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Kommentar: Wer beherrscht die Medien? Jahrbuch 2000. Die 50 größten Medienkonzerne der Welt. Originalausgabe Verlag C.H. Beck, 2000. Ungelesenes Bibliotheksexemplar mit zusätzlicher Fadenbindung, Stempel im Vorsatz und/oder Aufkleber auf der letzten Innenseite, in sehr gutem Zustand. Werktäglicher Versand
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Wer beherrscht die Medien? Taschenbuch – 2000

3.5 von 5 Sternen 2 Kundenrezensionen

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Es geht hier um 505 Milliarden Mark. Der Jahresumsatz der fünfzig Mediengrößten -- gestiegen um 60 Prozent innerhalb dreier Jahre. Seinerzeit gaben die Autoren ihrer faktenreichen Fleißarbeit die Startauflage. Nun die Aktualisierung -- gerade als der Allergrößte geschluckt worden ist.

Dass Internet-Primus AOL den Medien-Primus Time Warner genommen hat, liege besonders an "wechselseitigen Verlustängsten und Statusproblemen", kommentieren Hachmeister und Rager. In einem lesenswerten Lagebericht pointieren die Professoren für Journalistik, was hinter den vielen Zahlen steckt und was daraus werden könnte. Bestätigt finden sie ihre umstrittene These: Große Konzerne werden Medienkonzerne oder gar keine mehr sein.

Im Hauptteil haben sie sachlich zusammengetragen, wie die Konzerne ticken und sich entwickeln, was sie planen -- und vor allem: wo ihre Milliarden stecken, wen sie beherrschen. Zusätzlich beschreiben die Autoren, wer die Konzerne beherrscht. Es geht hier also auch um messianische Disney-Manager mit eigenem Staatsgebiet, um Microsofts Kopier-Mentalität von DOS bis zum Explorer. Und um kühle Kalkulierer wie bei der WAZ-Gruppe, wo der Gesellschafter schon mal den 55jährigen Geschäftsführer adoptiert, wenn es dem Geschäft nützt.

Das Geschäft läuft, die Westfalen gehören zu den sieben Deutschen unter den Weltgrößten. Vorneweg Bertelsmann, mit 14,8 Milliarden Umsatz auf Rang 4, dann die ARD (5,6/11) und Kirch (4,7/16). Darauf folgen Springer, WAZ, Holtzbrinck und Bauer. Wie die Großen geboren wurden und aufwuchsen, gaben die Rechercheure ihrem Kompendium ebenfalls bei. So geht es auch um Hinterzimmer in Hollywood und Hotelzimmer in Albuquerque, und um die Brieftauben von Paul Julius Reuter, der bereits 1861 ein Nachrichtenbüro in Südafrika eröffnete. Drumherum allerlei Geschichten, aus seriösen Quellen destilliert, tollste Misserfolge und seltsame Chefnaturen. Dieser übersichtliche Überblick ist nicht nur wichtig, sondern auch überraschend schön zu lesen. --Frank Rosenbauer

Autorenkommentar

Pressemitteilung Februar 2000
Marktwert der zehn größten Medienkonzerne steigt auf 2,2 Billionen DM. Forscher sehen "Sieg des Mediensystems über die politische Klasse"

Der aktuelle Marktwert der zehn weltweit umsatzstärksten Medienkonzerne hat mit 2,2 Billionen DM einen neuen Rekord erreicht. Dies geht aus der Untersuchung "Wer beherrscht die Medien?" hervor, die am 24. 2. in Köln vorgestellt wurde. Die Studie, herausgegeben von den Medienforschern Lutz Hachmeister und Günther Rager, analysiert die Konzentrations- und Fusionsbewegungen im Medienbereich, liefert Portraits der großen Medienfirmen und analysiert deren Management-Strategien. In der Rangliste nach Marktwert führen Microsoft (rund 1 Billion DM), AOL-Time Warner (436 Milliarden) und Viacom/ CBS (160 Milliarden DM). Gemessen am Umsatz, liegt AOL-Time Warner vorn (52 Mrd. DM, Jahresabschlüsse 1998), es folgen die Walt Disney Corporation (40 Mrd. DM), Viacom (33 Mrd. DM), die Bertelsmann AG (29 Mrd. DM) und Rupert Murdochs News Corp. (27 Mrd. DM). Insgesamt können die Top Ten der Medienbranche ihre Umsätze von 1995 bis 2000, so die Prognose der Forscher, um 169 % auf 381 Milliarden DM steigern.

Wie Lutz Hachmeister, Geschäftsführer der Kölner Beratungsgesellschaft HMR International, in Köln erläuterte, sei in den letzten Jahren ein neuer "publizistisch-technologischer Komplex" entstanden, der mit den Medienkonzernen alten Stils nur noch wenig gemein habe. Dieser kapitalmächtige und publizistisch einflußreiche Komplex sei durch das Zusammenwirken von "Internet, Entertainment, klassischem Journalismus, Werbewirtschaft und Börsenspiel" politisch kaum noch zu kontrollieren. Durch die weitgehend ungehemmte Entwicklung globaler Medienkonzerne werde das herkömmliche politische System hinfällig, so Hachmeister, der eine "schleichende Selbstauflösung der politischen Klasse" prognostizierte. Politiker seien heute dazu verurteilt, "den demokratischen Betrieb zu simulieren". In der Studie heißt es: "Medienkonzerne agieren heute im Grunde ohne jede Opposition, sie können sich nur gegenseitig im Weg stehen. Medienpolitik wird gerade in Deutschland noch immer mit kleinteiliger Regulierungsarbeit gleichgesetzt, für größere intellektuelle Entwürfe fehlt schlicht das Personal und die Kompetenz in der Sache". Hachmeister sagte, neben Biotechnologie und Informatik werde die Medienökonomie zur "dritten Leitwissenschaft des neuen Jahrhunderts".

"Wer beherrscht die Medien?" war vor drei Jahren zum erstenmal im Münchener Verlag C.H. Beck erschienen. Die neue Ausgabe, ebenfalls bei Beck publiziert, berücksichtigt auch die Konvergenz von Internet-Firmen und klassischen Medienkonzernen. Für die Aufnahme in die Rangliste ist aber nach wie vor entscheidend, daß der jeweilige Konzerne deutliche Geschäftsaktivitäten im Bereich der Medieninhalte entfaltet. Reine Telekommunikationsanbieter wurden nicht untersucht.

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Kundenrezensionen

3,5 von 5 Sternen
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Top-Kundenrezensionen

am 26. Juni 2001
Format: Taschenbuch
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. November 2014
Format: Taschenbuch|Verifizierter Kauf
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

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