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Rezensionen verfasst von
Annette Krohn (Karlsruhe Deutschland)

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Der Klang der Zeit: Roman
Der Klang der Zeit: Roman
von Richard Powers
  Gebundene Ausgabe

36 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Überambitioniert, 21. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Klang der Zeit: Roman (Gebundene Ausgabe)
Um es vorweg zu schicken: ich habe das Buch nach längerem Zögern aufgrund der zum Teil hymnischen Rezensionen gekauft, die im Frühjahr überall zu lesen waren. Ich hoffte deshalb auf ein Buch mit wirklichem Tiefgang wie die "Korrekturen" oder "Middelsex". Mit diesen Büchern verglichen ist "Der Klang der Zeit" für mich allerdings eine Enttäuschung gewesen.
Der Inhalt des Buches sind, um es kurz zu machen, die drei Themen Rassenprobleme zwischen schwarz und weiß in den USA, die Relativitätstheorie und der Versuch, diese zu verstehen und weiter zu entwickeln, und die Musik von der Renaissance bis mehr oder weniger heute. Verwoben werden diese drei Themen in einer Familiengeschichte, die sich um einen deutschen Juden, der 1939 bei einem Freiluftkonzert einer berühmten Sängerin in Washington eine schwarze Frau kennen lernt und sie später heiratet, und deren drei Kinder dreht.
Die Idee, verschiedene Stimmen zu einem großen Gesang werden zu lassen, ist nett, aber der Ansatz "Musik überwindet alle Grenzen" ist doch ein wenig dünn. Die Idee, die Zeit zu überwinden und in die glorreiche Zukunft einer nicht von Rassenproblemen bestimmten Welt zu schauen, ist zwar etwas phantastisch, aber ganz nett.
Powers schreibt, zumindest für mich musikalischen Laien, eindrucksvoll über Musik, ich bekam durchaus Lust, mir das eine oder andere beschriebene Stück zu kaufen. Die Sentenzen, die der Vater der Familie über die Zeit und die Relativitätstheorie von sich gibt, sind allerding so abgehoben, daß sie dem Leser weder zum Verständnis der Relativitätstheorie dienen, noch das Buch in irgendeiner Weise vorwärtsbringen. Man steht staunend vor der Gedankengymnastik und versteht kein Wort. Vermutlich soll das vor allem zeigen, daß sich der Autor mit diesen Dingen auskennt, dann allerdings muß ich sagen, daß entweder seine didaktischen oder aber eher seine literarischen Fähigkeiten nicht ausreichen, um aus diesem Thema ein wirklich gutes Buch zu machen. Die Rassenproblematik ist zum Teil eindrucksvoll beschrieben, für mich vor allem am Anfang, als geschildert wird, daß sich die Kinder nicht aus dem Haus trauen, weil sie von den anderen Kindern schlecht behandelt und ausgestoßen werden. Später wird in verschiedensten Sitautionen geschildert, daß sie nicht wissen, wo sie hingehören, allerdings bleibt das seltsam faktisch, und man denkt sich, ok, jetzt wissen sie wieder nicht, wo sie hingehören, ob sie nun schwarz oder weiß sind.
Die Charaktere in dem Buch sind nicht besonders interessant, weil sie etwas holzschnittartig sind und sich nicht weiterentwickeln. Der älteste Sohn ist ein arrogantes Genie, der mir zunehmend auf die Nerven ging, speziell durch seinen extrem theatralischen Tod. Der mittlere Sohn ist der, der sich immerzu und für alle aufopfert und nie an sich denkt, der erst für seinen Bruder arbeitet, dann kurz auf eigenen Füßen steht und damit scheitert und schließlich für seine Schwester tätig wird. Die Jüngste tritt erst wirklich in Erscheinung, als sie etwa 12 ist und über den Tod ihrer Mutter grübelt und nicht hinwegkommt. Sie ist vor allem wütend und verwirrt, weil sie nicht weiß, wo sie hingehört. Der Vater ist gelinde gesagt ein "absent minded professor", der sich ausschließlich mit der Relativitätstheorie und ihren Weiterungen befaßt. Für Deutsche ist es vielleicht auch etwas überraschend, daß die Tatsache, daß der jüdische Vater emigriert ist und seine ganze Familie verloren hat, nur dazu dient, klarzumachen, daß auch er völlig entwurzelt ist. Die Mutter bleibt etwas blaß und stirbt auch bald.
Das Buch ist überambitioniert, weil Powers wortreich versucht, drei Themen unter einen Hut zu bringen, die eigentlich nicht viel miteinander zu haben. Die Verbindungen, die er zwischen diesen Themen knüpft, sind zwar interessant, erschöpfen sich aber sehr bald. Immer wenn er nicht erzählt, sondern den Leser auf die Verbindung seiner drei Themen hinweist, wird es zunehmend langweilig. Powers ist auch ansonsten nicht sehr subtil. Daß das musikalische Genie stirbt, nachdem es einen Schlag auf's Ohr bekommen hat, ist ein bißchen dicke, genau wie die Szene, in der dasselbe Genie weiter vorne im Buch wie ein Gekreuzigter mitten in schlimmsten Rassenunruhen auf der Straße liegt und anfängt zu singen. Auch der Tod der Mutter, die wohl aufgrund von Brandstiftung verbrennt, ist ziemlich dick aufgetragen. Soll das heißen, daß sie nach dem Willen dessen, der das Feuer wohl gelegt hat, in der Hölle schmoren sollte, weil sie einen Weißen geheiratet hat? Auch nicht sehr subtil.
Zwei Sterne gibt es trotzdem, weil manche Szenen sehr gut beobachtet und ergreifend sind, wie z. B. die Beerdigung der Mutter. Der Schluß ist richtig gut, er hat mich überrascht und das Buch gut abgerundet. Außerdem ist das Buch nicht anstrengend zu lesen, es liest sich flüssig, auch über die 750 Seiten.
Fazit: kein Buch, das man gelesen haben muß, kein Buch mit wirklicher Tiefe, aber zum Teil gut beobachtete Szenen.


Die Selbstmord-Schwestern
Die Selbstmord-Schwestern
von Jeffrey Eugenides
  Gebundene Ausgabe

33 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesenswert, 28. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Selbstmord-Schwestern (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich "Middelsex" mit großer Begeisterung gelesen habe, habe ich mir die "Virgin Suicides" gekauft.
Zunächst: es ist ganz anders als "Middelsex", es ist überhaupt nicht komisch, skurril oder bunt, es ist ein düsteres, tragisches Pubertätsdrama mit einer sehr dichten, beklemmenden Atmosphäre. Als erstes wird von einer Fliegenplage berichtet, die die Gegend jeden Frühsommer heimsucht, dann wird von einer Krankheit, die die Ulmen, die Alleebäume der Straße, befällt, erzählt. Dieser Krankheit fallen nach und nach alle Bäume zum Opfer, auch die, die noch nicht krank sind, aber in denen die Krankheit schon schlummern könnte, sie werden von einer städtischen Behörde gefällt. Ein See in der Nähe ist bedeckt von schleimigen Algen- so weit zu den Bildern in der Natur, die das Geschehen unter anderem illustrieren.
Die eigentliche Geschichte ist schnell erzählt: die Lisbon Familie hat fünf Töchter, die an der ganz kurzen Leine gehalten werden, sie dürfen keine Rockmusik hören, nicht ausgehen, nur formlose Kleider tragen etc. Zuerst stürzt sich die Jüngste aus dem Fenster und wird von einem Zaun aufgespießt, nachdem sie sich kurze Zeit vorher die Pulsadern aufgeschnitten hat, aber gerettet wurde. Danach dürfen die Mädchen nur einmal ausgehen, was aber eine Ausnahme bleibt, weil eine der Töchter viel zu spät nach Hause kommt. Die Mädchen gehen schließlich nicht mehr in die Schule, die Mutter geht nicht mehr aus dem Haus, das Haus verkommmt, verfällt immer mehr, fängt an zu riechen, schließlich geht auch der Vater, ein Lehrer, nicht mehr zur Arbeit. Die Lisbon Familie verlottert total, es geht unaufhaltsam bergab. Die Jungs der Nachbarschaft, von denen die Geschichte erzählt wird, versuchen, telefonisch Kontakt aufzunehmen, was in einer Nacht kulminiert, in der die Jungs die Mädchen retten und mit ihnen abhauen wollen, in der die vier Mädchen aber Selbstmord begehen.
Es wird nicht erklärt, warum die Mutter ihre Töchter so restriktiv behandelt, es wird nicht erklärt, warum die Töchter sich dagegen nicht auflehnen, es wird auch nicht erklärt, warum sie sich umbringen. Das Ganze wird getragen von einer sehr dichten, beklemmenden und bedrohlichen Atmosphäre, die wohl alles erklären soll, für mich aber zu wenig an Erklärung war.
Die pubertären Wirren, um die das Buch sich vornehmlich dreht, sind sehr gut beschrieben. Wie die Jungs die Mädchen anhimmeln, vor allem, weil sie so unerreichbar sind, und sie dann, als sie mit ihnen ausgehen, feststellen, daß sie gar nicht so hübsch und vor allem alle ganz verschieden sind, wie sie schließlich verzweifelt versuchen, mit ihnen Kontakt aufzunehmen und sich ganz in ihre Verliebtheit reinsteigern, jedes Zeichen der Mädchen ausführlichst interpretieren, das ist toll.
Alles in allem eine sehr lesenswerte, wenn auch nicht gerade aufmunternde oder erheiternde Lektüre, die allerdings nicht die Tiefe von "Middelsex" erreicht.


Die Korrekturen
Die Korrekturen
von Jonathan Franzen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,95

93 von 99 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiges Buch, 11. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Die Korrekturen (Gebundene Ausgabe)
In den "Korrekturen" geht es um innerfamiliäre Verhältnisse, Abhängigkeiten, Mißverständnisse, um die Schwierigkeit, ja fast Unmöglichkeit, Liebe zu zeigen und auch zu akzeptieren und die Unfähigkeit aller Beteiligten, aus ihren Rollen herauszuschlüpfen, obwohl sie sich in ihren Rollen unwohl oder falsch verstanden fühlen. Dabei, und das ist das Erschreckende und gleichzeitig Faszinierende, sind die Personen so detailliert und feinfühlig psychologisch beschrieben, daß jeder Leser in jeder Figur Charaktereigenschaften oder Züge ihm bekannter Personen erkennen wird. Besonders faszinierend, wenn auch gräßlich, ist die Beschreibung des mit seiner zunehmenden Demenz und seiner Parkinson Krankheit kämpfenden Al.
Gleichzeitig ist dieser Roman hochamüsant, streckenweise spannend und immer sehr unterhaltsam. Es gibt eine Fülle kleiner, genau beobachteter Szenen, skurriler Nebenfiguren und unglaublicher Situationen. Unserem Alltag wird ein großer Spiegel vorgehalten, in dem man vieles teils mit Schaudern, teils mit Lachen wiedererkennt.
Nur ganz am Ende, als es dann an die Korrekturen geht, scheint Franzen ein wenig die Lust an seinem Buch vergangen zu sein. Da kommt nichts mehr. Das hat mich an den Nachspann von Filmen erinnert, in denen noch zu lesen ist, wie es mit den Protagonisten nun weiter gegangen ist. Das hätte man getrost weglassen können.
Und ist das nun wirklich Weltliteratur? Das wird wohl erst im Nachhinein wirklich beurteilt werden können, aber wenn es ein Merkmal von Weltliteratur ist, daß die Figuren fast sprichwörtlich werden, wie das in unserer weitläufigeren Familie schon der Fall ist, und wenn es ein Merkmal von Weltliteratur ist, daß einem auch Monate nach der Lektüre viele Szenen lebhaft im Gedächtnis sind, dann ist dieses Buch Weltliteratur.
Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen, es ist ein Genuß und ein Gewinn und beschäftigt mich auch jetzt noch, nachdem ich es (leider!) schon vor längerer Zeit ausgelesen habe.


Neues von Pettersson und Findus
Neues von Pettersson und Findus

23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nette Ideen, aber miserable Umsetzung, 27. Februar 2001
Rezension bezieht sich auf: Neues von Pettersson und Findus (CD-ROM)
Zunächst ist diese CD-ROM nicht für Kindergarten-, sondern eher für Schulkinder geeignet, weil zum Teil gerechnet werden muß oder aus Buchstaben Wörter zusammengesetzt werden müssen. Die Spielideen sind nett, teilweise ist es auch lehrreich (Gartenbuch und Schuppen). Sobald es allerdings in die "Unterwelt" geht, wird es frustrierend. Hauptsächlich irrt man durch die immerselben Gänge, muß, wenn man sie denn endlich gelöst hat, dieselben Aufgaben immer wieder machen. Für Erwachsene ist das nicht immer einfach, ich versuche seit einigen Abenden den Gärtner nun endlich zu finden und hinter die Progammierparameter zu kommen. Das Speichern klappt auch nicht immer, teilweise muß man mühsam wieder weiter vorn anfangen. Fazit: die Umsetzung der guten Ideen ist nicht gelungen, das Spiel ist für kleinere Kinder nur mit Hilfe der Eltern zu machen und größere werden vermutlich bald die Lust daran verlieren. Ärgerlich!


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