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Riotgun

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Andromedanebel. Roman
Andromedanebel. Roman
von Iwan A. Jefremow
  Taschenbuch

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Utopie einer Zukunftsvision, 10. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Andromedanebel. Roman (Taschenbuch)
Autor Iwan Jefremow war eher nebenberuflich SF-Autor. Sein Schreiben bezog sich viel mehr auf das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten im Bereich der Paläontologie. Man muss gestehen, dass dies eine durchaus exzentrische Kombination darstellt. Wohl ein Grund dafür, dass Jefremows erster Ausflug in die Welt der SF, 'Andromedanebel' (oder auch bekannt als 'Das Mädchen aus dem All) die Grenzen eines herkömmlichen SF-Romans sprengt und den Leser zumindest teilweise überraschen kann.

Im Jahre 3000 hat die Menschheit die nächste Entwicklungsstufe erklommen und ist Teil des Großen Ringes, eines Zusammenschlusses mehrerer zivilisierter Welten. Die Kontaktaufnahme gestaltet sich als schwierig, denn immernoch sind die Distanzen schier unüberbrückbar und die Zeit bei Expeditionen der Menschen schlimmster Feind. 'Andromedanebel' entführt den Leser dabei in eine Zukunftsvision, die explizit kommunistische Züge trägt und das nicht so sehr im politischen, sondern vielmehr im ökonomischen und sozialen Sinne. Die Menschheit geht in einem Kollektiv auf und immer wenn Jefremow Fragen der Erziehung oder des Zusammenlebens erörtert, ist dies zumindest anfangs interessant, wenn auch heute natürlich überholt.

Warum also nur 3 Sterne? Ganz einfach, es fehlt einfach eine Geschichte als Grundpfeiler, die diesen 450-Seiten-Roman trägt. Zwar vermittelt der Autor einen nicht sehr mitreißenden Konflikt mit der Frage, ob ein gewagtes Experiment ohne vorheriges Klären der Risiken durchgeführt werden soll oder nicht und verknüpft dies auch mit einer der drei Hauptfiguren, dennoch springt der Funken einfach nicht über. Auch Spannung sucht man in diesem Buch meist vergeblich, allenfalls die kurze Episode auf dem Eisenstern, in der eine Raumfahrt-Expedition gestrandet ist und Überreste eines uralten Raumschiffs birgt, liest sich wirklich flüssig.

Fazit
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Das Buch ist in seiner Zukunftsvision interessant und in der Beschreibung der Probleme der Raumfahrt ähnlich stark wie Lems 'Fiasko'. Dennoch vermisst man als Leser eine stringent erzählte Geschichte, so dass die Lektüre eher zäh von statten geht. So ist der Roman allenfalls für Liebhaber anachronistischer Utopien oder sowjetischer SF einen Blick wert.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 14, 2015 1:20 PM CET


Das Forschungsteam. Die Hugo Gernsback- Preisträger 1955-1961.
Das Forschungsteam. Die Hugo Gernsback- Preisträger 1955-1961.
von Isaac Asimov
  Broschiert

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Niveauvolle SF-Erzählungen, 10. September 2008
Der Heyne-Verlag hatte 1982 eine sehr schöne Idee, nämlich die englischsprachige Ausgabe von 'The Hugo Winners' im Rahmen der Heyne Bibliothek der SF zu verlegen. Der Hugo-Gernsback-Preis ist die älteste und bis heute renommierteste Auszeichnung, die im Bereich der SF-Literatur verliehen wird. In dem Sammelband 'Das Forschungsteam' finden sich auf 450 Seiten 9 preisgekrönte Erzählungen und Kurzgeschichten aus den Jahren 1955-1961.

Darunter finden sich so namhafte Autoren wie Walter M. Miller, der kürzlich verstorbene Arthur C. Clarke und Robert Bloch und ein weiteres Schwergewicht der SF konnte als Herausgeber gewonnen werden: Isaac Asimov. Dieser Schachzug war sehr clever, denn die Anekdoten Asimovs im Vorwort und die ironische Vorstellung der preisgekrönten Autoren vor jeder Erzählung sind der eigentliche Clou des Buchs.

Die Erzählungen sind größtenteils alle auf einem hohen Niveau, auch wenn ausgerechnet Murray Leinsters titelgebende Erzählung etwas abfällt und Davidsons "Oder alle Meere voll Austern" nicht die Tragik eines Miller erreicht, wenn er in "Der Darfsteller" den Aufstand eines durch Robotern ersetzten Schauspielers beschreibt. Ferner gehört auch Clifford Simaks "Der große Vorgarten" über die Kontaktaufnahme zu Lebewesen aus einer Parallelwelt zu den Glanzpunkten des Sammelbandes.

Fazit
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Es gibt ein ganz klares Empfehlenswert von mir, denn wir haben es mit einem überdurchschnittlichen Erzählband zu tun. Der eigenwillige und bisweilen schreiend komische Ton Asimovs tun ihr übriges, um 'Das Forschungsteam' zu einer Pflichtlektüre für alle SF-Leser zu machen.


Lunatico
Lunatico

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Story mit Potenzial, nur mäßig umgesetzt, 9. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Lunatico (Broschiert)
Zu Isaac Asimovs bevorzugten Themengebieten gehört zweifellos die Interaktion zwischen Mensch und Maschine, bzw. das menschliche Verhalten in Extremsituationen angesichts neuer technischen Möglichkeiten. Auch im Roman 'Lunatico' entwickelt Asmiov eine an sich spannende Grundstruktur, die sich an diesem Konflikt entzündet.

Durch einen Zufall entdeckt ein Wissenschaftler ein Wolfram-Isotop, das scheinbar die Grenzen der Physik aushebelt. Aufgrund seiner Atom-Struktur dürfte es eigentlich nicht existieren, doch als das Isotop zu Plutonium-186 zerfällt, erschließt sich für die Menschheit eine saubere, billige und unendliche Energiequelle. Der Haken an der Sache: Eine Intelligenz aus einem Paralleluniversum, in dem andere physikalische Gesetze gelten, hat den Stoffaustausch vorgeschlagen und Pläne für eine gigantische Elektronenpumpe übersandt. Handeln diese Wesen wirklich uneigennützig und welche Konsequenzen ergeben sich für unsere Dimension aus dem Nutzen eigentlich unmöglicher Elemente?

Ich muss zugeben, die Story fesselte mich von Beginn an und auch die menschliche Apathie, die heraufziehende Gefahren lieber verleugnet, als auf bequeme und billige Energie zu verzichten hat Asimov gut erzählt. Die Krux an dem Buch ist vielmehr seine Konstruktion. 'Lunatico' ist nicht so sehr eine stringent erzählte Geschichte, sondern vielmehr eine Trilogie, in der die Story aus verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen erzählt wird. Steht im ersten Buch noch die Machtlosigkeit eines mahnenden Wissenschaftlers im Zentrum, wagt der zweite Teil den Sprung in das Paralleluniversum. Wir erfahren erst nach und nach die Beweggründe und Konsequenzen für den Stoffaustausch.

Machte dieser Sprung noch Sinn, so sind im dritten Buch schon viele Jahrzehnte vergangen. Szenenwechsel: Der Mond. Zwar erfolgt eine Auflösung des ursprünglichen Konflikts, jedoch mit Personen und Handlungssträngen, die bis dato größtenteils keine Rolle gespielt haben. Zwar ist die Idee einer Separatisten-Gruppe auf dem inzwischen besiedelten Mond nett, hat aber keinerlei Bezug zu den ursprünglich geknüpften Bezügen. Auch das Ende hätte besser gelöst werden können, denn der Leser wird eine Reaktion aus der Parallelwelt auf die Auflösung vermissen...Schade!

Fazit
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Es ist ungewöhnlich, dass eine gute Grundidee an der handwerklichen Umsetzung und an dem meiner Meinung nach inkompletten und bizarr anmutenden Ende scheitert, gerade bei einem Autor wie Asimov. Dennoch ist das Buch auch aufgrund seiner ersten beiden Bücher schon eine Leseerfahrung wert.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 7, 2011 9:17 AM CET


Die fliegenden Zauberer
Die fliegenden Zauberer
von Larry Niven
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Urkomischer Clash of Civilizations, 11. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Die fliegenden Zauberer (Taschenbuch)
'Die Fliegenden Zauberer' gehört zu den frühen Werken des vor allem durch seine Ringwelt-Romane bekannt gewordenen SF-Autors Larry Niven. Es ist eine Tatsache, das SF-Romane nur in den seltensten Fällen lustig sind. Und in den allerseltensten Fällen gelingt den Autoren der Spagat auch. 'Die Fliegenden Zauberer' ist ein Beispiel, wie gekonnt satirisch die Problematik eines Aufeinandertreffens zwischen hochtechnologisierter Kultur und vorindustriellem Nomadentum sein kann.

Auf einem fernen Planeten ist es mit der Ruhe vorbei, als ein "roter Magier" erscheint. Er lässt Felsen mit "Feuerbällen" dampfen und spricht mächtige Flugzauber. Dass der Magier nur wenig mehr als wissenschaftliche Gesteins-Analysen vornimmt, wissen die primitiven Bewohner des Stammes nicht, in dessen Umgebung dieser werkelt. Vor allem Shoogar, der örtliche Magier fürchtet angesichts der wunderbaren Technologie um seinen Ruf als Zauberer und intrigiert gegen den Neuankömmling. Nach gescheiterter Kommunikation soll schließlich ein Zauberduell den unliebsamen Besucher vertreiben. Und tatsächlich: Mithilfe primitivster Magie kann Shoogar das Flug-Ei zerstören, so dass Neu-Magier Purpur in einer fernen Welt gestrandet ist. Doch man trifft sich immer zweimal im Leben. Als der radioaktive Fallout von Purpurs zerstörtem Raumschiff den Stamm um Sprecher Lant und Magier Shoogar aus ihrer Gegend vertreibt, stranden sie auf einer Insel. Während Lant sich bemüht, die Feindseligkeiten Shoogars einzudämmen, beginnt Purpur mit dem Aufbau einer Mikro-Wirtschaft in den Dörfern, um ein Fluggerät zu bauen, mit dessen Hilfe er über das Meer reisen und sein Mutterschiff rufen kann...

Den Roman zeichnet ein subtiler Humor aus. Gerade in der ersten Hälfte speist sich die Komik aus den Dialogen und oft ist das Missverständnis ein rein kommunikatives Problem. Wenn z.B. Shoogar glaubt, in einer Taschenlampe würde ein Lebewesen stecken, als Purpur ihm erklärt, die Batterie sei tot, ist das genauso komisch, wie wenn Hi-Tech auf Polytheismus trifft. Für jede noch so kleine Sache haben die Stämme Götter und wenn Shoogar trotz gewaltiger Gegenbeweise auf seiner Weltsicht beharrt und stattdessen lieber den Rivalen ausschalten möchte, ist das wiederholt zum Schreien komisch und so etwas wie der Running Gag des Buchs.

In der zweiten Hälfte weicht der Humor dem Flair eines Abenteuerromans. Rund um den Aufbau des Fluggeräts entsteht in den umliegenden Dörfern wie im Zeitraffer eine Ökonomie. Auch Währung und Emanzipation der Frauen, sowie spezialisierte Produktion und Diebstahl gehören zu dieser Entwicklung. Zwar verströmt das Buch nicht mehr den Charme, wie zu Beginn, dennoch ist die Entwicklung immer noch für ein Schmunzeln gut und schließlich steht ja auch noch die Expedition an. Die Reifeprüfung für das Fluggerät und das bange Warten auf die Frage, ob Purpur ein Gestrandeter bleibt.

Fazit
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Durch diesen Roman weht Terry Pratchett. Wer seine Geschichten aus der Scheibenwelt mag, kommt um 'Die Fliegenden Zauberer' nicht herum. Urkomisch in seinen Dialogen, mit einem Hauch Cast-Away-Charme und mit einer schönen Abenteuermischung, gehört dieses Buch durch seine unkonventionelle und somit erfrischende Art zu meinen absoluten Leseempfehlungen im Bereich der SF.


Das elektrische Krokodil.
Das elektrische Krokodil.
von David G. Compton
  Broschiert

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Wissenschaft als Leviathan, 11. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Das elektrische Krokodil. (Broschiert)
Es ist erstaunlich, dass D.G. Comptons Novelle 'Das elektrische Krokodil' aus dem Jahre 1970 in Deutschland nach der Veröffentlichung im Rahmen der Heyne Bibliothek der SF (N°15) nicht mehr neu verlegt wurde. Für den Autor brachte die Erzählung immerhin eine Nominierung für den renommierten Nebula Award 1971.

'Das elektrische Krokodil' ist ein Eintauchen in eine nahe Zukunft. Auf dem Papier ist England zwar immer noch eine Demokratie, in Wahrheit hat der totalitäre Überwachungsstaat jedoch sämtliche Bürgerrechte eingeschränkt. Dr. Matthew Oliver - Professor für Soziologie erhält von einem Bekannten, einem Mitglied der subversiven Organisation AFB, die Bitte, das mysteriöse Colindale-Institut zu infiltrieren. Das Institut schottet sich von der Außenwelt komplett ab und gibt vor, lediglich alle Forschungen Europas zu sammeln und zu katalogisieren. All das mit Hilfe des Superrechners Bohn 507. Oliver willigt schließlich ein und nur wenige Stunden später wird der AFB-Mann ermordet aufgefunden.

Als Agent taucht Oliver mit seiner Frau Abigail in die Welt des Instituts ein. "Schatten" verfolgen die Mitarbeiter auf Schritt und Tritt und all die modernsten Sicherheitsvorkehrungen kaschieren eine Tatsache, hinter die Oliver erst nach und nach hineintaucht. Der Bohn 507 ist viel mehr als ein Computer, er ist Mittel zum Zweck einer wahnwitzigen Idee des Instituts-Leiters, Dr. Billon.

'The Steel Crocodile' (so im Original) ist eine Novelle frei nach Kurt Cobains Spruch: "Nur weil Du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind." Paranoia und Überwachung sind die Schlagwörter, mit denen Compton arbeitet und es schafft, den Funken anfangs auf den Leser überspringen zu lassen. Je weiter jedoch Dr. Oliver in die Materie eintaucht, desto unübersichtlicher wird die Erzählung. Geheime Projekte, der zunehmende Graben zwischen Oliver und seiner Frau, militante Dissidenten und eine nahtlose Überwachung, machen es dem Leser nicht leicht festzustellen, welcher Faden hier eigentlich der Wichtigste ist. Zudem endet das Buch zwar spektakulär, aber dennoch hat man den Eindruck, dass Compton nur an der Oberfläche gekratzt hat. Viele Stränge werden nicht gelöst.

Fazit
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Das Bild der Wissenschaft, die sich stetig vorwärts bewegt und alles verschlingt, was ihren Weg kreuzt, macht 'Das elektrische Krokodil' zum Parade-Roman über die moralische Verantwortung der Forschung. Skeptiker und Paranoiker sollten hier auf ihre Kosten kommen, auch wenn der Roman trotz aller guten Stil-Elemente und einer Grundspannung nicht ganz ausgereift wirkt. Ein Lesenswert gibt es aber auf jeden Fall.


Tod im Staub.
Tod im Staub.
von Brian W. Aldiss
  Broschiert

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Naked Lunch Light-Version, 11. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Tod im Staub. (Broschiert)
Brian Aldiss' 'Tod im Staub' ist die Nummer 17 der im Heyne-Verlag erschienenen Bibliothek der SF-Literatur. Durch das Schaffen des britischen Autors zog sich häufig der Faden einer surrealen, von Zukunfts- und Existenzängsten geprägten Welt. Auch in 'Tod im Staub' kehrt Aldiss das Muster unserer Welt um.

Die Zukunft ist eine Zeit des Mangels. Durch die gigantische Überbevölkerung und durch das Ausbeuten der Ressourcen, sind die ehemaligen Industrienationen heute nur noch wenig mehr als eine riesige Fläche Ackerland, auf dem minderwertige Pflanzen, von giftigen Insektiziden durchsetzt, angebaut werden, um eine Hungerkatastrophe in bis dato ungekannten Ausmaß zu verhindern. Jedes noch so kleine Vergehen bietet in den totalitären Staaten, welche mittlerweile vom Goodwill der aufstrebenden afrikanischen Staaten abhängig sind, den Anlass für Zwangsarbeit auf den Feldern.
Als der ehemalige Landarbeiter Knowle Noland mit seinem Atom-Frachter an der afrikanischen Küste strandet, landet er mitten in einem politischen Komplott. Undurchsichtige Geheimorganisationen und Religionen spielen dort ebenso eine Rolle wie die geostrategische Politik der untergehenden europäischen Staaten. Der psychisch angegriffenen Noland gerät in eine Maelstrom, den er selbst nicht mehr zu steuern vermag.

Aldiss' Roman vermag es, den Leser in einem außergewöhnlichen Erzählrahmen zu fesseln. Mit viel Liebe zu verstörenden Details baut der Autor die Schreckensvision einer überbevölkerten und total-globalisierten Zukunft auf. Doch obwohl die Erzählung sehr dicht ist und auf knapp 150 Seiten Platz findet, hat man nie den Eindruck, das buch kratze nur an der Oberfläche. Im Gegenteil: Gerade in Bezug auf die psychische Labilität der Hauptfigur wird man auf William Burroughs Drogen-Experiment 'Naked Lunch' geradezu gestoßen. Die Parallelen sind kaum von der Hand zu weisen: Afrika, Drogen, Komplotte und Geheimdienste...all diese Zutaten findet man auch in 'Tod im Staub', wenn auch auf einem nicht ganz so hohen Niveau.

Fazit
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'Tod im Staub' gehört sicher zu Recht in die Heyne-Reihe, ist er doch einer der besseren Romane von Brian Aldiss. Verstörend, visionär und immer auf dem schmalen Grat zwischen Wahnsinn und Realität. Ich würde das Buch nicht in die Spitzenklasse einordnen, es ist dennoch spannend und von gutem Stil geprägt. Ein 'Naked Lunch'-Light sozusagen.


Die Erlöser des Wüstenplaneten: Roman (Der Wüstenplanet, Band 8)
Die Erlöser des Wüstenplaneten: Roman (Der Wüstenplanet, Band 8)
von Brian Herbert
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Besser als erwartet, 9. Juli 2008
Das ist es also, das langerwartete Finale des Dune-Zyklus. Nachdem Herbert Jr. und Kevin Anderson einen eher holprigen Start mit dem 7. Band hingelegt hatten, ist 'Erlöser des Wüstenplaneten' ein Abschluss, mit dem wohl die meisten Fans gut leben können, auch wenn er natürlich nicht in Sachen Stil und Erzähltechnik das Niveau eines Frank Herbert erreicht.

Nachdem der große Feind im 7. Band identifiziert wurde, steuert das Buch auf verschiedenen Ebenen in Richtung großer Konflikt. Während Murbella und die Bene Gesserit das militärische Kommando übernehmen und hoffen, nicht überrannt zu werden, wird der geneigte Leser feststellen, dass sich der Schlüssel zum Ende eher an Bord des Nicht-Schiffes befinden muss, welches immer noch mit Duncan, Sheeana, Miles Teg und den Gholas auf der Flucht vor den beiden Alten ist. Einige Jahre sind vergangen und die Gholas vergangener Helden nehmen endlich eine wichtigere Rolle im Buch ein, als in "Jäger des Wüstenplaneten". Zwar scheinen Herbert und Anderson keine rechte Verwendung für Stilgar, Kynes und Chani gefunden zu haben, so dass sich zwangsläufig die Frage nach deren Existenzberechtigung stellt, dennoch wartet das Buch mit einigen schönen Subplots auf, in denen u.a. auch der Verräter Yueh seine Chance zur Wiedergutmachung erhält.

Den Autoren ist es hoch anzurechnen, dass sie den Zyklus nicht mit einer Schlacht enden lassen. Das wäre dem Gesamtwerk wohl auch kaum würdig gewesen. Ohne zu viel verraten zu wollen: Das Ende ist philosophisch angehaucht und macht gerade im Hinblick auf den 'Goldenen Pfad' Letos II. Sinn. Auf den letzten Seiten werden Erinnerungen an den Original-Zyklus wach, eindeutig die stärkste Phase des Buchs.

Kritisch anzumerken gibt es zwei Punkte:
Die Aufsplittung mit Dune 7 ist reiner Kommerz. Den langatmigen Vorgänger und diesen Band hätte man ohne Mühe so kürzen können, dass am Ende ein Band übrig bleibt. Denn auch "Die Erlöser des Wüstenplaneten" hat durchaus seine Längen und der Plot um Murbella und die Schwesternschaft ist nicht immer mitreißend. Zweitens: Dass eine Figur am Ende eine, wenn nicht die zentrale Rolle spielt, die Herbert Jr. und Kevin Anderson in ihren Legenden erst entworfen haben, lässt Nicht-Kenner der Jihad-Trilogie etwas im Regen stehen.

Fazit
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Dune 8 ist ein guter Abschluss der Reihe, teils überraschend, teils kurzweilig und in einem besseren Stil geschrieben als sein Vorgänger. Fans der Reihe können sich übrigens auf eine neue Trilogie freuen: "Paul of Dune", dessen erster Teil auf Englisch im September 2008 erschienen wird und die Jugend Paul Atreides, sowie die Geschehnisse zwischen Band 1 und 2 behandeln wird.


Immer wieder nimmer wieder: Vom Schicksal der österreichischen Fußballs
Immer wieder nimmer wieder: Vom Schicksal der österreichischen Fußballs
von Stefan Adrian
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Steht den anderen Titeln der Reihe in nichts nach, 7. Juli 2008
Nachdem in der Reihe "Ball und Welt" bereits Titel zum britischen, spanischen und italienischen Fußball erschienen waren, kamen im Frühjahr 2008 weitere Bücher auf den Markt, die sich mit den "Mittelmächten" des europäischen Fußballs auseinandersetzten. Zu diesen Neuerscheinungen gehört neben David Winners 'Oranje brillant' auch 'Immer wieder, nimmer wieder' aus der Feder des Duos Adrian/Schächtele, welches den Fußball in Österreich thematisiert.

Dem Duo ist dabei eine schmale Gratwanderung gelungen, denn sie haben mit zwei Hauptproblemen zu kämpfen. Erstens liegt die große Zeit der österreichischen Nationalelf zum Teil 50-70 Jahre zurück, andererseits spielt auch die Liga in europäischen Verhältnissen keine allzu große Rolle. dennoch haben die Autoren es geschafft, unter diesen ungünstigen Voraussetzungen eine kurzweilige und informative Lektüre herauszuarbeiten, die stilistisch immer sicher auf zwei Hauptpunkte eingeht. Die Verbreitung des Fußballs bei unseren Nachbarn zu Beginn des Jahrhunderts, welche mit als erste überhaupt in Europa eine Profiliga einführten. Der Abschnitt kulminiert im "Wunderteam" der 30er Jahre um Matthias Sindelar. Und obwohl die Anekdoten und Geschichten weit weg erscheinen, treffen sie dennoch den Nerv des Lesers.

Im zweiten großen Abschnitt geht es um die heimische Liga. Rivalitäten zwischen Austria und Rapid, sowie die Phänomene des Mäzenatentums (Mateschitz, Stronach...) und des Massenkonkurses vieler Vereine, stehen im Vordergrund. Hier verlässt das Buch seine anekdotenhafte Schiene und vermittelt glaubwürdig und nicht ohne Ironie, warum der österreichische Fußball in den europäischen Klub-Wettbewerben keine Rolle spielen kann und geht auf die fehlende Infrastruktur in Sachen Fantum, größenwahnsinnige Präsidenten und zweifelhafte Machenschaften in Bilanz- und Finanzfragen ein. Ein Kapitel, das einige Fußballfans (auch wegen der geringen Medienpräsenz) überraschen dürfte.

Fazit
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'Immer wieder, nimmer wieder' steht in Punkto Recherche und Qualität den "großen Liga-Schwestern" der Reihe in nichts nach. Stilsicher und mit einer Prise Humor navigieren die Autoren den Leser durch unbekannte Gefilde und somit kann das Buch zumindest für sich behaupten, eine treffende Analyse des gegenwärtigen Fußballs zu präsentieren und somit ist eine Kaufempfehlung angebracht.


Oranje brillant: Das neurotische Genie des holländischen Fußballs
Oranje brillant: Das neurotische Genie des holländischen Fußballs
von Christoph Biermann
  Taschenbuch

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Total Football zum Nachlesen, 12. Juni 2008
Autor David Winner ist gar kein Niederländer, aber in den 70ern ging der Engländer angesichts des Total Football nach eigenem Bekunden eine Liebesbeziehung mit dem Land und seinen Stars ein. Winner bringt uns mit dem bis dato umfangreichsten (etwa 350 Seiten) Band aus der Reihe 'Ball und Welt' die Eigenarten und den im wahrsten Sinne des Wortes neurotischen Geist der Holländer in Sachen Fußball näher. Sehr schön ist zudem, dass das Buch aus dem Jahre 2000 für die Neuerscheinung um zwei aktuelle Kapitel um die Neuorientierung des holländischen Fußballs im 21. Jahrhundert ergänzt wurde.

'Oranje brillant' ist nicht das traditionelle Fußballbuch, in dem wichtige Spiele rezitiert und Anekdoten erzählt werden. David Winner setzt den Fußball oft in einen völlig anderen Kontext und zeigt, wie die holländische Architektur, das holländische Verständnis von Raum generell das Spiel nachhaltig beeinflusst haben. Das klingt erstmal interessant, geht jedoch gerade zu Beginn des Buchs auf Kosten des Lesevergnügens. Zum Teil erschöpfende (über 30 Seiten) Darstellungen des holländischen Raumbegriffs lenken vom eigentlichen Thema ab und wenn der Flughafen Schiphol mit der Elftal verglichen wird, ist das zwar unkonventionell, aber auch nicht immer treffend.

Sei es drum, wer sich durch die leicht langatmigen, ersten 80 Seiten gekämpft hat (nur ein Thema: Der Total Football), liest in der Folge viele berichtenswerte Fakten zum Voetball. Dabei lenkt Winner bekannte Fakten wie die Rezeption des WM-Finals 1974 in ein neues Licht, wenn er Auke Kok zitiert. Oder er erzählt in Deutschland unbekanntere Fakten, wie die Rolle Surinams und Interna aus den großen Ajax-Mannschaften der frühen 70er Jahre. Zwar sind die Themen etwas unübersichtlich gegliedert, das stört aber nur sehr wenig, ist doch Winners Stil angenehm und flüssig und auch Interviews, wie das mit Johnny Rep lockern die Lektüre auf.

Wenn sich eine Figur durch das Buch zieht, ist das natürlich Johan Cruyff. Erst als Lichtgestalt beschrieben, stellt sich am Ende des Buchs die Frage nach seinem heutigen, vermeintlich verlorenen Anspruch auf Fußball-Wahrheit. Ein sehr schöner Schlusspunkt! Denn wer auf den ersten Seiten eine 350-Seiten starke Lobhudelei erwartet, sieht sich später mit kritischen Ansätzen (das holländische Phlegma, mangelnde Disziplin, schwarze vs. weiße Spieler) konfrontiert.

Fazit
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Nach mühsamen Beginn legt David Winner ein sehr lesenswertes Buch zu den Eigenarten und Charakteristika des holländischen Fußballs vor. Die Idee, fußballferne Dinge darin zu implementieren, ist zwar sehr interessant, aber kann auch langatmig werden, wenn man sich darin verliert. Schade ist zudem, dass sich der Autor meistens auf Ajax und die Elftal beschränkt. Die PSV und Feyenoord gehen da leider etwas unter. Aber gerade der aktuelle Bezug durch die ergänzten Kapitel und die guten Fakten zum Voetball machen 'Oranje brillant' zu einer Pflichtlektüre für alle Fußball-Fans.


Grand Theft Auto IV: Das offizielle Strategiebuch
Grand Theft Auto IV: Das offizielle Strategiebuch
von Brady Autorenteam
  Taschenbuch

38 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Höchste Qualitätsstandards - Restlos komplette Augenweide, 8. Juni 2008
Bradygames? Da war doch was...? Genau! Bradygames ist d a s Garantiesiegel für Game Guides und Lösungsbücher und ich konnte bereits für den Game Guide zu Troika Games 'Vampire The Masquerade: Bloodlines' feststellen wie liebevoll, optisch ansprechend und komplett sich Bradygames um die jeweiligen Spiele kümmert...so weit, dass Einige diese Lösungsbücher sammeln, um darin zu schmökern. Kombiniert man nun die Autoren mit der hochwertigen Guide-Tradition der GTA-Serie, kommt auch für Rockstars neuesten Ableger ein sammelwürdiger Guide heraus:

Optik & Layout
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Die Lösungsbücher zur GTA-Serie waren immer schon auf dem Top Level. Schwarz-Weiß-Druck wie bei der Konkurrenz von Prima, sind verpönt. Das Lösungsbuch strotzt nur so von tollen Konzeptzeichnungen und In-Game-Screenshots. Für jede Mission sind minimum zwei bis drei Screenshots abgedruckt worden und die Detailverliebtheit geht sogar dahin, dass beispielsweise die Porträts der Verbrecher für die Bürgerwehr-Mission genauso abgebildet wurden, wie die genauen Standorte der Tauben, die zuweilen so gut versteckt sind, dass eine Kartenmarkierung oder Lokalisierung nicht ausreicht.

10/10

Der Mission-Guide
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Ich war gespannt, wie der Guide mit einen neuen Herausforderung umgeht. In GTA IV begegnen einem nämlich eine Fülle von Auftraggebern, viel mehr als noch in Vice City oder San Andreas. Zudem müssen immer andere Bedingungen erfüllt werden, damit sich ein neuer Abschnitt der Story öffnet. Das Lösungsbuch hat das beste daraus gemacht. Für jeden Auftraggeber gibt es einen Farbcode, anhand dessen man am Buchschnitt sofort die richtigen Seiten findet und auch die Missionen sind extrem detailreich beschildert.

Eine Karte des Einsatzortes mitsamt allen Waffenfundorten und Waypoints findet man ebenso wie eine genaue Unterteilung der Mission in Einzelabschnitte. Also z.B. erst die Verfolgungsjagd mit Route, dann eine Schießerei mit Hinweis, wieviele Gegner sich wo verbergen und dazu in den Kästen nützliche Hinweise wie sich die Missionen abkürzen lassen, auf den ersten Blick nicht ersichtliche Wege und Gimmicks. Besser und kompletter geht es nicht. Zwar fehlen die Geldbeträge, die Niko einsackt, aber spätestens nach dem Bankraub sollte Geld eh kein Problem mehr sein.

10/10

Die Neben-Mission
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Hier gilt das Gleiche, wie für den Story-Strang. Der Guide zählt die Lieblingsaktivitäten jeder Freundin und Freunde, sowie deren Boni im Spiel auf, desweiteren, mit welchen Karren und Klamotten man Eindruck schindet und wo die Wagen für Brucie stehen und welche Hindernisse einen erwarten. Das gilt auch für Jacobs Delivery Missionen und die 30 Wagen, die man in der Garage in Broker abliefern kann. Screenshot, Kartenmarkierung, Hinweise auf Probleme und Fluchtrouten lassen keinen Wunsch nach Information offen.

Auch das Funktionsprinzip der Bürgerwehr-Mission wird genau erklärt und für jeden der 30 Schwerverbrecher, der sich in Liberty City herumtreibt, gibt es ein Porträt, eine Lokalisierung und nützliche Tipps, wie man in den betreffenden Situationen reagiert. Und wer wirklich das Letzte aus dem Spiel herausholen möchte, findet verlässliche Tipps, wo man die Zufallscharaktere antrifft, welche Missionen sie bereithalten und wo man sie eventuell noch einmal trifft.

10/10

Das Kartenmaterial
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Unabdingbar für ein komplettes GTA-Lösungsbuch ist das Kartenmaterial. Ein Haufen Waffen, Rüstungen und Gimmicks ist in der Stadt versteckt und wer nicht die Ausdauer besitzt, alle 200 Tauben durch eigenes Suchen zu finden, findet hier eine gute Quelle. Der Übersichtlichkeit halber wurden die Karten unterteilt. Locations wie Restaurants, Polizeistationen und Waffenläden findet man nach Insel unterteilt zusammen mit Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Es folgen Karten, auf denen die Pickups (also Waffen, Gesundheit und Rüstungen) markiert sind und da es ziemlich viele sind, macht auch die weitere Unterteilung Sinn, auf denen der Spieler alle Monsterjumps (sogar mit Erfolgsbedingung, also Landezone) und Tauben mit gesondertem Screenshot findet. Macht also 3 Karten pro Insel. Einige kleine Fehler verzeiht man, da wurden schon mal Standorte für die für Stevie zu klauenden Wagen vertauscht oder da passt die Beschreibung für den Standort einer Taube stimmt nicht zu 100%, aber angesichts der Informationsflut eine extrem kleine Marge und die absolute Ausnahme!

9/10

Fazit
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Bradygames Guide erfüllt beide Funktionen. Er bietet eine Spielhilfe und dies genau und sehr komplett. Zum anderen erfüllt er die Sammelwürdigkeit durch seine 300 Seiten geballte Optik, das übersichtliche Layout und gute Grammatik. Alle Interessierten sollten hier zugreifen. Der Guide steht der Qualität des Spiels in Nichts nach und ist d e r Wegbegleiter zu den 100%.

10/10
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 20, 2010 12:01 AM MEST


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