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Rezensionen verfasst von
Angelus Silesius "Tomahawk"

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Amour Fou
Amour Fou
DVD ~ Birte Schnöink
Preis: EUR 11,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jessica Hausner stellt Kleist in den Schnee von Brandenburg und inszeniert ein Duell, 3. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Amour Fou (DVD)
Ein Film für all jene, die es auch einmal ruhiger haben wollen, gerne mal auf hirnlose Verfolgungsjagden verzichten, Geknalle über haben und vor allem schneller Schnitte üerdrüssig sind, und die trotzdem ein hervorragendes Drehbuch, eine elaborierte Kamera, präzise Schauspieler und vor allem auch exquisite Requisite wie Kostüme haben wollen. Und dann auch noch ein Film, der sich mit einer anderen Zeit befasst, einer Zeit, die Heinrich von Kleist beheimatet hat, der aber doch ein uferloser Heimatloser verblieben ist. Verzweifelt an der Gesellschaft treibt er durch die Saloongesellschaften, erntet mit seiner Anfrage das gemeinsame Sterben betreffend bei seiner höfischen Kusine nur Spott und Häme, jedoch bei der verheirateten Henriette Vogel, dessen Ehe mit einem faden, jedoch treuen Beamten sie zu Tode langweilt, auf fruchtaren Boden stößt. Nahezu mittellos und innerlich „so wund, daß mir, ich möchte fast sagen, wenn ich die Nase aus dem Fenster stecke, das Tageslicht wehe tut, das mir darauf schimmert“ (Brief an Marie von Kleist vom 10. November 1811) nahmen die Gedanken an einen Suizid aufgrund von Geldsorgen und der stetigen Kritik seiner Werke überhand, auch weil sein Schauspiel „Der Prinz von Homburg“ verboten wurde und er desgleichen keine Stelle im preußischen Staatsdienst erhielt. Seine berühmtesten Werke "Michael Kohlhaas" (Kafka's Lieblinsbuch), "Die Marquise von O......" und das Erdbeben von Chilli" wurden in gesellschaftlichen Kreisen eher belächelt denn ernst genommen. Zu krass waren die darin beschriebenen un d thematisierten Gefühlsausbrüche, zu extrem brach er die Konventionen der damaligen Zeit und spannte Handlungsbögen anders und weiter als seine Zeitgenossen, so dass er nur auf Ablehnung stoßen konnte und der erhoffte komerzielle Erfolg ausbleiben musste. Aus Geldnot schrieb er weiter Stücke, die postum im zweiten Band (seiner gesammelten Werke und Schriften) veröffentlicht wurden. Er suchte und fand für diesen Weg (den gemeinsamen Suizid) eine Begleiterin, die unheilbar an einem Karzinom erkrankte Henriette Vogel. Mit ihrem Einverständnis erschoss Kleist am 21. November 1811 am Stolper Loch, dem heutigen Kleinen Wannsee im Südwesten Berlins, zuerst sie und dann sich selbst. Diese Geschichte thematisiert der Film, und er tut das in einer leisen, lakonischen und subtilen Art und Weise, die die Langeweile und Trostlosigkeit der Saloons und des Ehelebens Vogels sprbar macht. Die Zeit, die eng war wie ein fest verschnürtes Korsett, das einem die Luft zum Atmen nahm. In seinen Abschiedsbriefen äußerte Kleist hinsichtlich seiner Bestattung keine Wünsche; es war Henriette Vogel, die um eine gemeinsame Bestattung „in der sicheren Burg der Erde“ bat. Begraben wurden Kleist und Henriette Vogel an Ort und Stelle, da der Suizid damals gesellschaftlich und kirchlich geächtet war, was eine Bestattung auf einem Friedhof verbot (Friedhöfe standen in dieser Zeit ausschließlich in kirchlicher Verwaltung). Wunderschöne Tapeten und eine wahrhaft berauschende, geschmackvolle Ausstattung machen diesen Film zu einem visuellen Vergnügen, die Hauptfiguren tragen Hüte, reisen in Pferdekutschen und sprechen gewählt und mit Bedacht ausgewählten Worten - was sie aber sagen ist genau so spitz und treffend, wie es nur sein kann - es klingt vielleicht nur etwas eleganter. Kleist bearbeitet Henriette Vogel, sie machen einmal einen Ausflug, wo sie dann aber doch von ihrem Plan Abstand nehmen, da sie einem ihrer Saloonfreunde über den Weg laufen, und der an ein Verhältnis von Kleist und Vogel glaubt. Natürlich konnte dieser Mann nicht verstehen, was hier vor sich ging. Dennoch zieht sich die Schlinge der Selbsttötungsabsichten hier immer enger, der Film führt immer tiefer in die klaustrophobische Ausweglosigkeit hinein, Kleist läßt nicht locker, und Vogel findet keinen Halt mehr. Sie redet sich eine unheilbare Krankheit ein, die es ihr als Rationalisierung ratsam erscheinen läßt derart aus dem Leben zu scheiden. Schließlich finden sie sich im Brandenburgischen Land wie in einer Novelle von Kleist wieder, in verschneiter Landschaft, als der Zeremonienmeister zur Tat schreitet. Die Musik ist spärlich, fast wie in einem Dogma 95 Film kommt sie ausschließlich nur dann zum Einsatz, wenn die Protagnisten einem Musikereignis (Klavierabend, Gesangseinlage) lauschen. Das immer wieder gespielte Stück stammt von Mozart. Die fragile Wiederholung betont noch ein weiteres Mal die Unausweichlichkeit, die zumindest hier, als filmisches Stilmittel, solcherart illustriert wird. Ein beeindruckender Film, der einen tiefer hinter die Kulissen einer fernen und auch fremdartigen Epoche blicken läßt.


Tour de France
Tour de France
Preis: EUR 17,86

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Viererreihe aus Leipzig im belgischen Rad-konvoi, 22. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tour de France (Audio CD)
ein zeitloser klassiker - klingt immer noch modern - ein spitzen-konzeptalbum mit allen komponenten und facetten der tour de france : vom puls über den lactatwert, das elektro-kardiogramm wie über die berichterstattung ("video - foto - information - microphone - tour de france !") perfekt musikalisch umgesetzt.
ein rhythmus der groovt, dynamisch gesetzte bässe & die gewohnten elektronischen stimmen, verzerrt durch vocoder und filter !
eines der besten alben von kraftwerk, wobei aber alle top si usw.)(autobahn, die mensch-maschine, trans europa express, computer-love usw....)


Sprengstoff: Roman
Sprengstoff: Roman
von Stephen King
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hinein ins Verderben......., 5. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sprengstoff: Roman (Taschenbuch)
Gleich zu Beginn stolpert der Leser in eine Schlüsselsituation hinein (wenn man mal vom Prolog absieht, der einen Teil eines Rahmens bildet, den das Ende des Buches mit dem Epilog abrundet), als er Barton George Dawes, 1241 Crestallen Street West, dabei begleitet, wie er im Waffengeschäft von Harry Swinnerton die Weichen stellt für alles was danach kommt. Eine folgenschwere Entscheidung ! Noch ist alles im Lot : Barton hat einen guten Job in leitender Position in einer Wäscherei, lebt mit seiner Frau Mary glücklich seit 20 Jahren verheiratet, wäre da nicht die alles überschattende Tatsache der Verlängerung des Expressways Route 784, die alles ins Rollen bringt : denn Dawes Haus liegt auf dieser Strecke, genau wie die Wäscherei. Barton hat zu viele Erinnerungen, die es ihm unmöglich machen sich von dem Haus zu trennen : ein Schatten aus der Vergangenheit, der ihn an das Haus bindet, sein früh verstorbener Sohn Charlie, dessen Tod er nie überwunden hat. Knacks Eins. Weil er sich um keine alternative Wohnmöglichkeit kümmert (kümmern kann)verlässt ihn seine Frau Mary. Knacks Zwei. Weil er keine alternative Adresse für die Wäscherei auftut (er lässt eine Maklerfrist tatenlos verstreichen) verliert er seinen Job (besser gesagt kündigt er kurz bevor er ohnehin gekündigt worden wäre). Knacks Drei. Somit steht Bart George Dawes zusammen mit seinen zwei immer wiederkehrenden Stimmen im Kopf (Freddy und George) geschwächt und beschädigt alleine da. Doch er beschließt zu handeln und nicht zuzusehen, wie die Regierung sein Haus enteignet. Er knüpft Kontakte zur Unterwelt, er treibt richtungslos dahin und ist offen für Kontakte zu anderen Außenseitern der Gesellschaft, eine Autostopperin und Vagabundin auf dem Weg nach Las Vegas wird für eine Zeit lang seine Begleiterin - (160 - 200) ein Höhepunkt des Buches ! Weiter begleitet man Bart Dawes beim Zerfall seines Lebens - er lässt die Vergangenheit geistig Revue passieren, nimmt auf einer Sylvesterparty Meskalin ein, trifft den ehemaligen Pfarrer Drake, der sich seiner annimmt, doch dieses Schiff ist nicht mehr auf Kurs zu bringen ! Einen Kurs hat das Schiff Bart George Dawes jedoch bereits unverrückbar eingenommen : den Kurs direkt auf den Eisberg zu, ein Selbstzerstörungstrip Deluxe. Wiederholt bedrängt er den zwielichtigen Gebrauchtwagenhändler Maglioni, damit er ihm das besorgt, was er am nötigsten braucht : Sprengstoff ! Das titelgebende Material (im Original von 1984 Roadwork) ist nicht nur der Stoff, der im finale eine tragende Rolle spielen soll, er steckt auch in jeder Zeile und treibt die Handlung voran. Klug aufgebaut, konsequent voranschreitend rücken die Wände - in Form von Baggern - von allen Seiten näher. Ein Drama der modernen Welt, in der Menschen grundlos entwurzelt und verdrängt werden, weil die Stadtverwaltung Geld ausgeben muss, um weiterhin Zuschüsse für den Straßenbau zu bekommen. Dieser Umstand bringt die Welt des Bart George Dawes zum implodieren. Ein zeitloses Thema, als Stephen King sein Alter Ego Richard Bachman erfand, um, fernab von Fantasie und Horror, knallharte Real-Life-Fiction Bücher zu schreiben, die vor Sozialkritik und Gesellschaftssatire triefend trotz ihrer extremen Handlung auf ungeteilte Empathie und Solidarität des Lesers mit der Figur Bart Dawes stoßen. Letzten Endes nimmt man teil am schicksalshaften Finale, als Zaungast, betroffen, dass man einen liebgewonnenen Charakter verlieren muss, doch belohnt von einem beeindruckenden Oeuvre, dass mindestens gleichrangig wie Es oder Sie oder Shining ist ! Mehrmaliges Lesen nicht nur möglich, sondern sogar wärmstens empfohlen !!


die nacht schluckte die dämmerung: oder: Hört, hört, mein Mund bleibt stehen
die nacht schluckte die dämmerung: oder: Hört, hört, mein Mund bleibt stehen
von Fritz Widhalm
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Innovation aus Sankt Blöden, 2. Oktober 2013
Endlich einmal etwas Lustiges aus dem Land der sauren Gurken ! Absurd-Tragik-komische Geschichten der Tanten und des Erben-vereins in und um Sankt Pölten, der - neben Amstetten - infamen Hauptstadt Niederösterreichs, das österreichische Bundesland mit der häufigsten Amok und Kellerdichte. Jedoch hier nicht, in Fritz Widhalms herrlich eigenständig naiver Prosasammlung, wo alles um sein eigenes Universum kreist, rosarot, liebevoll, betont anders, doch ohne je diese Andersartigkeit gekünstelt hervorzukramen oder produzieren zu wollen.....Hier ist alles echt, die Sprach sitzt präzise und humorvoll, ein Buch das Funken sprüht und Liebe verstrahlt, amüsant, hochkomisch und intelligent ! Ein absoluter Lesetipp !!


Ein kurzer Film über das Töten
Ein kurzer Film über das Töten
DVD ~ Krzysztof Kieslowski
Preis: EUR 17,49

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen zeitlose filmlektion über die banalität des tötens in unserer gesellschaft, 14. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein kurzer Film über das Töten (DVD)
Kieslowski schafft es mittels präziser Bilder, klaren Schnitten, einem meisterhaften Drehbuch & gesplitteten Handlungssträngen (3 unterschiedliche Perspektiven werden zusammengeführt : Der Taxifahrer (das Opfer), Der jugendliche Stromer (der Mörder), der Anwalt (die moralische Instanz des Zuschauers - welche jedoch nicht festgelegt ist)einen Vorzeigefilm über ein derartig schwieriges & unlösbares Problem wie das der Todesstrafe, oder überhaupt der Motivationen, Handlungen & deren Wirkungen auf die Leinwand zu bringen. Ein Schocker, der aber nicht durch sinnlose Brutalität & Gewaltverherrlichung punktet, sondern durch seine Präzision & seine einmalige Realistik, die zwar die Beweggründe & Handlungsabsichten der Figuren klar aufzeigt & verstehen läßt, sich zu keinem Zeitpunkt aber ein Urteil darüber anmaßt : die Handlung spricht für sich, & zu empfinden was gut & richtig ist, wer der Böse & wer der Gute ist ist nicht Aufgabe des Filmemachers, sondern des Betrachters, & auch ihm wird es nicht leicht möglich sein sich klar festzulegen. Der Film beschäftigt sich sozusagen mit dem Aufwerfen einer Frage, wie die Gesellschaft auf schwerwiegende Verbrechen (dem Töten) umgehen soll, & er zeigt auch auf, dass die Antwort der Gesellschaft kaum souveräner & weniger ratlos ausfällt als die Ursachen des jeweiligen Täters, als sie ihn zur Tat führten, indem er keine andere Lösung für seine Probleme fand.Der Film macht nachdenklich, auch wenn es vielleicht überhaupt keine allgemeingültige Lösung gibt, doch gewährt er tiefe Einblicke in die Psyche des Menschen & zeigt einen Mangel an Menschlichkeit dort auf, wo es diesen durch ebendiese aufzufüllen gibt. Ein engagierter Film, der - meiner Meinung nach - eine Frage in den Raum unserer Gesellschaft stellen will : Ob Gewalt wirklich eine Antwort auf Gewalt sein kann (& soll) ?! Sehr empfehlenswert (Technisch hervorragend, musikalisch eindringlich, schauspielerisch beeindruckend)


Angst
Angst
DVD ~ Erwin Leder
Wird angeboten von svalv
Preis: EUR 33,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Angst - könnte man tatsächlich bekommen........, 30. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Angst (DVD)
Der Einstieg ist bereits eine Extremsituation des Alltags - man befindet sich in der Zelle des Salzburger Mörders anno 197? - er hat seine Mutter getötet - aus dem off erzählt er seine Geschichte, die Kindheit, geprägt von traurigen Erlebnissen, Angst, Einsamkeit - eine Erklärung wie es mit einem Menschen so weit kommen kann.

Dann wird er entlassen & der Wahnsinn beginnt - geht weiter.......Unfähig sich "normal" im Leben einzufügen oder auch nur einen Versuch in eine solche Richtung zu unternehmen geht Werner Knisiek - im Film dargestellt von Erwin Leder (bekannt aus Das Boot) sofort wieder seinen alten Verhaltensmustern nach - dringt in ein Haus ein - überwältigt dort einen behinderten Mann, dessen Schwester & Mutter anschließend zurückkehren - & von ihm - Werner Knisiek - am Tag seiner Entlassung nach einer lebenslänglichen Haftstrafe - mißhandelt, vergewaltigt & umgebracht werden.

Die Kamera des Polen Zbigniew Rybzynski vollbringt wahre Analogien des Wahnsinns mit des unmöglichsten Einstellungen aus noch unmöglicheren & unwahrscheinlicheren Winkeln, dadurch kommt man der Abstrusität des Protagonisten auf der bildhaften Ebene ungemein nahe.

Die Musik von Klaus Schulze ist bedrohlich, schleichend, bleibt aber dezent & ,ohne jemals aufdringlich zu werden oder zu wirken, in einem Sicherheitsabstand zu den Handlungen & Vergehen von Erwin Leder/Werner Knisek - wie er seinen blutigen Pfad bis zum Ende geht - einer neuerlichen Festnahme durch die Sicherheitskräfte, die er aber durch sein unverhohlenes Verhalten geradezu provoziert & herausgefordert hat.

Ein Meisterwerk von Gerald Kargl aus 1982, ein geheimer Kultfilm, der in Österreich natürlich wenig Resonanz bekam, in Berlin oder in London aber durchaus als Kultfilm gehandelt wird, & bei dem sich der Regisseur "beinahe" oder vermutlich bis in den Erdboden hinein verschuldet hat, um den Film realisieren zu können......

Sehr empfehlenswert, jedoch garantiert nichts für schreckhafte Kommerz-konsumenten ! Dieser Stoff weicht weit vom Durchschnitt ab, & das in vielfacher Form ! 5 Sterne


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