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Beiträge von Andreas Schröter
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Rezensionen verfasst von
Andreas Schröter "Andreas Schröter" (Dortmund)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Die unsterbliche Familie Salz: Roman
Die unsterbliche Familie Salz: Roman
von Christopher Kloeble
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Roman voller Witz mit einem kleinen Schuss Übersinnlichem, 25. August 2016
Mehr als 100 Jahre umfasst der Roman des deutschen Autors Christoph Kloeble, „Die unsterbliche Familie Salz“. Darin geht’s um eine Familie, der viele Jahre das prunkvolle Leipziger Hotel „Fürstenhof“ gehört hat. Der Clou dabei: den Fürstenhof gibt’s wirklich, die Familie Salz nicht.

Alles beginnt im Jahre 1914, als der unsympathische und herrische „Herr Salz“ den Fürstenhof kauft und seine widerspenstige Tochter Lola eine Rolle beim Tod ihrer schwerkranken Mutter spielt. Weitere Stationen sind Lolas strapaziöse und schicksalhafte Odyssee durch Deutschland im Zweiten Weltkrieg mit zwei kleinen Kindern, das unglückliche Leben ihrer alkoholabhängigen Tochter Aveline in den 60er-Jahren, die Wendezeit, als Kurt Salz den Fürstenhof aus DDR-Staatsbesitz zurückerhält und sich in eine um Jahrzehnte jüngere Frau verliebt, und schließlich das Jahr 2015, das aus der Sicht von Kurts Tochter Emma geschrieben ist. Ganz am Ende gibt’s sogar noch einen kleinen Ausblick auf das Jahr 2027 mit einem Brief von Emmas Tochter Tara an ihre Mutter.

Die meisten Familienmitglieder sind problembeladene Existenzen, denen es in ihrer Generation nicht gelingt, die Verfehlungen ihrer Vorfahren abzuschütteln. Eine extreme Familie. Und doch haftet diesem Roman nichts Tristes an. Auch macht Kloeble nicht den Fehler, ihn mit langweiligen geschichtlichen Fakten über den Fürstenhof oder die Zeiten, in denen die Kapitel spielen, zu überfrachten. Im Gegenteil: Der Roman steckt voller Witz, und ist sogar mit einem kleinen Schuss Übersinnlichem gewürzt. All das führt dazu, dass man gespannt weiterblättert und wissen will, wie es mit der Familie Salz weitergeht.

Kleiner Gag des Autors: Lolas Mann heißt Alfons Ervig. Der tatsächliche Besitzer des Fürstenhofs ab 1911 hieß ganz ähnlich: Mathias Erwig. Ein sehr empfehlenswerter Roman.


Göttin und Held: Roman
Göttin und Held: Roman
von Gustaaf Peek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zu sehr auf Sex fokussiert, 22. August 2016
Rezension bezieht sich auf: Göttin und Held: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eine Liebesgeschichte in umgekehrter Reihenfolge erzählt der niederländische Schriftsteller Gustaaf Peek, geboren 1975. Sein Buch „Göttin und Held“ beginnt mit dem Tod Tessas als uralte Frau, um dann Kapitel für Kapitel immer weiter in der Zeit zurückzugehen. Das Ende ist zugleich der Anfang von Tessas und Marius‘ Liebe im Teenageralter. Konsequenterweise sind die Kapitel rückwärts nummeriert. Man könnte das Buch problemlos auch von hinten nach vorne lesen.

Es gibt zwei Probleme an diesem Roman: Durch das Rückwärtserzählen kann die Handlung nicht aufeinander aufbauen. Die einzelnen Kapitel haben kaum etwas miteinander zu tun. Der Roman liest sich eher wie eine Sammlung von Kurzgeschichten.

Und: Er ist stark fokussiert auf den erotischen Teil der Beziehung zwischen Tessa und Marius. Und das enorm detailreich. Das kann man „pikant“ finden, wie ein niederländischer Rezensent. Man kann das Buch aber auch schlicht pornografisch finden – womit noch kein Werturteil abgegeben sein soll.

Insgesamt kein Buch, das man unbedingt gelesen haben muss.


Eierlikörtage: Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre
Eierlikörtage: Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre
von Hendrik Groen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erklärt dieses Buch zur Pflichtlektüre im Seniorenheim!, 2. August 2016
Dieses Buch sollte Pflichtlektüre in jedem Altenheim werden. Der niederländische Senior Hendrik Groen (83) beschreibt in einem auf ein Jahr angelegtes Tagebuch sein Leben in einem Altenheim in Amsterdam-Noord. In den Niederlanden steht dieses Buch seit zwei Jahren auf der Bestsellerliste, nun ist es endlich auch auf Deutsch erschienen.

„Eierlikörtage“, so heißt das Werk, ist alles zugleich: lustig, ernst, traurig, unterhaltsam und vor allem wohl einfach wahr. Und es hat eine Botschaft an alle Senioren: Versucht, dem Leben noch ein wenig Freude abzutrotzen. Nur nörgeln und über die eigenen Gebrechen, das Wetter und das Essen klagen, bringt rein gar nichts.

Hendrik Groen und fünf Gleichgesinnte gründen im Altenheim den Club „Alanito“ – alt, aber nicht tot. Sehr zum Verdruss der übrigen Belegschaft, die sich vor allem im Jammern und Katzbuckeln vor der Heimleiterin gefällt, unternehmen die Clubmitglieder noch etwas. Sie gehen in den Zoo, in nette Restaurants, ins Kino in einen 3D-Film oder zum Golfen. Das alles macht ihnen enorm viel Spaß, auch wenn die körperlichen Gebrechen immer heftiger werden und den Fortbestand der Gemeinschaft bedrohen.

Hendrik Groen, der übrigens nicht wirklich so heißt und auch kein 83-jähriger Senior im Altenheim ist, macht nicht den Fehler, das Altsein zu glorifizieren. Er zeigt es mit all seinen Zumutungen wie Inkontinenz, seltsamen Gerüchen, Gehbehinderungen oder drohender Demenz. Doch trotz allem – und darum geht‘s in diesem Buch – kann man versuchen, dem Leben noch einige schöne Stunden abzuringen. Am besten in Gemeinschaft. Ein sehr schönes Buch.


Etwas bleibt immer: Roman
Etwas bleibt immer: Roman
von Edgar Rai
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltung, 1. August 2016
Rezension bezieht sich auf: Etwas bleibt immer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein junger Mann mit psychischen Problemen passt auf eine Luxusvilla an der Côte d‘Azur auf. Er leidet unter einer gespalteten Persönlichkeit. Tagsüber ist er der sanftmütige Nicolas, nachts erwacht die aggressive und impulsive Lola in seinem Körper zum Leben. Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

Indem er sich durch regelmäßiges Joggen auspowert, hat Nicolas seine Probleme einigermaßen im Griff. Doch dann kündigen sich die Hausbesitzer an. Und sie bringen überaus schwierige Gäste mit. Die Situation eskaliert ...

Der Roman des deutschen Schriftstellers und Berliner Buchhändlers Edgar Rai, geboren 1967, ist Drama und Thriller zugleich. Er liest sich locker und leicht, auch wenn es zunächst etwas irritierend wirkt, dass von Nicolas immer in der zweiten Person die Rede ist („Du gehst joggen“). Ein etwas gekünstelt und aufgesetzt wirkender Kunstgriff.

Am Ende gönnt sich Rai noch eine kleine Überraschung, die den Leser schmunzeln lässt.

Insgesamt wohl kein Buch, das in die Literaturgeschichte eingehen dürfte, aber gute Unterhaltung allemal.


Verdrehte Zeit: Roman
Verdrehte Zeit: Roman
von Wlodzimierz Odojewski
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

4.0 von 5 Sternen Interessantes Miniaturstück Literatur, 31. Juli 2016
Rezension bezieht sich auf: Verdrehte Zeit: Roman (Gebundene Ausgabe)
Endlich auch auf Deutsch erschienen ist eine kurze, aber interessante Geschichte des polnischen Autors Włodzimierz Odojewski: „Verdehte Zeit“.

In diesem Kurzroman, der im polnischen Original bereits aus dem Jahre 2002 stammt, wird der Ich-Erzähler in den 60er-Jahren mit einer Episode konfrontiert, die sich 20 Jahre zuvor im besetzen Warschau ereignet hat. Dort war er seinerzeit Mitglied einer Widerstandsgruppe.
Im Treppenhaus seines Wohnhauses übergibt ihm nun eine Frau einen Brief, der genaue Anweisungen für eine geheime Operation gegen die Gestapo enthält. Doch was soll das Ganze? Er hätte diesen Brief damals, nicht 20 Jahre später erhalten müssen. Und wer ist die Frau, die ihn so sehr an das einzige weibliche, aber später von den Deutschen ermordete Mitglied von damals erinnert?

Im Roman Włodzimierz Odojewskis, der 1930 geboren wurde und vor wenigen Wochen starb, vermischen sich die Zeitebenen. Mal ist der Ich-Erzähler in den 60er-, mal in den 40er-Jahren.

Denn obwohl es aus seiner Sicht Unsinn ist, sich jetzt an den Ort der Widerstands-Handlung zu begeben, um die Anweisungen in dem Brief auszuführen, tut der Ich-Erzähler genau das. Mit fatalen Folgen ...

Odojewski hat seine Geschichte geschickt konstruiert, und ganz am Ende hält er sogar noch eine ganz dicke Überraschung für den Leser bereit.
„Verdrehte Zeit“ ist ein Roman über Schuld und über die Zeit, die manchmal eben doch nicht alle Wunden heilt.

Aus heutiger Sicht wirkt der Text zwar womöglich stilistisch mit vielen langen Sätzen etwas geschraubt und vielleicht sogar unmodern, ist aber ein ungewöhnliches und deswegen interessantes Miniaturstück Literatur, das durchaus Beachtung verdient.


Alles für ein bisschen Ruhm: Roman
Alles für ein bisschen Ruhm: Roman
von Alfred Hayes
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine coole Wiederentdeckung aus den 50ern, 29. Juli 2016
Der Verlag Nagel & Kimche hat sich erfreulicherweise einem Klassiker aus dem Jahre 1958 angenommen und ihn – von Matthias Fienbork – neu übersetzen lassen: „Alles für ein bisschen Ruhm“ von Alfred Hayes (geboren 1911, gestorben 1986).

Darin rettet ein Drehbuchautor in Hollywood eine junge Frau vor dem Ertrinken. Sie ist – wie so viele andere Sternchen – nach Los Angeles gekommen, um ein Filmstar zu werden.

Die beiden beginnen eine Beziehung, doch muss der Mann mehr und mehr erkennen, dass die Frau einen etwas schwierigen Charakter hat, um es vorsichtig auszudrücken.

„Alles für ein bisschen Ruhm“ ist lakonisch knapp und cool erzählt, erinnert vom Stil her ein wenig an die Romane Hemingways. Der kurze Text besticht durch psychologische Genauigkeit und Glaubwürdigkeit und wirft ganz nebenbei ein Licht auf das Leben der Filmschaffenden in Hollywood vor 60 Jahren. Empfehlenswert.


Das schönste Mädchen von Genua: Roman
Das schönste Mädchen von Genua: Roman
von Ilja Leonard Pfeijffer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

4.0 von 5 Sternen Eine Liebeserklärung an die italienische Hafenstadt Genua, 2. Juli 2016
Eine Liebeserklärung an die italienische Hafenstadt Genua ist der Roman des niederländischen Schriftstellers Ilja Leonard Pfeijffer.

In herrlich poetischen Bildern beschreibt der 1968 geborene Autor, wie der Ich-Erzähler in einem Straßencafé sitzt und die Bedienung anhimmelt, die er als schönstes Mädchen von Genua sieht.

Es macht Spaß, ihn dabei zu beobachten, wie er versucht, die junge Dame auf sich aufmerksam zu machen. Gelingt es ihm, die Schönheit zum Rendezvous zu überreden? Doch unser Protagonist studiert auch das übrige Leben in seiner Wahlheimat – und zeigt dabei viel Herz für örtliche Sitten und Gebräuche, wobei er viel Sympathie für Rosenverkäufer, einen Flüchtling aus dem Senegal oder einen mittellosen, aber stadtbekannten Geschichtenerzähler und Trinker entwickelt. Mit Touristen und Geschäftsleuten dagegen kann er weniger anfangen.

Zunächst gibt‘s in diesem Buch nur wenig Handlung. Der Text besteht vielmehr aus Beobachtungen und den philosophischen Gedanken des Protagonisten dazu.
Das ändert sich zeitweise, als Pfeijffer versucht, ein Theater zu kaufen und die dazu notwendige Sponsorin zu beglücken.

Doch „Das schönste Mädchen von Genua“, so heißt dieses Buch, ist nicht nur eine Mischung aus romantischer Verklärung der südlichen Lebensweise und einiger skurriler Geschehnisse, wie es diese Kurzbeschreibung vermuten ließe – das Buch wird zwischenzeitlich sehr ernst, als es um die Erzählung des Senegalesen geht, unter welch menschenunwürdigen Zuständen er nach Genua gekommen ist.

Insgesamt bietet dieser Roman somit ein facettenreiches und unterhaltsames Bild zum Ist-Zustand des Lebens in südeuropäischen Großstädten, wobei er auch die dunklen Seiten – Flüchtlingselend, Prostitution – nicht ausspart. Dem Ende – den letzten 70 oder 80 Seiten – hätte vielleicht eine Kürzung gut getan.


Straus Park: Roman
Straus Park: Roman
von P. B. Gronda
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Roman entwickelt starken Sog, 27. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Straus Park: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Roman des flämischen Autors Paul Baeten Gronda, „Straus Park“, fängt etwas schwergängig an. Man hat Schwierigkeiten, sich die Figuren wirklich vorzustellen, sie wirken nicht lebendig. Ein steinreicher Playboy namens Amos Grossman gleitet etwas wahllos, so scheint es, von einer Liebesaffäre zur nächsten. Warum er diese oder jene Frau verehrt und dann wieder nicht, bleibt für den Leser wenig nachvollziehbar.

Doch wer diese ersten etwas spröden und distanziert wirkkenden Seiten übersteht, der wird mit einem Roman entschädigt, der ganz unerwartet einen starken Sog entfaltet. Da entspinnt sich plötzlich eine fast thrillerartig spannende Handlung, die im besetzten Amsterdam in der Nazizeit ihren Anfang nimmt. Die lebenshungrige Jüdin Charlotte Grossman versteckt sich dort mit ihrem Mann Markus bei Verwandten und Freunden, nachdem sie aus Deutschland geflohen ist. Doch dann entdeckt sie ihre Liebe zu einem Nazi und wird zur Verräterin. Mit tödlichen Folgen.
Und mit Folgen für ihre ganz persönliche Zukunft, denn es gelingt ihr, sich wertvolle Kunstschätze zu sichern, die den Grundstein für ihren späteren Reichtum legen sollen.

Als sich rund 70 Jahre später Charlottes Enkel Amos in New York in die Kunsthistorikerin Julie verliebt, wird auch er auf die uralten Geschichten aus düsteren Zeiten gestoßen, denn die faszienierende Julie ist viel mehr als das, was sie vorgibt zu sein ...

P. B. Gronda, geboren 1981, der in Belgien und den Niederlanden bereits ein erfolgreicher Autor ist, gelingt in seinem vierten Roman – dem ersten, der auch auf Deutsch erscheint –, eine geschickt konstruierte Geschichte, die mitreißt und über die man noch lange nachdenkt, nachdem man das Buch geschlossen hat.

Und ganz nebenbei erfährt man einiges über das Thema Kunstraub in der Nazi-Zeit und seine Folgen, die bis in die Gegenwart reichen.


Bobby: Roman
Bobby: Roman
von Eddie Joyce
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Trotz des Themas Trauer kein trübsinniges Buch, 13. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Bobby: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Grundthema im Debütromans des US-amerikanischen Autors Eddie Joyce – Trauer – klingt nach einem trübsinnigen, tieftraurigen Buch.
Doch das ist „Bobby“, so heißt das Werk, gar nicht. Der Roman zeigt vielmehr, wie jeder Familienangehörige mit dem Verlust der Titelfigur fertig wird, der als Feuerwehrmann bei den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York umkam. Und wie das Leben mit all seinen Ärgernissen, kleinen Freuden, Flirts, Partnerschaftsproblemen und dem ganzen Alltagswahnsinn, dem wir alle permanent ausgesetzt sind, trotz allem einfach weitergeht.

Die einzelnen Kapitel sind dabei aus unterschiedlichen Sichtweisen geschrieben. Mutter Gail und Vater Michael kommen genauso zu Wort wie Bobbys Brüder Peter und Franky, der eine erfolgreicher Anwalt mit Eheproblemen, der anderen Alkoholiker mit allen möglichen Problemen.

Heikel wird‘s, als Bobbys Ex-Frau Tina mit einem neuen Lover aufkreuzt. Hält das brüchige Konstrukt der Selbstbeherrschung? Ein schönes Buch!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 15, 2016 4:16 PM MEST


Wolf in White Van
Wolf in White Van
von John Darnielle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ungewöhnlich und intensiv - aber auch anstrengend, 8. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Wolf in White Van (Gebundene Ausgabe)
Ein ungewöhnlicher und intensiver Roman ist dem Sänger der US-amerikanischen Band „The Mountain Goats“ gelungen. John Darnielle heißt der Autor, „Wolf in White Van“ sein Roman.

Geschrieben ist das Buch aus der Sicht eines jungen Mannes, der durch ein zunächst nicht näher beschriebenes Ereignis in der Vergangenheit sein Gesicht verloren hat. Es ist vollkommen entstellt und ruft Entsetzen bei allen hervor, die es erstmals sehen. Deswegen verlässt Sean, so heißt der Mann, kaum seine Wohnung. Von dort aus managt er ein Brief-Fantasyspiel, einem Vorläufer der heutigen Online-Rollenspiele.
Sein einsames, aber einigermaßen geordnetes Leben ändert sich, als zwei Spieler dieses Spiel allzu ernst nehmen und das, was sie dort tun sollen, in die Wirklichkeit übertragen. Mit fatalen Folgen ...

Doch „Wolf in White Van“ handelt nicht nur von diesem Fall. Es ist ein Buch, das sich mit fast existenziellen Fragestellungen über den Sinn oder Unsinn, der hinter allem steckt, auseinandersetzt.

Beispiel dafür ist schon der ungewöhnliche Titel. Es soll sich dabei um eine satanische Botschaft handeln, die man hört, wenn man eine Platte des Sängers Larry Norman rückwärts abspielt. Hauptfigur Sean stellt sich im Buch die Fragen: Warum sollte sich der Teufel eine solche Mühe mit seinen Botschaften machen? Warum sagt er nicht direkt, was er will? Und welche Botschaft steckt in „Wolf in White Van“ überhaupt genau? Vielleicht ist das alles ja genauso Unsinn wie vieles andere um uns herum – so ist eine Deutungsmöglichkeit für dieses Buch.

„Wolf in White Van“ ist kein Roman, in den man nach einem anstrengenden Arbeitstag wohlig eintauchen kann, um sich zu entspannen. Man muss sich etwas konzentrieren, aber dafür hallt das Gelesene noch lange nach.


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