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Rezensionen verfasst von
M. Heider "Herakleitos"
(REAL NAME)   

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Kraken
Kraken
von China Miéville
  Gebundene Ausgabe

9 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Miévilles bisher reifstes Werk, 9. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Kraken (Gebundene Ausgabe)
Ich habe Miévilles literarische Produktion seit King Rat mit Interesse verfolgt und kann nach Lektüre von Kraken sagen, dass es für mich persönlich sein bisher intelligentestes, reifstes und relevantestes Werk ist.

In ihm vollzieht Miéville den logisch letzten Schritt, die Fantastik von New Crobuzon voll umfänglich in unsere Welt, in das kontemporäre London herüberzuheben. Bis auf das überraschende Ende könnte die Geschichte von Kraken eigentlich ganz genau so in der Welt von New Crobuzon angesiedelt sein, allerdings ist es gerade das Ende, das dem Buch eine echte Relevanz weit über das übliche Ausmaß fantastischer Literatur hinaus gibt.

Der Plot des Buches speist sich oft aus den Grundsätzen eines kontemporären magischen Denkens, die in den früheren Büchern schon anklangen, hier aber auf unaufdringliche Art und Weise im Zentrum der Handlung stehen. Betont sei ausdrücklich die Unaufdringlichkeit; die hauptsächliche Erzählperspektive ist jene eines komplett Ahnungslosen, der in diese magisch-fantastische Welt unter der mundanen Oberfläche Londons hineingezogen wird und sie dabei gemeinsam mit dem Leser kennenlernt. Dabei erliegt Miéville aber nie dem Fehler, seine Welt unter der Oberfläche Londons zum Selbstzweck werden zu lassen; wo weniger talentierte Autoren sich in langen Passagen der Erklärung des von ihnen geschaffenen Kosmos ergehen würden, reißt er seine Funktionsweise stets nur an.

Die vordergründig fantastischen Elemente wie nichtmenschliche Rassen sind in Kraken gegenüber New Crobuzon zurückgenommen, und Freunde von Orks, Elfen und Drachen werden das Buch vielleicht zu wenig fantastisch finden, denn obgleich seine Seiten von teilweise gewaltigen magischen Akten und ihren Effekten nur so überquellen steht hier eindeutig die intelligente und ideenreiche Handlung im Vordergrund und sicher nicht das Vorführen einer magischen Welt. Lesern mit Vorlieben für letztere Art von Fantastik sei das Buch daher nur bedingt empfohlen, allen anderen vorbehaltlos.


Wie Proust Ihr Leben verändern kann. Eine Anleitung.
Wie Proust Ihr Leben verändern kann. Eine Anleitung.
von Alain de Botton
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ratgeber, aber keine Einführung in Proust, 1. Mai 2010
Die Gesamtbewertung des Buches ist ein Kompromiss zwischen zwei Einschätzungen, die ich verschiedenen Seiten des Buches beimesse.

Als praktischer Ratgeber, das Leben mit anderen Augen zu sehen und dadurch vielleicht etwas glücklicher zu werden, erfüllt es zweifellos seinen Zweck, ohne dabei allerdings besonders brillant zu sein oder allzu weit über nützliche Gemeinplätze hinauszugehen. Diesem Aspekt des Buches würde ich vier Sterne verleihen.

Als Heranführung an das Werk Prousts hingegen scheitert das Buch, da es sich zu sehr an der Oberfläche hält. Wer hofft, durch die Lektüre de Bottons Proust leichter zugänglich zu finden, wird nur wenig Gewinn aus diesen Seiten ziehen; diesem Aspekt des Buches würde ich daher nur zwei Sterne verleihen.

Es fragt sich letztlich, warum und für welches Zielpublikum de Botton ausgerechnet Prousts Werk als Exempel für seine an sich genommen keineswegs wertlosen Ratschläge und Erkenntnisse benutzt. Leser, die bereits Gefallen an Proust finden, haben die im vorliegenden Buch vorgestellten Erkenntnisse zweifellos bereits selbst gewonnen, da sie sonst schwerlich Proust überhaupt wertschätzen könnten, und Leser, die Proust trotz vielleicht grundsätzlichen Interesses bisher unzugänglich fanden, werden aus de Botton keinen Schlüssel zu ihm gewinnen, sondern bloß eine Ahnung der von ihm behandelten Themen, die zwar möglicherweise ausreichen mag, beiläufige Lust zu wecken, sich mit Proust auseinander zu setzen, aber doch keinesfalls Rüstzeug zur Verfügung stellt, das zur erfolgreichen Durchführung dieser alles andere denn beiläufigen Unternehmung notwendig ist.


Ilias: Übertragen von Raoul Schrott
Ilias: Übertragen von Raoul Schrott
von Homer
  Gebundene Ausgabe

65 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sprachebene verfehlt, 6. April 2010
Es kann nur als ambitioniertes und lobenswertes Unterfangen bezeichnet werden, eine Neuübersetzung oder vielmehr -übertragung der Ilias vorzulegen, die sich nicht in erster Linie an philologischen Gesichtspunkten orientiert, sondern versucht durch Verwendung einer zeitgemäßen Sprache den 2800 Jahre alten Text dem interessierten Leser des 21. Jahrhunderts zugänglich zu machen. Für den Versuch gebührt Herrn Schrott Anerkennung.

Leider entstellt seine gewählte Sprachebene die Ilias und erzeugt ein Zerrbild. Die Übertragung Schrotts strotzt vor deftigen, unzweideutigen Ausdrücken, speziell in den direkten Reden. Diese Unflätigkeit, an der prinzipiell nichts auszusetzen wäre, mag modern erscheinen, entspricht aber ganz und gar nicht der Sprache Homers. Deftigkeit und Unflätigkeit kommt auch in der ältesten erhaltenen griechischen Literatur nicht selten vor, etwa bei Archilochos -- allerdings enthält sich Homer einer solchen Ausdrucksweise zur Gänze. Wenn aber ein Autor eine bestimmte Sprachebene, die er hätte ohne weiteres verwenden können, vermeidet, so wird man das als bewußt eingesetztes gestalterisches Element ansehen dürfen; wenn also eine Übertragung von der im Original vorherrschenden Sprachebene abweicht, so kann man nur von einer Entstellung des Originals sprechen. Eine "moderne" Übersetzung wäre eine Übersetzung in kontemporäre Hochsprache, nicht aber in kontemporäre Umgangssprache -- auch Homer verwendet schließlich die Hoch- und nicht Umgangssprache seiner Zeit.

Die Übertragung Raoul Schrotts vermittelt somit zwar einen Eindruck von der Handlung der Ilias, wer aber über dieses sehr dürftige Gerüst hinaus mit dem Werk vertraut werden möchte, wird von ihr nur in die Irre geführt. Insgesamt ist etwa die Übersetzung Schadewaldts verbal nur ganz unwesentlich antiquierter und kaum schwieriger zu verstehen als jene Schrotts, vermittelt aber einen ungleich originalgetreueren Eindruck des Werkes.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 26, 2012 9:53 PM MEST


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