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Der Zauberberg, Sonderausgabe Gebundene Ausgabe – 1997

4.3 von 5 Sternen 156 Kundenrezensionen

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Wenn irgendwann einmal ein Preis für den besten Buchtitel vergeben werden sollte, würde für mich Thomas Manns Zauberberg ganz oben auf die Liste gehören. Noch bevor ich das Buch gelesen hatte, weckte schon das Wort Neugier auf eine magische Welt. Nun, wer den Zauberberg kennt, weiß, daß dies kein Buch von fremden Feenwelten ist, und doch waltet hier eindeutig Magie.

Die erste magische Leistung besteht darin, eine Handlung, die in einem Satz zusammengefaßt werden kann, auf 1.000 Seiten zu packen: Der junge Hamburger Hans Castorp, Sproß einer Patrizierfamilie lebt bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs sieben Jahre in einem Schweizer Luxussanatorium für Lungenkranke, ohne selbst krank zu sein.

Die zweite magische Leistung ist Thomas Manns Sprache, die auch in tausend Jahren nichts von ihrer Kraft verloren haben wird.

Die dritte magische Leistung ist die Behandlung der Figuren, die alle mehr mehr sind als bloße Protagonisten. Sie sind Exponate ihrer Zeit, jede für sich repräsentiert einen Teil geistigen Lebens in einer Ära, deren Ende sich vollzog während Thomas Mann am Zauberberg saß und schrieb.

Die vierte magische Leistung schließlich, die zauberbergigste vielleicht, ist das Spiel mit dem Leser. Oder besser: das Spiel mit der Geschwindigkeit des Lesers. Thomas Mann erreicht, daß dem Leser zehn Minuten Lesen wie eine halbe Stunde Lesen vorkommen, und zwar genau dann, wenn Hans Castorp denkt, er habe eine halbe Stunde geträumt. Wie sich herausstellt, waren es zehn Minuten.

Elf Jahre hat Thomas Mann an dem Buch geschrieben, das doch eigentlich nur eine Weiterführung des Themas aus Tod in Venedig sein sollte. Es wurde einer der meist gelesenen deutschen Romane. Zu recht. --Bettina Albert -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Das 'Buch der Bücher' ist für mich 'Der Zauberberg', das einzige Werk, das ich, neben dem Alten Testament, auf die berühmte Insel mitnehmen würde, die dem Schiffbrüchigen weder Menschen noch Bücher bieten kann." -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Mal ehrlich: Ich wäre disqualifiziert, ein Werk wie "Zauberberg" zu kommentieren, hätte man das Fertiglesen vorausgesetzt. Letzten Sommer fing ich mit dem Buch an. Heute bin ich immer noch nur da, wo Hans Castorp Settembrini zum ersten Mal traf. Ich bin etwa erleichtert, dass ich nicht die Einizige bin, die Leseblockade hat. Darum schäme ich mich aber nicht. Ich habe auch (woanders) gelesen, dass lange Sätze und komplexe Syntax die Konzentrationsspanne eines Normallesers leicht strapazieren, d.h. die eines durchschnittlich geschulten Lesenden ohne besondere Motivation wie z. B. Vorliebe in einem bestimmten Genre. Aufgrund dieser Tatsache bevorzugen heutige Autoren wie Journalisten oder Creative Writers meistens eine prägnante, transluzente Sprache. Und ihre Leser werden mit Fantasie oder Handlung allein belohnt. Ich würde in dieser Hinsicht auch zu den Geistern gehören, die sehr gerne Harry Potter lesen und dabei viel Spaß haben. ;oP

Ich war aber recht schockiert, wenn ich manche Kommentare las vonwegen dem unversöhnlichen Widerspruch "Schöngeistigkeit" und "Langatmigkeit/Langeweile". Ich finde es absurd, den persönlichen Genuss an einer Leseart zu messen, die offensichtlich Anderen eigen ist (und nicht Einem selbst). Ich habe Deutsch als Fremdsprache studiert. Ich habe mich aber nicht während meines Studiums, sondern erst danach, mit deutschprachigen Klassikern angefreundet, die damals auf der Liste unserer Pflichtlektüre standen. Was für eine Qual und unheimliche Verschwendung, wenn man Meisterwerke lesen muss, ohne wirklich Zeit für sie zu haben, weil man nach so und so vielen Wochenstunden eine Klausur zu bestehen und noch tausende Wörter nachzuschlagen hat!
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Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT am 5. April 2005
Format: Taschenbuch
"Der Zauberberg" gilt als der deutschsprachige Roman des 20. Jahhrhunderts schlechthin. Und das völlig zurecht. Es bleiben zwei Fragen: Was macht dieses Werk so besonders und warum soll man es heute noch lesen?
Das besondere am Zauberberg ist nicht sein einfallsreicher Plot (der lässt sich in einem Satz zusammenfassen) und auch nicht sein faszinierender Protagonist. Am Ende des Romans resümiert der Erzähler: "Lebwohl, Hans Castorp [...] Wir haben sie [die Geschichte] erzählt um ihretwillen, nicht deinethalben, denn du warst simpel." Wir haben also einen simplen Plot und einen noch simplerern Helden, ausgedehnt auf über 1000 Seiten. Was ist denn dann das Besondere an diesem Werk?
Erstens, die Sprache. Im Zauberberg beweist Thomas Mann, wozu die deutsche Sprache fähig ist. Sie ist hier nicht nur Medium, sondern der wahre Protagonist. Die unglaubliche Vielfalt der Vokabeln und der Satzkonstruktionen haut einen vom Hocker. Viele beklagen sich ja über die zu langen, und somit schwer verständlichen, Sätze Thomas Manns. Doch meiner Ansicht nach machen gerade diese den Roman lesenswert und zu einem kurzweiligen Vergnügen. Gerade heute, wo der Dativ dem Genitiv sein Tod ist und ebenso die Partizipialkonstruktionen zu verschwinden drohen, lohnt es, sich der Sprachzauberei Manns hinzugeben.
Zweitens, die Welt des Wissens. Man gewinnt den Eindruck, dass der Wissensstand zu Beginn der zwanziger Jahre bezüglich Religion, Philosophie, Geschichte, Politik und Medizin im Zauberberg abgebildet ist.
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Von Ein Kunde am 15. Januar 2001
Format: Taschenbuch
Der Roman von Hans Castorp, der nur mal so zu Besuch auf dem Zauberberg, einem Lungensanatorium, landet und dort nicht mehr wegkommt. Denn, so wird schnell klar, der Zauberberg hat seine eigenen Gesetze und seine eigene Zeit. Thomas Mann beschreibt messerscharf die kleineren und größeren Marotten der Menschen. Ob es eine Armhaltung oder ein Charakterzug ist, Mann läßt seine Figuren lebendig erscheinen und bringt uns Leser in eine merkwürdige Mischung von Distanz und Identifikation. Wir blicken, so ist klar, immer von außen auf unseren Helden und verschmelzen doch immer wieder mit ihm. Und der kleine Castorp biedert sich tüchtig an, bei den "Großen" auf dem Zauberberg. Bei dem dämonische Humanisten Settembrini, doch diesen Gott, den er selbst gewählt und der doch ihn gewählt hat, geht nieder. Der ätzende kleine, aber ebenso brillante Naphta, die zauberhaft erotische, obwohl doch auch lungenkranke Madame Chauchat, der gewaltige Lebemann Mynheer Peeperkorn lassen seine Autorität bröckelig werden. Wir sehen die Entwicklung des jungen Castorp von einem, der so tut als ob, zu jemandem, der mit der Zeit, dieser merkwürdigen, so ganz anderen Zeit auf dem Zauberberg, reift, zur echten Persönlichkeit wird. Und wir sehen, wie tappsig diese Schritte zuweilen sein können. Manns Buch ist enorm detailliert, scharf beobachtet und es menschelt überall, mal liebenswürdig, mal boshaft, mal dümmlich. Doch auch die intellektuellen Höhenflüge werden mit der Zeit als Ikarusflug entlarvt.Lesen Sie weiter... ›
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