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am 28. Oktober 2004
Handlung:
Beginnend mit der Rückkehr seiner Brüder aus dem Bürgerkrieg (1865) und endend mit seiner Ankunft in Alaska (1897) wird das Leben Wyatt Earps (1848-1929) gezeigt, wobei der Schwerpunkt (natürlich) auf die Ereignisse in Tombstone gelegt wurde.
State (allgemein):
Regisseur Lawrence Kasdan ("Silverado") und sein Spezi und Hauptdarsteller Kevin Costner bannten mit der Biografie Wyatt Earps einen der besten Western überhaupt auf Zelluloid. Sei es die optimal gecastete Darstellerriege, das insgesamt stimmige Bild der Epoche, die durchgehend spannende Handlung, einige gute Stunts oder der immer passende Soundtrack - an keinem Punkt wird der Western-, bzw. Filmfan enttäuscht werden.
State (historisch gesehen):
(Zu den Ereignissen in Tombstone bin ich in meiner Rezension zum namensgleichen Film bereits detailliert eingegangen. Daher aus Platzgründen hier nichts dazu.)
Obwohl Chronologie und Ereignisse recht stimmig sind, gibt es natürlich auch hier eine Menge Fehler, auf die ich diesmal aber nur bedingt eingehen möchte. Vielmehr sei auf ein geschicktes Doppelspiel hingewiesen. Kasdan und Costner dürfte klar gewesen sein, dass sie die Legende "Wyatt Earp" nicht zerpflücken durften, ohne das Schicksal Michael Ciminos zu teilen, dem das amerikanisches Publikum nie die überrealistische Darstellung der J-C-Weidekriege verzieh. So zeigen sie einen wichtigen Charakterzug des Nationalidols Earp nur zu Beginn, als er zum Straßenräuber und Pferdedieb wird (Jugendliche dürfen halt noch über die Stränge schlagen). Doch spätere Vorkommnisse wie z. B.:
--- 1875 Hays City - Stadtpolizist Earp unterschlägt eingezogene Bußgelder
--- 1879 Mobeetie/Texas - Stadtverweis nach versuchtem (Goldziegel)Betrug
--- 1884 Lake City/Colorado - Schussverletzung nach Falschspielversuch
--- 1896 San Diego - Wettbetrug
--- ab 1905 - Los Angeles - Des Öfteren Vorwürfe wegen Hochstapelei und Schwindelgeschäften
werden im Film wohlweislich unterschlagen (Habe auf die schnelle nur in einer Quelle nachgelesen. Die Liste ließe sich mindestens vervierfachen). K&C haben also nicht unbedingt falsch dargestellt, sondern Unangenehmes einfach weggelassen. Dass sie sich dessen bewusst waren zeigen die letzten Sätze des Films:
Wyatt: „Manche behaupten, so sei es damals nicht gewesen."
Josie: „Kümmere dich nicht darum Wyatt. So ist es gewesen"
Diese Art der indirekte Info für Insider wird mehrfach eingesetzt. Ein weiteres Gespräch:
Doc Holliday: „Bat M. Sie sind der Mann der Sergeant King tötete"
(Masterson nickt und macht sich Kampfbereit)
Doc Holliday: „Meinen Glückwunsch, der war ein Stinktier der ...."
Katie Elder: „Bevor er meine Freundin Molly erschoss hätten sie ihn erwischen müssen. Sie war so liebenswert"
Bat antwortet: „Ja, das war sie Mam" und senkt betroffen des Kopf.
Tatsächlich hatte Bat Masterson eine Affäre mit der Dame und erschoss am 24.01.1876 den gehörnten Nebenbuhler, der seinerseits Molly Brennan tötete und Bat schwer verletzte.
(Nebenbei zeigt gerade diese Szene sehr gut den Ruf Doc Hollidays, vor dessen unvorhersehbaren Aggressionsausbrüchen sich jeder Westerner in Acht nahm)
Überhaupt sind die konträren Charaktere der Masterson Brüder und Teile ihres Lebenslaufs sehr gut dargestellt (allerdings lernte Wyatt sie nicht bei der Büffeljagd kennen und war auch nicht ihr Mentor). Der Tod des in der Bevölkerung ungemein beliebten Ed Mastersons ist übrigens entsprechend der Überlieferung ziemlich korrekt wiedergegeben (Ja, auch der Brand durchs Mündungsfeuer). Ein Film über das Leben dieses Clans (sieben Geschwister, davon 3 bekannte Revolvermänner) wäre sicher auch ein lohnendes Projekt für K&C, die in "Wyatt Earp" ganz nebenbei noch weitere bekannte Gesetzeshüter, z. B. Michael Meagher, Sherm McMasters, Larry Deger kurz auftreten lassen.

Anmerkung: Wer sich weitere Filme zu bekannten amerikanischen Personen/Ereignissen dieser Zeit anschauen möchte, sollte es mal mit folgenden Scheiben versuchen:
"Long Riders" und "American Outlaws" (James/Younger Bande), "The Broken Chain" (Irokesen), "Geronimo" (Apachen), "Ride with the Devil", "Gettysburg" und "Glory" (Bürgerkrieg), "Heaven's Gate" (Johnson-County-Weidekriege), "Hidalgo" (Frank Hopkins), "Wild Bill" (Wild Bill Hickock), "Tombstone" (OK-Corral), "Buffalo Girls" (Calamity Jane)
Drei dieser Filme sind auch gemeinsam als Western-Collection erschienen. Zum Zeitpunkt der Einsendung dieser Rezension waren die Titel alle bei Amazon erhältlich. Allerdings nehmen es einige dieser Filme mit der historischen Wahrheit nicht so genau.
Cast:
Gene Hackman, Kevin Costner, Michael Madsen, David Andrews, Linden Ashby, James Caviezel als Nicholas, Wyatt, Virgil, James, Morgan und Warren Earp, sowie Dennis Quaid (der für seine Rolle über 20kg abspeckte und wirklich schaurig ungesund aussieht) in der Rolle des Doc Holliday. Dazu Bill Pullman und Tom Sizemore als Mastersons, außerdem Isabella Rossellini, Adam Baldwin, Tea Leoni, Mark Harmon und viele weitere zumindest optisch bekannte Darsteller wurden vor die Kamera gebracht, haben offensichtlich Spaß am Dreh und geben ihr Bestes. Eine perfekt gecastete Darstellerriege.

Die DVD:
Das Bild liegt in opt. Widescreen im Verh. 2.40:1 vor, ist kein Highlight, weist aber auch keine echten Schwächen auf. Tonspuren finden wir in Deutsch (soweit OK) und Spanisch DS 2.0 und einer genialen englischen DD 5.1 Abmischung. Untertitel (auch für die Extras) gibt's in 19 Sprachen sowie (nicht bei den Extras) für Hörbehinderte in Deutsch und Englisch (ohne Farbdifferenzierung, den Sätzen ist nur der Name des jeweiligen Sprechers vorangestellt.)
An Extras finden wir den O-Trailer (3:16 Min.), (ab hier Bild 4:3) eine Doku, bei der Regisseur und Cast (teils auch historisch) interessante States abgeben (14:03 Min.), eine von Tom Skerritt moderierte TV-Doku zu diversen Hollywoodepen, bei der z. B. auch Szenen aus Ben Hur, Doktor Schiwago, etc. zu sehen sind (22:35 Min.) und zu meiner Freude 11 geschnittene Szenen (gesamt 19:03 Min.) die fast alle gut in den Film gepasst hätten. Bei der Scheibe handelt es sich übrigens um einen Flipper, ein Teil des Hauptfilms und die Extras befinden sich also auf Seite B.
Fazit:
Einer der besten Western die ich bisher gesehen habe - ein Muss für Genre Fans.
Sollte bei uns jemals die 212 Minuten Langfassung erscheinen werde ich definitiv zuschlagen.
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TOP 1000 REZENSENTam 26. September 2004
Eins vorweg: Für die Unsitte DVDs zu machen, die man nach der Hälfte des Films umdrehen muss, habe ich kleine Abzüge gemacht.
Sowas nervt und stört das gute Gesamtbild - 182 Minuten passen komplett auf eine Seite oder wenn dann mit 2 einzelnen DVDs ausstatten.
Mir kommt diese Machart einfach steinzeitmässig vor.
Zumal man noch mal einen Punkt abziehen müsste, denn auf der DVD-Hülle wird auch noch Etikettenschwindel getrieben: Hier steht folgendes: 1. Seite Hauptfilm und 2. Seite Extras.
Das wär dann noch halbwegs zu akzeptieren, nur leider ist das nicht der Fall.
Soweit zu den technischen Mängel.
Das Bild ist allerdings grandios.
Und der Film ist wirklich gut.
An der schauspielerischen Leistung von Costner gibt es nicht zu mäkeln. Er verkörpert den Wyatt Earp mit Stärke, Brutalität, gelegentlicher Sensibilität und innerer Zerissenheit - ein Gefangener seiner eigens geschaffenen Hölle von Gesetz und Ordnung. Wie bei allen Kasdan Filmen ist das ganze Schauspielensembe famos, auch Nebendarsteller haben grosse Momente in dem Film.
Der Film fängt mit vielen Eindrücken aus der Kindheit Earps an, es sind Schlüsselszenen, die begreiflich machen warum der erwachsene Mann so und nicht anders handeln kann.
Die erste Verteidigung gegen Schurken, den Tod seiner ersten Frau, die starke Bande der ganzen Familie Earp, verschiedene berufliche Tätigkeiten, das Straucheln nach dem Verlust der Frau - das alles führt ihn irgendwann zur Ausübung als Marshall.
Dodge City und schlussendlich das legendäre Tombstone - er ist fähig, Gesetz und Ordnung durchzusetzen, nur selten aber der Liebe oder der Gnade fähig.
Die Freundschaft mit Doc Holliday, Wechselbad der Gefühle zwischen Frau und der Geliebten und schliesslich der Krieg mit der Clanton-Bande.
Wilde Schiessereien und persönliche Rückschläge - der Film schafft es immer mehr den Zuschauer für das Geschehen zu fesseln. Viele Szenen markant und kraftvoll mit viel Substanz inszeniert.
Am Schluss eine Hommage an das Thema "Legendenbildung" wie es auch John Ford in seinem Spätwerk Liberty Valance ähnlich dargestellt hat. Die Geschichten, die sich um Legenden und Mythen ranken, werden dem wirklichen Wahrheitsgehalt übergeordnet.
Einer der besten Western der letzten 30 Jahre.
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"Wyatt Earp - Das Leben einer Legende" wurde im Jahr des Erscheinens mit der Zitrone des Jahres ausgestattet, was bedeutet, dass er laut Meinung einiger Filmkritiker der schlechteste Film des Jahres war. Völlig schwachsinnig, wie ich finde. Der Film ist mit Sicherheit kein Film für die Masse, sondern für wahre Liebhaber erstklassig besetzter, mit grandiosen Landschaftsaufnahmen ausgestatteter Filme, die eine epische Länge aufweisen können.
Der Film ist zwar drei Stunden lang; dennoch wünscht man sich, dass er noch länger wäre. Und in der Tat: Es gibt sogar einen Director's Cut, der nochmals ca 30 Minuten länger ist, als die "normale" Fassung. Den meisten wird dieses nicht bekannt sein, doch ich habe eine japanische Laserdisc entdeckt mit dem Director's Cut.
Sehr schön wäre es, wenn dieser erscheinen würde, aber ich befürchte, Warner bringt die "normale" Fassung heraus.
Sehr lange mussten die Fans auf diese DVD warten; wahrscheinlich wegen des geringen Erfolges auch im Kino.
Dennoch ist dieser Film meiner Meinung nach ein Zeitdokument und ein Stück Filmgeschichte und ein grandioser Kevin Costner haucht der Legende Wyatt Earp wieder Leben ein. Man wünscht sich manchmal, auch in dieser Zeit gelebt zu haben und Earp persönlich kennen gelernt zu haben.
Aber auch Dennis Quaid als Doc Holliday (25 kg leichter für die Rolle) ist wirklich grandios.
Der Regisseur Lawrence Kasdan hat es geschafft, das beste aus den Artisten herauszuholen.
Somit ist dieser Western für mich keine Zitrone, sondern neben "Der mit dem Wolf tanzt" und "Tombstone" eine Perle unter den Western.

Nachtrag 05.09.2009: Ich habe mir jetzt die Blu-ray zugelegt. Wirklich eine Bereicherung des Films:
Ich habe mehrere Passagen des Westerns mit der DVD verglichen. Wo bei der DVD Büsche gezeigt werden, kann man bei der Blu-ray die einzelnen Sträuche in den Büschen noch erkennen.
Besonders der Anfang mit dem grünen Maisfeld sticht ins Auge. Hier springen einen die Farben der Blu-ray regenrecht an.
Der Ton liegt in Deutsch leider leider nur in 2.0 vor, ist aber dennoch klar und niemals dumpf.

Mein Tipp: Die Blu-ray kaufen
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am 17. Juli 2004
Also ich bin ein echter Fan von dem Film - wohl einer der besten Western überhaupt. Kein Vergleich zum Zeitgleich gedrehten Tombstone - Wyatt Earp ist um längen besser. Ich möchte allerdings bemerken, dass die Bildqualität für einen 10 Jahre alten Film absolut Top ist. Auch wurde der Film nicht (wie in anderen Rezensionen bemerkt) auf 4 Gigabyte zusammengeschrumpft, sondern der Film verteilt sich auf A und B Seite. Zusätzlich muss man bemerken, dass das Bonusmaterial exakt dem amerikanischen Material entspricht. Fazit: Klasse Film, gute bis sehr gute Bildqualität, durschschnittliches Bonusmaterial. Einzig wirklicher Nachteil ist das DVD Wechseln bzw. Drehen nach etwa der Hälfte des Filmes.
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TOP 1000 REZENSENTam 2. Februar 2008
Wyatt Earp gehört zu den besten Filmen die ich je gesehen habe!

Lawrence Kasdan schuf mit Wyatt Earp im Jahre 1994 ein wahres Meisterwerk. Die Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Kevin Costner klappte in diesem Fall wunderbar. Ein absoluter Garant für Unterhaltung auf dem höchsten Niveau. Es ist ein prächtiger Schinken geworden, mehr als drei Stunden Drama, Action, Schauwerte, eine Anthologie der Western-Zutaten, Showdown und Liebe, Pferde, Kutschen, die Eisenbahn, weite Prärien, Tafelberge & endlose Canyons!

Wyatt Earp, der legendäre Marschall, wächst in einer patriarchalisch geprägten Familie auf und lernt, dass nichts wichtiger ist, als die Blutsbande und Gerechtigkeit. Auf dem Treck nach Westen beginnt das Abenteuer, und die Härten des Lebens bleiben auch Wyatt nicht erspart. Seine junge Frau stirbt ein Jahr nach der Hochzeit - Wyatt verliert jeglichen Halt, trinkt, wird kriminell. Mit Hilfe des Vaters zieht er sich noch einmal hoch, wird Büffeljäger und schließlich Gesetzesvertreter in Wichita. Er lernt seinen ungleichen Freund und Partner im Kampf für Gerechtigkeit, den tuberkulosekranken und alkoholsüchtigen Zahnarzt Doc Holliday kennen. Wyatts Brüder Virgil, James und Morgan sind mit ihren Frauen immer an seiner Seite, ob in Dodge City oder schließlich Tombstone. In den Städten des Westens herrscht weitgehend Gesetzlosigkeit, zu viele Viehtreiber, Cowboys, Banditen, undurchsichtige Geschäftemacher sind unterwegs. Wyatt Earp hat hartes Durchgreifen gelernt und kennt auch als Marschall keine Milde. Er ist ein Held mit Fehlern. Und so ist auch der sagenumwobene Schusswechsel am O.K. Corral im Tombstone am 26. Oktober 1881 zwischen den Earps und den Clantons und McLaurys in seiner Motivierung geheimnisumwittert und umstritten geblieben...

Wenn man über eine Blu-ray schreibt, geht es ja in aller erster Linie um die Bild & Ton Qualität! Also bildtechnisch ist die Scheibe auf gutem durchschnittlichen Niveau - also versteht mich nicht falsch, definitiv besser als die DVD, aber eben nicht das absolute Top-Niveau! Auch beim Ton merkt man das Alter, trotzdem trübt den Filmgenuss eigentlich nichts an dieser Blu-ray Disc! Selbstverständlich gibt es besseres an Qualität, aber hier wurde eine grundsolide Arbeit von Warner abgegeben!

Fazit: Die Blu-ray erhält meine volle Kaufempfehlung & bekommt 5 Sterne!
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am 13. März 2016
Ja, der Film mag seine Längen haben.
Ja, die Handlung mag manchmal verwirrend sein.
Ja, ich verstehe, wenn jemand diesen Film deswegen nicht mag.
Aber: Wer sich auf diesen Film einlässt, wird mit einer Geschichte, die sich so nah wie möglich an historische Fakten hält und mit tollen darstellerischen Leistungen belohnt. Und hierbei rede ich nicht mal von Kevin Costner, obwohl er in seiner Rolle als stoischer und unerschütterlicher Büffeljäger und Gesetzeshüter Wyatt Earp absolut passt und seine Sache sehr gut macht. Nein, die Rede ist von Dennis Quaid als tuberkulosekranker und abgemagerter Ex-Zahnarzt "Doc" Holliday, der sich dem Suff und dem Kartenspiel hingegeben hat und seine Rolle als eben diesen mit einer unheimlichen Intensität spielt. Für mich war diese Leistung oscarwürdig und hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen, vor allem weil Dennis Quaid in seinem abgemagerten Zustand fast nicht wieder zu erkennen ist. Das ist Method Acting à la Robert De Niro!
Die gesamte Stimmung in diesem Film ist sehr intensiv. Ist am Anfang, in den ungestüm-wilden Jugendjahren von Wyatt Earp noch alles in hellem Licht gedreht worden, was eine unbeschwerte Stimmung widergibt, so kehrt diese in diesem Film nach dem Tod seiner jungen Ehefrau langsam und immer mehr ins eher Düstere. Diese Kehrtwendung wird von Kevin Costner als Wyatt Earp auch glaubwürdig dargestellt, er wird stiller, emotionsloser - und auch gnadenloser. Die eigentliche Handlung, die schlussendlich in dieser unsäglichen Schiesserei beim OK-Corral gipfelte - dort aber noch nicht seinen Abschluss fand - beinhaltet damalige "Lokalpolitik", Machtgehabe und natürlich viele Personen, bei denen man aufpassen muss, nicht die Übersicht zu verlieren. Es ist ein anspruchsvollerer Western als manch anderer, aber das macht den Reiz dieses Films ebenfalls aus, nebst den beiden Hauptfiguren Wyatt Earp und Doc Holliday, zwei komplett verschiedene Charaktere, die offenbar eine schwer zu erklärende Freundschaft verband und die nichts und niemanden trennen konnte.
Für mich ein Edelwestern erster Güte, der völlig zu Unrecht etwas in Vergessenheit geraten ist. Für Western-Fans ein Must-See!
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am 31. März 2016
" Für bestimmte Leute wird diese Welt niemals geeignet sein. "
Für mich eventuell sogar die beste Verfilmung über WYATT EARP.
Und das nicht nur wegen der hammerschönen Filmmusik oder der absolut
grandiosen Besetzung, die diese Western- Auflage der Neuzeit mit sich bringt.
Große Namen wie Gene Hackman, Bill Pullman, Jeff Fahey (der Zottel- Losti* ),
Karen Grassle ( Ma Caroline aus der kleinen Farm*), Mare Winningham ( Dornenvögel*),
Dennis Quaid und noch viele beliebte und bekannte Schauspieler/innen mehr.
" Wohin rennst du, Wyatt? Wo willst du hin, Sohn? " - " In die Stadt. Ich will mich freiwillig
melden,....mit den anderen gegen die Rebellen kämpfen. Ich bin jetzt soweit, Pa. " -
" Denkst du, dass deine Mutter auch soweit ist? Kann ich mir nicht vorstellen. "
Besitze dieses Filmschätzchen schon einige Jahre. Und immer, wenn ich in der Stimmung
für einen guten Western bin, ziehe ich WYATT EARP meist vor.
" Weißt du, Wyatt- es gibt eine Menge Männer, die sich einen Dreck um das Gesetz scheren.
Denen es egal ist, wen sie verletzen. Wenn du dich im Kampf solchen Gemeinheiten gegenüber
siehst, mein Junge.......schlag, wenn du kannst, zuerst zu. Und wenn du zuschlägst, schlag zu,
um zu töten. Du wirst das wissen, keine Sorge- du weißt es, wenn es dazu kommt......die Earps
wissen das immer....." .
Einige Jahre später: Kevin Costner ist WYATT EARP. Ich stehe überhaupt nicht auf Costner, doch
in dieser Rolle spielt er für mich einfach zum Niederknien. Allein die Szene mit der Billiardkugel-
Costner köstlich. " Dieser Mann wollte mich über den Haufen knallen- wegen nichts. Er hat verloren.
Ich nehme seine Waffe. "
Ich lachte, litt und weinte mit ihm. Ich hasste mit ihm und hasste ihn- und ich liebte ihn dafür.:-)
" Du bist ziemlich neu darin, was? " - " Worin? " - " Ein Wrack aus dir zu machen. "
Mensch Kevin! Ich liebe diesen Western.

************************************************************

Geschichte:

Das harte und dramatische Leben des legendären Marshal von
Dogde City- mit seinem Freund Doc Holliday sagt er der Gesetzlosigkeit
des Wilden Westens den Kampf an. Doch durch ihre brutale Vorgehensweise
machen sich die beiden zu sehr umstrittenen Helden........................................
.......................................................................................

***********************************************************************************

Mein Fazit:

Nur etwas über Einhundertachtzig Minuten? Ich hätte immer und immer noch weiter
schauen können.
" Wenn sie dich vor Gericht stellen, werden sie dich hängen.........und wenn sie
dich fangen sollten, werden sie dich auch hängen. Also steigst du auf dieses Pferd, Wyatt-
und reitest los. Du reitest, bis du aus Arkansas hinaus bist....und du kommst nicht hierher
zurück. Niemals. "
WYATT EARP ist mehr als unterhaltsam und spannend. Und mit Witz und Herz am rechten
Fleck. " Sie haben eine Menge Selbstvertrauen,.....Mr. Wyatt. Ich glaube, Sie versuchen mich
zu verführen...........Wyatt...". Und Romantik mit Faktor Gänsehäutchen.
" Ich würde nie mehr verlangen, als du mir geben kannst....,ich möchte dir nur nahe sein. "
WYATT EARP- das Leben einer Legende (1994) : Das oft verfilmte Duell mit der Clanton- Bande
ist hier Nebensache. Hier wird die Biografie einer Figur aufgerollt, mit ausnehmend schönen Bildern.
" Das ist ein rauhes Land- es duldet keine Narren. "
Nichts ist stärker als die Bande des Blutes.
Starke Verfilmung. Weil so bemerkenswert eindringlich.

Lauflänge exactly: 183.02 Minuten ( mit Abspann ) !!

Special Features ( deutsche Untertitel ) :

- All- New Documentary- It Happened That Way= 13.30 Minuten!

- TV Special 1994- Wyatt Earp: Walk With A Legend= 22 Minuten!

- Nicht verwendete Szenen= 18.27 Minuten!

- Kinotrailer!

Klasse Western!
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am 9. März 2001
Die Bezeichnung Western wäre für diesen Titel sicherlich eine Unterbewertung der Meisterleistung die Lawrence Kasdan mit diesem epischen Werk nicht verdient hätte. Manche Zuschauer mag die Länge des Films, dessen Stoff in der Filmgeschichte schon mehrfach verfilmt wurde, sicherlich schrecken, doch handelt es sich um weit mehr als nur einen simplen Western. Die Charktere, allen voran Wyatt Earp alias Kevin Costner bleiben nicht die flachen Revolverhelden wie in anderen Versionen dieses Genres. Vergleichbar wäre die Erzählung des Lebens eines amerikanischen Helden, mit der Familiensaga "Das Geisterhaus"mit Jeremy Irons. Der 'Held' wird nicht nur mit glänzender Rüstung und weißem Ross gezeigt, sondern legt schonungslos alle Facetten eines harten und entbehrungsreichen Lebens offen. Kein verklärtes Bild eines schießwütigen Cowboys, sondern eine eindringliches Portrait eines Mannes der verzweifelt versucht nicht an seinen Idealen zu scheitern. Auch wenn der Titel unter starker Konkurrenz wie "Tombstone" mit Kurt Russell in der selben Titelrolle zu leiden hat, ist dies doch für alle, die tiefgründigere Verfilmungen mögen der bessere Griff. Aber auch Actionfreunde werden nicht enttäuscht und kommen auf ihre Kosten, denn Western bleibt auch trotz melancholischer Akzente Western - dies ist nicht nur seit "Erbarmungslos" mit Clint Eastwood klar.
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am 24. Mai 2011
*Achtung, Spoiler!*

Genau wie "Der mit der Wolf tanzt" ist auch "Wyatt Earp - Das Leben einer Legende" kein typischer Western, sondern eher ein Westerndrama, oder - wenn man so will - ein Entwicklungswestern. Im Vordergrund steht nicht ein zentraler Konflikt, dem sich eine Figur stellen muss, sondern die Entwicklung einer Figur. Wenn man diesem Umstand beim Ansehen Rechnung trägt, wird man keinesfalls enttäuscht.

Die Welt des amerikanischen Westens wird geradezu erschreckend plastisch dargestellt, wenn z. B. der junge Wyatt und sein Bruder durch eine Stadt gehen und plötzlich eine Schießerei ausbricht und die beiden beobachten müssen, wie sich zwei wildgewordene Burschen gegenseitig abknallen - und ein unschuldiges Pferd dazu. Wie schnell es zu einer Explosion, einer Entladung von Gewalt kommen konnte, wird dadurch lebendig vor Augen geführt. Auch die weiteren Lebensstationen Wyatt Earps werden umrissen: Seine kurze Ehe mit Urilla, seine intime Bekanntschaft mit Mattie Blaylock (die sich als seine Frau bezeichnet, obwohl sie nie heiraten), sein Leben als Gesetzloser und Gesetzeshüter und - als Höhepunkt - natürlich der Shoot Out am OK-Corral mit den Clantons und McLaurys. Doch danach ist der Film nicht zu Ende. Wie erfahren, wie es nach dem berühmten Shoot Out weiterging - wie die Clantons und McLaurys und Curly Bill Brocious sich an den Earps rächten, und was Wyatt daraufhin tat.

Bis zu diesem Film hatte Doc Holliday in meiner Vorstellung immer das Gesicht von Kirk Douglas, doch Dennis Quaid spielt den schwindsüchtigen Doc so gut, dass er Douglas problemlos ablöst. Auch Doc ist ein typischer Western-Charakter, geprägt von den Umständen und Sitten; grob und handgreiflich gegen seine Freundin Big Nose Kate, aufbrausend und beleidigend gegen seine Feinde - und immer brandgefährlich. Ein Gutteil Psychopathie wird wohl dabeigewesen sein. Als die Earps von Dodge City nach Tombstone weiterreisen, reist Doc ihnen nach - und steht seinem Freund Wyatt am OK-Corral bei.

Die Schauspielerriege ist mit einigen bekannten Gesichtern besetzt u. a. mit:
- Tea Leoni (Jurassic Park III) als Sally
- Rex Lynne (CSI:Miami) als Frank McLaury
- Mark Harmon (Navy CIS) als Sheriff Johnny Behan

In meinen Augen ein äußerst wichtiger Beitrag zum Western-Genre, der zeigt, dass es nicht nur Päng-Bumm-Western gibt, sondern im Genre auch andere Geschichten - tiefgründigere, realistischere - erzählt werden können. Passend dazu das Buch von Loren D. Estleman:

Blutiger Herbst. Western- Roman.
Wyatt Earp.
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am 6. Oktober 2008
Dieser Film hat alles, was ein guter Western haben muss und darüber hinaus noch viel mehr zu bieten.

Ich kann nicht nachvollziehen, wie man diesem Film fehlende Dramaturgie und überstrapazierte Länge vorwerfen kann. Mich hat der Film von der ersten bis zur letzten Minute überzeugt. Freilich ist er von durchaus epischem Ausmaß, doch ist dies notwendig, um die Person des Wyatt Earp über den gesamten Film zu entwickeln. Der Film stellt Fragen an Moral. Heiligt der Zweck die Mittel? Diese Frage wird hier gestellt. Die Vision eines Mannes für Gerechtigkeit und Wohlstand und Glück für seine Familie nimmt Überhand und holt ihn schließlich ein. Nahe stehende Verwandte müssen mit dem Leben für die Vision des Mannes bezahlen und eine Frau wird in den Wahnsinn getrieben. Das scheint der Preis. Ein alt bekanntes Rezept für eine Geschichte, aber vorliegend verdammt gut umgesetzt und von Kevin Costner sehr glaubwürdig dargeboten.

Neben dem besticht der Film durch die Glaubwürdigkeit seiner Charaktere. Darüber hinaus ist er wunderschön in Szene gesetzt.

Hut auf!
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