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am 25. März 2014
Das von der ersten Wahrnehmung her, und unter besonderer Berücksichtigung des Titels, für denjenigen Leser, der vor allem an gesellschaftlichen, geistes-, sozial- und kulturgeschichtlichen Gegebenheiten einer Epoche interessiert ist, besonders interessant erscheinende Buch der österreichischen Historikerin (und Mitarbeiterin der weit verbreiteten Wiener Kronenzeitung) Martina Winkelhofer surft nicht nur auf der Woge der vielen Veröffentlichungen mit, die zum hundertsten Jahrestag des Ersten Weltkriegs eben den Buch- und Medienmarkt überfluten, sondern segelt zudem noch unter eindeutig falscher Flagge.

Bewußt oder unbewußt?, das ist hier die Frage. An sich ein sehr interessanter Ansatz für eine packende und in diesem Kontext auch eher außergewöhnliche Auseinandersetzung mit einer Problemstellung, dem Ersten Weltkrieg, der gerade eine große Zahl von Historikern, Politologen und Militärwissenschaftlern intensiv beschäftigt. Wenn man den Titel des Buches beim Wort nimmt, sollen in Frau Dr. Winkelhofers Veröffentlichung die sogenannten und oft beschworenen Kleinen Leute, die in der Diplomatie- und Militärgeschichte zwangsläufig wenig Beachtung finden, ausdrücklich zu Wort kommen. Ihre Sicht der Dinge auf das grausame Geschehen von 14/18 hatte man sich auch als Leser gewünscht, und deshalb hat man das Buch erworben. Um dann aber beim ersten Durchblättern schon enttäuscht feststellen zu müssen, daß der Wiener Amalthea-Verlag vollmundig viel mehr versprochen hat, als die Autorin (anscheinend im engen Verbund mit der Leserschaft der Kronenzeitung) hatte liefern können. Oder wollen. Bei der Auflistung der Originalquellen, aus denen die Originaltöne, die man sich vorgestellt hatte, hätten stammen können, geht der Autorin schon nach einem guten Dutzend die Puste aus. Und dabei hätte die Kronenzeitung bei ihren vielen Lesern doch sicher viel mehr familiäres und bis dato unbekanntes Archiv- und Bildmaterial eruieren können.

Diese Chance aber hat man nicht genutzt, und so ist ein Buch entstanden, das mit der sehr heißen und boulevardjournalistischen Nadel genäht daherkommt, sich nicht einmal die Mühe macht, die wenigen Originaltöne in den richtigen Kontext einzuordnen, sondern diese willkürlich verkürzt, in anderen Zusammenhang rückt und auf diese Weise sinnentleert. Anstatt zum großen, gesamteuropäischen Ereignis: Gedenken an den gemeinsamen, großen und die europäische Geschichte auch heute noch mitbestimmenden ersten Krieg 14/18, dem der ungarische Ministerpräsident der k.u.k.-Monarchie den Namen Weltkrieg gegeben hatte, auch die Stimmen der Menschen der Zeit, der Soldaten, ihrer Frauen, ihrer Kinder und der Gesellschaft allgemein beizusteuern, breitet die Autorin lediglich ihr angelesenes und buchgerecht "aufbereitetes" Schulwissen zum Thema auf, um dem Leser damit unter falscher Flagge Altbekanntes unterzujubeln.

Dieses Buch aus Wien ist ärgerlich, um das Wenigste zu sagen. Es kann sich mit anderen herausragenden österreichischen Veröffentlichungen zum Jahrhundert-Thema in keiner Weise messen, die den ersten Krieg aus der Perspektive Österreich-Ungarns beschreiben, die in der deutschen Betrachtung immer ein wenig zu kurz kommt. Wer es sich nicht zumuten will, sich über den Ersten Weltkrieg aus Sicht Österreich-Ungarns und über den Untergang der Habsburger Monarchie beispielsweise detailliert und wissenschaftlich fundiert vom österreichischen Militärhistoriker Manfried Rauchensteiner in seinem Monumentalwerk "Der Erste Weltkrieg und das Ende der Habsburger Monarchie" informieren zu lassen, der könnte sich über viele Hintergründe, die Frau Winkelhofer ausleuchten wollte, aber nicht zu fassen bekommen hat, in Anton Holzers fulminantem Fotoband "Die letzten Tage der Menschheit, Der Erste Weltkrieg in Bildern, Mit Texten von Karl Kraus" buchstäblich ein sehr bewegendes Bild verschaffen. Gleichfalls noch zu erwähnen ist an dieser Stelle die ebenfalls aus Österreich stammende Publikation "Untergang einer Welt - Der große Krieg 1914-1918 in Fotografien und Texten" des Wiener Historikers und Mitarbeiters des Österreichischen Staatsarchivs Wolfgang Maderthaner. Auch hier werden Einblicke gegeben, wie man sie in der Amalthea-Veröffentlichung unter "Familienschicksale 1914-1918" wohl hätte erwarten dürfen.

Bleibt die Frage, warum man sich mit einem so verunglückten und so schludrig gemachten, zudem schlecht lektorierten Buch wie "So erlebten wir den Ersten Weltkrieg" so ausführlich auseinandersetzt? Weil hier eine sehr gute Idee und eine optimale Chance für ein spannendes und bewegendes Buch vergeben wurde, das einmal nicht insinuiert haben würde, die Menschen der Zeit seien nur als gestaltlose Masse, als "Menschenmaterial", als gesichtslose Opfer, als Verwundete und "gemeine Objekte" zu betrachten. Es hätte glaubhaft, weil gestützt auf private Zeitzeugenschaft, darlegen können, daß historische Ereignisse und deren Protagonisten nicht nur aus Diplomaten, Politikern, Militärs und damals noch gekrönten Häuptern bestanden, sondern um so viel mehr aus (der Kronenzeitung wäre dann Dank zu schulden gewesen) jetzt namhaften Vätern, die an der Front verheizt wurden, und aus Müttern und ihren Kindern. Diese bestechende Möglichkeit, Geschichte an einem besonders greifbaren Punkt einmal anders zu sehen und dingfest zu machen, weil sie in der Erinnerung noch fortbesteht, wurde in diesem Buch leider an die Wand gefahren.
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Was bin ich froh, dass ich das Buch nicht über den Verlag bestellt habe! Nicht nur, dass der Bestellschein in der Kronen Zeitung vor kurzem, völlig sinnlos war, denn die Versandgebühren werden extra verrechnet; so ist dieses Buch völlig überteuert. Deshalb habe ich es mir vor kurzem "vor Ort" angesehen, was gut gewesen ist. Enttäuschung auf ganzer Linie!

Laut Inhaltsangabe werden Geschichten von den Großvätern erzählt. Das Problem ist nur, dass die Tagebuch- oder Erzählungen keine sind. Ein Bild, ein Name und 5 Zeilen darunter, dass der Mann auf dem Bild in Sibirien fiel und seine Frau niemals über den Krieg erzählt hat, beinhaltet keine Geschichte. Auf einer anderen Seite, wird ein Name und ein Kriegstagebuch erwähnt; daraus gibt es dann einen Satz: "Der Krieg war lang. Mir war kalt. Ich hatte kein Essen, meine Kameraden hungerten." Nächste Seite, nächster Name, nächstes Bild oder gar keines und dann wieder eine unzusammenhängende Story, die keinen Sinn ergibt.

Das Buch ist aufgebläht mit großer Schrift und dickem Papier. Über den ersten Weltkrieg und wie diese Menschen gelitten haben oder was der "Großvater" (mittlerweile wäre es wohl eher der Ur-Ur-Großvater) erlebt hat, wird nichts erzählt. Das Buch bleibt extrem oberflächlich, Informationen oder gar Wissen vermittelt es nicht.

Fazit: Völlig sinnloses, überteuertes Buch, mit nichts darin, als ein paar Namen und ein paar Sätzen. Hier wollte eindeutig der Verlag und die Kronen Zeitung auf den "100-Jahre-Erster-Weltkrieg-Zug" aufspringen. Außer leeren Phrasen bekommt man aber leider gar nichts. So leid mir das tut, das Buch ist weder den Preis, noch das Papier Wert, auf dem es gedruckt wurde.
Schade!
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am 1. April 2014
Der Text behandelt das Thema aus Sicht der österreichischen KuK-Monarchie.

Das Buch ist nicht uninteressant zu lesen, führt den nicht vorgebildeten Leser an viele Aspekte (gesellschaftlich, militärisch, historisch) im Zusammenhang mit dem 1. WK heran, ist aber kein Buch, das Anforderungen an geschichtliche Abhandlungen genügt.

In gut lesbarem Stil werden Themen oberflächlich angerissen, ohne jemals zu eingehenderer Betrachtung zu führen.
Eine Behandlung des Sujets, die auch nur populärwissenschaftlichen Ansprüchen genügen würde, findet nicht statt.

Um einen ersten Überblick und den (allerersten) Einstieg in die Thematik zu bekommen, ganz brauchbar. Um fundiertere Einblicke zu bekommen, leider nicht geeignet.
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am 30. August 2014
Ich fand das Buch sehr informativ. Die Autorin hat den Zeitgeist und die Situation der Menschen sehr gut beschrieben. Das alles ist 100 Jahre her und ich habe mich durch die sachliche Schilderung das erste Mal so richtig in diese Zeit und die Menschen einfühlen können.
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am 11. Februar 2014
Interessante Einblicke in die Welt meiner Großväter. Tippfehler sollte man aber eigentlich keine finden. Sowas ist ärgerlich und entwertet den Inhalt!
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