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Alfred Döblins Werk ist ja leicht nicht ohne seine Erzählungen oder seine Briefe zu erschließen, die eben vom Walter Verlag neu editiert wurden.
So hat der Neurologe aus Stettin, der in fast unnachahmliche Weise sich das von der Seele schrieb, was er in sich verborgen hatte, die expressive Art gewählt. Und dann war es immer wieder schwer ( auch für den Verlag ), all die in Ungeduld und mit Schwung geschriebenen Unterlagen zu korrigieren. Es lag ja die verantwortliche "Feineinstellung" der Schreibarbeit in den Händen seiner Frau Erna Döblin, der nicht genug gedankt werden kann.
Fährt man heute einmal nach Stettin oder besser in die Umgegend, vielleicht auch nach Stargard, so kann man auch in den Wäldern - oder dazwischen, vielleicht in der Nähe des Madüsees (?) - der "Butterblume" begegnen, die den Kindern soviel von der Sonne zeigt.
Damit will ich den Kreis aufzeigen, den dieser eifrige, anscheinend unendlich viel in sich tragende Autor, gegangen ist und bis heute (in den Gedanken der Leser!) geht.
War er ein prophetischer Mensch, dieser 1941 zum katholischen Glauben konvertierende ?
Hier im Wallenstein können wir es nachvollziehen - in etwa-, was ihn bewogen haben mag, diesen Schritt zu tun.
Im NEUEN MEYER ( von 1981 ) ist der Roman WALLENSTEIN nicht unter den Hauptwerken aufgeführt, was erstaunlich ist, denn dieses Werk sprüht nicht nur über von Phantasie und Historischem, nein auch Histörchen feinster Art und ein Eingehen in die Psyche seiner Figuren lassen das langsame Lesen zu einem wahren Lesevergnügen werden.
Allerdings braucht man einwenig Geduld.
Hier werden wir hineingeführt in deutsches und europäisches Wesen,( an dem wir sollten genesen! ), hören die "deutsche Querpfeife" und kommen aus einem umhergetriebenen Staunen nicht heraus.
Der Anhang ist wichtig und die umfangreichen "Textkritischen Anmerkungen, auch die "Sach und Worterklärungen", ohne die man sich schwer täte.
Hier im WALLENSTEIN finden wir einen Meister der deutschen Romankunst des 20. Jahrhunderts und es ist nicht zuviel gesagt, daß dieses Werk auch neben dem eines Thomas Mann Bestand hat.
Eine gelungene Neuherausgabe für alle Döblin-Fans und diejenigen, die es noch nicht sind.
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am 23. September 2009
Ich habe das Buch gekauft, weil ich mich für Geschichte interessiere. Besondern auch für Wallenstein. Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ich denke man hat nur Genuss, wenn man die geschichtlichen Hintergründe kennt. Anderfalls tut man sich schwer mit dem Buch.
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am 20. November 2007
gegossen in wunderbare Sprache über den Wallenstein, den dreißigjährigen Krieg, Ränke, Verrat und Schliche, Religion und Niedertracht. Döblins Wallenstein rangiert (bei mir) vor seinem (durch das Fernsehen) viel bekannteren Alexanderplatz. Den oft bemühten Vergleich mit Thomas Mann braucht Döblin nicht zu scheuen. Der Neurologe Döblin erweist sich hier als Pathologe Wallensteins, der die Vivisektion mit Hilfe der Sprache bewerkstelligt.
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am 22. Juni 2001
döblins "wallenstein", ich habe ihn jetzt zum drittenmal gelesen, ist ein ungeheures buch. getarnt als historischer roman ist es in wirklichkeit ein roman über die sinnlosigkeit der geschichte. wer sich auf den roman einlässt, wird einigen der sprachgewaltigsten passagen deutscher literatur begegnen. wovon "wallenstein" handelt? nicht wirklich von wallenstein, auch nicht vön königen, fürsten und generälen- der gegenstand ist, letztlich, der versuch, das chaos im wort zu bannen. gelungen, misslungen? das sind hier keine maßstäbe. lesen sie die rede des jesuitenpaters, die beschreibung des jüdischen ghettos, die schilderung der massenflucht aus böhmen, und sie werden verstehn, was ich meine.
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am 16. Dezember 2015
Die Neuausgabe im Rahmen der Döblin-Taschenbuchedition bei Fischer basiert auf der kritischen Ausgabe des Walter-Verlags, herausgegeben von Erwin Kobel. Sie wird ergänzt durch ein kundiges Nachwort des englischen Germanisten Steffan Davies. Der Roman, erschienen 1920, wendet sich nicht nur gegen die Greuel des Drißigjährigen Kriegs, sondern auch des Ersten Weltkriegs wie aller Kriege in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
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Wallenstein – man kennt ihn von Schiller, aber auch von Golo Mann und von Alfred Döblin …

Wer war dieser Wallenstein könnte man sich fragen …

Wallenstein, eigentlich Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, tschechisch Albrecht Václav Eusebius z Valdštejna (* 24. September 1583 in Hermanitz an der Elbe, Böhmen; † 25. Februar 1634 in Eger, Böhmen) war Herzog von Friedland und Sagan, von 1628 bis 1631 als Albrecht VIII. Herzog zu Mecklenburg, Fürst zu Wenden, Graf von Schwerin, Herr von Rostock, Herr von Stargard und als Generalissimus zwischen 1625 und 1634 zweimal Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee im Dreißigjährigen Krieg.
Er kämpfte auf Seiten des Kaisers und der Katholischen Liga gegen die protestantischen Mächte Deutschlands sowie gegen Dänemark und Schweden, fiel jedoch später in Ungnade und wurde von kaisertreuen Offizieren ermordet.
Quelle: wikipedia

Meine zusammenfassende Meinung:
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Die Geschichte des Wallenstein wird von Döblin kreativ künstlerisch mit einer Art von Leichtigkeit dargeboten, die mich fasziniert hat, die aber dennoch nicht so ganz leicht beschwingt zu lesen ist, sondern Einfühlungsvermögen vom Leser fordert, der, wenn er dies besitzt und eine gewisse Portion Vorwissen zur gesamten Thematik, vom Buch und dessen Inhalt begeistert sein wird.

Das Verknüpfen von historisch Belegtem und fiktivem Inhalt passt sich einander perfekt an und ergibt ein stimmiges Bild, was mich beeindruckt hat.

Das Buch ist in insgesamt sechs Bücher gegliedert. Wir gehen hinein in die Handlung mit realen wahren und auch fiktiven Darstellungen Kaiser Ferdinand II. (Ferdinand des Anderen) Teil 2 des Buches erzählt einführend kurz von Wallenstein – geht aber noch nicht konkret auf ihn ein. Als vom böhmischen Münzkonsortium die Rede ist, werden die Darbietungen zur Person Wallenstein detaillierter. Man kann den Charakter des Menschen Wallenstein als ein für damalige Zeiten moderner wirtschaftlich geleiteter „Kriegsherr“ erkennen. Er strebt nach Reichtum und Macht, kehrt aber seine religiösen Ansichten nach außen. Wir lesen aber nicht nur, wer Wallenstein war, sondern können ihn auf Grund der Abhandlung sehr gut in seine Zeit einordnen und diese begreifen im Zusammenhang der Geschichte.
Nicht einfach geschrieben, muss man hin und wieder zurück lesen, aber gerade das war es, was mich für das Buch eingenommen hat, man liest gern zurück, weil man begreifen möchte und das ist das gewisse Etwas, was mich positiv stimmt und das Buch als extrem lesenswert einstuft.
Im Anschluss an die eigentliche Handlung bekommt der Leser noch die Daten zu Leben und Wirken Wallensteins geboten sowie ein Nachwort, welches ich auch zum Lesen sehr empfehle, weil es viel Interessantes bietet.
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am 14. Februar 2014
Der Text ist hervorragend.

Aber der Band ist herstellerisch alles andere als perfekt: die Klebebindung des Hardcover ist bei mir beim Lesen gebrochen, so dass der Buchblock jetzt aus 2 Teilen besteht.
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