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am 4. Dezember 2006
Dass eine überwältigende Mehrheit von Euch – selbst die PS2-Besitzer unter uns – aller Voraussicht nach noch nie vom Ballerspiel „Psyvariar“ gehört haben dürfte, liegt in erster Linie daran, dass es sich um ein Importspiel handelt, eine Pal-Version dieses Shoot’em-Ups gibt es schlichtweg nicht. Die Zielgruppe dieses PS2-Titels dürfte vergleichsweise klein sein, denn ausschließlich eingefleischte (und auch leidensfähige) Shooter-Fans werden hier auf ihre Kosten kommen, Gelegenheitszocker werden mit diesem Game höchstwahrscheinlich nicht klar kommen, schätze ich. Dies liegt primär daran, dass ein sehr stabiles Nervenkostüm angesichts des ultrahohen Schwierigkeitsgrades quasi Grundvoraussetzung ist, selbstverständlich gehören nicht nur Geduld, Ausdauer und volle Konzentration, sondern auch eine gehörige Portion an Können dazu, um in diesem Abenteuer bestehen zu können. Unangenehm wird das Ganze schließlich dadurch, dass einige mächtig unfaire Passagen die Spielfreude auch bei hartgesottenen Shooter-Veteranen bedrohlich sinken lassen, was einen von zwei gravierenden Schwachpunkten dieses Ballerspektakels darstellt. Ein Multiplayermodus wurde im Übrigen nicht berücksichtigt, was natürlich im Hinblick auf die Langzeitmotivation und nicht zuletzt dem Wiederspielfaktor schon etwas schade ist.

Der zweite gravierende Punkt, welcher mir erheblich Magenschmerzen bereitet, ist der viel zu geringe, ja fast schon unverschämte Spielumfang. Wer sich tatsächlich durch die Level gequält hat und nicht zuletzt mit mehr Glück als Verstand durch die unfairen Spielabschnitte gequält hat, wird schließlich entsetzt feststellen, dass dieses Game urplötzlich zu Ende ist, völlig überraschend habt Ihr das Ende dieses PS2-Games erreicht. Die Tatsache, dass wir es inhaltlich gleich mit zwei Automatenversionen – „Psyvariar“ und „Psyvariar Revision“ – zu tun haben, die jeweils aus sechs Leveln bestehen, die mitunter Verzweigungen aufweisen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Spieldauer ernüchternd kurz ist. Mit Können, Glück und Zufall habt Ihr nämlich nach wenigen Stunden beide Fassungen durchgezockt, zumal gravierende Unterschiede zwischen den beiden Versionen eigentlich nicht auszumachen sind. Ein schwacher Trost ist demzufolge, dass die Spieltechnik an sich kaum Mängel aufweist, viel zu schnell ist es schon vorbei mit der „Herrlichkeit“ dieses Shooter-Erlebnisses.

Das Gameplay an sich weist insofern eine Besonderheit auf, dass wir ausnahmsweise nicht auf die Jagd nach heißbegehrten Extras zwecks Aufrüstung unserer Waffen oder Auffrischen unserer Lebensenergie sind, sondern die besagten Upgrades quasi automatisch passieren: nach einer bestimmten Abschussquote von Feinden geschieht dies ohne weiteres Zutun unsererseits, was den Einen aus Gründen der Bequemlichkeit freuen, den Anderen möglicherweise mangels fehlender Eingriffskompetenz eher ärgern wird, schätze ich. Auf der Jagd nach einem neuen Highscore sollten wir zudem darauf achten, Bonuspunkte für ein haarscharfes Ausweichen, denn in solchen Fällen erhöht sich der Wert eines speziellen Counters, der nach erfolgreichem Abschluss eines Teilabschnitts hinzuaddiert wird. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass (selbst) ich heilfroh war, wenn ich angesichts der heftigen Anforderungen einen Abschnitt überhaupt nur irgendwie mit heiler Haut überstand, wenn ich ehrlich sein darf. Nicht selten sind die auftauchenden Feinde derart zahlreich, dass einem nicht nur schwindlig wird, sondern oft ein Ausweichen nahezu unmöglich erscheint.

Die Präsentation an sich gibt hingegen kaum Anlass zur Beschwerde, bleibt die Grafik auch bei einem hohen gegnerischen Aufkommen und gleichzeitig stattfindenden Spezialeffekten durch Laser, Energiekugeln oder das Auslösen von Bomben konstant flüssig. Die sehr hohe Spielgeschwindigkeit kommt so gut wie nie ins Stocken, auch wenn Ihr vor lauter Geschossen auf dem Bildschirm so gut wie nichts sehen könnt. In beiden Versionen der Automatenklassiker erleben wir Unmengen an leuchtenden Farben, interessant in Szene gesetzten Obermotzen und zuweilen angenehm düsteren Hintergründen. In soundtechnischer Hinsicht wurde auch nicht allzu viel verbockt, wobei mir noch mehr als die passenden Hintergrundmelodien die gelungenen Soundeffekte gefielen, welche sehr stimmungsvoll die Shooter-Atmosphäre unterstützen und phasenweise für ein praktisch „hautnahes“ Spielerlebnis sorgen. Nein, an der Präsentation liegt es ganz sicher nicht, dass dieses Ballerspiel insgesamt nur durchschnittliche Gefilde erreicht, es ist das (schon angesprochene) fehlende Feintuning, welches dafür sorgt, dass „Psyvariar“ für die Sony Playstation 2 letztlich im Mittelmaß versinkt. Meine Spielspaßwert trägt dem mit (nur) 61% ausreichend Rechnung, denke ich.

PLUS ---> Sehr hohes Spieltempo ohne jegliche Geschwindigkeitseinbrüche, gute Grafik mit massig leuchtenden Spezialeffekten, Action satt

MINUS ---> Viel zu geringer Spielumfang, kein Multiplayermodus, oft mehr Glück als Können, hammerharter Schwierigkeitsgrad nicht zuletzt aufgrund der oftmals unfairen Stellen
11 Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Oktober 2005
Wer schon mal Psyvariar 2 auf Dreamcast gezockt hat, weiß was ihn erwartet:
Psychelischer Projektil Overkill zu gutem Techno-Klavier Sound,
eingepackt in einem relativ neuen Gameplayfeature: schieß die Gegner nicht sofort ab, sondern lass sie erst Mal ihre Projektile
"loswerden", um möglichst knapp diesem Projektilteppich auszuweichen und so deine Waffe aufzuleveln,um sie dann elegant im letzten Moment zu zerstören!
Macht tierisch Laune,hat einen 60hz Mode,2 games(original arcade+Psyvariar Revision),replay Funktion und ist günstig!!!
Wer auf 2-D Shooter der etwas anderen Art steht muss zuschlagen...
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