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Der Todestrieb in der Geschichte: Erscheinungsformen des Sozialismus Kindle Ausgabe
- SpracheDeutsch
- HerausgeberLichtschlag Medien und Werbung KG
- Erscheinungstermin14. November 2016
- Dateigröße658 KB
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Der Todestrieb in der Geschichte: Erscheinungsformen des SozialismusIgor R. SchafarewitschKindle Ausgabe
Produktbeschreibungen
Über die Autorenschaft und weitere Mitwirkende
Produktinformation
- ASIN : B01MSLC0CN
- Herausgeber : Lichtschlag Medien und Werbung KG; Zweite überarbeitete deutsche Auflage 2016 (14. November 2016)
- Sprache : Deutsch
- Dateigröße : 658 KB
- Text-to-Speech (Vorlesemodus) : Aktiviert
- Screenreader : Unterstützt
- Verbesserter Schriftsatz : Aktiviert
- X-Ray : Nicht aktiviert
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- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 474 Seiten
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Das 469 Seiten starke Buch überrascht mit Einsichten und Erkenntnissen, wie ich sie in noch keinem politischen, historischen oder wirtschaftlichen Werk gelesen habe. Der normale Leser wird überrascht sein, dass der Sozialismus schon lange vor Karl Marx sowohl theoretisch beschrieben, aber auch praktisch versucht worden ist. Seine Forschung bezieht sich auf historische Quellen von Theorie und tatsächlichen Gesellschaftsformen, die als sozialistisch bezeichnet werden können. Sein Kondensat über den Sozialismus beschreibt er so: Die Aufhebung des Privateigentums, die Abschaffung der Religion und die Zerstörung der Familie sind die Ziele, die der Sozialismus konsequent verfolgt (vgl. S. 13). Schafarewitsch sieht im Sozialismus den Todestrieb, der nach jenem Zustand dauernder Befriedigung strebt, wo keine Spannung mehr besteht, nach einem Zustand ohne allen Mangel. Allerdings liegt die Zerstörungskraft der Sozialisten heute nicht im Todestrieb, sondern in der Antidiskriminierung. Vom Proletariat spricht heute kein Sozialist mehr. Man muss nur den Begriff „Proletarier“ durch „Homosexuelle“, „nationale Minderheiten“, oder „Flüchtlinge“ austauschen. Man hat damit stets ein aktuelles Opfer einer angeblichen Diskriminierung.
In der religiösen Literatur bezeichnet man ein System von Anschauungen als Glauben an das tausendjährige Gottesreich auf Erden als „Chiliasmus“. Der chiliastische Sozialismus wird beschrieben als eine Lehre, die auf einer völligen Ablehnung des zeitgenössischen Lebenssystems basiert und seine Zerstörung fordert, um so zu einer „gerechten und glücklichen Gesellschaft, in der alle der jeweils anstehenden Probleme gelöst werden“ zu gelangen. Die Lehren des chiliastischen Sozialismus können allerdings nicht als wissenschaftliche Voraussage einer zukünftigen Gesellschaft betrachtet werden, sie ähneln weit stärker einer Reaktion, einem Streben, die Menschheit zu einem primitiveren archaischen Zustand zurückkehren zu lassen, ähnlich wie Ayn Rand das gesehen und in ihrem Buch „Zurück in die Steinzeit“ beschrieben hat.
Den Beginn der ersten Strömung des Sozialismus markiert „Der Staat“ Platons vor 2.500 Jahren. Unter seinem offensichtlichen Einfluss befinden sich Thomas Morus (dem Schatzkanzler Heinrich dem XIII, der den Roman „Utopia“ verfasst hat), Campanella, Deschamps; und sogar Marcuse versuchte eindeutig, Platon nachzuahmen. Die zweite Strömung bildet sich im Mittelalter, in den Ketzersekten (Katharer, Albigenser, Brüder des freien Geistes, Wiedertäufer, Diggers, Levellers etc.), oder auch der Inkas oder auch im sozialistischen Jesuitenstaat in Paraguay heraus.
Das Staatssystem der Inkas lässt sich eindeutig als sozialistisch bezeichnen, da viele sozialistische Prinzipien deutlich ausgeprägt sind: das fast vollständige Fehlen von Privateigentum und insbesondere das völlige Fehlen von Grundeigentum; die Nichtexistenz von Geld und Handel, die völlige Beseitigung persönlicher Initiative aus jeder wirtschaftlichen Tätigkeit, die detaillierte Reglementierung des ganzen persönlichen Lebens, die Eheschließung auf Befehl von Beamten, die staatliche Verteilung von Ehefrauen und Konkubinen. Nach Schafarewitsch war der Staat der Inkas eine der perfektesten Verkörperungen des sozialistischen Ideals, die je erreicht wurde. Das gewaltige Imperium von zwölf Millionen Einwohnern und einem Territorium des heutigen Ecuador, Bolivien, Peru, die Nordhälfte Chiles und den Nordwestteil Argentiniens erwies sich 200 Spaniern gegenüber als machtlos. Weder die Feuerwaffen noch die den Indianern unbekannten Pferde der Spanier können dieses erstaunliche Phänomen erklären. Die Ursache für den Untergang des Inkareiches lag in der vollkommenen Atrophie der Initiative, in der Gewohnheit, nur Befehle der Vorgesetzten auszuführen, im Geiste der Trägheit und Apathie.
Die dritte Strömung des Sozialismus bildete sich Anfang des 20-sten Jahrhunderts in den diktatorischen Staaten eines Stalin, Hitler, Mao Zedong oder Pol Pot und die DDR etc. heraus. In dieser dritten Phase treffen wir in der sozialistischen Ideologie ein Verständnis von Gleichheit an, das dem in der Mathematik gebräuchlichen näher kommt. Die Rede ist von der Aufhebung der Unterschiede im Verhalten und in der Psyche aller Individuen, die die Gesellschaft bilden. Stalin verriet einmal sein Gesellschaftsideal, indem er die Bürger des von ihm regierten Staates „Schräubchen“ nannte. Konkret geht es um die Unterdrückung jeglicher Individualität und die Opferung des Menschen auf dem Altar des WIR.
Die konsequente Verwirklichung der Prinzipien des Sozialismus, die der menschlichen Individualität ihre Rolle entzieht, würde gleichzeitig auch dem Leben seinen Sinn und seine Attraktivität entziehen. Denn nicht nur Menschen, sondern auch Tiere können nicht existieren, wenn sie auf das Niveau der Einzelteile eines Mechanismus erniedrigt werden. So folgert Schafarewitsch: „Der Tod der Menschheit ist nicht nur ein denkbares Ergebnis, wenn der Sozialismus triumphiert, sondern er stellt das Ziel des Sozialismus dar.“ (S. 435).
Sie haben mit Sozialismus nichts neues entdeckt und hätten das Ende dieser blutreichen Experimente recherchieren und das Ergebnis wissen können.
Ein Hinweis zu den kritischen Bewertungen im Hinblick auf den deutschen, unglücklich gewählten Titel: Der Originaltitel lautet „Социализм как явление мировой истории“, was soviel heißt wie „Sozialismus als Erscheinung der Weltgeschichte“. Der „Todestrieb“ im deutschen Titel ist unpassend und reflektiert nicht den - wie von einem Mathematiker zu erwarten war - sauber hergeleiteten Inhalt.
Absolute Leseempfehlung für alle, die den aktuellen Trend in der Politik historisch einordnen und sich intellektuell „bewaffnen“ wollen.
