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Zwischen der Sehnsucht des Sommers und der Kälte des Winters: Roman (Lars M. Johansson, Band 3) Taschenbuch – 6. November 2006

3.6 von 5 Sternen 16 Kundenrezensionen

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Stockholm, Mitte der 80er Jahre: In einer kalten Novembernacht stürzt der amerikanische Journalist John P. Krassner aus dem 15. Stock eines Studentenwohnheims. Alles deutet auf Selbstmord hin, so der Abschiedsbrief, die Lebenssituation des Mannes und die Zeugenaussagen seiner Bekannten. Doch der ermittelnde Inspektor Jarnebring stößt auf einige Ungereimtheiten. Dann findet die Polizei im Stiefelabsatz des Journalisten eine geheime Nachricht.

Als Jarnebring seinem alten Freund und Kollegen Lars M. Johansson mitteilt, dass ausgerechnet er der Empfänger dieser Nachricht sein soll, traut der Kriminaldirektor seinen Augen und Ohren nicht. Doch sowohl die persönliche Nachricht, die an seine Adresse und „an einen aufrichtigen schwedischen Polizisten“ gerichtet ist, als auch die poetischen Abschiedsworte Krassners mit der mysteriösen Gedichtzeile „zwischen der Sehnsucht des Sommers und der Kälte des Winters“ geben Johansson nur Rätsel auf.

Weder Jarnebring noch Johansson ahnen bis dahin, dass sich gleichzeitig hochrangige Geheimdienstler für den amerikanischen Journalisten interessiert und ihn sogar observiert hatten. Geheimdienstchef Berg von der schwedischen Sicherheitspolizei steht unter Druck, weil sich die Hinweise häufen, dass eine hochrangige Persönlichkeit Ziel eines politischen Attentats werden soll. Doch die diffusen Versuche von Bergs Sicherheitsdienst, mögliche Attentäter und Ziele ausfindig zu machen, erweisen sich als äußerst dilettantisch. Allerdings kann Berg nicht wissen, dass selbst engste Vertraute gegen ihn arbeiten.

Mit seinem ersten ins Deutsche übersetzten Roman legt Leif G.W. Persson einen hochbrisanten Politkrimi vor. Gleichzeitig tritt damit nicht einfach nur ein weiterer schwedischer Krimiautor ins Rampenlicht, denn in Schweden genießt der Kriminologe und Autor seit vielen Jahren Kultstatus. Mit seinem Roman, der nahe an einer plausiblen Wirklichkeit um den ungeklärten Mord an dem früheren schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme liegt, hat er bei vielen Schweden einen Schock ausgelöst.

Auf den ersten Blick mag dieser Schlüsselroman streckenweise etwas langatmig wirken, doch Persson entwickelt seine Figuren genauso konsequent wie behutsam. Trotz seiner schonungslosen Darstellung eines korrupten und geradezu faschistoiden Polizeiapparats, hält Persson keine einfachen Antworten bereit. Verschwörungstheorien, Illuminaten oder anderen Hirngespinsten, die die Öffentlichkeit vor allem in die Irre führen, räumt er hier keinen Platz ein. Die Arbeit der oft glorifizierten Geheimdienste wird als jämmerlicher Budenzauber entlarvt. In vielen Teilen erinnert Perssons Politkrimi an James Ellroys Ein amerikanischer Albtraum. Doch Perssons „schwedischer Albtraum“ wirkt noch beklemmender, weil er aufzeigt, mit welch schier unglaublicher Dummheit und Zwangsläufigkeit sich das Schicksal zu paaren vermag. Fazit: Absolut empfehlenswert! --Christian Koch -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

„Brillant, witzig, Spitzenspannung vom Feinsten.“ (Liza Marklund)

„Einer der intelligentesten politischen Thriller der Saison.“ (taz)

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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Auf seine unnachahmliche Art verarbeitet Persson das große Trauma der schwedischen Kriminalgeschichte, den Mord an Olof Palme. Seine Mischung aus Grobheit, Hilflosigkeit, Verzweiflung, Resignation, aufgelockert durch seinen hintergründigen Humor und beißenden Zynismus, erinnert an seinen (leider nicht in deutscher Sprache erschienenen) brillianten Erstling "Grisfesten". Der provozierend sarkastische Schluß gibt dem Leser das Gefühl, aus einem bösen Traum zu erwachen, nur um festzustellen, daß die Realität kaum weniger traurig ist.

Einziger Wermutstropfen ist Gabriele Haefs schwache Übersetzung, die den Lesefluß häufig stolpern läßt. Mangelhafte Geografie-Kenntnis, kein Gefühl für Schweden und seine (sprachlichen) Eigenheiten. Trauriger Höhepunkt: Virginia/USA liegt in Haefs Übersetzung nur 700 Meilen westlich von Stockholm. Das einzigartige schwedische Längenmaß "mil" (1 mil = 10 km, nicht 1 Meile) gehört zu den ersten Dingen, die man in einem Volkshochschulkurs Schwedisch kennenlernt.

Fazit: 5 Sterne für Persson, 1 Stern für Haefs. Persson ist wichtiger.
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Format: Gebundene Ausgabe
Leif GW Persson, geboren 1945 in Stockholm, ist seit vielen Jahren Professor der Kriminologie, Berater der obersten Polizeibehörde, Medienexperte - und einer der führenden Krimiautoren Schwedens, obwohl er noch gar nicht so viele Bücher veröffentlicht hat. Persson ist ein charismatischer, kantiger und schillernder Mann, der weiß, worüber er schreibt. Seine Romane um Lars M. Johansson, der im Laufe der Jahre eine erstaunliche Karriere macht ohne sich zu verbiegen, und die Stockholmer Polizeibehörden zählen zu den erfolgreichsten des Landes.

Begonnen hat Leif GW Persson seine schriftstellerische Tätigkeit Mitte der siebziger Jahre mit dem leider immer noch nicht übersetzten Roman "Grisfesten", in dem er die Geschichte seiner Entlassung aus dem Polizeidienst nacherzählt hat. Es folgten dann 1979 "Die Profiteure" und danach "In guter Gesellschaft", beide jüngst bei BTB aufgelegt. Alle diese Bücher hatten in Schweden großen Erfolg.

Danach folgte eine fast 20-jährige Schreibpause, bis ihm mit "Zwischen der Sehnsucht des Sommers und der Kälte des Winters" ein sensationelles Comeback gelang. In diesem Buch geht es um den bis heute nicht aufgeklärten Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme.

Leif GW Perssons Stil ist eigen. Obwohl seine Bücher kaum weniger spannend sind als andere Krimis, sind sie dokumentarischer, wissenschaftlicher. Er schildert aufgrund seiner internen Kenntnisse des Polizeiapparates die Arbeit der ermittelnden Beamten nüchterner, sachlicher, ehrlicher, auf jeden Fall weniger spektakulär als andere Autoren seines Genres.
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Format: Gebundene Ausgabe
Ich mag dicker Bücher, da sich eine Geschichte vollends entfalten und man eine Vielzahl an Hintergrundinformationen erwarten kann. Ich wurde nicht enttäuscht.

Anfangs geht sich die Gerschichte etwas zäh an und die vielen Personen leisten das ihre dazu bei, das ganze langatmig erscheinen zu lassen. Doch der Spannungsbogen baut sich bis zum Schluss stetig auf.

Die Schilderung der Personen und der Handlungen ist oft sehr umfangreich und verlangt einem einiges ab. Zumal manche Personen nur deshalb eingebunden sind, damit der Leser etwas über die eigentlichen "Helden" des Buches erfährt. In vielen anderen Krimis oder Thrillern sucht man nach diesen Stilmitteln vergebens.

Man erfährt einiges über die schwedische Aussen- und Innenpolitik beginnend mit dem zweiten Weltkrieg bis heute. Wenn man da nicht bewandert ist oder kein Interesse daran hat, dann wird es schnell langweilig oder undurchsichtig - ich empfehle wikipedia. Doch wenn man sich in die Hintergründe und Machtspielchen vor und während des kalten Krieges einliest, dann wird es richtig spannend.

Was mich an dem Roman etwas stört, sind seine manchmal doch recht platten Allgemeinplätze. So scheinen hier Journalisten nur Böses zu wollen und die wahren Hintergründe nicht zu verstehen. Alle Politiker sind korrupt, durchtrieben und nur nach Macht aus. Und die schwedischen Bullen denken den ganzen lieben langen Tag nur ans Essen und Trinken oder Sex. Auch der Kommissar in seinem ständigen Blues scheint mir eine nur allzu gern benutzte Platitüde zu sein.

Insgesamt ein guter Schmöker für lange Winterabende.
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Von Ein Kunde am 30. Juni 2005
Format: Gebundene Ausgabe
Zuerst: Liza Marklund, die das Buch auf dem deutschen Cover so überschwenglich lobt, ist die Verlegerin genau dieses Buches! So etwas Unanständiges! Es ist aber nicht Marklunds Schuld, sondern Praxis von Random House. Man sollte sich beim Piratförlag mal fragen, ob es sinnvoll ist, nur bekannte und befreundete Autoren zu veröffentlichen. Zudem wird der Autor als Kriminologe präsentiert und man erwartet als Leser einen wirklich kompetente Ermittlungen.
Ich habe die ersten hundert Seiten dieser und der Originalausgabe gelesen. Die hätten auf zehn Seiten zusammengestrichen werden müssen. Keine der Figuren ist sympathisch oder kompetent. Dasselbe wird mehrmals wiederholt. Die Sprache soll authentisch klingen, aber wer sich in Stockholm auskennt, weiß, daß das es sich Klischees handelt. Wenn man schon so gar nichts zu bieten hat, sollte man sich nicht auch noch an den Palme-Mord dranhängen. Das wirkt ein bißchen vermessen.
Daß sich das Buch in Schweden so gut verkauft hat, liegt nur an dem Palme-Mord. Ich kenne keinen Schweden, der es gut fand. Die Hälfe hat mittendrin abgebrochen. Aber das Marketing für die deustche Ausgabe war wirklich gut!
PS: Die Übersetzung birgt eine Reihe von Fehlern. Im deutschen Text finden sich zudem eine Reihe von Sprach- und Stilfehlern, die es im Original nicht gibt.
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