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Yalu: An den Ufern des dritten Weltkriegs Hardcover – 1 Oct. 2007
- Print length496 pages
- LanguageGerman
- PublisherPropyläen Verlag
- Publication date1 Oct. 2007
- Dimensions14.9 x 5 x 22 cm
- ISBN-103549073380
- ISBN-13978-3549073384
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Product description
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Profund recherchiert und in meisterlicher Erzählung rekapituliert Jörg Friedrich die Geschichte dieses mörderischen Krieges -- und führt dem Leser eindrücklich vor Augen, wie knapp die Welt damals noch einmal davon gekommen ist. Korea freilich lag am Ende in Schutt und Asche. Eindringlich schildert Friedrich die alles verwüstende Vernichtungsmaschinerie, die sich hier entlud, weil sie sich andernorts nicht entladen durfte. Gewichtige US-Strategen, allen voran Oberbefehlshaber General Douglas Mac Arthur, wollten dem vorzeitig ein Ende machen und drängten auf den Einsatz von Atomwaffen gegen China, mit denen man ja schließlich auch in Japan so gute Erfahrungen gemacht hatte. Schauerlich authentisch liest sich das von Friedrich rekonstruierte innere Ringen von Generalstab und Regierung der USA. Und man begreift, wie nah am Abgrund die Welt damals am Yalu tatsächlich stand. -- Andreas Vierecke
From the Inside Flap
About the Author
Product details
- Publisher : Propyläen Verlag (1 Oct. 2007)
- Language : German
- Hardcover : 496 pages
- ISBN-10 : 3549073380
- ISBN-13 : 978-3549073384
- Dimensions : 14.9 x 5 x 22 cm
- Best Sellers Rank: 164,997 in Books (See Top 100 in Books)
- 149 in Chinese Politics (Books)
- 467 in US Politics
- 1,703 in General History (Books)
- Customer reviews:
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Wer diese Wissenslücke stopfen möchte, der ist hier richtig: Jörg Friedrich liefert hochinteressantes Buch, das sowohl packend zu Lesen als auch um historische Korrektheit bemüht ist. Er schildert dabei nicht nur den Koreakrieg als solches, sondern auch sehr ausführlich seine Wurzeln im 2. Weltkrieg und er Nachkriegszeit. Insofern sollte sich der geneigte Leser also nicht wundern, wenn es erstmal gut 150 Seiten dauert, bis es wirklich konkret um den Koreakrieg geht. Das ist aber ok, denn die Vorgeschichte ist sehr erhellend, um die Geschehnisse zu verstehen.
Zum Schreibstil des Autors wurde in Rezensionen viel geschrieben. Ich denke: Wenn man vom ziemlich verunglückten Bucheinstieg einmal absieht, ist der Schreibstil absolut in Ordnung - zeitweilig etwas gestelzt und altmodisch, aber durchaus packend und spannend. Und das ist für historische Bücher nicht selbstverständlich.
Fazit: Ein hochinteressantes Buch über den Korea-Krieg und seine Vorgeschichte. Kaufempfehlung!
Friedrich: »Christi Liebesgebot hilft ihnen dabei nicht weiter, sie flehen zu Gott, doch nur, dass er ihrer Koalition beitritt.« (Niall Ferguson S.392: »Das Motiv des Heiligen Kriegs und der christlichen Selbstaufopferung … versetzte die Soldaten … in die Lage, die Schlächterei zu bejahen, an der sie sich selbst als Täter und Leidende beteiligten.« Zur einzigen spontanen Ausnahme Weihnachten 1914 sagte der spätere Minister Sir Kingsley Wood 1930 im Parlament: »Die Tatsache, dass wir das gemacht haben, und meine Schlussfolgerung von damals, die ich seitdem für richtig halte, ist, dass nie wieder ein Schuss gefallen wäre, wenn man uns gelassen hätte. Der Waffenstillstand hat zwei Wochen lang gedauert. Wir gingen freundlich miteinander um, und dass wir wieder aufeinander geschossen haben, ist nur der Tatsache zu verdanken, dass wir von anderen geführt wurden, die uns dazu gezwungen haben ... [Wir kämpften weiter wegen dem] Durchgriff des politischen Systems, das krank war.«)
Auf die Friedensinitiative des Papstes reagierten Frankreich und Großbritannien mit keinem Wort. Die inzwischen in den Krieg eingetretenen USA ließen Außenminister Lansing beim Papst Strafanzeige gegen Deutschland erstatten, die schon genauso klang wie der Kriegsschuldartikel des Versailler Vertrags: Deutschland hätte den 1.Weltkrieg begonnen. Um einen heimlichen Plan zum Griff nach der Weltmacht auszuführen. Die Deutschen hätten dabei Untaten begangen, während die Entente ihre eigenen Untaten nicht wahrnahm. (Der Reichstag verabschiedete im Juli 1917 eine Resolution: Deutschland habe für die Unversehrtheit seines Besitzstandes die Waffen ergriffen, nicht für Gebietserwerbungen. Die Entente konnte sich aber nie zu einer gleichlautenden Erklärung durchringen, weil ihre Geheimverträge die ganze Welt verteilten. Wenn einer von ihnen auf seine Beute verzichten musste, fiel ihr ganzes Bündnis auseinander.) In ihrer heftigen Antwort auf Wilsons Friedensinitiative tobte die Entente, nicht für selbstsüchtige Interessen, sondern zum Schutz der Unabhängigkeit der Völker zu kämpfen. (Friedrich ironisch: »Dafür war das Empire berühmt.«) Das Kriegsleid diente nur als Beweismittel für die Schlechtigkeit der anderen Seite.
Woodrow Wilson hatte die Moralität des Krieges insgesamt bezweifelt. Dies wies die Entente mit großer Entrüstung zurück. »Der Propagandaschaum der weltverschlingenden deutschen Aggressivität« (804). Die Entente legte Wilson einen Katalog der Greuel vor, »in dem nichts fehlte außer den eigenen«. Ihre Kriegsziele weigerte sie sich zu nennen, die waren geheim! London wies Wilson in einer eigenen Antwort von beeindruckender Heuchelei zusätzlich streng zurecht: Dass »die türkische Herrschaft über fremde Rassen wenn möglich beendet wird«. »Die französisch-britisch-russische Herrschaft war schon abgemacht. Dem Wesen der Deutschen sind nähere Betrachtungen gewidmet, ihren Historikern, Philosophen, Generälen und Industriellen. Sie haben es miteinander darauf angelegt, dass "im geeigneten Augenblick der Machtgedanke [Weltherrschaft] vollendet werden sollte". Dann treten im Kriege "diese Methoden berechneter Grausamkeiten" hinzu, "Terrorismus zu Lande und zur See". Ein dauerhafter Friede ist … von vornherein nicht möglich … [Deutschland] müsse "soweit wie möglich entfernt und geschwächt werden" … und die Führung "bei ihren eigenen Völkern in Misskredit geraten" und "irgend eine Form internationaler Sühne gesetzt" werden. Unterstellt, dies alles sei richtig. Aus den Federn von Iren und Indern flossen ähnliche Portraits ihrer britischen Herren. Man braucht nicht der Richtigkeit nachzuforschen. Ist die Eigenwahrnehmung und die Gegnerwahrnehmung so beschaffen, verschließt sich jede Wahl … Ein solcher Gegner darf nicht fortbestehen. Seine Beseitigung ist die rettende Tat. (…) Die Allianz hatte nie Friedensangebote zu machen …«
MEHR 804-808:
[Über den französischen Rüstungsmogul Schneider.] »›Die Drahtzieher sorgen für "wilde Leute", um sich im gegebenen Moment als die Gemäßigten zu zeigen.‹ Die ›Wilden‹, die französischen Annexionisten und Chauvinisten, seien mit jemandem wie Schneider nicht zu verwechseln, ›ein ruhiger Kopf, mit dem gut reden ist und der reale Erwägungen nie von chauvinistischen Beweggründen zurückdrängen lassen wird.‹ Doch lässt er sie für sich arbeiten. Der Spieleinsatz ist die Schlacht. Gelingt sie, lässt der ruhige Kopf die Wilden gewähren und die Saarkohle annektieren sowie das lothringische Erz de-annektieren. ›Als Leitmotiv würde dann dienen, dass der einzige Schutz Frankreichs gegen eine neuerliche Aggression [!] Deutschlands der sei, die deutsche Metallindustrie in ihrer Wurzel zu treffen.‹ Misslingt die Schlacht, kommt die Mäßigung zum Vorschein. Den Franzosen wird gesagt, dass Briey leicht zu entbehren ist, weil in der Normandie und in Anjou genügend Erze lagern. Mit den Deutschen wird dann ruhig verhandelt über die Abgabe von Briey und die Kohle.
Der Propagandaschaum der weltverschlingenden deutschen Aggressivität und das ruhige Kohlegespräch sind Optionen eines Würfelspiels. Man sieht, wohin die Würfel der Schlacht fallen, anderenfalls wird mit dem tüchtigen Branchenkollegen Thyssen aus Mülheim/Ruhr ein normales Kohle-Stahl-Abkommen aufgesetzt. Der Gebietsstreit muss wirtschaftlich nicht sein, da er nun einmal stattfindet, bezieht man ihn in die Geschäftsausrichtung mit ein. Man möchte beiderseits des Rheins nicht für unpatriotisch gelten, denkt aber grundsätzlich nüchterner. Zum Spieler, schreibt der Berner Botschafter Romberg, der den Max-Kontakt hält, an Bethmann, gehört, ›dass er nicht mehr den Entschluss findet aufzuhören‹. Die Opfer des Somme-Feldzugs seien gebracht, und insbesondere bei Eltern, die den einzigen Sohn verloren hätten, bildet sich ein Wille: ›Man will diese neuen, in Erwartung eines schnellen Sieges dargebrachten Opfer nicht umsonst gebracht haben.‹ So kommt es zu weiteren.
Durch das Nichtaufhörenkönnen Europas muss ein Schnitt gezogen werden aus der größten neutralen Paxopolis, Washington. Es wurde dafür gehalten, und in dem Präsidenten wohnten zwei Seelen ...« [Siehe meinen Anfang oben.]
»Denn diese Friedensmacht besaß als einzige die Macht, ihn zu dekretieren. In dem Dreieck zwischen den US-Kriegslieferungen, der durch die britische Seeblockade erzwungenen Einseitigkeit der Lieferwege und der deutschen U-Boot-Blockade entstand ein Strudel. Die USA mussten aufhören zu verkaufen, die Briten aufhören, Einkäufe Deutschlands zu blockieren, und Deutschland aufhören, das Missverhältnis zu torpedieren. Nichts davon würde eintreten, wie leicht vorauszusehen, und anbetrachts dieser Perspektive beschloss Wilson, den Krieg zu verbieten (…) [so] entsteht ein Dokument mit dem gravierenden Satz, ›dass die Ziele, die die Staatsmänner beider kriegführenden Parteien in diesem Krieg im Auge haben, dem Wesen nach die gleichen sind.‹«
»House meinte, dass nach Auffassung der Allianz Deutschland den Krieg aus Eroberungslust [!] begonnen und im Verlauf dessen alle internationalen Verpflichtungen und Menschlichkeitsregeln gebrochen habe. Wenn, nach Auffassung der Allianz, irgend etwas klar war, dann dieses! Wenn nach Auffassung der Deutschen irgend etwas klar war, dann jenes: Alle ihnen in Belgien und Nordfrankreich zur Last gelegten Greuel betrafen 6500 Zivilpersonen, wenn man zusätzlich die einbezieht, die in die Mühlen von regulären Kampfhandlungen gerieten. Addiert man dazu die Zivilopfer des U-Boot-Kriegs, mag man auf 8500 Personen kommen. Dem steht das Hundertfache an Ziviltoten der Hungerblockade gegenüber. Aber die Deutschen vertuschten im Krieg die Zahlen. Im Winter 1916/17 stieg die Sterblichkeit von Frauen über siebzig Jahren im Vergleich zu 1913/14 um über dreißig Prozent. [Die Größenordnung der zweiten Corona-Welle 2020/21 bei über 80-jährigen.] Ohne Fetteinfuhren verknappten sich die Salben; der Medikamentenherstellung fehlten überseeische Drogen, der ganze Medizin- und Hospitalbereich konnte Kautschuk, Baumwollstoffe, Kork nicht entbehren. Die dadurch entstandenen Verluste schlachteten die Deutschen nicht als Greuelpropaganda aus, es hätte nur die Feinde ermutigt. Wenn an Krankenbetten, in geschlossenen Unterbringungen, am Lebensende der Greise qualvolle Zustände eintraten, zeigte die Blockadewaffe Wirkung. Quälen baut auf Zeit. Irgendwann löste das Elend den Zusammenbruch aus. Es durfte nicht zugegeben werden. Die – [erfundenen, siehe Robert Graves, hoffentlich wurden die Kinder nicht von belgischen Bettlerkönigen absichtlich verstümmelt, um Einnahmen zu generieren, wie in dem oscargekrönten Spielfilm Slumdog Millionaire 2008] – belgischen Kinderverstümmelungen taten dem britischen Propagandaapparat nicht weh. Er übertrug den Deutschen lächelnd das Kainsmal, sie bissen die Zähne aufeinander und überließen dem Feind den moralischen Vorteil. Wenn er den Ausgleichsfrieden verweigerte, dann im Ton echter Entrüstung. Mit dem Unmenschen gibt es kein Verhandeln, er muss überwunden werden, denn er ist friedlos von Natur. Die Gleichsetzung mit dem Unmenschen [durch Wilson] [be]stritt der Allianz ihren sichtbarsten Sieg, den auf dem Feld der Moral, wo ihre Überlegenheit anerkannt war. Auf der militärischen Karte sah es weniger erfreulich aus. Die Sätze des Präsidenten bezweifelten indes die Moralität des Kriegs überhaupt. (…)
Nach seiner ersten Absicht und Wesensart wäre der Präsident wie der Daimon [Schiedsrichter-Gott, deus ex machina] im griechischen Drama aufgetreten. Ihr habt den Verstand verloren, kennt kein Maß und Ziel, die Handlung ist zu Ende! Keine Lieferkredite, keine Granaten, bewerft euch mit Steinen, die Freiheit von Blockaden … gilt ab heute. Die Paxopolis der Neutralen … sieht nicht zu, wie im Kern vier Regierungen die Welt aus den Angeln werfen (…)
So [aber] setzte Wilson, um neutral zu bleiben, hinter die Dezembernote nicht die Kraft seiner Nation und seines Amtes, sondern die Behutsamkeit des Vermittlers. Er bat, ihm die Kriegsziele zu erläutern, vielleicht fänden sich dabei Anknüpfungspunkte … Das Entente-Ziel war, durchzuhalten, indem Wilson aus dem Predigeramt in den Graben geholt wurde … Dann erscheinen auch die weniger bekannten Geheimverträge auf dem Plan.«
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Während die Tripleentente seit 10 Jahren im Rüstungsfieber war und geheime Kriegspläne verabredete, genoss Deutschland eine Friedensdividende und rüstete vergleichsweise viel weniger auf. Russland, Frankreich und Großbritannien hatten bei Kriegsbeginn großflächige globale Eroberungsziele, für die sie den Frieden aufgegeben hatten. (Sie glaubten an ihr RECHT auf Eroberungskrieg.) Deutschland musste sich erst nachträglich irgendwelche Kriegsziele ausdenken – unter dem Aspekt, nicht noch einmal so bedrohlich von einer großen Übermacht überfallen werden zu können, von allen Seiten. Es entstand eine Debatte unter Chauvinisten – die es auch in Deutschland gab, allerdings an den Rand gedrängt, während sie in der Entente die Presse beherrschten und die Schalthebel der Macht. Doch die Verantwortlichen beachteten diese Debatte kaum. Als Kanzler Bethmann 1914 sein Septemberprogramm aufstellte, schrieb er hastig Maximalziele für Friedensverhandlungen mit Frankreich auf. Dabei grübelte er über so weit ausgreifende Welteroberungsziele wie die Annexion Luxemburgs oder örtliche Grenzverschiebungen gegenüber Frankreich, allerdings unter dem Vorbehalt, ob die Generäle sie für die zukünftige Verteidigungsfähigkeit Deutschlands für notwendig halten würden, wenn nicht, dann nicht. Zur selben Zeit teilten die Ententemächte in der Londoner Konferenz die ganze Welt als Beute unter sich auf: Russland wollte den Balkan, Galizien, das Baltikum mit Polen, Konstantinopel, den Osten der Türkei und den Norden Persiens. Großbritannien bestand auf sämtlichen Erdölgebieten von Syrien über Arabien bis Persien. Frankreich wollte die Rheingrenze, gerne Belgien und den Libanon etc. (Einer der wichtigsten Verantwortlichen in der späten Phase des Krieges, General Ludendorff, hatte sich so wenig mit der Debatte über Kriegsziele beschäftigt, dass er das Erzbecken von Briey, direkt an der deutschen Grenze gelegen und von Annexionisten als wichtig bezeichnet für die zukünftige Verteidigung Deutschlands gegen einen weiteren Überfall, irrtümlich ein »Kohlebecken« nannte, obwohl es dort keine Kohle gab, sondern Metalle. Ludendorff erklärte ferner, dass er sich mit solchen Forderungen nicht auskenne und die Beurteilung anderen überlasse – er wolle nur, dass Deutschland nach dem Krieg weniger bedrohte Grenzen habe, als vor dem Krieg.) Es gibt kein Recht auf Eroberung Deutschlands durch seine Nachbarn, ohne dass Deutschland sich wehrt. Nach den Quellen kann Deutschland der Verteidiger des 1.Weltkriegs gewesen sein; nach E.D.Morel waren die anderen Länder zumindest nicht besser, eher etwas schlechter. Der Däne Georg Brandes zeigt die Heuchelei und Gewalt, die Gier in Versailles und den Streit der Sieger um die Beute.
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Die Gemeinschaft der Heiligen wollte mit dem Sünder auch deshalb keinen Frieden, weil die fast gescheiterten Aggressoren sich vor einem so unerwartet starken Verteidiger existenziell fürchteten, daher musste Deutschland vernichtet werden. Nichts erschreckt Eroberer so sehr, als wenn ihr auf dem Papier an Zahl und Waffen sehr unterlegenes Opfer den Spieß umdreht. Noch nie, außer in Afghanistan und Nordamerika (kurzzeitig in Südafrika) waren die Briten gegen ein vermeintlich wehrloses Eroberungsopfer so furchtbar gescheitert wie gegen die Deutschen.
[Wie ich es konträr zu Kantorowicz im Kommentar zur Outlaw-Situation von 1914 geschrieben hatte: Once upon a Time in Mexico. So deutete ich die psychologische Grundsituation aus dem 1.Weltkrieg an: »Was fiel der Großmutter ein, sich aufzurichten und die Straßenräuber mit ihrem Regenschirm zu verdreschen – bis der zur Hilfe gerufene Sheriff aus Amerika sie niederschoss (die Oma, nicht die Straßenräuber) und zur Strafe ihr Häuschen enteignete.« + »Als die Bande sie überfiel, geschah zur großen Überraschung der Gangster das: Die Oma richtete sich auf und verdrosch sie mit ihrem Regenschirm. Zufällig in der Nähe stehende Belgier bekamen etwas ab.« + »So sehr wurden die Gangster von der vermeintlich unterlegenen Großmutter vermöbelt, dass sie verzweifelt den Sheriff aus den USA zur Hilfe riefen. Dieser fragte nicht lange, zumal da die Gangsterkartelle gute Kunden seines Onkels des Waffenhändlers und Bankiers J.P.Morgan waren, schoss die Oma nieder, schleppte sie in Ketten in den Knast und enteignete ihr Häuschen – das bekamen die Gangster als Entschädigung, sie hatten vor Gericht (in Versailles) erfolgreich ihre "Unschuld" bewiesen, der Richter war allerdings ein Cousin des britischen Bandenchefs.« + »(Als nächstes passierte das: Die Oma oder ihr Enkel wurde über dem traumatischen Erlebnis schwer psychiatrisch auffällig, kaufte sich ein Maschinengewehr, stürmte in den Park und schoss wild um sich, wobei viele Unschuldige ums Leben kamen, bis endlich der Sheriff den Schurken niederstreckte – und das war für das Hohe Gericht nachträglich der Beweis, dass auch die Oma früher schon immer bis ins Mark schurkisch gewesen war. Die anderen hatten völlig recht gehabt, sie auf der Straße zu überfallen. Den Unschuldslämmern aus dem Straßenräuberkartell wurden Denkmäler gesetzt. Als Hilfssheriffs haben sie jetzt ein Vetorecht und einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat und natürlich Atomwaffen für den Fall der Fälle. Der ihnen hoffentlich nie in den Sinn kommt. Wir müssen hoffen, dass ihnen der Sheriffstern eine Ehre bedeutet, die sie ihr Verhalten komplett und für immer ändern ließ, um sich dem netten Selbstbild wenigstens nachträglich anzupassen. Ist doch was. Besser als nichts.)« + »Polizeiposten oder ein relativ zu den Nachbarn friedlicherer Farmer (Rangliste der Staaten, die am meisten Kriege führten: GB, RUSS, FRZ und andere vor Deutschland). Der Sheriff mit dem eigenen Interesse, man denkt an Wyatt Earp, den zwielichtigen Guten.« + »Frankreich: Er war gekommen, um die Bank auszurauben, aber die Dörfler verwechselten ihn mit dem neuen Hilfssheriff, dieses respektierte Leben gefiel ihm. Und so ist Frankreich heute nicht mehr der notorische Unruhestifter und Kriegs-Outlaw früherer Zeiten. Vorerst.«]
Seltsam, dass sich die übelsten Schurkenstaaten und unersättlichsten Kolonial-Erobererstaaten in die Guten verwandeln, sobald sie nicht über Afrika oder über China herfallen, sondern ein paar Jahre später über Deutschland, das immer den Part des Bösen gehabt haben müsse? Die eroberungsgierigsten Raptoren-Staaten, die großen kolonialen Imperien von beispielloser Raubgier, Herrschsucht, Überlegenheitsdünkel und Militarismus, fielen mit erdrückender Übermacht gemeinsam über Deutschland her (wie wenige Jahre zuvor gemeinsam über China), aber Deutschland muss natürlich den Part des Böseren im Ersten Weltkrieg tragen?
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427f: »Als Bethmann Hollweg den deutschen Belgien-Durchmarsch vor dem Reichstag einen Rechtsbruch nannte, beging er einen Fehler. Zwar lag der Tatbestand auf der Hand, doch ist der Geständige ein Überführter… Die späteren Versailler Sieger, Richter in eigener Sache, befolgten von vornherein den Grundsatz: "Alles abstreiten!" … Will man sich auf diesen Quatsch einlassen, könnte dagegen eingewandt werden, dass die Treuhänder in Saloniki schon präventiv anlandeten, bevor der angebliche Vertragsbruch eingetreten war.« Bei Gegenwehr würden Hungerblockade, Beschlagnahme Kretas usw. ausgeübt. Als man zu weit ging, wehrte sich Griechenland ein wenig. Und wurde daraufhin völlig entmachtet. »Die Zurückhaltung der Besetzten humanisierte die Besatzer.« »Die Gäste übernahmen das Hausrecht.«
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Januar 2021 schaffte Amazon die Kommentar-Funktion ab. Jörg Friedrich hat so viele gute Stellen geschrieben, dass meine Leseprobe als Service an die Community, BLICK INS BUCH an 4 Orten Unterschlupf sucht: 2.) Hier Yalu: Wilsons Friedensinitiative. 1.) Bei 14/18 Hardcover, gebundenes Buch: Die USA im 1.Weltkrieg. Heuchelei aus ökonomischem Eigennutz. 3.) Unter meine Rezension zu Friedrichs anderem Buch Der Brand Taschenbuch hänge ich: Was passierte Russland, als es mit seinen Verbündeten über einen Frieden ohne Eroberungen sprechen wollte? Geniales Stück Text von ihm. 4.) Unter »Brandstätten« poste ich meine ursprüngliche Leseprobe: Präsident Poincarés kriegsbesoffener Staatsbesuch in Russland 7 Tage vor Kriegsbeginn 1914. Weitere unnachahmlich gute Stellen fallen hinten runter. Sie zu finden, müsst ihr sein Buch »14/18« kaufen.