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Rezensionen verfasst von
bleeding4metal "Bleeding4Metal" (Bleeding4Metal)

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Live at the Slaughterhouse (CD+Dvd)
Live at the Slaughterhouse (CD+Dvd)
Preis: EUR 18,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: nicht schlecht, aber auch nicht essentiell., 30. April 2016
Die britischen Thrasher mit Punkhintergrund gehören nicht gerade zu den fleißigsten Songschreibern unter der Sonne. In ihrer ersten Schaffensperiode der 80er Jahre packten sie gerade mal drei echte Longplayer, seit der Reunion 2006 gibt es auch erst drei neue Studioscheiben, dafür aber nun mit "Live At The Slaughterhouse" das zweite Livealbum innerhalb von sieben Jahren. Der Vorgänger "Live Damnation" hatte für mich absolut seine Daseinsberechtigung, da er eine prima Gelegenheit für die neue, junge Metal-Generation war, einen raschen Einstieg in diese Band zu finden, die sich mit dem Debüt "Power From Hell" durchaus ein kleines Denkmal setzte. Ob man nun zusätzlich dieses neue Livealbum benötigt, muss jeder Fan selbst entscheiden. Vorteil der neuen Scheibe ist die deutlich längere Setlist, die auch mit 'Thermonuclear Devastation' ein Schmankerl aus der punkigen Frühphase bereithält. Neutral ist die Tatsache, dass sich fast die Hälfte der beiden Livescheiben ansonsten überschneidet. Negativ kreide ich "Live At The Slaughterhouse" an, dass die Scheibe wie eine gewöhnliche Studio-CD gemischt ist und daher fast keine Live-Atmosphäre versprüht. Da war "Live Damnation" 2009 deutlich fetter, rauer und größer. Man fühlte sich dem Bühnengeschehen näher, es war nicht so klinisch und hatte einfach mehr Power.

Fazit: Man kann "Live At The Slaughterhouse" für sich betrachtet nicht wirklich viel vorwerfen, aber auch nicht viele Must-have-Gründe nennen. Eine solide Thrash-Scheibe mit vielen geilen ONSLAUGHT-Songs, die aber eher wie neu eingespieltes Studiomaterial klingt. Eine "Live Damnation" mit verlängerter Setlist wäre die perfekte Lösung gewesen.

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World Demise
World Demise
Preis: EUR 16,85

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: eine etwas seelenlose Mischung verschiedenster Stilarten, 30. April 2016
Rezension bezieht sich auf: World Demise (Audio CD)
Die Norweger PICTURES OF PAIN gehen auf ihrem zweiten Longplayer "World Demise" sehr irritierend vor, denn sie mischen wild Stile durcheinander, ohne dass sich dabei für meine Ohren ein sinnvolles Konzept ergeben würde. Irgendwie ist es ein bisschen progressiver Metal, der aber Genres hineinbaut, die sich mit Progressive Metal nicht so wirklich vertragen. Zum einen hat die Scheibe vor allem durch den Gesang von Hans Helge Iversen ein beinahe unerträgliches Pathos, welches sich mit der Musik immer wieder beißt. Teilweise (wie z.B. in 'Time') klingt er bisschen wie Alan Nemtheanga - nur in schwach. Der Gesang ist wirklich arg dünn hinter die Instrumente gemischt, sodass die volle Inbrunst nur wenig ernstzunehmen wirkt. Die Mischung springt teilweise zwischen den Songs, aber auch abrupt innerhalb der Songs, durch den ganzen Garten, der mit Progressive eigentlich nichts zu tun hat. Da mischen sich klassische Heavy-Riffs mit Pagan-Melodien, in 'Truth And Lies' wird munter in Black/Speed-Manier losgeschreddert, während sie in 'The Edge' im Doom versinken und bei 'Out Of Control' beinahe kauzige Proto-Metal-Merkmale verarbeiten.

Die Scheibe ist in den kurzen Aufmerksamkeitsmomenten nicht schlecht, wirkt aber extrem gestückelt und hoffnungslos verloren bei dem Versuch, eigentlich banale Metal-Stile durch krampfhafte Wechsel interessant zu gestalten. Dazu ein Sänger, der genauso wenig zu dem ganzen Material passt, und fertig ist ein Album, was eigentlich auf Dauer ziemlich nervt.

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Profound and Profane
Profound and Profane
Preis: EUR 18,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: schweinecooles Thrash-Werk mit viel Bauch und Ehrlichkeit, 30. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Profound and Profane (Audio CD)
"Profund And Profane" ist nicht einfach eine neue Scheibe, sondern liefert genau das, was ich im seelenlosen Thrash seit dem Niedergang von THE CROWN immer schmerzlich vermisst habe: Es ist einfach eine verdammte Abrissbirne und dabei schweinecool von den Zehen bis in die Haarspitzen. Damit haben HAMMER FIGHT von der Ostküste der USA für mich jetzt schon einen Anwärterplatz auf den heißesten Newcomer 2016. Der zweite Longplayer nach drei Jahren ist einfach ein fettes Stück Metal, welches vor purer Energie nur so strotzt. Die Musik hat einige Punk-Einflüsse, die den Thrash'n'Roll der vier Jungs prägen und die sich auch mal in fetten Gangshouts wie in 'Picking Up Change' niederschlagen. Oft werden die Songs mit wilden Drum-Intros eingeleitet und überhaupt hat jedes Bandmitglied seinen Anteil an der Qualität des Materials. Drew Murphy hat eine einfach geile Stimme, die stets kräftig alle Facetten von der Reibeisen-Melodie bis zu heftigem Gebrüll abdeckt. Die Riffs besitzen ein wunderbares Gespür für die richtig lässige und dennoch aggressive Stimmung. Das Material ist fein ausgewogen zwischen derben Kloppern wie dem punkigen 'West Side Story' und Heavy-Songs, dabei wird genau die richtige Portion Ruhe gegönnt, indem immer wieder melodische Soli oder Twin-Guitars eingestreut werden. Auch gibt es ruhigere Titel wie 'The Crate', 'Into The Dark' und vor allem auch das lässig-bluesige 'Low & Broken'. Aber auch die ruhigen Titel integrieren sich perfekt in die ansonsten vorherrschenden Klopper und runden das Album ab, anstatt die Stimmung zu zerstören. Dazu der fette Sound dieser Scheibe, Herz, was willst du mehr?

Wer nicht glaubt, dass man diese Scheibe als Metaller einfach im Regal haben MUSS, der sollte sich durch die Anspieltipps 'Target Acquired' und 'Good Times In Dark Age' überzeugen lassen. Man sollte diese Songs nur nicht auf einer Party laufen lassen, wenn man nicht unbedingt möchte, dass die Bude zerlegt wird.

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Arktis (Limited Deluxe Edition)
Arktis (Limited Deluxe Edition)

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: IHSAHN ist endlich wieder in Höchstform., 30. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Arktis (Limited Deluxe Edition) (Audio CD)
IHSAHN ist ein von mir sehr geschätzter Künstler, nicht nur wegen der legendären EMPEROR der 90er Jahre, sondern auch wegen seines umtriebigen Solowerks, welches er im Anschluss an seine Black Metal-Karriere schon länger durchläuft als diese selbst dauerte. Da verzeihe ich ihm sogar, dass ich mit einigen Scheiben nun wirklich gar nichts anfangen kann. PECCATUM, die er mit seiner Frau Heidi begründete, erreichten nie die nötige Intensität, wohingegen STAR OF ASH ein recht passables Album ablieferten, auf dem Ihsahn seiner Frau sogar den Vortritt ließ. Seinen eigenen Soloalben hingegen merkt man an, dass er sich ausprobiert und alle Grenzen sprengen möchte. Jede Scheibe hat einen anderen Charakter, nicht jede Scheibe ist leicht verträglich. Mit dem 2013er Werk "Seelenbrechen" kam ich schlussendlich überhaupt nicht zurecht. Es sperrte sich über alle Maßen. Umso gespannter war ich, wie "Arktis" nun werden würde. Und ich wurde nicht enttäuscht. Stilistisch bedient es sich bei meinen bisherigen Faves "The Adversary" und "Eremita", besitzt aber dennoch auch wieder viele neue Facetten. Dass es auch produktionstechnisch das bisher gelungenste Album von IHSAHN ist, kommt noch als Sahnehäubchen obendrauf.

Zunächst einmal muss man sagen, dass "Arktis" den Hörer nicht mehr so überreizt und überfordert wie der Vorgänger. Manche Sprünge sind in den Songs zwar enthalten, aber bleiben immer nachvollziehbar. Dazu geizt Ihsahn nicht mit Melodien, die er gesamtkompositorisch einbringt. Die Stimmungen, die er damit erzeugt, schwanken zwischen bedrohlich bedrückend und befreiend. Mein Anspieltipp wäre ohnehin schon 'Nothing In My Hands', welches wirklich unterschwellig böse und geduckt vor sich hinrollt und dann einen fabelhaften Refrain mit der Unterstützung von TRIVIUMs Matt Heafy raushaut, bei dem man förmlich aufatmet. Dunkel sind auch die Stimmung im Dark Metal-artigen 'In The Vaults' oder die verstörenden Keyboardloops in 'South Winds'. In Bezug auf die Härte lotet Ihsahn überhaupt wieder alles aus, was ihm im Blut liegt. Diese Spanne reicht vom sehr ruhigen 'Celestial Violence' (von LEPROUS' Einar Solberg mit viel emotionaler Tiefe vorgetragen) bis zu seinen Black Metal-Wurzeln in 'Pressure', welches durch seine Aggression und Blasts sehr nahe an EMPEROR herankommt.

"Arktis" ist ein sehr vielseitiges Album, welches keine nennenswerten Schwächen besitzt, dafür mit einer sehr schönen Mischung aus Abwechslung, Progressivität und dennoch ständig gewahrter Eingängigkeit immer wieder überrascht und begeistert. Als jemand, der einem Saxofon überhaupt nichts anfangen kann, freue ich mich auch besonders darüber, dass Ihsahns Kumpel Jorgen Munkeby von SHINING (Norwegen) diesmal nicht wieder mit dem Ding die Treppe runterfällt, sondern in 'Crooked Red Line' wirklich bescheidene Smooth Jazz-Linien in den Hintergrund zaubert. Lediglich der Rausschmeißer 'Til Tor Ulven', von Autor Hans Herbjørnsrud vorgetragen, wirkt etwas deplatziert und hätte auf dem STAR OF ASH-Album konzeptionell besser gepasst. Und mit 'Until I Too Dissolve' gibt es sogar einen überraschenden Hardrocker, den man nicht unbedingt erwartet hätte. Ansonsten ist das Projekt IHSAHN wieder voll auf Spur und die Richtung zeigt musikalisch wieder gerade nach oben.

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Mariner
Mariner
Preis: EUR 16,49

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: dieses Album meidet die Fehler von Vertikal II, 30. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Mariner (Audio CD)
Die Schweden CULT OF LUNA hatten mit ihrem 2013er Album "Vertikal" ihren bisherigen künstlerischen Zenith erreicht und enttäuschten zumindest mich mit dem kalten und kargen Nachfolgewerk "Vertikal II". War "Vertikal" noch voller Tiefe und meisterhafter Atmosphäre, hatten sie die Depression auf dem Nachfolger mit minimalistischem Stil auf die Spitze getrieben, aber das Album war vergleichsweise kalt und ließ die typischen Postcore-Eruptionen vermissen. CULT OF LUNA haben daher bewusst mit diesem Kapitel der kühlen Maschinenwelt abgeschlossen und widmen sich auf "Mariner" wieder sphärischen Weiten. Passend dazu handelt das Album auch von der Flucht aus der kühlen Welt hinein in das unendliche Universum. Damit scheinen CULT OF LUNA das VOIVOD'sche Konzept einer stetigen Reise zu adaptieren und mit dem Wandel des Schauplatzes kommt auch ein Wandel in der Musik einher. Dieser ist in diesem Fall absolut zu begrüßen, denn die Songs klingen wieder wärmer, erdiger und lassen mehr Stimmungen zu. Ebenfalls unterstützt wird dieser Wandel durch die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Sängerin Julie Christmas. Diese stammt aus dem experimentellen Indie-Genre und steuert dem Gesamtsound der Band mehr Platz für Melodien bei. Zusammen mit dem Weltuntergangsgebrüll der Fronter Johannes und Frederik bekommt die Musik so eine interessante Note, die ihr wirklich gut steht. Der stets leicht angezerrte und indietypisch immer etwas "kaputt" klingende Sound ihrer Stimme erinnert stark an Katie Garside von DAISY CHAINSAW, aber das waren auch schon alle Parallelen. Die Titel mit CULT OF LUNA, die sich in ihrer Spieldauer stetig steigern (von acht bis fünfzehn Minuten), schwanken zwischen verhaltener Stille, wilden Eruptionen und insgesamt zwar düsteren, aber dennoch leichteren Songs. CULT OF LUNA klingen wieder sehr lärmig, lassen aber genügend Platz für Facetten. Das können angezerrte Synthies sein, fließende Lavariffs oder spacige Ambient-Gitarren wie in 'Chevron', zu denen Julie dann auch wirklich melodisch und ruhig singt. Hall und Flanger-Sounds übertönen ihre Stimme manchmal, aber sie arbeitet sich immer wieder in die Lücken durch, die ihr in der Musik gelassen werden. Der lange Schlusssong 'Cygnus' hält am Ende sogar ein Finale bereit, das dem "Vertikal"-Meisterwerk 'In Awe Of' verdammt nahe kommt. Fast vier Minuten lassen sie sich Zeit, das Crescendo des Höhepunkts immer weiter zu steigern. Andere Bands stecken in diese Dauer einen vollen Song. CULT OF LUNA reißen einen ganz langsam und unaufhörlich von den Füßen. Fallen in Zeitlupe, ins Bodenlose. Das ist Gänsehaut.

Fazit: Von den Fehlern des "Vertikal II"-Albums ist auf "Mariner" nichts mehr zu spüren. "Mariner" ist sicher noch nicht die beste CULT OF LUNA-Scheibe, aber sie erreicht wieder alte Größe.

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End of Days
End of Days
Wird angeboten von ZOverstocksDE
Preis: EUR 8,17

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: die alten HC-Punks haben's noch drauf!, 30. April 2016
Rezension bezieht sich auf: End of Days (Audio CD)
Ich kann mich noch genau daran erinnern, an das Jahr 1982. Es gab kein Internet und wir lebten musikalisch von der Hand in den Mund. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn Mundpropaganda war wichtig. Niemand konnte die Zines und den winzig kleinen Malibu-Katalog (ein Traum!) komplett allein sichten. Irgendwann vernahmen wir aber alle, dass da eine Scheibe alles Bekannte in den Schatten stellen sollte. In dem Jahr, in dem MAIDENs "The Number Of The Beast" den Heavy Metal wieder in die öffentliche Wahrnehmung rückte, implodierte die Punkwelt spektakulär in einer Supernova. DISCHARGE veröffentlichten ihren ersten Longplayer "Hear Nothing See Nothing Say Nothing" und setzten den Maßstab für die ultimative Härte drei Stufen höher, als man es jemals für möglich gehalten hätte. So viel Wut in Drums und Vocals war schon spektakulär genug, aber diese Luftschutzsirenen aus apokalyptisch aufgeschichteten Gitarrenriffs eines gewissen Herrn Bones waren das Sahnehäubchen dieses Infernos. Jeder, der dies toppen wollte, musste zu damaligen Produktionszeiten nahezu aberwitzigen Radau bemühen, so wie z.B. D.R.I. oder NAPALM DEATH.

DISCHARGE haben es geschafft, nach nun fast 35 Jahren den bequemen Crossover/Metal-Weg immer noch zu meiden. Mit Bones, Rainy und Tezz ist der Kern der Mannschaft immer noch an Bord; nicht jede Stachelfrisur hat bis heute überlebt, aber der Spirit ist immer noch da. Da sind vor allem die Riffs von Bones, die immer noch das undurchdringliche 3-Akkorde-Fundament für den D-Beat bilden. Aber auch Neuzugang JJ klingt mit seinem asozialen Organ verdammt original nach dem Ur-Sänger Cal und behält auch seinen Stil gut bei. So ist sichergestellt, dass DISCHARGE auch heute noch nach DISCHARGE klingen und keine peinliche Kopie geworden sind. Für das Alter ist das schon eine ordentlich heftige Leistung. Es gibt auch thematisch nichts zu rütteln. DISCHARGE sind Weltuntergang, Krieg und Protest. Wie damals bei 'Cries Of Help' gibt es vor dem Titelsong 'End Of Days' auch wieder ein (vermutlich authentisches) Mediendokument, wobei damals 'Cries Of Help' im Schatten des Kalten Krieges und der atomaren Bedrohung eine unvergessliche Gänsehaut über den Rücken jagte.

Wer diese Art Hardcore-Punk mag und auch Metal nicht ganz verschlossen gegenübersteht, der findet in DISCHARGE auch 2016 noch genügend Inspiration und authentische Wildheit und Wut. Klar ist diese Scheibe kontrollierter als das legendäre Debütalbum, auch geht es in den traditionellen Britpunk-Stücken 'Infected' und 'The Terror Alert' etwas gemäßigter zu, aber ich muss wirklich gestehen, dass DISCHARGE mit "End Of Days" bewiesen haben, dass sie immer noch zu den besten ihres Genres gehören.

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Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 9, 2016 3:22 AM MEST


Affinity [Ltd. 2CD Mediabook]
Affinity [Ltd. 2CD Mediabook]
Preis: EUR 18,31

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: das ist nahezu perfekte Musik!, 30. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Affinity [Ltd. 2CD Mediabook] (Audio CD)
Spätestens seit "The Mountain" sind die Londoner HAKEN ein Begriff bei allen Progressive Rockern, für die Musik extreme Spannbreiten aus tiefer Ruhe und anspruchsvoller Frickelei bieten darf. Und man weiß auch, was einen bei einer HAKEN-Scheibe erwartet: extrem liebevoll ausgefeilte Musik, wunderschöne Harmonien, beeindruckende Instrumentalakrobatik. Und von alldem gibt es auf "Affinity" in Hülle und Fülle. Diese Scheibe ist wieder ein einstündiges Meisterwerk geworden, dem man geneigt ist, das ach so kitschige Attribut "wunderschön" aufzudrücken. Ja, bei Metal passt dies irgendwie wie die Faust aufs Auge. Aber trotz aller Schönheit wirkt die Scheibe nie "ausgewhimpt". Selbst wenn Ross Jennings schon im Opener 'Initiate' sanft und beinahe Choral-artig mit Kehl- und Kopfstimme kunstvolle Melodien darbietet, ist man nicht geneigt, sich über den soften Scheiß lustig zu machen. Sondern HAKEN erarbeiten sich durch ihr hohes Niveau eine sofortige Anerkennung. Musikalisch sind sie wieder unglaublich breit aufgestellt. Die Mischung aus Prog Metal, 70er Prog Rock, Djent-Gefrickel und Pop fließt sehr harmonisch. Als Einflüsse kann man TOOL raushören ('The Endless Knot'), sie sprengen Grenzen mit dominanten Synthies, mal hört man etwas DISILLUSION in den Metal-Parts und 'Earthrise' versprüht eine Mischung aus epischem DEVIN TOWNSEND gepaart mit 80er Pop. Letzteren treibt man sogar in '1985' auf die Spitze und bemüht stilecht Analogsounds und Simmons-Drumsamples. Und da sind wir schon an einem Punkt, was vielleicht die einzige (subjektive) Kritik an diesem Album ist. Denn gerade dieser zappelige 80er Pop kann meine persönliche Toleranz arg strapazieren. Ich fühlte mich noch nie wohl, wenn auf Oberstufenparties Menschen mit Lederschlips nervös mit dem Nacken zucken und das "Abgehen" nennen. Dies schlägt sich daher leider mit einem kleinen Punktabzug nieder, was "Affinity" letztendlich nur die Höchstwertung kostet. Es bleibt immer noch ein wunderschönes, tiefgründiges und beeindruckendes Album. Es fordert musikalische Toleranz und Geduld. Auch Metaller müssen in der Lage sein, in die ruhigen, verträumten Strophen von 'Lapse' einzutauchen und den späteren Clinic-Jazzimprovisationen zu folgen, bevor man in 'The Architect' als Kontrast über 15 Minuten mathematische Riff-Konstruktionen bewundern darf. Anspruch und Schönheit liegen hier nah beieinander, aber es gibt genügend Ruhepole, wo man einfach nur diese wunderbaren Harmonien genießen kann. Als Anspieltipp kann eigentlich alles herhalten; als guten Querschnitt benenne ich mal 'Red Giant', der stilistisch so etwas wie einen roten Faden vereint. Wenn man überhaupt von einem solchen sprechen kann.

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Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 6, 2016 3:39 PM MEST


Malevolence
Malevolence
Preis: EUR 13,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint dazu: gefälliger, aber recht farbloser Mix aus modernen Metalzutaten, 18. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Malevolence (Audio CD)
Ein sehr ambivalenter Stoff, der hier in Form des neuen NEW YEARS DAY Albums "Malevolence" vorliegt. Die Band verpasst sich auf den Promo-Fotos ein Düsterrocker-Image und tritt ghoul/gothic-mäßig auf. Der Sound hingegen besteht aus der Kälte moderner Alternative Metalproduktionen oder der Elektrovertreter des breiten Gothic-Genres. Vor allem haben die Songs selbst nur selten etwas Düsteres an sich, sondern klingen beinahe poppig-radioorientiert. Die laut und grell gemischte Stimme von Ashley setzt dem Sound zusätzlich etwas Schneidendes auf und man ist über ruhigere Titel wie 'Suffer' regelrecht erfreut, da diese doch eine Erholung für die Ohren bieten. Dabei singt die Dame durchaus kräftig und tonsicher, aber ich hätte mich über einen Mix als Rockröhre mehr gefreut. Vom Songwriting kann man darauf schließen, dass NEW YEARS DAY offensichtlich mehr als einmal LACUNA COIL gehört haben. Viele Gesangslinien von Ashley sind für Cristina Scabbia schon lange charakteristisch und finden sich hier streckenweise 1:1 wieder. Auch die modernen Riffs erinnern streckenweise an die erfolgreichen Italiener, tendieren aber manchmal in eine noch poppigere Richtung und gelegentlich auch in jugendlichere Aufmüpfigkeit ('Anthem Of The Unwanted').

Wenn man die Band in Titeln wie 'Scream' hört, könnte man sie sich genauso in hübschen Modeklamotten mit Blingbling vorstellen, während sie strahlend ein Airplay-Video aufzeichnen. Die zusammengestellte Stilistik ist nett, tut niemandem weh, aber es mangelt doch noch stark an einem festen Charakter im Sound der fünf Damen und Herren. Wer es modern und etwas unterkühlt mag, kann gern mal ein Ohr riskieren, aber lasst euch vom Düster-Image der Band nicht täuschen - dazu ist es noch zu wenig Fisch oder Fleisch (je nachdem, wie die Erwartungshaltung ausfällt). Die drei Punkte fallen daher auch knapp aus.

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Straight Shooter
Straight Shooter
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: Yeah, jetzt mit doppelter Gitarrenpower!, 14. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Straight Shooter (Audio CD)
Yeah, SPEEDTRAP sind zurück. Die Finnen, die so herrlich bodenständig rüberkommen wie die Typen, die in der Metal-Kneipe neben dir am Tisch sitzen, hatten mit "Powerdose" ein beachtliches Stück Reinmetall ohne fremde Einschlüsse auf den Markt geworfen, was einen in Zeiten der Genre-Schubladen und zigfachen Crossover-Krämpfen mit einem richtigen BÄÄÄMM wieder zurück in die Kutte katapultierte. Das Nachfolgealbum "Straight Shooter" bietet ein paar interne Instrumentenwechsel zwischen Drums und Bass, dafür hat Ex-RANGER-Gitarrero Jaakko Hetakangas die Band an der so wichtigen zweiten Gitarre verstärkt. Und die zweite Gitarre hat der Band richtig gut getan. War doch "Powerdose" ein wenig limitiert im Sound, gibt es nun an der Distortion-Front des neuen Albums direkt viel mehr Druck. Dabei ist der Sound wieder extrem oldschool und vinyltauglich geraten. Man muss sich in Zeiten der heutigen übertriebenen Lautheit und Bass-Mastering-Plugins mancher Alben zwar wieder daran erinnern, dass wir früher ausschließlich so Musik gehört hatten, aber dafür klingen SPEEDTRAP sehr authentisch und live. Und für Leute, die mehr Druck haben möchten, gibt es nach wie vor eine einfache Regel: dreh doch einfach lauter!

SPEEDTRAP eilt ja das Image voraus, dass sie eine verdammt schnelle Band sein sollen. Darauf ein kräftiges "Jein!". Ja, sie haben eine enorme Spielfreude und treten bei vielen Songs das Gaspedal zum Wahnwitz durch. Das ist aber nicht durchgehend so; sie haben auch die typischen Metal-Stampfer, die hymnenhaft zum Fäuste-Recken animieren oder der NWOBHM huldigen. "Straight Shooter" macht da keine Ausnahme. Etwas mehr als die Hälfte ist schnell. Richtig schnell. Damit meine ich nicht Blastbeats oder Thrash-Doublebass. Es ist einfach das Riffing, welches wie auf Koks total steil geht. Schon der Opener 'No Glory Found' zeigt von den ersten pfeilschnellen Powerchords und dem Heavy-Metal-Gedächtnisschrei, dass die Band absolut verstanden hat, um welches Gefühl es bei purem Metal gehen muss. Wer hier nicht mit einer tiefen Verbeugung die Haare sofort in Richtung Speaker bangt, der hat in diesem Genre nichts verloren. Auch 'Torches Ablaze', 'Serve Your Masters' und der hyperschnelle und punkige Rausschmeißer 'Savage The Prey' hauen in diese Kerbe. Wahnwitzige Drums (die Entscheidung, den Bass gegen die Stöcke einzutauschen, war völlig korrekt), immer wieder kreischend-laute Soli mit Vollgas und Riffwechsel wie in einer kurvenreichen Strecke im roten Drehzahlbereich. Passt. Wirklich alles. Und auf der anderen Seite gibt es diesen epischen Mittelteil mit dem Stampfer 'Running Rampant' und dem hymnenhaften 'Eyes Of Conquest', der Titelsong ist zudem ein waschechter Rock'n'Roller, der tierisch Durst macht. In 'Heavy Armor' hat die Band erstmalig Profit aus dem Zuwachs an den Sixstrings gezogen und wunderbar melodische Twin-Guitars reingebaut. Fäuste hoch, sag ich da nur.

Etwas mehr Bass im Drum- und Bassbereich hätte der Scheibe in Punkto Aggressivität keine Salami vom Brot geklaut, aber ansonsten ist hier wirklich alles im grünen Bereich. Das ist Metal pur und ein Pflichtalbum in jedem Regal.

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Cult of None
Cult of None
Preis: EUR 15,55

5.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: harter Tobak, aber nach der Mühe kommt der Lohn., 14. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Cult of None (Audio CD)
Sieben Jahre ist es her, dass die Dänen THE ARCANE ORDER ihren letzten Longplayer "In The Wake Of Collisions" veröffentlicht hatten, der ein beeindruckendes Brett war und auch mich durchweg begeisterte. In diesen sieben Jahren hätte man erwarten können, dass sich THE ARCANE ORDER ihren Platz in der Metalwelt erspielen könnten, aber leider blieben sie mehr oder weniger ein Geheimtipp. Nun - für mich fast überraschend - ist der dritte Longplayer in den Startlöchern. "Cult Of None" nennt sich das neue Werk und bietet wieder einen sehr verstörenden Sound zwischen Postcore-Klangteppichen und wilden Gitarrenkaskaden, getrieben von aggressiven und manchmal rasend schnellen Drums. Lediglich die erkennbaren Black Metal-Einflüsse des letzten Albums haben sich etwas verringert, dafür aber auch noch die modernen Thrash/Metalcore-Wurzeln des Debüts. Letzteres ist eine begrüßenswerte Entwicklung, die Black Metal-Zutaten wie grelle Shred-Riffs hätten sie gerne doch noch öfter einrühren können. Nichtsdestotrotz erkennt man die Band wieder mal vom ersten Ton an. Wobei "Ton" dem Sound von THE ARCANE ORDER nicht gerecht wird. Zu vielschichtig agieren sie. Mixen zarte Akustikgitarren zu krachenden Stack-Sounds, untermalen es mit Keyboards und filigranen Leads und übertönen es mit kraftvoll gespielten Killer-Drums. So entsteht zu den ausgedehnten und düsteren Kompositionen ein ganz eigener Stil, zu dem das Gebrüll von Kasper Thomsen (Ex-RAUNCHY) nur all zu gut passt. Wer mit "In The Wake Of Collisions" warm wurde, der wird sich bei Songs wie 'Waves Of Trance' auch 2015 sofort wiederfinden. Insgesamt ist die Scheibe genauso wie ihr Vorgänger ein Spätzünder - was nicht zuletzt daran liegt, dass die Musik äußerst unbequem ist und den Hörer mit Sinneseindrücken nur so überhäuft. Vor lauter Details, vor lauter Energie und Apokalypse, muss man manchmal den Song dahinter erst erfassen. Und das braucht seine Zeit. Aber wenn man sich durch dieses Dickicht gekämpft hat, wird man von einer Scheibe belohnt, die ein enormes Energielevel aufweist und bei der man ständig den Eindruck hat, einer Reizüberflutung wie bei einem epischen Trip ausgesetzt zu sein.

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