Amazon Ratgeber Sprachübersetzer

Sie fragen sich, welcher Sprachübersetzer der Richtige für Sie ist? Unser Ratgeber erklärt die Unterschiede im Detail und erleichtert Ihnen die Kaufentscheidung.

Liegt es an der Globalisierung? Am zunehmenden Ferntourismus? Ohne umfassende Fremdsprachenkenntnisse scheint man immer häufiger aufgeschmissen zu sein – im Berufsleben wie im Urlaub. Oft scheitert man an Kleinigkeiten wie etwa einer Bestellung im Restaurant oder der Kommunikation mit dem Taxifahrer. Wörterbücher schaffen kaum Abhilfe – sie sind zu groß, zu schwer und zu umständlich in der Handhabung. Das Mittel der Wahl sind heute Sprachcomputer, die ein gewaltiges Vokabular auf kleinstem Raum unterbringen und über schnelle, komfortable Suchfunktionen verfügen. Die Geräte sind oft nicht größer als Taschenrechner und übersetzen neben einzelnen Wörtern zum Teil auch ganze Sätze.

In ihrem Kern sind Sprachcomputer digitalisierte Versionen gedruckter Wörterbücher. Im Gegensatz zu diesen eignen sie sich jedoch nicht nur als reine Nachschlagewerke, sondern bieten je nach Ausstattungsumfang einen oft erheblichen Zusatznutzen. Das kann von der einfachen Unterstützung alltagsbezogener Kommunikation, über Aussprachehilfen und Lernfunktionen bis hin zu berufsspezifischen Features für professionelle Anwender gehen. Zu den wichtigsten Herstellern qualitativ hochwertiger Sprachcomputer zählen beispielsweise Hexaglot, Franklin, Sharp, Casio, Genie, Ectaco und Seiko.


Gerätekategorien

Einsteigergeräte

Elektronische Wörterbücher der günstigsten Kategorie sind bereits für Preise ab 10 Euro erhältlich. Sie sind von Wortschatz und Bedienung her für einfache Anwendungsfälle wie etwa Urlaubsreisen konzipiert. Restaurantbestellungen und Hotelbuchungen sind kein Problem, oft sind auch gängige Redewendungen integriert. Zwar ist das Vokabular meist auf einige Tausend Vokabeln begrenzt und auf Alltagskonversation abgestimmt, dafür aber verfügen viele der Geräte über Datenbanken für mehrere Sprachen. Ein Vorteil dieser Gerätekategorie sind die häufig sehr kompakten Bauformen – zum Teil beschränken sich die Gehäuse auf die Größe kleiner Taschenrechner und lassen sich daher überall hin mitnehmen. Ausstattungs- und Funktionsumfang sind jedoch, ebenso wie der Wortschatz, begrenzt. Hauptzielgruppe der Einsteigergeräte sind Urlausreisende und private Gelegenheitsnutzer.

Mittelklasse-Sprachcomputer
Sprachcomputer der Mittelklasse unterschieden sich von den Einstiegsgeräten zunächst einmal durch einen deutlich größeren Wortschatz. Sie sind in der Regel auf eine Fremdsprache spezialisiert, beherrschen diese dafür aber umso besser. In der Gerätekategorie von ungefähr 50 bis 100 Euro kann man mit einem Stichwortumfang im sechsstelligen Bereich rechnen. Zulieferer der integrierten digitalen Wörterbücher sind häufig bekannte Branchengrößen wie Langenscheidt oder Pons. Zudem warten die Sprachcomputer mit ausgefeilteren Suchfunktionen, größeren Displays und besseren Tastaturen auf. Ein Teil der Geräte verfügt über eingebaute Lernfunktionen wie z.B. Vokabeltrainer. Diese Gerätekategorie eignet sich insbesondere für den allgemeinen Gebrauch im beruflichen und schulischen Bereich oder für den etwas intensiveren Einsatz bei Auslandsaufenthalten.

Professionelle Lösungen
Der Einstieg in die Oberklasse der Sprachcomputer beginnt preislich bei circa 100 Euro, absolute Spitzengeräte können aber auch ein Mehrfaches davon kosten. Die Modelle dieser Kategorie decken unterschiedlichste Einsatzbereiche ab. Teilweise verfügen sie über die umfangreichen digitalen Wörterbücher gleich mehrerer namhafter Anbieter, Erweiterbarkeit durch zukaufbare Sprachmodule ist die Regel. Auch sind Geräte erhältlich, die qua Spezialwortschatz auf die Bedürfnisse bestimmter Berufsgruppen zugeschnitten sind, bzw. durch entsprechende Module dahingehend erweitert werden können.

Häufig anzutreffen ist eine integrierte Sprachausgabe, die bei der Aussprache fremder Wörter hilft. Wer mit Hilfe dieser Modelle eine Fremdsprache erlernen möchte, findet zum Teil die Funktionalität eines kompletten Sprachlabors in ihnen vor; inklusive eingebautem Mikrofon, über das die Geräte die korrekte Aussprache der Vokabeln durch den Lernenden kontrollieren können. Nicht zuletzt werden die Sprachcomputer auch von ihrer Bauweise her gehobenen Ansprüchen gerecht. Meist sind sie als Klappgeräte mit gut bedienbarer Tastatur und großen, oft sogar farbigen Displays ausgestattet. Die Hauptanwendungsgebiete dieser Geräteklasse finden sich im anspruchsvolleren beruflichen Bereich, im Studium, bei professionellen Übersetzern sowie bei Sprachschülern.

Scanner-Stifte
Für Anwender, die häufig gedruckte Texte übersetzen möchten, eignen sich Sprachcomputer in Form von Scanner-Stiften. Diese werden einfach per Hand über die betreffende Passage geführt, lesen den Text ein und übersetzen ihn. Scanner-Stifte sind zum einen als Stand-alone-Lösung erhältlich, die sämtliche benötigten Komponenten inklusive Display in einem Gehäuse unterbringt. Zum anderen werden sie zusammen mit herkömmlichen Sprachcomputern verkauft und schicken den gescannten Text zum Übersetzen an das Hauptgerät. Die Erkennung handschriftlicher Texte ist normalerweise nicht möglich, die Scanner-Stifte sind auf Gedrucktes angewiesen. Stifte mit integrierter Sprachausgabe können auch zum Vorlesen von Büchern verwendet werden.


Funktionen

Wortschatz
Eines der wichtigsten Unterscheidungskriterien bei der Auswahl des richtigen Sprachcomputers ist der Umfang des mitgelieferten Vokabulars. Das Angebot reicht hier von einigen tausend Wörtern bis hin zu über einer Million. Doch sollte man sich von den gewaltig anmutenden Zahlen nicht blenden lassen: Mitgezählt werden nämlich in der Regel auch sämtliche Beugungsformen der enthaltenen Vokabeln. Das gleiche gilt für Redewendungen sowie Aussprachehinweise. Ergänzend zum Wortschatzumfang sollte daher der Lieferant des Lexikons berücksichtigt werden. Handelt es sich um einen renommierten Anbieter gedruckter Sprachwörterbücher, kann auch bei den digitalisierten Versionen mit einer entsprechenden Qualität gerechnet werden. Hochwertige Sprachcomputer enthalten zum Teil sogar das Vokabular mehrerer Lexikonanbieter oder gestatten die Nachrüstung mit zusätzlichen Sprachmodulen.

Suchfunktionen
Zu den Hauptvorteilen von Sprachcomputern gegenüber gedruckten Lexika zählen die komfortablen und schnellen Suchfunktionen. Grundlegende Suchmöglichkeiten bieten auch die einfachsten Geräte; doch ein Blick in die technischen Daten kann sich lohnen, denn ausgefeiltere Suchfunktionen können den Unterschied zwischen einer ganz brauchbaren und einer kongenialen Übersetzungshilfe ausmachen. Sehr nützlich sind beispielsweise Eingabehilfen, die mögliche Treffer bereits beim Eintippen der ersten Buchstaben eines Wortes anzeigen. So erspart man sich viel Tipperei und damit Zeit. Ebenso praktisch ist eine integrierte Rechtschreibprüfung, die ähnlich geschriebene Begriffe vorschlägt, wenn das eingegebene Wort in der Form nicht existiert. Vergleichbares kann die Verwendung von Platzhaltern leisten – für Fälle, in denen man die genaue Schreibweise eines Wortes nicht kennt.

Insbesondere bei der Stichwort-Eingabe in einer unbekannten Sprache ist die Flexionssuche hilfreich. Sie erkennt nicht nur die Grundformen, sondern auch die Beugungsformen der gesuchten Begriffe. Gibt man beispielsweise „gestanden“ ein, führt der Sprachcomputer dies auf die entsprechende Grundform „stehen“ zurück und zeigt den passenden Lexikoneintrag an. Oft wird die Bedeutung eines Wortes erst durch den Kontext klar. Hier leisten Satzbeispiel- und Idiomsuche wertvolle Dienste, indem sie konkrete Beispiele für die gefundenen Begriffe innerhalb der Trefferliste liefern. Anwender, die gleichzeitig mit mehreren Fremdsprachen arbeiten, sollten auf das Vorhandensein einer Multi-Wörterbuchsuche achten. Sie erlaubt die simultane Suche in den Wörterbüchern sämtlicher installierter Sprachen. Die Verlaufsfunktion schließlich ermöglicht es, die gefunden Übersetzungen der letzten Zeit wieder aus dem Speicher zu holen, ohne eine neue Suche starten zu müssen.

Lernfunktionen
Wer nicht auf Dauer auf die Unterstützung von Sprachlexika angewiesen bleiben möchte, muss die benötigte Fremdsprache erlernen. Viele Sprachcomputer können auch dabei helfen. Häufig anzutreffen ist etwa die Möglichkeit, eigene Vokabeltests zu erstellen und vom Gerät durchführen zu lassen. Erfolgt das Lernen von Vokabeln über integrierte Spiele, ist die Motivation erfahrungsgemäß deutlich höher als bei der reinen Abfrage. Mit einigen Sprachcomputern ist sogar die gezielte Vorbereitung auf den international sehr verbreiteten TOEFL-Test möglich – in Studium und Beruf ist dessen Bestehen oft erforderlich. Besitzt das Gerät eine akustische Sprachausgabe, lässt sich auch die korrekte Aussprache fremder Wörter vermitteln. Spitzengräte verfügen über ein integriertes Mikrofon, mit dessen Hilfe die korrekte Aussprache der Vokabeln durch den Sprachcomputer überprüft werden kann.


Gehäuseformen

Im Wesentlichen sind bei den Sprachcomputern zwei Gehäuseformen anzutreffen: Die günstigeren Geräte sehen in der Regel aus wie Taschenrechner im Quer- und seltener im Hochformat, die ambitionierteren Geräte verfügen zumeist über ein größeres Klappdisplay. Vorteil der einfacheren Sprachcomputer sind vor allem die kleineren Abmessungen und das geringere Gewicht – die Unterbringung in der Hemdtasche ist hier kein Problem. Die Kehrseite der Medaille: kleine Schwarzweiß-Displays und simple Tastaturen mit engem Layout. Anspruchsvolle Anwender bevorzugen deshalb häufig die etwas größeren Klappgeräte. Diese bieten idealerweise große grafikfähige Farbdisplays und Tastaturen, die von der Mechanik und den Abmessungen her schnelleres und komfortableres Tippen gestatten. Wer größere Textmengen eingeben muss, sollte auf jeden Fall zu einem etwas größeren Sprachcomputer mit aufwändigerer Tastatur greifen.

Als Kompromiss zwischen den beiden Gehäuseformen haben sich außerdem – meist in der Mitteklasse angesiedelte – Geräte etabliert, die ähnlich wie Hochkant-Taschenrechner aussehen, im Unterschied zu den Einstiegs-Sprachcomputern jedoch über relativ große und daher übersichtliche Displays sowie mechanisch bessere Tastaturen verfügen. Ein weiteres Komfortmerkmal, das bei Einstiegsgeräten nur selten anzutreffen ist, ist die (möglichst abschaltbare) Hintergrundbeleuchtung, welche einen Einsatz auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen gestattet. Ein Detail, das beim Kauf leicht übersehen wird, jedoch großen Einfluss auf den Arbeitskomfort hat, ist die verstellbare Schriftgröße – oft als Zoom-Funktion bezeichnet. Nicht nur fehlsichtige Anwender profitieren von einem Display mit diesem Feature.

Mobilität

Da Sprachcomputer hauptsächlich unterwegs genutzt werden, kommt der Batterielaufzeit eine entscheidende Bedeutung zu. Laufzeiten von 100 Stunden oder mehr sind optimal. Lassen sich Standard-Einwegbatterien verwenden (die meisten Geräte sehen das vor), steht dem Einsatz auch an exotischen Urlausorten nichts entgegen – Ersatz findet sich in diesem Fall an fast jedem Ort. Im Idealfall akzeptiert der Sprachcomputer sowohl Batterien als auch Akkus. Läuft das Gerät mit Akkus, sollte man zudem auf deren Austauschbarkeit achten. Bei fest eingebauten und herstellerspezifischen Akkus ist ein passendes Netzteil zum Aufladen unverzichtbar und sollte daher im Lieferumfang enthalten sein. Herausnehmbare Standard-Akkus lassen sich meist nur mit externen Ladegeräten wiederaufladen; diese müssen in der Regel zusätzlich erworben werden. Preisgünstige Ladegeräte sind jedoch bereits für wenige Euro erhältlich. Für alle, die mit dem Auto unterwegs sind, lohnt unter Umständen die Anschaffung eines Kfz-Adapters, der das Laden des Akkus am Zigarettenanzünder ermöglicht.