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Kundenrezensionen

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TOP 500 REZENSENTam 1. November 2014
Erstaunlich widerwärtig stellt sich der historische Background dar, den dieser Thriller der ruhigen aber blutigen Art ins 21. Jahrhundert projiziert. Da musste ich doch selbst mal Google bemühen und war überrascht, was sich dann auf vielen Webseiten und auch in Wikipedia findet. Das sollte aber jeder selbst auf sich einwirken lassen, daher hier keine Spoiler!

Dass Orlando Bloom an erster Stelle der Darstellerliste steht machte mich zunehmend stutzig, da vor allem Forest Whitaker (den ich persönlich nicht unbedingt mag) das zentrale Element der Story ist. Orlando Bloom als Brian Epkeen ist eher der schrille Gegenpart zum ruhigen, tiefsinnigen und rätselhaften Ermittler Ali "Zulu" Sokhela, der nach einem Kindheits-Trauma 40 Jahre lang eigentlich immer neben sich steht und versucht als Ermittler der Mordkommission seinem ansonsten freudlosen Leben einen Sinn zu geben. In dieser Rolle gefällt er mir viel besser als in "Der Butler" und ist sicher die bessere Wahl als der ursprünglich vorgesehene Djimon Hounsou ("Blood Diamond"). Leider passt die Synchronstimme von Tobias Meister (Brat Pitt, Gary Sinise, Jack Black, etc.) nicht mehr wirklich zum erschlankten und gealterten Whitaker.

Der Film ist trotz ruhiger Erzählweise erstaunlich kurzweilig, weil ein wenig puzzleartig mit kurzen Takes innerhalb der ersten 12 Minuten die Charaktere und ihre Hintergründe kurz aber ausführlich dargestellt werden. Dieser Takt wird auch im restlichen Film meist beibehalten, wodurch frühzeitig klar wird, dass da noch was größeres kommen muss. Und das tut es.

Ganz toll finde ich die Bildsprache und Schnittfolge, bei der neben detaillierten Nahaufnahmen auch gerne mal etwas Distanz benutzt wird, also z.B. eine Totale oder sogar Fern- und Vogelperspektiv-Aufnahmen verwendet werden, also nicht ein hin und her zwischen zwei Kameraführungen sondern ein umfassender Überblick mit verschiedenen Blickwinkeln. So hat man auch etwas von der beeindruckenden südafrikanischen Kulisse.

Dies ist kein Action-Blockbuster sondern ein dramatischer Thriller vor dem Hintergrund der noch jungen Freiheit und dem Bestreben nach einer friedlichen Koexistenz von Schwarz und Weiß in Südafrika mit wirklich guten Schauspielern und hervorragender Kamera. Sehenswert!
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TOP 1000 REZENSENTam 1. Dezember 2014
"Zulu" ist ein 2013 realisierter, sehr harter Thriller des Franzosen Jerome Salle, der sich bereits mit "Anthony Zimmer" und "Largo Winch" einen Namen gemacht hat. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Caryl Ferey, der die Ermittlungen von drei Polizeikommissaren in Kapstadt beschreibt - dort untersuchen sie mehrere Mordälle, bei denen sie ehemaligen Mitgliedern eines Geheimprojekts auf die Spur kommen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben Mittel zu finden, um die schwarze Bevölkerung zu dezimieren. Die Mordserie steht damit im möglichen Zusammenhang mit dem einst von der Apartheitspolitik initierten, militärischen Forschungprojekt "Project Coast". Der schwarze Kriminalkommissar Ali Sokhela (Forest Whittaker) ist ebenfalls ein Opfer des Rassenhasses in Südafrika, er schleppt ein schwerwiegendes Schicksal seit seiner Jugend mit sich herum. Damals wurde er als Teenager von einer wütenden Bande so derart misshandelt, dass bleibende Schäden an den Genitalien blieben. Seine Kollegen Brian Epkeen (Orlando Bloom) und Dan Fletcher (Conrad Kemp) schätzen den besonnenen Mann aber sehr. Die drei untersuchen den Tod einer gewissen Nicole Weiss. Die Tochter eines Prominenten wurde in einem botansichen Garten in Kapstadt erschlagen aufgefunden. Alles scheint auf ein Sexualdelikt oder einen Mord im Drogenmilieu hinzudeuten, doch die Ermittlungen werden immer verzwickter und undurchschaubarer. Während Sokhela häufig Prostituierte aufsucht, mit denen er "nur" Streicheleinheiten austauschen kann, hat sich Epkeens Ehefrau Ruby (Inge Beckmann) nachdem sie ihren Mann verließ mit dem Zahnarzt Rick (Dean Slater) eingelassen. Sohnemann David (Sven Ruygrok) gibt dem öfters alkoholisierten und treulosen Vater Schuld am Scheitern der Ehe. Der dritte im Bunde, Dan Flecher, ist noch etwas unerfahren. Seine krebskranke Frau Claire(Tinarie van Wyk Loots) hat derzeit mit den Nebenwirkungen der Chemotherapie zu kämpfen. Ihre Ermittlungen führen zu einem gewissen Stan (Christian Bennett), einem Drogendealer, den sie am Strand finden wollen. Diese Suche am Strand wird für die drei Männer zur Schicksalsstunde, denn sie werden von Drogendealern angegriffen VORSICHT SPOILER und nur zwei überleben das dort stattfindende Massaker. Im weiteren Verlauf fügt sich auch das Verschwinden von Straßenkindern aus dem Townships zu diesem Fal - immer mehr nähern sich die Ermittler den Machenschaften des fiesen Frank de Beer (Regardt van den Bergh) und dem Wissenschaftler Oppermann (Patrick Lyster), die sich immer noch mit Hingabe das Projekt "Project Coast" widmen...und damit filmisch sehr verwandt sind mit den Altnazis aus Deutschland, die immer noch im Ausland an der Herrschaft der Herrenrasse arbeiten. Wer Filme wie "Die Akte Odessa" oder "The boys from Brazil" mag, der wird bei "Zulu" möglicherweise ein Comeback dieser Art von Filmen erleben. Leider haben einige Kritiker die Handlung etwas kritisiert und als klischeebehaftet und konstruiert abgetan. Sie hatten leider keine Freude an dieser Überzeichnung der Geschichte. Mir hat sie aber gerade deswegen sehr gut gefallen - wenn man ein realistischeres Bild von Südafrikas Apartheit im Film will, dann sollte man vielleicht auf "Bang Gang Club" oder Eastwoods "Invictus" zurückgreifen. Sehr gut fand ich auch die Schauspielerleistung von Forest Whittaker, der mir mit seinem pessimistischen Gesichtsausdruck nicht immer gefällt, aber hier ist er die perfekte Besetzung und Orlando Bloom erweist sich zum ersten Mal nach Legolas als positive Überraschung. Der Film ist sehr brutal, was aber dramaturgisch den guten Eindruck des düsteren Thriller - trotz vornehmlich heller Location- sehr gut passt.
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TOP 1000 REZENSENTam 18. November 2016
In dieser gleichnamigen Verfilmung des Romanes von Caryl Férey spielen O. Bloom und F. Withaker zwei kaputte Cops in Kapstadt, die einen brutalen Mord an einer jungen Frau aufklären sollen. Sie kommen dabei auf die Spur eines viel größeren Verbrechens, das noch in die Zeit der Apartheit zurückreicht.

Der Film zeigt in kalten aber sonnendurchstrahlten Bildern eine unglaubliche, ständig wechselnde Mischung aus Luxus, Slums, Drogen, Leid, Rassismus und Brutalität. Beispielsweise wird aus einer scheinbar ruhigen Strandidylle in nur wenigen Sekunden ein blutiger Alptraum. Der Tod kommt in diesem Film oft plötzlich, wie aus dem Nichts. Das Finale ist minimalistisch, genial, spannend und für Cineasten unbedingt sehenswert! Leute, die auf schnelle Nonstop-Action stehen, könnten enttäuscht sein. Der Film ist eher ruhig, ausführlich und langsam, mit kurzen Sequenzen explodierender Brutalität.

Die Thematik erinnert an die ultrabrutalen Südafrika-Romane von Roger Smith aber auch an James Ellroys Werke.

An Bild- und Tonqualität der BluRay habe ich nichts auszusetzen.
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am 2. Mai 2015
"Zulu" hält das, was er verspricht. Der aufwändig produzierte Film gewährt einen krassen Einblick in die Polizeiarbeit in Kapstadt und spart dabei weder an Action, noch an Brutalität. Orlando Bloom und Forest Whitaker beweisen einmal mehr ihr beeindruckendes schauspielerisches Können. Der Film weiß vor allen Dingen durch einige teilweise ungewöhnliche Handlungsstränge und die interessant zusammengestellte Crew zu überzeugen. Drehbuch, Regie, Kameraführung und Synchronisation bewegen sich auf hohem Niveau. Fazit: Empfehlenswert! Ein rauer, spannender und temporeicher Cop-Thriller, der zu fesseln vermag.
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am 24. September 2016
Mit dieser DVD wird der französisch-südafrikanischer Kriminalfilm “Zulu“ aus dem Jahr 2013 vorgestellt. Regisseur Jérôme Salle wollte dieses Projekt, das nach dem den gleichnamigen Roman von Caryl Férey aufgebaut ist, machen und bekam auch den Zuschlag. Als Stars wurden neben den einheimischen südafrikanischen Schauspielern Forest Whitaker und auch Orlando Bloom verpflichtet. Der Film spielt vorwiegend in und um Kapstadt in Südafrika. Es wurde ein sehr harter Film, bei dem die FSK 18-Freigabe auch etwas Berechtigung findet. Optisch ist dem Regisseur Jérôme Salle hier alles perfekt gelungen. Super Aufnahmen von Kapstadt und Umgebung. Wundervolle Bilder, die sogar Urlaubsstimmung übermitteln. Die Townships dort, die trotz der Armut eine gewisse Faszination ausüben. Und dann die Gefahr, die dort herrscht und auch in diesem Film von Regisseur Jérôme Salle hervorragend präsentiert wird. Die Schauspieler, die hier eigentlich sehr gut agieren sorgen ebenfalls dafür, dass dieser Film eher auf einem hohen Niveau startet. Dreißig Minuten dauert das alles, dann nimmt die Geschichte alles irgendwie nacheinander mit und zieht diesen Film bis zum Ende nach unten, so dass man im Endeffekt leider nur einen Durchschnittsfilm gesehen hat. Wenn auch mit sehr hochwertigen Einzelszenen.

Was wollte der Filmemacher? In dem Bonus erklärt er uns, dass er diesen Film so sieht, dass es um Vergebung geht. Nicht um Rache, was man am Ende vielleicht auch meinen könnte. Um das zu erreichen, sind die Eckpunkte gesteckt und die Geschichte muss sich daran halten. Dies lässt den Film nach und nach künstlich wirken. Wenn mir einer diese Geschichte so erzählt, geht irgendwann der Glaube daran verloren und auch das Mitgefühl für die Rollen. Dies ist hier passiert.

Die Rollen sind die beiden Ermittler Ali Sokhela (Forest Whitaker) und Brian Epkeen (Orlando Bloom). Ali Sokhela (Forest Whitaker) ist ein Zulu, der einen bleibenden körperlichen Schaden aus der Apartheidzeit davongetragen hat. Er lebt nach der Devise seines Vorbilds Nelson Mandela, bei dem Vergebung eine wichtige Rolle spielte und ist als Kriminalkommissar Chef seiner Einheit. Sein Kollege Brian Epkeen (Orlando Bloom) vereint alle Klischees eines, in der sozialen Gesellschaftsstruktur, gescheiterten Menschen. Er trinkt, hat eine gescheiterte Ehe, macht aber seiner Ex-Frau Ruby (Inge Beckmann), die eine neue Beziehung hat, trotzdem noch das Leben schwer. Mit seinem Sohn hat er deshalb auch Probleme. Und seine andauernden One-Night-Stands helfen ihm auch nicht so richtig. Zum Glück arbeitet er aber noch bei der Polizei und ist Partner von Ali Sokhela (Forest Whitaker), der immer zu ihm hält.

Nun zum Inhalt des Filmes:
Ali Sokhela (Forest Whitaker), Brian Epkeen (Orlando Bloom) und auch ein dritter Ermittler Dan Fletcher (Conrad Kemp) werden in einen botanischen Garten Kapstadts geschickt, wo eine bestialisch erschlagene junge Frau gefunden wurde. Routiniert wie immer nehmen die Drei ihre Ermittlungen auf. Wir sehen in diesen ersten 15 bis 20 Minuten, wie diese drei Ermittler und ihr ganzes Umfeld funktioniert, und das ist auch ziemlich gut dargestellt. Eine Spur führt diese Drei an den Strand, wo der Geliebte des nun identifizierten Opfers zu leben scheint. Dort kommt es dann mit einer Drogendealergang, wo auch der Geliebte des Opfers Mitglied ist, zu einer Auseinandersetzung extremster Art, die nicht ohne Folgen bleibt. Ali Sokhela (Forest Whitaker) ist danach noch immer auf seinem Vergebungstrip und der wilde Brian Epkeen (Orlando Bloom) rettet mit seiner Art und seinen Handlungsmethoden noch das Ganze ein wenig, bleibt aber auch auf seinem Weg. Dan Fletcher (Conrad Kemp) dagegen wird dabei zu einem Opfer. Die Ermittlungen werden nun intensiver, da ein größeres Verbrechen nun nach dieser Aktion realisiert wird. Mit dieser Erkenntnis wird der Film nun leider nach und nach schlechter. Die Ermittler kommen einer Nazi- und Drogengang immer näher. Brian Epkeen (Orlando Bloom) kann sogar illegal Beweise besorgen. Die Gangster nehmen deshalb seine Ex-Frau Ruby (Inge Beckmann) und deren neuen Lover Rick (Dean Slater) als Geisel. Als Brian Epkeen (Orlando Bloom) die Beweise zurückgibt, wird auch er überwältigt. Nun aber töten die überharten Gangster zuerst einmal nur den Lover Rick (Dean Slater) und lassen Brian (Orlando Bloom) und Ruby (Inge Beckmann) kurzfristig am Leben. Glaubhaft wirkt das leider nicht und ich fragte mich warum handelten die Gangster so? Der Schluss der Geschichte muss wohl gerettet werden und deshalb braucht Brian (Orlando Bloom) noch etwas Zeit um sich und seine Ex-Frau, wohl sehr wichtig für seine Motivation, zu retten. Dies schafft er auch und kann so seinen Kollegen Ali Sokhela (Forest Whitaker) noch versuchen zu retten. Dieser arbeitet an einem anderen Ort, wo er dann mitbekommt, dass seine Mutter auch unter den Mordopfern der Gangster landete. Nun findet er das finale Versteck der Gangster irgendwo in Namibia heraus und taucht dann auch allein dort auf bewaffnet bis an die Zähne. Der dazu gekommene Brian (Orlando Bloom) versucht noch seinen Kollegen Ali (Forest Whitaker) von der Stürmung des Hauses zurückzuhalten. Leider erfolglos. Nun sehen wir wie Ali (Forest Whitaker) in das Gelände eindringt und alles was ihm vor die Flinte kommt umbringt. Brian (Orlando Bloom), der am Anfang des Filmes wohl genauso gehandelt hätte, versucht ihm zu helfen, tötet seine Gegner nicht unbedingt, sondern verhaftet sie. Wie es dann so kommt, kann der Obergangster Joost Opperman (Patrick Lyster) flüchten, leider aber im Endeffekt zu Fuß durch die Wüste, und deshalb wird er noch von Ali (Forest Whitaker) verfolgt, der nur noch an Rache denkt. Auf jeden Fall nicht an Vergebung. Und am nächsten Tag können wir dann erkennen, wo ihn das ganze hingebracht hat, indem wir sehen, wie er von einem Hubschrauber in der Wüste gesucht wird und dann auch von Brian (Orlando Bloom) gefunden wird. Als Abschluss wird dann noch eine Handlung von Brian (Orlando Bloom) gezeigt, aus der man schließen kann, dass er mit seiner Vergangenheit seinen Frieden gefunden hat und auch nach dem Leitmotiv von Nelson Mandela leben will. Leider ist das nicht ganz so glaubhaft dem Regisseur Jérôme Salle gelungen.

Eigentlich bin ich darüber auch ein wenig traurig, weil nach 20 Minuten die Erwartungen recht hoch waren. Aber nach dem Ansehen brauchte ich über diesen Film mit angeblicher hoher Tiefe nicht mehr nachzudenken. Außer dass vielleicht gar nicht so viel Tiefe in diesem Film vorhanden war.

Eine Empfehlung ist der Film auf jeden Fall. Ich würde auch sagen, dass der Film teilweise (am Anfang) sogar sehr gut ist. Als Sammelobjekt behalte ich diese DVD aber nicht. Es reizt mich auch nicht diesen Film nochmals anzusehen. Mit Ausnahme der Strandszene vielleicht.

Meine Schulnote: 3
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am 12. Mai 2014
Der "Zulu" Ali Sokhela (gespielt von Forest Whitaker) erlebt in Kinderjahren die schrecklichen Auswirkungen der Gewalt in Zeiten der Apartheit, die viele Jahre Schwarzafrikaner in Südafrika unterdrückte, am eigenen Leib mit. Viele Jahre später bekämpft er als Chef der Mordkommission in Kapstadt den Sumpf des Verbrechens in den Townships. Die Metropole ist von der Gewalt von sich bekriegenden Gangs sowie des auch nach Ende der Apartheit immer noch vorherrschenden Rassismus geprägt, was Sokhela jedoch nicht daran hindert, an seiner gemäßigten und versöhnlichen Art, vor allem im Bezug auf das Verhältnis zwischen Weißen und Schwarzen, festzuhalten.
Als er mit seinem draufgängerischen, oft alkoholisierten jedoch hochklassig talentieren Kollegen Brian Epkeen (Orlando Bloom) den grausamen Mord an einer Studentin aufklären soll, überschlagen sich die Ereignisse. Denn es handelt sich hier um weit mehr als einen Routinefall. Eine eigenartige neue Droge scheint im Umlauf und eine weitere Frau wird tot aufgefunden. Dazu verschwinden überall in den Townships Kinder spurlos. Ali und Brian wird bald klar, dass sie mit ihren Ermittlungen in ein Wespennest der Gewalt gestochen haben...

Regisseur Jérôme Salle zeichnet in diesem intensiven, eindringlichen und brutalen Thriller ein Abbild einer zutiefst traurigen Realität. Nämlich der, die man in den südafrikanischen Townships auch heute noch, viele Jahre nach dem vermeintlichen Ende einer überholten, rassistischen und brutalen Gesellschaftsordnung, vorfindet.
Der Plot - an sich erst einmal eine klassische Krimi-Handlung, bei der ein Ermittlerteam einen Mordfall aufklären soll - ist angesiedelt vor der Kulisse Kapstadts und wird ummantelt von einer ganz eigenen Atmosphäre - einer bedrückenden Aura, die man als Zuschauer förmlich spürt.
Musikalisch von einem minimalistischen und damit absolut gelungenen und passenden Soundtrack untermalt, nähert sich die Geschichte schleichend und doch mit einer unaufhaltsamen Sogwirkung ihrer dramatischen und tragischen Zuspitzung. Die drohende Gewalt und allgegenwärtige Angst bleiben die ständigen Begleiter in diesem Film. Sie schüren eine grandiose Spannung und entladen sich immer wieder in brutalen und unvorhersehbaren Ereignissen.
"Zulu" bleibt wendungsreich bis zum allesentscheidenden und mitreißend in Szene gesetzten Showdown.

Besonders hervorgehoben werden muss die schauspielerische Leistung von Forest Whitaker und Orlando Bloom. Letzterer verdient sich hier erstmals durch eine wahrlich ernste, tiefsinnige und v.a. überraschend fiese Rolle seine Lorbeeren, Ersterer ist als einer der Größten seines Fachs einfach eine großartige Bereicherung (für jeden Film). Auch für "Zulu", in dem er sehr subtil und nachvollziehbar echte Emotionen mit nur wenigen Gesichtsausdrücken transportieren kann. Whitaker mimt den Bantu Ali Sokhela, der mit seiner Nelson Mandela nicht unähnlichen Weltanschauung zunehmend an der grausamen Wirklichkeit verzweifelt, so dermaßen gut, dass er für mich ein Oskar-Kandidat ist.

Das FSK 18-Signet trägt der Film zurecht. Die Darstellung der exzessiven und teilweise auch barbarischen Gewalt ist nichts für schwache Nerven und erst recht nichts für Minderjährige. Dennoch kommt einem der Film nicht voyeuristisch vor, vielmehr entfaltet er durch die explizite Darstellungsweise eine eher abschreckende Wirkung. Ein Film als Stilmittel der Kunst sollte zudem nicht weniger grausam sein, als es die Wirklichkeit ist, sofern schnelle Kameraschnitte wie in diesem Fall dem Zuschauer das Schlimmste nicht allzu lange zumuten.
Ohnehin rührt die Grausamkeit in "Zulu" nicht einzig und allein von den physischen Gewaltszenen her, sondern speist sich insbesondere auch aus der oben angesprochenen psychischen Extremsituation, in der sich Protagonisten wie Zuschauer hier wiederfinden.

Warum also "nur" vier Sterne?
Mit dem Ende per sé konnte ich gut leben. Die Entwicklung Sokhelas bis zur allerletzten Konsequenz wird im Verlauf des Films nachvollziehbar und berührend herausgearbeitet und verdient ein Extralob.
Ich jedoch war unterm Strich mit der Hintergrundhandlung rund um diese neue Droge als Bestandteil eines perfiden, rassistischen und breit angelegten Euthanasie-Plans, enttäuscht. Erhofft hatte ich mir nach Ansehen des Trailers eine genauere Beleuchtung speziell der Auswirkungen der Apartheit auf die heutige südafrikanische Gesellschaft. Diese bleibt aber weitestgehend nur angedeutet und macht Platz für diesen fiktiven und gleichzeitig sicherlich sehr polarisierenden und weitreichenden Subplot, der mir in der Ausführung dann doch fast zu klischeehaft vorkam.
Die großartigen Charakterzeichnungen sowie die erstklassige Kulisse und Aufmachung dieses Thrillers hätten diese für mich etwas zu hoch gegriffene Massenmord-Thematik nicht zwingend nötig gehabt. Weniger wäre mehr gewesen.

Insgesamt war ich allerdings sehr angetan von "Zulu". Er ist ein sehenswertes Plädoyer für Vergebung und Aussöhnung, sowie ein eindrucksvolles Statement gegen Hass und Gewalt, hält den Zuschauer immer in Atem und brennt sich durch seine intensiven Bilder definitiv in den Gedächtnissen ein.
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am 10. Mai 2014
Südafrika 1978: Ein schwarzer Junge hat Schreckliches erlebt und wird von Hunden gehetzt. Südafrika 2012: Die Apartheit ist längst vorbei, aus dem Jungen ist ein Mann geworden. Ali Sokhela (Forest Whitaker) ist inzwischen Polizeichef von Kapstadt. Was er als Kind erlebt hat, wird der Film erst später zeigen. Er und seine Kollegen Brian Epkeen (Orlando Bloom) und Dan Fletcher (Conrad Kemp) ermitteln in einem Mordfall. Eine junge Frau wurde am Strand bestialisch zugerichtet aufgefunden. Was zunächst nach einem Mord im Drogenmilieu aussieht, erweist sich als weitaus komplexer. Als der Drogendealer und mutmaßliche Mörder der Frau ebenfalls furchtbar zugerichtet tot aufgefunden wird, kommen die Polizisten langsam einer Verschwörung auf die Spur, die weit in die Vergangenheit reicht. Weiße Wissenschaftler arbeiteten an einer neuen Droge, die besonders gewaltbereit macht und zu Mord oder Selbstmord führt. Als die Droge auch bei Kindern in den Townships nachgewiesen werden kann, erkennt Sokhela den rassistischen Plan, der dahinter steckt. In einem extrem gewalttätigen Show-Down stellt Sokhela den Hauptverantwortlichen in der Wüste von Namibia. Besonders zynisch mutet an, dass eine der ersten Ermordeten nicht unähnliche Joggerin nur deshalb getötet wird, um Sokhela und seine Kollegen -vergeblich- auf eine falsche Spur zu locken.

Selten ist eine Analyse der südafrikanischen Gesellschaft der Post-Apartheitsära -der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Caryl Ferey- derart pessimistisch ausgefallen. Zunächst bekennt sich Sokhela zur Arbeit der Wahrheits- und Versöhnungskommission - da weiß der Zuschauer noch gar nicht, was er als Kind erleiden musste, was er sogar seiner Mutter verschwiegen hat. In einem der ruhigeren Momente, als Sokhela gedankenverloren eine Prostituierte streichelt, erahnt der Zuschauer, wie sehr es unter seiner ruhigen Oberfläche brodelt. Ist ein Zusammenleben zwischen Weißen und Schwarzen überhaupt möglich? Wird die Versöhnungsgeste von manchen Rassisten nicht als Schwäche ausgelegt, vielleicht sogar Ansporn, genauso weiterzumachen wie bisher? Selbst Sokhelas Vorgesetzter, der seine Karriere gefördert hat, ist Teil der alten Elite, die gar nicht wirklich eine Gleichberechtigung der Nicht-Weißen will. Epkeens Vater war tief verstrickt in die Machenschaften der Apartheitspolitik. Vielleicht ein Grund dafür, dass Epkeen nicht ganz Tritt findet in seinem Leben? Zunehmend wird der Film gewalttätiger und hat nicht ohne Grund keine Jugendfreigabe erhalten. Eine der wenigen uneingeschränkt sympathischen Figuren wird unvermittelt auf besonders bestialische Weise abgeschlachtet. Viele Menschen sind einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.
Man könnte natürlich darüber mäkeln, dass die Figuren von Epkeen und Fletcher nicht frei von Klischees sind. Orlando Bloom gibt sich erkennbar viel Mühe, mit seinem Sonnyboy- Image zu brechen. Ich habe ihn erst auf den zweiten Blick erkannt. Im Gegensatz zu Jude Law, der mit "Dom Hemingway" ebenfalls aus der Besetzungsschublade heraus möchte, steht ihm hier ein wesentlich ausgefeilteres Drehbuch zur Seite. Auch dass die neue Mitarbeiterin von Sokhela unvermittelt wieder aus der Handlung verschwindet, kann man bedauern. Und das zum Pathos neigende Ende wird nicht nach jedermanns Geschmack sein. Und ging es nicht vielleicht ein bisschen weniger reißerisch? Mussten die Polizisten ohne Verstärkung in das Wespennest eindringen? Der Grund, warum ich allerdings ohne Wenn und Aber fünf Sterne vergebe, ist die herausragende Leistung von Forest Whitaker, der mit minimalistischem Spiel die ganze Tragik eines in Südafrika aufgewachsenen Schwarzen darstellt. Vor allem seinetwegen bleibt der Film im Gedächtnis.
Normalerweise bin ich in Bezug auf explizite Gewaltdarstellung sehr skeptisch, hier halte ich sie für gerechtfertigt. "Es gehört zur Folter, dass sie sich in einem Klima der Heimlichkeit entfaltet. Diese Heimlichkeit und der allgemeine Wunsch ... von den Bildern der Folter verschont zu bleiben, arbeiten einander zu. Man will sich den Tag nicht durch Bilder... versauen lassen. ... Wo man sich der Folter zuwendet, kann man der menschlichen Phantasie bei der Arbeit zuschauen." (Willemsen, Der Knacks, S. 123). Unter diesem Aspekt wird der Zuschauer nicht verschont, um ihm gar nicht die Möglichkeit zu geben, sich emotional von den dargestellten Zuständen distanzieren zu können.

Fazit: Ein ultrabrutaler, beklemmender Thriller über die hässliche Fratze des Rassismus, nichts für schwache Nerven.
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am 28. Februar 2015
In dem Film Zulu wird das Leben der Polizisten in Kapstadt thematisiert. Allerdings hat dieses Leben nichts Romantisches an sich. Auch nach dem Ende der Apartheit sind noch lange nicht alle Erlebnisse verarbeitet, können sie auch gar nicht. Schonungslos werden die beiden Hauptcharaktere mit ihren eigenen Vergangenheiten konfrontiert und man sieht hilflos dabei zu, wie zwei offensichtlich gebrochene Männer, versuchen ihr Leben zu leben. Die drastische Darstellung von Gewalt verdeutlicht was auch heute noch in Kapstadt los ist und warum sie mit zu den gewalttätigsten Städten der Welt zählt. Die beiden Hauptdarsteller Forest Whitaker und Orlando Bloom liefern hier ihr Glanzstück ab und überzeugen als Polizisten, die jeweils mit ihren eigenen Dämonen der Apartheit kämpfen müssen. Der Gesamtspieldauer beträgt 111 Minuten, die ruhig aber keineswegs langatmig erzählt werden. Das Bild mit 16:9 ist toll und der Ton mit 5.1 haut einem die harten Klänge geradezu in den Schädel. Der Film hallt lange nach, macht nachdenklich und lädt zur Eigenrecherche ein.
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am 19. Mai 2014
Weit über den in Südafrika noch immer wütenden Apartheits-Konflikt hinaus zeigt der Film anschaulich die generelle Handlungsfähigkeit des Menschen im Angesicht einer so erdrückenden Realität. Der Film studiert Charaktere, die aufgrund ihrer Vorerfahrung, Herkunft und ihres Schicksals zu ganz individuellen Konfliktlösungsstrategien finden. Dies ermöglicht dem Zuschauer einen weitreichenden Transfer auf generelle Handlungsfähigkeiten und -möglichkeiten und spiegelt anschaulich unsere eigenen Fähigkeiten oder eben Unfähigkeiten im Umgang mit immer deutlicher werdenden Konflikten, auch in unserer Gesellschaft, wieder. Die sich erweiternde Kluft zwischen Arm und Reich, die zunehmende Kriminalität, Ausgrenzung einzelner Gruppen und vieles mehr. Wir können resignieren und uns betäuben, wie Brian, wir können uns schonungslos stellen und unser Leben dem Kampf widmen, wie Ali, oder eben optimistisch und ehrgeizig beseelt uns selbst verwirklichen.
Vor diesem Hintergrund verschwinden filmische Ungereimtheiten oder fehlende Spannungsmomente (siehe vorhergehende Rezensionen).
Der Film ist eine bewundernswerte Charakterstudie, alle Schauspieler, die das hier so großartig umgesetzt haben, sind Oskarverdächtig.
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TOP 1000 REZENSENTam 19. Dezember 2014
"Zulu" beschreibt schonungslos die harte und kalte Realität in einigen Bezirken des heutigen Kapstadt. Wie viel vom Gezeigten tatsächlich auf Fakten beruht, wie viel Fiktion ist, vermag ich nicht zu beurteilen, weshalb ich mich auf Machart, Stimmung und Wirkung des Films konzentrieren möchte.

Der Thriller ist zwar spannend, aber doch eher nur solide konservativ gemacht. Die Hauptcharaktere sind sehr gegensätzlich angelegt und doch beide von der Vergangenheit gezeichnet und mit Gegenwart und Zukunft überfordert. Dies deute ich als Metapher für die Menschen in ganz Südafrika.

Auffällig ist, dass der Film wenig bemüht ist, Empathie oder Sympathie zu erzeugen, sondern vielmehr den Kampf der aus unterschiedlichen Motiven getriebenen Polizisten gegen unsägliche und unerträgliche Verbrechen und dahinter stehende Personen samt Interessen, gegen Verrohung, Korruption und die nicht aufgearbeitete Vergangenheit zeigt. Dafür bedient er sich vieler brutaler, blutiger Szenen, gnadenloser psychischer und physischer Härte und führt diese Linie kompromisslos zu Ende.

Der Grund für nur drei Sterne ist, dass der Film für mich nicht zu mehr wird als zu einer Aneinanderreihung einzelner, irgendwie nie verschmelzender Szenen, die Akteure untereinander keine Beziehung entwickeln, was beabsichtigt sein mag, aber mit dazu beiträgt, dass keine Atmosphäre, kein Sog, kein Mitgefühl entsteht, sondern nur Ratlosigkeit bleibt. Aber selbst die ist nicht dem Gesehenen geschuldet, sondern eher der Frage: "Aha, und was genau soll ich dem Film jetzt entnehmen, was mit ihm anfangen?"
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