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Der Mielke-Konzern: Die Geschichte der Stasi 1945–1990 Gebundene Ausgabe – 7. Februar 2006
von
Jens Gieseke
(Autor)
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Jens Gieseke
(Autor)
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Seitenzahl der Print-Ausgabe320 Seiten
-
SpracheDeutsch
-
HerausgeberDeutsche Verlags-Anstalt
-
Erscheinungstermin7. Februar 2006
-
Abmessungen13.5 x 3.2 x 21 cm
-
ISBN-103421059527
-
ISBN-13978-3421059529
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Produktinformation
- Herausgeber : Deutsche Verlags-Anstalt (7. Februar 2006)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 320 Seiten
- ISBN-10 : 3421059527
- ISBN-13 : 978-3421059529
- Abmessungen : 13.5 x 3.2 x 21 cm
-
Amazon Bestseller-Rang:
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- Nr. 144,946 in Politik & Geschichte (Bücher)
- Nr. 158,599 in Film, Kunst & Kultur (Bücher)
- Kundenrezensionen:
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Produktbeschreibungen
Der Verlag über das Buch
Das aktualisierte und erweiterte Standardwerk zur Geschichte der Stasi
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Jens Gieseke, geboren 1964, lebt in Berlin. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der "Birthler-Behörde" (Behörde der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes) und einer der profundesten Kenner der Stasi-Akten.
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Kundenrezensionen
4,4 von 5 Sternen
4,4 von 5
52 globale Bewertungen
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Spitzenrezensionen
Spitzenbewertungen aus Deutschland
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Rezension aus Deutschland vom 26. November 2017
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Verifizierter Kauf
Ich habe das Buch für die Uni gekauft. Es gibt einem einen guten Überblick und macht Spaß zu lesen. Wer sich über das MfS und seine Geschichte informieren will sollte dieses Buch kaufen. Mir hat es viele Informationen gegeben. Man kann es einfach auch so lesen was, meiner Meinung nach, für viele wissenschaftliche Publikationen nicht gilt.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
Nützlich
Rezension aus Deutschland vom 24. Mai 2019
Verifizierter Kauf
Top Buch. Detailliert. Ein Muss für jeden Geschichtsinteressierten Bürger. Ein Mahnmal im negativen Sinne hervorragend geschrieben
Rezension aus Deutschland vom 24. April 2021
Verifizierter Kauf
erfüllt Erwartungen
Rezension aus Deutschland vom 3. September 2018
Sehr gutes Buch zum Thema. Viele interessante Aspekte und Entwicklungen interessant be- und geschrieben.
3,0 von 5 Sternen
Das Symbol des Unrechtsstaats, oder Eine halbwegs gelungene Darstellung der Stasi.
Rezension aus Deutschland vom 1. Januar 2017
Die DDR-Staatssicherheit ist heute prägender für unser Bild von der DDR als irgendein anderer Aspekt der Geschichte des SED-Staates. Dies zeigte besonders stark vor wenigen Jahren erst der enorme Erfolg des oscarprämierten Films "Das Leben der Anderen", in dem die menschenverachtende Tätigkeit des MfS und die damit einhergehende beklemmende Atmosphäre im Umfeld der Betroffenen thematisiert wurde. Doch bereits zuvor war "die Stasi" zum Symbol der SED-Unrechtsherrschaft geworden und ihre Geschichte in den Mittelpunkt der Aufarbeitung der DDR-Geschichte gerückt. Kaum eine außeruniversitäre geschichtswissenschaftliche Forschungseinrichtung dürfte beispielsweise heute so bekannt sein wie die "Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen" (BStU), und bis heute sind Diskussionen über vermeintliche und tatsächliche Verwicklungen bekannter Persönlichkeiten in den Stasi-Apparat immer wieder ein Politikum wert. Es ist nicht zuletzt wohl kein Zufall, dass mit Joachim Gauck der erste Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen 2012 zum Bundespräsidenten gewählt wurde und seine Nachfolgerin als Behördenleiterin Marianne Birthler vor kurzem als seine Nachfolgerin im Präsidentenamt im Gespräch war - ganz zu schweigen vom Widerstand der Linkspartei gegen eine Präsidentschaft Gaucks... Die Rolle, die die Aufarbeitung der Stasi-Geschichte noch heute hat, kann gar nicht überschätzt werden. Doch wie sieht es mit der geschichtswissenschaftlichen und publizistischen Vermittlung des bislang gesammelten Wissens über das MfS und ihr Wirken in der DDR aus? Jens Gieseke hat im Jahre 2001 eine Gesamtdarstellung unter dem passenden Titel "Der Mielke-Konzern" vorgelegt, denn die Geschichte und das Wirken der Staatssicherheit war zweifellos maßgeblich bestimmt durch den von 1957 bis 1989 amtierenden Alt-Kommunisten, dessen Name heute wohl so bekannt ist wie derjenige Erich Honeckers. Die überarbeitete und hier rezensierte Version dieser Gesamtdarstellung erschien im Jahre 2011. Gieseke, der viele Jahre lang in der Stasi-Unterlagenbehörde und überhaupt über die Geschichte der DDR forschte, trug hier ausgesprochen kenntnis- und detailreich die Summe der bisherigen Forschung über die Institution Stasi zusammen; von den Voraussetzungen ihrer Gründung Ende der 1940er Jahre über die Entwicklung des Apparats in den 1950er- bis 1980er Jahren, bis hin zum Untergang der Stasi im Kontext der Friedlichen Revolution 1989 und der Wiedervereinigung. Außerdem skizziert der Autor kurz die Geschichte der Aufarbeitung des MfS-Wirkens. Im Zusammenhang mit der überarbeiteten Neuauflage war es Gieseke insbesondere ein Anliegen, das Ministerium stärker in den Kontext der allgemeinen DDR-Geschichte einzubetten, weshalb zum Beispiel die Schilderung der seit den 1980er Jahren entstehenden oppositionellen Strömungen und deren Analyse ihren Raum findet. Dadurch gelingt es Gieseke auch, neben der Geschichte der Stasi selbst zu zeigen, wie das oppositionelle Potential in der DDR-Gesellschaft überhaupt einzuschätzen ist.
Dank Giesekes großer Kenntnis der Materie ist das Buch eine durchaus lohnende Fundgrube an interessanten Informationen über das Wirken und Wesen des MfS und der Autor vermag mit zahlreichen Irrtümern aufzuräumen. Seine Grundthese ist, dass die Staatssicherheit als "zentrale Säule" der Herrschaftsstruktur des deutschen Kommunismus in der DDR anzusehen sei, mit Ursprung von Selbstverständnis, institutionellen Strukturen und Methoden in Ära des Hochstalinismus bis 1957. Zugleich macht er deutlich, dass die Stasi erst mit der Übernahme des Ministeramtes durch Erich Mielke 1957 seine Macht enorm ausweitete und sich zu einem "Generalunternehmen für Machtsicherung und Unterdrückung" (S. 19) entwickelte, das den Anspruch vertrat, Gesellschaft weit- und kleinräumig zu durchdringen, zu kontrollieren, "alles zu wissen" und alle Gegner des DDR-Kommunismus zu bekämpfen. Die Stasi war in den ersten Jahren ein typisches Beispiel für die Ende der 1940er Jahre anzusiedelnde Übernahme des stalinistischen Repressions- und Terrorapparates durch einen kommunistischen Satellitenstaats. In die 1950er Jahre fiel denn auch die Phase des größten Terrors und der meisten Verbrechen. Dies darf man nicht vergessen, so Gieseke, angesichts der Tatsache, dass unser heutiges Bild der Stasi aufgrund der Aktenlage weithin von der Tätigkeit des Ministeriums in den 70er- und 80er Jahrfen grpeägt ist. In der Frühphase der MfS-Existenz ist auch die Herausbildung der (dann über Jahrzehnte hinweg konservierten) spezifischen Mentalität der MfS-Mitarbeiter anzusiedeln: Raubeinige Ideologen im Geiste der frühsowjetischen "Tschekisten", mit stark "feindbildgeprägte[r] Weltsicht, gepaart mit einem insgesamt mäßigen Bildungsniveau und kämpferisch antiintellektueller und antibürgerlicher Attitüde." (S. 103) Doch ab Ende der 50er-, Anfang der 60er Jahre bekam das MfS eine neue Qualität; erst jetzt entwickelte es sich zu dem weit verzweigten Sicherheitsapparat mit einem riesigen Netz aus Spitzeln, Agenten und Informanten und wuchs kontinuierlich. Dies hatte unter anderem auch mit den immer neuen Herausforderungen zu tun, denen sich der SED-Staat besonders seit den 1970er Jahren innen- und außenpolitisch gegenübersah (deutsch-deutsche Annäherung, die verstärkte Kontakte zum westlichen "Klassenfeind" mit sich brachte; das Erstarken oppositioneller Bewegungen usw.). Dabei brachte es das veränderte innen- und außenpolitische Klima mit sich, dass die offene Repression, die die 50er Jahre noch geprägt hatte, eher abnahm, während "verdeckte" Operationen (wie "Zersetzung") eher zunahmen.
Gieseke geht es in seinem Buch erkennbar darum, den "Mythos Stasi" stark zu relativieren - obgleich er auch deutlich macht, dass dieser Mythos durchaus ein wichtiger Bestandteil der Rolle war, die die Stasi in der DDR spielte: Die disziplinierende und einschüchternde Wirkung der Stasi resultierte vor allem aus dem in der Bevölkerung erzeugten Eindruck von Allmacht und unbegrenzter Eingriffsmöglichkeiten. Doch war Mielkes Apparat, trotz des enormen Personalausbaus und Aufgabenzuwachses, weder ein von der Staatspartei SED unabhängiges Machtzentrum noch in der Lage, einen größeren Teil der Bevölkerung zu einem Volk von Zuträgern zu machen. Heute hat man nämlich mitunter den Eindruck, die DDR-Gesellschaft sei von der Macht der Stasi durchdrungen und von den Vertrauensbrüchen der zahlreichen "IM"-Spitzel "vergiftet" gewesen. Doch wie eng Partei und MfS verbunden waren und wie fragil die Machtbasis der Staatssicherheit waren, sieht man alleine schon daran, dass auch Mielkes Leute auf den Niedergang der DDR und die Friedliche Revolution keine Antwort hatten und nicht in der Lage waren, das Blatt noch für die Kommunisten zu wenden, als die SED-Herrschaft im Laufe des Herbstes 1989 erst einmal erodiert war. Das Ministerium war niemals zu eigenständigem Handeln fähig. Die Denunziationsbereitschaft der DDR-Gesellschaft indes war erheblich erginger als oft behauptet; beispielsweise bildeten bekannte Fälle wie die Ausspitzelung der Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld durch ihren Mann eher Ausnahme, weil Familien für solche Fälle des organisierten Vertrauensbruchs meist unanfällig blieben. Auch der Mythos des brillanten Auslandsgeheimdienstes ist zu relativieren - spektakulären Erfolgen wie den Spitzelaktionen 1972 im Bundestag (als die Stasi den Sturz Brandts verhinderte) und 1974 (als die Stasi durch die Enttarnung eines ihrer Spitzel indirekt am Sturz Brandts beteiligt war) steht die Tatsache gegenüber, dass es der Staatssicherheit niemals gelang, die Politik westlicher Staaten nachhaltig zu beeinflussen, die zahlreichen gesammelten Informationen sinnvoll zu nutzen oder die sozialen und politischen Bewegungen der Bundesrepublik nachhaltig zu unterwandern. Gieseke versucht in seiner Darstellung auch immer wieder, das Wirken und Wesen des MfS mit anderen totalitären Unterdrückungsapparaten zu vergleichen; So u.a. argumentiert, dass Stasi auch deshalb ein so streng hierarchisch und zentralistisch organisierter Apparat war, weil im Gegensatz zur Verfolgungsmaschinerie des NS, die sich auf gewisse Unterstützung von Teilen der Bevölkerung und Kollaboration der Deutschen und anderer Völker verlassen konnte, ihr Rückhalt in der Bevölkerung sehr gering war, weshalb ein größeres Maß an Disziplin, Ideologisierung und Oraganisation notwendig gewesen sei. Meines Erachtens nach unterschätzt er hierbei jedoch die repressive und kontrollierende Macht des NS-Unterdrückungsapparats.
Trotz all dieser sicherlich interessanten Informationen und Befunde hinterlässt das Buch insgesamt keinen vollständig zufriedenstellenden Eindruck, ja, es lässt bisweilen ein wenig Unwillen während der Lektüre aufkommen. Gieseke bleibt konsequent einer Perspektive "von oben" verhaftet und bietet über weite Strecken vor allem eine ausgesprochen trocken zu lesende Institutionengeschichte der DDR-Staatssicherheit. Ein Stück weit lässt sich ein solcher Zugang bei einer gigantischen Behörde wie der Stasi sicherlich nicht vermeiden, aber die Überbetonung institutioneller und organisatorischer Strukturen gegenüber einer plastischen, anschaulichen, gesellschaftsnahen Geschichte der Stasi ist extrem augenfällig. Nicht zu Unrecht hat Ilko-Sascha Kowalczuk in seinem vor einiger Zeit erschienen eigenen Buch über die Staatssicherheit ein Plädoyer abgegeben, nicht an einer verengten Apparat- und Institutionengeschichte festzuhalten, sondern die Wirkungsgeschichte in den Mittelpunkt zu stellen, hin zu einer „Geschichte von unten, die fragt, was die Stasi konkret tat“ – so der Klappentext des Buches. Er selbst leistet dies zwar nur in Ansätzen - von Gieseke kann man aber selbst dies kaum sagen. Es gibt so gut wie keine anschaulichen Schilderungen, keine Erlebnisberichte, keine breit dargelegten Fallbeispiele über das Handeln der Stasi in einem konkreten Kontext und das Erleben der Opfer. So kann kein Leser wirklich nachvollziehen, was es wirklich bedeutete, mit der Stasi "zu tun zu haben." Doch auch die Perspektive des MfS selbst, die immerhin etwas ausführlicher beleuchtet wird (wie die bereits wiedergegebenen Bemerkungen über die Mentalitäten der Stasi-Leute zeigen), bleibt blass - beispielsweise gelingt es dem Autor nicht, die Haltung des MfS gegenüber Ereignissen wie der Friedlichen Revolution deutlich zu machen. Wie kam es, dass der alt-kommunistische, repressive Beton-Kopf Mielke, der eigentlich alle Oppositionellen als "Gegner" ansah, sich Mitte Oktober gegen ein gewaltsames Vorgehen gegen die Demonstranten aussprach? Diese und ähnliche Fragen finden bei Gieseke keine Erwähnung. Gieseke geht es offenkundig nicht um anschauliche Schilderung, sondern um die Zusammenfassung des Forschungsstandes. Dies ist sicherlich redlich und offenbar weitgehend gelungen, zeigt aber erstens, was in der Forschung noch zu tun ist (nämlich eine WIRKLICHE Gesellschaftsgeschichte der Stasi zu schreiben) und zweitens, wie schwierig es nach wie vor ist, das vorhandene Wissen einem breiten Publikum zu präsentieren. Drei Sterne...
Dank Giesekes großer Kenntnis der Materie ist das Buch eine durchaus lohnende Fundgrube an interessanten Informationen über das Wirken und Wesen des MfS und der Autor vermag mit zahlreichen Irrtümern aufzuräumen. Seine Grundthese ist, dass die Staatssicherheit als "zentrale Säule" der Herrschaftsstruktur des deutschen Kommunismus in der DDR anzusehen sei, mit Ursprung von Selbstverständnis, institutionellen Strukturen und Methoden in Ära des Hochstalinismus bis 1957. Zugleich macht er deutlich, dass die Stasi erst mit der Übernahme des Ministeramtes durch Erich Mielke 1957 seine Macht enorm ausweitete und sich zu einem "Generalunternehmen für Machtsicherung und Unterdrückung" (S. 19) entwickelte, das den Anspruch vertrat, Gesellschaft weit- und kleinräumig zu durchdringen, zu kontrollieren, "alles zu wissen" und alle Gegner des DDR-Kommunismus zu bekämpfen. Die Stasi war in den ersten Jahren ein typisches Beispiel für die Ende der 1940er Jahre anzusiedelnde Übernahme des stalinistischen Repressions- und Terrorapparates durch einen kommunistischen Satellitenstaats. In die 1950er Jahre fiel denn auch die Phase des größten Terrors und der meisten Verbrechen. Dies darf man nicht vergessen, so Gieseke, angesichts der Tatsache, dass unser heutiges Bild der Stasi aufgrund der Aktenlage weithin von der Tätigkeit des Ministeriums in den 70er- und 80er Jahrfen grpeägt ist. In der Frühphase der MfS-Existenz ist auch die Herausbildung der (dann über Jahrzehnte hinweg konservierten) spezifischen Mentalität der MfS-Mitarbeiter anzusiedeln: Raubeinige Ideologen im Geiste der frühsowjetischen "Tschekisten", mit stark "feindbildgeprägte[r] Weltsicht, gepaart mit einem insgesamt mäßigen Bildungsniveau und kämpferisch antiintellektueller und antibürgerlicher Attitüde." (S. 103) Doch ab Ende der 50er-, Anfang der 60er Jahre bekam das MfS eine neue Qualität; erst jetzt entwickelte es sich zu dem weit verzweigten Sicherheitsapparat mit einem riesigen Netz aus Spitzeln, Agenten und Informanten und wuchs kontinuierlich. Dies hatte unter anderem auch mit den immer neuen Herausforderungen zu tun, denen sich der SED-Staat besonders seit den 1970er Jahren innen- und außenpolitisch gegenübersah (deutsch-deutsche Annäherung, die verstärkte Kontakte zum westlichen "Klassenfeind" mit sich brachte; das Erstarken oppositioneller Bewegungen usw.). Dabei brachte es das veränderte innen- und außenpolitische Klima mit sich, dass die offene Repression, die die 50er Jahre noch geprägt hatte, eher abnahm, während "verdeckte" Operationen (wie "Zersetzung") eher zunahmen.
Gieseke geht es in seinem Buch erkennbar darum, den "Mythos Stasi" stark zu relativieren - obgleich er auch deutlich macht, dass dieser Mythos durchaus ein wichtiger Bestandteil der Rolle war, die die Stasi in der DDR spielte: Die disziplinierende und einschüchternde Wirkung der Stasi resultierte vor allem aus dem in der Bevölkerung erzeugten Eindruck von Allmacht und unbegrenzter Eingriffsmöglichkeiten. Doch war Mielkes Apparat, trotz des enormen Personalausbaus und Aufgabenzuwachses, weder ein von der Staatspartei SED unabhängiges Machtzentrum noch in der Lage, einen größeren Teil der Bevölkerung zu einem Volk von Zuträgern zu machen. Heute hat man nämlich mitunter den Eindruck, die DDR-Gesellschaft sei von der Macht der Stasi durchdrungen und von den Vertrauensbrüchen der zahlreichen "IM"-Spitzel "vergiftet" gewesen. Doch wie eng Partei und MfS verbunden waren und wie fragil die Machtbasis der Staatssicherheit waren, sieht man alleine schon daran, dass auch Mielkes Leute auf den Niedergang der DDR und die Friedliche Revolution keine Antwort hatten und nicht in der Lage waren, das Blatt noch für die Kommunisten zu wenden, als die SED-Herrschaft im Laufe des Herbstes 1989 erst einmal erodiert war. Das Ministerium war niemals zu eigenständigem Handeln fähig. Die Denunziationsbereitschaft der DDR-Gesellschaft indes war erheblich erginger als oft behauptet; beispielsweise bildeten bekannte Fälle wie die Ausspitzelung der Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld durch ihren Mann eher Ausnahme, weil Familien für solche Fälle des organisierten Vertrauensbruchs meist unanfällig blieben. Auch der Mythos des brillanten Auslandsgeheimdienstes ist zu relativieren - spektakulären Erfolgen wie den Spitzelaktionen 1972 im Bundestag (als die Stasi den Sturz Brandts verhinderte) und 1974 (als die Stasi durch die Enttarnung eines ihrer Spitzel indirekt am Sturz Brandts beteiligt war) steht die Tatsache gegenüber, dass es der Staatssicherheit niemals gelang, die Politik westlicher Staaten nachhaltig zu beeinflussen, die zahlreichen gesammelten Informationen sinnvoll zu nutzen oder die sozialen und politischen Bewegungen der Bundesrepublik nachhaltig zu unterwandern. Gieseke versucht in seiner Darstellung auch immer wieder, das Wirken und Wesen des MfS mit anderen totalitären Unterdrückungsapparaten zu vergleichen; So u.a. argumentiert, dass Stasi auch deshalb ein so streng hierarchisch und zentralistisch organisierter Apparat war, weil im Gegensatz zur Verfolgungsmaschinerie des NS, die sich auf gewisse Unterstützung von Teilen der Bevölkerung und Kollaboration der Deutschen und anderer Völker verlassen konnte, ihr Rückhalt in der Bevölkerung sehr gering war, weshalb ein größeres Maß an Disziplin, Ideologisierung und Oraganisation notwendig gewesen sei. Meines Erachtens nach unterschätzt er hierbei jedoch die repressive und kontrollierende Macht des NS-Unterdrückungsapparats.
Trotz all dieser sicherlich interessanten Informationen und Befunde hinterlässt das Buch insgesamt keinen vollständig zufriedenstellenden Eindruck, ja, es lässt bisweilen ein wenig Unwillen während der Lektüre aufkommen. Gieseke bleibt konsequent einer Perspektive "von oben" verhaftet und bietet über weite Strecken vor allem eine ausgesprochen trocken zu lesende Institutionengeschichte der DDR-Staatssicherheit. Ein Stück weit lässt sich ein solcher Zugang bei einer gigantischen Behörde wie der Stasi sicherlich nicht vermeiden, aber die Überbetonung institutioneller und organisatorischer Strukturen gegenüber einer plastischen, anschaulichen, gesellschaftsnahen Geschichte der Stasi ist extrem augenfällig. Nicht zu Unrecht hat Ilko-Sascha Kowalczuk in seinem vor einiger Zeit erschienen eigenen Buch über die Staatssicherheit ein Plädoyer abgegeben, nicht an einer verengten Apparat- und Institutionengeschichte festzuhalten, sondern die Wirkungsgeschichte in den Mittelpunkt zu stellen, hin zu einer „Geschichte von unten, die fragt, was die Stasi konkret tat“ – so der Klappentext des Buches. Er selbst leistet dies zwar nur in Ansätzen - von Gieseke kann man aber selbst dies kaum sagen. Es gibt so gut wie keine anschaulichen Schilderungen, keine Erlebnisberichte, keine breit dargelegten Fallbeispiele über das Handeln der Stasi in einem konkreten Kontext und das Erleben der Opfer. So kann kein Leser wirklich nachvollziehen, was es wirklich bedeutete, mit der Stasi "zu tun zu haben." Doch auch die Perspektive des MfS selbst, die immerhin etwas ausführlicher beleuchtet wird (wie die bereits wiedergegebenen Bemerkungen über die Mentalitäten der Stasi-Leute zeigen), bleibt blass - beispielsweise gelingt es dem Autor nicht, die Haltung des MfS gegenüber Ereignissen wie der Friedlichen Revolution deutlich zu machen. Wie kam es, dass der alt-kommunistische, repressive Beton-Kopf Mielke, der eigentlich alle Oppositionellen als "Gegner" ansah, sich Mitte Oktober gegen ein gewaltsames Vorgehen gegen die Demonstranten aussprach? Diese und ähnliche Fragen finden bei Gieseke keine Erwähnung. Gieseke geht es offenkundig nicht um anschauliche Schilderung, sondern um die Zusammenfassung des Forschungsstandes. Dies ist sicherlich redlich und offenbar weitgehend gelungen, zeigt aber erstens, was in der Forschung noch zu tun ist (nämlich eine WIRKLICHE Gesellschaftsgeschichte der Stasi zu schreiben) und zweitens, wie schwierig es nach wie vor ist, das vorhandene Wissen einem breiten Publikum zu präsentieren. Drei Sterne...
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Rezension aus Deutschland vom 11. August 2014
Viel muss man zu diesem Buch eigentlich nicht schreiben, Jens Gieseke ist ein Historiker mit hohem Renommee und
durch seine Arbeit bei der BStU hat er ja an der "Quelle" gearbeitet. Seine Darstellung gibt einen guten Überblick
über Aufbau und Funktion der Staatssicherheit. Vor allem als Basis- und Einsteigerlektüre empfinde ich das Buch als
sehr wichtig. Einzig kritisieren könnte man, das der Autor zuweilen noch mehr in die Tiefe hätte gehen können bei
bestimmten HA oder Unterabteilungen. Das hätte dem Ganzen noch mehr Tiefenwirkung verliehen.
Das hätte aber warscheinlich den Umfang des Buches Gesprengt.
Auch ist die Darstellung für den "Nur-mal-reinschnuppern-ins-Thema" Leser vllt. etwas zu trocken.
Dennoch ist das Buch sehr Empfehlenswert. Man macht mit dem kauf nichts falsch, zumal Gieseke einen recht
sachlichen Schreibstil hat und auch immer wieder bemerkbar wird, das er eine hohe Sachkenntnis zur Thematik hat.
durch seine Arbeit bei der BStU hat er ja an der "Quelle" gearbeitet. Seine Darstellung gibt einen guten Überblick
über Aufbau und Funktion der Staatssicherheit. Vor allem als Basis- und Einsteigerlektüre empfinde ich das Buch als
sehr wichtig. Einzig kritisieren könnte man, das der Autor zuweilen noch mehr in die Tiefe hätte gehen können bei
bestimmten HA oder Unterabteilungen. Das hätte dem Ganzen noch mehr Tiefenwirkung verliehen.
Das hätte aber warscheinlich den Umfang des Buches Gesprengt.
Auch ist die Darstellung für den "Nur-mal-reinschnuppern-ins-Thema" Leser vllt. etwas zu trocken.
Dennoch ist das Buch sehr Empfehlenswert. Man macht mit dem kauf nichts falsch, zumal Gieseke einen recht
sachlichen Schreibstil hat und auch immer wieder bemerkbar wird, das er eine hohe Sachkenntnis zur Thematik hat.
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Rezension aus Deutschland vom 24. Februar 2015
Wer versucht ist, sich über die sogenannte Staatssicherheit der ehemaligen DDR zu informieren, wird kaum an dem Buch von Jens Gieseke vorbeikommen. Doch die Lektüre dieses Buches ist ein zweischneidiges Schwert, denn entgegen dem Titel „Die Stasi 1945 – 1990“ wird hier kein chronologischer Abriss der Geschichte der "Stasi“ geboten. Stattdessen hat es Gieseke vorgezogen, verschiedene Aspekte, wie z.B. „Der inoffizielle Mitarbeiter“ oder „Widerstand – Opposition – Verfolgung“ darzustellen und diese in ihrer Chronologie zu entfalten. Dies mag in einem gewissen Rahmen verständlich sein, ein Aufzeigen der vielfältigen Interdependenzen von Staat/Stasi und Bevölkerung/gesellschaftlicher Entwicklung ist so aber nur bedingt machbar bzw. geleistet worden.
Eine geschichtliche Darstellung im originären Sinne ist das Buch somit nicht. Dafür ein Wissenschaftswerk, das mit einer Fülle an Informationen und Details aufwartet und zudem u.a. eine kommentierte Auswahlbiographie bietet. Dafür: Hut ab! Man merkt, dass hier jemand am Werk war, der sich wirklich mit der Materie auskennt. Aber genau da liegt auch ein Problem: Die jahrelange berufliche Beschäftigung Giesekes mit dem Thema führte zu einem nüchternen, sachlich-emotionslosen Stiel, der die Lektüre nicht zur Freude werden lässt.
Es fehlen zudem die „direkten“ Worte von Zeitgenossen. Auch eine kurze Vita von z.B. Mielke wäre ein Zugewinn für das Buch gewesen Und: Insbesondere ein Bild- und Fototeil hätte das Thema illustriert und begreifbarer machen lassen. Warum dieser fehlt, lässt sich nur vermuten.
Von daher: Wer wissenschaftlich über den Gegenstand „Stasi“ informiert werden will, kann beruhigt zugreifen. Für „Normalbürger“ ist das Buch eher nichts.
Eine geschichtliche Darstellung im originären Sinne ist das Buch somit nicht. Dafür ein Wissenschaftswerk, das mit einer Fülle an Informationen und Details aufwartet und zudem u.a. eine kommentierte Auswahlbiographie bietet. Dafür: Hut ab! Man merkt, dass hier jemand am Werk war, der sich wirklich mit der Materie auskennt. Aber genau da liegt auch ein Problem: Die jahrelange berufliche Beschäftigung Giesekes mit dem Thema führte zu einem nüchternen, sachlich-emotionslosen Stiel, der die Lektüre nicht zur Freude werden lässt.
Es fehlen zudem die „direkten“ Worte von Zeitgenossen. Auch eine kurze Vita von z.B. Mielke wäre ein Zugewinn für das Buch gewesen Und: Insbesondere ein Bild- und Fototeil hätte das Thema illustriert und begreifbarer machen lassen. Warum dieser fehlt, lässt sich nur vermuten.
Von daher: Wer wissenschaftlich über den Gegenstand „Stasi“ informiert werden will, kann beruhigt zugreifen. Für „Normalbürger“ ist das Buch eher nichts.
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Rezension aus den Vereinigten Staaten vom 26. September 2014Verifizierter Kauf
I am sure I will enjoy it, thanks