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M.K.

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Adidas Ultra Boost ST Ltd Laufschuhe - SS16 - 42
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Wird angeboten von altonsports- Run and Fitness Store
Preis: EUR 153,68

5.0 von 5 Sternen Weniger Dämpfung als Ultra Boost St, 17. August 2016
Ich trage diesen Mulricolor als Freizeitschuh uns nur selten als Laufschuh. Für das Laufen Habe ich ein anderes St-Modell. Nach langem Suchen eines Schuhs für alle Distanzen bis zum Marathon bin ich zufällig auf den Boost St gestoßen. Ich habe nach längerem Trainingsaussetzen wegen eines Muttelfussbruchs eine Weile gebraucht und gerade nach Laufschuhen gesucht, die für Überpronierer geeignet sind, die genug Stütze und Stabilität bieten und dennoch dem Fuß nicht alle notwendige Belastung nehmen. Ich kam über Umwege und so einige Fehlkäufe, die mir empfohlen wurden, zum Adidas Boost St, den ich zunächst garnicht in Betracht gezogen hatte. Der St eignet sich für Überpronierer, da eine verstärkte Boosteinlage im Mittelfussbereich sowie eine leicht stützende Spange an der Innenseite des Schuhs für Halt sorgen. Ich verwende den Schuh auf der Ironmandistanz. Hier ist er mit seiner Dämpfung hervorragend, angenehm zu laufen. Gerade nach längerer Belastung nach dem Schwimmen und auf dem Rad ist er eine wirkliche Wohltat. Leichte Pronierer sollten diesen Schuh gängigen Stabilitätsschuhen gegenüber den Vorrang geben, sofern der Fuß schmal bis mittelweit gebaut ist. Wer etwa in Nike die Größe 46, in Asics 47, in Brooks 46trägt, muss beim Adidas Boost St die Größe 47 1/3 (Fußmaß 29cm) wählen.
Vorsicht: Der Multicolor hat nicht die selbe Dämpfung wie die anderen Boost St Modelle. Hier ist offenbar weniger Boost verarbeitet worden. Im direkte Vergleich fällt die Sohle beim Mulricolor auch geringfügig dünner aus. Ansonsten ist er genauso hervorragend wie alle Boost St Modelle.


adidas Herren Ultra Boost St M Laufschuhe, Mehrfarbig-Multicolore-Negro / Gris / Rojo (Negbas / Hiemet / Rojint), 43 1/3 EU
adidas Herren Ultra Boost St M Laufschuhe, Mehrfarbig-Multicolore-Negro / Gris / Rojo (Negbas / Hiemet / Rojint), 43 1/3 EU

5.0 von 5 Sternen Für leichte Überpronierer, 17. August 2016
Nach langem Suchen eines Schuhs für alle Distanzen bis zum Marathon bin ich zufällig auf den Boost St gestoßen. Ich habe nach längerem Trainingsaussetzen wegen eines Muttelfussbruchs eine Weile gebraucht und gerade nach Laufschuhen gesucht, die für Überpronierer geeignet sind, die genug Stütze und Stabilität bieten und dennoch dem Fuß nicht alle notwendige Belastung nehmen. Ich kam über Umwege und so einige Fehlkäufe, die mir empfohlen wurden, zum Adidas Boost St, den ich zunächst garnicht in Betracht gezogen hatte. Der St eignet sich für Überpronierer, da eine verstärkte Boosteinlage im Mittelfussbereich sowie eine leicht stützende Spange an der Innenseite des Schuhs für Halt sorgen. Ich verwende den Schuh auf der Ironmandistanz. Hier ist er mit seiner Dämpfung hervorragend, angenehm zu laufen. Gerade nach längerer Belastung nach dem Schwimmen und auf dem Rad ist er eine wirkliche Wohltat. Leichte Pronierer sollten diesen Schuh gängigen Stabilitätsschuhen gegenüber den Vorrang geben, sofern der Fuß schmal bis mittelweit gebaut ist. Wer etwa in Nike die Größe 46, in Asics 47, in Brooks 46trägt, muss beim Adidas Boost St die Größe 47 1/3 (Fußmaß 29cm) wählen.


Sailfish Rebel swimskin - Herren Speedsuit, Größe:L
Sailfish Rebel swimskin - Herren Speedsuit, Größe:L
Wird angeboten von shop-bergsport
Preis: EUR 250,00

5.0 von 5 Sternen Hervorragend- Sailfish Größentabelle verbesserungswürdig, 10. Juni 2016
Der Rebel Swimskin wird mich als Alternative zu meinem Neopren auf meiner ersten Langdistanz begleiten.

Das Material hervorragend erstaunlich leicht. Die Reißverschlusskonstruktion am Rücken verdient besondere Würdigung: kein langes Gefummel und Suchen oder Ertasten auf dem Rücken mehr, die Schnur befindet sich im geschlossen Zustand des Swimskin nicht im Nacken sondern unterhalb in Rückenmitte. Mit einem einfachen Zug nach oben Ist er spielerisch leicht zu öffnen.
Eine super Alternative für heißere Tage mit oder ohne Neoverbot.

Verbesserung nur bezüglich der Größentabelle von Sailfish: bei 189cm Körpergröße, 91kg, 104.5cm Brustumfang, 95.5cm Taillenweite musste ich zu XL greifen.

Fünf Sterne für Sailfish Rebel Swimskin
*****


Garmin Forerunner 920XT Multisport-GPS-Uhr (Schwimm, Rad-, Laufeffizienzwerte, inkl. Herzfrequenz-Brustgurt)
Garmin Forerunner 920XT Multisport-GPS-Uhr (Schwimm, Rad-, Laufeffizienzwerte, inkl. Herzfrequenz-Brustgurt)
Preis: EUR 354,87 - EUR 813,44

4.0 von 5 Sternen In der Theorie..., 28. März 2016
...ist der Forerunner 920XT ohne Frage die perfekte Trainingsuhr für alle Triathlonbereiche.
Perfekt, da sie ohne großen Aufwand intuitiv zu bedienen ist, dass es einfach Spaß macht, sie bei jeder Trainigseinheit dabei zu haben.
Beim Schwimmen empfinde ich sie als herausragend, da sie per Poollängeneingabe die Züge misst und somit Angaben zur geschwommenen Zeit widergibt. Im Freiwasser funktionierte sie auf einer Olympischen Distanz auch sehr gut.
Das Umschalten in der Wechselzone von einer DIsiplin zur anderen ist in der Handhabung so kinderleicht, dass es einen vergessen lassen könnte, dass unterhalb dieser einfachen Bedieneroberfläche eine unendliche Vielfalt an weiteren Datenauswertungsbereichen, personalisierten Einstellungen exakter Trainingspläne schlummern.
Leider, und daher nur in der Theorieperfekt, kam es bei mir zu einem Austausch der Uhr, da der Monitor bei der Aufzeichnung immer wieder einzufrieren begann. Dieses Problem war mir bereits vom Garmin 810 bekannt, bei dem es allerdings durch ein fleißiges Updaten der Software zu beheben war. Beim 920er musste ich leider den Kundendienst kontaktieren. Minuspunkt hier: auf Anschreiben wurde gar nicht erst reagiert. Telefonisch sehr nette Kundenbetreueung. Allerdings muss man die Einsendung des nicht funktionierenden Stücks per Porto selbst übernehmen, obgleich der Fehler nun nicht am Kunden liegt.
Die Uhr wurde dann gegen eine neue Uhr ausgetauscht und innerhalb weniger Tage zugeschickt. So weit, so gut.

Ich habe die neue Uhr einmal auf Akkulaufzeit getestet und bin an vier hintereinander folgenden Tagen knapp 60 Kilometer gelaufen und habe sie zu einer kurzen Radausfahrt über 40 Kilometer mitgenommen. Traurig aber wahr, die Akkulaufzeit ist auf meinem gestrigen Zwanzigkilometerlauf, den ich hier mit anrechne auf den letzten 5 Kilometern nicht mehr ausreichend gewesen. Das war's dann mit der Aufzeichnung. Nun kann sich jeder seinen eigenen Reim darauf machen. Reicht diese Zeit aus, um eine komplette Langdistanz durchzuziehen und verlässlich aufzuzeichnen. Ich werde das mal im Juli ausprobieren.

Schlechterletzt macht auch die neue Uhr hin und wieder dort weiter, wo die erste mit ihren Babykrankheiten angesetzt hatte und es kommt immer wieder zum Einfrieren der Pace. Ich habe dies mal bei einem Lauf ausprobiert, als ich merkte, dass sich mal wieder keine signifikante Veränderung der Angaben ergab. Über eine Dauer von 90 Sekunden lag die Pace im selben Bereich, obwohl ich zwischen angedachten 5:30 und hinterlistigem Schleichen meinen Gang variierte.

Für den Preis ist mir das Ganze dann doch zu unausgereift. Ob ich auch diese Uhr noch einmal an Garmin schicke und die Kosten der Sendung übernehme, weiß ich noch nicht. Angebracht wäre es, hier ein wenig mehr Kundenbetreuung an den Tag zu legen.
Ich bin an und für sich von Garmin überzeugt, von der Idee bis zum Design gefallen mir die Produkte dieser Firma auf Anhieb.
Nach meinen Erfahrungen werde ich allerdings zweimal überlegen, ob ich ein weiteres Produkt wie die Vivoactive mal eben so als Geschenk anschaffe.

Nachtrag: Ich konnte den FR 920xt nun bei der Challenge Roth auf Akkuleistung prüfen und muss sagen, dass es hier nichts zu beanstanden gibt. Bei kompletter Nutzung der Uhr in allen Disziplinen und in Verbindung mit Brustgurt war nach 12,5 Stunden noch ein Rest von 18% Akkuleistung zu verbuchen.
In puncto Akkulaufzeit gibt es somit nichts zu beanstanden.

Insgesamt ist bei kleinen Schwächen, die laut Garmin durch regelmäßige Updates zu beheben seien, die Uhr dennoch hervorragend.
Sofern man sich in der Produktion ein wenig des Paceproblems in der Anzeige der Uhr annehmen würde, wäre das Gerät sicherlich 5 Sterne wert.

Die Laufzeit mit einbeziehend, muss ich meine Bewertung von 3 Sternen hiermit auf 4 Sterne hinauf korrigieren.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 4, 2016 11:39 PM MEST


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5.0 von 5 Sternen Hervorragend, 7. Oktober 2015
Dies ist mein erster Roadschuh und ich benutze ihn für normale Ausfahrten mit dem Rennrad als auch für den Triathlon.
Das Wire-System ist hervorragend, wenn während einer längeren Ausfahrt einmal der Zug etwas gelockert wurde, so lässt sich über das Drehen des Wire-Rädchens auch während der Fahrt, ganz ohne Unterbrechung, die Schnürung wieder perfekt nachziehen.
Der Wire Carbon Vernice ist zudem hervorragend bei allen Temperaturen. An wärmeren bis heißen Tagen lässt sich, je nach Bedarf unterhalb der Schuhspitze, im Zehenbereich, ein Belüftungsschlitz öffnen.
Sehr gut ist auch das Problem der Einzelkomponenten am Schuh in puncto Verschleiß gelöst. Zugrädchen, Absatz, Wire, Spannverschluss, sämtliche Komponenten des Schuhs können über Sidi einzeln angefordert werden. So hat man über lange Zeit einen überaus wertigen Schuh, der bei häufiger Verwendung nicht ersetzt werden muss.
Bei einer Normalschuhgröße 45 und einem Fußmaß von 29cm trage ich den Sidi Wire Carbon Vernice in einer Größe 46. Hierbei sei betont, dass der Schuh damit sehr eng sitzt, bei kälteren Temperaturen das Tragen winterspezifischer Radsocken dennoch problemlos möglich ist, ohne dass es zu Druckstellen oder unagenehmen Nebeneffekten im Verlauf einer Ausfahrt kommt.
Im Vergleich zu Schuhen von Mavic fallen die Sidi Wire durchaus geräumig aus und sind auch etwas für Fahrer mit nicht ganz so schmalem Fuß.


Raymond Depardon - Psychiatrie : San Clemente / Urgences - Coffret 2 DVD [FR Import]
Raymond Depardon - Psychiatrie : San Clemente / Urgences - Coffret 2 DVD [FR Import]
DVD ~ DEPARDON RAYMOND

5.0 von 5 Sternen Depardon und Basaglia schließen die Irreninsel "San Clemente"-Psychiatrie zwischen Innen und Außen, 7. Oktober 2015
Bereits im Jahre 1967 legte Frederick Wiseman mit seinem Dokumentarfilm "Titicut Follies" einen Meilenstein des Genres über die Gewalt der psychiatrischen Institution vor. Sein vermeintlich harmloser Blick richtete sich dabei ins Innere einer US-amerikanischen psychiatrischen Anstalt und entblößte deren unterdückende Mechanismen anhand der Selbstdenuziation ihrer "Akteure". Der scheinbar harmlose Blick des Kameraauges ließ den Wärter wie den Arzt im Unklaren über jegliche thematische Orientierung und wurde somit leichtfertig zum Selbstdarstellungsfenster gegebener Verhältnisse: die Kamera als Objektiv herrschaftlicher Codes fehlinterpretierend, ließen sich die Wärter dazu verleiten, eine Komplizenschaft zwischen Wiseman und ihrem Handeln zu sehen: die Insassen, teils politische Delinquenten, die unter vorgehaltener Hand im Hof ihre Nicht-Irre beteuern, wurden vor dem bestätigenden Kameraauge zu Tieren degradiert, geschlagen und misshandelt. Das harmlose Genre des Dokumentarfilms erreichte diesbezüglich die politische Kraft einer Selbstdenunziationsmaschine, die nichts anderes tat, als das Zeichensystem gegebener Verhältnisse sich innerhalb ihrer Grenzen ausplaudern zu lassen.
Raymond Depardon gelang ein ähnlich faszinierendes Werk über die De-informationsmaschinerie der Psychiatrie mit einer beachtlichen Wirkung: "San Clemente".
San Clemente, eine Insel nahe Venedig, war einst ein heiliger Ort, bevor er im 19. Jahrhundert umgerüstet wurde zu einer Irreninsel für Frauen. Bis zum Abschluss des Filmes wurde San Clemente dann als Institution der Psychiatrisierung beider Geschlechter verwendet.
Ähnlich wie Wiseman gelingt es Depardon einen scheinbar harmlosen Blick auf die Verhältnisse der Anstalt zu werfen. Die inhaltliche Parenthese des Filmes bilden die Beschwerde- und "In-formations"runden, in denen Angehörige der Inselbewohner mit ihren Forderungen an die Ärzteschaft treten. Die Probleme zeigen sich dadurch verfestigt, dass es vielen Angehörigen nicht ermöglicht ist, ihre psychiatrisierten Familienmitglieder mehr als einmal monatlich zu sehen, da von der Führung aus die Besuchszeiten derart spärlich verordnet werden, dass viele Angehörige aus finanziellen wie zeitlichen Gründen diese nicht wahrnehmen können.
Der Zuschauer entlarvt durch den Kamerablick, dass die abgelegene Insel zugleich Inbegriff einer Informationsunterbindung darstellt. So wie das Territorium vom Landesinneren abgegrenzt, erweist sich der Körper des Irren mehr und mehr durch seine Enteignung von der Familie als Abgetrenntes; jegliche Möglichkeit zu einer Heimat bleibt ihm verwehrt. Der willkürlichen Behandlung und Verwahrlosung der "Bewohner" sind somit Tür und Tor geöffnet.
Depardon verfolgt im Innern das Treiben dieser Anstalt, den Macht-Wissen-Haushalt der Ärzte, die Informationsunterbindung und die Unmöglichkeit der "Bewohner" in ihrer Vereinzelung und Abschließung, einen anderen Weg als den ihrer Verwahrung zu erfahren.
Jedoch verfällt er niemals in die Gefahr den "Irren" als Objekt zu sehen. Er folgt diesem oder jenem mit dem feinen Gespür eines von Außen Eindringenden, der mit dem Kamerablick nicht kompromittieren oder gar als Scherge der Machthaber die "Körper fixieren" darf. Sucht jemand das Weite, so bleibt der Kameramann stehen oder zieht sich zurück; nach und nach nähern sich einige dieser Verirrten, und je länger Depardon mit seinem Team an diesem Ort verweilt, desto mehr vergessen die "Objekte der Anstalt" ihren Status als solche, suchen die Nähe der Kamera, so wie diese als respektvoller Blick eines Menschen von Außen und als ein "Nach-Außen" gesucht wird. Depardon gelingt es die Grenze zwischen irrem Objekt und sprechendem Menschen auf diese Weise langsam verlaufen zu lassen.
Der Zuschauer lernt diese Menschen, ihr teils verworrenes Reden und ihre Liebenswürdigkeiten anders lesen. Depardons hübsche Assistentin wird dabei immer wieder freundlich zu einem Flirt aufgesucht, die Kamera wird zu einem langsam integrierten Innen; sie bildet keine Gefahr, sondern einen Weg nach Außen.
Die Wirkung von "San Clemente" sollte sich als gewaltig erweisen. Im Jahre 1980 wurde die "Irreninsel" geschlossen; fortan steht an ihrem Ort ein Hotel.
Unter Mithilfe des Anti-Psychiaters Franco Basaglia gelang es Raymond Depardon den Dokumentarfilm als "politisches Instrument" zu verwenden. Basaglia hatte bereits zuvor die Forderung nach einer anderen Psychiatrie in die Praxis umgesetzt: Wenn die Menschen, da sie den Irren als Anderen sehen, von sich aus niemals in die Anstalt kommen, so muss die Anstalt auf die Straße gehen. So errichtete er als Mittel der Information (der Gesellschaft wie der In-formation als Veränderung des "Patienten") einen Tag der offenen Tür in Form eines Straßenfestes. Die Leute mischten sich unter einander, bald schon wusste niemand mehr so ganz, wo zuvor noch die Angst der Berührung zwischen ihnen stand, wer wer war.
Mit "Urgences" gelang Raymond Depardon eine meisterhafte Fortführung desselben Themas, nun in einer psychiatrischen Notauffnahme in Paris.

Mit Urgences gelingt Raymond Depardon nach seinem Film über die "Irreninsel" "San Clemente" ein weiterer Dokumentarfilm über die Funktionsweisen der Psychiatrie. Bei Urgences handelt es sich allerdings nicht, wie in seinem Vorgängerfilm um die Dokumentation gegebener Verhältnisse, die sich auf lange Zeit hinweg verfestigt haben, sondern um die Betrachtungen einer psychiatrischen Notaufnahmestation in Paris.
Depardon hat hier wiederum nach Einstimmigkeit zwischen Form und Inhalt gesucht und im Falle des Portraits einer Pariser Psychiatrie das Inzwischen zweier Welten in den Fokus gerückt.
Jenes Mittel, den "Patienten",zwischen zwei Welten befindlich, an einem Übergangsort zu betrachten, wurde bereits unter der spanischen Diktatur Francos von dem Theaterautoren Antonio Buero Vallejo (Historia de una escalera) verwirklicht: Indem der Autor sein Theaterstück auf der Bühne eines Treppenhauses stattfinden lässt, wird den Schauspielern ermöglicht, einen "Transitionsraum" zwischen Innen (Wohnung) und Außen (Gesellschaft) einzunehmen. Die Charaktere, die noch nicht ganz ihr intimes Reden abgelegt und noch nicht vollkommen die Maske des gesellschaftlichen aufgezogen haben, sprechen nun eine Sprache, in welcher die Zensur noch nicht ganz von ihnen Besitz ergriffen hat, sie in die Gefahr der Zensur aber bereits eintreten. Buero Vallejo gelang hiermit eine Umgehung der Zensur.
Bei Raymond Depardons Urgences verhält es sich -in einer Art Verkehrung- mit den eingelieferten Patienten der Notaufnahme vergleichsweise: nur in Umkehrung, da die in der Krise Befindlichen, aus einem Gesellschaft(s-Außen) kommend, einem Psychiatrie(-Innen) aber noch nicht angeeignet, ihr Reden und Erscheinen nicht verstellen können: der "Transitionsraum" zwischen beiden Welten hat sich in der Unmittelbarkeit des Notfalls noch nicht als Reglement der Zensur dem eigenen, unmittelbaren Sprechen überstellt hat. Weder die behandelnden Ärzte vermögen hier in Untersuchung der Eingetroffenen sich zu inszenieren, noch ist die Rede der Betroffenen getrübt von anderen Einflüssen, als denen, die zu ihrer unmittelbaren Überführung an diesen Ort geführt haben.
So gelingt Depardon ein Einblick in die Unmittelbarkeit der Verrückung und dessen, was "eigentlich" und "wirklich" behandelt wird, wenn über die Behandlung oder Einschließung entschieden wird. Aus allem Un-Sinn und der Verschüttung und Verwirrung der im Übergang Befindlichen lässt sich oftmals Nähe zum Sinn ihres Befindens erkennen: verworrene Familiengeschichten oder ein soziales Ganzes, das keinen Ort mehr bildet für jegliche Abweichung.


Trudno byt bogom . Hard to be A God, A&B Strugatsky, DVD-R NTSC. WITH ENGLISH SUBTITLES. ALEKSEI GERMAN
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4.0 von 5 Sternen Für Freunde Tarkowskijs und Bela Tarrs, nicht aber für die Fans der Gebrüder Strugatzki, 6. Oktober 2015
Zweifellos hat Aleksei German mit "Trudno byt bogom", (Es ist schwer, ein Gott zu sein), ein Meisterwerk in Bildern geschaffen. Man kann förmlich in jedem Bild seine Lust spüren, jene mittelalterliche Welt des erdähnlichen Planeten aus dem Roman der Gebrüder Strugatzki auferstehen zu lassen. Jede Szene, jeder Moment atmet die Trunkenheit, den Gestank, Matsch und Dreck in unfehlbar majestätischem Monochrom. Jedes Ding, das da ins Bild hineinwankt ist ein Kunstwerk für sich und man selbst kann nicht anders als als gleitende Kamera dicht an den Körpern mitzutorkeln und gänzlich eingenommen und verschlungen zu werden von jener Bildgewalt. Tatsächlich lassen sich Germans "Cadres" nur an den wirklich großen Werken der Meister der Filmautoren messen: alles erinnert hier in der Inszenierung der gnadenlos monochrom gehaltenen Tableaus in Bewegung an Béla Tarrs Überwerk Sátántángo, die keine Zwischentöne dulden, und in der Beschwörung jener mittelalterlichen Weltbühne lässt sich kein geringeres als Tarkowskijs sagenhaftes Werk Andrei Rublev zitieren.
Für Freunde des Filmemacherkinos ist Germans Film zweifelsohne ein wirkliches Muss.
Bei aller Lobhudelei darf man allerdings nicht vergessen, dass German mit Trudno byt bogom die unangefochtenen Meister der Science Fiction Literatur bemüht und mit jenem Roman eines der Meisterwerke des Autorengespanns zitiert. Mit der Erwartungshaltung an den Film, man finde nun eine Verfilmung des Stoffes vor, heranzugehen, geht der Zuschauer gänzlich fehl:
German nimmt Strugatzkis Werk nur als Schale, er suhlt sich in der Atmosphäre, dem mittelalterlichen Milieu, das den Strugatzkis so wichtig war als widerlich und lustig zugleich darzustellen, jener Argwohn der Bewohner etwa, jeden als dubios zu empfinden, der (in diesem Falle unser Protagonist) daherkommt und allzu oft den Waschlappen an seinen Körper legt. Die Handlung um die Progressoren (jene Erdenbürger des 22. Jahrhunderts, die auf andere Planeten reisen, dort schalten und walten wie Geheimagenten, um den historischen Fortschritt der erdähnlichen Spezies zu beobachten und inspeziell die Geschichte Don Rumatas, jenes Progressors, der aus dem 22. Jahrhundert in das mittelalterliche Arkanar gerät und als eigentlicher Beobachter ein wenig zu sehr in die Geschichte eingreift) bleibt hier auf der Strecke, und ein wirkliches Vorankommen in den beweglichen, bacchantischen Tableaus ist auch nicht absehbar. So wirkt für den Leser des Buches Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein Germans verschwenderische Bildorgie nur allzu bald wie eine leere Bildhülse, die auf ein und derselben Stelle tritt, aber aus allem Morast nicht wirklich herauskommt, um endlich in die Gänge der Erzählung zu kommen.
So verschiebt German seinen Fokus auf das Erfahrbare, das Empfinden von Zeit und Bewegung, wie man es ja bereits von Tarr, der den Wind als Protagonisten beschrieb kennt oder von Tarkowskijs Zeitbildhauerei) und verlässt die Ebene des Sagbaren. Nein, hier geht es nicht um das Was? der Erzählung, sondern nur um das Wie?, etwas, was sich nicht über das Szenische oder das Wort definiert, sondern Leben atmet, in sich Film ist.
Peter Fleischmanns Verfilmung des Originals (1989) versteht sich hingegen ganz im Gegenteil, wenngleich für jüngere Zuschauer leichthin als seltsame Kostümklamotte abzuwerten, als wunderbare Perle und liebevolle Hinwendung an den Roman.
Zugute halten muss man German seine Passion und seinen Wahnsinn, mit Trudno byt bogom ein Meisterwerk schaffen zu wollen und geschaffen zu haben und dies in einer Ära, in der die Filmemacher nurmehr mit den erhabenen Visionären und ganz Großen des Autorenkinos zu ringen haben. In den Kanon der russischen Meister um Tarkowskij und Sokurow ist German allemal, ganz ohne auf jegliche Vorlagen achtgeben zu müssen, eingegangen.
(Diese Rezension bezieht sich auf den Inhalt des Films und hat mit der Bewertung der DVD, seiner Features und Bildqualität nichts zu tun!)


Hard to Be a God [Blu-ray] [UK Import]
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DVD ~ Gali Abaydulov
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 18,48

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Freunde Tarkowskijs und Béla Tarrs, nicht aber für die Fans der Gebrüder Strugatzki, 6. Oktober 2015
Zweifellos hat Aleksei German mit "Trudno byt bogom", (Es ist schwer, ein Gott zu sein), ein Meisterwerk in Bildern geschaffen. Man kann förmlich in jedem Bild seine Lust spüren, jene mittelalterliche Welt des erdähnlichen Planeten aus dem Roman der Gebrüder Strugatzki auferstehen zu lassen. Jede Szene, jeder Moment atmet die Trunkenheit, den Gestank, Matsch und Dreck in unfehlbar majestätischem Monochrom. Jedes Ding, das da ins Bild hineinwankt ist ein Kunstwerk für sich und man selbst kann nicht anders als als gleitende Kamera dicht an den Körpern mitzutorkeln und gänzlich eingenommen und verschlungen zu werden von jener Bildgewalt. Tatsächlich lassen sich Germans "Cadres" nur an den wirklich großen Werken der Meister der Filmautoren messen: alles erinnert hier in der Inszenierung der gnadenlos monochrom gehaltenen Tableaus in Bewegung an Béla Tarrs Überwerk Sátántángo, die keine Zwischentöne dulden, und in der Beschwörung jener mittelalterlichen Weltbühne lässt sich kein geringeres als Tarkowskijs sagenhaftes Werk Andrei Rublev zitieren.
Für Freunde des Filmemacherkinos ist Germans Film zweifelsohne ein wirkliches Muss.
Bei aller Lobhudelei darf man allerdings nicht vergessen, dass German mit Trudno byt bogom die unangefochtenen Meister der Science Fiction Literatur bemüht und mit jenem Roman eines der Meisterwerke des Autorengespanns zitiert. Mit der Erwartungshaltung an den Film, man finde nun eine Verfilmung des Stoffes vor, heranzugehen, geht der Zuschauer gänzlich fehl:
German nimmt Strugatzkis Werk nur als Schale, er suhlt sich in der Atmosphäre, dem mittelalterlichen Milieu, das den Strugatzkis so wichtig war als widerlich und lustig zugleich darzustellen, jener Argwohn der Bewohner etwa, jeden als dubios zu empfinden, der (in diesem Falle unser Protagonist) daherkommt und allzu oft den Waschlappen an seinen Körper legt. Die Handlung um die Progressoren (jene Erdenbürger des 22. Jahrhunderts, die auf andere Planeten reisen, dort schalten und walten wie Geheimagenten, um den historischen Fortschritt der erdähnlichen Spezies zu beobachten und inspeziell die Geschichte Don Rumatas, jenes Progressors, der aus dem 22. Jahrhundert in das mittelalterliche Arkanar gerät und als eigentlicher Beobachter ein wenig zu sehr in die Geschichte eingreift) bleibt hier auf der Strecke, und ein wirkliches Vorankommen in den beweglichen, bacchantischen Tableaus ist auch nicht absehbar. So wirkt für den Leser des Buches Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein Germans verschwenderische Bildorgie nur allzu bald wie eine leere Bildhülse, die auf ein und derselben Stelle tritt, aber aus allem Morast nicht wirklich herauskommt, um endlich in die Gänge der Erzählung zu kommen.
So verschiebt German seinen Fokus auf das Erfahrbare, das Empfinden von Zeit und Bewegung, wie man es ja bereits von Tarr, der den Wind als Protagonisten beschrieb kennt oder von Tarkowskijs Zeitbildhauerei) und verlässt die Ebene des Sagbaren. Nein, hier geht es nicht um das Was? der Erzählung, sondern nur um das Wie?, etwas, was sich nicht über das Szenische oder das Wort definiert, sondern Leben atmet, in sich Film ist.
Peter Fleischmanns Verfilmung des Originals (1989) versteht sich hingegen ganz im Gegenteil, wenngleich für jüngere Zuschauer leichthin als seltsame Kostümklamotte abzuwerten, als wunderbare Perle und liebevolle Hinwendung an den Roman.
Zugute halten muss man German seine Passion und seinen Wahnsinn, mit Trudno byt bogom ein Meisterwerk schaffen zu wollen und geschaffen zu haben und dies in einer Ära, in der die Filmemacher nurmehr mit den erhabenen Visionären und ganz Großen des Autorenkinos zu ringen haben. In den Kanon der russischen Meister um Tarkowskij und Sokurow ist German allemal, ganz ohne auf jegliche Vorlagen achtgeben zu müssen, eingegangen.
(Diese Rezension bezieht sich auf den Inhalt des Films und hat mit der Bewertung der DVD, seiner Features und Bildqualität nichts zu tun!)


Trudno byt bogom / Hard to be A God (A&B Strugatsky) (Russian only) BLU RAY REGION FREE
Trudno byt bogom / Hard to be A God (A&B Strugatsky) (Russian only) BLU RAY REGION FREE
DVD ~ Tsurilo Yarmolnik

4.0 von 5 Sternen Für Freunde Tarkowskijs und Béla Tarrs, nicht aber für die Fans der Gebrüder Strugatzki, 6. Oktober 2015
Zweifellos hat Aleksei German mit "Trudno byt bogom", (Es ist schwer, ein Gott zu sein), ein Meisterwerk in Bildern geschaffen. Man kann förmlich in jedem Bild seine Lust spüren, jene mittelalterliche Welt des erdähnlichen Planeten aus dem Roman der Gebrüder Strugatzki auferstehen zu lassen. Jede Szene, jeder Moment atmet die Trunkenheit, den Gestank, Matsch und Dreck in unfehlbar majestätischem Monochrom. Jedes Ding, das da ins Bild hineinwankt ist ein Kunstwerk für sich und man selbst kann nicht anders als als gleitende Kamera dicht an den Körpern mitzutorkeln und gänzlich eingenommen und verschlungen zu werden von jener Bildgewalt. Tatsächlich lassen sich Germans "Cadres" nur an den wirklich großen Werken der Meister der Filmautoren messen: alles erinnert hier in der Inszenierung der gnadenlos monochrom gehaltenen Tableaus in Bewegung an Béla Tarrs Überwerk Sátántángo, die keine Zwischentöne dulden, und in der Beschwörung jener mittelalterlichen Weltbühne lässt sich kein geringeres als Tarkowskijs sagenhaftes Werk Andrei Rublev zitieren.
Für Freunde des Filmemacherkinos ist Germans Film zweifelsohne ein wirkliches Muss.
Bei aller Lobhudelei darf man allerdings nicht vergessen, dass German mit Trudno byt bogom die unangefochtenen Meister der Science Fiction Literatur bemüht und mit jenem Roman eines der Meisterwerke des Autorengespanns zitiert. Mit der Erwartungshaltung an den Film, man finde nun eine Verfilmung des Stoffes vor, heranzugehen, geht der Zuschauer gänzlich fehl:
German nimmt Strugatzkis Werk nur als Schale, er suhlt sich in der Atmosphäre, dem mittelalterlichen Milieu, das den Strugatzkis so wichtig war als widerlich und lustig zugleich darzustellen, jener Argwohn der Bewohner etwa, jeden als dubios zu empfinden, der (in diesem Falle unser Protagonist) daherkommt und allzu oft den Waschlappen an seinen Körper legt. Die Handlung um die Progressoren (jene Erdenbürger des 22. Jahrhunderts, die auf andere Planeten reisen, dort schalten und walten wie Geheimagenten, um den historischen Fortschritt der erdähnlichen Spezies zu beobachten und inspeziell die Geschichte Don Rumatas, jenes Progressors, der aus dem 22. Jahrhundert in das mittelalterliche Arkanar gerät und als eigentlicher Beobachter ein wenig zu sehr in die Geschichte eingreift) bleibt hier auf der Strecke, und ein wirkliches Vorankommen in den beweglichen, bacchantischen Tableaus ist auch nicht absehbar. So wirkt für den Leser des Buches Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein Germans verschwenderische Bildorgie nur allzu bald wie eine leere Bildhülse, die auf ein und derselben Stelle tritt, aber aus allem Morast nicht wirklich herauskommt, um endlich in die Gänge der Erzählung zu kommen.
So verschiebt German seinen Fokus auf das Erfahrbare, das Empfinden von Zeit und Bewegung, wie man es ja bereits von Tarr, der den Wind als Protagonisten beschrieb kennt oder von Tarkowskijs Zeitbildhauerei) und verlässt die Ebene des Sagbaren. Nein, hier geht es nicht um das Was? der Erzählung, sondern nur um das Wie?, etwas, was sich nicht über das Szenische oder das Wort definiert, sondern Leben atmet, in sich Film ist.
Peter Fleischmanns Verfilmung des Originals (1989) versteht sich hingegen ganz im Gegenteil, wenngleich für jüngere Zuschauer leichthin als seltsame Kostümklamotte abzuwerten, als wunderbare Perle und liebevolle Hinwendung an den Roman.
Zugute halten muss man German seine Passion und seinen Wahnsinn, mit Trudno byt bogom ein Meisterwerk schaffen zu wollen und geschaffen zu haben und dies in einer Ära, in der die Filmemacher nurmehr mit den erhabenen Visionären und ganz Großen des Autorenkinos zu ringen haben. In den Kanon der russischen Meister um Tarkowskij und Sokurow ist German allemal, ganz ohne auf jegliche Vorlagen achtgeben zu müssen, eingegangen.
(Diese Rezension bezieht sich auf den Inhalt des Films und hat mit der Bewertung der DVD, seiner Features und Bildqualität nichts zu tun!)


Es ist schwer, ein Gott zu sein [2 DVDs]
Es ist schwer, ein Gott zu sein [2 DVDs]
DVD ~ Leonid Yarmolnik
Preis: EUR 16,99

41 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Freunde Tarkowskijs und Béla Tarrs, nicht aber für die Fans der Gebrüder Strugatzki, 6. Oktober 2015
Zweifellos hat Aleksei German mit "Trudno byt bogom", (Es ist schwer, ein Gott zu sein), ein Meisterwerk in Bildern geschaffen. Man kann förmlich in jedem Bild seine Lust spüren, jene mittelalterliche Welt des erdähnlichen Planeten aus dem Roman der Gebrüder Strugatzki auferstehen zu lassen. Jede Szene, jeder Moment atmet die Trunkenheit, den Gestank, Matsch und Dreck in unfehlbar majestätischem Monochrom. Jedes Ding, das da ins Bild hineinwankt ist ein Kunstwerk für sich und man selbst kann nicht anders als als gleitende Kamera dicht an den Körpern mitzutorkeln und gänzlich eingenommen und verschlungen zu werden von jener Bildgewalt. Tatsächlich lassen sich Germans "Cadres" nur an den wirklich großen Werken der Meister der Filmautoren messen: alles erinnert hier in der Inszenierung der gnadenlos monochrom gehaltenen Tableaus in Bewegung an Béla Tarrs Überwerk Sátántángo, die keine Zwischentöne dulden, und in der Beschwörung jener mittelalterlichen Weltbühne lässt sich kein geringeres als Tarkowskijs sagenhaftes Werk Andrei Rublev zitieren.
Für Freunde des Filmemacherkinos ist Germans Film zweifelsohne ein wirkliches Muss.
Bei aller Lobhudelei darf man allerdings nicht vergessen, dass German mit Trudno byt bogom die unangefochtenen Meister der Science Fiction Literatur bemüht und mit jenem Roman eines der Meisterwerke des Autorengespanns zitiert. Mit der Erwartungshaltung an den Film, man finde nun eine Verfilmung des Stoffes vor, heranzugehen, geht der Zuschauer gänzlich fehl:
German nimmt Strugatzkis Werk nur als Schale, er suhlt sich in der Atmosphäre, dem mittelalterlichen Milieu, das den Strugatzkis so wichtig war als widerlich und lustig zugleich darzustellen, jener Argwohn der Bewohner etwa, jeden als dubios zu empfinden, der (in diesem Falle unser Protagonist) daherkommt und allzu oft den Waschlappen an seinen Körper legt. Die Handlung um die Progressoren (jene Erdenbürger des 22. Jahrhunderts, die auf andere Planeten reisen, dort schalten und walten wie Geheimagenten, um den historischen Fortschritt der erdähnlichen Spezies zu beobachten und inspeziell die Geschichte Don Rumatas, jenes Progressors, der aus dem 22. Jahrhundert in das mittelalterliche Arkanar gerät und als eigentlicher Beobachter ein wenig zu sehr in die Geschichte eingreift) bleibt hier auf der Strecke, und ein wirkliches Vorankommen in den beweglichen, bacchantischen Tableaus ist auch nicht absehbar. So wirkt für den Leser des Buches Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein Germans verschwenderische Bildorgie nur allzu bald wie eine leere Bildhülse, die auf ein und derselben Stelle tritt, aber aus allem Morast nicht wirklich herauskommt, um endlich in die Gänge der Erzählung zu kommen.
So verschiebt German seinen Fokus auf das Erfahrbare, das Empfinden von Zeit und Bewegung, wie man es ja bereits von Tarr, der den Wind als Protagonisten beschrieb kennt oder von Tarkowskijs Zeitbildhauerei) und verlässt die Ebene des Sagbaren. Nein, hier geht es nicht um das Was? der Erzählung, sondern nur um das Wie?, etwas, was sich nicht über das Szenische oder das Wort definiert, sondern Leben atmet, in sich Film ist.
Peter Fleischmanns Verfilmung des Originals (1989) versteht sich hingegen ganz im Gegenteil, wenngleich für jüngere Zuschauer leichthin als seltsame Kostümklamotte abzuwerten, als wunderbare Perle und liebevolle Hinwendung an den Roman.
Zugute halten muss man German seine Passion und seinen Wahnsinn, mit Trudno byt bogom ein Meisterwerk schaffen zu wollen und geschaffen zu haben und dies in einer Ära, in der die Filmemacher nurmehr mit den erhabenen Visionären und ganz Großen des Autorenkinos zu ringen haben. In den Kanon der russischen Meister um Tarkowskij und Sokurow ist German allemal, ganz ohne auf jegliche Vorlagen achtgeben zu müssen, eingegangen.
(Diese Rezension bezieht sich auf den Inhalt des Films und hat mit der Bewertung der DVD, seiner Features und Bildqualität nichts zu tun!)


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