In den unterschiedlichsten Teilen der Welt bereiteten sich motivierten Nachwuchstechniker akribisch auf die Amazon Picking Challenge, die im Rahmen des Robo Cup 2016 auf dem Leipziger Messegelände stattfand, vor. Die 16 Finalteams von Hochschulen aus den USA, Australien, Japan, Indien, Schweden und Deutschland wetteiferten um Preisgelder von 80.000 Euro. Wichtiger als die reine Technologie war das Engagement der Teilnehmer. Mit Begeisterung präsentierten die Forscher Lösungsansätze für zwei typische Logistikaufgaben. Wie im letzten Jahr, bei der Premiere der Picking Challenge in Seattle, mussten die Roboter Produkte aus einem Regal holen und in einen Behälter legen. Neu kam die Kategorie „Stow“ hinzu, bei der sie Gegenstände in ein Regal einlagern mussten.
„Das Ziel der Amazon Picking Challenge ist es, den Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie in der Robotik zu stärken und offene Lösungsansätze für die Herausforderungen in unstrukturierten Automatisierungsprojekten wie der Logistik zu teilen“, sagt Tye Brady, Cheftechnologe bei Amazon Robotics.
Von wegen Science Fiction
„Uns begeistern Innovationen! Mit dem Wettbewerb möchten wir die Verbindungen zwischen den industriellen und wissenschaftlichen Forschungswelten für Robotik stärken“, sagt Joey Durham, Forscher bei Amazon Robotics.
Der Einsatz von Robotern ist für Amazon keine Zukunftsmusik, sondern längst Realität: Sie sind rund und flach, wie jene neuen Staubsauger-Roboter, die durch immer mehr Haushalte schwirren. Nur dass sie nicht sauber machen, sondern die Regale zu den Packstationen in den Amazon-Logistikzentren transportieren. Tausende solcher Robotereinheiten sind in 13 Logistikzentren in den Vereinigten Staaten im Einsatz. Seit einiger Zeit unterstützen Transportroboter auch die Mitarbeiter an den Standorten Wroclaw in Polen sowie Dunstable und Doncaster in Großbritannien.
Mensch und Maschine Hand in Hand
„Die Robotik hilft dabei, die Prozesse in der Logistik zu verbessern. Roboter ersetzen Menschen nicht, sie unterstützen sie und schaffen bessere Arbeitsplätze“, sagt Bettina Kudla, Mitglied des Deutschen Bundestages, bei der Preisverleihung der Amazon Picking Challenge.
„Tatsache ist, dass wir weiter einstellen. Viele Jobs wurden an den Standorten geschaffen, wo Robotik bereits im Einsatz ist“, sagt Tye Brady. So hat sich seit der Einführung von „Amazon Robotics“ in den US Logistikzentren 2012 die Zahl der Vollzeitstellen mehr als verfünffacht. In Europa wurden parallel zur Einführung von Robotik 6.000 neue Stellen in den Logistikzentren geschaffen.
„Der Einsatz von Robotik hat unsere Geschäftsabläufe effizienter gemacht. Die Robotik verkürzt die Bearbeitungszeit für Bestellungen und die Laufwege der Mitarbeiter“, sagt Tye Brady. „In den Amazon-Logistikzentren arbeiten Menschen und Technologie schon heute Hand in Hand.“
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