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am 12. April 2017
Kam schneller als angegeben, hab es als Geschenk gekauft und der beschenkte ist voll zufrieden.
Also alles im einem, super gelaufen und jemand glücklich gemacht;)
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In "Wolfsküsse. Mein Leben unter Wölfen" erzählt Elli Radinger ihre Geschichte: Wie trug es sich zu, dass die Rechtsanwältin nahezu von heute auf morgen ihren Beruf aufgab und ihren Traum lebte? Den Traum von einem Leben, das sich fast nur um Wölfe dreht. Sie wurde zur Wolfsforscherin und hielt ihre Erlebnisse in Büchern fest. Die Wölfe lehrten sie nicht nur Unmengen über die wilden Caniden selbst, sondern auch viel über die Natur der Menschen. Einsichten über Strategie, Kommunikation, Loyalität, aber auch Neugier, Geduld, Liebe. Im Laufe der Zeit wurde ihr klar, dass sich die Menschen gar nicht so sehr von den Wölfen unterscheiden.

Dieses Buch hat mich wie fast keines in diesem Jahr begeistert. Es berührte und beeindruckte mich schon auf den ersten Seiten so stark, dass ich immer wieder - als nahe am Wasser gebaute Person - Tränen in den Augen hatte. Elli Radinger beschreibt traurige und rührende Situationen und es war gleichermaßen Trauer wie auch Freude, die ich mit ihr teilen durfte. Es ist wunderschön zu sehen, wie jemand sein bisheriges Leben hinter sich lässt und den größten Traum verwirklicht. Es gibt leider viel zu viele Menschen, die ihr kurzes Leben achtlos vergeuden und so ist das Buch nicht nur eines über Begegnungen mit Wölfen, sondern auch eines über die Begegnung mit einer bemerkenswerten Frau.

Die Beschreibungen der Wölfe sind so eindringlich, dass man glaubt, sie ebenfalls zu kennen. Besonders ans Herz gegangen sind mir als Zoo-Verweigerin auch folgende Sätze:

Heute, nach fast zwanzig Jahren Beobachtung von freilebenden Wölfen, bin ich kaum noch in der Lage, einen Zoo zu besuchen. Ich ertrage es einfach nicht mehr, das erloschene Feuer in den Augen eines gefangenen Tieres zu sehen.

Während des Lesens wurde mir erneut klar, welche Unterschiede unsere Gesellschaft doch macht. Einerseits ist es völlig in Ordnung, Tiere für den eigenen Genuss gefangen zu halten, zu töten, zu verstümmeln, zu überzüchten, sie von ihren Müttern zu trennen - schlicht und einfach unserer Willkür auszusetzen. Den Unterschied macht oft nur aus, wie niedlich sie sind. Ähnlich ist es auch mit Jägern und Wolfsgegnern: Für viele (natürlich nicht alle!) von ihnen ist der Wolf der Gegner, den man sich vielleicht höchstens als Trophäe an der Wand vorstellen kann. Solche Entscheidungen treffen alle Menschen im Laufe ihres Lebens. Welches Lebewesen darf weiterleben? Welches für den eigenen Vorteil sterben? Und diese Entscheidung wird nicht nur in jedem Land, jeder Kultur anders getroffen, sondern auch von jedem Menschen.

"Wolfsküsse" ist auf jeder Linie faszinierend. Ich wuchs mit Hunden auf und dennoch war das Lesen für mich sehr erstaunlich. Vor allem, weil diese Wölfe teilweise wirklich völlig entgegen der einschlägigen Meinung leben und agieren. Was? Die haben Spaß? Tiere können keinen Spaß haben. Punkt. Menschliche Gefühle niemals in Tiere interpretieren. Das ist falsch, falsch, falsch. So habe ich es noch in der Schule gelernt. Ein Wolf als Schürzenjäger? Und tyrannische Wölfe. Krieg. Und so viel Liebe. Das alles und noch viel mehr findet man in diesem Buch.

Ganz wichtig war für mich aber auch ein weiterer Punkt, der angesprochen wird: Das Verhalten ist nicht nur den Wölfen zu eigen. Jedes (Wild)tier ist ein Individuum, nur wir Menschen vereinheitlichen und ent"personifizieren" - vermutlich, damit wir besser damit klarkommen, was wir ihnen antun.

Sehr interessant fand ich auch die Beobachtung, dass viele Wolfsfamilien ihre eigene Rabenfamilie haben. Die Beschreibung hatte so etwas mystisches und siehe da: Das Thema hat auch schon in alten Sagen seinen Platz gefunden: Odin (oder auch Wotan) aus der nordischen Mythologie bzw. der Edda wurde nicht nur von den beiden Raben Hugin ("Gedanke") und Munin ("Erinnerung") begleitet, sondern auch von den Wölfen Geri ("Gierig) und Freki ("Gefräßig"). Insgesamt muss ich zugeben, dass ich niemals erwartet hätte, dass die Wölfe in einem autobiografischen Buch so "menschlich" geschildert werden. Das entspricht überhaupt nicht der gängigen Meinung über Tiere.

Was für ein wunderbares Buch über eine bemerkenswerte Frau. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so durchgehend bei einem Buch heulen musste. Jeder, wirklich jeder sollte es lesen, um zu erfahren, dass auch das kleinste Lebewesen ein Rädchen im Getriebe ist. Es ist atemberaubend, der Natur bei ihrer Entfaltung zuzusehen. Doch wer denkt, dass Elli Radinger völlig unreflektiert schreibt, irrt sich. Sie schildert souverän, was sie an der Wolfsforschung stört und sie nimmt keine feindliche Position gegenüber den Wolfsgegnern ein. Vielmehr versucht sie, Verständnis aufzubringen, um Aufklärung betreiben zu können.

Ich bin glücklich, dass ich dieses Buch in einer gemeinsamen Leserunde mit Elli Radinger erleben durfte. Es war eine Bereicherung.
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am 7. November 2014
"Der Preis der Freiheit ist der Verzicht auf die Bequemlichkeit." (Dietmar Füssel, österr. Schriftsteller)

*** AUS DEM BUCH: ***
„Ich bin keine Biologin, sondern Autorin mit Schwerpunkt Wolf und Hund. Um meinen Traum vom Leben mit den Wölfen zu verwirklichen, gab ich mein früheres Leben auf. Dass diese Entscheidung richtig war, wusste ich in dem Augenblick, als ich zum ersten Mal einem wilden Wolf gegenüberstand und seine Augen in meine Seele zu blicken schienen. ... Ich bin nur eine Beobachterin in der Welt der Wölfe; dringe nicht ein und dränge mich nicht auf. Ich sehe ihnen zu und erzähle dabei meine Geschichte und die Geschichte der Wölfe, die ich ein Stück ihres Lebens begleiten durfte.“ (Seite 10)

„Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, blicke ich zurück auf sechzehn Jahre Wolfsbeobachtungen in Yellowstone. In dieser Zeit habe ich viel von den Wölfen und ihrem Sozialverhalten gelernt. Heute glaube ich, dass ich durch ihr Beispiel ein besserer Mensch geworden bin, weil ich ihr Vorbild von Familie, Fürsorge und Loyalität immer wieder aufs Neue versuche in mein eigenes Leben zu integrieren.“ (Seite 75)

*** MEIN FAZIT: ***
Die Autorin selbst bezeichnete „Wolfsküsse“ als ihr bis dahin persönlichstes Buch. Da ich bereits ein paar Bücher von Frau Radinger gelesen habe, ging ich von vornherein davon aus, dass mich der einfühlsame und lebendige Schreibstil der Autorin sicherlich auch in diesem Buch wieder begeistern würde. Womit ich nicht gerechnet hatte, war das Feuerwerk der Gefühle, das der Inhalt dieses Buches bei mir entfachen sollte.

Sehr emotional führt die Autorin den Leser durch einen großen und wichtigen Teil ihres Lebens. Sicherlich ist dieses Buch auch ein sehr interessantes Sachbuch über Wölfe und über die Arbeit in der Wolfsforschung, aber in erster Linie beinhaltet es die Biografie einer Frau, die von der Rechtsanwältin zur Anwältin der Wölfe wird. Die ausgeprägte Naturliebe der Autorin ist auf jeder Seite im Buch spürbar, und während man die traumhaften Schilderungen über ihre Wolfsreisen liest, wünscht man sich nichts so sehr, als in einem solchen Moment dabei sein zu können.

Die Unkenntnis über das Verhalten der Wölfe sorgt leider immer noch bei vielen Menschen für Missverständnisse und Ablehnung. Dabei sind diese faszinierenden Tiere nicht nur intelligent, sondern haben auch ein ausgeprägtes Sozialverhalten, ein fürsorgliches Familienleben, mögen es zu spielen und Schabernack zu treiben, und kennen auch Trauer, wenn ein Rudelmitglied stirbt.

Haben Tiere wirklich Gefühle??? Eine Frage, die man früher rigoros verneint hätte, heute weiß man darüber mehr. Das führt irgendwann unweigerlich zu weiteren Fragen, wie beispielsweise: Erfordert die Tierhaltung in Gehegen und in Zoos unter diesem Gesichtspunkt nicht neue Denkansätze? Und wie weit darf man eigentlich gehen bei der Tierforschung?

All diese Themen, und noch viel mehr, spricht die sympathische Wolfsexpertin in diesem Buch an. Sachlich und fundiert, aber auch leidenschaftlich und voller Wärme. Gleichzeitig erzählt sie darüber, wie die Wölfe ihr eigenes Leben verändert haben. Der Beginn dieses Abenteuers war für die Autorin auch eine Suche nach sich selbst. Die Wölfe, aber auch die anderen Tiere in der Wildnis, sowie die Natur ansich, waren ihr dabei großartige Lehrmeister und Wegbereiter.

Selten habe ich ein in diesem hohen Maße abwechslungsreiches, lehrreiches und berührendes Buch gelesen. Ich lese gerne und viel, und einige Bücher konnten bereits mein Herz erreichen. Aber diese Lektüre ging tiefer, denn die bewegenden Erfahrungen und die dabei vermittelten Botschaften der Autorin gehen nicht nur in des Lesers Herz, sondern hinterlassen bei ihm mit Sicherheit auch einen nachhaltigen Eindruck. Ein Buch, das mit seiner Gedankentiefe die Seele berühren kann.

Sehr gerne vergebe ich hier fünf Sterne mit einem dicken Plus, und bedanke mich bei der Autorin für diese wunderbare und außergewöhnliche Leseerfahrung, die hoffentlich noch viele potentielle Leser in die Natur und zu den Wölfen führen wird!

"Solange Menschen nicht denken, dass Tiere fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken." (Indianische Weisheit)
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am 4. Oktober 2011
Noch eine Biografie? Noch ein Buch über eine ungewöhnliche Beziehung zwischen Mensch und Tier? Noch eine Lebensweisheit ummantelt mit Kitsch und platten Sprüchen? Weit gefehlt! Elli Radinger, anerkannte Expertin in Sachen "Wolf - eine ambivalente Liebe in allen Zeiten", nimmt uns mit. Sie lädt ein, ohne zu zwingen, sie öffnet Augen und Herzen, ohne den erhobenen Zeigefinger, sie scheut sich nicht vor Selbstkritik und sie traut sich, die eine oder andere Frage unbeantwortet zu lassen. Neben den sehr anschaulichen Schilderungen über die Unterschiede zwischen Gehegewölfen und wild lebenden Wölfen, erzählt sie ausführlich, aber niemals ausschweifend über die Mühen der Forschungsarbeit. Was es für die vielen, leidenschaftlichen Mitarbeiter der jeweiligen Wolfsprojekte bedeutet, wenn sie sich einer Sache mit Haut und Haar verschreiben. Abseits von Jack-London-Romantik und bornierter Besserwisserei bringt sie uns das Leben und Sterben einer der faszinierendsten Tierarten dieser Erde nahe. Sie möchte niemanden agitieren oder zu einem besseren Menschen machen. Aber sie möchte erreichen, dass jeder Einzelne sich ein Herz fasst und mutig wird. Mut zu den eigenen Träumen, Mut zur Toleranz, Mut zur Liebe. Mit diesem Buch über einen der größten Beutegreifer hat Elli Radinger es geschafft, mir ein realistisches Bild des Wolfes zu geben. Und so ganz nebenbei macht sie Lust auf den ältesten Nationalpark der USA - den Yellowstone Nationalpark.
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am 25. Juli 2012
Ich kannte Elli H. Radinger bisher nur durch ihr Gemeinschaftsprojekt mit Günther Bloch: "Wölfisch für Hundehalter". In diesem Buch haben mir damals ihre Erzählungen über die Yellowstone-Wölfe sehr gut gefallen. Daher mußte ich nicht lange überlegen, "Wolfsküsse" zu lesen. Erwartet hatte ich eher ein Sachbuch über Wolfsbeobachtungen, bekommen habe ich aber eine sehr persönliche und vielschichtige Biografie.

Die Autorin erzählt, wie und warum sie ihren alten, gutbezahlten Anwaltsberuf an den Nagel hängt und sich für die Wölfe entscheidet. Mit Mut und Hartnäckigkeit erfüllt sie sich ihren Traum und schafft den Weg in mehrere Wolfsforschungs-Zentren der USA - obwohl sie keine Biologin ist - bis sie schließlich ihre Bestimmung bei den Wölfen im Yellowstone Nationalpark findet.

Neben dem autobiografischen Aspekt kommen aber auch die Beobachtungen über das Verhalten der Wölfe nicht zu kurz - und manches Mal kam mir ihr Verhalten doch sehr "menschlich" vor.

Leider bedeutet ein Leben mit den Wölfen nicht nur Zufriedenheit, oft genug werden Wolfsforscher und -beobachter mit Vorurteilen und Ängste durch die Wolfsgegner konfrontiert, die die Autorin nicht ignoriert, sondern respektiert und versucht, einen Konsens bzw. Alternativen zu finden. Und genau das ist ein großer Pluspunkt dieses Buches: Elli Radinger beleuchtet die einzelnen Aspekte und auch ihr eigenes Handeln von mehreren Seiten und durchaus auch kritisch - dieses Buch ist alles andere als Schwarz-Weiß-Malerei.

Einge Kapitel sind sehr traurig und berührend, ich hatte einige Male Tränen in den Augen, u.a. auch deswegen, weil die Autorin ihre persönlichen Emotionen einfliessen läßt - und bei anderen Kapitel schafft es Elli Radinger kinderleicht, mich zum Lachen zu bringen.

Und genau das macht das Buch aus: ein herzlicher, ehrlicher und mitreissender Schreibstil - es ist nicht schwierig, die Liebe der Autorin zu "ihren" Wölfen rauszulesen, außerdem Erkenntnisse über Wölfe, Bären und dem Gleichgewicht der Natur in Yellowstone, aber auch ein Buch über das Leben und Träume, das Mut macht, eben diese Träume nicht länger zu träumen, sondern zu verwirklichen.

Das Buch ist damit ganz klar ein Buchtipp.
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am 24. März 2012
In Wolfsküsse erzählt Elli Radinger sehr ehrlich ihren Weg zu und mit den Wölfen. Ihre Erlebnisse in der Natur und warum sie sich darauf einlässt, kann ich sehr gut nachvollziehen. Gut finde ich auch, das sie die Forschung an den Wölfen (einfangen und besenden) in Frage stellt, wie weit dürfen wir damit gehen ? Da ich auch einmal echte Wolfsküsse erleben durfte, empfinde ich ähnlich emotional , wie Elli Radinger in ihrem Buch schreibt.
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am 8. April 2012
Man bekommt zum Einen einen guten Einblick in die tägliche Arbeit der Wolfswissenschaftler und das Vorankommen der Bestrebungen zum Wolfsschutz. Zum Anderen ist das Buch eine gute Werbung für den Yellowstone NP.
Bei mir hat es funktioniert...

Lesenswert für alle Wolf- und Naturinteressierten.
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am 24. November 2011
Das Buch ist mir in die Haende gewandert, durch eine Lesung von Fr. Radinger, welche auch absolut empfehlungswert war. Als Studentin von ein Umweltstudiengang, lag mein Interesse nicht besonders am Wolfsthema (ich neige eher zu Otter), sondern daran dass ich ueber ihre Erfahrungen in der Forschung lesen wollte. Und dafuer war dieses Buch genau richtig.

Auch mit nicht besonders guten Deutschkenntnissen war das Buch einfach zu lesen und sehr unterhaltsam. Was ich toll fand war das es nicht nur wissenschaftlich war. Das waer mir wahrscheinlich zu langweilig gewesen. Genau das sie auch ueber ihre eigenen Erfahrungen geschrieben hat, hat das Buch lebendig und witzig gemacht. Man hat viel aus der Welt der Forschung erfahren, z.B. ueber Telemetrie und die unterschiede zwischen Gehege- und Wildwoelfe.

Eine sehr schoene Stelle vom Buch ist der wo erklaert wird wie die Wiederansiedlung des Wolfes das ganze Oekosystem Yellowstone geaendert hatte. Dies fand ich sehr interessant aus dem Umweltaspekt.

Durch dieses Buch habe ich selbst Lust bekommen zum Yellowstone National Park mal zu gehen und da die Tiere zu beobachten. Auch hat es in mir die Interesse geweckt mal in Deutschland mich mehr fuer der Schutz der Artenvielfalt einzusetzen.

Man kann dieses Buch nur empfehlen, und eventuel koennte es ja bald in Englisch erscheinen. Wuerde mich freuen und bestimmt auch viele Touristen in Yellowstone National Park.
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am 17. Januar 2012
Elli Radinger macht es uns allen vor: In einem schwierigen Lebensabschnitt hört sie auf ihr Herz, wirft alle Sicherheiten über Bord und widmet sich ihren geliebten Wölfen. Sie fängt noch einmal ganz von vorne an, muss lernen, revidieren, Entäuschungen einstecken. Und trotzdem verfolgt sie ihr Ziel: den Wölfen nahe zu sein und sie zu schützen. Es ist beeindruckend, was sie sich dabei in den letzten Jahren aufgebaut hat: Sie arbeitet bei der Wolfsforschung im Yellowstone-Nationalpark mit und führt ausgewählte, kleine Besuchergruppen zu "ihren" Schützlingen. In Deutschland gibt sie ihr Wissen bei Vorträgen und Veranstaltungen weiter, denn auch hier gibt es ja wieder eine kleine Wolfspopulation, die es sehr schwer hat.
Dieses Beispiel macht Mut in einer Zeit, wo es nur um Ratings, Börsenkurse und Wirtschaftswachstum geht und zeigt, wo die wahren Werte liegen. Vielen Dank, Elli Radinger, für dieses herzerwärmende Buch!
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am 29. Juli 2012
Erwartet habe ich ein Sachbuch ' da ich schon Bücher der Autorin gelesen habe, wusste ich dass mir ihr Stil gefällt und dass sie auch trockene Fakten gut rüberbringen kann. Doch schon auf den ersten Seiten von Wolfsküsse fiel auf, dass dieses Buch anders ist. Viel persönlicher. Elli beschreibt uns Lesern erst einmal ihr Leben vor den Wölfen. Und auch das war schon durchaus spannend. Stewardess, dann Jura-Studium, Zulassung zur Anwältin' doch dann der große Bruch. Scheidung, Schließung ihrer Kanzlei und der Beginn eines ganz neuen Lebens. Zuerst schrieb sie Artikel für Reisemagazine, aber immer mehr drängte ihre Faszination für Wölfe sie in ein völlig neues Leben. Ein Praktikum in Erich Klinghammers "Wolf Park" war der erste Schritt und die erste direkte Begegnung mit den Wölfen.
Doch das Beobachten von Gehegewölfen war Elli nicht genug, sie wollte die Tiere in freier Wildbahn in ihrer natürlichen Umgebung sehen, um ihr unbeinflusstes Verhalten beobachten zu können. Mitte der 90er Jahre begann die Wiederansiedlung von Wölfen im Yellowstone Nationalpark und damit ein neues Kapitel in der Wolfsforschung und im Leben von Elli Radinger. Seitdem war sie jedes Jahr dort und hat sich als freiwilliger Helfer in der Beobachtung der Tiere verdient gemacht.

Und natürlich hat sie in diesen vielen Jahren unglaubliche Szenen gesehen, von denen viele in diesem Buch hier ihren Platz gefunden haben. Den Leser erwartet absolut kein trockenes Sachbuch, sondern eine Geschichte voller Herzblut, in der aus jeder Zeile die tiefe Liebe und Bewunderung zu diesen beeindruckenden Tieren steckt. Und es gelingt der Autorin hervorragend, mir als Leser die größtenteils nur mit Nummern bezeichneten Tiere näher zu bringen. Nicht als wäre man dabei gewesen, aber sehr nahe dran. Da erlebt man Wölfe mit, die sich albern verhalten und spielerisch einen Schneehügel hinunterrutschen, da liest man von Wolfspaaren, die kurz nacheinander sterben, man erfährt von Rudeln, die sich um verletzte Mitglieder kümmern und so vieles mehr!

Auch der Humor kommt nicht zu kurz, wenn zum Beispiel beschrieben wird, wie man bei einer Tour ins Hinterland des Parks mit seinen nicht zu vermeidenden Hinterlassenschaften umgehen muss, wie man bei einem Bärenangriff reagieren sollte, etc.
Aber in der freien Natur spielen sich nicht nur schöne Szenen ab, sondern auch grausame. Hier musste ich das eine oder andere Mal hart schlucken und stellte fest, dass mir wohl die Fähigkeit fehlen würde, manche Abläufe als naturgegeben hinzunehmen und nicht eingreifen zu können. Hut ab vor einer Frau, die gelernt hat, dass dieser Kreislauf ist, wie er ist, und dass man einfach nicht alles mit menschlichen Maßstäben beurteilen kann.

Großartig dargestellt fand ich die Veränderungen, die sich durch die Wiederansiedlung der Wölfe auf das ökologische Gleichgewicht ergeben. Diese bedeutet nämlich mitnichten nur eine Reduzierung der Beutetiere, sondern hat Auswirkungen bis hin zur Vogelpopulation und Pflanzenwelt!

Hochinteressante Argumente, die eigentlich jeden davon überzeugen sollten, dass die Rückkehr der Wölfe etwas Gutes ist und es keinen Grund gibt, sie zu verteufeln und möglichst schnell abzuschießen. Aber einige Gegner sind keinen vernünftigen Argumenten zugänglich, leider wird man die Meinung solcher Menschen wahrscheinlich nie ändern können.
Gut gefallen hat mir bei der Lektüre des Buches, dass Elli Radinger sich immer bemüht, beide Seiten zu sehen. Ja, es gibt den uneinsichtigen Wolfshasser, aber es gibt auch Rinderzüchter, die deswegen gegen den Wolf sind, weil sie ihre Rinder tatsächlich schätzen und lieben und einfach Angst um sie haben. Wer sind wir, dass wir die Wertschätzung eines Rindes geringer ansiedeln als die eines Wolfes? Es werden aber auch Lösungsansätze präsentiert, wie zum Beispiel der Einsatz von Herdenschutzlamas.

Natürlich kennt Elli Radinger all die großen Namen, ist Jim Brandenburg, David Mech und vielen anderen wichtigen Personen der Wolfsforschung begegnet, aber ihr Buch beschreibt auch die vielen unbekannten Menschen, deren freiwilliger Einsatz in ihren Ferien oder im Ruhestand die Wolfsbeobachtungen unterstützt und die "nur" dadurch belohnt werden, dass sie diese großartigen Tiere sehen dürfen.

Insgesamt ein wunderbares Buch, das mich oft schmunzeln ließ, viel öfter allerdings zu Tränen rührte, ein Buch, das Mut macht, seinen eigenen Weg zu suchen und seine Träume zu leben!
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