ist die Gesamtproduktion nicht gerade die Beste, und lässt es etwas am einstigen Dampf vermissen. Der E-Bass von Cliff Williams ist leider etwas in den Hintergrund gemischt worden, genau wie die kreischenden Vocals von Brian Johnson, die ein wenig so klingen, als ob er sie außerhalb des Studios eingesungen hätte. Das Schlagzeug vom seinerzeitigen Drummer Simon Wright hat nicht ganz so viel Punch, und klingt nicht nur durch das häufige Anspielen der Becken ziemlich scheppernd. Dagegen ist der raue Gitarrensound allerdings sehr präsent und fein wiedergegeben. Den ein bißchen blutarmen und leeren Klang könnte man als störend empfinden, seltsamerweise möchte er mir persönlich ganz gut gefallen, und bringt meines Erachtens die Elektrizität AC/DCs auf diese Art und Weise prima zur Geltung.

Mit "Borrowed Time", "Down On The Borderline" und "Snake Eye" gibt es noch drei gutklassige, aber verzichtbare B-Seiten, die auf "Backtracks" erhältlich sind. Nette Studio-Outtakes wie "Let It Loose" und "Alright Tonight" blieben offiziell unveröffentlicht, sind aber wirklich nur noch etwas für Erbsenzähler (wie mich).

"Blow Up Your Video" ist neben "Dirty Deeds Done Dirt Cheap", "High Voltage" und "Powerage" nicht nur die erste LP, die ich mein eigen nennen durfte, sondern ist neben den erwähnten Alben mit Bon Scott auch das Album, das mich riesigen Gefallen an AC/DC finden ließ, und lebenslang mit Rock N'Roll in Verbindung brachte. Soetwas vergisst man nicht! Der individuelle Musikgeschmack ist natürlich von Mensch zu Mensch verschieden, "Blow Up Your Video" mag längst nicht(mehr) so beliebt sein, ist aber trotzdem eine Platte von AC/DC, die ich immer noch gerne auflege, und mir besonders beim Autofahren im Sommer sehr gerne anhören mag.


Geared And Primed
Geared And Primed
Wird angeboten von Bessere_Musik ( 12-24 Tage Lieferzeit aus Kalifornien)
Preis: EUR 51,46

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Halbherziger Versuch im Sleaze Rock, 20. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Geared And Primed (Audio CD)
Royal Court Of China waren eine Rockband aus Nashville, Tennesse, die Ende der 80iger zwei Alben veröffentlichte, und, glaube ich, bis vor wenigen Jahren wieder aktiv war. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum von 1987 war ein etwas melancholisches, interessantes Stück Rockmusik, das keinen bestimmten Stil erkennen ließ. Bluesiger Hard Rock mit Soul, der frühen New Wave, Country, sowie Southern- und Alternative-Rock miteinander verband. Erinnert stellenweise an Cow Punk und Gruppen wie TSOL oder The Front.

Das 1989 veröffentlichte "Geared And Primed" war dagegen fast eine 180°-Wende. Mit ihrem zweiten Album wanden sich Royal Court Of China dem damals angesagten Glam-/Sleaze Rock zu, "Geared And Primed" war wohl ein Versuch, Aufmerksamkeit und den verdienten Erfolg zu erlangen. Obwohl sich Royal Court Of China musikalisch, lyrisch und optisch in den Sleaze Rock begaben, findet man in den Songs von "Geared And Primed" noch genug Reminisenzen an ihre Vorgängerscheibe, die sich kompakt in einen zeitgemäß angeschmutzen Sound, der von Vic Maile (Girlschool, motörhead) produziert wurde, einfügen. Es dürfte das letzte von ihm produzierte Album sein: er starb 1989 an Krebs.

Neben ein paar flotten, aber eher durchschnittlichen Sleazern, gibt es da auch weniger direkte Nummern, wo klare, swingende Gitarrenmelodien über verzerrten Riffs thronen. Vorallem letztere Songs klingen nach einer Kreuzung aus melancholischem New Wave/Post-Punk/Alternative-Rock à la Gene Loves Jezebel und Glam Rock von New York Dolls oder auch Hanoi Rocks, womit Royal Court Of China Bands wie Bang Tango und Electric Angels nicht unnähnlich sind. Sänger Joe Blanton schreit ganz ordentlich, seine dunkle Stimme erinnert mich ziemlich an Bobby Durango von Rock City Angels.

"Geared And Primed" ist ein solides Rockalbum mit ein paar ansprechenden Liedern, aber trotzdem irgendwie nur ein etwas halbherziger Versuch, damals im Sleaze Rock Fuß zu fassen. Royal Court Of China waren eine gute Band mit guten Musikern, der leider die Konsequenz und der richtige Zünder fehlte. Musikalisch und klanglich liegen Royal Court Of China mit ihrem zweiten Album zwischen Gruppen wie Asphalt Ballet, Electric Angels und Rock City Angels. 2,5 Sterne.


Guilty Pleasure
Guilty Pleasure
Preis: EUR 18,45

3.0 von 5 Sternen McMasters Heldenverehrung, 18. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Guilty Pleasure (Audio CD)
Musikalisch ist bei Broken Teeth mit "Guilty Pleasure" alles beim Alten geblieben: eine staubtrockene, schweißtreibenede, texanische Verneigung vor dem harten Rock N'Roll von AC/DC. Das wahnsinnige Debütalbum der Mannen um Dangerous Toys-Sänger Jason McMaster hat mich richtig begeistert, und obwohl sich Broken Teeth mit ihrem zweiten Album nicht von dieser Linie wagen, war ich von "Guilty Pleasure" doch etwas enttäuscht. Der etwas stärkere Einfluss von Bluesmusik, der Broken Teeth oft ein dem Boogie-Groove stärker angelehntes Riffing ausüben lässt, ist für mich keineswegs das Übel. Irgendwie scheinen Broken Teeth trotz einiger guter Songs und vielen von AC/DC entlehnten, gelungenen, schneidigen Riffs doch etwas die restlose Zündung abzugehen. Manchmal habe ich das Gefühl, die Lieder würden sich gerade noch so über die Ziellinie schleppen.

Gut gefällt mir der Rocker "Hangin' By The Skin", der meines Erachtens auch prima auf das Debütalbum gepasst hätte, an manchen Stellen aber trotzdem etwas kraftlos wirkt. Richtig gut kommt auch das flotte "Devil Money", das mit scharfen, schnellen Riffs und feiner Melodie zu gefallen weiss. Der an "T.N.T." angelehnte Titelsong, das schnelle "Crash Landing Affair", der Shuffle-Rocker "Down To The Fire", und der Blueser "Second Hand" können noch punkten, wobei letzterer etwas zu offensichtlich nach "The Jack" klingt. "Guilty Pleasure" ist kein schlechtes Album. Jason McMaster weiss, wie man rockt, und tut das mit Broken Teeth auch ausgiebigst. An manchen Stellen ist es nur leider etwas langatmig, und an anderen etwas zu genau von AC/DC übernommen. Bei "High On Danger" zielt man beispielsweise zurück ins Schwarze, und die "Chaingang" treibt sich u.a. in 'Sin City' herum.

Möchte man Broken Teeth kritisieren, weil sie nach AC/DC klingen, braucht man sich ihre Alben weder kaufen noch anhören, aber "Guilty Pleasure" recycelt etwas zu sehr viele alte AC/DC-Riffs. Das wurde sehr geschickt gemacht, aber am Besten gefallen mir Broken Teeth wenn sie, wie auf dem Debütalbum, vornehmlich eigenständigere Riffs anbringen. Wenn man in seinem Sound aber keine Abwechslung gestattet, kann man leicht Gefahr laufen, in die Stagnation zu geraten. Amüsant, dass ausgerechnet ich mich darüber moniere, denn normalerweise feier' ich soetwas total ab. Entweder sind Broken Teeth hier etwas die Ideen ausgegangen, oder sie übertreiben es mit der AC/DC-Heldenverehrung. Auf jeden Fall beweisen sie sicheren Rock N'Roll-Geschmack.

Der Gitarrensound ist schön rau, er gerät ziemlich nach den AC/DC-Platten aus den 70igern, allerdings wirkt der Gesamtsound etwas blutleer und klingt ein bißchen knöchern. Die Produktion kann mit der des Debütalbums leider nicht ganz mithalten. Wer australischen Rock N'Roll der 70iger Jahre mag, wie er eben vorallem von AC/DC, aber auch von Rose Tattoo oder gar von The Angels/Angel City, kommt, und bzw. oder auf Dangerous Toys, Dirty Looks, Rhino Bucket steht, sollte "Guilty Pleasure" auf jeden Fall mal antesten. Geringe Tendenz zu 4 Sternen.


Assault & Battery
Assault & Battery
Wird angeboten von musikdrehscheibe
Preis: EUR 34,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Australische Rock N'Roll-Attacke, 10. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Assault & Battery (Audio CD)
Drei Jahre nach der Veröffentlichung ihres sensationellen Debüts, und nach 3 Jahren 'on the road', legten Rose Tattoo 1981 ihr zweites Album "Assault And Battery" nach. Damit konnten sie ihr Vorgängerwerk nicht überflügeln, aber einen annährend adäquaten Nachfolger vorlegen. Mit dem ersten Anhören schien mir die ungestüme Energie ein bißchen abhanden gekommen zu sein, mit "Assault And Battery" kopierten sich Rose Tattoo nicht, sondern setzten ihren ganz eigenen Rock N'Rollstil konsequent fort, und reicherten ihren schmutzigen, dreckigen Sound weiter mit bluesigen Elementen an.

Songs wie das lässige, fast schon hymnische "Rock N'Roll Is King", "Let It Go", das bluesig-rockende "Chinese Dunkirk" und "Sidewalk Sally" fallen daher eher etwas getragener aus, was Rose Tattoo fast noch aufwühlender erscheinen lässt, wohingegen "All The Lessons", das wilde "Manzil Madness" und das grimmige "Suicide City" das Gaspedal ordentlich runterdrücken. Der flotte, etwas AC/DC-mäßige Opener "Out Of This Place", der nicht nur durch gelungene und scharfe Riffs zu gefallen weiß, und die ungezähmten, rohen Rock N'Roller "Magnum Maid" und "Assault And Battery" befinden sich auch im oberen Drehzahlbereich, allerdings ohne Bleifuß.

Omnipräsent sind natürlich Pete Wells charakteristisches, feines und schmutziges Slide-Guitar-Spiel, und Angy Andersons raue und unvergleichlich dreckige Vocals, aber die Band liefert trotz allen Schmutzes ein sauberes, tightes Zusammenspiel ab. So rotzig Rose Tattoo auch sein mögen, mit Punk hat ihre Musik nur am Rande zu tun. Die musikalische Herkunft liegt direkt im Rock N'Roll von Chuck Berry und dem Blues von Muddy Waters und Robert Johnson. Vergleiche mit AC/DC kann man daher ziehen, wenn ich persönlich sie auch noch nie so ganz nachvollziehen konnte. Rose Tattoo haben ihre eigene Art Rock N'Roll zu spielen, und einen wesentlich staubigeren Sound, der zwar nicht ganz so hart und swingend, dafür aber sogar noch unreiner und versiffter rüberkommt.

Die Rockmusik von Rose Tattoo ist Musik für den Asphalt, sie lässt unweigerlich an staubige Straßen Australiens und alte, rostige Blechschüsseln mit dröhnenden Motoren denken. Wenn ich mir die Mad Max-Filme ansehe, schießen mir sofort Rose Tattoo in den Geist, und wenn ich mir z.B. "Assault And Battery" anhöre, denke ich oft unweigerlich an Mad Max. Das zweite Album von Rose Tattoo ist abwechslungsreicher, schmutziger Street-Rock ohne Ausfälle.


Psycho City (+Bonus Tracks)
Psycho City (+Bonus Tracks)

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Album von Great White, 9. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Psycho City (+Bonus Tracks) (Audio CD)
Meines Erachtens ist das 1992 veröffentlichte Album "Psycho City" der amerikanischen Westküsten-Rock N'Roller Great White ihr bestes Album. Insgeheim ist es mein Lieblingsalbum der Band, "insgeheim", weil es nie den Status der erfolgreichen Vorgängerwerke erreichen sollte und keinen der ganz großen Hits der Band beinhält. Great White haben einige großartige Alben aufgenommen und veröffentlicht, die viele gute und herausragende Songs beinhalten, aber in seiner Gesamtheit ist "Psycho City" ihr bis heute Stärkstes geblieben.

Mit "Psycho City" vertieften Great White die bluesige Linie des Vorgängers "Hooked", zeigten dabei vereinzelt jedoch etwas mehr Biss und ein sogar noch ausgereifteres Songwriting. Der für Great White typische, glatte Sound wurde beibehalten, der schnittige Gitarrensound zeigt dabei jedoch nicht nur seine Zähne, sondern offenbart dieses Mal auch seine Widerhäckchen.

Das Album startet furios mit dem bluesigen, aber hart rockenden Titelsong und dem scharfen, schnellen "Step On You", bevor Great White mit dem melodischen, tollen "Old Rose Motel" und dem ruhigen "Maybe Someday" erstmal vollkommen in bluesige Gewässer abdriften. 'Blues' soll auf "Psycho City" allerdings nicht bedeuten, dass man in etwa auf schneidigen Gitarrenriffs verzichten würde, die geschickt in die melodischen Lieder integriert wurden. Ruhigere Stücke wechseln sich gelungen mit rockigeren und auch härteren Songs, wie "Big Goodbye", ab. Obwohl Great White trotz aller Einflüsse von Blues durchaus auch straight rocken, ist "Psycho City" durch das verfeinerte Songwriting größtenteils nicht ganz so eingängig, wie man es bis dato von der Band kannte. Mit knapp 4 Minuten ist "I Want You" das bei weitem kürzeste Lied auf "Psycho City" - alle anderen Lieder sind teilweise deutlich über 5 Minuten lang. Mit der von Keyboard getragenen Ballade "Love Is A Lie", und dem etwas Led Zeppelin-mäßigen, bluesigen Rocker "Get On Home", befinden sich am Ende noch zwei besondere Höhepunkte, die nochmal die ganze Klasse von Great White demonstrieren.

"Psycho City" erschien zwar noch bei Capitol Records, das Label widmete dem Album wegen dem angesagten Grunge allerdings keine sonderliche Beachtung mehr, sondern liess es komplett durchfallen, bevor die Band entlassen wurde. Nach Aussagen von Jack Russell soll die Kündigung bereits vor Veröffentlichung fix gewesen sein. So läuft das im Musik-Business, erst macht man einen satten Reibach mit der Band, und wenn sich dann die musikalisch angesagte Richtung ändert, lässt man sie trotz einer exzellenten Platte fallen. Das Leben und das Geschäft ist ein Haifischbecken, indem selbst ein 'Great White' den Kürzeren ziehen kann, umso tragischer, wenn es mit solch einem tollen Album wie "Psycho City" geschehen musste. 1999 wurde das Album nocheinmal mit dem Japan-Bonus-Track und tollen Jefferson Airplane-Cover "Somebody To Love", dem Stones-Bluescover "Who's Driving Your Plane?", und zwei Eigenkompositionen veröffentlicht.

Musikalisch irgendwo zwischen Bad Company, Foghat, Free, Led Zeppelin und ZZ Top verhaftet, ist "Psycho City" zeitgemäßer, harter Bluesrock zu Beginn der 90iger, das den ureigenen Rock N'Rollstil von Great White in bester Verfassung darbietet, und den einstigen Touch von Hair-Metal absacken liess.


No Fuel Left For The Pilgrims
No Fuel Left For The Pilgrims
Preis: EUR 6,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vollgetanktes Vehikel, 8. März 2013
Rezension bezieht sich auf: No Fuel Left For The Pilgrims (Audio CD)
Die dänischen Hard Rocker von D.A.D gründeten sich ca. 1982 in Kopenhagen, damals noch mit dem Namen Disneyland After Dark. Unter diesem Moniker veröffentlichten sie 1986 und 1987 zwei Alben, die eine bunte, eigentümliche Mischung aus Blues, Country, Folk, Hard Rock, Punk und Rock N'Roll beinhaltete, welche von der Band selbst als "Cow Punk" bezeichnet wurde. Ob der Begriff Cowpunk allein auf die Dänen zurückgeht, vermag ich nicht zu sagen, da es von Country beeinflussten Punk Rock seit Ende der 70iger gibt.

Mit ihrem dritten Album "No Fuel Left For The Pilgrims" wurde die Band 1989 jedenfalls wesentlich rockiger und sehr viel straighter. Dieses Album markierte den Durchbruch für D.A.D, welches zum größten internationalen Erfolg der Band aus Kopenhagen wurde. Die damalige Aufmerksamkeit, die D.A.D. zuteil wurde, rief den mächtigen Disney-Konzern auf den Plan, der der Band eine Klage androhte, sollten sie den Namen "Disneyland After Dark" denn weiterführen.

Mit "No Fuel Left For The Pilgrims" lehnten sich D.A.D zwar etwas an den seinerzeit angesagten L.A.- Sleaze Rock aus Hollywood an, behielten aber ihre ureigene Persönlichkeit bei. Trotz Anleihen an AC/DC in puncto Klang und Rhythmik hatten D.A.D da ihren ganz eigenen, sehr melodiösen, einzigartigen Rock N'Roll-Stil. Im Speziellen kommt dies durch die schwirrenden, Rockabilly-mäßigen Gitarrenmelodien von Liedern wie bsp. "Sleeping My Day Away" oder auch "Girl Nation" zur Geltung. Aber auch insgesamt greifen viele fein ausgearbeitete Songs auf fetzigen, von Blues und Country beeinflussten Rock N'Roll zurück, der hier zeitgemäß hart und schmutzig dargeboten wird.

Mit "No Fuel Left For The Pilgrims" rocken sich D.A.D durch 12 grandiose Rock N'Rollnummern, die je-nach-dem auch mal härter und schneller, aber auch mal etwas getragener oder nachdenklicher ausfallen, wie das langsamere "Rim Of Hell" oder das ironische "Point Of View", wie auch die tollen "Lords Of The Atlas" und "Wild Talk". D.A.D nahmen sich aber selbst nicht so ernst, sondern rockten mit ordentlich Fun an der Sache, was durch die etwas lächerlich und lustig anmuteten, aber keineswegs schlechten Lyrics verdeutlicht wird. Jesper Binzers kräftige, charismatische Vocals, und ein toller, kratziger Gitarrensound, sowie eine guter Gesamtklang, runden das Album und seine hervorragenden Lieder gelungen ab. Ich würde sagen, sie verfeinerten ihre Art, Rockmusik zu interpretieren, und kamen sehr viel zielgerichteter und rock n'rolliger zur Sache.


Heartbreak Station
Heartbreak Station
Preis: EUR 7,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Herzschmerz aus New Orleans, 8. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Heartbreak Station (Audio CD)
Mit ihrem dritten Album nahmen Cinderella eine durchaus recht gravierende Änderung in ihrer Musik vor. Der grandiose Vorgänger "Long Cold Winter" richtete seinen Fokus schon auf eine etwas höhere, stärker von Blues beeinflusste musikalische Ebene, rockte aber noch ganz ordentlich. Mit "Heartbreak Station" entfernten sich Cinderella zwar etwas vom Hard Rock der 80iger, aber nicht vom Rock N'Roll selbst. Sie legten dabei jedoch Wert auf eine sehr hohe musikalische Vielfalt.

Für "Heartbreak Station" siedelte die Band damals nach New Orleans über, um sich dort von der reichhaltigen musikalischen Kultur und dem kreolischen Flair der Hauptstadt Louisianas inspirieren zu lassen. Dies wird durch die Stilvielfalt der einzelnen Lieder des Albums, und durch eine mannigfaltige, zusätzliche Instrumentierung, wie Saxophon, Trompete, Piano, Organ, Keyboard, Streicher, Mandoline, 12-Saiter, Resonator- und Lap Steel Gitarre, ausgedrückt. Für die Akustik-Balladen "Winds Of Change" und "Heartbreak Station" nahmen Cinderella die musikalische Kompetenz von Led Zeppelin-Bassist John Paul Jones in Anspruch, der das orchestrale Arrangement der Streicher vornahm. Besonders der Titelsong ist eine schöne Ballade, die meines Erachtens zu den besten Balladen jener Zeit zählt.

Mit ihrem 1990er Album tendieren Cinderella insgesamt etwas in die Richtung von The Rolling Stones und Aerosmith, und vereinen dabei viele verschiedene Einflüsse wie Funk ("Love's Got Me Doin' Time") und Country, wie das etwas an Bob Dylan erinnernde "One For Rock N'Roll" und das rockige "Dead Man's Road". Bluesige Rock N'Roller wie "Sick For The Cure" und "Make Your One Way" erinnern an die Stones und britischen Rock N'Roll à la Faces, wohingegen "Electric Love" und "Love Gone Bad" etwas mehr auf den Amboss der Luftschmiede aus Boston verweisen. Tom Keifers Vocals sind im Vergleich zu den beiden Vorgängerwerken etwas in den Hintergrund gemischt worden, zudem lässt er seinen Gesang ziemlich variieren, und singt nicht mehr durchgehend so hoch und schrill.

Obwohl Cinderella noch eine Platinauszeichung für über 1.000.000 verkaufte Platten erhielten, galt bzw. gilt "Heartbreak Station" seltsamerweise als Flop. Die zugehörigen Singles waren bei weitem nicht so erfolgreich wie die vorangegangenen Auskopplungen der Band. In dem Videoclip zu "Shelter Me" kann man übrigens Little Richard sehen, der dort eine Art Fernsehpriester verkörpert. Cinderella besannen sich auf die Wurzeln der Rockmusik, etwas, womit andere Bands und Musiker nur geringfügig später in den 90iger große Erfolge feiern konnten. Diesbezüglich hätten Cinderella sicher einen noch größeren Erfolg verdient gehabt, denn was Rock N'Roll-Musikalität und Songwriting betrifft, ist das Album genauso exzellent, wie man es von Cinderella kennt. "Heartbreak Station" ist im Grunde genauso bunt wie die Metropole des Mardi Gras, jedes Lied kann für sich selbst stehen, und zieht etwas neues ins Feld der Musik von Cinderella. 4 Sterne mit leichter Tendenz zu 5.


Green River (40th Ann.Edition)
Green River (40th Ann.Edition)
Preis: EUR 7,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartiger, kalifornischer Rock N'Roll fürs Bayou, 25. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Green River (40th Ann.Edition) (Audio CD)
"Green River" ist das dritte Album der kalifornischen Rockband Creedence Clearwater Revival, welches nur sieben Monate nach seinem Vorgänger "Bayou Country" im August des Jahres 1969 erschien, und diesen sogar noch toppen konnte. Creedence Clearwater Revival sind bzw. waren eine tolle Band mit einem ganz eigenen, einmaligen Rock N'Rollmusikstil. Die Band entstammte zwar der kalifornischen Bay Area um San Francisco, spielte allerdings Rockmusik mit Einflüssen von Blues, Boogie, Country, Folk und Swamp-Rock, der sich so anhört, als ob er geradewegs aus den Sumpf- oder Flußgebieten, den Bayous der amerikanischen Südstaaten kommen würde.

Dies wird durch die Texte CCRs gestützt, die sich oft mit vielen kulturellen und geographischen Themen des amerikanischen Südens befassten. Nach John Fogerty handelt der umwerfende Titelsong allerdings nicht von einem Fluß aus den Südstaaten, sondern vom nordkalifornischen Putah Creek. "Green River" ist ein bluesiger, treibender Song mit tollen Riffs, der einen wunderbar ins Album rumpeln lässt. Mit dem schnellen "Bad Moon Rising" und dem von Folk beeinflussten "Lodi" befinden sich weitere von CCRs ganz großen Hits auf dem Album. Daneben sind schnellere Rock N'Roller wie "Commotion" und "Cross Tie-Walker", bluesige Stücke wie "Tombstone Shadow", "Sinister Purpose" und "The Night Time Is The Right Time", und das ruhige "Wrote A Song For Everyone" keineswegs schlechter, sondern mit packenden Riffs, feinen Melodien und gelungenen Akkordwechseln ausgestattet. Bei Creedence Clearwater Revival kommt Rockmusik fein und flüssig aus den Lautsprechern, da passt alles zusammen, John Fogertys raue Vocals bräuchte man da eigentlich nicht mehr gesondert erwähnen.

Die 40th Anniversary Edition von "Green River" beinhaltet neben 3 Live-Aufnahmen von "Bad Moon Rising", "Green River" (welches in "Suzie Q" übergeht), und "Lodi", die Studio-Bonus-Tracks "Broken Spoke Shuffle" und "Glory Be". Beide sind Instrumental-Stücke, die im Vorfeld zu den Aufnahmen von "Green River" probeweise aufgenommen wurden. Das Remastering würde ich als sehr gelungen betrachten, der rumpelige, typische CCR-Sound kommt noch besser zur Geltung. Im Laufe ihrer nur 5-jährigen Karriere haben CCR jede Menge guter, einmaliger Songs aufgenommen, wobei "Green River" sogar ein Album ist, das in dieser beeindruckenden Laufbahn noch etwas heraussticht. Das Bayou habe ich hier zwar nicht, aber "Green River" ist auch so ein sensationelles Stück Rockmusik einer einst sensationellen Band, deren Musik immer noch sensationell ist.


Dominator
Dominator
Wird angeboten von nagiry
Preis: EUR 7,03

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Dominanz des Gesetzlosen, 19. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dominator (Audio CD)
Der erste Teil von "The Neon God" hat mir sehr gut gefallen, doch der Zweite hat mich dann offen gestanden etwas enttäuscht. Der schwache Sound der beiden Teile war da dann auch nicht gerade förderlich. Ich hatte das Gefühl, dass Blackie Lawless sein Werk zu ungeduldig beendet, und sich ein wenig in eine Sackgasse manövriert hatte. Umso erstaunter war ich dann von "Dominator", mit dem Blackie ein Brett von einem Album vorgelegt hatte.

Der Song "Mercy" wurde bereits vorab bei Auftritten gespielt, und vagabundierte als Live-Mitschnitt im weltweiten Netz herum. Dieses Lied versprach in dieser Fassung schon einiges, weswegen ich das Erscheinen des Albums trotz anfänglicher Skepsis freudig, um nicht zu sagen, ungeduldig, erwartet habe, da die Veröffentlichung immer wieder hinausgezögert und verschoben wurde. Ich glaube, bis heute ist "Dominator" aufgrund eines fehlenden Plattenvertrags in den Vereinigten Staaten dort nur als Import zu bekommen.

Mit Ausnahme des Rock N'Rollers "Deal With The Devil", bei dem Darrell Roberts noch die sechs Saiten betätigte, hatte Blackie Lawless mit Doug Blair auch einen neuen Gitarristen an Bord, der bereits 1992 und 2001 jeweils für eine kurze Zeit mit W.A.S.P. tätig war. "Deal With The Deal" ist vielleicht der einzigste Song, der etwas (etwas) abfällt. Ansonsten ist "Dominator" ein ausnahmslos gelungenes Heavy Rock-Album, das Blackie Lawless und seine Band in Höchstform zeigt. Die Scheibe beinhaltet alles, was W.A.S.P. seit jeher ausgemacht hat, und das auf besten Niveau. Kantige, sägende Gitarrenriffs, feine Melodien, wummernde Rock N'Roll-Rhythmen, und Blackies charismatische, raue Vocals. Stilistisch - musikalisch wie textlich - bewegt sich Blackie damit besonders zwischen "The Headless Children", "The Crimson Idol" und "Still Not Black Enough", speziell der Klang gerät ziemlich nach dem 1995er Output. Thematisch befasst sich das Album dieses Mal vorallem mit der amerikanischen Außenpolitik und dem zweiten Golfkrieg.

Ich betrachte den feinen, melodiösen Opener "Mercy", den flotten Double-Bass-Stampfer "Long, Long Way To Go", und schnellere Lieder wie "The Burning Man", "Heaven's Blessed" und "Teacher", als genauso gelungen wie die herausragenden Balladen "Take Me Up" und "Heaven's Hung In Black", die sich auch auf einem Werk wie "The Crimson Idol" angenehm hervorgehoben hätten. Besonders letztere scheint soetwas wie ein Kernstück von "Dominator" zu sein: neben der siebenminütigen, monumentalen Version, die "The Idol" nicht ganz unnähnlich ist, gibt es noch eine knapp über dreiminütige, nur von Keyboards und Blackies Vocals getragenen Wiederholung.

Meines Erachtens kopiert Blackie nicht nur bei sich selbst, sondern führt auch neue, packende Riffs und Melodien an, was "Dominator" eigentlich eindrucksvoll unter Beweis stellt. W.A.S.P. kommen hier aufregend und frisch rüber. Natürlich entfernt er sich damit nicht von der für W.A.S.P. typischen Rockmusik, insofern kann man kritisieren, dass es keine sonderlichen Innovationen geben würde, die ein Album wie "Dominator" in dieser Verfassung im Grunde aber auch gar nicht braucht. Für mich persönlich ist "Dominator" - ohne die anderen Alben abwerten zu wollen - das beste W.A.S.P. -Album der letzten 15 Jahre.


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