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Hilfreiche Bewertungen: 295

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Rezensionen verfasst von
Caroline (Hamburg)

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Sextus Valerius I: Varusgold
Sextus Valerius I: Varusgold
von Michael Kuhn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

5.0 von 5 Sternen Spannender und informativer historischer Roman, 1. August 2016
9 n. Chr. Nur knapp entkommt der junge Optio Sextus Valerius der für die Römer vernichtenden Varusschlacht. Seine Rettung hat er seinem Freund Lucius zu verdanken - doch wie sich rasch herausstellt, haben der und einige skrupellose Kumpane sich zugleich das Gold des toten Varus unter den Nagel gerissen und nun große Pläne damit. Da Sextus sich auf diese verbrecherischen Machenschaften nicht einlassen will, schwebt er bald in großer Gefahr.
Doch die Diebstahlsaffäre, deren Konsequenzen für alle Beteiligten das Grundgerüst der Handlung bilden, ist bei weitem nicht das Einzige, was Sextus zwingt, Gewissheiten zu hinterfragen und seinen Blickwinkel zu erweitern. Auch sein Überlegenheitsgefühl gegenüber den germanischen Barbaren verfliegt im Laufe des Romans, als er Freundschaften schließt, die mit seiner naiven Absicht, als Soldat ehrenvoll und ruhmreich seinem Vaterland zu dienen, so gar nicht unter einen Hut zu bringen sind. Ein wenig ist "Varusgold" also auch ein Entwicklungsroman, der zeigt, dass Gut und Böse nicht immer auf den ersten Blick auszumachen sind: Freunde werden allmählich zu Feinden, Feinde plötzlich zu Freunden, und auch mehrere Liebesgeschichten verkomplizieren das Beziehungsgeflecht noch, während Sextus allerlei Kämpfe und Intrigen zu überstehen hat.
So weit, so spannend und mitreißend - doch was "Varusgold" abgesehen von seinem Unterhaltungswert wirklich aus der Masse der historischen Romane heraushebt, sind die liebevolle Recherche und der Versuch, sowohl ereignishistorische Details als auch für das römische Alltags- und Militärleben typische Elemente präzise zu schildern und nahtlos in die Handlung einzubinden. Im Anhang ist sogar ein kleiner Reiseführer beigegeben, mit dem man Handlungsorte und der Epoche gewidmete Museen erkunden kann.
Auf die angekündigte Fortsetzung kann man sich also nur freuen und hoffen, dass sie diesem gelungenen ersten Band in nichts nachsteht.


Die Liebe meines Vaters: Roman
Die Liebe meines Vaters: Roman
von Sabine Eichhorst
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als nur eine Liebesgeschichte, 26. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Die Liebe meines Vaters: Roman (Broschiert)
Der Urlaub in Budapest, den der junge Deutsche Loris sich spontan gönnt, ist für ihn zunächst vor allem ein Ausbruch aus Trostlosigkeit und geistiger Enge. Die traditionsreiche Stadt und ihre weltläufigen Bewohner schlagen ihn in ihren Bann. Als er sich auch noch in die Ungarin Éva – klug, selbstsicher und politisch interessiert – verliebt, wird Budapest für ihn umso mehr zum immer wieder aufgesuchten Sehnsuchtsort. Doch die turbulenten 1930er Jahre, in denen der Aufstieg des Nationalsozialismus auch die persönlichsten Beziehungen vergiftet, sind für solch eine Liebe kein günstiger Zeitpunkt. So gehört sie für Loris schon einer glücklicheren Vergangenheit an, als er ins Grauen des Zweiten Weltkriegs gerät, ohne zu ahnen, welche Bedeutung Éva noch für Maria, seine Tochter mit einer anderen Frau, gewinnen soll …

Auch wenn der Titel und das Paar auf dem Cover etwas anderes suggerieren: Sabine Eichhorsts „Die Liebe meines Vaters“ ist nicht allein eine Liebesgeschichte, sondern vielmehr ein akribisch recherchiertes Porträt mehrerer Generationen einer deutschen und einer ungarischen Familie vom Ende der Weimarer Republik bis in die 60er Jahre. Die grenzüberschreitende Liebe zwischen Loris und Éva steht im Zentrum eines komplexen Beziehungsgeflechts, ist aber beileibe nicht das einzige Thema des Romans: Es geht um Elternliebe und deren Fehlen, Heimat, deren Verlust, aber auch möglichen (Rück-)Gewinn, das Verbindende von Kunst, Kultur und Musik über Nationalität und Religionszugehörigkeit hinweg, aber eben auch um das Scheitern der Menschlichkeit an Verblendung, Verrohung und Verzweiflung.

Sprachlich glänzend gestaltet lässt einen der Roman seine Schauplätze sinnlich erfahren, vom farbenprächtig heraufbeschworenen Budapest der Vorkriegszeit über Schlachtfelder und Soldatenquartiere des Zweiten Weltkriegs, der mehr als nur physische Zerstörungen anrichtet, bis hin zum Deutschland der frühen Bundesrepublik. Prall und atmosphärisch, dann wieder nachdenklich und anrührend, immer aber literarisch meisterhaft bietet er von der ersten bis zur letzten Seite packende Lektüre, die man sich nicht entgehen lassen sollte.


Von Flüchen, Tod und Geisterspuk: Sechs phantastische Geschichten
Von Flüchen, Tod und Geisterspuk: Sechs phantastische Geschichten
von Kassandra Sperl
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Spannende Sammlung phantastischer Erzählungen, 21. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Im Vergleich zum englischsprachigen Raum werden kürzere Fantasygeschichten in Deutschland immer noch etwas stiefmütterlich behandelt und längst nicht so oft veröffentlicht wie entsprechende Romane. Umso mehr freut man sich über eine kleine, feine Anthologie wie diese hier. Die sechs Erzählungen sind allesamt mitreißend und sprachlich geschliffen und decken eine Fülle von Themen und Motiven ab, die man am Genre schätzt: Vom grausigen Spuk irgendwo zwischen dem "Schimmelreiter" und dem "Fliegenden Holländer" über Monster aus den Tiefen des Meeres, Dämonenbessessenheit und rächende Geister bis hin zur anrührenden Freundschaftsgeschichte ist alles vertreten, und so sind gute Unterhaltung und angenehmer Grusel garantiert.
Besonderen Spaß machen die sehr atmosphärischen Beschreibungen, die verzauberte Landschaften heraufbeschwören. Das Titelbild vermittelt einen guten Eindruck davon, was dabei im Vordergrund steht: Immer wieder ist es das Wasser, das die Geschichten prägt, ob nun als sturmgepeitschtes Meer, als stiller Waldsee oder als reißender Strom. In diese noch dazu von überzeugenden Figuren bevölkerte Welt lässt man sich gern entführen.


Cicero: oder Der letzte Kampf um die Republik
Cicero: oder Der letzte Kampf um die Republik
von Wolfgang Schuller
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitreißendes Lebensbild, 19. Januar 2014
Auf dem Buchmarkt ist eine Vielzahl von Cicero-Biographien zu finden. Die von Wolfgang Schuller vorgelegte zählt mit Sicherheit zu den besten: Ungemein quellennah gearbeitet und mit zahlreichen Zitaten vor allem aus Ciceros persönlicher Korrespondenz ausgestattet versteht sie es, nicht nur den Redner, Staatsmann, Schriftsteller und Philosophen, sondern auch den Menschen Cicero greifbar zu machen. Schuller schreibt dabei mit spürbarer Sympathie für seinen Protagonisten, ohne dessen menschliche Schwächen (wie etwa seinen nicht zu leugnenden Geltungsdrang) zu verschweigen. Seine Begeisterung ist durchaus mitreißend und bietet zudem einen interessanten Kontrapunkt zu dem in der modernen Forschung (man denke z.B. an Martin Jehne) verbreiteten eher kritischen Cicero-Bild.

Schuller dagegen warnt davor, aus dem Wissen um die spätere historische Entwicklung hin zum römischen Kaisertum heraus Cicero als ewiggestrigen Reformverhinderer zu brandmarken, und spürt mit viel Verständnis den Wurzeln von Ciceros eher konservativer und republikanischer Haltung nach, deren Hintergrund er nicht zuletzt in den Unruhen und Gewaltexzessen unter Marius und Sulla sieht und die ein Streben nach Stabilität verständlich machen. Unter dieser Perspektive vermag er auch an Ciceros schriftstellerischem Schaffen spannende neue Aspekte aufzuzeigen: So gewinnt etwa das, was in einem Dialog gesagt wird, seinen (durchaus auch politischen) Zündstoff vielfach vor allem aus der Auswahl bestimmter Zeitgenossen als Gesprächspartner und der spezifischen historischen Situation, in der ihnen Cicero bestimmte Äußerungen in den Mund legt.

Ohnehin erweist sich Schuller als gekonnter Schilderer des geschichtlichen Umfelds und der Kontextualisierung. Am Ende hat man nicht nur über Cicero selbst, sondern auch über das Ende der römischen Republik viel gelernt und ist durchaus geneigt, sich der Einschätzung des Autors anzuschließen, dass seinem Helden unter den Bedingungen, unter denen er agieren musste, ein "gutes Leben" geglückt ist.


Marcus - Tribun Roms. Schicksal an Mosel und Rhein. Band II: Schicksal an Mosel und Rhein 2
Marcus - Tribun Roms. Schicksal an Mosel und Rhein. Band II: Schicksal an Mosel und Rhein 2
von Michael Kuhn
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Gelungene Fortsetzung, 18. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Neue Abenteuer im spätantiken Germanien warten auf den römischen Offizier Marcus: Die militärische Bedrohung durch die Franken ist weiterhin stets präsent und führt zu mehr als einem blutigen Kampf, und die Liebe des Römers zu der Alemannin Bissula findet keine allgemeine Zustimmung. Doch vor allem ruht Marcus' Erzfeind Ulf, mit dem ihn mehr verbindet, als ihm lieb ist, keinen Augenblick und hat es weiter auf den geheimnisvollen Schlangenarmreif seines Gegners abgesehen ...

Der zweite Band der Reihe um Marcus wirkt erzähltechnisch schon wesentlich geschliffener und routinierter als sein Vorgänger. Gelungen ist vor allem, wie neben Marcus auch der Schurke Ulf deutlichere Konturen gewinnt, fast zu einer Art dunklem Spiegelbild seines Widersachers ausgebaut wird und, etwa in seiner Liebesbeziehung zu der Römerin Serena, durchaus sehr menschliche (wenn auch nicht unbedingt sympathische)Züge gewinnt. Die größte Stärke der Serie besteht aber weiterhin in der gekonnten Nutzung der Handlungsorte im römischen Germanien ebenso wie im Barbaricum, die sehr atmosphärisch geschildert werden und gründliche Recherchen verraten. Neben der stimmigen Schilderung der Spätantike in all ihrer Vielfalt und Gegensätzlichkeit erlaubt Kuhn sich auch die ein oder andere scherzhafte Anspielung auf moderne Verhältnisse (so ist etwa schon im römischen Köln ein typischer "halver Hahn", wenn auch nicht unter dieser Bezeichnung, zu haben, und die Saturnalienfeiern in der Stadt scheinen einen ähnlich überregionalen Ruf zu haben wie heutzutage der Karneval).

Mit kleineren Schwächen muss man sich freilich weiterhin abfinden (etwa dem immer noch unkonventionellen Absatzgebrauch bei der wörtlichen Rede, der oft Verwirrung darüber stiftet, wer gerade spricht), aber alles in allem ist Kuhn ein überdurchschnittlicher und gut lesbarer historischer Roman gelungen, der Lust auf den letzten Band der Reihe macht.


Karl der Große: Der heilige Barbar
Karl der Große: Der heilige Barbar
von Stefan Weinfurter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klare, gut lesbare Biographie, 22. Dezember 2013
Karl der Große starb 814, und so erscheinen zum Jubiläumsjahr 2014 mehrere neue Veröffentlichungen über den fränkischen Herrscher. Die Biographie, die der eigentlich vor allem als Experte für die Salierzeit bekannte Mittelalterhistoriker Stefan Weinfurter vorlegt, gehört dabei zweifelsohne zum Lesenswertesten, was über Karl den Großen derzeit auf dem Buchmarkt zu finden ist. Weinfurter versteht es, sein profundes Wissen lebendig und ansprechend zu vermitteln, und bleibt dabei in seiner quellennahen Darstellung wohltuend auf Distanz zu kurzlebigen Modetrends der Geschichtsforschung. Zwar nimmt er das Mittelalter in seiner Andersartigkeit durchaus ernst, doch es berührt, wie er mit viel Einfühlungsvermögen auch immer wieder im Guten wie im Bösen die Menschen selbst hinter der Ereignisgeschichte fassbar zu machen vermag (seien es nun die Gelehrten am karolingischen Hof mit ihren Spitznamen und Eifersüchteleien, ein in einer politisch wenig opportunen Beziehung lebender Sohn des Herrschers, seine unterlegenen Gegner oder immer wieder Karl selbst, der mit seinen negativen wie positiven Zügen erstaunlich plastisch hervortritt).

Grundthese der Biographie ist dabei, dass das Wirken Karls des Großen auf fast allen Gebieten - sowohl in seiner Herrschaftsausübung und seinem Eroberungsdrang als auch bei seinem Verhältnis zu Religion und Wissenschaft - von einem Streben nach Vereindeutigung und Vereinheitlichung geprägt war, das wir heute vor dem Hintergrund der pluralistischen Gesellschaft und Weltanschauungsfreiheit eher kritisch sehen müssen und das auch teilweise (gerade im Zuge kriegerischer Aktivitäten) fatale Folgen hatte, aber für die mittelalterliche Mentalitätsgeschichte von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. Gerade unter diesem Aspekt wirkt die Biographie wie das Gegenstück zu Weinfurters älterem Werk Canossa: Die Entzauberung der Welt, in dem das Aufbrechen dieses einheitlichen Weltbilds und insbesondere auch der sakralen Aspekte des König- und Kaisertums im Hochmittelalter geschildert wird. So ist "Karl der Große - der heilige Barbar" letzten Endes nicht nur eine glänzend geschriebene Biographie, sondern zugleich das Psychogramm einer gesamten Epoche. Unbedingt empfehlenswert!


Das silberne Einhorn: Eine Geschichte vom Wünschen
Das silberne Einhorn: Eine Geschichte vom Wünschen
von Max Kruse
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Ein philosophisches Märchen, 14. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als ein König es versäumt, eine mächtige Fee zur Geburtstagsfeier seiner Tochter einzuladen, hat das dramatische Folgen: Die rachsüchtige Fee schlägt ihn mit ewiger Melancholie und will den Fluch nur lösen, wenn ihr im Gegenzug ein Einhorn übergeben wird. Jahre später scheint mit dem plötzlichen Auftauchen eines Einhorns endlich die Möglichkeit gegeben, den König zu retten - aber ist die Sache wirklich so einfach?

Was wie "Dornröschen" beginnt, entwickelt sich schnell zu einer charmanten philosophischen Geschichte über das menschliche Leben mit all seinen Sehnsüchten, Fehlannahmen, Zwangslagen und überraschenden Auswegen. Das Abenteuer, in das die Prinzessin aufbricht, um ihren Vater zu erlösen, ist dabei fast zweitrangig gegenüber all den Begegnungen am Wegesrand, die zu überraschenden Erkenntnissen verhelfen und oft tiefe Weisheit vermitteln. Max Kruses poetische Sprache trägt viel zum Zauber der Erzählung bei, und oft ertappt man sich dabei, mit einem zufriedenen Lächeln zu lesen.

Für alle Märchenfreunde und jeden, der mit leichter Hand präsentierte philosophische Überlegungen zu schätzen weiß, unbedingt empfehlenswert!


Das Geheimnis des goldenen Reifs: Ein historisch-fantastischer Roman: Ein historisch-fantastischrer Roman
Das Geheimnis des goldenen Reifs: Ein historisch-fantastischer Roman: Ein historisch-fantastischrer Roman
von Martin Schemm
  Broschiert
Preis: EUR 4,04

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Historienfantasy, 25. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie schon im Vorgängerband Der Goldschatz der Elbberge: Ein historisch-fantastischer Roman verknüpft Martin Schemm historische Ereignisse des 11. Jahrhunderts mit einem schwungvollen Fantasyabenteuer. Der titelgebende "goldene Reif" ist ein zauberkräftiges Schmuckstück, das aus dem Reich der Zwerge gestohlen worden ist und nun von dem Halbzwerg Lindfell zurückgeholt werden soll, bevor der neue Besitzer, ein intriganter Graf, damit großes Unheil anrichten kann.

Dieser recht geradlinige Handlungskern ist aber nur das Grundgerüst, um das herum Martin Schemm ein breit angelegtes Panorama des Sachsenkriegs und zugleich eine verzauberte Sagenwelt entwickelt, in der allenthalben Zwerge, Hexen oder germanische Götter unterwegs sind und es einiges an Spannendem und Ungewöhnlichem zu entdecken gibt. Die historischen Hintergründe sind dabei gut recherchiert und tragen mit dazu bei, dass selbst die phantastischen Elemente erstaunlich glaubwürdig und authentisch wirken. Sehr atmosphärische Landschaftsschilderungen tun ein übriges, einen ganz in die Welt des Romans abtauchen zu lassen. Die Helden sind sympathisch gezeichnet, so dass es viel Vergnügen macht, sie durch ihre Abenteuer zu begleiten.

Positiv ist auch, dass Martin Schemm mit seiner Mischung aus historischem Roman und Fantasy ein wenig abseits der ausgetretenen Pfade beider Genres wandelt und dadurch umso besser beweist, was man aus beiden gerade in Kombination herausholen kann. Alles in allem eine sehr spannende und unterhaltsame Lektüre!


Die Baiuvaren: Archäologie und Geschichte
Die Baiuvaren: Archäologie und Geschichte
von Brigitte Haas-Gebhard
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende archäologische Spurensuche, 2. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Brigitte Haas-Gebhard von der Archäologischen Staatssammlung München legt mit "Die Baiuvaren. Archäologie und Geschichte" ein spannendes, auch für Laien gut verständliches und hervorragend illustriertes Buch über Völkerwanderungszeit und Frühmittelalter in Bayern vor. Obwohl auch die Ereignisgeschichte bis zur Absetzung des letzten Agilolfingerherzogs durch Karl den Großen nicht zu kurz kommt, stehen dabei vor allem Lebenswirklichkeit und Alltagswelt der Baiuvaren im Vordergrund. Es ergibt sich ein sehr lebendiges Bild von Gesellschaft, Religion, Kleidung, Landwirtschaft, Siedlungsweise, Handwerk, Krankheiten und Verletzungen, Ernährung, Krieg und Frieden in einer sonst leider oft eher stiefmütterlich behandelten Epoche der bayrischen Geschichte. Dabei werden faszinierende Verbindungen nicht nur zu den benachbarten Alemannen, sondern auch zu den eurasischen Steppennomaden und zum ostgotischen Italien deutlich, ebenso, wie Kontinuitäten aus der Römerzeit beleuchtet werden (die sich nicht nur in der Bevölkerungsstruktur niederschlugen, sondern z.B. auch in der Übernahme mancher römischer Technik, etwa für Wassermühlen).
Neben zahlreichen Fotos und Zeichnungen archäologischer Funde sind auch Rekonstruktionsdarstellungen vertreten. Die Forschungsmethoden, die zu den jeweiligen Erkenntnissen geführt haben, werden dabei detailliert vorgestellt (z.B. die Isotopenanalyse an Skeletten, aus der sich Informationen über Ernährung und geographische Herkunft der Toten gewinnen lassen, oder tomographische Verfahren, mit denen empfindliche Funde detailliert durchleuchtet werden können, ohne sie zu zerstören).
Alles in allem eine hervorragende Darstellung, deren Lektüre sich lohnt!


Pagan Goddesses in the Early Germanic World (Studies in Early Medieval History)
Pagan Goddesses in the Early Germanic World (Studies in Early Medieval History)
von Philip A. Shaw
  Taschenbuch
Preis: EUR 28,05

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Linguistische Entdeckungsreise, 31. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Anders als der Titel vielleicht zunächst vermuten lässt, handelt es sich bei Philip A. Shaws "Pagan Goddesses in the Early Germanic World" weniger um eine (religions-)historische als um eine linguistische Untersuchung, die sich den im Untertitel genannten Gottheiten über eine Analyse ihrer Namen nähert. Wer also hofft, viel über Kultpraxis, Heiligtümer und dergleichen mehr zu erfahren, wird von diesem Buch eher enttäuscht sein, doch wer bereit ist, sich auf den sprachwissenschaftlichen Ansatz einzulassen, wird mit einer hochinteressanten neuen Perspektive auf die vorchristliche Religion germanischer Gruppen in römischer und frühmittelalterlicher Zeit belohnt.

Zunächst führt Shaw dabei in die linguistische Methodik ein und stellt so sicher, dass auch die Laien unter seinen Lesern problemlos seiner späteren Betrachtung über Lautverschiebungen, germanische Personen- und Ortsnamen und dergleichen mehr folgen können. Ausgehend davon weist er anhand der im Laufe der römischen Kaiserzeit entstandenen Votivinschriften für die sogenannten "Matronen" (in der Regel als Dreiergruppe von Frauen dargestellte Göttinnen) nach, dass die jeweilige Benennung dieser Gottheiten einen starken Bezug zu speziellen geographischen Regionen, Personengruppen und manchmal vermutlich sogar Einzelpersonen aufweist.

Die daraus gewonnene Erkenntnis, dass die zugrundeliegende Religion stark von lokalen und individuellen Erscheinungsformen geprägt war, überträgt Shaw auf die bei Beda genannten Göttinnen Hreda und Eostre (letztere dürfte deutschsprachigen Lesern wahrscheinlich eher unter der von Jacob Grimm rekonstruierten Namensform "Ostara" ein Begriff sein). Anhand der Verwandtschaft ihrer Namen zu denen von Orten oder Bevölkerungsgruppen entwickelt er die Theorie, dass es sich auch bei ihnen um regional verehrte Göttinnen gehandelt haben könnte und der Verweis auf mangelnde Belege insbesondere für eine Gottheit Eostre/Ostara im übrigen germanischen Sprachraum nicht als stichhaltiger Beleg gelten kann, dass es sich um eine bloße Erfindung Bedas handelt.

Trotz der teilweise sehr diffizilen sprachwissenschaftlichen Analyse ist Shaws Schreibstil dabei sehr flüssig und angenehm lesbar, so dass man seiner Argumentation gut folgen kann und das Buch mit einem geschärften Bewusstsein dafür aus der Hand legt, dass die Beachtung lokaler Besonderheiten und Zusammenhänge oft mehr zum Verständnis eines Phänomens beitragen kann als der Versuch, es ausschließlich als Teil eines übergeordneten Systems zu erklären.


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