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Das neue Buch vom Förster Peter Wohleben begeistert wieder durch fundiertes Sachwissen, aber auch durch eine gewisse Metaphysik, die sich schon seit Jahren in sein Denken eingeschlichen hat! Der Forstwissenschaftler publizierte bereits über ein Dutzend Fachbücher, wovon vor allem die letzten Bücher weltweites Interesse hervorriefen.
DAS BUCH
Wohlleben steigert sich von Buch zu Buch. Er ist nicht nur Theoretiker, sondern hat einen unrentablen Gemeindewald in der Eifel mit archaisch anmutenden Methoden, wie seinen Pferdegespannen, wieder in die Gewinnzone geholt. Er wettert gegen den deutschen Wald, der in den letzten 100 oder 150 Jahren zu einem reinen Plantagenwald umgebaut worden ist. Er ist damit nicht nur extrem anfällig gegen Krankheiten geworden, sondern kann auch dem Klimawechsel nichts entgegensetzen. Ohne diese mechanische, digitale Plantagenbewirtschaftung gäbe es kaum Borkenkäfer, weniger Windbruch und...mehr gesunde Menschen!
Wohlleben legt sich in seinem neuen Buch großen Wert auf die Beziehung Mensch-Wald. Wir brauchen den (natürlichen) Wald, der sich selbst heilt und den Menschen so viel geben kann. Der Wald kann sich selbst auf Schädlinge und den Klimawandel einstellen, nur sollte der Mensch dazu auch in größeren Zeitdimensionen denken. Die Zeiten der kurzfristigen Ausbeutungen unserer "Plantagen" sind vorbei, es muss nachhaltiger gedacht werden, wie es der Förster von Clausewitz bereits vor 250 Jahren vorgemacht hatte.
Sehr interessant, ja äußerst spannend, sind seine Ausführungen zu den Wechselwirkungen des Waldes auf die Psyche der Menschen. Nach seinem Erfolgswerk "Das Seelenleben der Tiere", erklärt er nun, teilweise wissenschaftlich untermauert, wie die 7 Sinne des Menschen vom Wald angesprochen und gefördert werden. Bäume gebe uns Sauerstoff, Energie, beruhigen uns, beschützen uns. Seit Jahrtausenden leben wir in Harmonie mit diesen Lebewesen, bis wir großflächig abholzten, Wüsten erschufen oder blind Plantagen anbauten. Nein, der Wald als lebendiges Umfeld gehört zu uns, wir stehen in einer engen Wechselbeziehung zueinander, das ist die große Leitlinie dieses Buches!
FAZIT
Peter Wohlleben lässt mich immer wieder staunen. Er erweitert ganz klar unseren Horizont, lässt uns die Natur, und vor allem den Wald, ganz anders sehen, nämlich als ein lebendiges Wesen, das Netzwerke untereinander bildet, das atmet und für uns Menschen enorm wichtig ist. Im Buch riecht es nach Moos und Farnkraut, man fühlt seine Zeilen heimelig, ja, der Mythos des deutschen Waldes mit seinen Sagen, Legenden, dunklen Geheimnissen steht im Geiste wieder auf. Trotzdem halte ich Wohlleben nicht für einen Romantiker, sondern einen selten sensiblen Menschen, der uns in seinem neuen Werk vergessene Zusammenhänge wieder aufzeigt und damit unser kollektives Denken hoffentlich nachhaltig beeinflussen kann!
Diesem Buch würde ich mehr als 5 Sterne geben!
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Das geheime Band zwischen Mensch und Natur: Erstaunliche Erkenntnisse über die 7 Sinne des Menschen, den Herzschlag der Bäume und die Frage, ob Pflanzen ein Bewusstsein haben Gebundene Ausgabe – 12. August 2019
von
Peter Wohlleben
(Autor)
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Peter Wohlleben
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Seitenzahl der Print-Ausgabe240 Seiten
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SpracheDeutsch
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HerausgeberLudwig Buchverlag
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Erscheinungstermin12. August 2019
-
Abmessungen13.4 x 2.4 x 20.6 cm
-
ISBN-103453280954
-
ISBN-13978-3453280953
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Produktbeschreibungen
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Peter Wohlleben, Jahrgang 1964, studierte Forstwirtschaft und leitet heute eine Waldakademie in der Eifel. Er ist häufig Gast in TV-Sendungen, hält Vorträge und Seminare und ist Autor von Büchern zu Themen rund um den Wald und die Natur. Mit seinen Bestsellern »Das geheime Leben der Bäume«, »Das Seelenleben der Tiere«, »Das geheime Netzwerk der Natur« und »Das geheime Band zwischen Mensch und Natur« hat er Menschen auf der ganzen Welt begeistert. Für seine emotionale und unkonventionelle Wissensvermittlung wurde ihm 2019 die Bayerische Naturschutzmedaille verliehen.
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Produktinformation
- Herausgeber : Ludwig Buchverlag; Originalausgabe Edition (12. August 2019)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 240 Seiten
- ISBN-10 : 3453280954
- ISBN-13 : 978-3453280953
- Abmessungen : 13.4 x 2.4 x 20.6 cm
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Herr Wohlleben konnte mich als Waldliebhaberin nicht begeistern und mitreißen. Kein Kapitel hat mein Interesse geweckt, vielmehr blieb nach jedem Kapitel das Gefühl, dass einmal mehr der Funke nicht übergesprungen ist, und die Frage ist allgegenwärtig: „Worauf will Herr Wohlleben eigentlich hinaus?“
Des Autors Erfolg ist der Sehnsucht nach Ruhe, nach Entschleunigung und nach Ursprünglichkeit zu verdanken in einer VUCA-Welt voller Selbstentfremdung und Verunsicherung. Ebenso haben ja auch jegliche Art von Achtsamkeitsbüchern Hochkonjunktur. Das erwähne ich deshalb, damit der Leser Herrn Wohllebens Erfolg im richtigen Kontext einordnen kann – denn auch nicht jedes Buch über Achtsamkeit ist gut und lesenswert, nur weil es thematisch den Nerv der Zeit trifft.
Im ersten Teil des Buches sucht der Autor –mehr händeringend als flüssig- Begründungen für unsere Naturliebe, das "geheime Band" - was daran geheim ist, weiß kein Mensch. So fragwürdig dieses ganze Vorhaben ist (Warum muss man für Naturliebe nach Erklärungen suchen?), so wenig nachvollziehbar sind diese sehr bemühten Begründungen. Aber zumindest löst er sein Versprechen des Titels zunächst ein, denn es geht immerhin um das Band zwischen Mensch und Wald. Leider verliert er es im Laufe des weiteren Buches mehr und mehr aus den Augen und ergießt sich in anderen Themen. Über viele Kapitel hinweg hat der Inhalt dann nichts mehr mit dem Titel und den Untertiteln zu tun.
Im Allgemeinen behandelt Herr Wohlleben seine eigens angekündigten Themen recht oberflächlich; es gibt keine atemberaubenden neuen Erkenntnisse, einige Themenfelder werden viel zu einseitig und zu wenig detailliert erklärt. So degradiert er beispielsweise die Befürchtung einer Fuchsbandwurmansteckung beim Verzehr von Walderdbeeren zu einer irrationalen Angst, die seiner Meinung nach jeglicher Grundlage entbehrt. Seine Erklärung dazu ist völlig unbefriedigend, lässt Fragen zurück und ist nicht nachvollziehbar. Die Ansteckung vollziehe sich über den Haushund, der die Eier im Fell trage. Wie kommen sie eigentlich dahin? Und warum kann ein Fuchs sie nicht im Fell haben, der an Erdbeerpflanzen vorbeistreift? Hier gibt es wie in vielen anderen Passagen inhaltliche Schwächen, die sicherlich auch durch Abstriche in der sprachlichen Ausdrucksweise zu erklären sind, aber dazu an anderer Stelle mehr.
Die Kausalzusammenhänge Herrn Wohllebens sind ebenso schwer nachvollziehbar. Weil wir „perfekt an unseren Lebensraum“ angepasst seien, mit „wilden Geschöpfen mithalten“ könnten und mit „hervorragenden Sinnesorganen“ ausgestattet seien, seien wir „Teil des Ganzen“ und sei „das Band zur Natur nie zerrissen.“ Und deshalb sei Naturschutz auch immer „Selbstfürsorge“. Ach deshalb! Jetzt ist mir klar, warum ich den Wald so liebe...Und dass es nicht nur um den Schutz einer Käferart geht… In dieser Kausalkette sehe ich eindeutige Schwächen, und dass Naturschutz uns Menschen zugute kommt, das weiß wohl mittlerweile jeder Zweitklässler.
Das „Band“ zwischen Mensch und Natur versucht Herr Wohlleben auch historisch zu erklären, denn schon früh in der Menschheitsgeschichte nutzte der Homo ja schon das Holz, um Feuer zu entfachen. Seine ausschweifenden Erklärungen hierzu, die allesamt recht unstrukturiert daherkommen, beendet Herr Wohlleben selbst mit der Erkenntnis, dass diese Sichtweise das Band zwischen Mensch und Baum wohl nicht hinreichend erklärt.
Auf der Suche nach weiteren Erklärungen bemüht er das Thema elektrische Felder. Das Kapitel „Bäume unter Strom“ erscheint wirr und unstrukturiert. Die wichtigsten Aussagen des Kapitels kann ich Ihnen hier nicht zuzsammenfassen, denn es gibt sie nicht. Hier stellt man sich erneut die Frage, worauf der Autor eigentlich hinaus will, denn auch dieses Kapitel endet mit dem ernüchternden Fazit, dass der Baum wahrscheinlich nichts vom menschlichen Bedürfnis nach Kommunikation mit dem Baum spürt.
Das Kapitel „Wenn Regenwürmer reisen“ ist nicht uninteressant, trotzdem stellt sich die Frage, welche Bedeutung es im Kontext des Buchthemas hat. Auch hier wird allzu deutlich, dass der Autor es sprachlich nicht vermag, seine Gedanken für den Leser strukturiert, adressatenbezogen und nachvollziehbar zu präsentieren.
Unsere emotionale Beziehung zum Wald soll sich angeblich auch in unserer Sprache wiederfinden. Zwar gibt es natürlich viele Substantive, die sprachgeschichtlich auf den Wald zurückgehen und im Wortstamm Rodung, Holz, Wurzel usw. tragen, dies aber als Hinweis auf eine Beziehung emotionaler Art heranzuziehen, finde ich mehr als fragwürdig. Unsere Sprache zeugt von fast allem, mit dem Menschen seit Jahrhunderten und Jahrtausenden zu tun hatten: Wasserstellen (Namen wie Frankfurt, Namen mit -bach); Hügelllandschaften (Namen mit –berg), Gebäude (Namen mit –burg), Berufe (Eigennamen wie Schuster) – ein Hinweis auf ein emotionales Band ist dies aber nicht, sondern lediglich ein Hinweis auf die Bedeutung dieser Dinge. Die Bedeutung des Waldes konstatierte sich früher sogar eher höchst unromantisch als Nutzfläche denn als meditativer Rückzugsort.
Hier begibt sich Herr Wohlleben einmal mehr in ein Fachgebiet, von dem er nur rudimentäre Ahnung hat, und zieht darüber hinaus Schlüsse, die nichts anderes sind als persönliche Interpretationen oder Wunschvorstellungen.
Ungenauigkeiten (ich hoffe, es handelt sich nicht um Unkenntnis) zeigen sich übrigens bei ihm in vielen Ausführungen in anderen Fachgebieten, mit denen ein Förster eigentlich auch in den Basics vertraut sein sollte. So besteht Ozon beispielsweise nicht aus drei Sauerstoffmolekülen, wie er aber schreibt.
Und ob Herr Wohlleben der Richtige ist, um Verständnis für die Evolution und deren systemische Prozesse zu erzeugen, ist auch höchst fraglich. Seine Ausführungen sind ungenau, er selbst hat die Evolution lange selbst nicht verstanden, wie es schreibt (S.115) Das ist für einen Förster schon bemerkenswert und hätte ich anders erwartet.
Das bringt mich zu der im Allgemeinen sehr vermenschlichten Sicht auf die Bäume. Das Vokabular Herrn Wohllebens zeugt von seiner Sicht auf die Natur: Äste absägen kommen „brutalen“ „Beinamputationen“ gleich, Fähigkeiten der Pflanzen werden durchgehend an menschliche Sinne und Fähigkeiten angelehnt. Pflanzen können hören, wird geschrieben. Dass physikalisch ja messbare Schallwellen Reaktionen auslösen können, ist einleuchtend, hat mit Hören aber nichts zu tun. Oder kann etwa eine Kerzenflamme auch „hören“, wenn sie auf Schallwellen mit Bewegung oder Erlischen reagiert? Wohl kaum. Diese Vermenschlichungen sind unwissenschaftlich und verzerren den klaren Blick auf die andersartige Lebensform Baum, gerade für Leser, die nicht viel von Biologie und Evolution verstehen, sind sie nicht hilfreich. Wörter wie Gefühl und Entscheidungen werden dann falsch verstanden – obwohl Herr Wohlleben Bäumen sogar ja Entscheidungskompetenzen zuschreibt (S. 74). Lapidar behauptete, völlig unhaltbare und unwissenschaftliche Interpretationen sind das, gerade fragwürdig im Zeitalter einer Diskussion, in der die Bewussheit menschlicher Entscheidungen ein großes Forschungsfeld ist und die Bedeutung der Nerven und Botenstoffe unsere Bewusstheit der Entscheidungen neu infrage stellt.
Unwissenschaftlich geht Herr Wohlleben auch mit anderen Forschungsergebnissen um.
Beispiel: Bäume produzieren bei Verletzungen eine Art Hormon, das wir als schmerzstillend kennen. So weit die Forschung. Es ist völlig unwissenschaftlich, daraus abzuleiten, dass „Buchen und Eichen ebenfalls Schmerz empfinden können“ (S. 121). Nein, das wissen wir nicht! Wir wissen nur, dass dieser Stoff, der bei anderen Lebewesen schmerzstillend wirkt, produziert wird, mehr nicht.
Ein anderes Beispiel ist sein Schluss, dass Spatzen bewusst und gezielt deshalb Zigarettenstummel zum Nestbau einsetzen, weil durch das enthaltene Nikotin die Zahl der Milben im Nest reduziert wird. Die Milbenreduktion kann ein unbeabsichtigter Nebeneffekt sein, vielleicht bevorzugen Spatzen einfach nur weiche, kurze Zellulosefasern, wie sie Zigarettenstummel eben bieten. Punkt. Alles andere ist seine persönliche Spekulation und hat mit Wissenschaft nichts zu tun.
Ich bin verwundert und irritiert, dass Herr Wohlleben so wenig wissenschaftlich denkt, hat er doch ein Hochschulstudium absolviert.
Schade ist, dass Herr Wohlleben sein Buch durchgehend instrumentalisiert in einem Feldzug gegen andere Förster. Eigentlich wollte er dem Leser doch etwas vermitteln, das kommt in seiner Privatfehde gegen seine Berufsgruppe zu kurz. Unsachliche, verbitterte Aussagen wirken unseriös und abschreckend: „Ausgerechnet die grüne Fraktion, also mein Berufsstand, hat den Kontakt zu echter Natur damit mehr verloren als jeder Großstadtbewohner“ (S. 177). Wem soll solch eine Aussage dienen?
Eine letzte Betrachtung soll die sprachliche Ausführung der Lektüre betreffen.
Das Buch ist sprachlich wenig ansprechend, wer die deutsche Sprache und eine gute Ausdrucksweise liebt, findet hier keine Freude. Merklich müht sich der Autor ab, um Sachverhalte zu erklären, doch der Aha-Effekt bleibt meist aus, da seinen holperigen Ausführungen die Struktur und die Präzision fehlt.
Unpassende Wörter stören häufig den Lesefluss; Beispiel: „Zunächst muss an dem Platz im Wald eine Kiefer wachsen (eine Fichte funktioniert nicht)“, (S. 194).
Eine holperige Syntax macht das Lesen nicht angenehmer; Beispiel: „Verdunstung kühlt, das weiß jeder. Schwitzen im Sommer nutzt diesen Effekt, um unsere Körpertemperatur…“ (S. 185). Platt, wenig ansprechend und unschön ausgedrückt.
Man sollte über Ausrutscher wie „insofern, als dass…“ (S. 149) und „Sinn machen“ einfach hinweglesen, sonst gesellt sich noch Ärger zur Verwunderung.
Schade. Ich habe wirklich sehr viel mehr von diesem Buch erwartet, habe mich darauf gefreut, da ich Herrn Wohlleben in einer Talksendung gesehen hatte und er einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen hatte.
Aber das Buch ist nicht weiterzuempfehlen.
Des Autors Erfolg ist der Sehnsucht nach Ruhe, nach Entschleunigung und nach Ursprünglichkeit zu verdanken in einer VUCA-Welt voller Selbstentfremdung und Verunsicherung. Ebenso haben ja auch jegliche Art von Achtsamkeitsbüchern Hochkonjunktur. Das erwähne ich deshalb, damit der Leser Herrn Wohllebens Erfolg im richtigen Kontext einordnen kann – denn auch nicht jedes Buch über Achtsamkeit ist gut und lesenswert, nur weil es thematisch den Nerv der Zeit trifft.
Im ersten Teil des Buches sucht der Autor –mehr händeringend als flüssig- Begründungen für unsere Naturliebe, das "geheime Band" - was daran geheim ist, weiß kein Mensch. So fragwürdig dieses ganze Vorhaben ist (Warum muss man für Naturliebe nach Erklärungen suchen?), so wenig nachvollziehbar sind diese sehr bemühten Begründungen. Aber zumindest löst er sein Versprechen des Titels zunächst ein, denn es geht immerhin um das Band zwischen Mensch und Wald. Leider verliert er es im Laufe des weiteren Buches mehr und mehr aus den Augen und ergießt sich in anderen Themen. Über viele Kapitel hinweg hat der Inhalt dann nichts mehr mit dem Titel und den Untertiteln zu tun.
Im Allgemeinen behandelt Herr Wohlleben seine eigens angekündigten Themen recht oberflächlich; es gibt keine atemberaubenden neuen Erkenntnisse, einige Themenfelder werden viel zu einseitig und zu wenig detailliert erklärt. So degradiert er beispielsweise die Befürchtung einer Fuchsbandwurmansteckung beim Verzehr von Walderdbeeren zu einer irrationalen Angst, die seiner Meinung nach jeglicher Grundlage entbehrt. Seine Erklärung dazu ist völlig unbefriedigend, lässt Fragen zurück und ist nicht nachvollziehbar. Die Ansteckung vollziehe sich über den Haushund, der die Eier im Fell trage. Wie kommen sie eigentlich dahin? Und warum kann ein Fuchs sie nicht im Fell haben, der an Erdbeerpflanzen vorbeistreift? Hier gibt es wie in vielen anderen Passagen inhaltliche Schwächen, die sicherlich auch durch Abstriche in der sprachlichen Ausdrucksweise zu erklären sind, aber dazu an anderer Stelle mehr.
Die Kausalzusammenhänge Herrn Wohllebens sind ebenso schwer nachvollziehbar. Weil wir „perfekt an unseren Lebensraum“ angepasst seien, mit „wilden Geschöpfen mithalten“ könnten und mit „hervorragenden Sinnesorganen“ ausgestattet seien, seien wir „Teil des Ganzen“ und sei „das Band zur Natur nie zerrissen.“ Und deshalb sei Naturschutz auch immer „Selbstfürsorge“. Ach deshalb! Jetzt ist mir klar, warum ich den Wald so liebe...Und dass es nicht nur um den Schutz einer Käferart geht… In dieser Kausalkette sehe ich eindeutige Schwächen, und dass Naturschutz uns Menschen zugute kommt, das weiß wohl mittlerweile jeder Zweitklässler.
Das „Band“ zwischen Mensch und Natur versucht Herr Wohlleben auch historisch zu erklären, denn schon früh in der Menschheitsgeschichte nutzte der Homo ja schon das Holz, um Feuer zu entfachen. Seine ausschweifenden Erklärungen hierzu, die allesamt recht unstrukturiert daherkommen, beendet Herr Wohlleben selbst mit der Erkenntnis, dass diese Sichtweise das Band zwischen Mensch und Baum wohl nicht hinreichend erklärt.
Auf der Suche nach weiteren Erklärungen bemüht er das Thema elektrische Felder. Das Kapitel „Bäume unter Strom“ erscheint wirr und unstrukturiert. Die wichtigsten Aussagen des Kapitels kann ich Ihnen hier nicht zuzsammenfassen, denn es gibt sie nicht. Hier stellt man sich erneut die Frage, worauf der Autor eigentlich hinaus will, denn auch dieses Kapitel endet mit dem ernüchternden Fazit, dass der Baum wahrscheinlich nichts vom menschlichen Bedürfnis nach Kommunikation mit dem Baum spürt.
Das Kapitel „Wenn Regenwürmer reisen“ ist nicht uninteressant, trotzdem stellt sich die Frage, welche Bedeutung es im Kontext des Buchthemas hat. Auch hier wird allzu deutlich, dass der Autor es sprachlich nicht vermag, seine Gedanken für den Leser strukturiert, adressatenbezogen und nachvollziehbar zu präsentieren.
Unsere emotionale Beziehung zum Wald soll sich angeblich auch in unserer Sprache wiederfinden. Zwar gibt es natürlich viele Substantive, die sprachgeschichtlich auf den Wald zurückgehen und im Wortstamm Rodung, Holz, Wurzel usw. tragen, dies aber als Hinweis auf eine Beziehung emotionaler Art heranzuziehen, finde ich mehr als fragwürdig. Unsere Sprache zeugt von fast allem, mit dem Menschen seit Jahrhunderten und Jahrtausenden zu tun hatten: Wasserstellen (Namen wie Frankfurt, Namen mit -bach); Hügelllandschaften (Namen mit –berg), Gebäude (Namen mit –burg), Berufe (Eigennamen wie Schuster) – ein Hinweis auf ein emotionales Band ist dies aber nicht, sondern lediglich ein Hinweis auf die Bedeutung dieser Dinge. Die Bedeutung des Waldes konstatierte sich früher sogar eher höchst unromantisch als Nutzfläche denn als meditativer Rückzugsort.
Hier begibt sich Herr Wohlleben einmal mehr in ein Fachgebiet, von dem er nur rudimentäre Ahnung hat, und zieht darüber hinaus Schlüsse, die nichts anderes sind als persönliche Interpretationen oder Wunschvorstellungen.
Ungenauigkeiten (ich hoffe, es handelt sich nicht um Unkenntnis) zeigen sich übrigens bei ihm in vielen Ausführungen in anderen Fachgebieten, mit denen ein Förster eigentlich auch in den Basics vertraut sein sollte. So besteht Ozon beispielsweise nicht aus drei Sauerstoffmolekülen, wie er aber schreibt.
Und ob Herr Wohlleben der Richtige ist, um Verständnis für die Evolution und deren systemische Prozesse zu erzeugen, ist auch höchst fraglich. Seine Ausführungen sind ungenau, er selbst hat die Evolution lange selbst nicht verstanden, wie es schreibt (S.115) Das ist für einen Förster schon bemerkenswert und hätte ich anders erwartet.
Das bringt mich zu der im Allgemeinen sehr vermenschlichten Sicht auf die Bäume. Das Vokabular Herrn Wohllebens zeugt von seiner Sicht auf die Natur: Äste absägen kommen „brutalen“ „Beinamputationen“ gleich, Fähigkeiten der Pflanzen werden durchgehend an menschliche Sinne und Fähigkeiten angelehnt. Pflanzen können hören, wird geschrieben. Dass physikalisch ja messbare Schallwellen Reaktionen auslösen können, ist einleuchtend, hat mit Hören aber nichts zu tun. Oder kann etwa eine Kerzenflamme auch „hören“, wenn sie auf Schallwellen mit Bewegung oder Erlischen reagiert? Wohl kaum. Diese Vermenschlichungen sind unwissenschaftlich und verzerren den klaren Blick auf die andersartige Lebensform Baum, gerade für Leser, die nicht viel von Biologie und Evolution verstehen, sind sie nicht hilfreich. Wörter wie Gefühl und Entscheidungen werden dann falsch verstanden – obwohl Herr Wohlleben Bäumen sogar ja Entscheidungskompetenzen zuschreibt (S. 74). Lapidar behauptete, völlig unhaltbare und unwissenschaftliche Interpretationen sind das, gerade fragwürdig im Zeitalter einer Diskussion, in der die Bewussheit menschlicher Entscheidungen ein großes Forschungsfeld ist und die Bedeutung der Nerven und Botenstoffe unsere Bewusstheit der Entscheidungen neu infrage stellt.
Unwissenschaftlich geht Herr Wohlleben auch mit anderen Forschungsergebnissen um.
Beispiel: Bäume produzieren bei Verletzungen eine Art Hormon, das wir als schmerzstillend kennen. So weit die Forschung. Es ist völlig unwissenschaftlich, daraus abzuleiten, dass „Buchen und Eichen ebenfalls Schmerz empfinden können“ (S. 121). Nein, das wissen wir nicht! Wir wissen nur, dass dieser Stoff, der bei anderen Lebewesen schmerzstillend wirkt, produziert wird, mehr nicht.
Ein anderes Beispiel ist sein Schluss, dass Spatzen bewusst und gezielt deshalb Zigarettenstummel zum Nestbau einsetzen, weil durch das enthaltene Nikotin die Zahl der Milben im Nest reduziert wird. Die Milbenreduktion kann ein unbeabsichtigter Nebeneffekt sein, vielleicht bevorzugen Spatzen einfach nur weiche, kurze Zellulosefasern, wie sie Zigarettenstummel eben bieten. Punkt. Alles andere ist seine persönliche Spekulation und hat mit Wissenschaft nichts zu tun.
Ich bin verwundert und irritiert, dass Herr Wohlleben so wenig wissenschaftlich denkt, hat er doch ein Hochschulstudium absolviert.
Schade ist, dass Herr Wohlleben sein Buch durchgehend instrumentalisiert in einem Feldzug gegen andere Förster. Eigentlich wollte er dem Leser doch etwas vermitteln, das kommt in seiner Privatfehde gegen seine Berufsgruppe zu kurz. Unsachliche, verbitterte Aussagen wirken unseriös und abschreckend: „Ausgerechnet die grüne Fraktion, also mein Berufsstand, hat den Kontakt zu echter Natur damit mehr verloren als jeder Großstadtbewohner“ (S. 177). Wem soll solch eine Aussage dienen?
Eine letzte Betrachtung soll die sprachliche Ausführung der Lektüre betreffen.
Das Buch ist sprachlich wenig ansprechend, wer die deutsche Sprache und eine gute Ausdrucksweise liebt, findet hier keine Freude. Merklich müht sich der Autor ab, um Sachverhalte zu erklären, doch der Aha-Effekt bleibt meist aus, da seinen holperigen Ausführungen die Struktur und die Präzision fehlt.
Unpassende Wörter stören häufig den Lesefluss; Beispiel: „Zunächst muss an dem Platz im Wald eine Kiefer wachsen (eine Fichte funktioniert nicht)“, (S. 194).
Eine holperige Syntax macht das Lesen nicht angenehmer; Beispiel: „Verdunstung kühlt, das weiß jeder. Schwitzen im Sommer nutzt diesen Effekt, um unsere Körpertemperatur…“ (S. 185). Platt, wenig ansprechend und unschön ausgedrückt.
Man sollte über Ausrutscher wie „insofern, als dass…“ (S. 149) und „Sinn machen“ einfach hinweglesen, sonst gesellt sich noch Ärger zur Verwunderung.
Schade. Ich habe wirklich sehr viel mehr von diesem Buch erwartet, habe mich darauf gefreut, da ich Herrn Wohlleben in einer Talksendung gesehen hatte und er einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen hatte.
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Rezension aus Deutschland vom 31. August 2019
Verifizierter Kauf
Dieses Buch beinhaltet alles über den Wald und seine Eingriffe durch den Menschen. Peter Wohlleben hat das grösste Wissen auf diesem Gebiet und verdient den grössten Respekt dafür. Besonders beeindruckt bin ich von dem Kapitel, dass die Landbevölkerung eine wesentlich geringere Beziehung zur Natur hat als die Stadtmenschen, für die jedes Blümchen Freude bereitet und jeder Baum geschätzt wird. Die Landbevölkerung kommt sofort mit der Giftspritze bzw. der Säge an mit der Begründung " was zählt das schon, wir haben doch genug davon". Ohne sich überhaupt schlau zu machen, was da vernichtet wird. Danke, Peter Wohlleben, für dieses Buch.
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Rezension aus Deutschland vom 7. September 2019
Verifizierter Kauf
"Das geheime Band zwischen Mensch und Natur" von Peter Wohlleben ist sehr anschaulich und vorallem wissenschaftlich beschrieben. Es werden viele interessante Studien angeführt. Sehr wichtig ist der Beweis, dass die Holzentnahme aus dem Wald eben nicht CO2- neutral ist, wie immer behauptet wurde. Der Inhalt ist keineswegs esoterisch. Das schätze ich als Arzt besonders hoch. Sehr schön ist auch der Hinweis, dass wir unsere Sinne im Wald wieder trainieren können. Ich gehe täglich in den Wald und kann mit 63 Jahren noch ohne Brille lesen. Außerdem freue ich mich über meinen hervorragenden Gehör- und Geruchssinn. Ich werde das Hörbuch vielen meiner Patienten empfehlen. Außerdem werde ich den Titel noch mehrfach zum Verschenken kaufen.
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