Es gibt einen doch irgendwie zu denken, dass erst ein junger Australier (Jahrgang 1983) kommen musste, um eine Biografie über eine äußerst schillernde Figur aus der NS-Zeit zu schreiben - nämlich über Albert Göring, 2 Jahre jünger als Hermann Göring, eine der Zentralfiguren des 3. Reiches.
Dass es dann noch 3 Jahre dauerte, bis dieses Buch nun in deutscher Übersetzung vorliegt, ist weiter verwunderlich.
Sei es, wie es sei - der Leser geht mit dem Autor auf die Spurensuche nach Albert Göring. Das Buch ist nämlich nicht einfach eine Biografie (das dürfte auch am nicht gerade umfangreichen Material über die Hauptperson liegen), sondern der Autor bezieht den Leser in die Entstehung des Buches mit ein.
Ohne zuviel zu verraten: Albert Göring war ganz anders als sein Bruder (wobei Hermann Göring auch eine Seite hatte, die für Albert ganz wichtig war). Albert war nämlich bereits seit 1923 Antinazi - und das (trotz aller Gefahren) bis zum Ende des 3. Reiches. Ja, er war nicht nur ein Antinazi, er half vielen Menschen den Terror des 3. Reiches zu überleben. Dass ihn das in beträchtliche Schwierigkeiten brachte (und aus die ihn sein Bruder herauspauken musste), verwundert nicht weiter...
William Hastings Burke hat mit Menschen gsprochen, die Albert Göring noch gekannt haben (oder zB mit deren Nachkommen) - und er hat viele Tage in diversen Archiven und Bibliotheken verbracht.
Hausgekommen ist ein sehr spannendes Buch über einen Menschen, der - bei all seinen Fehlern - zu Unrecht viel zu lange vergessen war.
Heftigste Leseempfehlung!
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Hermanns Bruder: Wer war Albert Göring? Hardcover – 14 May 2012
by
William Hastings Burke
(Autor),
Gesine Schröder
(Übersetzer)
Der Nazi und der Judenretter Unterschiedlicher könnten zwei Brüder nicht sein: Hermann Göring, geboren 1893, ist rebellisch, hasst die Schule, findet seine Bestimmung im Soldatentum. Albert, geboren 1895, ist wohlerzogen und musisch veranlagt. Während Hermann sich der Hitler-Bewegung anschließt und zu einem der größten Nazi-Verbrecher wird, geht Albert ins Ausland, unterstützt die tschechische Widerstandsbewegung, verhilft Verfolgten zur Flucht. Die Liste der 34 Personen, die er gerettet haben soll, führt Jahrzehnte später den jungen Australier William Hastings Burke quer durch Deutschland, Europa und die USA. Er interviewt Zeitzeugen und Hinterbliebene und sucht zugleich nach dem, was dieDeutschen heute ausmacht. Ein wunderbares Stück Literatur.“ Aliza Olmert
- Print length237 pages
- LanguageGerman
- PublisherAufbau Verlag
- Publication date14 May 2012
- ISBN-103351027478
- ISBN-13978-3351027476
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Product description
About the Author
Gesine Schröder, geb. 1976, studierte in Kiel und Berlin. Sie übersetzte u. a. Kim Edwards und Curtis Sittenfeld aus dem Englischen.
William Hastings Burke wurde 1983 geboren und wuchs in Syndey auf. Er lebte in den USA, Deutschland, Norwegen und Großbritannien und absolvierte ein Volkswirtschaftsstudium an der University of Sydney. Derzeit lebt er in London.
William Hastings Burke wurde 1983 geboren und wuchs in Syndey auf. Er lebte in den USA, Deutschland, Norwegen und Großbritannien und absolvierte ein Volkswirtschaftsstudium an der University of Sydney. Derzeit lebt er in London.
Product details
- Publisher : Aufbau Verlag; 2nd edition (14 May 2012)
- Language : German
- Hardcover : 237 pages
- ISBN-10 : 3351027478
- ISBN-13 : 978-3351027476
- Original title : Thirty Four
- Best Sellers Rank: 77,134 in Books (See Top 100 in Books)
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- 92 in Interwar Period (Books)
- 285 in History of Germany (Books)
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Reviewed in Germany on 17 May 2012
Reviewed in Germany on 29 March 2015
Sehr einfach zu lesen und mit durchaus differnziertem und differenzierendem Duktus.
Vermutlich fällt es einem Nicht-Deutschen deutlich leichter, eine differenzierende Sicht auf Hermann Göring öffentlich kund zu tun. Da das Buch den Bruder Hermann Görings behandelt, nimmt Hermann selbst und auch das Verhältnis zwischen den Brüdern einen großen Raum ein.
Der Autor verbindet die reine Information- erlangt durch Gespräche mit Zeitzeugen, Berufen auf schriftliche Quellen- mit den persönlichen Erfahrungen, die beim Erlangen dieser Informationen gemacht wurden. Kann nach hinten losgehen, hat er aber recht ordentich gelöst.
Die Sprache ist recht leicht trotz des schwierigen Themas, aber durchaus nicht unpassend. Damit ermöglicht der Autor auch jungen Lesern, die nicht unbedingt ein Geschichtsstudium ansteuern, den DIFFERENZIERTEN Zugang. Dafür müsste es 10 Punkte geben! Mindestens! Dafür müsste er ausgezeichnet und bejubelt werden. 3x täglich! Jeder Lehrer, der diese Rezension liest, sollte sich ein Exemplar kaufen und in seinen Unterricht integrieren. Jedes Mitglied der Opferverbände dieser Welt sollte das Buch lesen. Ohne es zu nennen, zeigt er ganz klar und nüchtern, dass man IMMER im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten Widerstand leisten kann, dass man NIEMALS wegsehen muss, dass jede Tat konsequenzen hat, Kreise zieht.
Er schafft den sehr schwierigen Spagat zwischen lockerer Wortwahl bei der Beschreibung seines Alltags bei der Quellensuche in Deutschland und zurückhaltend korrekter und feinfühliger Sprache bei der Beschreibung der historischen, naturgemäß oft grausamen Fakten.
Ich selbst bin nun kein Jugendlicher mehr, der sich irgendwo in diese Geschichte einordnen muss, der sich erstmals mit Schuld oder Last der Vorfahren auseinandersetzen muss, der irritiert wird, wenn er sich im Ausland erstmals mit einem deutschen Gruß konfrontiert sieht. Diese Leser sind meines Erachtens die ideale Zielgruppe für das Buch. Ich selbst hätte mir für mich mehr gewünscht, den Leser stärker in das Lebensgefühl der 20er, 30er, 40er, 50er Jahre zu versetzen. Zudem hätte ich mir Bildmaterial gewünscht. Bilder schaffen in Biographien immer eine enge Verbindung zum Protagonisten. Mehr als einmal habe ich das Buch zugeklappt, um zu versuchen, mich in Albert Göring hineinzuversetzen, dessen Foto einzig auf dem Buchdeckel abgebildet ist.
Schwerpunkt ist naturgemäß das 3. Reich. Allerdings wäre es sehr interessant gewesen, den Umgang mit Albert Göring in der Nachkriegszeit etwas stärker herauszuarbeiten. Es wird erwähnt, dass Albert Göring dank seines Namens keine Anstellung fand, bzw einmal sogar daher "rausgemobbt" wurde. In einer Bundesrepublik, deren Führungsriege auch weiterhin zu weiten Teilen aus den alten braunen Namen bestand. Das hätte sehr sehr sehr spannend sein können!
'Fazit: sehr leicht zu lesen, historisch, so nachzuvollziehen, korrekt, interessante Sicht auf einen der Top-Nazis. Sehr empfehlenswert, trotz des erdrückenden Themas keine allzu schwere Kost, ermöglicht damit einen guten Zugang.
Vermutlich fällt es einem Nicht-Deutschen deutlich leichter, eine differenzierende Sicht auf Hermann Göring öffentlich kund zu tun. Da das Buch den Bruder Hermann Görings behandelt, nimmt Hermann selbst und auch das Verhältnis zwischen den Brüdern einen großen Raum ein.
Der Autor verbindet die reine Information- erlangt durch Gespräche mit Zeitzeugen, Berufen auf schriftliche Quellen- mit den persönlichen Erfahrungen, die beim Erlangen dieser Informationen gemacht wurden. Kann nach hinten losgehen, hat er aber recht ordentich gelöst.
Die Sprache ist recht leicht trotz des schwierigen Themas, aber durchaus nicht unpassend. Damit ermöglicht der Autor auch jungen Lesern, die nicht unbedingt ein Geschichtsstudium ansteuern, den DIFFERENZIERTEN Zugang. Dafür müsste es 10 Punkte geben! Mindestens! Dafür müsste er ausgezeichnet und bejubelt werden. 3x täglich! Jeder Lehrer, der diese Rezension liest, sollte sich ein Exemplar kaufen und in seinen Unterricht integrieren. Jedes Mitglied der Opferverbände dieser Welt sollte das Buch lesen. Ohne es zu nennen, zeigt er ganz klar und nüchtern, dass man IMMER im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten Widerstand leisten kann, dass man NIEMALS wegsehen muss, dass jede Tat konsequenzen hat, Kreise zieht.
Er schafft den sehr schwierigen Spagat zwischen lockerer Wortwahl bei der Beschreibung seines Alltags bei der Quellensuche in Deutschland und zurückhaltend korrekter und feinfühliger Sprache bei der Beschreibung der historischen, naturgemäß oft grausamen Fakten.
Ich selbst bin nun kein Jugendlicher mehr, der sich irgendwo in diese Geschichte einordnen muss, der sich erstmals mit Schuld oder Last der Vorfahren auseinandersetzen muss, der irritiert wird, wenn er sich im Ausland erstmals mit einem deutschen Gruß konfrontiert sieht. Diese Leser sind meines Erachtens die ideale Zielgruppe für das Buch. Ich selbst hätte mir für mich mehr gewünscht, den Leser stärker in das Lebensgefühl der 20er, 30er, 40er, 50er Jahre zu versetzen. Zudem hätte ich mir Bildmaterial gewünscht. Bilder schaffen in Biographien immer eine enge Verbindung zum Protagonisten. Mehr als einmal habe ich das Buch zugeklappt, um zu versuchen, mich in Albert Göring hineinzuversetzen, dessen Foto einzig auf dem Buchdeckel abgebildet ist.
Schwerpunkt ist naturgemäß das 3. Reich. Allerdings wäre es sehr interessant gewesen, den Umgang mit Albert Göring in der Nachkriegszeit etwas stärker herauszuarbeiten. Es wird erwähnt, dass Albert Göring dank seines Namens keine Anstellung fand, bzw einmal sogar daher "rausgemobbt" wurde. In einer Bundesrepublik, deren Führungsriege auch weiterhin zu weiten Teilen aus den alten braunen Namen bestand. Das hätte sehr sehr sehr spannend sein können!
'Fazit: sehr leicht zu lesen, historisch, so nachzuvollziehen, korrekt, interessante Sicht auf einen der Top-Nazis. Sehr empfehlenswert, trotz des erdrückenden Themas keine allzu schwere Kost, ermöglicht damit einen guten Zugang.
Reviewed in Germany on 25 September 2012
Auch ich habe zuvor noch nie etwas von einem Bruder Görings in Form eines "zweiten Schindlers" gehört und bin über einen Artikel im Spiegel darüber aufmerksam geworden.
Obgleich ich bei der Bestellung ebenfalls ein eher trockenes Sachbuch erwartet habe, gefällt mir die Art, wie der Autor sich selbst in diese Geschichte einbringt. Vielleicht weil sie so gar nichts mit Albert Göring und den damaligen Geschehnissen zu tun hat? Meines Erachtens bringt dies eine gewisse Spannung, aber auch eine Beruhigung in ein bedrückendes Thema. Dadurch verliert die Erzählung eine triefende Rührseligkeit, wie sie zuweilen amerikanischen und französischen Verfilmungen innewohnt, bleibt aber dennoch mit teilweise heiteren bis düsteren Anekdoten respektvoll an den Werdegängen dieser Zeit.
"Es ist nicht wahr, dass niemand geholfen hat." - Ein Zitat aus diesem Buch, dass mir besonders haften blieb. Da muss also erst ein australischer Student daherkommen um mir ein (hoffnungsvolleres) Stück deutscher Geschichte zu erzählen. Meiner Meinung nach hat das Buch die schlechten Kritiken nicht verdient, wenn man damit schon etwas gelernt hat, was man vorher nicht wusste.
Das Buch ist perfekt, wenn man sich für die Vergangenheit interessiert, aber sich dabei nicht all zu sehr von der Distanz eines Sachbuch langweilen lassen will.
Obgleich ich bei der Bestellung ebenfalls ein eher trockenes Sachbuch erwartet habe, gefällt mir die Art, wie der Autor sich selbst in diese Geschichte einbringt. Vielleicht weil sie so gar nichts mit Albert Göring und den damaligen Geschehnissen zu tun hat? Meines Erachtens bringt dies eine gewisse Spannung, aber auch eine Beruhigung in ein bedrückendes Thema. Dadurch verliert die Erzählung eine triefende Rührseligkeit, wie sie zuweilen amerikanischen und französischen Verfilmungen innewohnt, bleibt aber dennoch mit teilweise heiteren bis düsteren Anekdoten respektvoll an den Werdegängen dieser Zeit.
"Es ist nicht wahr, dass niemand geholfen hat." - Ein Zitat aus diesem Buch, dass mir besonders haften blieb. Da muss also erst ein australischer Student daherkommen um mir ein (hoffnungsvolleres) Stück deutscher Geschichte zu erzählen. Meiner Meinung nach hat das Buch die schlechten Kritiken nicht verdient, wenn man damit schon etwas gelernt hat, was man vorher nicht wusste.
Das Buch ist perfekt, wenn man sich für die Vergangenheit interessiert, aber sich dabei nicht all zu sehr von der Distanz eines Sachbuch langweilen lassen will.
Reviewed in Germany on 3 July 2012
Dies ist kein reines Faktenbuch. Es ist die Ergründung der Frage, welche Handlungsmöglichkeiten Menschen in einer Diktatur haben, gestellt aus großem zeitlichen und räumlichen Abstand. In dieser Hinsicht ist das Buch gelungen.
Der Autor beschreibt nach einem etwas lahmen Anfang die Umgebung und die Entwicklung von zwei Brüdern, die sich trotz ähnlicher Ausgangsbedingungen ganz gegensätzlich verhielten. Albert und Hermann Göring waren glühende Gegner und Anhänger des Nazifaschismus. Sie riskierten jeweils ihr Leben für ihre Überzeugung und hielten trotzdem als Brüder zueinander.
Auch wenn manches Detail vom Autor interpretiert sein mag, sind die wesentlichen Tatsachen dieser fast unglaublichen Geschichte belegt. Als Leser habe ich mich immer wieder gefragt, was Albert Göring unter diesen Umständen hätte tun können? Das Buch ist ein verspätetes Denkmal für einen zu Unrecht fast vergessenen Menschen.
Der Autor beschreibt nach einem etwas lahmen Anfang die Umgebung und die Entwicklung von zwei Brüdern, die sich trotz ähnlicher Ausgangsbedingungen ganz gegensätzlich verhielten. Albert und Hermann Göring waren glühende Gegner und Anhänger des Nazifaschismus. Sie riskierten jeweils ihr Leben für ihre Überzeugung und hielten trotzdem als Brüder zueinander.
Auch wenn manches Detail vom Autor interpretiert sein mag, sind die wesentlichen Tatsachen dieser fast unglaublichen Geschichte belegt. Als Leser habe ich mich immer wieder gefragt, was Albert Göring unter diesen Umständen hätte tun können? Das Buch ist ein verspätetes Denkmal für einen zu Unrecht fast vergessenen Menschen.
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Hans Bronkhorst
5.0 out of 5 stars
fantastisch!
Reviewed in the United States on 14 December 2014
Ein hervorragendes Buch. Gut dokumentiert und gibt meiner Meinung nach ein zuverlässiges Bild von Albert Goering. Historisch ansprechend und empfelungswert.