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am 14. April 2012
Müßige Frage, Mozart hat in seinem kurzen intensiven Leben vor ein paar Hundert Jahren wohl kaum die Möglichkeit gehabt, den leicht rauchigen Klang einer Andenflöte zu hören, dazu die ungeheure Ton- und Rhythmenvielfalt eines indischen Trommlers und den intensiven Klang senegalesischer Korasaiten. Dass Pamina von Monostatos begehrt wird, von ihm aber nichts wissen will, und die beiden dann ein Duett singen, das gehört zur ordentlichen Operndramaturgie dazu, aber eine blonde englisch singende Pamina mit unschuldiger Engelsstimme, und ein äußerst erotisch arabisch singender und tanzender, schlaksiger Monostatos? Begeistertes Gelächter im Publikum. "Dies Bildnis ist bezaubernd schön" wird gepfiffen. Jaja, wie Ilse Werner. Die wirre Geschichte der Zauberflöte erzählt ein farbiger Kubaner mit Bari-Akzent, der bei den Italienern dieselbe Heiterkeit erweckt, wie sächsischer Akzent unter den Deutschen. Gut, also bitte, für Opernpuristen ist das alles ganz bestimmt nichts. Übrigens kann der ewig witzige Kubaner der Trompete großartige Töne entlocken und dabei gleich auch noch Salsa tanzen.
Als 12-jährige spielte ich zur "Holden Föte" einen Affen auf der Bühne der Münchner Staatsoper. Mein Vater machte aus der Zauberflöte "Spencers Flötenzauber", den nun meine drei italienisch sprechenden Enkel mit größter Begeisterung anschauen und nachsingen, Pa-papà-Papageno-Poldi ist natürlich besonders beliebt. Dem Ältesten musste ich mal etwa 10 Versionen der Königin der Nacht von Youtube runterladen, diese in Musik verpackte Wut fasziniert ihn ungeheuerlich.
Operpuristen wollen Stimmen. Das ist recht. Die gibt's hier. Sarastro ist aus Equador, singt Spanisch, wagt sich aber auch ins Deutsche, wobei er dann Vokale und Umlaute verwechselt, so auch die Königin der Nacht. Was im römischen Parco della Musica völlig egal ist, und auch in der Royal Albert Hall. Ach ja, die in jeder Zauberflöte mit größter Spannung erwartete Königin der Nacht. Stimme? Mammamia, keine ganz reine Opernstimme, was aber ganz besonders reizt, dazu die stimmhaften, italienisch gerollten "R": " ... hörrrt derrr Mütterrr Schwüürrrr!" Und dann rauscht sie mit noch einer kleinen Wutzugabe ab. Anhören, bitte! In welche Ethnorhythmen das mittendrin umschlägt, verschweige ich hier. Ich habe bereits beim Anhören dieser Stelle in der Experimentalversion des ersten Aktes lauthals ins Theater reingelacht. Die kulturelle Integration, die Integration unmöglicher Gegensätze ist meine Leidenschaft. Think different!
Ich habe noch keine Vorstellung des Orchesters hier in Rom verpasst, manche habe ich 2 oder auch 3mal gesehen. Auf der Bühne gibt es herzlich wenig Showbusiness. Manchmal meint man schon fast, sie spielten für sich selbst, als wohnte man gerade mal der Hauptprobe bei. Nur einige Songs werden mit ein paar Italienisch-Fehlern angekündigt, falsche Töne kommen auch mal vor, aber selten, und am Ende gibt es jedesmal Standing Ovations und reichliche Zugaben. Da geht's dann erst richtig los. Allerdings erlebt man solche Konzerte am besten vor Ort, die Tanguera in Buenos Aires wirkt anders als in München, und Umoja erntet in Johannesburg ganz andere Lacher, als sich ein normaler Europäer erwarten würde. Und so sind eben auch die Reaktionen der Römer anders, als die in Rotterdam, wo die CD life aufgenommen wurde.
Nicht ganz zufrieden bin ich mit den Tontechnikern. Auf der CD ist schlecht gemischt worden, die Instrumente übertönen mehrmals die Stimmen, und im spektakulären Parco della Musica in Rom sind alle Lautsprecher auf volle Kraft voraus gestellt, was in dieser von dem Akustikmagier Renzo Piano erbauten Sälen und im Freilichttheater befremdend wirkt, und manchmal echot es richtig unangenehm.
Die Frage, ob sich denn nun der Mozart im Grabe umdreht, ist umso müßiger, als er ja die Zauberflöte gar nicht allein geschrieben hat. Da haben damals viele mitgemischt und eine unsinnige Dramaturgie hervorgebracht, was zusammen mit der göttlich schönen Musik eben immer wieder zu neuer Interpretation anreizt. Auch an der Version des Orchestra di Piazza Vittorio haben viele mitgemischt, intenivste musikalische Arbeit, exzellentes Können, bedingungslose Liebe zur Musik, zum Think (and understand the) different, und ich kann mir schon fast bildlich vorstellen, wie sich Amadeus nach dem ersten Schock über Klänge und Rhythmen zwischen die Violinen, Congas, Quenas, Klavier, Salsa und Walzer sogleich mitten reinstürzt und mitmacht.
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