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Rezensionen verfasst von
Bajrare (Dreiflüssestadt)

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Ortsgespräch
Ortsgespräch
von Florian Illies
  Taschenbuch

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein nettes Buch . . ., 20. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Ortsgespräch (Taschenbuch)
...hätte es werden können. Ist es aber leider nicht geworden. Warum? Schon auf dem Umschlag gibt es den entscheidenden Hinweis: "liebenswerte Skurrillitäten der deutschen Provinz" will Illies enthüllen. Abgesehen von dieser abgedroschenen Klischeeformulierung, nur weil das Leben in kleineren Orten seine Besonderheiten hat ist es noch lange nicht skurril oder eigenartig, vmtl. nicht einmal liebenswerter als anderswo. Aber das werden Metropolenbewohner wie Illies wohl nie begreifen, auch wenn sie selbst aus genau solchen Orten stammen. Nur in deren Vorstellungswelt gibt es diese Art Provinz die im Buch beschrieben wird; für Großstädter für die "draußen auf dem Land" unmittelbar hinter der Stadtgrenze von Berlin beginnt, und der Rest Deutschlands in dörflicher Tristesse versinkt. Genau für solche Großstadtbewohner hat Illies auch seine Provinz erfunden, eine Provinz in der die Zeit irgendwann in den 60igern stehengeblieben ist. In der vorsintflutliche Elektrogeräte und Computer benutzt werden, eine ganze Region keinen Handyempfang hat, sondern noch Wählscheibentelefone mit Schnur besitzt; und in der eine abonnierte Tageszeitung nicht geliefert wird weil der Besitzer des Schreibwarenladens das nicht begreift. In der die Menschen sich benehmen wie Figuren aus der Augsburger Puppenkiste, und auch die dazu passenden merkwürdigen Namen haben. Das Buch liefert auch gleich noch einige Erkennungsmerkmale für provinzielles Verhalten dazu; ich muß zu meiner Schande gestehen daß ich tatsächlich ertappt wurde. Erstens, ich habe eine Duschmatte im Badezimmer liegen, die lt. Illies, jeder Großstädter mit spitzen Fingern sofort entfernt, und zweitens, ich benutze noch eine traditionelle Kaffeemaschine, die tatsächlich röchelnd ihren Dienst tut. (jetzt gerade!) Obwohl das, auch lt. Illies, bei modernen Menschen nicht mehr üblich ist. Morgen werde ich mir noch ein beschichtetes Brettchen für mein Abendessen besorgen und mich dann dumpf-dämlich aber glücklich ins provinzielle Nichts aufmachen.
Liebenswert-skurril ist eben der falsche Ausdruck wenn man Menschen als geistig zurückgeblieben, rückständig, primitiv und spießerhaft abqualifiziert, allein aufgrund ihres Wohnortes. Da hilft es auch nichts daß im Vorwort erklärt wird alles sei erstunken und erlogen. Das Buch hinterläßt einen zweifelhaften Nachgeschmack und wirklich zum Lachen ist es auch nicht, trotz der für den Autor typischen "Genau so wars"-Momente und gewohnt origineller Formulierungen.
Fazit: Für Großstadtbewohner oder solche die sich dafür halten liefert diese Buch eine detaillierte Zusammenfassung aller gängigen Klischees, für alle anderen knapp 2 Std. Kopfschütteln und zusätzlich das ungute Gefühl zuviel Geld für zuwenig Inhalt ausgegeben zu haben.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 23, 2011 1:08 PM MEST


Der Pferdeflüsterer: Roman
Der Pferdeflüsterer: Roman
von Nicholas Evans
  Taschenbuch

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Liebesgeflüster statt Pferdeflüstern, 24. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Pferdeflüsterer: Roman (Taschenbuch)
Ursprünglich hatte ich dieses Buch gekauft in der Meinung eine Geschichte über ein verstörtes und verletztes Pferd und den Mann der die Fähigkeit besitzt es zu heilen zu lesen. Obwohl durch den Film vorgewarnt bestand immerhin die Hoffnung daß dort aus kommerziellen Gründen die Liebesgeschichte in den Vordergrund gehoben, und noch gründlich mit Klischees überzuckert worden war, das Buch aber andere Schwerpunkte aufweisen könnte. Leider weit gefehlt! Das Buch steht dem Film in Punkto Klischeehaftigkeit und Themaverfehlung in nichts nach, bzw. der Film gibt das Buch sehr gut wieder, abgesehen vom Ende. Um nur einiges zu nennen:
Annie wird wiederholt als toughte Chefredakteurin beschrieben die durch ihre brillianten Interviews und Reportagen bekannt wurde. Ihre Arbeit nimmt sie überall mit hin in Form eines kompletten Büroequipments das sie bevorzugt am jeweiligen Küchentisch aufbaut. Im Laufe der Geschichte besteht diese Arbeit allerdings ausschließlich darin Mitarbeiter telefonisch abzukanzeln und abwesende Kollegen mit Schimpfwörtern zu belegen. Wie man eben erfolgreich eine Zeitschrift führt. Ihr Ehemann Robert kommt in dieser Hinsicht noch besser weg. Hier wird auf Schilderungen seines Arbeitsalltages gleich komplett verzichtet, er darf während des ganzen Buches immer nur nach Hause kommen.
Nebenbei lernt man in diesem Buch auch noch einiges über moderne Cowboys im Westen der USA. Sie tragen ständig Wrangler-Jeans und Cowboy-Hüte, ernähren sich "einfach aber nahrhaft", und können sich für jeden Anlass immer durch "kurz duschen und ein frisches Hemd anziehen" zurechtmachen. Und sie kochen Bohnen am offenen Feuer. Aha!
Wer außerdem auf das geheimnisvolle "Pferdeflüstern" wartet, das Tom angedichtet wird, wird gründlich enttäuscht. Die "Heilung" des Pferdes entpuppt sich als, letzten Endes sogar recht brutale, konventionelle Zähmung und Dressur.
Auch die Landschaftschilderungen bleiben merkwürdig vage, diese Geschichte könnte durch austauschen von Ortsnamen überall spielen.
Die Substanzlosigkeit des Romans zeigt sich auch an der Geschwindigkeit mit der man sich durch die Handlung lesen kann, ein etwas schnellerer Leser dürfte gerade mal ein verregnetes Wochenende lang brauchen. Genau dafür eignet sich diese Buch auch; relativ anspruchlose Unterhaltung in Form einer nicht näher begründeten, harmlosen Liebesgeschichte, garniert mit etwas Pferderomantik für die jüngere, weibliche Leserschaft. Worin der enorme Erfolg des Buches bzw. des Films liegt bleibt mir zumindest allerdings rätselhaft.
3 Punkte müssen hier reichen.


Für immer disco
Für immer disco
von Thomas Hermanns
  Gebundene Ausgabe

6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Erstaunlich, 1. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Für immer disco (Gebundene Ausgabe)
... wie langweilig das Buch eines Commedians doch sein kann.
Zunächst einmal, gekauft hatte ich ein Buch über Disco; die Musik, den Kleidungsstil, das Lebensgefühl, die 70er. Bekommen habe ich die nicht sonderlich interessante Biografie der Jugendjahre von Thomas Hermanns. Sorry Herr Hermanns, aber der (Disco)-Brüller ist das, wohl auch mangels Masse, nicht.
Gut, der Autor ist schwul. Wußte man schon, es steht auch bereits auf dem Einband. Aber man erfährt es pro Seite ca. 2 mal immer wieder aufs Neue. Und das scheint auch das einzig Wichtige und Interessante zu sein, denn ein anderes Thema kennt dieses Buch nicht. War da nicht eigentlich noch was? Ach ja, Disco! Kommt auch vor, sogar recht ausgiebig. Allerdings hauptsächlich in Form von eingestreuten, schulbuchartig farbig abgesetzten Textblöcken, in denen alten Discofans sattsam bekannte Infos wie bei Wikipedia abgeschrieben präsentiert werden. Außerdem auch noch zahlreiche Interviews mit bekannten Namen der Discoära, die ausgiebig Gelegenheit bekommen sich noch einmal selbst zu beweihräuchern, bevor sie in der nächsten Oldieshow im Fernsehen den gleichen Text noch einmal abspulen. Daß das Ganze an sich recht flott geschrieben ist macht die Sache leider auch nicht besser.
Gut, ich will nicht ungerecht sein, einen gewissen Unterhaltungswert kann man dem Buch nicht absprechen, und wenn es nur das in meinem Fall sicher ungläubige Schmunzeln darüber ist daß Thomas Hermanns sich auf 280 Seiten als tanzverrückten Discogänger ala John Travolta darstellt. Aber selbst das kann man mit der von schwuler Seite immer geforderten Toleranz durchgehen lassen.
Ein schönes Buch für Fans von Thomas Hermanns und ein Tipp für die Jüngeren für die die 70er weit im Dunkel der Geschichte liegen, aber sonst leider . . .
2 Sterne


Nachtschicht: Mein bewegtes Leben an der Rezeption eines Bordells
Nachtschicht: Mein bewegtes Leben an der Rezeption eines Bordells
von Merridy Eastman
  Taschenbuch

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nachtschicht in Australien, 21. September 2009
Eines gleich vorweg; wer eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Prostitution erwartet läßt besser die Finger von diesem Buch. Merridy Eastman liegt nichts ferner als politisch korrekt die Moralkeule zu schwingen und weiblich-solidarisch von armen leidenden Frauen zu berichten die von der bösen Männerwelt zu einem schrecklichen Leben gezwungen werden. Kritische Punkte werden zwar nicht ausgeblendet, aber die Autorin bleibt immer bei einer humorvollen, liebevoll-naiven Betrachtungsweise.
Eine Reihe von Fragen bleiben dadurch leider unbeantwortet. Ist Prostitution in Australien nun legal oder nicht? Läßt sich ein Unternehmen dieser Größe tatsächlich von fast permanent abwesenden Chefs führen? Warum stammen die meisten der Mädchen aus Großbritannien? Geben die Männer bei der "Buchung" der Frauen tatsächlich ihren vollen Namen, Ausweisdaten und Kreditkartennummern an? Solche, fürs Gesamtbild eigentlich durchaus interessanten Details werden von Eastman zwar immer wieder beschrieben, aber nie aufgeklärt. Wichtiger sind ihr ausführliche Schilderungen mysteriöser Nervenkrisen und Zusammenbrüche der Damen.
Zum Schluß zieht die Autorin das Resümee "tapfere, kluge und lustige Frauen" getroffen zu haben. Etwas erstaunlich, nachdem sie auf den vorherigen 400 Seiten die meisten dieser Frauen als hysterisch, drogenabhängig, halb verrückt und ausgesprochen aggressiv geschildert hat.
Das Buch ist aber durchaus amüsant zu lesen und man wird recht flott damit fertig, was immer auch ein Zeichen für Lesegenuss ist. Handwerklich stört lediglich daß nicht ein wenigstens halbwegs chronologischer Ablauf eingehalten wird.
Merridy Eastman lebt lt. Biografie heute in München. Ob sie hier immer noch jeden Bayern mit dem Hitlergruß begrüßt wie ihren ehemaligen Chef?
3 Punkte für gute Unterhaltung!


Die Erben der Schwarzen Flagge
Die Erben der Schwarzen Flagge
von Michael Peinkofer
  Taschenbuch

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Piraten ahoi!, 21. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Erben der Schwarzen Flagge (Taschenbuch)
Natürlich kann ein Buch das eindeutig zur Unterhaltungsliteratur gehört nicht an Geschichtsbüchern gemessen werden, in diesem Fall fällt der Unterschied etwa so deutlich aus wie zwischen einem Hollywood-Piratenfilm der 50iger Jahre und einer Fernsehdokumentation im Bildungsfernsehen. Obwohl Peinkofer sicher einiges recherchiert hat, das zeigt sich an zahlreichen Stellen, letzten Endes hat er sich dann doch zu einer Zusammenfassung aller Piratenfilme der letzten Jahrzehnte entschlossen. Konsequenterweise wird dann aber auch kein noch so kleines Klischee ausgelassen. Etwas mehr Logik innerhalb der Handlung hätte ebenfalls gutgetan. Gerade eben noch beobachtet der spanische Kapitän den leeren Horizont, im nächsten Augenblick erscheint aus dem Hinterhalt (!) das Piratenschiff. Die Schiffe der Spanier sind zwar schwer bewaffnet und den Bukanieren weit überlegen, trotzdem geben sie keinen Schuß ab wenn sie angegriffen werden und ergeben sich sofort dem unterlegenen Gegner. Aus den Kanonen werden zwar, historisch korrekt, massive Kugeln verschossen und keine Explosivgranaten, wie in den meisten Filmen immer fälschlicherweise zu sehen ist, trotzdem bricht bei jeder Kanonade grundsätzlich Feuer aus. Und daß sich Nick, obwohl er den größten Teil seines Lebens als Sklave verbracht hat nicht nur als hervorragender Fechter, guter Schiffskapitän und gewiefter Taktiker beweist, und das alles durch seine adelige Abstammung ausreichend begründet ist, könnte wohl nicht Hollywoodmäßiger sein. Aber um die Story fortzuführen mußte er eben Piratenkapitän werden, also ist er es auch. Punkt!
Wer über solche Ungereimtheiten hinwegsehen bzw. lesen kann, hat aber auf jeden Fall einiges an Lesevergnügen vor sich; am Besten genießt man dieses Buch wohl während eines Karibikurlaubs am Ort des Geschehens.


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