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Beiträge von Gabriele Stein...
Top-Rezensenten Rang: 2.583
Hilfreiche Bewertungen: 1198

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Rezensionen verfasst von
Gabriele Steininger (Dresden)

Anzeigen:  
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Unterleuten: Roman
Unterleuten: Roman
von Juli Zeh
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

3.0 von 5 Sternen Die dörfliche Idylle trügt, 14. September 2017
Rezension bezieht sich auf: Unterleuten: Roman (Taschenbuch)
„Für Kathrin waren die Abende Zeiten des Glücks. Sie liebte Bücher, besonders Romane , und unter Romanen vor allem die dicken. In allen Büchern, die Kathrin kannte, war die Welt auf wunderbare Weise in Ordnung. Selbst wenn das Leben der Figuren auf katastrophale Weise schief ging, selbst wenn nach allen Regeln der Kunst gequält und gelitten wurde, so besaßen Qual und Leiden doch immer einen Sinn, und wenn keinen Sinn, dann immerhin Zusammenhang und folglich Bedeutung.“ (Seite 355)

Ich bin überzeugt davon, dass Kathrin dieser Roman gefallen hätte. Er ist über 600 Seiten dick, und zumindest anfangs hat man das Gefühl, dass die Welt in diesem kleinen brandenburgischen Dorf in Ordnung ist. Erst nach und nach erschließt sich die Wirklichkeit und der Leser entdeckt, wie Intrigen die Menschen quälen und leiden lassen.

Juli Zeh erzählt mit herrlicher Ironie von Menschen, die ihre Träume leben wollen und von anderen daran gehindert werden. Gelungen fand ich die Einführung der Figuren, die nach und nach stattfindet, so dass der Leser nicht von allen gleichzeitig überfallen wird. Auch das Zusammenspiel der (neuen und alten) Dorfbewohner entwickelt sich langsam und nachvollziehbar. Erinnerungen an das Leben in der DDR zeigen deutlich, wie sich die Welt für die Alteingesessenen verändert hat, obwohl der eine oder andere mühsam versucht, alte Strukturen aufrecht zu erhalten.

„Zugezogene begriffen nicht, dass der Weltuntergang hier bereits stattgefunden hatte. Mehrmals. Durch die Bomben des zweiten Weltkriegs, die bei schlechtem Wetter wahllos über dem Berliner Umland abgeworfen wurden. Durch Rot-Armisten während des Vormarsches auf die Hauptstadt. Durch die Ankunft der Vertriebenen aus Ostpreußen, die sich auf Scheunen, Ställe und halb zerstörte Häuser verteilten. Durch die Errichtung der Mauer und durch das Einreißen der Mauer.“ (Seite 613)

Leider hat meine Begeisterung für diesen Roman nicht bis zum Schluss angehalten. Manches wurde mir zu weitschweifig erzählt, so dass meine Konzentration auf das dörfliche Geschehen in der zweiten Hälfte des Buches deutlich nachließ. Aus diesem Grund vergebe ich auch nur 3 Sterne.


Mein Leben als Hoffnungsträger
Mein Leben als Hoffnungsträger
von Jens Steiner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

5.0 von 5 Sternen Nichts im Leben ist beständig, 3. September 2017
Philipp ist ein wenig anders als seine Mitmenschen. Statt sich dem Sog der Gesellschaft nach immer höher, weiter, schneller hinzugeben, verträumt er an der Straßenbahnendschleife Zeit auf einer Bank. Beobachtet wird er dabei von Uwe, der es als Chef des Recyclinghofes gewöhnt ist, sich um alles „Übriggebliebene“ zu kümmern. Uwe findet Gefallen am Silberpapier einsammelnden Philipp und holt ihn als Hoffnungsträger auf den Recyclinghof. Dort trifft der Ich-Erzähler auf die beiden Portugiesen João und Arturo, die es wunderbar verstehen, aus dem Abfall anderer Menschen Profit zu ziehen ...

Jens Steiner ist mit diesem humorvollen Buch ein großer Wurf gelungen. Der Autor beobachtet genau und erfreut den Leser mit bemerkenswerten Zitaten: „Jetzt werfe ich alle meine Fragen auf einen Haufen und schaue ihnen dabei zu, wie sie langsam verrotten,“ (Seite 89) oder „All die Sofas, Bücherregale und Lampen waren auch mal Hoffnungsträger, waren Teil eines Teams … Jetzt sind sie hier gelandet, vergessen von der Welt und den Menschen, die sie loswerden wollten“ (Seite 93). Was mich auch beeindruckte, war Arturos Philosophie (Seite 138): „... Wenn er schaute Fotos von Kinder und Kindeskinder, er weinte vor Glück. Weil Erinnerung an Leben ist schön. Manchmal schöner als Leben selbst.“

Dieses Buch erinnert nicht nur daran, dass Wünschen oft schöner als Haben ist, sondern führt auf ganz subtile Weise die Vergänglichkeit allen Seins vor Augen. Mich hat die mal mehr, mal weniger kurzweilige Geschichte über das Leben eines Eigenbrötlers, der aber durchaus zu echter Hilfe fähig ist, bestens unterhalten.


Kopfüber zurück
Kopfüber zurück
von Rebecca Wait
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

5.0 von 5 Sternen Tiefgreifendes Leseerlebnis, 2. Juni 2017
Rezension bezieht sich auf: Kopfüber zurück (Gebundene Ausgabe)
Fünf Jahre sind seit dem Tod des ältesten Sohnes der Familie Stewart vergangen. Seitdem hat sich alles verändert: Der zweite Sohn hat das Haus verlassen und die inzwischen 14jährige Emma ist ein pummeliger, in der Schule gemobbter Teenager geworden. Manchmal sehnt sie sich nach ihren Brüdern und der früheren Unbeschwertheit. Aber verbalisieren kann sie es nicht, da die Eltern nie von der Vergangenheit sprechen. Stattdessen kümmert sich die Mutter hingebungsvoll um die Ernährung ihrer Familie und der Vater zieht sich so oft er kann in seinen geliebten Schuppen zurück. Eigentlich weiß keiner, wie es den jeweils anderen Familienmitgliedern geht.

Bis eines Tages das Telefon klingelt und sich die ehemalige Freundin von Jamie meldet. Sie hatte ihn zufälliger Weise in einer weit entfernten Buchhandlung getroffen und erfahren, dass niemand weiß, wo er steckt. Als Emma das hört, rafft sie ihr Gespartes zusammen und besucht heimlich den Bruder. Nun wird die Vergangenheit aufgerollt und das Leid der Familie von verschiedenen Seiten beleuchtet.

Der 1988 geborenen Rebecca Wait ist mit diesem Roman ein einnehmendes Debüt gelungen. Es gelingt ihr, die Spannung nach und nach zu steigern. Sie erzählt eindringlich und lässt den Leser auf eine ganz besondere Weise am Innenleben ihrer Protagonisten teilhaben.

Leider finde ich das Cover nicht besonders gelungen, weshalb das Buch viel zu lange ungelesen bei mir herumlag. Dass es aber passt, zeigt ein Zitat von Seite 321: „Es geschah plötzlich. Kopfüber wurde er zurück ins Bewusstsein geschleudert. Angespannt und wachsam strengte er seine Ohren an, um das Geräusch einzufangen, das er gehört hatte. Er hatte keine Ahnung, was es gewesen war – aber er war sich sicher, dass er von einem Geräusch geweckt worden war.“

Fazit: Lesenswert!


Pflege daheim: Planung. Finanzierung. Unterstützung aus Osteuropa. - Mit Musterbriefen und Checklisten
Pflege daheim: Planung. Finanzierung. Unterstützung aus Osteuropa. - Mit Musterbriefen und Checklisten
von Hermann Bierlein
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Brauchbare Zusammenfassung, 14. Mai 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch ist vielleicht nicht mehr auf dem allerneuesten Stand, doch der Leser erhält eine Übersicht über die Möglichkeiten, wie Pflege daheim organisierbar ist.


Schneider Sonnenschirm Locarno, natur, 150 cm rund, Gestell Stahl, Bespannung Polyester, 2 kg
Schneider Sonnenschirm Locarno, natur, 150 cm rund, Gestell Stahl, Bespannung Polyester, 2 kg
Preis: EUR 36,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erfüllt meine Ansprüche, 14. Mai 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Lange habe ich gesucht, bis ich den richtigen Schirm für den Balkon fand. Es war schon eine Halterung vorhanden, allerdings für dünne Rohre. Wichtig war mir, dass sich der Schirm kippen lässt, um die Sonne auch bei tieferem Stand abzuhalten. Dieser Schirm erfüllt alle Kriterien. Die Gelenke sind leicht gängig. Ich bin zufrieden.


Das Wetter ist schön, das Leben auch: 1 CD
Das Wetter ist schön, das Leben auch: 1 CD
von Anna Gavalda
  Audio CD
Preis: EUR 8,95

4.0 von 5 Sternen Kurzweilige Unterhaltung, 26. April 2017
„Seit fünfeinhalb Monaten habe ich Lust auf Sarah Briot, die Verkaufsleiterin“ beginnt Olivier seine Geschichte, die mir ein mitfühlendes Grinsen aufs Gesicht gezaubert hat. Er erzählt und erzählt und vor mir entstanden herrliche Bilder: von seiner Angebeteten, mit der er bisher kaum ein Wort gewechselt hat, die aber viel bei ihm auslöste … Auch seine sehr unterschiedlichen Schwestern stellt er uns Lesern vor. Sie sind es schließlich, die dafür sorgen, dass sein Leben lebendig wird …

Mir hat diese kurze Erzählung sehr gefallen. In meinen Augen ist es eine Kunst, eine eigentlich profane Angelegenheit so kurzweilig zu erzählen.

Die Aufmachung dieses Büchleins ist gelungen. Neben dem Cover sind auch die inneren Umschlagseiten mit bunten Bildern des begnadeten Illustrators Quint Buchholz bestückt.

Für mich war es die richtige Lektüre für eine kurze Pause, die keine große Konzentration erforderte. Wer allerdings einen Roman erwartet, ist bestimmt von den gerade mal 47 Seiten enttäuscht.


Quiko 077230 Ardap Zecken- und Flohhalsband für Katzen, 35cm
Quiko 077230 Ardap Zecken- und Flohhalsband für Katzen, 35cm
Preis: EUR 9,95

1.0 von 5 Sternen Anlegen schwer und Wirkung schlecht, 24. April 2017
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Es wird Zeit, die Katze mal wieder vor den Schmarotzern zu schützen. Also wird ein Halsband angelegt. Schon beim Auspacken steigt uns ein intensiver, nicht definierbarer Geruch in die Nase. Er ist nicht unangenehm, aber ungewöhnlich. Dann geht es ans Anlegen. Die Enttäuschung ist groß: Trotz vielen Probierens - mit viel Feingefühl und schließlich auch großer Kraft - lässt sich das Halsband nicht auf die richtige Länge einstellen. Große Ungläubigkeit lässt mich weiter probieren und schließlich geschieht das Wunder und es klappt - endlich.
Noch müssen wir abwarten, wie die Wirkung ist. Aber die Schwierigkeiten beim Anlegen des Halsbandes bringen auf jeden Fall Punktabzug!

Nach drei Wochen hat der Geruch etwas nachgelassen, aber die Wirkung auch: Die zweite Zecke, die wir unserer Katze entfernten, saß unmittelbar neben dem Halsband. So, als wäre es dort besonders gemütlich für die Zecke.

Damit ist dieses Halsband für mich gestorben und es bleibt nur noch der letzte Punkt übrig!


Corky und der Zirkus
Corky und der Zirkus
von Dorothea Johnston Snow
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Der Zehnjährige mit dem Babyelefanten, 23. April 2017
Rezension bezieht sich auf: Corky und der Zirkus (Gebundene Ausgabe)
Das Buch erzählt von einer Zeit, als Tiere noch der Stolz jeden Zirkusses sein durften. Der Leser erfährt viel über das Leben in der wandernden Zeltstadt, lernt Tierbändiger, Akrobaten und Clowns kennen und steckt mitten in den Problemen, die das Wandern und die Wetterkapriolen mit sich brachten. Die Spannung ist kindgerecht aufgearbeitet und animiert auch Lesemuffel, nicht vorzeitig aufzugeben.


Der weiteste Weg: Mit dem Campingbus bis Australien
Der weiteste Weg: Mit dem Campingbus bis Australien
von Bruno Blum
  Taschenbuch
Preis: EUR 22,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf vier Rädern um die Welt, 20. April 2017
„In jedem Menschen stecken Träume, doch viele schieben diese vor sich her, bis sie plötzlich eines Tages nicht mehr da sind“, weiß Bruno Blum, der Autor dieses Buches. Er lebt anders. In zweieinhalb Jahren hat er zusammen mit seiner Freundin 90.000 Kilometer im Campingbus hinter sich gebracht und dabei die unterschiedlichsten Länder, Kulturkreise und Landschaften kennengelernt.

Ich habe seine Reise in diesem Buch gerne nachvollzogen. Da ich selbst zu der Sorte Mensch gehöre, die sich an solch eine Reise nicht heran trauen, konnte ich zumindest an Hand der zahlreichen bunten Bilder davon träumen durch halb Europa, Asien und Australien zu reisen. Ich erfuhr viel über das Warten auf ein Visum und erlebte unmittelbar mit, wie unterschiedlich die Länder auf die Besucher wirken.

Zum Beispiel gibt es zwischen dem quirligen Indien und dem zivilisierten Down Under einen krassen Gegensatz : „Die kleine westaustralische Hafenstadt Fremantle ist bekannt für ihre entspannte Atmosphäre und die zahllosen gemütlichen Staßencafés. Nach dem hektischen Indien ist dies der ideale Ort, um wieder einmal einen richtigen Cappucino zu schlürfen und in Ruhe das Leben um mich herum zu betrachten, ohne selbst von Schaulustigen umlagert und angestarrt zu werden. Ich fühle mich wieder als Individuum und nicht als Teil eines Ganzen, ohne Anrecht auf jegliche Privatsphäre.“ (Seite 120)

Acht Monate blieben die Weltenbummler in Australien, weshalb diesem Teil der Reise die meisten Seiten in diesem Buch gewidmet sind. Interessant zu lesen, aber hier zeigt sich, weshalb mir der Mut zu solch einer weiten Reise fehlt: ausgerechnet im australischen Outback haben sie einen Motorschaden! Trotzdem genießt das Paar das Reisen weiterhin „wie am ersten Tag und entdecken dabei immer wieder Neues und Überraschendes. Wir haben aber auch gelernt, dass australische Sehenswürdigkeiten mit Vorsicht zu genießen sind. Meist liegen diese ja nicht nur ein paar Kilometer, sondern gleich Tagesreisen voneinander entfernt und nicht selten müssen wir, am Ziel angelangt, mit Ernüchterung feststellen, dass das Angetroffene bei weitem nicht unseren Erwartungen entspricht.“ (Seite 150)

Für mich war dieses Buch Urlaub vom Alltag. Die zahlreichen, teils ganzseitigen Fotos kommen auf dem gewählten Papier richtig zur Geltung und die Texte sind ausgesprochen informativ. Was ich allerdings schade fand: die Karte mit der Reiseroute, die auf den Umschlagseiten zu sehen ist, bietet nur einen sehr groben Überblick. So musste ich immer wieder nach genaueren Karten suchen, um zu sehen, wo welche Stadt liegt und von wo bis wo welches Land reicht. Hier wäre größere Genauigkeit, die sich mit zwei verschiedenen Karten durchaus hätte erreichen lassen, wünschenswert gewesen.


Vorbereitung auf das nächste Leben
Vorbereitung auf das nächste Leben
von Atticus Lish
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

3.0 von 5 Sternen Niederdrückender und verstörender Gesellschaftsroman, 17. April 2017
„Die wohl schönste und unsentimalste Liebesgeschichte dieses Jahrzehnts“, hat The New York Times über dieses mit dem PEN/Faulkner Award 2015 ausgezeichnete Buch geschrieben. Meiner Meinung nach kann diese Aussage auf die falsche Fährte locken. Denn auch, wenn die Liebe in diesem Buch eine Rolle spielt, würde ich es niemals unter Liebesromanen einordnen.

In diesem Buch geht es um die Beziehung zwischen einer illegalen Einwanderin aus China und einen traumatisierten Irak-Veteranen. Als Leser taucht man tief in den „amerikanischen Traum“ ein, der sich für viele als Alptraum entpuppt. So auch für die Protagonisten, die an der unteren Stufe der Hierarchieleiter stehen und sich vergeblich bemühen, sie zu erklimmen.

Es handelt sich um ein trostloses Buch, das Amerika von einer Seite zeigt, wie man sie selten vorgesetzt bekommt. Der Autor schreibt sehr detailverliebt und es lässt sich kaum eine Entwicklung seiner Figuren feststellen. In der Aneinandereihung der Bilder sieht man deutlich, wie einer der Rettungsanker des anderen ist.

Mich hat die Schilderung des New Yorker Großstadtmillieus an Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ erinnert. Die Geschichte des entlassenen Gefangenen Franz Biberkopfs lässt sich gut mit dem aus der Army ausgeschiedenen Skinner vergleichen. Beide straucheln haltlos durch die Großstadt, die in beiden Romanen den Rahmen der Handlung gibt. Auch wenn zwischen der Entstehung der Romane neun Jahrzehnte liegen, sind die Personen am Rand der Gesellschaft auf der Suche nach Heimat und Zukunftsperspektive ähnlich verloren. Auch der Schreibstil von Atticus Lish und Alfred Döblin lässt sich gut vergleichen: abgehackt, mit unvollständigen Sätzen oder ausgedehnten Augenblicksbeschreibungen; was das Lesen sehr ermüdend gestaltet.

Seite 268: „Sie strahlte die Tabletts mit dem Druckspüler ab, bevor sie sie in den Korb rammte, der in die Spülmaschine geschoben wurde, einen sechzig mal sechzig Zentimeter großen Edelstahlkasten, der über einen Schlauch mit einem fest an der Wand montierten Spülmittelspender verbunden war. Sie legte den Hebel um und ließ sie laufen.“ Während solche Bilder ausführlichst gemalt werden, bleibt das Innere der Protagonisten lange Zeit diffus. Seite 267: „Die Welt erschien ihm düster oder enttäuschend, und sie war auch nicht anders als andere Frauen: Sie hatte bestimmte Funktionen. Und er hatte gesehen, wie der Sprengstoff diese Funktionen von innen nach außen kehrte, er kannte das Innere der Menschen, und dort war nichts. Es war widerlich. Es war langweilig, Es war ekelerregend, das war alles.“

Fazit: Das Buch gefiel mir über weite Strecken nicht, es war langweilig, es war widerlich, es war ekelerregend. Trotzdem entwickelte sich ein gewisser Sog. Ich kämpfte mich durch nicht enden wollende Dialoge, die zwar die augenblickliche Stimmung schilderten, die Geschichte aber nicht weiterbrachten. Der verzweifelte Überlebenskampf im Dschungel der Großstadt war im Rückblick aber doch irgendwie spannend. Fragte ich mich zu Beginn der Lektüre noch, ob es sich lohne, die mehr als 500 Seiten zu lesen, kann ich nach den letzten Seiten doch zugeben, dass mir der Inhalt des Buches im Gedächtnis bleiben wird.


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