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am 9. Januar 2015
Vor über zwanzig Jahren Jahren bereits empfahl Raoul Tranchirer, «gerade in dieser von falschen Empfehlungen strotzenden Zeit, mit Anstand und Feinfühligkeit auszuschweifen». An diesen Ratschlag knüpft nun sein Alter Ego, nämlich Ror Wolf, mit seinen «Neunundvierzig Ausschweifungen» an. So zumindest lautet der Untertitel seiner Sammlung von ebenso vielen Geschichten. Fast allen von ihnen ist eines gemein: unerwartete, oft gleichzeitig eintreffende Ereignisse, spontane Eskapaden, unverhoffte Begebenheiten. Mit geradezu teuflischer Unverdrossenheit scheinen die Missgeschicke einander abzulösen – je unangenehmer für die Betroffenen, desto amüsanter für die Leser. Dabei spielen weder Zeitpunkte, Hintergründe noch Örtlichkeiten eine Rolle, es geschieht dies ständig und weltweit, sei es in Schleiz, in Mainz, in Berlin, in Phoenix, irgendwo in Nevada, am Rande des Atlantischen Ozeans, sogar im Polargebiet des hohen Nordens. Da kippt unvermutet ein Mann vom Brückengeländer, während ein anderer, «Kenner und Liebhaber von Schwierigkeiten», tief unter der Erdoberfläche ausgeplündert und fast abgeschlachtet wird. Ein Dekorateur, der in der Auslage des Warenhauses seine Arbeit verrichtet, erleidet eine Herzattacke, stürzt auf ein Bett und bleibt dort tagelang liegen, weil die Leute glauben, es handle sich um eine Schaufensterpuppe. Oder es tauchen gänzlich unvermittelt mehrere Männer auf, um im selben Moment zu verschwinden, andere fallen plötzlich um, einfach so, oder verlieren jäh die Orientierung und kommen dabei ums Leben, während ein anderer Herr «in einer winzigen Unterbrechung der normalen Verhältnisse» in einem Wirtshaus ohne Anlass aufsteht und eine Stahltür aus ihrer Verankerung reißt.
Solche unerhörten Begebenheiten werden von Ror Wolf höchst feinsinnig geschildert, mit einer eigentümlichen Akkuratesse, die dafür sorgt, dass diese Missgeschicke den Leser erheitern. Wie sagt Raoul Tranchirer in seinen «Mitteilungen an Ratlose»? Er stellt fest, «dass selbst Begebenheiten unter traurigen Umständen zuweilen das einfache Lachen hervorrufen».
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am 21. Oktober 2007
Das wurde auch Zeit: Nach längerem Darben sind die wunderbaren Erzählungen aus "Zwei oder drei Jahre später" wieder lieferbar. Parallel zu dem Gedichtband "Pfeifers Reisen" präsentiert Wolf hier neunundvierzig als "Ausschweifungen" deklarierte Texte, die sich in der bekannten Weise mit den unhaltbaren Zuständen in Köln, Olm und auf dem Grund des atlantischen Ozeans auseinandersetzen. Man hat Gelegenheit, alten Freunden zu begegnen: Lemm zum Beispiel, aber auch Collunder, und selbst Wobser läßt sich wieder blicken. Die Szenarien sind hinreißend surreal und bestens geeignet, das Monströse im Banalen aufzuzeigen, "'das alltägliche Grauen, das aus sämtlichen Ritzen kriecht" (Wolf). Das alles ist wunderbar luftig geraten und stilistisch von jener Brillanz, die die Bücher dieses Autors schon immer ausgezeichnet hat. - Die Neuauflage wartet gegenüber der Erstveröffentlichung von 2003 mit 75 zusätzlichen Seiten auf. Der neu hinzugefügte Kurzroman "Die neunundvierzigste Ausschweifung" ist übrigens auch als Audio-DoCD lieferbar, großartig vorgelesen von Christian Brückner.
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am 13. September 2003
Eine gute Nachricht für alle Wolf-Leser: Die neuen Erzählungen sind wieder ebenso leicht wie befremdlich geraten. Nach der mehrbändigen Fortführung der „Enzyklopädie für unerschrockene Leser" knüpft Wolf diesmal an die „Nachrichten aus der bewohnten Welt" von 1991 an und präsentiert 47 als „Ausschweifungen" deklarierte Texte, die sich in der bekannten Weise mit unhaltbaren Zuständen in Köln, Olm und auf dem Grund des atlantischen Ozeans auseinandersetzen. Man hat Gelegenheit, alten Freunden zu begegnen: Lemm zum Beispiel, aber auch Collunder, und selbst Wobser läßt sich wieder blicken. Die Szenarien sind hinreißend surreal und bestens geeignet, das Monströse im Banalen aufzuzeigen, „das alltägliche Grauen, das aus sämtlichen Ritzen kriecht" (Wolf). Das alles ist wunderbar luftig geraten und stilistisch von jener Brillanz, die die Bücher dieses Autors schon immer ausgezeichnet hat. Es empfiehlt sich, zuzugreifen, solange derlei noch verlegt werden kann.
Eine Bemerkung zur Edition: Der Band wurde dankenswerterweise im Äußeren der Werkausgabe weitgehend angeglichen. Warum der Verlag bei einem Autor wie Wolf auf die nicht wirklich kostspielige Fadenheftung verzichtet hat, ist mir allerdings unerklärlich. - Das Lesevergnügen wird durch diesen Einwand jedoch nicht geschmälert.
Kai U. Jürgens
(Autor von „Zwischen Suppe und Mund. Realitätskonzeption in Ror Wolfs ‚Fortsetzung des Berichts' und Mitherausgeber von „Ähnliches ist nicht dasselbe. Eine rasante Revue für Ror Wolf".)
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am 14. September 2004
Dies ist das erste Buch von Ror Wolf, das ich lese, und ich bin platt. Und weil ich auf das Buch durch einen Artikel in der "Zeit" gekommen bin, dachte ich mir, ich zitiere hier mal ein bisschen davon. (Für alle, die noch überlegen, ob sie dieses Buch wirklich kaufen sollen!)
"....Jede Ausschweifung, wie Ror Wolf seine lustigen, plötzlich ins traurige kippenden Märchen aus dem Alltag nennt, bleibt eine erfrischend zu lesende Moment-Aufnahme aus unser aller Alltag. Heißt nicht gleiche eine Geschichte "keine Geschichte"? So fängt sie an: "Ich habe keine Geschichte von der Frau eines Buchhalters erzählt, die sich eine schmierige, juckende Krankheit geholt habe und deshalb nicht sitzen konnte. Ein solcher Fall ist mir nicht einmal bekannt." Und so 20, 30 Zeilen munter über Nichtgeschichten, ehe das beredte Schweigen ausläuft in eine geheimnisvolle Stille. (...) Hier übt einer den Spagat. Hört genau hin auf den Lärm des Lebens und lauscht leisen, inneren Stimmen. Dieser Zwielaut ist eines der verführerischen Geheimnisse dieses Buches, in dem jemand "auftaucht und verschwindet im gleichen Moment". "
Und genau das ist es. Auf den ersten Blick sind Rors Ausschweifungen einfach nur munteres Dahingeplauder. Doch beim zweiten, dritten Lesen merkt man plötzlich: "Huch? Vielleicht ist das gar kein Quatsch? Sondern ganz schön intelligent?"
Plötzlich ist jede Ausschweifung eine Ausschweifung über einen selbst. Man erkennt sich wieder, erkennt andere darin oder erkennt das Leben.
Wie die Zeit doch so schön sagt: "Alles und nichts kann stimmen"
Und so ist es. Nicht nur in diesem (wundervollen) Buch.
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am 2. Juni 2007
JEDES Buch von Ror Wolf ist lesenswert.
Seine Sprache, Gedichte und Geschichten sind intelligent UND machen zudem mehr Spaß als alle M. Walser, G. Grass oder Chr. Wolf (u.ä.) und all die gehypten Südamerikaner zusammen. Zack!
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