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Muslimischer Antisemitismus: Eine aktuelle Gefahr (Studien zum Antisemitismus) (Taschenbuch)

Eine gute Einführung in die antijüdische Haltung von Muslimen
Kundenbewertung 5.0/5.0
7. Januar 2012 Von Dr. Rainer Bieling
15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich

Robert S. Wistrich ist Professor für Moderne europäische und jüdische Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem und Direktor des dortigen Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism (SICSA). Seit 1973 bis heute hat er 16 Bücher über jüdische Themen und antijüdische Ideologie und Politik geschrieben - einige von ihnen sind inzwischen Standardwerke, ein 17. ist für 2012 angekündigt. »Muslimischer Antisemitismus. Eine aktuelle Gefahr« ist das 16. und bisher letzte. Es basiert auf einem vorher nur auf Englisch zugänglichen Text von 2002, der unter dem unmittelbaren Eindruck der Anschläge vom 11. September 2001 entstanden und vom American Jewish Committee als Broschüre verbreitet worden ist. Zehn Jahre später, am 11. September 2011, fügt Robert Wistrich der ins Deutsche übersetzten Buchfassung ein »Nachwort« bei, das zu dem ernüchternden Ergebnis kommt, der muslimische Antisemitismus habe nicht abgenommen, sondern ganz im Gegenteil weiter zugenommen.
Bereits in seinem ersten, seit 1987 auf Deutsch vorliegenden Buch zu diesem Thema (»Der antisemitische Wahn. Von Hitler bis zum Heiligen Krieg gegen Israel«) zeigt Robert Wistrich, wie nach 1945 der deutsch-nationalsozialistische Vernichtungswille mit der arabisch-muslimischen Vertreibungsabsicht verschmolzen ("Treibt die Juden ins Meer"). In dem aktuellen Buch »Muslimischer Antisemitismus« erzählt Wistrich die Geschichte von Anfang an. Er benennt die antijüdischen Sterotype im Koran: "die Juden" als "Lügner" und "Verderber der Schrift", als "böse", "ungehorsam" und "ungläubig", als "Affen und Schweine" (Sure 5:60). Die Vertierung nimmt ihren Lauf, später werden Nationalsozialisten Juden "Ungeziefer" nennen und "es" mit Zyklon B "ausrotten" (ebenfalls ein Begriff aus der Tierwelt). Wistrich beschreibt, wie die koranische Judenverachtung und die darauf gründende Judendiskriminierung im Haus des Islams zu einer antijüdischen Obsession werden, die sich im 19. Jahrhundert mit der Übernahme der europäisch-christlichen Blutbeschuldigung (Juden schlachteten Kinder zur Blutgewinnung für Pessachbrotbacken) und der russisch-nationalistischen Weltherrschaftsbeschuldigung (Protokolle der Weisen von Zion) noch steigert.
In seinem Buch gibt Robert Wistrich etliche Proben aus zeitgenössischen arabischen und iranischen Texten, die einen totalitären Islam zeigen, der von tief wurzelndem Vernichtungswillen geprägt ist und diesen Willen in einer Sprache und mit Argumenten vorträgt, die jedem in den Ohren klingen werden, der die Lingua Tertii Imperii, die Sprache der Dritten Reichs (ein Ausdruck von Victor Klemperer), gehört hat. Am 3. Januar 2012 bekräftigte der iranische Staatspräsident Mahmoud Ahmadinejad die Gültigkeit von Titel und Untertitel des Buchs »Muslimischer Antisemitismus. Eine aktuelle Gefahr«: Die Fortsetzung der "kolonialistischen Politik" werde das "zionistische Regime" nicht retten, sondern es vielmehr dem "Endpunkt seiner Existenz" näher bringen. Endlösung 2.0 heißt die aktuelle Gefahr, um die es geht.
Clemens Heni, der anlässlich der zehnten Wiederkehr des 11. Septembers selbst ein Buch über (nicht nur) muslimische Schadenfreude publiziert hat (Schadenfreude: Islamforschung und Antisemitismus in Deutschland nach 9/11), ist Übersetzer und Verleger des Textes, zu dem er als »Vorwort« eine hilfreiche »Einführung in des Werk von Robert Solomon Wistrich« und am Ende eine nützliche »Bibliografie Robert S. Wistrich seit 1973« beigetragen hat. Dazu gibt es eine »Dokumentation antisemitischer Karikaturen« aus den arabischsprachigen Ländern, die einem die Schuhe auszieht: »Der Stürmer« lebt. So ist ein Buch entstanden, das den in Deutschland wenig zur Kenntnis genommenen Denker Robert Wistrich vorstellt und einen Einblick in seine Beschreibungsfähigkeit und Urteilskraft bietet. Fazit: Es gibt zwei Probleme - die antijüdische Propaganda und Praxis im Haus des Islams und die Ignoranz in der freien Welt, dies weder sehen noch wahrhaben zu wollen.



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