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Wir nennen es Arbeit: Die digitale Boheme oder: Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung: Die digitale Bohème oder: Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung Broschiert – 26. September 2006
Dieses Buch gibt es in einer neuen Auflage:
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Sie verzichten dankend auf einen Arbeitsvertrag und verwirklichen den alten Traum vom selbstbestimmten Leben. Mittels neuer Technologien kreieren sie ihre eigenen Projekte, Labels und Betätigungsfelder. Das Internet ist für sie nicht nur Werkzeug und Spielwiese, sondern Einkommens- und Lebensader: die digitale Boheme. Ihre Ideen erreichen – anders als bei der früheren Boheme – vor allem über das Web ein großes Publikum und finanzieren sich damit. Ein zeitgemäßer Lebensstil, der sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt.
Auf Angestellten-Frust kann man mit der „Entdeckung der Faulheit“ reagieren, wie es Corinne Maier in ihrem Bestseller fordert: Arbeitszeit absitzen, sicheres Gehalt einstreichen. Die digitale Boheme repräsentiert die mutigere Alternative: Immer mehr junge Kreative entscheiden sich für das Leben in Freiheit. Ihr Hauptziel ist nicht das Geldverdienen, sondern ein selbstbestimmter Arbeitsstil, der den eigenen Motiven folgt – in unsicheren Zeiten vielleicht die überlegene Strategie. Denn ihre enge Einbindung in soziale, künstlerische und digitale Netzwerke bringt ständig neue, teilweise überraschende Erwerbsmöglichkeiten mit sich. Sie schalten Werbebanner auf ihren Websites, handeln mit virtuellen Immobilien, lassen sich Projekte sponsern oder verkaufen eine Idee an einen Konzern. Ihre Produkte und ihre Arbeitsweise verändern den Charakter der Medien und des Internets, bald auch den der Gesellschaft.
Holm Friebe und Sascha Lobo porträtieren die digitale Boheme: Sie stellen erfolgreiche Konzepte und innovative Ansätze vor und erklären wirtschaftliche, technische und soziale Entwicklungen und Hintergründe. Ihre spannende Analyse einer zukunftsgewandten Daseinsform inspiriert dazu, so zu arbeiten, wie man leben will.
- Seitenzahl der Print-Ausgabe303 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberHeyne
- Erscheinungstermin26. September 2006
- Abmessungen13.6 x 2.7 x 21.7 cm
- ISBN-103453120922
- ISBN-13978-3453120921
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Produktbeschreibungen
Pressestimmen
""Wir nennen es Arbeit" ist ein vertrauenerweckender Aufruf, es mit der Unsicherheit und Freiheit fern des angestellten Lebens einmal zu versuchen." (FAZ )
"Viele Eltern erleben diesen Schock: Ihre Kinder, gut ausgebildet und motiviert, finden keine feste Arbeitsstelle mehr. Was tun? "Schluß mit diesem Irrsinn!", fordern Sascha Lobo, 31, und Holm Friebe, 34, in ihrem Buch "Wir nennen es Arbeit" - und sorgen damit bundesweit für Schlagzeilen." (Bunte )
Klappentext
Süddeutsche Zeitung
""Wir nennen es Arbeit" ist ein vertrauenerweckender Aufruf, es mit der Unsicherheit und Freiheit fern des angestellten Lebens einmal zu versuchen."
FAZ
"Viele Eltern erleben diesen Schock: Ihre Kinder, gut ausgebildet und motiviert, finden keine feste Arbeitsstelle mehr. Was tun? "Schluß mit diesem Irrsinn!", fordern Sascha Lobo, 31, und Holm Friebe, 34, in ihrem Buch "Wir nennen es Arbeit" - und sorgen damit bundesweit für Schlagzeilen."
Bunte
Über den Autor und weitere Mitwirkende
erschien im Heyne-Verlag sein Buch "Wir nennen es Arbeit“, welches er mit
Sascha Lobo zusammen schrieb.
Sascha Lobo ist freier Werbtexter mit den Schwerpunkten Internet, Markenstrategie und ungewöhnliche Kommunikation. Für Aufsehen sorgte zuletzt seine Kampagne für die MTV-Serie "Popetown“ und seine Agentur für Werbung in Blogs, adical.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Unsere gemeinsame Vorgeschichte, und damit die Vorgeschichte dieses Buchs, beginnt etwa um das Jahr 2001 herum. Die New Economy war gerade zusammengebrochen und hatte uns in ihrer Spätphase unabhängig voneinander tiefe Einblicke in die Unternehmens- und Arbeitswelt beschert. Wir waren hin und her getaumelt zwischen Internet-, Trend- und Werbeagenturen, die heiße Luft mit je nach Bedarf angepasster Temperatur verkauften. Es hatte anfangs durchaus Spaß gemacht. Dann war es unbequem geworden. Und danach standen wir beide wieder auf verschiedenen Seiten der Trümmer. Wir lernten uns kennen über ein textlich ambitioniertes Internet-Forum, hoeflichepaparazzi.de, das ursprünglich für Schilderungen zufälliger Prominentenbegegnungen ausgelegt war, bald aber zu einer Enzyklopädie aller Lebenslagen ausuferte und zu einer großen Sozialmaschine wurde. Unterschiedliche Menschen mit ähnlicher Geisteshaltung lernten sich kennen und schätzen, die sich sonst nie begegnet wären. Unser Lebensgefühl im Berlin der Post-New-Economy-Ära war stark geprägt durch diese neue soziale Dynamik, und wir verdienten Geld nebenbei, indem wir Artikel für Zeitungen schrieben, uns als Freelancer in Agenturen verdingten und uns gegenseitig Jobs zuschoben. Parallel dachten wir in größerer Runde über den Aufbau eigener Strukturen nach, die alles Gute und Sinnvolle einer Firma beinhalten sollten, ohne das Schlechte und Nervende, das wir zuvor ausreichend kennen gelernt hatten. So entstand die Zentrale Intelligenz Agentur (ZIA) als virtuelle Firma und Netzwerk von Freiberuflern. Sie existiert nur auf einem Server und in den Köpfen der daran beteiligten »Agenten« und »Inoffiziellen Mitarbeiter«, wie die offiziellen Titelbezeichnungen lauten. Obwohl das Ganze anfänglich eher als »ironische Firma« oder Parodie eines richtigen Unternehmens wahrgenommen wurde, hat die ZIA mittlerweile mehrere Metamorphosen durchlaufen, ihre Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit immer wieder unter Beweis gestellt und leistet so bis heute gute Dienste als gemeinsame Operationsplattform. Wenn wir - was nun wieder gelegentlich vorkam - von den Unternehmen, für die wir arbeiteten, Angebote für Festanstellungen bekamen, durchaus gut dotiert und mit scheinbar großem Gestaltungsspielraum, sagten wir jedes Mal ab. Wir bemerkten, dass es gar nicht unbedingt Zuschnitt und Ausgestaltung der einzelnen Posten waren, die uns abschreckten, sondern das System Festanstellung selbst. Jede Form der abhängigen Lohnarbeit wäre für uns der »milden Krankheit« gleichgekommen, als die auch der Philosoph Frithjof Bergmann sie beschreibt: »Eine Zeit, in der man nicht wirklich lebt, man zählt nur die Wochen und Monate, bis es vorbei ist.« Die Vorstellung, genau zu wissen, wo man den übernächsten Dienstag von zehn bis neunzehn Uhr verbringen wird, wird nicht schön durch einen monatlichen Scheck. Sie wird nur erträglicher. Wir hatten aber keine Lust mehr, den Weg des geringsten Leids zu gehen; wir wollten den Weg der größten Freude. Besonders bei der Arbeit. Aus diesem Gefühl heraus entstand im Sommer 2005 die Idee, ein Buch über unsere Lebenseinstellung und Arbeitsweise zu schreiben. Jetzt tauchte die Frage auf: Inwieweit ließen sich unsere Erfahrungen auf einen größeren gesellschaftlichen Rahmen übertragen? Eine kurze Zählung im Freundeskreis ergab einen Freiberufleranteil von 90 Prozent, also eigentlich alle außer einem, Philipp. Natürlich war das eine gesellschaftlich vollkommen irrelevante Zahl, vor allem, weil die Zählung in einer Kneipe um halb vier Uhr morgens in der Nacht von Montag auf Dienstag stattfand. Aber irgendwie war genau das der Punkt. Kein Vertreter der Millionen Angestellten konnte unsere Zählung entkräften, weil sie - bis auf Philipp - längst im Bett lagen und ein paar Stunden später wieder im Büro sein mussten. Waren wir einem Phänomen auf der Spur oder überhöhten wir unseren überschaubaren Berliner Nahbereich mythisch, um dem Versacken an Wochentagen eine gesellschaftstheoretische Grundlage zu verpassen? Als der Herbst gekommen war, erkannten wir, dass wir das Untersuchungsfeld ausdehnen und obendrein die Technik und ihre soziale Komponente hinzudenken mussten. Sie waren uns selbst so sehr in Fleisch und Blut übergegangen, dass wir ihre Bedeutung für unser Thema - gemäß dem polnischen Sprichwort »Unter der Laterne ist es am dunkelsten« - lange Zeit übersehen hatten. Wohin wir auch sahen, in Bücher, Zeitschriften und vor allem ins Netz: Überall gab es Anzeichen dafür, dass immer mehr Menschen so lebten wie wir. Es war an der Zeit, das »So wie wir« endlich zu definieren und einen Begriff dafür zu finden. Die Definition fand sich schnell: So arbeiten, wie man leben will, und trotzdem ausreichend Geld damit verdienen; das Ganze ermöglicht und befördert durch das Internet, und zwar auch in Bereichen, die auf den ersten Blick nichts mit dem Netz zu tun haben. Wesentlich schwieriger gestaltete sich das Unterfangen, einen Begriff für diese Leute zu finden, der sowohl die soziologischen als auch die technologischen Aspekte abbildete. Schließlich kamen wir auf die »digitale Bohème«, eine Bezeichnung, die nicht gleich einschlug, uns jedoch um die Beine strich wie ein flauschiger, aber hässlicher Hund. Wir sahen ihn nicht an, doch mit einem Mal hatte er sich in unser Herz gekuschelt. Inzwischen ist der Hund auch gar nicht mehr hässlich, das wirkte nur so, weil Vorder- und Hinterteil scheinbar nicht zusammenpassen. Die digitale Bohème begreifen wir nicht als Gegenstück, sondern als Weiterentwicklung der analogen Bohème. Die analoge Bohème, das waren Menschen, die die Nacht zum Tag und ihr Leben zur Kunst machten und deshalb am Existenzminimum lebten. Früher war die Gesellschaft starrer und die Arbeitswelt restriktiver. Wenn man sich nicht in die Strukturen fügte, verdiente man kein Geld. Also waren Leute, die lebten, wie sie wollten, und nicht, wie sie sollten, arm. Heute muss das nicht mehr so sein, und dass es nicht mehr so ist, verdanken wir zu einem großen Teil der Entwicklung des Internet und dem Übergang von einer analogen zu einer digital orientierten Kultur. Die digitale Bohème, das sind Menschen, die sich dazu entschlossen haben, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, dabei die Segnungen der Technologie herzlich umarmen und die neuesten Kommunikationstechnologien dazu nutzen, ihre Handlungsspielräume zu erweitern. Entlang der Begriffe »Bohème« und »digital« ist das Buch grob in zwei Teile untergliedert. Bevor wir im zweiten Teil stärker auf die technologischen und ökonomischen Aspekte der digitalen Bohème eingehen, werden im ersten Teil die historischen und soziologischen Fundamente gelegt. Im »Prinzip Bohème« tauchen wir in die Vorgeschichte der Bohème als Wirtschaftsfaktor ein und zeichnen den Übergang von der analogen zur digitalen Bohème nach. »Der unflexible Mensch« handelt vom Gegenteil, von der derzeitigen Angestelltenwelt und ihrem insgesamt miserablen Zustand. Die »Währung Respekt« erläutert ein Grundprinzip der digitalen Bohème, die andere als rein finanzielle Währungen und Kapitalformen kennt. Auf die praktischen und organisatorischen Probleme dieser Lebensform gehen wir in »Work in Projects« ein, wo auch erläutert wird, wie sich die früher übel beleumundeten Projektemacher zu wirtschaftlichen Taktgebern entwickelt haben. In »Bohème und Big Business« loten wir die jüngsten Frontverläufe zwischen Kommerz und Kultur, Subversion und Marketing aus und verfolgen die Frage, wer hier eigentlich wen benutzt. »Place Does Matter« richtet den Blick auf das Areal des Realen und die Bedeutung von Orten, wobei der Tatsache Rechnung getragen wird, dass auch der digitale Raum immer lokaler wird und mit der Benutzeroberfläche der Stadt verschmilzt. Von Interfaces und dem Internet handelt »Das soziale Netz«; davon, dass das World Wide Web als Web 2.0 wieder stärker zu seinem sozialen Ursprungscharakter zurückfindet. Für das anschließende Kapitel »Kommunizierende Röhren«, das mit den Blogs eine der wichtigsten Säulen des...
Produktinformation
- Herausgeber : Heyne (26. September 2006)
- Sprache : Deutsch
- Broschiert : 303 Seiten
- ISBN-10 : 3453120922
- ISBN-13 : 978-3453120921
- Abmessungen : 13.6 x 2.7 x 21.7 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 922.697 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 3.488 in E-Business (Bücher)
- Nr. 125.022 in Politik & Geschichte (Bücher)
- Kundenrezensionen:
Über die Autoren

Holm Friebe, Jahrgang 1972, Dipl. Volkswirt, ist geschäftsführender Redakteur des grimmeprämierten Weblogs Riesenmaschine, Geschäftsführer der Zentralen Intelligenz Agentur in Berlin und Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste.

Sascha Lobo, geboren 1975, arbeitet freiberuflich als Strategieberater. 2008 schrieb er mit Kathrin Passig «Dinge erfolgreich geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin» (Rowohlt • Berlin). 2010 erschien sein erster, vielbeachteter Roman «Strohfeuer». Für Spiegel online schreibt er eine wöchentliche Kolumne über die digitale Welt. In seiner Freizeit zest er neue Worte, sein Steckenpferd seit seiner Beschäftigung mit Pliasmen (dem Fremdwort für «erfundene Fremdwörter»).
Kundenrezensionen
- 5 Sterne4 Sterne3 Sterne2 Sterne1 Stern5 Sterne37%15%25%8%16%37%
- 5 Sterne4 Sterne3 Sterne2 Sterne1 Stern4 Sterne37%15%25%8%16%15%
- 5 Sterne4 Sterne3 Sterne2 Sterne1 Stern3 Sterne37%15%25%8%16%25%
- 5 Sterne4 Sterne3 Sterne2 Sterne1 Stern2 Sterne37%15%25%8%16%8%
- 5 Sterne4 Sterne3 Sterne2 Sterne1 Stern1 Stern37%15%25%8%16%16%
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Spitzenrezensionen
Spitzenrezensionen aus Deutschland
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Ich weiss wovon ich rede denn meine Arbeit ist zu über 95% Internet basiert. Da gibt es harte Deadlines, einen Verdrängungswettbewerb der mit äußerst harten Bandagen geführt wird und die zunehmende Tendenz einer Verrohung der Sitten inkl. Angebote die den Tatbestand der "Sklaverei" erfüllen würden sowie Zahlungsausfällen.
Das Ganze ach so "selbstbestimmte Tun" als "digitale Boheme" zu verniedlichen geht völlig am Thema "selbstbestimmtes Arbeiten mit Hilfe des Internets" vorbei. Das Buch hat mit der Realität derer die ihr Einkommen mit dem Internet generieren müssen und dabei nicht nur über den nächsten Milchcafe in irgendeinem angesagten Szenelokal nachdenken, sondern das Geld für Miete, Altersvorsorge, Lebensunterhalt usw. usf. verdienen müssen und sich um Nachfolgeaufträge kümmern muss, und ggf. auch eine Familie haben, nicht das Geringste zutun.
Wenn das Konzept irgend jemandem Einkommen generiert, dann den Autoren der neuen Heilslehre der "digitalen Boheme". Zusammenfassend sage ich "Spart Euch das Geld!!!". Wer das Buch dennoch haben will, bei mir nimmt es noch Platz im Regal ein, den ich besser nutzen kann. Kurze Mail genügt.
Nur weckt der Begriff der digitalen Boheme, so wie er als Subtitel gebraucht wird, falsche Erwartungen. Denn lediglich ein Bruchteil der beschriebenen Szenarien befasst sich tatsächlich mit künstlerischer Arbeit, mit Avantgarde und einem Bruch mit Konventionen und Bürgertum, also dem, was ich unter Boheme verstehen würde. Würde die Boheme nicht eher sagen: "Wir nennen es Kunst", als "Wir nennen es Arbeit"? Ein "Leben jenseits der Festanstellung" ist doch nicht gleichzusetzen mit einem Leben als Boheme, auch nicht als digitaler, als Boheme 2.0 sozusagen. Die Autoren wissen sehr wohl um das "Knirschen im definitorischen Gebälk" wenn z.B. auch Anwälte Teil der digitalen Boheme sein sollen (s. S. 223, unten bis S. 224), nur weil sie einen Blog betreiben.
Fazit: Lesenswert für jeden, den interessiert, wie die Internetmedien die Welt verändern und neue Chancen zur Selbstverwirklichung bieten. Neue Chancen für jeden, gerade auch für diejenigen, die in einer Festanstellung ihre Brötchen verdienen müssen und die sich zum Ausgleich im Web mit Gleichgesinnten vernetzen und in Formen, Websites oder Blogs zeigen, was sie sonst noch können und war ihnen Spaß macht. Die heutige Situation der Kunst und der Boheme spielt nur eine untergeordnete Rolle in diesem Buch.
