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Bruno Walter und Otto Klemperer


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176-200 von 311 Diskussionsbeiträgen
Veröffentlicht am 06.06.2009, 10:45:03 GMT+2
Hallo lieber Fidelio,

wahrscheinlich handelt es sich um dieselbe Aufnahme, die Solisten stimmen überein, als Aufnahmedatum ist angegeben Wien, 7. Juni 1960, Label: living stage (Italien). Die Gesamtspielzeit beträgt 70'00.
Gruß Bernd Stremmel

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.10.2009, 19:55:13 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 24.10.2009, 20:00:27 GMT+2
K. Friedgen meint:
Hallo,
von Otto Klemperer sind inzwischen, wenn auch als recht teure Importe, die Symphnien Nr. 5 und 6 wieder greifbar. Für mich selten analytische, herbe und strenge Auslegungen, die an Aktualität über die Zeiten nichts eingebüßt haben. Besser als die meisten Versionen in den zahlreichen Gesamtaufnahmen dieser Werke. Wer kennt die Aufnahmen, und wie ist Ihr Eindruck?
Bruno Walter hat m.W. Tschaikowsky nicht dirigiert, zumindest kenne ich keine Aufnahmen mit ihm. Oder bin ich da falsch informiert?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.10.2009, 20:16:38 GMT+2
Bei amazon.com gibts einige Aufnahmen wo Bruno Walter Tschaikowsky dirigiert:

http://www.amazon.com/Walter-Conducts-Tchaikovsky-Symphony-Juliette/dp/B00000HZNZ/ref=sr_1_15?ie=UTF8&s=music&qid=1256407786&sr=8-15

http://www.amazon.com/Tchaikovsky-Piano-Concerto-Romeo-Juliet/dp/B001EKT9NE/ref=sr_1_9?ie=UTF8&s=music&qid=1256407786&sr=8-9

http://www.amazon.com/Walter-Conducts-Tchaikovsy-Dvorak-Smetana/dp/B00000IQMM/ref=sr_1_48?ie=UTF8&s=music&qid=1256408117&sr=8-48

Veröffentlicht am 24.10.2009, 20:39:26 GMT+2
IP meint:
Klemperers Tchaik* 5 ist sehr große Sache, eine der besten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.10.2009, 23:06:49 GMT+2
K. Friedgen meint:
Hallo Herr Dilchert,
vielen Dank für die Tips. Ist mir neu, dass Walter sich auch mit Tschaikowsky beschäftigt hat.
Schönen Abend noch.
K.H.F.

Veröffentlicht am 06.01.2010, 16:56:53 GMT+1
[Vom Autor gelöscht am 15.01.2010, 09:07:03 GMT+1]

Veröffentlicht am 06.01.2010, 20:18:34 GMT+1
ThoJa meint:
Mich fasziniert nach wie vor Klemperers '51er-Einspielung von Bruckners 4. Es wäre doch mal interessant, eine Art Remake in besserer Aufnahmetechnik mit den gleichen Tempi(-relationen) von einem heutigen Spitzenorchester gespielt zu hören.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.01.2010, 13:02:48 GMT+1
[Vom Autor gelöscht am 15.01.2010, 09:07:16 GMT+1]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.05.2010, 13:14:01 GMT+2
Henning Böke meint:
Der alte Otto hat heute Geburtstag, er wird 125, weshalb ich diese Diskussion noch einmal aus der Versenkung hole.

Zur Ausgangsfrage: Warum werden Klemperer und Walter oft in einem Atemzug genannt? Dazu wurde schon gesagt: Es liegt wohl am gemeinsamen Hintergrund - Herkunft aus dem jüdischen Bildungsbürgertum, Förderung durch Gustav Mahler.

Aber Walter und Klemperer waren grundverschieden. Klemperer selbst hat wohl in Walter seinen eigentlichen Antipoden gesehen. Die Nachricht von Walters Tod kommentierte er mit den Worten: "Jetzt habe ich keine Konkurrenz mehr." Es gibt - auch das wurde schon erwähnt - ein Interview, wo er in seinem unbeholfenen Englisch sagt: "He is a good conductor, but he is different from me. He is a moralist, I am an immoralist." Klemperer hat Walter wohl als ebenbürtigen Könner respektiert - aber, um es auf den Punkt zu bringen, er konnte ihn nicht leiden. Das ganze sentimental-moralisierende Gesülze von Walter war Klemperer zutiefst zuwider. Walters Mozart hat er als Zuckerguss abgelehnt. Er hat gehört, wie Walter Mahlers Lied von der Erde uraufführte, und von Anfang an starke Bedenken dagegen geäußert, dass Walter Mahlers Musik durch süßlich-geglätteten Schönklang verfälscht. 1960 hörte Klemperer zu, wie Walter im Wiener Musikvereinssaal Mahlers Vierte probte. Klemperer hatte, mit seinem Gehstock klappernd, ziemlich geräuschvoll in einer Loge Platz genommen, Walter bemerkte das Kommen des Kollegen und verbeugte sich respektvoll. Hinterher soll Klemperer zum Musikvereinsdirektor Gamsjäger gesagt haben: "Wieso spielt der Schlesinger das so jüdisch?" - eine Anspielung auf die Gefühligkeit jüdischer Musik.

Der Gegensatz zwischen beiden lässt sich ganz einfach benennen: Klemperer war ein Musiker des zwanzigsten Jahrhunderts. Walter ist geistig nie über die bildungsbürgerliche Welt des späten neunzehnten Jahrhunderts hinausgelangt. Klemperer hat das modernste Opernhaus der Weimarer Republik geleitet und dort Schönberg, Strawinsky, Hindemith, Krenek und Weill aufgeführt. Walter hingegen war noch konservativer als Furtwängler (der immerhin in den zwanziger Jahren auch eine Schönberg-Uraufführung dirigiert hat und dann versuchte, Hindemith gegen die Nazis zu verteidigen). Das Modernste, was Walter dirigiert hat, war Mahler, den er aber nicht als einen Komponisten der Moderne verstanden hat - deren Sprache, um mit Hegel zu reden, die "Sprache der Zerrissenheit" ist. Klemperer mochte das Wort "modern" nicht, er hatte in sich auch eine starke konservative Ader (er war in dieser Hinsicht Schönberg sehr ähnlich), aber er war in seiner besten Zeit, Ende der zwanziger Jahre, ein Dirigent der Moderne, der die neue Musik gefördert, Bach, Mozart und Beethoven radikal entromantisiert und Brahms und Wagner ohne üppiges Ritardando-Gewaber gespielt hat. Klemperer hatte im Laufe seines Lebens viele Schicksalsschläge hinzunehmen, die sicher später das konservative, Stabilität verleihende Element in ihm gestärkt haben. So hat er nach dem Zweiten Weltkrieg den Anschluss an die neue Musik verloren. Aber den alten Klemperer verband ein freundschaftlich-respektvolles Verhältnis mit dem jungen Boulez, den er als Dirigenten wie als Komponisten schätzte. Der alte Walter hingegen wurde Anthroposoph (das sind die Leute, die meinen, wegen irgendwelcher kosmischen Schwingungen müsse man das Klavier einen Viertelton tiefer stimmen). Welches Verhältnis ein Musiker zur Moderne einnimmt, das hört man immer auch in seinen Wiedergaben des tradierten Repertoires. Karajan hat einmal gesagt, er wolle Schönberg so dirigieren, dass er wie Mozart klingt. Klemperer hat es dankenswerterweise eher umgekehrt gemacht.

Klemperer hatte einen überaus komplexen Charakter. Er litt zeitlebens an einer bipolaren (manisch-depressiven) Störung, in der die Neigung zu Extremen angelegt war. Dass alte Dirigenten im Tempo langsamer werden, kommt häufig vor, aber bei Klemperer war die ab 1950 eintretende Verlangsamung in ihrer Drastik einzigartig. Wenn man seine Aufnahme von Beethovens Fünfter aus dem Neujahrskonzert des Los Angeles Philharmonic Orchestra von 1934 oder das Fragment des Don Giovanni aus der Staatsoper Budapest von 1948 mit den behäbig-langsamen EMI-Studioaufnahmen vergleicht, vermag man kaum zu glauben, dass da ein und derselbe Dirigent am Werk ist. Ebenso erstaunt wird man sein, wenn man seinen späten monumental-pathetischen Beethoven und dann seine Aufnahme von Weills Kleiner Dreigroschenmusik von 1931 hört. Klemperer war Schüler von Pfitzner und mit Furtwängler befreundet, er interessierte sich nach dem Ersten Weltkrieg für Schönberg und den Expressionismus, dann für Neoklassizismus und Neue Sachlichkeit. Er verband die oft als "dämonisch" geschilderte Intensität von Mahler mit einer rigorosen Objektivität. Er verarbeitete geistig ganz gegensätzliche Strömungen, ohne jemals eklektisch zu wirken. In der späten Phase, als der gebrechliche alte Mann sozusagen zum Denkmal seiner selbst geworden ist, traten konservativere Züge wieder stärker hervor: eine Ästhetik des Erhabenen, die das Heroisch-Bedeutungsschwere insbesondere bei Beethoven durch bisweilen grotesk langsame Tempi darstellt.

Wenn ich eine Aufnahme nennen sollte, die sozusagen die Essenz von Klemperer verkörpert, dann wäre das wohl Mozarts Kleine Nachtmusik, 1946 mit dem Pro Musica-Orchester Paris. Ein kompaktes, populäres, als eingängig und harmlos geltendes Stück, das vielleicht besonders gut geeignet ist, den Unterschied zu Walter, Furtwängler usw. zu verdeutlichen. Klemperer unterzieht es sozusagen einem Säurebad, das alles Rokokohaft-Süßliche, das dieser Musik so oft anhaftet, rigoros tilgt. Durch präzise Artikulation werden die musikalischen Verläufe scharfkantig herausgearbeitet.

In einem bin ich mir sicher: Klemperer hätte für die Beweihräucherung, die manche seiner Verehrer ihm angedeihen lassen, nur Spott übrig gehabt. Der salbungsvolle Ton, in dem er hier gepriesen wird, wäre ihm völlig zuwider gewesen. Es ist nicht nötig, Klemperer gegen seine Verächter zu verteidigen - denen ist er sowieso haushoch überlegen. Eher muss man ihn heute wohl gegen falsche Freunde in Schutz nehmen. Irgendjemand hat hier geschrieben, beim Hören einer Klemperer-Platte erfahre man, wie schön das Leben trotz Finanzkrise sein kann. Ich glaube, gegen solche Liebhaber muss Klemperer verteidigt werden. Gewiss war Klemperer von dem überzeugt, was Hegel in dem Satz formulierte: "Denn in der Kunst haben wir es mit keinem bloß angenehmen oder nützlichen Spielwerk, sondern ... mit einer Entfaltung der Wahrheit zu tun." Musik war für Klemperer ganz sicher weder eine Dekoration noch Weltflucht noch eine moralische Erbauungspredigt. Klemperer war tief genug in die künstlerische Produktion seiner Zeit und die darum geführten Debatten involviert, um zu wissen, dass Musik selbst ein Ort des Konflikts und des Widerspruchs ist. Er hat Musik ganz klar als etwas gesehen, was den Hörer geistig fordert und anstrengt. Lieber als die falschen Verehrer sind mir dann schon die Leute, die sagen: "Klemperer gefällt mir nicht". Denn Gefälligkeit hat Klemperer nie angestrebt.

Veröffentlicht am 14.05.2010, 20:51:12 GMT+2
[Vom Autor gelöscht am 22.05.2010, 01:03:04 GMT+2]

Veröffentlicht am 14.05.2010, 21:16:36 GMT+2
@haydnfan
Eine kleine Korrektur, Walter hat vor 1955 bereits in Frankfurt, München und Berlin mit dort ansässigen Orchestern musiziert, entsprechende Mitschnitte liegen mir vor.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.05.2010, 22:20:54 GMT+2
[Vom Autor gelöscht am 22.05.2010, 01:03:25 GMT+2]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.05.2010, 22:59:13 GMT+2
Falstaff meint:
Hallo haydnfan,

die Frage, ob Walter vor 1955 laufend in Deutschland dirigiert hat, kann ich aus dem Stegreif nicht beantworten. Ich weiss aber, dass er beispielsweise am 2. Oktober 1950 in München aufgetreten ist und zwar mit dem Bayerischen Staatsorchester. Auf dem Programm standen Schuberts Unvollendete und Mahlers Erste, was eine CD aus der Orfeo-Reihe "Bayerische Staatsoper live" beweist.

Veröffentlicht am 15.05.2010, 02:10:40 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 15.05.2010, 09:38:59 GMT+2
Hans Wurmann meint:
Ich bin mit den Aussagen von Haydnfan hinsichtlich Bruno Walter überhaupt nicht einverstanden. Bruno Walter hat eine ganze Reihe von "Jahrhundert-Aufnahmen" hinterlassen. Vor allem bei Kompositionen von Mahler, Bruckner und Brahms, aber auch bei Mozart, Beethoven, Wagner, Dvorak oder Schumann. Hierbei handelt es sich nicht nur um Aufnahmen mit dem Columbia SO, sondern mehrfach auch mit den NY Philh. Hinzu kommen Aufnahmen mit weiteren Orchestern wie z.B. den Wiener Philh. (z.B. Mahler : Lied von der Erde/Sinfonie Nr. 4) . Bei der 4. handelt es sich um einen Live-Mitschnitt von 1955. Die Aufnahme war zum 150. der Wiener Philh. von der DGG leider in einer geringen Auflage veröffentlicht worden und ist schon seit langem vergriffen. Solistin war damals Hilde Güden. Eine Interpretation von Bruno Walter, die wattig und nichtssagend ist, habe ich bis heute nicht gehört. Als seine schwächste Leistung sehe ich sein "Lied von der Erde" mit Miller und Haefliger an, aber selbst diese sehr späte Aufnahme, ganz am Ende seines Lebens, hat noch beachtliches Niveau. Hinsichtlich seiner Met-Dirigate höre man sich nur seinen Fidelio von 1941 und seinen Don Giovanni von 1942 an. Auch wieder "Jahrhundert-Interpretationen". Alles ist natürlich Geschmackssache und so mag jeder seine Meinung verkünden. Was Otto Klemperer angeht so ist meine persönliche Verehrung für dessen künstlerische Leistungen derer von Bruno Walter nahezu gleichzusetzen. Auch er war ein "Jahrhundertdirigent" und hat eine Reihe entsprechender Tondokumente hinterlassen. Jedenfalls war Bruno Walter niemals ein in Amerika oder sonstwo verkannter Dirigent und Klemperer auch nicht in Ungarn im Exil, sondern ebenfalls in den USA. Wäre er, als Jude, damals in Ungarn gewesen, hätte er sich auch gleich persönlich im KZ anmelden können. Erst 1947 übernahm er die Leitung der Budapester Oper. Aber das ist mal wieder typisches Haydn-Fan gefasel. Er sollte sich endlich mal die vielen !-Zeichen abgewöhnen. Die gelten nämlich unter Psychiatern und Psychologen als typisch für anmaßende Angeber. Das soll nicht heißen, das ich diese beiden letzten Beiträge von Haydn-Fan unineressant finde. Ganz im Gegenteil. Sie enthalten manch wahres, wenn auch nichts neues und haben mein lahm gewordendes Blut mal wieder in Wallung gebracht.

Veröffentlicht am 15.05.2010, 03:56:02 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 15.05.2010, 09:47:19 GMT+2
Hans Wurmann meint:
an Henning Böke :
Ich kann nicht erkennen, das Bruno Walter die Musik von Gustav Mahler durch süßlich geglättenden Wohlklang verfälscht. Auch sein Mozart war nur selten Zuckerguß. Sicher sind seine Interpretationen im allgemeinen freundlicher, als die oft eher schroffen von Oto Klemperer. Die, bei oft gleichbedeutender Qualität, unterschiedlichen Interpretationsansätze gehen meines erachtens kongruend zu den jeweiligen Persönlichkeiten. Da ich mir die Freiheit nehme beide Ansätze als gültig anzusehen kann ich mich auch völlig vorurteilsfrei an den Aufnahmen dieser beiden außergewöhnlichen Dirigenten gleichermaßen erfreuen. Was die antrophophieschen Äußerungen von Bruno Walter angeht, so finde ich diese manchmal auch ein wenig ätzend und auch sein Freundes -und Bekanntenkreis konnte nicht verstehen, das sich Walter nach 1945 für Richard Strauss und sogar Hans Pfitzner einsetzte, die ihn im Dritten Reich übelst beleidigt hatten. Pfitzner hatte Walter nach 1945 in naßforscher Naivität schriftlich um eine Ehrenbekundung gebeten und Walter war diesem Unding auch noch nachgekommen. Er bestätigte Pfitzner, das dieser unter den gegebenen Umständen korrekt gehandelt hätte. Wäre ich Klemperer gewesen und hätte davon gelesen, hätte ich das sicher als einen "Schlag ins Gesicht" empfunden. Auch ist die total ablehnende Haltung Bruno Walter's gegenüber der sogenannten atonalen Musik und jeder anderen außerklassischen musikalischen Form (z.B. Jazz) unverständlich. Er sagte : "Diese Musik beleidigt mein Ohr". Ansonsten gibt die Autobiographie von Bruno Walter das Bild eines freundlichen, sebstbewußten, modernen Menschen ab. Als hinterwäldlerisch im 19. Jahrhundert verhaftete Persönlichkeit kann ich ihn nicht indentifizieren. Und das sein Mahler vielleicht "jüdischer" als der von Klemperer klingt ? Ich gebe zu bedenken, das Mahler immerhin auch Jude war. Das er zu christlichen Glauben konvertierte spielte eh keine Rolle. Mahler war anscheinend weder in der einen noch der anderen Religion wirklich glücklich. Er glaube wohl eher seinen ganz eigenen persönlichen Glauben. Seine Erziehung aber war jüdisch und das prägte ihn in vielen Dingen sein ganzes Leben. Es ist vielmehr so, das Bruno Walters Mahler enthusiastischer war als der von Klemperer, allerdings ohne Übertreibungen und unter Wahrung der geordneten Form. Otto Klemperers Mahler war nüchterner, aber keineswegs trocken und sehr wohl auch von gewaltigen Steigerungen geprägt. Nun kann man über Musik und ihre Wiedergabe noch so viel schreiben, im Endeffekt kann nur das Hören Befriedigung bringen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.05.2010, 07:51:39 GMT+2
@haydnfan
Das Wort "laufend" stammt nicht aus meiner Feder!
1950 fand ein Gastspiel Walters in den erwähnten deutschen Städten statt. Zuvor trat er bereits in Wien ans Pult der Wiener Philharmoniker. Die drei deutschen Konzerte sind alle auf Tonträger dokumentiert: am 4.09. spielte er in Frankfurt mit dem Städtisches Opernhaus- und Museumsorchester, u.a. die 4.Sinfonie von Mahler, Solistin war Annelies Kupper (Tahra 644). Dann gab es am 25.11. im Berliner Titania-Palast ein Konzert mit dem Berliner Philharmonischen Orchester: Mozart KV 550 und Brahms 2. (Tahra 452) und am 2.10. das bereits von Falstaff erwähnte Konzert in München.
Insgesamt gesehen besuchte er Europa nach dem 2.Weltkrieg nur noch wenig, Rom 1952, London 1947 und 52, er trat auch noch mehrmals in Salzburg auf: 1949, 1950, 1953 und 1956.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.05.2010, 15:50:28 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 15.05.2010, 15:58:11 GMT+2
Henning Böke meint:
Ausgehend von der Frage, wieso Walter und Klemperer oft zusammen genannt werden, habe ich versucht, ein paar Fakten zum Verhältnis zwischen den beiden Dirigenten zu vermitteln. Dabei habe ich Klemperers Ansichten über Walter referiert (einschließlich Klemperers jüdischer Selbstironie). Wenn euch das nicht zusagt - bitte, dann widersprecht Klemperer.

Ich sehe wenig Sinn in einer Diskussion, deren bisheriger Verlauf darauf schließen lässt, dass sie hauptsächlich von Leuten geführt wird, deren musikalische Aktivitäten nur im häufigen Einlegen von CDs und vermutlich sehr selten oder nie im Lesen von Partituren bestehen (bei mir ist es eher umgekehrt). Klemperers Biograph Peter Heyworth schrieb über seine ersten Höreindrücke von Klemperer (1954): "Ich möchte nicht behaupten, dass er der 'größte' Dirigent war, den ich bis dahin gehört hatte, was immer das heißen mag. Aber der Schleier der 'Interpretation', der so häufig zwischen dem Hörer und der Musik hängt, schien mir plötzlich weggezogen zu sein." Das scheint mir recht treffend zu sein. Ich habe deshalb Klemperers Aufnahme der Kleinen Nachtmusik von 1946 als leicht nachvollziehbares typisches Beispiel genannt: eine mustergültig klare Wiedergabe der Partitur, Darstellung der musikalischen Struktur ohne subjektive Zutaten. Wenn das manchen Leuten nicht gefällt, kann ich damit leben - denn gefallen wollte Klemperer gar nicht.

Ebenso wenig Sinn sehe ich in einer Diskussion über moralisch-politische Verhaltensweisen. Tatsache ist: Anfang 1933 rückte der seit Ende des Ersten Weltkriegs mit der Linken sympathisierende und als Kroll-Chef kulturpolitisch für sie einstehende Klemperer in der Hoffnung, doch in Deutschland bleiben zu können, plötzlich nach rechts, nannte sich "deutschnationaler Katholik", wählte die mit Hitler verbündeten Deutschnationalen (in der Hoffnung, sie würden mäßigend auf Hitler einwirken), meinte, alle Juden sollten sich taufen lassen, und kam gar auf so absonderliche Ideen wie die, dass Juden sich für Hitler engagieren sollten, um ihn davon zu überzeugen, dass seine Vorurteile gegen sie nicht gerechtfertigt seien. Das war ähnlich dumm wie Anton Webern, der glaubte, man könne Hitler davon überzeugen, dass Schönberg ein großer deutscher Komponist ist. Derartige Dummheiten sagen aber nichts über die Qualifikation eines Musikers aus (so wie umgekehrt Barenboim durch sein lobenswertes politisches Engagement nicht zum besseren Dirigenten wird).

Diskutieren möchte ich etwas anderes, was jedem einigermaßen sachlich denkenden Menschen einsehbar sein müsste. Obwohl meine Sympathien aus den oben genannten Gründen auf der Seite von Klemperer stehen, glaube ich, dass die Beweihräucherung und Mythisierung von Dirigenten generell unsinnig ist und auch auf Klemperer nicht angewandt werden sollte.

Ich empfehle hier eine englische Klemperer-Rezension von Chris Howell (www.musicweb-international.com/classrev/2002/Nov02/Beethoven57), die einen klugen Gedanken enthält. Der Autor erlaubt sich die ketzerische Frage: Was ist dran an dem Klemperer-Mythos, der ab Mitte der 50er Jahre in London entstand? Über Generationen wird seither Klemperers einzigartige Grandiosität kolportiert, und beim Anhören der monumental-langsamen EMI-Aufnahmen sehen offenbar vor allem Hörer mit nostalgisch-konservativem Geschmack den Mythos bestätigt. Chris Howell behauptet nun: Der Mythos kommt nicht daher, dass der alte Klemperer so einzigartig war, sondern der Mythos ist produziert worden, weil London ihn brauchte. London brauchte in den 50er Jahren einen Dirigenten, der das Musikleben wieder auf Vordermann brachte und besonders das deutsche Repertoire beherrschte. Karajan kam mit Walter Legge nicht so gut zurecht und wurde dann Chef der Berliner Philharmoniker, also brauchte man Ersatz und fand zufällig Klemperer - der zu diesem Zeitpunkt noch keineswegs der weltberühmte Dirigent war, der er durch die EMI erst wurde. Klemperer war hauptsächlich als Operndirigent bekannt, der sehr kontrovers beurteilt wurde. Er war im amerikanischen Exil aus kulturpolitischen und gesundheitlichen Gründen ziemlich aus dem Tritt geraten, er hat nach dem Krieg in Budapest aus politischen Gründen nicht dauerhaft Fuß fassen können und reiste in den frühen 50ern hauptsächlich zwischen Amsterdam und Köln von Gastdirigat zu Gastdirigat. Er war nicht Toscanini oder Furtwängler, sondern im Grunde einfach ein Kapellmeister auf der Suche nach Festanstellung. Chris Howell stellt nun die Frage: Was wäre, wenn die EMI statt Klemperer irgendeinen anderen deutschen Dirigenten engagiert hätte? Zum Beispiel Joseph Keilberth, der heute im Ruf eines soliden, nicht besonders aufregenden Kapellmeisters mit konservativem Repertoire steht. Stellen wir uns einen Moment vor, Klemperer und Keilberth hätten die Rollen getauscht: Klemperer wäre Generalmusikdirektor in Hamburg und dann in München geworden und hätte die Bamberger Symphoniker geleitet, Keilberth hingegen wäre zur EMI gegangen und hätte in London einen Beethoven-Zyklus nach dem anderen dirigiert. Dann gäbe es heute einen großen Keilberth-Mythos, und Klemperer gälte als solider Kapellmeister.

Damit will ich natürlich keineswegs sagen, dass Klemperer und Keilberth gleichzusetzen und austauschbar wären. Klemperer hat die Krolloper geleitet, nicht Keilberth. Das war eine Position, für die Klemperer genau der richtige Mann war: ein Musiker, der großen Wert auf die Entrümpelung der Opernbühne legte und mit den kulturellen Strömungen der Zeit, vom Expressionismus bis zur Neuen Sachlichkeit, eng verbunden war. Für so etwas wäre ein Konservativer wie Keilberth (abgesehen davon, dass er zu jung war) natürlich überhaupt nicht in Frage gekommen. Zu Weltruhm gelangt ist Klemperer aber eben nicht durch die Krolloper und nicht als Leiter der Staatsoper Budapest und nicht als ständiger Gastdirigent am Concertgebouw und am Kölner Rundfunk, sondern erst im Alter von über siebzig Jahren durch die EMI-Stelle. Jedoch gerade in dieser Position, durch die er weltberühmt wurde, war er austauschbar - weil es hier um Vermarktung ging. Hätte stattdessen Keilberth den Job bekommen, so hätte dieser natürlich nicht in Covent Garden Klemperers Fidelio gemacht. Aber das tut nichts zur Sache: Den Weltruhm hätte Keilberth geerntet, und man würde hier im Forum Diskussionen über Keilberth führen, während vieles von dem, was am alten Klemperer heute als grandios gefeiert wird, wahrscheinlich einfach als sonderbar und exzentrisch gälte. Was ich sage, lässt sich auch jenseits der Fiktion konkret untermauern: Klemperer sollte 1959 Don Giovanni aufnehmen. Wegen des dummen Brandunfalls im Hotelzimmer, wo er im Bett Pfeife geraucht hat und eingeschlafen ist, kam es dazu nicht. Die Aufnahme hat dann Giulini gemacht, sie ist hoch gerühmt und als Referenzaufnahme gehandelt worden. Klemperer kam mit Don Giovanni erst 1966 zum Zuge, seine Aufnahme stand immer im Schatten Giulinis. Es ist doch so: Wer "Referenzaufnahmen" macht, hängt doch einfach davon ab, wer zufällig zum richtigen Zeitpunkt, wenn der Markt neu gefüllt werden muss (so damals im frühen Stereo-Zeitalter), zum Zuge kommt und gut vermarktet wird.

Ich schätze Otto Klemperer sehr, so wie ich Hermann Scherchen, Michael Gielen oder Pierre Boulez schätze. Das sind keine Götter oder irgendwie mit überirdischen Fähigkeiten begnadeten Genies, sondern alles Musiker, deren Leistungen auf einer engen Verbindung mit der zeitgenössischen Musik beruhen - und das merkt man in ihren Wiedergaben von Musik des tradierten Repertoires. Das ist für mich das entscheidende Kriterium.

Also, ich schätze Klemperer, aber das beruht auf ganz anderen Kriterien als denen des Marktes, auf dem die EMI ihn platziert hat. In dieser Position hatte der alte Klemperer eine bestimmte Funktion im Rahmen der Nachkriegs-Restauration zu erfüllen, und so hören sich die Aufnahmen auch an. Natürlich hatten die Verlangsamung seiner Tempi und die Beschränkung auf ein konservatives Repertoire subjektive, altersbedingte Gründe. (Selbst Gielen hat in den letzten Jahren kaum noch moderne Sachen dirigiert, weil das im hohen Alter einfach sehr anstregend ist. Der alte Klemperer hat sich aber immerhin noch mit großem Interesse Stockhausen und Boulez angehört.) Das fiel genau mit dem restaurativen Zeitgeist zusammen. Systematische Untersuchungen zeigen übrigens, dass die Tempi z.B. bei Beethoven noch in den 20er und 30er Jahren im Allgemeinen gar nicht langsam waren - Weingartners erste Gesamtaufnahme der Beethoven-Sinfonien etwa ist ausgesprochen lebhaft. Die große Langsamkeit ging erst nach dem Zweiten Weltkrieg los, und Klemperer, der selbst vor 1950 zu enorm schnellen Tempi neigte, hat sie zum Höhepunkt gebracht. (Nachgewiesen hat das Eric Grunin in seiner Auswertung von mehreren hundert Aufnahmen der Eroica von 1924 bis in die Gegenwart, www.grunin.com/eroica.)

Bis auf wenige Ausnahmen wie die Matthäuspassion höre ich mir Klemperers EMI-Aufnahmen kaum an. Sie sind in ihrer Schnörkellosigkeit gewiss meist besser als Aufnahmen von Dirigenten, die dauernd irgendetwas "deuten" und "gestalten" wollen. Bemerkenswert ist beispielsweise Klemperers Wiedergabe von Schuberts Großer C-Dur-Sinfonie: Sie ist trotz ihrer wuchtigen Schwerfälligkeit unter den Aufnahmen diverser Interpreten aus den 50er und 60er Jahren wahrscheinlich die beste, weil Klemperer damals, als man aufgrund eines Druckfehlers noch irrtümlich glaubte, die Andante-Einleitung stehe im Viervierteltakt, dennoch den Formzusammenhang (und die daraus folgende Konsequenz, dass die Einleitung nicht in Furtwänglerscher Breite zu spielen und das Allegro ma non troppo einheitlich durchzuhalten ist) am besten verstanden hat. Klemperers Stärken im Verständnis von Form und Struktur hatten lebenslang Bestand. Ansonsten höre ich mir aber nur seine älteren Aufnahmen an.

Klemperers Überlegenheit besteht darin, dass er verstanden hat, dass der Inhalt sinfonischer Musik in ihrer Form liegt und nicht in irgendwelchen außermusikalischen Assoziationen - und dass in diesem Sinne die richtige Darstellung von Form und Struktur das entscheidende Kriterium der Wiedergabe eines Werks ist und nicht die Frage von "Freundlichkeit" oder "Schroffheit". Letzteres ist eine moralische Frage intersubjektiven Verhaltens, die mit der Erfassung musikalischen Sinns nichts zu tun hat. In diesem Sinne sagte Klemperer über sich ganz richtig: "Ich bin ein Immoralist."

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.05.2010, 16:50:20 GMT+2
Junge, Junge, lieber Herr Böke,
Sie haben aber Ahnung...und Zeit für einen so langen Beitrag, der für mich sehr informativ und erhellend war!
Danke, lieber Klemperer-Fachmann. Vielleicht tragen Sie dazu bei, die Welt dieser historischen Star-Dirigenten bei manchen Fans etwas zu entglorifizieren!

Veröffentlicht am 15.05.2010, 18:41:05 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 16.05.2010, 03:31:36 GMT+2
Hans Wurmann meint:
Herr Böke,
ich bin mir keiner Schuld bewußt, irgend etwas gegen Klemperer gesagt zu haben. Das meine Erklärungsversuche laienhaft sind, dafür kann ich nichts. Ich habe kein Musikstudium, mein Berufsweg war ein anderer. Ich habe aber keine Lust mir noch einmal 2 langatmige Vorträge von ihnen durchzulesen, die mehr oder weniger Wiederholungen teilweise unverständlicher, gesuchter Argumente sind. Das sie nicht auch nur den Hauch einer Abweichung von ihrer Auffassung dulden, zeigt ein gerütteltes Maß an Engstirnigkeit und Intolleranz, wenn es um ihren Otto Klemperer geht. Sie behaupten ihn entglorifizieren und entmythologifizieren zu wollen und erreichen das genaue Gegenteil. Für sie ist Klemperer der einzige wirklich bedeutende Dirigent seit Menschengedenken. Sie können hierzu jetzt artikulieren was sie wollen, ich werde es nicht mehr lesen. Ich steige aus diesem Forum der persönlichen Selbstdarstellungen aus und höre lieber konzentriert Musik.

Veröffentlicht am 15.05.2010, 23:56:06 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 16.05.2010, 00:49:23 GMT+2
Hans Wurmann meint:
Im Grunde genommen ist die ganze Diskussion um die Re-Produzierenden Künstler in der Musik ziemlich überflüssig. Sie werden natürlich gebraucht, denn ohne eine möglichst überzeugende Wiedergabe nutzt die Komposition nur Menschen, die die Musik durch die Partitur nur lesen. Partituren lesen zu können ist sicherlich nutzbringend, aber die Komponisten haben die Musik zum Hören geschaffen. Es gibt und gab immer eine Reihe von Interpreten, die die großen und weniger großen Werke unserer genialen und weniger genialen Komponisten zu unserer Zufriedenheit wiedergeben können. Eine überzogene Einzelbetrachtung mit anschließender Glorifizierung oder Veriss dieser Interpreten erscheint mir überfüssig. Das Musikhören nur als Genuss und ohne bedeutende Fachkenntniss mag vielleicht reaktionär erscheinen, ist aber vorherrschend und von vielen Komponisten auch als normal angenommen. Nicht von ungefähr spricht z.B. Haydn davon, populare, also "Popmusik" komponieren zu wollen. Das nicht unterhalten wollen größerer Bevölkerungsgruppen, sondern nur noch von Spezialisten, kam erst im 20. Jahrhundert mit der sogenannten atonalen Musik der neuen Wiener Schule. Meiner Meinung nach kann man durch intensive Bechäftigung durch konzentriertes, vorurteilsfreies und aufmerksames, häufiges Hören dieser Musik auch zum "reaktionären" Geniessen dieser Musik kommen. Die Strukturen dieser Kompositionen werden dann immer verständlicher und überaschend leicht nachvollziebar. Jedenfalls sollten wir uns lieber mit Komponisten und deren Kompositionen beschäftigen, als uns in nutzlosen Diskussionen über irgendwelche Dirigenten zu ergehen, sei es auch ein solch uneitler, kompromissloser, jeder persönlichen Selbstdarstellung fremder Diener der Musik wie Otto Klemperer.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.05.2010, 13:44:22 GMT+2
[Vom Autor gelöscht am 10.01.2014, 12:07:53 GMT+1]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.05.2010, 16:48:40 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 16.05.2010, 16:56:29 GMT+2
Aber, aber, Herr Friedgen!
Ich gebe Ihnen ja gerne recht. Herrn Böke aber Arroganz und Überheblichkeit vorzuwerfen und gleichzeitig von sich zu behaupten "in früheren Beiträgen alles gesagt zu haben" (zum Thema Klemperer), das ist doch nicht weniger arrogant und überheblich.
Zum Thema Klemperer wird man immer wieder Neues, Informatives oder Persönliches sagen können. Auch andere können und dürfen das - nicht nur der Herr Friedgen.
Ich persönlich danke Herrn Böke für einen ausführlichen Beitrag, den ich sehr informativ und in keiner Weise arrogant empfand.
Wir sollten mit solchen Begriffen wie arrogant und überheblich in diesem Forum ohnehin etwas vorsichtiger umgehen, weil wir alle, die wir hier schreiben, auf die eine oder andere, mehr oder weniger ausgeprägte Art und Weise überheblich und arrogant sind - mich eingeschlossen. Denn sonst würden wir hier nicht schreiben!
Beste Grüße an alle und einen guten Start in die Woche!

Veröffentlicht am 22.05.2010, 11:39:43 GMT+2
@haydnfan

Ich hatte auf eine ehrliche Antwort gehofft, stattdessen ein feiges Löschen! Damit disqualifizieren Sie sich als ernstzunehmender Diskussionteilnehmer. Ein echter Preuße zieht nicht den Schwanz ein sondern stellt sich den Tatsachen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.05.2010, 15:15:46 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 22.05.2010, 16:18:51 GMT+2
Lieber Herr Friedgen,

Ich hatte bisher zu diesem Thema keinen Einblick genommen und möchte jedes Wort, das Sie geschrieben haben, dick unterstreichen. Die Arroganz eines Herrn Böke, der sich im Licht eines zweifellos umfangreichen Fachwissens sonnt, dabei allerdings auch unpassende Anleihen bei Hegel einstreut, um die Forumsteilnehmer mit geballter Ladung in Ehrfurcht zu versetzen, entleert wiederum den Inhalt seiner Aussage. Die Komponisten haben gewiss nicht die Musik für elitäre Gruppen geschrieben, sondern für Menschen mit Herzensbildung. Ein Dirigent, der das nicht versteht, hätte seinen Beruf verfehlt. Schon wie Herr Böke über den Begriff der „Schönheit“ herzieht, ist ebenso abschreckend und bezeichnend. Die wirkliche Schönheit ist nämlich nicht schale Äußerlichkeit. Lassen wir uns das Wahre, Gute und Schöne nicht verdrießen. Abschließend möchte ich aus Zarathustra von Nietzsche wie folgt zitieren

„Von den Erhabenen

……Einen Erhabenen sah ich heute, einen Feierlichen, einen Büsser des Geistes: oh wie lachte meine Seele ob seiner Hässlichkeit……… Noch lernte er das Lachen nicht und die Schönheit. Finster kam dieser Jäger zurück aus dem Wald der Erkenntnis....

Vom Lande der Bildung,

….Aber wie geschah mir? So angst mir auch war, ich musste lachen! Nie sah mein Auge etwas so Buntgesprenkteltes. Mit fünzig Klexen bemalt an Gesicht und Gliedern: so sasset ihr da zu meinem Staunen, ihr Gegenwärtigen! Und mit fünfzig Spiegeln um euch, die eurem Farbenspiele schmeichelten und nachredeten!...“

Frohe Pfingstfeiertage
Ihr W.K.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.05.2010, 21:06:57 GMT+2
[Vom Autor gelöscht am 10.01.2014, 12:08:06 GMT+1]
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