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Zwischen den Fronten Taschenbuch – Illustriert, 9. Oktober 2008

4.4 von 5 Sternen 30 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Klappentext

»Auf ganz unpolitologische Weise kommen scharfe politische Analysen zustande, die sich so spannend wie ein Abenteuerbericht lesen.« (FAZ) --This text refers to an out of print or unavailable edition of this title.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Peter Scholl-Latour, geboren 1924 in Bochum. Seit 1950 arbeitet er als Journalist, unter anderem viele Jahre als ARD-Korrespondent in Afrika und Indochina, als ARD-Studioleiter in Paris, als Fernsehdirektor des WDR, als Herausgeber des stern. Seit 1988 als freier Publizist tätig. Seine Bücher sind allesamt Bestseller. Zuletzt erschien von ihm bei Propyläen »Arabiens Stunde der Wahrheit«.
Peter Scholl-Latour verstarb am 16. August 2014.


Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Es ist Herbst. Wie fast jedes Jahr im letzten Jahrzehnt legt Peter Scholl-Latour Zeugnis seiner Jahresreisen ab. Während 2005 die USA, 2006 Russland dran waren, so schien es, wäre dieses Jahr China an der Reihe. Weit gefehlt. Von allen Gegenden der Welt bringt der mittlerweile 83 - jährige Weltreisende und letzte Welterklärer" (Spiegel) seine Erfahrungen mit ein. Der Titel des Buches: Zwischen den Fronten. Erlebte Weltgeschichte."

Der Titel lässt vermuten, dass es sich um das neue Buch um eine Biographie handeln könnte. Auch liest sich das Inhaltsverzeichnis so, als wenn ein alternder Autor Zeugnis ablegt von den vielen Schlachten, Stürzen, Krisen und Kriegen, die er miterlebt hat. Doch mitnichten.
Schon auf der ersten Seite schreibt Scholl-Latour, dass er erst daran denke, sich an die Biographie zu machen, wenn ihn das Alter ans Bett fesselt.

Auklärer und Kritiker
Vielmehr wird er auch weiterhin die Welt bereisen und hinterher mit erhobenen Zeigefinger warnen. Auch im vorliegenden Werk kritisiert der ehemalige Journalist und französische Fallschirmjäger die üblichen Verdächtigen: Nicht nur die Deutschen samt Bundeswehrführung, Politik und Öffentlichkeit, sondern die gesamte westliche Welt. So schreibt er über den Afghanistaneinsatz.Doch Scholl-Latour kritisiert, um aufzuklären. Er legt scheinbar der gesamten Welt einen Spiegel vor, er hinterfragt auch dort, wo es weh tut und bisweilen nicht die political correctness gebietet.

Persona non grata
Aber Scholl-Latour weiß um seine Person, der Persona non grata. Er sieht sich selbst als notorischen Störenfried", der zu Fernsehdiskussionen eingeladen wird.
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Format: Gebundene Ausgabe
Peter Scholl-Latour unternimmt in seinem neuesten Buch eine Tour de Force entlang jener verborgenen politischen, ökonomischen, religiösen und ethnischen Kraftlinien, die die geopolitischen Entscheidungen der Machtzentren in weit höherem Maße beeinflussen, als diese oft zuzugeben bereit sind.
Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund. Besonders die deutsche Politik, aber auch die deutsche Medienlandschaft erscheinen unter seinem Blick in keinem günstigen Licht - bestenfalls provinziell. Scholl-Latour verfolgt die Verschiebung des geschichtsmächtigen Fokus innerhalb der letzten fünfzig Jahre in Verbindung mit einem "Erlöschen des Willens europäischer Selbstbehauptung" mit Sorge. Er vertraut der Verlässlichkeit kultureller Gemeinschaft und gemeinsamer geopolitischer Interessen weit mehr als der zweifelhaften Sicherheit einer ausufernden Europäischen Union. Peter Scholl-Latour rechnet mit dem Ernstfall. Atombomben in den Händen so genannter "Schurkenstaaten", Terrorismus auch in Deutschland, deutsche Frontstellung in den verschiedensten Krisengebieten der Welt, auch mit den USA divergierende Interessen hinsichtlich einer globalen Energie-, aber auch Sicherheitspolitik. Aufkommt die gespenstische Vision einer an den harten Realitäten vorbeimanövrierenden deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Den Schrecken einer nuklearen Proliferation, den Anforderungen asymmetrischer Kriegsführung, der Tatsache eines weltweit erstarkenden islamischen Galubens- und Lebensgemeinschaft, die ihre Identität zunehmend in der aggressiven Ablehnung westlicher Werte formuliert, lassen sich mit "Klimaschutz und moralisierendem Zureden", so Scholl-Latour, sicher nicht adäquat begegnen.
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Format: Gebundene Ausgabe
"Zwischen den Fronten" liefert einen gleichsam umfassenden als auch kompakten Überblick über die die Weltgeschichte entscheidenden Brennpunkte der Erde. Wer Scholl-Latour kennt, dem bietet sich mit diesem Werk eine einmalige Chance, sich auf eine spannende (Lese-)Reise zu all den in seinen bisher erschienenen Druckwerken behandelten Krisenherden zu begeben. Neulinge jedoch werden sich etwas schwer tun, weil sie unmittelbar nicht auf die Informationen der vergangenen Bücher zurückgreifen können.

Von Werk zu Werk artikuliert Scholl-Latour auch dem ihm eigenen pragmatischen Zugang zu den Dingen stärker. Dies offbart sich etwa, wenn er den Tod von 1000 Menschen im Zuge der Niederschlagung der Revolte am Platz des Himmlischen Friedens mit dem Hinweis relativiert, dass andernfalls China ein Bürgerkrieg mit Opferzahlen in Millionenhöhe gedroht hätte. Gutmenschen werden nicht nur an dieser Stelle des Buches verzweifeln. Und wenn Scholl-Latour das Schicksal von Eisbären am Nordpol dem Kampf um die Energie-Ressourcen der Erde gegenüberstellt, wird jeder Klimaschützer protestieren.

Mit "Zwischen den Fronten" mahnt der Autor eine realistische Betrachtung der Weltgeschehnisse ein, um letztendlich unsere Wertvorstellungen vor dem Niedergang zu bewahren. Dies wird nicht von allen so verstanden. Scholl-Latour nimmt dabei jedoch wie gewohnt keine Rücksicht auf political correctness.

Das Werk ist ein Muss für Scholl-Latour-Kenner. Neulinge sollten zunächst auf eines seiner bisherigen Bücher zurückgreifen.
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