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am 6. Oktober 2015
Ich habe noch nicht alle Staffeln durch, aber ich bin bisher völlig begeistert. Etwas so komplexes, dabei aber ehrliches und knallhartes, habe ich selten erlebt. Es sind keine einzelnen Folgen, wo in spektakulärer Geschwindigkeit komplexe Mordfälle mit viel Bumm Bumm gelöst werden. Diese Serie ist anders, sie verlangt einem Gedächtnismäßig alles ab in einer die ganzen Staffeln andauernden Geschichte. Es gibt viele Dialoge, bei denen man dran bleiben muss um nicht den Faden zu verlieren - definitiv also keine Sendung um sich abends berieseln zu lassen. Story mäßig kann ich nun also schon vor durchsehen aller Staffeln sagen, dass ich gerne mehr als 5 Sterne vergeben würde.

Technisch gesehen sind die DVD's teils unterirdisch. Die Auflösung passt nicht, der Ton manchmal verschoben, aber dadurch dass einen die Story von Anfang an packt, kann man trotz der miesen Qualität nicht aufhören zu schauen. Auch an meinen Vater, der Filme mäßig schwer zu begeistern ist, habe ich die DVD's weiter gegeben und auch er ist von der Serie überaus begeistert!
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am 26. Mai 2016
The Wire und The Sopranos sind beides geniale HBO Serien. Ganz anders natürlich als die Sporanos, aber auch sehr schön anzusehen
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am 2. März 2015
Dies ist das Anfangszitat aus Staffel 4 Episode 4 und beschreibt die Situation in Baltimore perfekt.

The Wire ist keine Serie, man sollte The Wire eher als ein filmisches Kunstwerk, eine Analyse, eine Doktorarbeit auf Zellulloid betrachten.

Die komplexe Story ist natürlich nicht jedermanns Sache, es gibt nicht "die Guten" und "die Bösen", die Folge hört auch nicht mit einem Cliffhanger auf, sondern weil einfach die Zeit um ist. Wenn denn die " echten Verbrecher" gefasst werden sollten -was so gut wie nie vorkommt- gibt es keinen finalen Kampf mit Bösewicht und McNulty, keine irren Verfolgungsjagden und Explosionen. Nicht jeder Charakter in der Serie bekommt am Ende das, was er noch unseren moralischen Vorstellungen, verdient hätte.

Ich kann mir gut vorstellen, dass dies den einfachen Zuschauer irritiert. Auch dass die Serie wirklich langsam in Fahrt kommt ist ein Grund, abzuspringen.

Auch wenn es der Generation, die es nicht aushält 5 Minuten mal nicht auf ihr Smartphone zu schauen, schwer fällt: Wenn ihr auch auf die Serie einlässt, wird es sehr viel zu entdecken geben.

In der ersten Staffel ist die Polizeiarbeit mit dem Drogenboss Barksdale der Hauptfall, die zweite Staffel beschäft sich hauptsächlich mit den krummen Geschäften im Hafen von Baltimore, die 3. Staffel ist geprägt davon, dass auch die "normale Welt" nicht weniger verbrecherisch ist, als die Welt der vermeintlichen Verbrecher: Immobilien. Die 4. Staffel richtet ihren Hauptfokus auf die Schulen und mit der 5. Staffel wird diese Serie mit den Medien in "Bodymore, Murderland" abgeschlossen.

Die Serie hinterlässt ein gemischtes Gefühl bei mir.

Nicht wegen der filmischen Kompetenz sonder der Traurigkeit, dass The Wire in Deutschland nicht angenommen wurde.

Jeder Zuschauer, der die intellektuelle Kapazität dafür besitzt und sich für US-Serien mit kriminalistischen Hintergrund interessiert sollte diese Serie gesehen haben.
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am 24. Mai 2013
The Wire - die Storie? Ganz ehrlich, so oder so ähnlich gab es das schon in hundert anderen Serien, und das actionreicher und bombastischer. Drogengang hat Wohnviertel komplett übernommen, Polizei kommt nicht dagegen an, sei es wegen Geld, Willen, Korruption oder sonst was. Eine Sondereinheit schaffts dann doch. Wie dröge! Eigentlich SK Kölsch-Grottenniveau.
Aber eben nicht hier. Spätestens in Folge 4 der ersten Staffel hatte mich die Serie. Bunk und McNaulty untersuchen einen alten Tatort und benutzen, während der gesamten Untersuchung, ein einziges Wort (wohlgemerkt in verschiedensten Varianten). Das ist ganz große Erzählkunst.
Schon die allererste Szene der Serie macht einem bewußt: Das ist aber anders.
Hervorragend ist auch die Charakterentwicklung.
Beispielhaft sei hier mal eben nicht die der Hauptcharaktäre wie McNaulty, Kima oder Stringer genommen, sondern "Herc" und Carver, die eigentlich "nur" Nebencharaktäre sind, aber auf gleichem Niveau starten und sich gänzlich anders entwickeln.
Wie schon bei den "Sopranos" hinterläßt die Serie bei mir einen ganz schlimmen Geschmack im Mund, der einfach nicht weichen will. Ich, als Wohlstandskind, behütet aufgewachsen auf dem Dorf, ohne großen Kontakt zu Drogen und Verbrechen, will einfach glauben, dass das alles nur ein Film ist. Und doch weiß ich, das ist genau so und nicht nur in Baltimore, sondern auch in bestimmten Gegenden hier.
Beide Serie haben bei mir ein Gefühl der Machtlosigkeit und Ekel ausgelöst. Die Sopranos mehr Ekel, The Wire mehr Machtlosigkeit.

Ein Hinweis noch: Die Serie auf Englisch schauen! In deutscher Sprache ist es nicht möglich, die Gesamtatmosphäre einzufangen.
Allerdings können Untertitel dabei sehr hilfreich sein. Ich schaue alle US-Serien im Orginal, und habe selber auch in den USA gelebt, aber hier hatte ich doch zu Anfang arge Probleme den Dialogen der "Menschen der Drogenkultur" zu folgen.
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Wer von "the wire" noch nie etwas gehört oder gesehen hat, sollte vorher eines wissen:
Diese Serie ist nichts für Freunde von Action, Tempo, Verfolgungsjagden, Geballer, coolen Typen und flotten Sprüchen.
Dennoch ist es der Höhepunkt, den es je an Crime-Stories im TV gab.
Warum? Weil es realistisch ist bis zum Abwinken, und episch bis zum Gehtnichtmehr!

Bei "the wire" werden Stunden mit "Nichtstun" und "Gelaber" verbracht, was dem Zuschauer ein Höchstmaß an Geduld und Konzentration abverlangt, und trotzdem und nicht zuletzt gerade deswegen zählt "the wire" zum Spannendsten und Dramatischsten, was jemals über den Bildschirm flimmerte.

Diese Serie ist die einzige, die es schafft, kriminelle Verstrickungen und strukturelle Abhängigkeiten durch sämtliche Gesellschaftsschichten und Bevölkerungsgruppen einer Stadt auszuloten, bis man vollkommen desillusioniert im Fernsehsessel sitzt und kopfschüttelnd zur Kenntnis nimmt, warum der Kampf gegen das Verbrechen ein Kampf gegen Windmühlen ist.

Dabei bietet "the wire" als Drehbuch ein Meisterstück an Naturalismus, eine Regie mit perfekter Nähe zur Doku, und Schauspieler, denen man so gut wie nicht anmerkt, dass sie spielen!

Alle großen deutschen TV-Sender lehnten eine Ausstrahlung wegen der Komplexität der Serie ab.
Einen besseren Grund für den Kauf der Box kann ich nicht bieten.
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am 11. November 2012
Die Serie hält Amerikas Drogen-Politik den Spiegel vor und zeigt ohne Ausschmückung oder Übertreibung wie kaputt und machtlos der Apparat von Polizei, Justiz, Bildung und Exekutive ist. Im durchgängigen Handlungsstrang werden aus verschiedenen Blickwinkeln Charaktere gezeichnet (und diese so einfühlsam und exzellent ausgearbeitet wie in keiner mir bekannten TV-Serie). Während in der ersten Staffel hauptsächlich der Drogenhandel und die Polizeiarbeit in Baltimore's Westside mit überwiegend afroamerikanischer Bevölkerung behandelt wird, durchleuchtet die Serie weitere Einflussfaktoren auf den Drogensumpf, wie den Hafen (Staffel 2) über den die meisten Drogen in die Stadt eingeschmuggelt werden, sowie deren dunklen Hintermänner und Helfers-Helfer. In der 3. Staffel werden die jungen Street-Gangs und die teilweise korrupte Stadtpolitik ins Visier genommen, welche mit manipulativen Fälschungen von Baltimore's Verbrechensstatistik ihr eigenes Versagen in politische Wahlkampfmunition zu verwandeln versuchen. Die 4. Staffel nennt die Ursachen beim Namen, indem sie die Ausweglosigkeit der Jüngsten und damit das Schul- und Bildungssystem der Stadt anprangert, denn hier entsteht jener Nachwuchs für die Drogengangs. Trotzdem versuchen Lehrer und Schulbehörde ansatzweise neue Wege (kleine Versuchsballons um die Härtefälle und zuvor längst Aufgegebenen wenigstens auf ihr Leben in den Drogen-Bezirken vorzubereiten). Der Kreis der Geschichte schließt letztlich mit Blickrichtung Medien (hier überwiegend die Tageszeitung Baltimore Sun) und hält die Lupe auf die Arbeit der Zeitungsredaktion, die zudem noch mit Einsparungen oder drohenden Entlassungen kämpfen muss und zeigt auch den harten Konkurrenzkampf um die begehrten Spalten ihrer Titelseite. Auf den ersten Blick vielleicht für manche langweilig klingende Inhalte, die jedoch durch eine einfallsreiche Drehbucharbeit mit zahlreichen unverbrauchten Motiven und Wandlungen die vielen üblichen Erwartungsklischees amerikanischer Serien zur Seite räumt.

Daneben gibt es viele parallel verlaufende Schicksale in Einzelgeschichten die z.T. über mehrere Staffeln ausgiebig und mit sehr viel Liebe zum Detail erzählt werden (wie z.B. den auf der Straße lebenden und heroinsüchtigen "Bubbles" der auch gelegentlich als Informant der Polizei für ein paar Dollar ausplaudert, wozu sonst keiner bereit wäre - und zeigt auch seinen Versuch der Drogenabhängigkeit zu entfliehen... die evtl. symphatischste Figur der Serie, da irgendwie ja jeder Dreck am Stecken hat). Diese und viele andere Begleitgeschichten machen vielleicht den besonderen Reiz von "The Wire" aus. Geschossen wird natürlich auch und das nicht zu knapp. Die Serie ist eben wie die Realität (zumindest die einer amerikanischen Großstadt mit mehr als 50% Arbeitslosigkeit). Sehr nah am harten Überlebenskampf.

Für mich eine der besten Serien überhaupt (wenn nicht sogar die beste...). Und da schließe ich Serien wie Breaking-Bad etc. durchaus mit ein. Wer sich anfangs auf eine in ihrer Erzählweise eher ungewöhnliche Serie einstellt, ohne die falsche Erwartung auf pyrotechnische Action-Unterhaltung (also keine Vergleiche zu Serien wie "The Shield" ziehen), den begrüßt eine spannende und komplexe Geschichte, die echter nicht sein könnte. Die stets fesselnd und sauber konstruiert viele etliche Stunden unterhält und dabei hält was sie verspricht.
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am 14. November 2012
Als erstes möchte ich davor warnen, dass die Serie nicht jeden Geschmack trifft.
The Wire ist anders. Sie hat keinen typischen Spannungsbogen. Man hat manchmal
den Eindruck, dass die Folge nur deswegen dort aufhört, weil die Uhr das so sagt.
Es sind sehr, sehr viele Charaktere vorhanden, die eine wichtige Rolle im ganzen Geflecht
der komplizierten Story spielen. Es gibt nicht die typische Hauptrolle.
Die Hauptfigur ist zwar sicher Dominic West (Jimmy McNulty). Jedoch sieht man ihn z.B.
in der gesamten vierten Staffel keine zehn Minuten. Diese Serie würde ich nicht als
Polizeiserie bezeichnen, den die Story zeigt auch die Geschichten anderer Gruppen, wie z.B.
der Personen auf der anderen Seite des Gesetzes. Es gibt hier kein Gut und Böse.
Und oft hat man mehr Sympathie mit einem kleinem Dealer oder der nur Nummer Zwei
der Drogengang als mit dem Officer der einem jugendlichen Autodieb die Finger bricht.

Ich habe zwischen Staffel eins und fünf das Buch, Homicide, welches von David Simons Feder stammt
gelesen. In diesem Buch schreibt er über ein Jahr, in dem er Polizeipraktikant bei genau dieser
Mordkommission war. The Wire verwendet viele Szenen aus dem Buch, das die Polizeiarbeit
noch realistischer erscheinen lässt. Allgemein merkt man die Kompetenz der beiden Macher der Serie, in den Themen die Sie behandeln. David Simons war Journalist bei der Baltimore Sun( Thema Staffel 5).Polizeipraktikant, und hat mit Ed Burns das Buch The Corner geschrieben,
bei dem sie die andere Seite begleitet haben. Ed Burns war bei dieser Mordkommission Detective
und unterrichtete später zwei Jahre in einer Schule in Baltimore( Thema Staffel 4).

Die Story ist viel zu komplex um Sie hier nur ansatzweisegrob zu skizzieren, deswegen lasse ich das ganz. Wikipedia hat da genug Informationen bereit gestellt.
Doch eins würde ich dort anders schreiben. Das Wort Wire wird dort mit Draht oder Abhörgerät
übersetzt, weil es in allen Staffeln mehr oder weniger um Abhöraktionen geht.
Ich denke es ist doppeldeutig. Es steht vielleicht mehr für eine Verbindung mit der die
sehr, sehr große Anzahl von Figuren alle früher oder später mal mit einander haben.

Fazit: Wer gerne abends das Hirn ausschalten und einen abgeschlossenen Fall am Ende einer
Folge möchte. Der wird mit der Serie nicht glücklich.
Wer aber erstmal die ersten vier oder fünf Folgen übersteht.
Und sich erstmal die Story aufbauen lässt, kann eine einmalige Serie genießen,
die eine zeitgenössische Geschichte einer Stadt und ihres Niederganges beschreibt.
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am 24. Oktober 2015
Wer "the Wire" mit dem primären Anspruch auf fiktionale Unterhaltung ansieht wird u. U. enttäuscht werden. Die Handlung ist komplex, und wer die Serie im Original Englisch ansieht (was unbedingt zu empfehlen ist) braucht schon überdurchschnittliches Sprachverständnis, denn hier wird nicht "wie im Fernsehen" gesprochen, sondern wie auf der Strasse.
Arbeitet man sich in die Handlung ein, dann ist diese spannend, denn sie ist nicht vorhersagbar und an den üblichen fiktionalen Dramaturgieregeln orientiert. Natürlich ist das auch keine Doku, der Realismus ist schon soweit eingehegt dass alles auch konsumierbar bleibt.
Der eigentliche Witz, das was die Serie über andere hochgelobte fiktionale Serien ("Breaking Bad" & Co.) deutlich hinaushebt, ist dass David Simon hier ein episches Sittengemälde der real existierenden amerikanischen Gesellschaft (unterhalb des offiziellen Mittelklasse-Klischees) malt, dass auf seiner Erfahrung als ehemaliger Reporter der Baltimore Sun basiert. Hier wurde echte Erfahrung verfilmt, nicht eine Serie designt die gefällig sein soll. Diese Story hat die Strasse geschrieben, und Simon hat sie in etwas umgesetzt, was man nur als beste Visualisierung einer "Great american Novel" bezeichnen kann. Eine Innenschau des Systems, schon fast zu analytisch gegliedert in die Kapitel Strasse, Arbeit / Niedergang, Polizei, Politik und Medien. Hier wird gezeigt wie die Wurst gemacht wird und warum sich letztlich nichts ändert, ausser den Protagonisten. Nicht die Menschen ändern das System, das System ändert die Menschen, for good or for worse.
Die Wahrheit von the Wire ist fundiert, aber sie ist weniger Real-Doku als vielmehr Poesie. Dass sowas im Fernsehen möglich war und HBO fünf Staffeln (und damit die auserzählte Story im Ganzen) produziert hat ohne ungeduldig nach der Quote zu schielen kann gar nicht hoch genug bewertet werden. The Wire ist eine Sternstunde des US-Fernsehens - ein "Blockbuster" ist es aber nicht. Es spielt einfach in einer anderen Liga als andere hochgelobte fiktionale Unterhaltungs Serien wie "Breaking Bad", "House of Cards" und Co. (die ihren eigenen Charme haben), denn die Grundlage hier ist die echte Befindlichkeit, die Seele einer Gesellschaft von unten, nicht ein konstruiertes, gefällig und clever produziertes Drehbuch das nach Erfolg schielt.
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Von vielen wird "The Wire" ja als eine der besten - wenn nicht sogar die beste - Fernsehserie(n) aller Zeiten bezeichnet. Mich, dem komplexe Serien wie "Breaking Bad" , "Damages" oder "Lost", sehr gefallen, hat das natürlich sofort neugierig gemacht. Da nicht davon auszugehen ist, dass die Serie jemals im Free-TV läuft (und falls doch, weiß keiner, zu welcher nachtschlafenden Zeit und ob sie vollständig ausgestrahlt wird), habe ich mir diese DVD-Komplett-Box gekauft und war gespannt, was mich erwartet.

Schon nach kurzer Zeit dämmerte mir die erste Einsicht: "The Wire" ist sehr realistisch angelegt und bei weitem nicht bloß eine Cop-Serie. Klar stehen anfangs die Ermittlungen der extra zusammengestellten Überwachungseinheit im Vordergrund, aber schon im Verlauf der ersten Staffel wird klar, dass die politischen, privaten und medialen Elemente ebenfalls eine große Rolle spielen. All diese Punkte werden im Lauf der nachfolgenden Staffeln sogar noch weiter ausgebaut.

Wie schon erwähnt, ist die Serie sehr realistisch. Wie in "Deadwood" (wozu es in der vierten Staffel eine kleine Anspielung gibt) wird keinerlei Sprache beschönigt und auch der Brutalität sind keine Grenzen gesetzt. Teilweise ist es erschütternd, wie vertraute Charaktere urplötzlich umgebracht werden, private Beziehungen in der Serie einfach aus nichtigen Gründen in die Brüche gehen und auch sonst nichts beschönigt wird.

Doch dieser große Realismus hat auch seine negativen Seiten: In "The Wire" wird nichts auf Spannung getrimmt und trotz der lauten und teilweise recht blutigen Szenen dauert es eine Weile, bis einen die Handlung tatsächlich packt. Zumal es auch schwierig ist, in der Vielzahl unterschiedlicher Charaktere überhaupt einen Sympathieträger für sich auszumachen (bei mir waren es letztendlich Lester und Prez). Was mir ebenfalls zu schaffen machte: In der Serie wird fast vollständig auf Hintergrundmusik verzichtet. Gelegentlich dudelt mal irgendwo ein Radio oder am Staffelende gibt es mal ein szenenübergreifendes Lied. Doch den Rest der Zeit hört man lediglich den "Sound of the street".

Dramaturgisch hätte man bei "The Wire" sicherlich einiges künsteln und damit verbessern können. Ich würde auch nicht behaupten, dass diese Serie die beste Serie überhaupt ist (dieses Prädikat verdient aber auch "Breaking Bad" in meinen Augen nicht), doch es ist eine höchst lohnenswerte TV-Unterhaltung, die sich drastisch von beinahe allen anderen bekannten TV-Serien unterscheidet. Manche der Folgen (insbesondere die der vierten Staffel) wirken noch lange nach.

Fazit: Diese Serie ist genau das richtige für all jene, die mal was Anderes sehen wollen.
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am 7. April 2017
Für mich ist The Wire die absolut beste Serie überhaupt. Dies gilt von Staffel 1 bis 5! Diesen Satz könnte ich jetzt so lange schreiben bis ich keine Buchstaben mehr zur Verfügung hätte.......Warum ist die Frage, die hier interessiert. Nun wo soll ich anfangen?

Die Serie ist ein Meilenstein. Sie ist ein Vorreiter, eine Referenz, sie ist stilbildend und Grundlage für politische und filmische Entwicklungen in den USA, Europa und wo auch immer sonst diese grossartige Serie, die auf der Grundlage der Buchvorlage von David Simon entwickelt wurde, gesehen wird.

Jede Staffel hat ein Schwerpunkt Thema, das sehr detailliert und spannend behandelt wird. Man wird Teil der Geschichte und kann gar nicht aufhören......Die Serie hat einen Suchtcharakter. Es fühlt sich an als ob man - mit sicherem Abstand - mittendrin ist. Endlich fängt man an zu verstehen was vorher verworren und eventuell gar nicht auf dem Sender stand. Dabei ist es vollkommen egal ob man aus Baltimore kommt - wo die Serie angesiedelt ist - oder wo man sonst auf dieser Welt sitzt. Die Staffeln behandeln menschlich Grundlegendes, für uns alle geltende Inhalte. Sie zeigt die Ursachen für manche Probleme auf und sie bietet mögliche Lösungswege, Hoffnung.

Ich bin absoluter Fan und habe die DVD's gekauft und inzwischen mehrfach angesehen. Bei jedem Ansehen erkenne ich noch weitere Aspekte. Die Serie ist unglaublich spannend, sehr inspirierend und anregend. Die Staffeln bauen aufeinander auf. Sie sind aber individuell, einzigartig und eigenständig. Sie zeigen ein ziemlich schonungsloses Bild unserer Gesellschaft. Sie bieten ein Sammelsurium an unglaublich grossartigen Charakteren (z.B. Omar), mit denen man sich identifiziert. Viele vor der Serie eher unbekannten hervorragenden Schauspieler wurden mit der Serie zu Stars, wie z.B. Idris Elba.

Ein wenig pathetisch ausgedrückt, glaube ich, dass die Serie schon jetzt ein wichtiger Bestandteil der Filmgeschichte ist. Eine Saga, die wahrscheintlich auch noch in ein paar Jahrzehnten, vielleicht sogar Jahrhunderten Bestand haben wird.
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