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Der IS und die Fehler des Westens: Warum wir den Terror militärisch nicht besiegen können Paperback – 22 April 2016

4.1 4.1 out of 5 stars 24 ratings

Nicolas Hénin weiß, wovon er spricht. Denn er berichtete nicht nur als ARTE-Journalist von allen großen Kriegsschauplätzen im Irak, Libyen und Syrien. Als Geisel verbrachte er rund zehn Monate in den Händen des »Islamischen Staats«, was ihm tiefe Einblicke in die Ziele, vor allem aber in die Gedankenwelt der Dschihadisten ermöglichte.
Wer wissen will, inwiefern der Westen selbst dazu beiträgt, seine größten Feinde hervorzubringen, was die Dschihadisten mit Attentaten wie dem von Paris bezwecken, was sie antreibt und wovor sie sich am meisten fürchten, wird an diesem scharfsinnigen Buch nicht vorbeikommen.

Die terroristische Bedrohung ist längst bei uns angekommen. Sowohl durch den Einmarsch in den Irak 2003 als auch durch die Nicht-Intervention in Syrien seit 2011 haben wir zur Radikalisierung beigetragen. Und wir heizen diese Entwicklung weiter an. Indem wir mit Diktatoren diplomatische Kompromisse schließen, indem wir uns weigern, das Leid der Bevölkerung zu hören, indem wir es nicht schaffen, einen Gegendiskurs zu fördern.
Wie entstehen die terroristischen Vereinigungen? Wie kam es dazu, dass wir das Spiel des »Islamischen Staates« mitspielen und seine Propaganda auch noch verbreiten, sodass es ihm möglich ist, auch bei uns immer mehr Freiwillige zu rekrutieren, die bereit sind, für ein Zerrbild des Islam zu kämpfen? Wie ist es zu erklären, dass der IS unsere Bomben kaum zu fürchten scheint?
Eine Streitschrift gegen den Westen, der mit seinen Fehlern und seiner Untätigkeit zu diesem Fiasko beigetragen hat. Und ein Denkanstoß, um vielleicht zu retten, was noch zu retten ist.

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About the Author

Der unabhängige Reporter Nicolas Hénin hat einen beträchtlichen Teil seiner Karriere im Irak und in Syrien verbracht. Er war Zeuge der Ereignisse, die zur Entstehung des Islamischen Staates geführt haben – vom Fall der irakischen Hauptstadt Bagdad bis hin zur Eroberung der ostsyrischen Stadt Raqqa –, und er hat die Dschihadisten aus nächster Nähe erlebt.2013 wurde er in Syrien von Dschihadisten entführt. Mit James Foley, Steven Sotloff, David Haines und Alan Henning teilte Nicolas Hénin zehn Monate lang eine Zelle. Bewacht von Dschihadi John und gefoltert von seinem französischen Landsmann Mehdi Nemmouche, der später vier Menschen im Jüdischen Museum von Brüssel erschiessen wird. Hénin konnte im April 2014 zusammen mit einigen Mitgefangenen befreit werden.Für sein Buch »Der IS und die Fehler des Westens« wurde Hénin 2015 mit dem »Prix des Géopolitiques de Nantes« ausgezeichnet.

Product details

  • Publisher ‏ : ‎ Orell Füssli Verlag; 2nd edition (22 April 2016)
  • Language ‏ : ‎ German
  • Paperback ‏ : ‎ 216 pages
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3280056284
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3280056288
  • Dimensions ‏ : ‎ 13.6 x 2 x 21.5 cm
  • Customer reviews:
    4.1 4.1 out of 5 stars 24 ratings

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Top reviews from Germany

Reviewed in Germany on 31 October 2016
VOr dem Hintergrund der Syrienkrise wird von den Medien nur vordergründlcih informiert. Wirkliches Hintergrundwissen, insbesondere was die Geschichte und den Ursprung des Konfliktes betrifft, ist schwer zu bekommen.
Der Autor beschäftigt sich schon länger mit diesen Themen und war dann auch noch einige Monate in IS-Gefangenschaft. Dadurch bekommt der Leser hier Einblicke, die nicht üblich sind.

Aber Vorsicht! Nach Lektüre dieses Buches ist noch klarer, wie schlecht sich Bundesregierung, EU, USA etc. in diesem Konflikt anstellen...
Reviewed in Germany on 4 July 2016
Sehr interessantes Buch - aus einer anderen Perspektive geschrieben. Es zeigt deutlich die völlig verworrene Situation in Syrien und Irak - und auch die Verantwortung des "Westens" an diesem Dilemma. Ich hätte nur gerne mehr über die Zeit der Geiselnahme des Autors erfahren - diese wird bis auf ein paar Andeutungen ausgeblendet.
Reviewed in Germany on 23 December 2019
Mit seiner Vorhersage, daß der IS militärisch nicht besiegt werden kann, hat der französische Journalist Nicolas Hénin vielleicht nicht ganz recht gehabt, aber sein Plädoyer für den Vorrang der Diplomatie bleibt lesenswert.

FRANKREICH
Hénin schreibt. "Die Monate nach Erscheinen der ersten Auflage dieses Buches waren ereignisreich. Meine Stadt Paris wurde von zwei heftigen Attentaten heimgesucht. Eines richtete sich im Januar 2015 gegen die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo. Das andere traf im November desselben Jahres verschiedene Cafés und Bars sowie die Konzerthalle Bataclan. […] Am 7. September 2015 kündigte der französische Präsident François Hollande Aufklärungsflüge im syrischen Luftraum an. Es waren Vorboten der Luftangriffe, die gegen Ende desselben Monats begannen. Zu diesem Zeitpunkt berief sich Frankreich auf das »Selbstverteidigungsrecht« und die »Notwendigkeit«, das eigene Staatsgebiet zu schützen. »Wir werden jedes Mal zuschlagen, wenn unsere nationale Sicherheit auf dem Spiel steht«, ließ der französische Staatschef verlauten. Leider! Statt die französische Bevölkerung zu schützen (gemäß der gängigen Formulierung, »die Terroristen dort zu bekämpfen, damit wir es nicht hier bei uns machen müssen«), folgte auf die französischen Militärschläge kurze Zeit später das Massaker im Bataclan."

Auch wenn die Attentate des 13. November in Paris wegen ihrer Vorbereitungszeit keine direkte Konsequenz der französischen Militärschläge sein konnten, komme man nicht umhin festzustellen, daß die Militärschläge das französische Staatsgebiet ganz offensichtlich nicht sicherer gemacht haben. Sie haben im Gegenteil zweifellos dazu beigetragen, Frankreich unter den Ländern, die der IS zu treffen sucht, noch stärker als Zielscheibe hervorzuheben.

Schon einen Tag nach dem 13. November habe die französische Luftwaffe ihre Angriffe verstärkt, besonders auf die Stadt Raqqa. Die Bombenangriffe seien zu einer Art Erleichterung, einem Ventil zum Abreagieren geworden. Es sei auch eine Art, sich und den anderen zu verstehen zu geben, daß man sich nicht ungestraft angreifen läßt und daß man fähig ist, seine Muskeln spielen zu lassen, zurückzuschlagen. Die Notwendigkeit dieser Luftschläge habe als unbestreitbar gegolten. Für die Bevölkerung vor Ort, einige 300000 Zivilisten, die noch immer in der Stadt ausharren müssen, sei die Botschaft schrecklich. Die Propagandisten des Islamischen Staates hingegen würden triumphieren und den Syrern mit auf den Weg geben: »Ihr habt die ganze Welt gegen euch. Sie bombardieren euch feige. Nur wir allein sind stark genug, um euch zu schützen.« Hénin würde nicht so weit gehen, die französischen Piloten zu bezichtigen, daß sie ihre Kampfmittel fahrlässig einsetzen. Aber er habe lange genug in bombardierten Städten gelebt, um zu wissen, daß der Feind in den Augen der Bevölkerung eher das Flugzeug ist, das die Bomben feige aus der Luft abwirft, und weniger der gemeine bärtige Typ, der den Check-Point an der Straßenecke in Schach hält. Solange die Welt ist, wie sie ist und der Mensch so unvollkommen bleibt, müßten Staaten die Möglichkeit behalten, ihre Macht einzusetzen, und sei es nur, um sie zu zeigen, ohne sie anzuwenden. Gleichzeitig sei es notwendig, sich ihrer abscheulichen Nebenwirkungen bewußt zu werden, um diese auf ein Minimum zu reduzieren. "Die Syrer brauchen heute nicht mehr Bomben, sondern weniger."

USA
Die die amerikanischen Verantwortlichen - so Hénin - haben quasi ein Gegenhandbuch der Terrorismusbekämpfung verfaßt:
Einmarsch in Afghanistan, dann im Irak (der zur Geburtsstätte des Islamischen Staates wurde), »Patriot Act«, Guantanamo und »Extraordinary Rendition«. Keine dieser Maßnahmen habe Amerika schützen oder es gegen den Terrorismus stärker machen können. Im Gegenteil haben sie seine moralische Größe geschwächt und seinen Gegnern Angriffsmöglichkeiten gegeben. Das Faszinierende am Terrorismus sei, daß der eigentliche Erfolg eines Attentats nicht von den Terroristen abhängt, sondern von ihren Opfern. Es sei völlig idiotisch anzunehmen, mit dem Angriff auf Afghanistan und den Irak habe man Osama bin Laden und al-Qaida bestraft. Der wahre Erfolg des 11. September war nicht der Einsturz der Zwillingstürme in New York, sondern der Einmarsch in jene beiden Länder.

FAZIT
Hénin teilt die Auffassung des Historikers und Spezialisten für den Mittleren Osten, Pierre-Jean Luizard (Le piège Daech : L'Etat islamique ou le retour de l'Histoire, dt.: Die Falle des Kalifats), daß die Stärke des Islamischen Staates in der Leere liegt, die zusammenbrechende Staaten hinterlassen. Das ist eine der wichtigsten Botschaften des Buches. Daß es maßgeblich der Westen ist, der Staaten zusammenbrechen läßt, kümmert hierzulande leider nur wenige.

Hénins berechtigte Kritik an den russischen Bombardierungen in Syrien und den Verbrechen Assads lassen aber die Frage offen, wie der Westen dagegen hätte vorgehen müssen. Doch wieder mit Luftschlägen oder war nicht das westliche Eingreifen in den syrischen Bürgerkrieg durch Unterstützung diverser Rebellengruppierungen der erste Fehler, der zur Eskalation beitrug?
Reviewed in Germany on 24 June 2016
Leider ist es oft so, dass die veröffentlichten Nachrichten das Meinungsbild bestimmen. Der Autor versucht mit diesem Buch dem Problem auf den Grund zu gehen und fördert hierbei neue Erkenntnisse zutage. Ein Muss für jeden, der das gesamte Bild haben will.
Reviewed in Germany on 21 March 2017
Sicher, manches wusste man schon, aber so ungeschminkt und systematisch ist es schon sehr beeindruckend. Beim Lesen merkt man schon, dass man sehr konzentriert sein muss.
Reviewed in Germany on 8 August 2016
Nicolas Henin ruft in diesem Buch zum Terror ( gegen syr. Regierungstruppen ) auf, und das ist wohl in den meisten Ländern strafbar.
Er spricht auch immer wieder von Revolution, Ich glaube, wenn es eine von der Mehrheit getragene Revolution wäre, dann hätte sie längst schon zum Erfolg geführt. Eine Revolution, die auf ausländische Intervention angewiesen ist, und diese sucht er ja herbeizureden, ist doch eher ein Umsturz. Dieses Buch zeugt von viel Detailwissen des Autors, aber die Schlussfolgerungen sind sehr einseitig und nicht auf einen wirklichen Frieden in Syrien ausgerichtet.
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Peter
5.0 out of 5 stars I like it!
Reviewed in the United States on 14 October 2016
Very good depiction of a Syrian situation. Very informative and well written story.