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Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen
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3,7 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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VINE-PRODUKTTESTERam 8. September 2010
Man merkt dem konzentrierten, pointierten, manchmal etwas uneinheitlichen Stil an, dass Fitzgerald lange Jahre (von 1925-1934) an dem Roman arbeitete, aber er ist doch großartig und fesselnd geworden.
Er besteht aus drei "Büchern", in Buch 1 steht das schöne, verwöhnte 18jährige Filmsternchen Rosemary im Mittelpunkt, wir nehmen die Szene zunächst aus ihrer Sicht wahr: Sie verliebt sich sofort in den wunderbaren Dick Divers, einen empathischen Psychotherapeuten in den Mitdreißigern, der mit Nicole (etwa 10 Jahre jünger als er) verheiratet ist und mit ihr zwei Kinder hat. Dick widersetzt sich Rosemarys halb unschuldigen Verführungskünsten, bis er ihnen schließlich doch erliegt. Man befindet sich mit anderen amerikanischen und britischen "Expatriates" im Jahr 1925 an der französischen Riviera, man ist wohlhabend und aus guter Familie, gute Manieren verstehen sich von selbst. Die Neugierde wächst, was es eigentlich mit Dick und Nicole auf sich hat, aber erst in Buch 2 wird die Vorgeschichte ihrer Beziehung nachgeholt: Nicole stammt aus einer immens reichen Familie von der amerikanischen Ostküste und leidet wegen schrecklicher Erlebnisse in dieser Familie unter schizophrenen Schüben. Dick hat zunächst professionell mit ihr zu tun, dann wird die Beziehung persönlich, er heiratet sie. Allerdings bleibt die Ehe immer labil, denn Nicole wird abhängig von Dick, deutet sich und die Welt durch ihn, und er kommt aus seiner Verantwortung für sie nicht mehr heraus. Noch dazu wird er von ihrem Geld und ihrer Familie abhängig, denn er hat inzwischen mit einem Partner in Zürich eine psychiatrische Klinik aufgemacht. Der Rest des Romans handelt von Dicks allmählichem physischem und moralischem Verfall: Weil Nicoles Rückfälle zunehmen, zieht er sich mehr und mehr ins innere Exil zurück, streitet sich, fällt aus der Rolle, trinkt. Dann fährt er Rosemary nach, während Nicole sich mit einem anderen Mann einlässt. Die Stationen sind immer die, die in den Zwanzigern angesagt waren: außer der Riviera (Cannes, Monte Carlo) Paris, Rom, Genf, Zürich, die Schweizer Skiparadiese...
Wer nun glaubt, er bekomme eine glamouröse Geschichte vorgesetzt, die ihn in eine mondäne Scheinwelt entführt, wird enttäuscht. Dies ist ein ausgesprochen realistischer Roman, indem die Beziehungen immer im Zusammenhang mit dem alltäglichen, gesellschaftlichen oder mit Dicks beruflichem Leben gesehen werden. Dadurch und weil die Ereignisse sehr objektiv geschildert werden, bekommt die Geschichte etwas unbedingt Glaubwürdiges - der Zusammenhang mit Fitzgeralds eigenem Lebensmaterial liegt darüber hinaus auf der Hand. Wir haben es bei dem Protagonisten mit einem verantwortungsvollen Menschen zu tun, der sich seinen vielfältigen Verpflichtungen nicht in leichtfertiger Weise entzieht, und umso tragischer mutet es an, dass er gerade auf Grund dieser lobenswerten Veranlagung seinen psychischen Niedergang erlebt. Der auktoriale Erzähler, der manchmal auch zu deutlich aus der Perspektive des Analytikers Dick zu uns spricht, zeigt eine profunde Weltklugheit und Menschenkenntnis, die einen geradezu an Shakespeare erinnern, ebenso wie die anscheinend unentrinnbar sich abspielende Handlung. Eine weitere Funktion dieser realistischen Szenen: Sie drücken oft in suggestiver Weise die Gestimmtheit der Personen aus. Als Dick sich z.B. innerlich mehr und mehr von Nicole (und Rosemary) entfernt, folgen Beschreibungen davon, wie er sich betrinkt und mit italienischen Taxifahrern prügelt, oder später, wie er die besseren Leute seines Bekanntenkreises brüskiert oder sich lächerlich macht.- Das Buch ist sehr anschaulich und lebendig geschrieben, oft poetisch, manchmal auch komisch, es entführt nicht in eine Scheinwelt, wohl aber in eine Gegenwelt, in der unsere moderne moralische Orientierungslosigkeit zwar vorgeformt ist, die aber gleichwohl noch sehr verschieden von unserer Welt ist.
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am 30. August 2012
ich beschäftige mich seit jahren mit dem phänomen "scott fitzgerald" und habe
alle seine bücher und die biografien über ihn und seine frau zelda x-mal gelesen.

das tragische ist,dass dieser held der romantik und der aussserordentlich
bildhaften, neuen epochalen (20iger jahre) sprache so früh gehen musste. er konnte leider nur
2,5 romane schreiben: "the great gabtsby" - schon ein jahrhundertwerk - oder mehr noch -
dann "tender is the night" - ein roman, den ich schon mind. 20 mal
gelesen habe und mich noch immer in seiner einzigartigkeit sonne - und
"the last tycoon " - unvollendet -.

"zärtlich ist die nacht" ist ein wunder und wird es immer bleiben; genau
wie der autor selbst. sie können dieses buch riechen, schmecken, fühlen...

sie kennen ja die frage: wenn sie auf eine einsame insel 3 bücher...
1. die bibel
2. the great gatsby
2. zärtlich ist die nacht
(aber - ich glaube, man darf nur eins mitnehmen*******

geniessen sie ...
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am 12. September 1999
Das Leben der Reichen zu Beginn des Jahrhunderts ist das Thema dieses Buches. Konkret geht es um Dick und Nicole Diver, die sich an der Côte d'Azur niedergelassen haben, wo sie ein Leben in Hülle und Fülle führen, zusammen mit anderen Reichen und Schönen, die sie in ihrem südfranzösischen Domizil besuchen. Alles scheint auf den ersten Blick wunderbar, doch unter der Oberfläche rumort es: Nicole hat ein schreckliches Geheimnis und ihr Mann Dick eine Schwäche. Zusammen steuern sie auf den Abgrund zu, in dem ihr schönes Leben versinken wird. Das hervorstechende an diesem Buch ist vor allem die Sprache und die Stimmung, die sie erzeugt: Melancholie, gepaart mit Sympathie und Bedauern für die so offensichtlich einem schrecklichen Schicksal Geweihten; detaillierte Reportage, gepaart mit wunderbaren Bildern. Eine Geschichte von enttäuschtem Idealismus und zerstörerischem Wohlleben. Es gelingt Fitzgerald hervorragend, mit der Stimmung sowohl seiner Leser wie auch seiner Figuren zu spielen, eine fesselnde Lektüre. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 11. Juli 2001
Der Roman über den Psychiater Dick Diver ist die Geschichte eines Mannes, der hin- und hergerissen zwischen den Idealen einer vergangen Ära und den skrupellosen Reichen seiner Generation letztlich zum Scheitern verurteilt ist. Er verkörpert das amerikanische Ideal, besitzt aber auch eine wunde Stelle, die ihn dazu bringt, seine reiche Patientin zu heiraten. Durch diese Eheschließung wird er schließlich korrumpiert. Ein wunderbar poetischer und berührender Roman. Allerdings ist von der Ausgabe des Diogenes-Verlag nur abzuraten. Ohne auch nur darauf hinzuweisen, wurde in dieser Übersetzung eine niht von Fitzgerald autorisierte Version (nach seinem Tod erarbeitet) zugrunde gelegt. Dadurch verliert der Roman dramatisch an Spannung. Leider gibt es momentan keine andere deutsche Ausgabe, so daß man jedem, der dazu in der Lage ist, nur die englische Originalversion ans Herz legen kann!
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am 5. September 2015
Das US-amerikanische Ehepaar Dick und Nicole Diver lebt in den 1920ern ohne Geldsorgen in Südfrankreich und Zürich. F. Scott Fitzgerald verarbeitet hier wie fast immer sein eigenes Leben und das seiner Frau, also geht es auch um Nervenkrankheit, scheiternde Träume und Alkoholismus - Fitzgeralds entsprechender Lebensabschnitt heißt in der Bruccoli-Biografie "A Drunkard's Holiday, 1925 - 1931". Diese Themen erscheinen im Roman jedoch wenig aufdringlich und undramatisch.

Heterogen:

F. Scott Fitzgerald schreibt mit federleichtem, flüchtigem Ton, erzählt allerdings nicht immer konsistent: Szenen und Konstellationen wechseln unversehens, Menschen beschreibt er mit widersprechenden Adjektiven in einem Satz. Fitzgerald arbeitete neun Jahre an dem Roman, den er aus verschiedenen Fragmenten zusammensetzte und immer wieder umbaute – dabei wechselte er nicht nur mehrfach zwischen US-Ostküste, Hollywood und Europa, sondern lernte auch wesentliche neue Zeitgenossen kennen und musste seine Frau im Sanatorium unterbringen. Zudem plagten ihn Geldsorgen und Trunksucht, zum Geldverdienen schrieb er viele sehr gut bezahlte Kurzgeschichten.

Der Zusammenhalt des Romans litt unter dieser unübersichtlichen Entstehung, speziell im Vergleich zum wunderbar homogenen großen Gatsby, dem gefeierten Vorgänger-Werk. Die heute übliche, eher chronologische Romanstruktur von Zärtlich ist die Nacht stammt nicht einmal von Fitzgerald selbst, sondern wurde erst von einem Freund eingerichtet, der die Romanteile nach Fitzgeralds Angaben neu ordnete. (Aktuelle deutsche Fassungen geben offenbar die erste, weniger chronologische Romanstruktur wieder. Ich selbst habe die chronologisch geordnete Bearbeitung gelesen, und das auf Englisch, kann also Übersetzungen nicht beurteilen.)

Die entspannte, dabei unpräzise Erzählweise verführt auch dazu, flüchtig über die Geschichte hinwegzulesen; und dann vermeint man noch stärker als ohnehin schon, etwas verpasst zu haben. In seiner heterogenen Art erinnert Zärtlich ist die Nacht deutlich an Fitzgeralds erste Romane, Diesseits vom Paradies (1920) und Die Schönen und Verdammten (1922) und weniger an das Meisterwerk von 1925, Der große Gatsby.

Schlichte Mittel:

Während der Roman länger fast ohne Handlung in der mediterranen Mittagshitze dahintreibt, kreiert Fitzgerald momentweise mit schlichten Mitteln Spannung: So gibt es eine potentiell tödliche Auseinandersetzung, doch den wahren Hintergrund dafür erfahren wir lange nicht; eine Romanfigur weint im Morgengrauen auf der Hoteltreppe, doch den Hintergrund verschweigt Fitzgerald wiederum.

Manche Äußerungen und Verhaltensweisen erscheinen wenig verständlich willkürlich, nicht zuletzt, wie sich die jugendliche Rosemary an den zufrieden verheirateten Dick Diver wirft. Durchgängig angenehm säuselnd, kredenzt Fitzgerald auch mindestens drei unglaubliche Zufälle, welche die Handlung entscheidend beeinflussen.

Sinkflug:

Hauptfigur Dick Diver wird als charismatisch und als wissenschaftliche Koryphäe beschrieben, gewinnt jedoch in den ersten zwei Buchdritteln keine Statur, überhaupt zeigen die meisten Figuren kaum Persönlichkeit. Divers Sinkflug im letzten Drittel erscheint wenig nachvollziehbar.

Gleichwohl entwickelt das Buch – benannt nach einer Keats-Gedichtzeile – vor allem im letzten Drittel etwas Spannung. Fitzgerald produziert starke Dialoge und feine Beobachtungen, auch wenn er mitunter abrupt scheinbar eigene Erlebnisse einstreut. Beflügelndes Südfrankreich-Ambiente erzeugt der Roman kaum.

Viele Bekannte:

In den Roman baute Fitzgerald wie üblich neben sich und seiner Frau viele Bekannte ein, u.a. das glamouröse Industriellenpaar Sara und Gerald Murphy und die junge Hollywoodschauspielerin Lois Moran. Nicht verwendet hat Fitzgerald jedoch offenbar seine Freundschaft mit Hemingway und seine Begegnungen mit Picasso oder Gertrude Stein.

Der Murphy-Biograph Tomkins sagt über Fitzgeralds Arbeitsweise:

Gerald and Sara were not at all happy when they found out that Scott was writing a novel about them. Scott’s way of going about it was extremely annoying. He would ask them intrusive questions, like, How much money do you really have? and How did you get into Skull and Bones at Yale? They felt that many of his questions were quite hostile. He had a somewhat disapproving attitude of them by then... For several summers they were very close. Gerald admired Fitzgerald as a writer. He thought that Gatsby was an extraordinary achievement, and that some of the short stories were first-rate, but he didn’t have a great deal of respect for the work that Fitzgerald was doing then...

Verfilmungen u.a.:

1962: Kinofilm mit Jennifer Jones, Jason Robards, Joan Fontaine (IMDB, Kritik New York Times, 1. Video unten)
1985: BBC-Miniserie mit Peter Strauss, Mary Steenburgen (jetzt auch auf DVD, Bluray, 2. Video unten, Besprechung & Rezensionsbericht auf HansBlog.de in Kürze)

"Die polierte Gnadenlosigkeit und das hautwarme Mitempfinden..." – deutsche Kritiken:

Wie schon beim Vorgänger Der große Gatsby: Auch der Roman Zärtlich ist die Nacht fand zunächst nur geteiltes Lob, wurde über die Jahrzehnte jedoch immer höher gestuft. Die deutsche Kritik spricht vor allem von der Diogenes-Neuauflage in der ursprünglichen, weniger chronologischen Romanfassung:

Frankfurter Allgemeine Zeitung 2006:

Weil die Figuren dieses autobiographischen Romans entwurzelt sind, haltlos und driftend, wechseln sie ewig die Orte, auf Fahrrädern, mit Seilbahnen, in Taxis, Zügen und Flugzeugen... Endlich erscheint jetzt die erste, eigentlich immer maßgebliche Version von "Zärtlich ist die Nacht" aus dem Jahr 1934 auf deutsch. Jahrelang hatte es hier nur die umgeschriebene, gestraffte, stromlinienförmigere Ausgabe gegeben, die Fitzgerald nach harscher Kritik angefertigt hatte... Alkoholroman, der immer nüchterner wird.

Die Zeit 2006:

Das heimliche, eigentliche Meisterwerk... erst in dieser chronologisch verschachtelten Form wird deutlich, mit welch grandioser Schwindelkraft Fitzgerald seinen Helden Dick Diver behandelt, wie er ihn strahlen lässt und brillieren... Fitzgerald, und das macht ihn so angenehm, so aufregend, wirkt aber selbst in dieser feinsten Tragödie wie der perfekte Gastgeber seiner Figuren, er ist aufmerksam und nicht zu aufdringlich... eine Sprache, die etwas Wertvolles hat, etwas Pures, fast Pretiöses... Diese Sprache lebt Schulter an Schulter mit Conrad, Hemingway und Dos Passos

Die Welt 2006:

Bislang war "Zärtlich ist die Nacht" in deutscher Sprache nur in einer von faulen Kompromissen verdorbenen Fassung zu lesen, die ein verzweifelter Fitzgerald nach dem wirtschaftlichen Mißerfolg auch dieses Romans hastig erstellte... Es in Renate Orth-Guttmanns ausgezeichneter Übersetzung auf deutsch zugänglich zu machen, ist die größte Leistung dieser Neuedition... "Zärtlich ist die Nacht" ist - nach dem "Gatsby" und mancher der bei uns immer noch eher stiefmütterlich behandelten Kurzgeschichten - Fitzgeralds bestes Werk, nur erschließt es sich schwer. Wieder einmal hat der Autor ein "Erzählerproblem", ein langes erstes Buch lang sieht der Leser den Psychiater Dick Diver und seine Frau und Patientin Nicole fast nur durch die Augen einer jungen Schauspielerin, die dem Roman danach beinahe verloren geht. Erst in der zweiten Hälfte gewinnt der Roman an Kraft...

Der Spiegel 1953:

Sein Roman "Zärtlich ist die Nacht", ursprünglich 1934 in USA erschienen, ist vom Berliner Blanvalet-Verlag in Deutsch herausgebracht worden und hat im Nu den fünften Platz der Weihnachts-Bestsellerliste erklettert, wie eine Umfrage der Westberliner Zeitung "Der Abend" ergab... (die ersten vier: Guareschis "Don Camillo und Peppone", Herman Wouks "Die Caine war ihr Schicksal", Peter Bamms "Die unsichtbare Flagge", Hemingways "Der alte Mann und das Meer")... 1934 kam Zelda Fitzgerald mit Schizophrenie ins Irrenhaus. Im gleichen Jahr erschien "Zärtlich ist die Nacht", eine lange, lyrische Studie über die Aushöhlung der Ehe... Das ist eine aufregende Problematik, aber aufregender ist Fitzgeralds Stil, die polierte Gnadenlosigkeit und das hautwarme Mitempfinden

Amazon.com: 3,9 von 5 Lesersternen, 393 Stimmen
Amazon.co.uk: 4,0 von 5 Lesersternen, 122 Stimmen
Goodreads: 3,83 von 5 Lesersternen, 66988 Stimmen (jew. September 2015)

"Exquisitely crafted piece of fiction..." - englische Kritiken:

New York Times 1934:

No two reviews were alike; no two had the same tone. Some seemed to think that Mr. Fitzgerald was writing about his usual jazz age boys and girls; others that he had a "timeless" problem on his hands. And some seemed to think that Doctor Diver's collapse was insufficiently documented... It seemed to us that Mr. Fitzgerald proceeded accurately, step by step, with just enough documentation to keep the drama from being misty, but without destroying the suggestiveness that added to the horror lurking behind the surface...

The Paris Review:

From Rosalind Connage in This Side of Paradise to Gloria Gilbert in The Beautiful and the Damned to Daisy Fay in The Great Gatsby to Nicole Diver in Tender Is the Night, Fitzgerald’s principal female characters are wealthy, delicate, flirtatious, and beautiful, but they all eventually cause not just heartache but complete catastrophe for his male protagonists... One of the biggest criticisms of Tender Is the Night—and the principal criticism leveled by Hemingway—was that Dick Diver was a washy combination of Murphy and Fitzgerald: an inconsistent character. Fitzgerald wrote the bulk of Tender is the Night in an emotional hell, living at the La Paix estate outside Baltimore, drinking incredible amounts, and struggling with his self-perceived “crack-up,” all while Zelda was hospitalized for mental illness.

New Yorker-Journalist Tomkins im selben Artikel der Paris-Review (er schrieb auch eine Biographie über die lebenden Vorbilder Gerald and Sara Murphy):

It was one of those reading experiences that you get maybe two or three times in your life, when a book just takes you over. I was deeply immersed in that book and in the world it had conjured up. I still think it’s by far his best work. But as you know it was not a success at the time. It came out during the Depression, and it was considered frivolous—a narrative about rich people on the Riviera, with no relevance for the period people were living in...

Kirkus Review 1934:

The selling point of this book is the story itself, the almost morbid fascination of the lurking mystery, the deft shift of atmosphere... The psychological aspects are neither so sound nor so interesting... Not wholly satisfactory, in final analysis -- but good reading. Headlined as the leading book on the publisher's list

The Independent 2008:

Neither a critical nor a commercial success when it was first published in 1934. But its reputation has, rightly, grown and it remains one of my favourite books, suffused as it is with both the glamour and poignancy of Fitzgerald's own life: in particular, the failure of his marriage to the lovely, unbalanced Zelda and his acute sense of himself as a great and a ruined artist... In just a snatch of dialogue or a few lines of description, Fitzgerald can evoke the happy, troubled and perilous balance of a group of friends or the moment when a long friendship is ruined for good. Pre-occupied with surfaces, he is never limited by them. His most persuasive characters are complex self-reflective creations; glamorous, but with a questioning intelligence, a sense of irony and the possibility of true integrity... He has an acute eye and ear for the nuances of character... exquisitely crafted piece of fiction.

Fitzgeraldologe Malcolm Cowly in New Republic 1934:

“Tender is the Night” is a good novel that puzzles you and ends by making you a little angry because it isn’t a great novel also. It doesn’t give the feeling of being complete in itself... The trouble is that Fitzgerald has never completely decided what kind of novel he wanted to write—whether it should center round a single hero or deal with a whole group. Both types of approach are present, the individual and the collective, and they interfere with each other. We are conscious of a divided purpose... There is another reason, too, for the technical faults of “Tender Is the Night.” Fitzgerald has been working on it at intervals for the last nine years, ever since he published “The Great Gatsby” in 1925. During these years his attitude has inevitably changed, as has that of every other sensitive writer. Yet no matter how much he revised his early chapters, he could not make them wholly agree with those written later... The result is that several of his characters are self-contradictory: they don’t merely change as living creatures change; they transform themselves into different people... it has a richness of meaning and emotion—one feels that every scene is selected among many possible scenes and that every event has pressure behind it. There is nothing false or borrowed in the book: everything is observed at first hand
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am 18. Januar 2011
Wir erfahren nicht viel über die Helden der Geschichte, nichts von dem, was Dick Diver beruflich wirklich macht oder von dem, wovon Rosemary's Film handelt, wir erfahren kaum etwas über Nicoles Herkunft, auch über Häuser und Orte in Südfrankreich und Paris nur das Nötigste. Alles bleibt unbestimmt, schwammig und dadurch auch nichtssagend. Die Figuren wirken so starr und klischeehaft wie Wachsfiguren. Fitzgerald entwickelt gern Bilder und Metaphern, wie Fotos. Die bleiben aber leider immer auf distanzierter Ebene zurück und wirken wie einem Lexikon entnommen, einer Enzyklopädie der Bildbeschreibungen: eine Seite aufgeschlagen und eine geeignete Wendung entnommen.
...und sie spürte, wie ihre Schönheit gegen seine große, kräftige Gestalt hell leuchtete, wie sie dahinschwebten, gewichtslos wie Leute in einem vergnüglichen Traum..." usw. usf. usw. usf.

Leider wirft auch die zeitweise holprige Übersetzung dem Leser ab und zu einen Stein ins Lesegetriebe und mindert die Lust, weiterzulesen.
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am 19. Januar 2000
Bis heute ist mir voellig verschlossen, was Hemingway damit gemeint haben koennte, dass "Tender is the Night" im Rueckblick immer besser wird: Kein Aspekt dieses Buches, der von Fitzgerald nicht an anderer Stelle besser dargestellt worden waere. Der Stil ist langatmig und von einer ermuedend-bemuehten Dekadenz, die Lesern, die seine Kurzgeschichten zu schaetzten gelernt haben, sauer aufstossen wird. Und die Geschichte von John und Jane Doe in einer Welt der Bohème, die es wohl nie gegeben haette, haette Fitzgerald sie nicht herbeigeschrieben, unterscheidet sich nur marginal von denen der Rosamund Pilcher. Positiv vermerkt sei allenfalls die ordentliche Uebersetzung und das stilsichere Cover.
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am 9. Juni 2013
Das Buch hatte bei der Publikation einen mässigen Erfolg, und gehört eindeutig zu Fitzgeralds schwächeren Spätwerken. Fast alle Werke Fitzgeralds sind autobiographisch gefärbt, und bei diesem Werk gingen ihm die Ideen aus. Er selbst hielt wenig von seinen Romanen, denn (1) verdiente er sein Geld mit Kurzgeschichten, und (2) haben seine Romane den Charakter von in die Länge gezogenen, überdehnten Kurzgeschichten. Dieses vorliegende Werk enthält endlose Beschreibungen der Schweiz und der Riviera, ohne Handlungsstrang. Der Inhalt in einem Satz:Heirat von Schizophrenie-Patientin mit Psychiarter heilt die Patientin und ruiniert den Arzt. Autobiographischer Hintergrund: Seine Frau hatte Schizophrenie. Die Idee hatte er schon 10 Jahre früher in der Story "Head and Shoulders" verbraten. Langweilig.
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am 7. Mai 2008
Nun habe ich das Buch mit maritimer Sommerstimmung gefunden und dazu noch einen neuen Lieblingsautor, F. Scott Fitzgerald. "Zärtlich ist die Nacht" beginnt in der gleißenden Sommerhitze der französischen Riviera. Man spürt Sonnenglut, wohlige Langeweile, Lustbarkeit und Dekadenz, die morbide Trägheit der Schönen und Reichen, der Mondänen und Intellektuellen, die in den ausgehenden 20er Jahren aus Amerika nach Europa herübergeschwappt sind, taucht ein in das gehobene Leben, die von Alkoholexzessen und Geld strotzenden Landhauspartys und Bootspartien, nimmt sie auf, die Vanitas der dem Reichtum überdrüssigen Oberschicht.
Fitzgerald kreiert eine erstklassige Gesellschaftsstudie auf hohem psychologisch-philosophischem Niveau. Man taucht ein, in eine sprudelnde Quelle phantasievoll gestrickter Vernetzungen und Szenenfolgen, wunderschön formulierter Erzählungen, Dia- und Monologe. Besonders hervorzuheben sei hier die sorgsam gewählte und genial umgesetzte Lichtregie. Und wer ein wenig über das Leben Fitzgeralds weiß, erkennt in jeder Romanfigur ein Stück des Autors selber wieder.
Unbedingt empfehlenswert für jeden, der neben spannenden Kriminalromanen auch mal ein Stimmungswerk lesen möchte!
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am 24. Juni 2013
Wer momentan den "Großen Gatsby" liest oder sich im Film ansieht, den interessiert sicherlich auch den zur gleichen Zeit geschriebenen Roman von F.Scott Fitzgerald, der den Müßiggang der Wohlhabenden in den zwanziger Jahren in Südfrankreich beschreibt.
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