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Beiträge von Robert Kopitsch
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Rezensionen verfasst von
Robert Kopitsch "rwkope" (Wien)
(REAL NAME)   

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Wir: Roman, Mit dem Essay Über die Literatur und die Revolution
Wir: Roman, Mit dem Essay Über die Literatur und die Revolution
von Jewgenij Samjatin
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein literarischer Dinosaurier aus der Zeit vor 1984, 8. Februar 2010
Jewgenij Samjatins 'Wir' gilt als erste moderne Dystopie und wenn man das Nachwort gelesen hat, weiß man auch wieso. Samjatin, Alt-Kommunist und Wegbegleiter Gorkis, hat 1920 mit 'Wir' eine literarische Antwort auf die Oktoberrevolution verfasst. Er schildert die Dinge die waren und kommen mögen und nimmt somit zahlreiche Entwicklungen ja sogar Gräueltaten des NS- sowie des Stalin-Regimes vorweg. Ein Umstand der dem Werk eine seltene (fiktionale) Nähe zur Geschichte verpasst, die man in dieser Form nur vereinzelt zu lesen bekommt.
Doch zurück zum Buch, Protagonist von 'Wir' ist der Chefkonstrukteur des 'Integral' D-503, ein Mann von logischem Gemüt mit einem unerschütterbaren Glauben in den Einzigen Staat. Ein Mann dessen Leben bestimmt wird von Zahlen und sich immer wieder auflösenden Gleichungen. Bis eines Tages eine Variable auftaucht, die sein Leben und die Welt in der er existiert für immer durcheinander bringen wird.
Die Erzählung ist im Übrigen nicht bloß zu Anfangs mathematisch angehaucht sondern über eigentlich die meisten Strecken des Buches, was jedoch nicht wirklich abschreckend ist, wenn man sich damit einmal auseinandergesetzt hat. Was im Gegensatz dazu jedoch wirklich verstört, sind die zahlreichen Sprünge, sei es nun gedanklicher oder erzählerischer Natur. Ein Umstand, der sich leider ab einem gewissen Zeitpunkt bis zum Ende durchzieht.
Nichts desto trotz bleibt 'Wir' ein Meilenstein in der Welt des dystopischen Romane, ohne den es Werke wie 1984 oder Brave New World nie gegeben hätte. Von daher kann man Fans dieser Art von Literatur nur dazu raten sich dieses fast schon vergessene Kleinod anzusehen. Es lohnt sich.


Das verlorene Symbol: Thriller
Das verlorene Symbol: Thriller
von Dan Brown
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dan Brown - Schema F Reloaded Part 2, 6. Dezember 2009
Das Verlorene Symbol ist Dan Browns drittes Werk um den Symbologen Robert Langdon und wenn man es nicht besser wüsste, würde man annehmen es habe sich im Vergleich zu den beiden Vorgängern lediglich die Location geändert, so sehr ähneln sich die drei Bände. Hier im Besonderen Das Sakrileg und das Verlorene Symbol. Illuminati schafft es gerade noch durch ein höheres Tempo hervorzustechen.
Und so sehr man das Vertraute erwartet hat so enttäuschend ist es trotz allem. Denn Brown weicht in seinem neuen Werk keinen Zentimeter von alten Tugenden ab, wieder versucht ein unbekannter Killer/Wahnsinniger die Welt ins Chaos zu stürzen und wieder steht Langdon eine hübsche Dame zur Seite um die Welt vor der Dunkelheit zu retten und wieder geht es um die geheimsten Geheimnisse der geheimsten Geheimlogen und wieder steht ein Geheimdienst zwischen Langdon und der Lösung des Rätsels. So ähnlich sind sich die genannten Werke, dass es einen fast verwundern mag wieso Brown so lange für sein neues Werk gebraucht hat.
Sicher, die Handlung spielt diesmal in Washington und daher bedurfte es einiger Recherchen, doch eigentlich ließe sich diese Art von Roman im halben Dutzend pro Jahr herstellen.
Nichts desto trotz schafft es Brown auch wieder die Spannung durchgehend am Leben zu halten, auch wenn das im Vergleich zu Illuminati in einem weit gemächlicheren Tempo vonstatten geht. So wird es den einen oder anderen nicht verwundern wenn sich die Lektüre von Browns neuestem Werk etwas länger hinzieht als das seiner Vorgänger.
Für Fans der Vorgängerromane sicher den einen Blick wert, doch abgesehen davon sollte sich Brown wieder etwas Neues einfallen, denn eine simple Ortsverschiebung, diesmal vielleicht nach London, Madrid oder Wien, würden ihm wohl viele seiner Fans nicht mehr so einfach durchgehen lassen. Potenzial hierfür gäbe es ja zu Genüge...


Der Schatten des Windes. Roman
Der Schatten des Windes. Roman
von Carlos Ruiz Zafón
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mit spanischer Leichtigkeit, 11. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Schatten des Windes. Roman (Taschenbuch)
Auf ein dringendes Anraten meiner Freundin machte ich mich an Zafons wohl bekanntestes Werk: Der Schatten des Windes. Ausgestattet mit so viel Vorschusslorbeeren war ich natürlich gespannt auf den Roman und ich wurde nicht enttäuscht.
Zafon schafft es in Schatten des Windes in reverte'scher Tradition ein Sammelsurium von unverwechselbaren Charakteren auflaufen zu lassen, die in einem vor Charme strotzenden Barcelona der 1930er bis 50er Jahre ihr Leben leben.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei Figuren: der junge Bibliothekar Daniel Sempere und ein mysteriöser Autor namens Julian Carax. Letzterer ist gleichzeitig der Verfasser des Schatten des Windes.
Daniel findet dieses längst vergessene Buch in einer geheimen Bibliothek. Doch schon wenig später wird er von einer der zum Leben erwachten Romanfiguren bedroht und in einen Strudel von Ereignissen gezogen, der durchzogen ist von lange begrabenen Geheimnissen. Auf der Suche nach Antworten deckt er eine Geschichte auf, die eine Unzahl von Personen zurück in eine Zeit führt, die sie längst zu vergessen gehofft haben.
Gewürzt mit einer Prise Fantasie und Drama legt Zafon dem Leser eine Geschichte zu Füßen, die er wohl so schnell nicht vergessen wird.
Nichts desto trotz hat Schatten des Windes trotz all der vielen Details und der unverkennbaren Lebendigkeit seiner Welt auch ein paar storytechnische Schwächen, über die man jedoch getrost hinweglesen kann.
Für Fans von Reverte und anderen Freunden von literarischen Entdeckungsreisen ist dieses Buch fast ein Pflichtkauf, der Rest sollte zumindest einen Blick wagen.


Frühstück bei Tiffany (Handlich)
Frühstück bei Tiffany (Handlich)
von Truman Capote
  Gebundene Ausgabe

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die blonde Audrey Hepburn, 3. August 2009
Ich bin ein großer Fan des Filmes (Breakfast at Tiffanys mit Audrey Hepburn), der meiner Meinung nach in jeder Hinsicht gelungen ist. Umso mehr war ich natürlich gespannt, die traditionellerweise bessere Literaturversion zu lesen.
Das Buch, dass im Übrigen auch noch drei weitere Kurzgeschichten beinhaltet, die allesamt recht gelungen sind, einzig die Weihnachtsgeschichte reißt in positiver Hinsicht aus, beginnt mit einem Erzähler, ähnlich dem Film, der im Buch jedoch namen- und gesichtslos bleibt, der eine Episode aus seinem Leben nachzeichnet. Er erzählt von einem wunderlichen hübschen Mädchen, dass er in seinem Wohnhaus kennenlernte und das ihm in Bälde den Kopf verdrehen sollte, ihr Name: Holly Golightly, ein zartes blondes (!) 18-jähriges Mädchen, dass sich von gutbetuchten älteren Männern für das zur Toilette gehen bezahlen lässt. Sprich eigentlich nur dank ihrem Äußeren über die Runden kommt und somit auf der Suche nach einem reichen Erben ist, der sie vor dem "Grauen" bewahren soll vor dem sie vor langer Zeit geflohen ist.
Ihre Geschichte handelt von Freiheit und Angst vor dem sesshaft werden, selbst ihre Katze nennt sie nur Kater, da sie sich kein Recht zugesteht ihn an sich zu binden. Und so lebt sie nun in den Tag hinein.
Charmant und immer witzig, wird sie von unserem Erzähler geschildert und mit der Zeit formt sich nun auch wieder das Bild von Audrey Hepburn aus dem gleichnamigen Leinwandklassiker, nur eben in Blond (Capote hatte Marilyn Monroe als Besetzung im Sinn).
Und auch das Ende ist ein Anderes, manch einem wird das etwas Aufstoßen, denn es kostet das Buch viel an Süße, doch dafür entschädigt Capote einen mit einem traumhaften Stil und einer auch in dieser Form unvergesslichen Romanfigur.
Das vielleicht kürzeste Lesevergnügen des Jahrhunderts.


Herz der Finsternis
Herz der Finsternis
von Joseph Conrad
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 3,95

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein "kurtzer" Blick auf das Grauen, 4. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Herz der Finsternis (Gebundene Ausgabe)
Conrads Meisterwerk ist das bislang unangenehmste Buch, dass ich bisher gelesen habe. Es ist von vorne bis hinten erschaudernd. Nicht so sehr wegen des Inhalts, sondern viel mehr durch die Art der Erzählung, die Wortwahl, die Stimmung.
Es macht seinem Namen alle Ehre, es zieht einen auf einem schwarzen Fluss dahingleitend hinein in das Herz der Finsternis.
Der Roman handelt in seiner Kürze von einer epischen Geschichte, nicht so sehr wegen dem Erzählten, sondern viel mehr wegen seiner Bedeutung.
Der Protagonist Marlowe erzählt seinen Matrosenkollegen von einer Reise in das Herz des Kongos, zu einem Mann, der ihn für immer verändern sollte. Kurtz, der beeindruckendste Elfenbeinagent, der je in Afrika sein Unwesen trieb. Leser, die Apokalypse Now gesehen haben, werden jetzt an den mächtigen glattrasierten Kopf von Marlon Brando denken und ebenso eindringlich ist auch das Original. Auch wenn Marlowe ihn in seinen Erzählungen mehr als eine Stimme und weniger eine reale Person beschreibt. Eine Stimme, die, die Herzen rührt, den Tod befiehlt oder einfach nur Gedichte liest.
Doch bevor es zu dem Aufeinandertreffen kommt, schildert Marlowe noch die Verwüstungen und Ausbeutungen durch die Weißen, die sie Afrika in ihrer Kolonialzeit angetan haben. Doch nie so sehr um sich ein genaues Bild zu machen, aber immer ausreichend stark um an den Nerven des Lesers zu zehren.
Alles in allem ist Herz der Finsternis eine Tour de Force von Weltformat. Wem das Buch jedoch zu schwer erscheint, soll sich doch zum Einstieg an Coppolas Apokalypse Now heranwagen, dem Rest, Viel Glück auf dem Pfad zum Herz der Finsternis.


Eragon, Bd. 3: Die Weisheit des Feuers (Eragon - Die Einzelbände, Band 3)
Eragon, Bd. 3: Die Weisheit des Feuers (Eragon - Die Einzelbände, Band 3)
von Christopher Paolini
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wi(e)der die alten Schwächen, 8. Januar 2009
Paolinis dritter Streich, Eragon ' Die Weisheit des Feuers, beginnt direkt nach der Schlacht gegen Murtagh und die Armee des Königs. Die Varden haben zwar gesiegt, doch Eragon wurde von Murtagh niedergerungen und nur dank der Gnade des Roten Drachenreiters ist er nicht in die Hände Galbatorix' gefallen.
Doch anstatt sich dem neugewonnenem Wissen über seine Schwäche und dieser zu widmen, hat Eragon ein Versprechen einzulösen. Zusammen mit Roran und Saphira machen sie sich auf um die Liebste Rorans aus den Fängen der Ra'zac zu befreien. Was unter einigen Verlusten auch gelingt. Wieder zurück in Surda heiraten die beiden dann auch, doch Eragon trägt ein dunkles Geheimnis in sich und sein Unmut über seinen Mangel an Macht und seine Beunruhigung darüber steigt. Ihn verlangt es die Elfen und im Speziellen seinen Meister wiederzusehen um für den Kampf gegen den dunklen König und seinen Bruder gewappnet zu sein. Doch ein drohender Bürgerkrieg unter den Zwergenvölkern hält ihn ein weiteres Mal zurück. Ohne Saphira und unter höchster Geheimhaltung macht er sich auf zu den Hallen aus Stein um bei der Wahl über die Zukunft der Zwerge bzw. über die von ganz Alagaesia dabei zu sein. Doch Galbatorix schmiedet bereits wieder dunkle Pläne und Eragon beginnt die Zeit durch die Finger zu rinnen.
Paolini versucht in seinem dritten Streich Altbewährtem treu zu bleiben und Liebgewonnenem ein Mehr an Seele einzuhauchen. Mancherorts gelingt das auch, doch mancherorts auch nichts. Vieles klingt immer noch aufgesetzt und so manche schöne Passage wird durch irgendein Klischeebild zersetzt, zwar ist Eragon mittlerweile um vieles erwachsener geworden, nichts desto trotz wirkt er ab und an immer noch wie ein Kind. Wo wir auch gleich beim Haken an der Geschichte sind, sie wirkt vorne und hinten nicht ganz schlüssig, so sehr man sie auch beleuchtet. Zwar ist die Reise durch Alagaesia wieder mal unterhaltsam, doch zeitweise auch etwas langatmig, speziell die Mitte des Buches zieht sich doch ein wenig. Alles in allem ein solider dritter Teil, nicht so gut wie Teil 2 aber besser als der erste. Für Fans lesenswert!


Der Todeskünstler: Thriller. Smoky Barrett, Bd. 2
Der Todeskünstler: Thriller. Smoky Barrett, Bd. 2
von Cody McFadyen
  Gebundene Ausgabe

15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nervenzerfetzend, 15. Oktober 2008
Ich bin zugegebenermaßen nicht der klassische Thriller-Fan doch ab und an ein guter Thrill ist doch wirklich lesenswert. Dementsprechend sorgfältig gehe ich auch bei der Auswahl meiner literarischen Snacks zu Werke. So auch hier.
McFadyen kam mir zum ersten Mal in Form Der Blutlinie in die Quere und da sein Erstlingsroman durchaus zu gefallen wusste, gab ich ihm eine weitere Chance und ich wurde nicht enttäuscht.
Der Todeskünstler hat so ziemlich alles was man sich von einem guten Thriller nur wünschen kann: Spannung, und ich rede hier nicht von ein wenig Nervenkitzel, nein, es ist nervenzerfetzend, eine authentische Vorgeschichte, einen guten Stil und schlussendlich auch das nötige Maß an Neuem um zu faszinieren.
Wer den ersten Teil mit der dunklen Heldin Smoky Barrett bereits lesen durfte, weiß was auf ihn wartet. Der Präkonsum des ersten Teils, sofern man ihr überhaupt davon sprechen kann, wäre also empfehlenswert, wenn nicht, auch okay.
Die Handlung beginnt mit einem Anruf, FBI-Agentin Barrett wird von einem 16-Jährigen Mädchen, dass gerade Zeuge eines blutigen Mordes war, zum Tatort beordert. Sie folgt dem Ruf. Am Tatort sieht sie zum ersten Mal das Werk des Todeskünstlers, einem Racheengel aus längst vergangenen Tagen. Die Jagd beginnt, doch zu allem Überfluss handelt es sich bei diesem Serienmörder um keinen simplen Suchtmörder, nein, er hat einen Plan, einen sehr blutigen Plan. Smoky Barretts Karriere steht dabei auf dem Spiel, doch anders als sie denkt. Der Todeskünstler führt den Leser in Untiefen, die man sich zuvor nicht einmal vorstellen konnte. Teils unfassbare Szenarien, die sich McFadyen hierfür ausgedacht hat, nicht selten wünscht man sich weg vom Ort des Geschehens und doch kann man nicht aufhören zu lesen, zu erschreckend ist das Bild, dass sich im eigenen Kopf zu formen beginnt. Man verfällt in eine Art Schockstarre, sofern das als Leser überhaupt möglich ist.
Noch nie in meinem Leben war ich derart gefesselt von einem Roman wie von diesem hier. Meiner Meinung nach der beste Thriller, den ich bisher gelesen habe und ich zu zähle zu meinen Lieblingswerken schon so Klassiker wie Grangés Purpurne Flüsse oder Browns Illuminati.
Also wer wirklich einen echten Thrill sucht, der kommt an diesem Buch nicht vorbei!


Die Informanten (KiWi)
Die Informanten (KiWi)
von Bret Easton Ellis
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sinnentleert, 7. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Informanten (KiWi) (Taschenbuch)
Bret Easton Ellis dürfte ja mittlerweile berühmt berüchtigt für seine Romane sein. Kaum ein Schriftsteller versteht es mit soviel Verve eine Welt der Reichen und Schönen in einer so immateriellen Art und Weise zu präsentieren. Kein noch so unnötiger Einwurf und kein noch so beiläufiger Kokssniff ist es ihm wert unerwähnt zu bleiben, doch gerade das machte bisher auch die Stärke seiner Romane aus. Diese Beiläufigkeit in einer für Normalsterbliche kranken durchwachsenen Welt, die so fesselnd durch Nichtigkeiten sein kann und so schockierend dank einiger weniger Perspektivenwechsel.
Doch leider hat auch Ellis seine Schwächephasen und genau in einer solchen dürften ihm dieses Werk passiert sein.
Anders als Unter Null oder Glamorama strotzt Die Informanten nur so vor Beiläufigem, ja selbst das Nebensächlichste wird hier zur Thematik und doch ist es anders als in seinen vorhergehenden Meisterwerken. Irgendetwas fehlt.
Mancher wird sich jetzt wundern wenn ich das Wort Handlung oder Geschichte in den Mund nehme, diese zwei Schlagworte sind in Ellis' Werken wahrlich wenig sattelfest, und doch vermisst man so etwas wie einen Rahmen der alles zusammenhält. Und genau da wären wir bei der großen Schwäche von Die Informanten, sie schweben im Raum, buchstäblich.
Zwar darf man die wieder aufgetauten Geschichten die auch schon in abgewandelter Form in Einfach unwiderstehlich oder American Psycho vorkommen, erneut erleben, doch diesmal wirkt es irgendwie unzweideutig sinnentleert. Und genau daran scheitert dieses Buch.
Meiner Meinung nach Ellis' mit Abstand schwächstes Werk. Da helfen auch die Vampire nichts mehr....


Der Tod in Venedig. Novelle.
Der Tod in Venedig. Novelle.
von Thomas Mann
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schönes Ende, 7. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Tod in Venedig. Novelle. (Taschenbuch)
Tod in Venedig gilt als die beste Novelle die je von einem deutschen Schriftsteller geschrieben wurde. Dementsprechend gespannt war ich beim Anbeginn der Lektüre.
Thomas Mann, der, der Verfasser dieses vielgerühmten Kleinods ist, wird zwar gerne als grazil federschwingender Literrat gesehen doch im Großen und Ganzen betrachtet, dürften seine Werke nicht gerade als leichte Kost gelten. So auch nicht Tod in Venedig.
Zwar fängt die Novelle mit einem einfachen Schwenk über Gustav Aschenbachs Dasein in München an, doch schnell wird klar, dass hinter dem einfachen Ausflug in die italienischen Kanalstadt mehr steckt als nur eine Ausflugserzählung.
Aschenbach, so übrigens der Name des an Gustav Mahler angelehnten Hauptakteurs, ist in diesem Werk der Suchende, der sein Heil in der Ferne, im Ortswechsel und zu guter Letzt in der Schönheit eines polnischen Jungen aus gutem Haus sucht und vermeintlich auch finden wird. Doch bis dahin verzehrt sich der Protagonist im Selbstzweifel, untermalt durch griechisch mythologische Allegorien und mann'sche Schreibeleganz. Die Sehnsucht und Liebe die der polnische Junge Tadzio durch seine Schönheit in ihm weckt, ist zugleich ein Neuanfang aber auch der Anfang vom Ende. Wie der Titel schon sagt, endet er Ausflug nach Venedig tödlich.
Nichts desto trotz hinterlässt Thomas Mann mit diesem kleinen Meisterwerk ein Bild im Herzen jedes Lesers und gleichzeitig erkennt man auch, dass nichts vergänglicher als die Sehnsucht ist und nichts schöner als das Erkennen der Liebe. Aschenbach sei Dank!


Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen: Erzählungen (insel taschenbuch)
Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen: Erzählungen (insel taschenbuch)
von Nikolai Gogol
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,00

29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Einblick in die russische Seele, 24. September 2008
Mir wurde Nikolai Gogols 'Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen' als ideale Einstiegslektüre in die russische Bücherwelt ans Herz gelegt. Dementsprechend gespannt war ich auch auf die vier Kurzgeschichten, die einen Großteil zu Gogols Ruhm beigetragen haben.
Den Anfang in diese literarische Kurztetralogie macht die dem Namen des Buches gleiche Erzählung über einen russischen Beamten der sich in seiner Agonie zum König von Spanien hochschwingt. Schon in diesem kleinen Meisterwerk offenbart Gogol sein ganzes schriftstellerisches Talent. Er verzaubert, erschüttert, bezirzt und überflutet den Leser mit einem Schwall an russischem Kleinbürgertum. Und auch die drei folgenden Teile von Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen (Der Newski Prospekt, Die Nase und Der Mantel) stehen dem ersten Teil um nichts nach. Ja meiner Meinung überflügeln sie sogar die erste Kurzgeschichte um einen russischen Winter.
Es ist nicht unbedingt die Epik, die dieses Werk zu einer der stilvollsten und feinsten der Kurzgeschichten aus aller Welt macht, nein die Details, die Dramatik auf engstem Raum in Mitten der Seele Sankt Petersburgs weiß zu verzaubern, zu blenden und zu verzücken wie kaum ein Zweites.
Alles in allem ein meisterlichen Einblick in die Seele Russlands. Gogol sei Dank!


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