Ich habe mich bereits im Vorfeld etwas über dieses Buch informiert und diverse LeserInnen betonten immer wieder die geschilderte Brutalität, weshalb ich meine persönliche Meinung zu dem Thema schildern möchte.
Ich schaue mir selber keine "Horror"-Filme (damit meine ich alles, was ab 18 Jahren und schlimmer als "Halloween 1" ist - ja ich bin nicht sonderlich "schock-freudig"), aber bei Büchern bin ich härter im Nehmen und liebe Thriller, Horror usw.
Das Vorgehen der anfänglich geschilderten Taten durch die Begutachtung bzw. Obduktion des Opfers ist zwar nichts, was man selber sehen oder gar erfahren möchte, aber ich hatte etwas Schlimmeres erwartet.
Dennoch muss ich sagen: die Grausamkeit der Taten nimmt im Laufe des Buches zu und wem bereits zu Beginn des Thrillers ernsthaft schlecht wird, sollte sich überlegen, ob er das Buch nicht vielleicht besser zur Seite legt.
Die detailreiche und vor allem logische (!) Beschreibung der Psychologie des Täters, die ihn zu seinen Taten veranlasst, der Kampf gegen die Zeit machen dieses Buch für mich zu einem Ausnahme-Roman, denn es ist keinerlei Oberflächlichkeit in den Überlegungen zu erkennen.
Alles ist wohl durchdacht und bleibt bis zur letzten Seite spannend.
Einzig und allein auf die privaten Probleme des Kommissars und dessen nervige Freundin (man möchte sie einfach nur erschießen - und ihn auch, weil er sie einfach nicht verlässt; es war zum heulen und im Folgeroman wird es nur noch schlimmer) hätte ich ernsthaft verzichten können, aber die Spannung und Logik der restlichen Geschichte machten dies wieder absolut wett.
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Der Vogelmann: Der 1. Fall für Jack Caffery Taschenbuch – 1. Januar 2002
von
Mo Hayder
(Autor),
Angelika Felenda
(Übersetzer)
|
Mo Hayder
(Autor)
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-
Seitenzahl der Print-Ausgabe416 Seiten
-
SpracheDeutsch
-
HerausgeberGoldmann
-
Erscheinungstermin1. Januar 2002
-
Abmessungen11.7 x 3 x 18.9 cm
-
ISBN-103442451736
-
ISBN-13978-3442451739
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Produktinformation
- Herausgeber : Goldmann (1. Januar 2002)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 416 Seiten
- ISBN-10 : 3442451736
- ISBN-13 : 978-3442451739
- Abmessungen : 11.7 x 3 x 18.9 cm
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Amazon Bestseller-Rang:
Nr. 259,264 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen
Pressestimmen
»'Der Vogelmann' liest sich, als ob Thomas Harris, Patricia Cornwell und Martha Grimes gemeinsam einen Krimi geschrieben hätten.« (Frankfurter Rundschau)
»Eine fesselnde Lektüre!« (Handelsblatt)
»Schaurig-schön.« (Der Spiegel)
»Eine fesselnde Lektüre!« (Handelsblatt)
»Schaurig-schön.« (Der Spiegel)
Klappentext
»'Der Vogelmann' liest sich, als ob Thomas Harris, Patricia Cornwell und Martha Grimes gemeinsam einen Krimi geschrieben hätten.«
Frankfurter Rundschau
Frankfurter Rundschau
»Eine fesselnde Lektüre!«
Handelsblatt
»Schaurig-schön.«
Der Spiegel
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Mo Hayder avancierte mit ihrem Debüt, dem Psychothriller »Der Vogelmann«, über Nacht zur international gefeierten Bestsellerautorin. Der Nachfolger »Die Behandlung« wurde von der Times zu einem der zehn spannendsten Thriller aller Zeiten gewählt. 2011 bekam Mo Hayder den »CWA Dagger in the Library« für ihr bisheriges Gesamtwerk, im Jahr darauf wurde »Verderbnis« mit dem renommierten Edgar Award für das beste Buch des Jahres ausgezeichnet. Die Autorin lebt mit ihrem Lebensgefährten und ihrer Tochter in Bath, England.
Angelika Felenda, geboren 1954 in Nördlingen, hat Geschichte, Philosophie und Germanistik studiert. Sie lebt als literarische Übersetzerin (u.a. Jennifer Donnelly und Mo Hayder) in München. DER EISERNE SOMMER ist ihr erster Roman.
Angelika Felenda, geboren 1954 in Nördlingen, hat Geschichte, Philosophie und Germanistik studiert. Sie lebt als literarische Übersetzerin (u.a. Jennifer Donnelly und Mo Hayder) in München. DER EISERNE SOMMER ist ihr erster Roman.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
1. Kapitel
North Greenwich, Ende Mai. Es war drei Stunden vor Sonnenaufgang, und der Fluß wirkte verlassen. Dunkle Kähne zerrten flußaufwärts an ihrer Vertäuung, und eine Flutwelle hob sanft kleine Schaluppen aus dem Schlamm, in dem sie ruhten. Nebel stieg vom Wasser auf und zog landeinwärts, an unbeleuchteten Läden mit Schiffszubehör vorbei, über den verlassenen Millennium Dome, über einsames Ödland und seltsame Mondlandschaften hinweg - bis er sich schließlich nach einer halben Meile im Inland zwischen dem geisterhaften Räderwerk eines halb aufgegebenen Betonwerks niederließ.
Plötzlich flammten Schweinwerfer auf: Ein Polizeiwagen bog mit geräuschlos blinkendem Blaulicht in die Lieferstraße. Momente später folgten ein zweiter und ein dritter. Während der nächsten Stunde trafen weitere Polizeiwagen auf dem Gelände des Betonwerks ein - acht Streifenwagen, zwei Ford Sierra und der weiße Transitbus des Kamerateams der Gerichtsmedizin. Am Eingang der Lieferstraße wurde eine Sperre errichtet, und Polizisten des zuständigen Reviers wurden abgeordnet, den Zugang von der Flußseite her abzuriegeln. Der erste Kriminalbeamte, der das Gelände betrat, setzte sich sofort mit der Fernsprechzentrale Croydon in Verbindung, um die Funknummern des Area Major Investigation Pools (AMIP) zu erfragen, und fünf Meilen entfernt wurde Detective Inspector Jack Caffery von Team B des AMIP aus dem Schlaf geweckt.
Blinzelnd blieb er ein oder zwei Minuten im Dunkeln liegen, sammelte seine Gedanken und wehrte sich gegen den Drang, wieder einzuschlafen. Dann holte er tief Luft, nahm alle Kraft zusammen, schwang sich aus dem Bett, ging ins Badezimmer, klatschte sich Wasser ins Gesicht und zog sich an - nicht zu gehetzt, besser, man kam vollkommen wach und gelassen an. Jetzt die Krawatte, etwas Zurückhaltendes, kein Glenmorangie mehr während der Bereitschaftswoche, Jack, schwör das jetzt, schwör es, die Leute vom CID, vom Criminal Investigation Department können es nicht leiden, wenn wir toller aussehen als sie, den Piepser und Kaffee, mengenweise Instantkaffee, mit Zucker, aber ohne Milch, keine Milch, und vor allem: Kein Essen, man weiß ja nie, was man sich ansehen muß. Er trank zwei Tassen, fand die Wagenschlüssel in der Tasche seiner Jeans und fuhr, vom Koffein inzwischen hellwach, durch die verlassenen Straßen von Greenwich zum Tatort. Sein Vorgesetzter, Detective Superintendent Steve Maddox, ein kleiner, frühzeitig ergrauter Mann, der, tadellos wie immer, in einen steingrauen Anzug gekleidet war, wartete bereits am Eingang des Betonwerks auf ihn. Maddox ging unter einer einsamen Straßenlaterne auf und ab, spielte mit dem Wagenschlüssel und kaute auf der Innenseite seiner Backe.
Er sah Jacks Wagen heranfahren und ging zu ihm hinüber; er legte den Ellbogen aufs Dach, beugte sich durchs offene Fenster und sagte:
»Ich hoffe, Sie haben noch nicht gefrühstückt.«
Caffery zog die Handbremse an. Er nahm Zigaretten und Tabak von der Ablage. »Großartig. Genau das, was ich hören wollte.«
»Die Leiche dort drin sieht ziemlich übel aus.« Er trat zurück, als Jack aus dem Wagen stieg. »Weiblich, zum Teil eingegraben. Mitten im Niemandsland abgeworfen.«
»Sind Sie schon drinnen gewesen?«
»Nein, nein. Das CID hat mich kurz ins Bild gesetzt. Und, ähm…« Er sah über die Schulter zu einer Gruppe CID-Beamter hinüber. Als er sich wieder umdrehte, fuhr er mit leiser Stimme fort. »Jemand hat eine Autopsie an ihr vorgenommen. Die typische Y-Reißverschlußtechnik.«
Jack hielt inne, die Hand auf die Wagentür gelegt. »Eine Autopsie?«
»Ja.«
»Dann ist sie vermutlich aus einem Pathologielabor hierherspaziert.«
»Ich weiß…«
»Ein Ulk von Medizinstudenten…«
»Ich weiß, ich weiß.« Maddox hob die Hände, um ihn zum Schweigen zu bringen. »Es fällt eigentlich nicht in unseren Zuständigkeitsbereich, aber hören Sie…« Er sah wieder über die Schulter und beugte sich näher. »Hören Sie, gewöhnlich sind die Leute vom CID Greenwich recht freundlich zu uns. Wir wollen sie bei Laune halten. Es wird uns nicht umbringen, wenn wir einen kurzen Blick auf sie werfen. In Ordnung?«
»In Ordnung.«
»Also gut.« Er richtete sich auf. »Jetzt zu Ihnen. Wie geht's denn? Meinen Sie, Sie sind bereit?«
»Verdammt, nein.« Caffery warf die Tür zu, zog seinen Ausweis aus der Tasche und zuckte die Achseln. »Natürlich bin ich nicht bereit. Wann werde ich das je sein?«
Entlang der Umzäunung gingen sie zum Eingang. Das einzige Licht kam vom schwachen gelblichen Schein der Straßenlaternen und dem gelegentlichen Aufblitzen der Lampen des gerichtsmedizinischen Kamerateams, deren Lichtstrahlen über das Ödland streiften. Eine Meile dahinter stand der strahlende Millennium Dome, der die nördliche Skyline beherrschte und dessen rote Warnlichter vor den Sternen aufblinkten.
»Sie ist vermutlich in einen Müllsack gesteckt worden«, sagte Maddox. »Aber es ist so dunkel dort draußen, daß der erste Beamte, der sie in Augenschein genommen hat, nicht sicher war; es ist sein erster Kriminalfall, und er hat ziemliches Muffensausen bekommen.« Er machte mit dem Kopf ein Zeichen in Richtung einer Gruppe von Wagen. »Der Mercedes. Sehen Sie den Mercedes?«
»Ja.« Caffery ging ungerührt weiter. Ein breitschultriger Mann in einem Kamelhaarmantel saß zusammengesunken auf dem Vordersitz und redete erregt auf einen CID-Beamten ein.
»Der Besitzer. Wegen der Jahrtausendfeier wird die ganze Gegend hier aufgemöbelt. Letzte Woche, behauptet er, habe er eine Gruppe von Leuten angeheuert, um das Gelände aufzuräumen. Wahrscheinlich sind sie, ohne es zu wissen, auf das Grab gestoßen, eine Menge schweres Gerät war im Einsatz, und dann, um null Uhr…«
Er blieb am Tor stehen, sie zeigten ihr Ausweise, schrieben sich bei dem Police Constable ein und duckten sich unter dem Absperrband hindurch, das den Tatort abriegelte.
»Und dann um null Uhr heute morgen waren drei junge Burschen hier draußen, die an einer Klebstoffdose rumgeschnüffelt haben, und die sind über sie gestolpert. Sie sind jetzt unten auf dem Revier. Die Koordinationsbeamtin am Tatort wird uns Genaueres sagen. Sie war schon drinnen.«
Detective Sergeant Fiona Quinn, die Einsatzleiterin, die von Scotland Yard geschickt worden war, erwartete sie an einer mit Flutlicht erleuchteten Stelle in der Nähe einer Containerkabine. Sie wirkte in ihrem weißen Plastikoverall wie ein Geist. Ernst zog sie die Kapzuze ab, als sie sich näherten.
Maddox übernahm die Vorstellung.
»Jack, darf ich Ihnen Detective Sergeant Quinn vorstellen. Fiona, das ist mein neuer Detective Inspector, Jack Caffery.«
Caffery näherte sich mit ausgestreckter Hand. »Freut mich, Sie kennenzulernen.«
»Mich auch, Sir.« Sie streifte die Handschuhe ab und schüttelte Caffery die Hand. »Ihre erste Leiche, nicht wahr?«
»Beim AMIP, ja.«
»Nun, ich wünschte, ich hätte was Hübscheres für Sie. Es sieht nicht besonders erfreulich aus dort drinnen. Überhaupt nicht erfreulich. Irgendwas hat ihr den Schädel gespalten, vermutlich irgendeines der Geräte, die hier im Einsatz waren. Sie liegt auf dem Rücken.« Sie lehnte sich anschaulich mit ausgestreckten Armen und offenem Mund zurück. Im Zwielicht konnte Caffery das Blitzen von Amalgamfüllungen erkennen. »Von der Taille abwärts ist sie unter vorgefertigten Betonteilen begraben, die Umrandung eines Gehsteigs oder dergleichen.«
»Hat sie lange dort gelegen?«
»Nein, nein. Nach grober Schätzung…« Sie zog den Handschuh wieder an und reichte Maddox eine Gesichtsmaske aus Baumwolle. »Weniger als eine Woche; aber zu lange, als daß es Sinn hätte, noch während der Nacht mit der Untersuchung anzufangen. Ich glaube, Sie sollten bis Tagesanbruch warten, bevor Sie den Pathologen aus dem Bett werfen. Er wird Ihnen mehr sagen können, wenn er sie auf dem Seziertisch hatte und die Insektenaktivität überprüft hat. Sie liegt zur Hälfte unter der Erde, halb in einen Müllsack gesteckt, das wird...
North Greenwich, Ende Mai. Es war drei Stunden vor Sonnenaufgang, und der Fluß wirkte verlassen. Dunkle Kähne zerrten flußaufwärts an ihrer Vertäuung, und eine Flutwelle hob sanft kleine Schaluppen aus dem Schlamm, in dem sie ruhten. Nebel stieg vom Wasser auf und zog landeinwärts, an unbeleuchteten Läden mit Schiffszubehör vorbei, über den verlassenen Millennium Dome, über einsames Ödland und seltsame Mondlandschaften hinweg - bis er sich schließlich nach einer halben Meile im Inland zwischen dem geisterhaften Räderwerk eines halb aufgegebenen Betonwerks niederließ.
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Blinzelnd blieb er ein oder zwei Minuten im Dunkeln liegen, sammelte seine Gedanken und wehrte sich gegen den Drang, wieder einzuschlafen. Dann holte er tief Luft, nahm alle Kraft zusammen, schwang sich aus dem Bett, ging ins Badezimmer, klatschte sich Wasser ins Gesicht und zog sich an - nicht zu gehetzt, besser, man kam vollkommen wach und gelassen an. Jetzt die Krawatte, etwas Zurückhaltendes, kein Glenmorangie mehr während der Bereitschaftswoche, Jack, schwör das jetzt, schwör es, die Leute vom CID, vom Criminal Investigation Department können es nicht leiden, wenn wir toller aussehen als sie, den Piepser und Kaffee, mengenweise Instantkaffee, mit Zucker, aber ohne Milch, keine Milch, und vor allem: Kein Essen, man weiß ja nie, was man sich ansehen muß. Er trank zwei Tassen, fand die Wagenschlüssel in der Tasche seiner Jeans und fuhr, vom Koffein inzwischen hellwach, durch die verlassenen Straßen von Greenwich zum Tatort. Sein Vorgesetzter, Detective Superintendent Steve Maddox, ein kleiner, frühzeitig ergrauter Mann, der, tadellos wie immer, in einen steingrauen Anzug gekleidet war, wartete bereits am Eingang des Betonwerks auf ihn. Maddox ging unter einer einsamen Straßenlaterne auf und ab, spielte mit dem Wagenschlüssel und kaute auf der Innenseite seiner Backe.
Er sah Jacks Wagen heranfahren und ging zu ihm hinüber; er legte den Ellbogen aufs Dach, beugte sich durchs offene Fenster und sagte:
»Ich hoffe, Sie haben noch nicht gefrühstückt.«
Caffery zog die Handbremse an. Er nahm Zigaretten und Tabak von der Ablage. »Großartig. Genau das, was ich hören wollte.«
»Die Leiche dort drin sieht ziemlich übel aus.« Er trat zurück, als Jack aus dem Wagen stieg. »Weiblich, zum Teil eingegraben. Mitten im Niemandsland abgeworfen.«
»Sind Sie schon drinnen gewesen?«
»Nein, nein. Das CID hat mich kurz ins Bild gesetzt. Und, ähm…« Er sah über die Schulter zu einer Gruppe CID-Beamter hinüber. Als er sich wieder umdrehte, fuhr er mit leiser Stimme fort. »Jemand hat eine Autopsie an ihr vorgenommen. Die typische Y-Reißverschlußtechnik.«
Jack hielt inne, die Hand auf die Wagentür gelegt. »Eine Autopsie?«
»Ja.«
»Dann ist sie vermutlich aus einem Pathologielabor hierherspaziert.«
»Ich weiß…«
»Ein Ulk von Medizinstudenten…«
»Ich weiß, ich weiß.« Maddox hob die Hände, um ihn zum Schweigen zu bringen. »Es fällt eigentlich nicht in unseren Zuständigkeitsbereich, aber hören Sie…« Er sah wieder über die Schulter und beugte sich näher. »Hören Sie, gewöhnlich sind die Leute vom CID Greenwich recht freundlich zu uns. Wir wollen sie bei Laune halten. Es wird uns nicht umbringen, wenn wir einen kurzen Blick auf sie werfen. In Ordnung?«
»In Ordnung.«
»Also gut.« Er richtete sich auf. »Jetzt zu Ihnen. Wie geht's denn? Meinen Sie, Sie sind bereit?«
»Verdammt, nein.« Caffery warf die Tür zu, zog seinen Ausweis aus der Tasche und zuckte die Achseln. »Natürlich bin ich nicht bereit. Wann werde ich das je sein?«
Entlang der Umzäunung gingen sie zum Eingang. Das einzige Licht kam vom schwachen gelblichen Schein der Straßenlaternen und dem gelegentlichen Aufblitzen der Lampen des gerichtsmedizinischen Kamerateams, deren Lichtstrahlen über das Ödland streiften. Eine Meile dahinter stand der strahlende Millennium Dome, der die nördliche Skyline beherrschte und dessen rote Warnlichter vor den Sternen aufblinkten.
»Sie ist vermutlich in einen Müllsack gesteckt worden«, sagte Maddox. »Aber es ist so dunkel dort draußen, daß der erste Beamte, der sie in Augenschein genommen hat, nicht sicher war; es ist sein erster Kriminalfall, und er hat ziemliches Muffensausen bekommen.« Er machte mit dem Kopf ein Zeichen in Richtung einer Gruppe von Wagen. »Der Mercedes. Sehen Sie den Mercedes?«
»Ja.« Caffery ging ungerührt weiter. Ein breitschultriger Mann in einem Kamelhaarmantel saß zusammengesunken auf dem Vordersitz und redete erregt auf einen CID-Beamten ein.
»Der Besitzer. Wegen der Jahrtausendfeier wird die ganze Gegend hier aufgemöbelt. Letzte Woche, behauptet er, habe er eine Gruppe von Leuten angeheuert, um das Gelände aufzuräumen. Wahrscheinlich sind sie, ohne es zu wissen, auf das Grab gestoßen, eine Menge schweres Gerät war im Einsatz, und dann, um null Uhr…«
Er blieb am Tor stehen, sie zeigten ihr Ausweise, schrieben sich bei dem Police Constable ein und duckten sich unter dem Absperrband hindurch, das den Tatort abriegelte.
»Und dann um null Uhr heute morgen waren drei junge Burschen hier draußen, die an einer Klebstoffdose rumgeschnüffelt haben, und die sind über sie gestolpert. Sie sind jetzt unten auf dem Revier. Die Koordinationsbeamtin am Tatort wird uns Genaueres sagen. Sie war schon drinnen.«
Detective Sergeant Fiona Quinn, die Einsatzleiterin, die von Scotland Yard geschickt worden war, erwartete sie an einer mit Flutlicht erleuchteten Stelle in der Nähe einer Containerkabine. Sie wirkte in ihrem weißen Plastikoverall wie ein Geist. Ernst zog sie die Kapzuze ab, als sie sich näherten.
Maddox übernahm die Vorstellung.
»Jack, darf ich Ihnen Detective Sergeant Quinn vorstellen. Fiona, das ist mein neuer Detective Inspector, Jack Caffery.«
Caffery näherte sich mit ausgestreckter Hand. »Freut mich, Sie kennenzulernen.«
»Mich auch, Sir.« Sie streifte die Handschuhe ab und schüttelte Caffery die Hand. »Ihre erste Leiche, nicht wahr?«
»Beim AMIP, ja.«
»Nun, ich wünschte, ich hätte was Hübscheres für Sie. Es sieht nicht besonders erfreulich aus dort drinnen. Überhaupt nicht erfreulich. Irgendwas hat ihr den Schädel gespalten, vermutlich irgendeines der Geräte, die hier im Einsatz waren. Sie liegt auf dem Rücken.« Sie lehnte sich anschaulich mit ausgestreckten Armen und offenem Mund zurück. Im Zwielicht konnte Caffery das Blitzen von Amalgamfüllungen erkennen. »Von der Taille abwärts ist sie unter vorgefertigten Betonteilen begraben, die Umrandung eines Gehsteigs oder dergleichen.«
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Rezension aus Deutschland vom 8. Dezember 2015
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Verifizierter Kauf
6 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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Rezension aus Deutschland vom 3. Mai 2021
Verifizierter Kauf
Gelungener Auftakt der Krimireihe mit Detective Inspector Jack Caffery. Ich hatte durch Zufall bereits Band 7 "Wolf" gelesen und war begeistert. Daraufhin wollte ich jetzt die Serie von vorne beginnen und hab mir den Vogelmann bestellt. Ich fand das Buch sehr spannend, nicht zuletzt, da man bis kurz vor Schluss nicht weiß, wer der Vogelmann ist. Außerdem ist der Hauptcharakter (Jack) relativ sympathisch und die geschilderte Ermittlungsarbeit nachvollziehbar. Keine überzeichneten Superhelden also. Die Gewaltszenen sind allerdings nichts für schwache Nerven. Das sollte man noch erwähnen. Von mir gibt es für dieses Buch eine klare Kaufempfehlung.
Rezension aus Deutschland vom 12. Juli 2017
Verifizierter Kauf
Dies ist mein 2. Buch von Mo Hayder und ich bin nicht enttäuscht. Ich finde es toll, wie sie auch in diesem Buch auf "den Täter" eingeht und dessen Gedanken beschreibt - es erlaubt einen Einblick in die "gestörte Persönlichkeit" und das gefällt mir sehr gut. Auch hat es mich von der Spannung her gefesselt, sodass es bestimmt nicht mein letztes Buch der Autorin sein wird ;-)
Rezension aus Deutschland vom 8. Dezember 2018
Verifizierter Kauf
Spannung, Verwirrung bis zum Ende, gute Recherche. Die Autorin weiss wie man Spannung erzeugt und den Leser bis zum Ende an der Nase herum führt. Wenn man einen guten Thriller sucht und eine spannende Geschichte lesen will ist hier genau richtig.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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Rezension aus Deutschland vom 22. November 2011
Verifizierter Kauf
Inhaltlich ist "Der Vogelmann" ordentliche, wenn auch nicht gerade sensationelle Unterhaltung: Hinter der bereits nach zwei Drittel des Buches aufgeklärt erscheinenden Mordserie steckt letztlich mehr, als man zunächst vermutet. Die Aufklärung schließlich ist recht überraschend, obwohl die Autorin bereits zu Beginn einen Hinweis gibt.
Technisch zeigt dieses eBook jedoch, dass deutsche Verlagsverantwortliche offenbar reichlich Staub hinter den Ohren angesetzt haben: Neben zahlreichen Trennungsfehlern und - subjektiv empfunden - weit mehr Rechtschreib- und Tippfehlern als in Printausgaben scheint dort niemand Formatierungen und Absatzumbrüche zu kontrollieren.
Insbesondere blendet Mo Hayder im letzten Drittel oft zwischen Täter, Opfer und Detektiv hin und her, was im Original durch Absätze und nicht durch neue Kapitel getrennt wird. Beim eBook werden dagegen oftmals einfach Sätze aneinander gereiht, so dass Sie raten müssen, aus wessen Perspektive das Geschehen überhaupt beschrieben wird.
Wer im eBook-Markt mitmischen will, sollte aus meiner Sicht eine Qualitätssicherung auf sämtlichen wichtigen eBook-Formaten durchführen, wenn man schon komplett Druck-, Lager- und Vertriebskosten spart und die Bücher trotzdem zum Buchhandelspreis verkauft.
Info für potenzielle Interessenten: Ich verwende die offizielle Kindle-App für iPhone. Möglicherweise treten diese Fehler nicht beim Original-Kindle auf.
Technisch zeigt dieses eBook jedoch, dass deutsche Verlagsverantwortliche offenbar reichlich Staub hinter den Ohren angesetzt haben: Neben zahlreichen Trennungsfehlern und - subjektiv empfunden - weit mehr Rechtschreib- und Tippfehlern als in Printausgaben scheint dort niemand Formatierungen und Absatzumbrüche zu kontrollieren.
Insbesondere blendet Mo Hayder im letzten Drittel oft zwischen Täter, Opfer und Detektiv hin und her, was im Original durch Absätze und nicht durch neue Kapitel getrennt wird. Beim eBook werden dagegen oftmals einfach Sätze aneinander gereiht, so dass Sie raten müssen, aus wessen Perspektive das Geschehen überhaupt beschrieben wird.
Wer im eBook-Markt mitmischen will, sollte aus meiner Sicht eine Qualitätssicherung auf sämtlichen wichtigen eBook-Formaten durchführen, wenn man schon komplett Druck-, Lager- und Vertriebskosten spart und die Bücher trotzdem zum Buchhandelspreis verkauft.
Info für potenzielle Interessenten: Ich verwende die offizielle Kindle-App für iPhone. Möglicherweise treten diese Fehler nicht beim Original-Kindle auf.
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Rezension aus Deutschland vom 23. April 2013
Verifizierter Kauf
Wer keine Probleme mit der Thematik hat, der wird m. E. den Vogelmann zügig lesen. Ich fand es gut; nicht reißerisch oder blutrünstig; einfach in die Abgründe mancher Menschen (ok, da hatte ich so meine Zweifel) zu sehen.
Man kann manche Wünsche halt einfach nicht nachvollziehen, aber gerade dadurch wurde das Buch wirklich klasse, denn man würde an ein Thema herangeführt, welches z. T. nicht alltäglich ist (und man auch gar nicht haben muss!) ohne das Buch widerwillig oder voller Abscheu beiseite zu legen.
Man kann manche Wünsche halt einfach nicht nachvollziehen, aber gerade dadurch wurde das Buch wirklich klasse, denn man würde an ein Thema herangeführt, welches z. T. nicht alltäglich ist (und man auch gar nicht haben muss!) ohne das Buch widerwillig oder voller Abscheu beiseite zu legen.
Rezension aus Deutschland vom 30. Oktober 2015
Verifizierter Kauf
Klassische Story: deprimierter Polizist sucht Serienmörder, der es auf Prostituierte abgesehen hat. Dann verschwindet plötzlich die Frau, in die er sich mehr oder weniger verliebt hat... Nichts Neues also. Die Auflösung ist zwar durchaus überraschend. Auch die Art der Morde ist neu. Aber alles in allem war mir die Geschichte zu deprimierend, zu brutal, zu - effektheischerisch. Hat mich nicht wirklich umgehauen.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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Rezension aus Deutschland vom 1. Februar 2015
Verifizierter Kauf
Spannung bis zur letzten Minute und gut ausgearbeitete Charaktere fesseln den Leser bis zum Schluss. Mo Hayder nimmt ihre Leser mit in die Abgründe der Psyche des Menschen und verschafft Einblicke in die gestörte Gedankenwelt des Täters.
Jack Caffery als ermittelnder Polizist in seinem ersten Fall wird nicht als harter Typ ohne Falten in der Seele beschrieben, sondern als ganz normaler Mensch, der auch sein Problempäckchen mit sich rumschleppt und jeden Tag von vorn versucht sein Leben in den Griff zu bekommen.
Die richtige Lektüre für einen langen Winterabend (oder eine Winternacht?). Sehr empfehlenswert für alle Fans und solche, die es werden wollen.
Jack Caffery als ermittelnder Polizist in seinem ersten Fall wird nicht als harter Typ ohne Falten in der Seele beschrieben, sondern als ganz normaler Mensch, der auch sein Problempäckchen mit sich rumschleppt und jeden Tag von vorn versucht sein Leben in den Griff zu bekommen.
Die richtige Lektüre für einen langen Winterabend (oder eine Winternacht?). Sehr empfehlenswert für alle Fans und solche, die es werden wollen.
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