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Der Zementgarten. SZ-Bibliothek Band 31 Gebundene Ausgabe – 16. Oktober 2004

4.3 von 5 Sternen 52 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Das ist McEwans Kunst: die sachliche Berichterstattung über Groteskes und Absurdes, die Fähigkeit, aus dem Rahmen Fallendes als Gewöhnliches erscheinen zu lassen durch die Gleichgültigkeit und die Beiläufigkeit des Erzählens." (The Times Literary Supplement)

"Ein Roman, der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite beklemmt ... Eine ungewöhnliche Begabung ... Man wird sich diesen Namen merken müssen." (FAZ)

"Absurd ist die Welt des englischen Autors Ian McEwan. Losgelöst von gesellschaftlichen Wurzeln, läßt er seine weder guten noch bösen Kinder in einer Realität agieren, die unmenschlich und unbewohnbar geworden ist. Durch McEwans konsequenten Stil des Beiläufigen und Gleichgültigen entsteht eine gespenstische Stimmung der Sinnlosigkeit, der Abkehr von jeglichem Wollen und der Entwertung von Zukunftsträumen. Weil sich die Kinder angesichts der immer phantastischer werdenden Verhältnisse so logisch und vernünftig ver halten, nimmt die Geschichte surrealistische Züge an und stößt in Schichten vor, in denen maskierte Gefühle ihre Ventile suchen." (Die Weltwoche)

"Ein ebenso faszinierendes wie monströses, ein abstoßend und hinterhältig schillerndes Buch." (Basler Zeitung)


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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT am 17. August 2005
Es könnte so passieren: in einer ärmlichen Familie in London stirbt zuerst der Vater und einige Monate später die Mutter. Doch die 4 Kinder melden den Tod der Mutter nicht, sondern zementieren die Leiche im Keller ein. In den folgenden Wochen kapseln sich die Kinder von der Außenwelt ab und beginnen ein völlig autarkes Leben zu führen.

McEwan schreibt so natürlich, dass die Absurdität der Situation erst auf den zweiten Blick richtig klar wird. Mit dem Tod der Eltern fehlt die Autorität, der gesellschaftliche Druck, der sich in der Erziehung äußert. Die Kinder entwickeln sich ohne Einfluss von außen. Das Ganze verläuft wie ein psychologisches Experiment, bei dem die Vorgaben des gesellschaftlichen Zusammenlebens aufgehoben und neu überdacht werden. Faszinierend.
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Format: Taschenbuch
Es könnte eine grosse Hilfe für den Leser sein, wenn er sich einmal klar machen würde, dass MC Ewan "diese schrecklichen Pubertätserlebnisse" so keineswegs erlebt hat.(Siehe Interview in der Frankfurter Rundschau im Okt.2003)Wer hier also auch am liebsten sofort die Polizei rufen möchte, weil er diese Zustände der Kinder nicht aushält, der sollte doch lieber innehalten und sich fragen, was den Schriftsteller dazu bewegt haben könnte, sich soetwas auszudenken. Hier könnte die Metapher des Zementgartens ein möglicher Deutungsansatz sein. Welche verschiedenen Vorstellungen von Gärten tragen wir in uns, wie weit reicht unsere Phantasie zwischen Wildnis und "Zementgarten"? Wie wild war denn unsere Kindheit? Was geschah mit unseren Sehnsüchten und Trieben, als es aufbrach in der Pubertät? In MC Ewans Roman gibt es eine wunderschöne und einfache Schlüsselszene, in der er phantasiert, wie es ist, wenn die Eltern ihre halbwüchsigen Kinder einmal einen ganzen Nachmittag allein lassen, wie diese Kinder anfangen wild zu toben und ihre grenzenlose Freiheit zu geniessen. Kinder haben nun einmal kein schlechtes Gewissen und verhalten sich sehr unmoralisch. Der Leser wird in diesem Roman immer wieder an seine moralischen Grenzen stossen. Vielleicht spürt der Eine schon ein Unbehagen bei den Doktorspielen der Kinder, während ein Anderer erst beim Inzest ruft: Jetzt reicht's! Dabei geschieht hier überhaupt nichts, ohne dass der Autor es nicht einfühlsam und sorgfältig vorbereitet.Lesen Sie weiter... ›
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Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT am 9. November 2004
Ian McEwan ist mit „Der Zementgarten" ein außergewöhnlicher Kurzroman gelungen, der sich schwerer beschreiben und charakterisieren lässt als die meisten anderen Romane. McEwan bricht Tabus. Und als Leser bleibe ich mit der Frage zurück, ob mich diese gebrochenen Tabus abstoßen müssen oder faszinieren dürfen.
Der Ich-Erzähler, Jack, ein 15jähriger pubertierender Jugendlicher, lebt mit seiner Familie zunehmend isoliert in einer Wohngegend, das letztendlich nur noch aus deren Haus und einer zurückgebliebenen Zement- und Asphaltwüste besteht. Der arbeitslose Vater stirbt, die krebskranke Mutter folgt ihm zwei Jahre später. Zurück bleiben Jack und seine Geschwister, die etwas ältere Julie, die jüngere Sue und der kleine Tom, der sich sein Leben zunehmend in einer Mädchen-Rolle einrichtet und zum kindlichen Transvestiten wird. Um sich nicht der Gefahr des Auseinandergerissenwerdens auszusetzen, verheimlichen die Geschwister den Tod der Mutter ihrer Umgebung, die quasi non-existent ist, und betonieren die eigene Mutter im Keller ein. Die erste gebrochene Unschuld.
Die vier richten sich danach ihr Leben, beinahe unabhängig von jeglicher Außenwelt, ein. Eine bedrückende Verwahrlosung ist unvermeidlich, ebenso völlig neue Rollen in ihrer kleinen Welt. Jack, fasziniert von seiner charismatisch geschilderten Schwester Julie, „drubbelt" (Auflösung im Buch) sich seinen Weg durch den täglichen Dschungel, befreit von jeglicher elterlichen Autorität und losgelöst von allen gesellschaftlichen Werten und Regeln.
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Format: Taschenbuch
Dieses Buch ist wie ein offenes Messer, man schneidet sich an ihm. Ein eisig funkelnder Diamant. Selten liest man eine solch bedrückende Szene wie die, in der die Kinder ihre tote Mutter in eine Kiste im Keller einzementieren. Der Autor erzählt von der Hoffnungslosigkeit und der Entwurzelung menschlichen Lebens in fast kafkaesken Bildern und in einer trockenen, lakonischen Sprache: kein Satz zu viel. Klassiker. Lesen!
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In einer fünfköpfigen Familie stirbt zuerst der verhaßte Vater, dann auch noch die schwächliche Mutter. Die drei Kinder beschließen daraufhin, den Tod der Mutter zu verheimlichen, um nicht ins Heim zu müssen. Sie zementieren die Tote im Keller ein und versorgen sich fortan selbst. Dabei kommen sich Bruder und Schwester allmählich näher...

Tiefgründige Studie pubertierender Jugendlicher mit all ihren Sorgen und Irrungen. Die sexuell aufgeladene Stimmung führt schließlich zur Vereinigung von Bruder und Schwester, für die es ohne Obrigkeiten nun kein Tabu mehr gibt. Natürlich "darf" so eine Geschichte nicht gut ausgehen; die Schlußszene ist jedoch im Buch sehr viel einfühlsamer gestaltet als im gleichnamigen Film. Ein Buch mit ungewöhnlichem Thema, interessant und einfühlend gelöst.
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