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"noldo"

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Mer de Noms
Mer de Noms
Preis: EUR 13,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A perfect day with A Perfect Circle, 7. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Mer de Noms (Audio CD)
Also eins mal vorweg: A Perfect Circle wird zwar gerne, aber sollte nicht mit Tool verglichen werden. Gern wird APC als Tool fürs Radio, Tool für Kuschelrockliebhaber, Tool für was-weiß-ich-was, oder gar als halbgares Experiment zur Überbrückung des nächsten Tool-Albums bezeichnet. APC sind nicht Tool, brauchen sich überhaupt nicht hinter ihnen zu verstecken und klingen nur sehr bedingt (und das auch nur dann wenn's härter zur Sache geht) nach Tool und außerdem ist es kein Tool- oder Maynard James Keenan-Nebenprojekt, sondern ein Billy Howerdel-HAUPT-Projekt, denn aus seiner Feder stammen die genialen Kompositionen! Also an alle, die noch mal APC als radiotaugliches Tool-Nebenprojekt bezeichnen wollen: Bitte schenkt doch A Perfect Circle und vor allem Billy Howerdel den Respekt, den sie verdienen, denn so ein Eigenständiges Album hat die Welt schon viel zu lange nicht mehr gehört.
Das beweist schon der Opener. "The Hollow" ist wohl die Hymne des Albums, wobei das Wort Hymne hier völlig neu definiert wird, denn obwohl dieser Song nur knappe drei Minuten dauert, steckt hier mehr drinnen als auf manchen Alben. Geniale Riffs, die gesamte Bandbreite von Maynards Können hinter dem Mikro und gleich zwei wundervolle Refrains. Dieser Song macht gleich deutlich, dass dieses Album etwas schafft, was schier unmöglich scheint: Denn obwohl man es hier mit drei- bis vier-Minuten-Songs zu tun hat, bekommt man hier einige der vielschichtigsten und progressivsten (!) Rock-Nummern der letzten Zeit geboten.
Hier freut sich jeder Freund anspruchsvoller Rockmusik über geniale hymnische Riffmonster wie "Judith", "Magdalena" oder "Thomas", subtilen, psychedelischen Alternative-Rock ("Rose", "Sleeping Beauty), melancholischen Gänsehaut-Rock wie "Brena" und "3 Libras", oder völlig entrückte Momente ("Renholder" und das abschließende minimalistischst gehaltene "Over"). Bei aller Progressivität und Vielschichtigkeit, wirkt dann das längste Stück des Albums, ein gerade mal 4:47 langer/kurzer Song, wie ein 10-Minuten Epos. "Orestes" ist für mich auch der absolute Höhepunkt des Albums, da es der schönste und ergreifenste Song ist, den ich seit langem gehört habe. Maynard leidet hier in nahezu göttlicher Form, sei es im ersten, melancholisch-ruhigen, oder im abschließenden Teil, welcher an emotionaler Intensität einem Vulkan-Ausbruch gleicht!
Heraushebenswert ist auch das Können der einzelnen Musiker, seien es die subtilen Keyboards von Troy Van Leeuwen, die genialen Rhythmen von Drummer Josh Freese, die großartigen Basslinien der mittlerweile leider nicht mehr zur Mannschaft gehörenden Paz Lenchantin (man höre nur mal das geniale "Thinking of You"!), die bereits erwähnten einzigartigen Gänsehaut-Vocals von Maynard James Keenan und seine gewohnt großartigen Lyrics, oder die mega-genialen Gitarren-Riffs und -Melodien von Mastermind Billy Howerdel selbst, den ich hier noch mal als das neue Songwriting-Genie hervorheben will! Abgerundet werden die 12 Stücke von einem tollen, eigenständig und auf die Songs maßgeschneidert produzierten Sound, wofür- wie könnte es anders sein- abermals Billy Howerdel verantwortlich ist.
Fazit: Billy Howerdel und co. kreieren schon mit dem Debüt-Album einen völlig eigenen Stil und liefern uns ein großartiges, abwechslungsreiches Rock-Album mit viel Seele und ungeheurer Langzeitwirkung (in der heutigen Rockmusik leider eine Rarität), das ich hiermit allen, die auch nur ansatzweise auf eigenständige, intelligente und leidenschaftliche Rockmusik stehen, wärmstens empfehle. Damit sind natürlich auch die Tool-Fans angesprochen...


Mer de Noms
Mer de Noms
Preis: EUR 13,99

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A perfect day with A Perfect Circle, 7. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Mer de Noms (Audio CD)
Also eins mal vorweg: A Perfect Circle wird zwar gerne, aber sollte nicht mit Tool verglichen werden. Gern wird APC als Tool fürs Radio, Tool für Kuschelrockliebhaber, Tool für was-weiß-ich-was, oder gar als halbgares Experiment zur Überbrückung des nächsten Tool-Album bezeichnet. APC sind nicht Tool, brauchen sich überhaupt nicht hinter ihnen zu verstecken und klingen nur sehr bedingt (und das auch nur dann wenn's härter zur Sache geht) nach Tool und außerdem ist es kein Tool- oder Maynard James Keenan-Nebenprojekt, sondern ein Billy Howerdel-HAUPT-Projekt, denn aus seiner Feder stammen die genialen Kompositionen! Also an alle, die noch mal APC als radiotaugliches Tool-Nebenprojekt bezeichnen wollen: Bitte schenkt doch A Perfect Circle und vor allem Billy Howerdel den Respekt, den sie verdienen, denn so ein Eigenständiges Album hat die Welt schon viel zu lange nicht mehr gehört.
Das beweist schon der Opener. "The Hollow" ist wohl die Hymne des Albums, wobei das Wort Hymne hier völlig neu definiert wird, denn obwohl dieser Song nur knappe drei Minuten dauert, steckt hier mehr drinnen als auf manchen Alben. Geniale Riffs, die gesamte Bandbreite von Maynards Können hinter dem Mikro und gleich zwei wundervolle Refrains. Dieser Song macht gleich deutlich, dass dieses Album etwas schafft, was schier unmöglich scheint: Denn obwohl man es hier mit drei- bis vier-Minuten-Songs zu tun hat, bekommt man hier einige der vielschichtigsten und progressivsten (!) Rock-Nummern der letzten Zeit geboten.
Hier freut sich jeder Freund anspruchsvoller Rockmusik über geniale hymnische Riffmonster wie "Judith", "Magdalena" oder "Thomas", subtilen, psychedelischen Alternative-Rock ("Rose", "Sleeping Beauty), melancholischen Gänsehaut-Rock wie "Brena" und "3 Libras", oder völlig entrückte Momente ("Renholder" und das abschließende minimalistischst gehaltene "Over"). Bei aller Progressivität und Vielschichtigkeit, wirkt dann das längste Stück des Albums, ein gerade mal 4:47 langer/kurzer Song, wie ein 10-Minuten Epos. "Orestes" ist für mich auch der absolute Höhepunkt des Albums, da es der schönste und ergreifenste Song ist, den ich seit langem gehört habe. Maynard leidet hier in nahezu göttlicher Form, sei es im ersten, melancholisch-ruhigen, oder im abschließenden Teil, welcher an emotionaler Intensität einem Vulkan-Ausbruch gleicht!
Heraushebenswert ist auch das Können der einzelnen Musiker, seien es die subtilen Keyboards von Troy Van Leeuwen, die genialen Rhythmen von Drummer Josh Freese, die großartigen Basslinien der mittlerweile leider nicht mehr zur Mannschaft gehörenden Paz Lenchantin (man höre nur mal das geniale "Thinking of You"!), die bereits erwähnten einzigartigen Gänsehaut-Vocals von Maynard James Keenan und seine gewohnt großartigen Lyrics, oder die mega-genialen Gitarren-Riffs und -Melodien von Mastermind Billy Howerdel selbst, den ich hier noch mal als das neue Songwriting-Genie hervorheben will! Abgerundet werden die 12 Stücke von einem tollen, eigenständig und auf die Songs maßgeschneidert produzierten Sound, wofür- wie könnte es anders sein- abermals Billy Howerdel verantwortlich ist.
Fazit: Billy Howerdel und co. kreieren schon mit dem Debüt-Album einen völlig eigenen Stil und liefern uns ein großartiges, abwechslungsreiches Rock-Album mit viel Seele und ungeheurer Langzeitwirkung (in der heutigen Rockmusik leider eine Rarität), das ich hiermit allen, die auch nur ansatzweise auf eigenständige, intelligente und leidenschaftliche Rockmusik stehen, wärmstens empfehle. Damit sind natürlich auch die Tool-Fans angesprochen...


Love Is Hell, Pt. 1
Love Is Hell, Pt. 1
Wird angeboten von A ENTERTAINMENT
Preis: EUR 8,88

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen großartige Kunst, miesester Kapitalismus, 24. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Love Is Hell, Pt. 1 (Audio CD)
Es ist immer wieder erschreckend und macht mich wütend, wie mit einem der höchsten und wertvollsten Kulturgüter der Menschheit, nämlich der Musik, umgegangen wird. Denn die heutige Musik-Industrie (Industrie muss man sie leider nennen) ist in der Hand von Diktatoren, in Person der Label-Bosse, die absolut keine Ahnung haben von dieser Kunstform, geschweige denn von Kunst an sich.
Das beweisen die neuesten Releases des Vollblutmusikers Ryan Adams wieder einmal. Zu düster sei es, zu wenig radiotauglich, das neue Material. Deswegen wird schnell ein anderes Album, in Form von "Rock N Roll", eingeschoben. Was bei den meisten Anderen wohl zum arg durchschnittlichen Schnellschuss verkommen wäre, wird bei Ryan Adams ein weiteres großartiges Album, das einmal mehr seine außergewöhnliche Vielseitigkeit beweist. Ryan Adams kann aber doch noch durchsetzen sein "Love Is Hell" zu veröffentlichen, zwar nicht als ein Album, aber sein wir froh. Denn die Welt wäre um ein großartiges Stück Kunst ärmer, hätte man die Entscheidung des Labels einfach akzeptiert.
Auf "Love Is Hell" part 1 + 2 gibt es Ryan Adams in seinen inspirierendsten und besten Momenten. In einem gebe ich somit dem Label recht: Diese Musik ist wirklich nicht radiotauglich, denn sie besitzt viel zu viel Tiefe und Gefühl um aus einem kleinen Kästchen zu tönen, das bevorzugt zur Dauerberieselung in Supermärkten oder Würstelbuden eingesetzt wird. Nein, in dieser Musik muss man versinken, sich ihr völlig ergeben, wofür man auch reich belohnt wird: Großartige Seelenstreichler wie "Political Scientist", "The Shadowlands", "Avalanche", "My Blue Manhatten", oder "I See Monsters", gepaart mit anspruchsvoller guter Laune wie "The House Is Not for Sale", "Love Is Hell", "Please Do Not Let Me Go", "English Girls Approximately", oder "Hotel Chelsea Nights". Ein weiterer Höhepunkt ist das Oasis-Cover "Wonderwall". Ich bin zwar kein großer Fan von Coverversionen, aber was Ryan Adams darunter versteht ist schlicht ergreifend. Er reduziert den Song auf das wesentlichste, gibt ihm die Adams'sche Seele und macht daraus eigentlich eine Eigeninterpretation, welche das Original Lichtjahre hinter sich lässt! So machen Coverversionen einen Sinn!
Es gibt wohl keinen anderen Schluss, als "Love Is Hell" als Ryan Adams' reifstes und bestes Werk zu bezeichnen, welches zu den absoluten Highlights des abgelaufenen Jahres zählt und ein Klassiker hätte werden können, wäre das Material als ein Album veröffentlicht worden. Den Fan wird die Aufteilung auf zwei CDs zwar nicht sonderlich stören (außer, dass man statt einem Album zwei EPs, also deutlich mehr Geld bezahlen muss), aber mal ehrlich: Wieviele EPs zählen heute zu den Klassikern? Ein bißchen versöhnlich stimmt mich aber die Tatsache, dass Ryan Adams mit den 4 Bonus-Tracks (verteilt auf beide EPs), seinen Label ein bißchen ausgetrickst hat, denn was für das laienhafte Ohr (also die Führungsetage des Labels) durch seine experimentelle Spielweise vielleicht wie Lückenfüller wirkt, entpuppt sich für den Musikkenner als hochwertiges Material, das mit dem "normalen" absolut mithalten kann und die EPs somit fast schon auf Album-Länge streckt. Das Gute siegt ja doch ;)


Blackwater Park
Blackwater Park
Wird angeboten von RatziFatzi
Preis: EUR 10,49

66 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk für scheuklappenfreie Gourmets, 17. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Blackwater Park (Audio CD)
Es gibt Momente im Leben die man nie vergisst! Besonders gerne erinnere ich mich an einprägsame musikalische Momente und ganz speziell jene, in denen man ein Ausnahme-Album das erste mal hört.
Opeth bescherten mir einen dieser seltenen, eindrucksvollen Momente und zwar als das erste mal "Blackwater Park" meine Ohren massierte. Noch nie hatte ich ein derartiges Riffgewitter, gemischt mit diesen unglaublich schönen Melodien in 10-Minuten-Nummern, bei denen keine Sekunde zu lang ist, gehört!
Schon der Opener "The Leper Affinity" beginnt sehr hart, mit einem Mörderriff, das seinesgleichen sucht! Nach einigen Minuten filigranstem Death Metal folgt dann das Opeth-typische Break und auf einmal ist man bei psychedelischem Progressive-Rock mit Akustik-Gitarren und Mikael Akerfeldts engelsgleicher Stimme angelangt, um kurz danach wieder die Hölle, in Form dieser unglaublich geilen Riffs, über sich hereingebrochen zu glauben. Nach dem wunderschönen Ausklang von diesem grandiosen Song durch ein Klavier (gespielt von Produzent und Porcupine Tree-Mastermind Steven Wilson), folgt mit Lied 2 einer der größten Momente der gesamten Opeth-Karriere. "Bleak" ist, trotz dem genialen Midtempo-Death Metal am Anfang, das wohl emotionalste Stück des Albums. Denn was dann im Hauptteil folgt ist kaum in Worte zu fassen! Ich versuch's trotzdem: Nach dem angesprochenen Grunzteil gehen die Gitarren plötzlich in ein Riff über, welches der Inbegriff von Melancholie zu sein scheint. Und dann noch diese Stimme von Mikael dazu...Gänsehaut pur! Danach folgt eine wunderschöne akustik-Passage die das nächste überirdische Gänsehaut-Riff einleitet, bevor wieder das erste Riff für kalte Schauer am ganzen Körper sorgt. Ein kurzer Wutausbruch beendet dann ein Lied, das mir beim ersten Mal hören förmlich die Sprache verschlug. Und auch heute noch gehört dieses Stück zu meinen absolut liebsten überhaupt.
Doch man kommt aus dem Staunen überhaupt nicht heraus, denn mit "Harvest" folgt eine reine akustik-Ballade, die nicht einmal ansatzweise erahnen lässt, dass man es hier mit einer Death Metal Band zu tun hat. Und wunderschön ist sie noch dazu, eine der schönsten die ich je gehört habe!
Auf das folgende Lied "The Drapery Falls" passt vor allem ein Wort: psychedelisch! Sei es das kurze akustik-Intro, das darauf folgende mega-geniale Riff oder die förmlich schwebenden Strophen. Überhaupt wirkt dieses Lied anfangs für Opeth-Verhältnisse ziemlich "normal" mit seinem Intro-Strophe/Refrain-Strophe/Refrain-Outro Aufbau. Doch wir sind ja hier bei Opeth und deswegen nimmt der Song nach dem wunderschönen Refrain und dem darauffolgenden vermeintlichen Gitarrensolo-Outro eine Wende und man bekommt wieder besten Death Metal um die Ohren gehauen abgewechselt von kurzen akustik-Passagen. Mit dem genialen Anfangs-Riff wird dann am Schluss der Kreis wieder geschlossen und ein weiteres Wahnsinns-Lied ist zu Ende.
Mit "Dirge for November" folgt dann das depressivste Stück des Albums. Das zu Beginn durch Mikaels leisen Gesang, begleitet von einer einsamen Akustikgitarre, fast schon introvertiert wirkende Stück, verwandelt sich dann im Hauptteil in pure Verzweiflung, die durch die abermals unglaublichen Riffs nur noch verstärkt wird, um dann mit denselben einsamen Gitarren-Melodien zu enden. Lied 5, ein weiterer Höhepunkt, mittlerweile der fünfte!
Danach folgt das vergleichsweise unspektakuläre, aber trotzdem gute "The Funeral Portrait". Wieder reichlich tolle Riffs und der obligatorische melodische Part am Schluss.
Das folgende Instrumental "Patterns in the Ivy", ein schönes Akustikgitarre/Klavier-Duo, lässt einen kurz verschnaufen. Denn was mit dem abschließenden Titeltrack folgt, spottet wieder jeglicher Beschreibung. Nach einem Midtempo-Einstieg folgt ein langer psychedelisch-ruhiger Part, der die Apokalypse einleitet! Anders kann ich das was jetzt folgt nicht umschreiben. Der Song steigert sich nun immer mehr, bis er in einem unfassbaren Riff- und Doublebassgewitter gipfelt, dass man meinen könnte, der Gehörnte höchstpersönlich habe soeben das Zimmer betreten! WAHNSINN!!! Einen besseren Abschluss kann es für ein derartiges Ausnahme-Album nicht geben, das außerdem von Steven Wilson einen fantastischen Sound und von Travis Smith ein weiteres stimmungsvolles Cover-Artwork verpasst bekam.
Ich gebe zu, diese Rezension ist wohl nicht die objektivste (und kürzeste), aber nach etlichen hundert Mal hören gefällt mir das Album noch immer fast so gut wie beim ersten Mal (fast, weil dieser erste Moment eben nie mehr erreicht werden kann) und ich kann sagen, dass Opeth hiermit ein innovatives, völlig zeitloses Meisterwerk gelungen ist, das, sowohl was die unglaubliche Vielfalt an tollen Melodien, den völlig eigenständigen Death Metal, als auch die technischen Fähigkeiten der vier Herren (wer Opeth je live erlebt hat, weiß wovon ich spreche) betrifft, seinesgleichen vergeblich sucht. Außerdem ist dieses Album auch Death Metal-Unerfahrenen absolut zu empfehlen, da es so viel mehr bietet und auf Grund dieser Vielschichtigkeit und dem durchleben beinahe jeder Emotion, es nicht verdient in diese viel zu enge Schublade gepackt zu werden. Die einzige Schublade in die diese Band wirklich passt, ist jene, auf der schlicht "Opeth" steht. Wie viele Bands können das schon von sich behaupten?


A Rush of Blood to the Head
A Rush of Blood to the Head
Preis: EUR 5,00

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Hype geht weiter. Absolut zu Recht!!!, 12. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: A Rush of Blood to the Head (Audio CD)
Mit sogenannten "Hypes" ist das so eine Sache: Meistens völlig unberechtigt, da viele "gehypte" Bands rein musikalisch gesehen eigentlich nichts zu bieten haben. Ist dann mal eine Band dabei, welche die volle Aufmerksamkeit verdient und diese auch tasächlich seitens der Medien und der Öffentlichkeit bekommt (was leider viiiiel zu selten der Fall ist), dann neigt so mancher Liebhaber anspruchsvoller Töne, der jene Band noch nicht kennt und von Massenhysterie überhaupt nichts hält, dazu, diese zu meiden.
Dass ich hier aus eigener Erfahrung spreche, werdet ihr vielleicht schon gemerkt haben. Und dass ich damit den Hype um Coldplay anspreche, ist wohl auch klar. Denn als Coldplays damals brandneues und in sämtlichen Medien über alles gelobte "A Rush of Blood to the Head" in einem Geschäft erstmals meine Ohren erreichte, war es um mich trotz der Abneigung, gegen alles von der Masse konsumierte, geschehen: Noch einmal kurz probegehört und promt gekauft.
Schon der Opener "Politik" macht deutlich, dass man es hier mit einem Stück leidenschaftlicher, vor Schönheit nur so strotzender Musik zu tun hat. In der ersten Hälfte etwas sperrig und herrlich minimalistisch, geht der Song gegen Ende in herzergreifende, melancholische Klänge über, bei denen man am liebsten hemmungslos losheulen möchte. Für mich ist dies einer der ergreifensden, je geschriebenen Songs der Musikgeschichte.
Doch auch der Rest des Albums hat einiges zu bieten. Ob das leidenschaftliche "In My Place", die wunderschöne Klavierballade "The Scientist", das warme, etwas an alte U2 erinnernde "Clocks", oder die psychedelischen Pink Floyd-angehauchten "Daylight" und "A Whisper", jeder einzelne Song auf diesem Album ist ein kleines Meisterwerk an Emotionen.
Ein klitzekleiner Kritikpunkt sei trotzdem erlaubt: Ein bißchen vermisse ich diese schlichten, melancholischen Gitarren, die einen Großteil des besonderen Charmes des Debüt-Albums ausmachten und auf dem neuen Werk zugunsten von Chris Martins (natürlich großartiger) Stimme etwas in den Hintergrund treten. Aber man kann ja nicht alles haben...
Um nochmal auf die Hype-Geschichte zurückzukommen, Colplay sind seit langem wieder mal eine zu Recht in den Himmel gelobte Band, der ich den Erfolg und jeden einzelnen verdienten Cent gönne. Sie machen zwar nichts wirklich Neues, aber etwas so wundervolles!


Origin Of Symmetry
Origin Of Symmetry

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Werk für die Ewigkeit, 6. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Origin Of Symmetry (Audio CD)
Oft glaubt man, schon alles gehört zu haben. Im Sommer 2001 wurde ich, wie schon bei einigen wenigen Ausnahme-Bands, eines besseren belehrt. Als ich Muse in Form von "Origin of Symmetry" das erste mal hörte, glich das einer Offenbarung. Natürlich, die verwendeten Elemente auf diesem Album sind manchmal nicht neu, aber was dabei herauskommt ist etwas völlig Eigenständiges.
Das merkt man schon beim Opener "New Born", der von einer geheimnisvollen Keyboard- und Gesangs-Melodie eingeleitet wird und zunächst auf eine Ballade schließen läßt, bevor die einsetzenden harten gitarren klar machen, dass man es hier mit einem genialen Rocker zu tun hat. Im Refrain (wie auch auf großen Teilen des Albums) hört man dann auch Matthew Bellamys Vorliebe für die Klassik -nicht was die Instrumentierung, sondern die Melodiebögen angeht- heraus.
Die folgende Nummer ist ein weiterer Meilenstein in der Muse-Geschichte. "Bliss" ist ein unglaublich ergreifendes Lied, mit seinen verträumten Keyboards und dem melancholischen Refrain. Gänsehaut pur! Danach folgt "Space Dementia", das wahrlich von einer anderen Welt stammt. Hier lebt Matthew seine angesprochene Klassik-Leidenschaft in vollen Zügen aus. Der gesamte Song wird von einer genialen dramatischen Klavier-Melodie getragen und ist, abgesehen vom atmosphärischen Refrain, an Bombast kaum zu überbieten. Das folgende "Hyper Music" kann zwar mit den ersten drei Meisterwerken nicht mithalten, ist aber trotzdem alles andere als schlecht. Ebenso der straighte Rocker "Plug In Baby", der über einen weiteren genialen Gänsehaut-Refrain verfügt. Doch jetzt kommt für mich das Herzstück, der Höhepunkt eines Albums voller Höhepunkte: "Citizen Erased", das wohl progressivste Muse-Stück, steigert sich Anfangs fast schon in Gothic-Metal Atmosphäre, gipfelt in einem Jahrhundert-Refrain, bevor es in den zweiten, sehnsüchtig-ruhigen Teil übergeht. Auch wenn ich die ständigen Vergleiche mit Radiohead nicht ganz nachvollziehen kann, "Citizen Erased" kommt an die Genialität eines "Paranoid Android" heran.
Die zweite Hälfte des Albums kann zwar nicht ganz mit der ersten mithalten, aber das wäre sonst schon fast unheimlich und Songs wie das abermals dramatische "Micro Cuts", das düstere "Screenager", oder der perfekte Abschluss "Megalomania" wären auf anderen Alben die absoluten Höhepunkte und auch das Cover "Feeling Good" (fragt mich nicht von wem) ist genial umgesetzt.
Zusammengefasst ist Muse hiermit ein Album für die Ewigkeit gelungen, mit einem Matthew Bellamy in Höchstform, sowohl gesanglich und vor allem songschreiberisch! Es bleibt, wie bei kaum einer anderen Band, unglaublich spannend, wohin sich Muse entwickeln werden, das unterstreicht auch das jüngste Meisterwerk "Absolution"!


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