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Weltkrieg um Wohlstand: Wie Macht und Reichtum neu verteilt werden Gebundene Ausgabe – 1. November 2006
- Seitenzahl der Print-Ausgabe400 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberPiper
- Erscheinungstermin1. November 2006
- Abmessungen14.8 x 3.8 x 22 cm
- ISBN-103492047610
- ISBN-13978-3492047616
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Die unbequeme Wahrheit: Rede zur Lage unserer NationGebundene Ausgabe18,67 € VersandNur noch 4 auf Lager (mehr ist unterwegs).
Produktbeschreibungen
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Auch anderswo in Asien, vor allem in Indien, herrschen beste Bedingungen für die großen Industriekonzerne, die hier zunehmend nicht nur immer bessere Produktionsbedingungen vorfinden, sondern denen hier zugleich auch ein gigantischer Absatzmarkt heranwächst. Global gesehen ist eine gigantische Umverteilung von West nach Ost im Gange, die nicht nur den Wohlstand, sondern auch seinen Zwilling, die (politische) Macht, betrifft. Hieraus werden neben sozialen Verwerfungen auch handfeste Handelskonflikte entstehen, auf die der Westen, wie Steingart überzeugend darlegt, bislang völlig unzureichend vorbereitet ist. Wer den Handelskrieg verhindern will, muss ihn vorbereiten lautet eine der für manches verwöhnte Ohr gewiss provokanten, aber sehr überzeugend vorgetragenen Thesen des Autors, der es dabei nicht versäumt, zugleich Strategien der Gegenwehr aufzuzeigen.
Lässt Europa sich weiter fallen oder greift es noch einmal beherzt in den Lauf der eigenen Geschichte ein?, fragt Steingart am Ende dieser schonungslosen Bestandsaufnahme, und weiter: Ist die politische Klasse stark genug, ihre vorsätzliche Ahnungslosigkeit zu beenden? Auf die politische Klasse nämlich käme es, wie der Autor sehr anschaulich belegt, tatsächlich an! Die Rettung wird diesmal dem eigenen Wollen entspringen oder gar nicht. Objekt und Subjekt der Ertüchtigung können nach Lage der Dinge diesmal nur die Völker selber sein. Europa entscheidet erstmals wirklich frei. Diese Freiheit schließt allerdings auch die Freiheit zum Scheitern ein. Insgesamt also nicht unbedingt eine sonderlich mutmachende Lektüre. Aber eine, die zeigt, dass die Globalisierung keine Naturgewalt ist, sondern ein Prozess, der, den entsprechenden Willen vorausgesetzt, sehr wohl politisch gesteuert werden könnte -- und müsste! -- Andreas Vierecke
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Wir wurden in eine Welt hineingeboren, die es bald nicht mehr geben wird. Vor unser aller Augen findet eine Metamorphose statt, wie sie im Leben der Nationen nicht alle Tage vorkommt. Milliardenvölker, die wir gestern noch als Teil der Dritten Welt ansahen, richten sich auf. Wir sind Zeitzeugen eines ungewöhnlichen Ausbruchs an Vitalität, wie Helmut Schmidt das nennt.
Die Zeit westlicher Dominanz geht damit zu Ende. Der Mittelpunkt der Welt wanderte nach zwei Weltkriegen von Europa nach Amerika, um sich nun in Richtung Asien zu verschieben. Eine neue Topographie der Macht bildet sich heraus. Wir sollten mit Wohlwollen und Respekt nach Fernost blicken, aber frei von Naivität. Es findet dort nicht eine Fortsetzung unserer Gegenwart statt, sondern der Beginn einer neuen.
Was mit dem Aufstieg Japans begann, mit dem Erstarken der Tigerstaaten Singapur, Hongkong, Taiwan und Südkorea sich fortsetzte, wird nun von Chinesen und Indern vollendet. Ihre Erfolge der letzten zehn Jahre sind das Beeindruckendste, was die Wirtschaftsgeschichte der Erde je gesehen hat: Die Engländer brauchten knapp 60 Jahre, die USA rund 40 Jahre, um ihr Bruttosozialprodukt pro Kopf zu verdoppeln, Japan schaffte es in etwa der gleichen Zeit, China benötigte nur zwölf Jahre. Schon im Jahr 2035 dürften China und Indien zusammen mit ihrer Kaufkraft den Weltmarkt beherrschen.
War der europäische Weltmarktanteil vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs noch dreimal so groß wie der von China und Indien, wird er innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte auf nur noch die Hälfte der Wirtschaftskraft dieser beiden Länder geschrumpft sein. Selbst die USA, der heute beherrschende Spieler auf dem Weltmarkt, sind dann hinter China und Indien zurückgefallen. Die Wirtschaftsmaschine des Westens bleibt auch künftig stark, aber sie ist dann nicht mehr die stärkste. Die westlichen Werte von Demokratie und Freiheit gelten noch, aber bei weitem nicht universell. Das Leben in New York, Paris, London und Berlin geht weiter, aber im fernen Asien entsteht eine neue Hochkultur, deren Selbstbewusstsein schnell auch in Übermut umschlagen kann.
Die neue Welt ist keineswegs friedlicher als die alte. Die modernen Siege werden auf dem Feld der Wirtschaft errungen. Aber von dort werden sie weitergetragen zu Politikern und Militärs. Berauscht vom märchenhaften Aufstieg der vergangenen Jahrzehnte erklärten die Ministerpräsidenten von China und Indien erst kürzlich, dass es ihnen darum ginge, "die Welt neu zu ordnen". Die Aufrüstung in Asien hat bereits heute enorme Ausmaße angenommen. Die Atomrakete gilt als das Statussymbol der neuen Reichen.
Trotz internationaler Warenströme und intensiver Handelsverflechtung ist die Gefahr kriegerischer Konflikte nicht gesunken. Der Aufstieg Asiens wird von fiebriger Nervosität auf dem eigenen Kontinent begleitet. Die neu gewonnene Wirtschaftskraft hat das Selbstbewusstsein der Asiaten beflügelt und das Misstrauen untereinander verstärkt. Die ökonomischen Ungleichgewichte - die innerhalb der Nationen und die zwischen ihnen - sind ein Treibsatz von außerordentlicher Sprengkraft.
In Asien werden derzeit über zwei Milliarden Menschen zu Mitwirkenden an einem unerhörten Menschenexperiment, das es in dieser Größe und mit dieser Konsequenz nie zuvor gegeben hat. Mit großer Brutalität gegenüber der natürlichen Umwelt und den eigenen Landsleuten konzentrieren die "Angreiferstaaten" ihre Mittel in der Exportindustrie. Dort herrschen die rauen Sitten eines ursprünglichen Kapitalismus. Die sozialen Sicherungen bleiben ausgeschaltet, was den betroffenen Arbeitern und dem Westen gleichermaßen zu schaffen macht. Die Übernahme der einfachen Lohnarbeit war nur das Eröffnungsgebot der Asiaten. Der Angriff auf den Mittelstand und die modernen Hightech-Arbeitsplätze des Westens steht unmittelbar bevor. Die asiatischen Staaten haben ihre Investitionen in Forschung und Bildung in beeindruckende Höhen geschraubt. Ihr Ziel ist Dominanz, nicht stille Teilhabe. Sie wollen führen, nicht folgen.
Dieses Buch geht den Kräften nach, von denen die weltweite Veränderung angetrieben wird: Woher bezieht die Globalisierung ihre ungeheure Energie? Wie verändern und verformen sich unter der Wucht dieser Prozesse unser Leben und die politischen Systeme? Wer gewinnt und wer verliert auf dem neu entstehenden Weltarbeitsmarkt? Was bleibt von dem, was wir heute den Westen nennen?
Hier soll ein Blick auf eine Wirklichkeit geworfen werden, die in den Reden von Politikern und Wirtschaftsführern oft vernachlässigt, zuweilen verniedlicht und nicht selten geleugnet wird. Wenn es um das Verhältnis zu anderen Staaten geht, sprechen sie von Partnerschaft, um den Ereignissen das Schroffe zu nehmen. Sie erklären die Globalisierung zum Naturereignis, zur "Sturmflut", wie der ehemalige Daimler-Chef Edzard Reuter sagt, auch um ihre Verantwortung zu relativieren. Viele behaupten noch immer, dass alle Völker gleichermaßen von diesem Prozess profitieren, obwohl genau das nicht der Fall ist. Doch so ist das zuweilen in der Politik: Mit der Sorge um die wählerwirksame Vermittlung von Erkenntnis verschwindet die Erkenntnis selbst.
Der Westen besitzt bis heute keine Bedrohungsanalyse. In der Stunde der Herausforderung sind Gegner wie Befürworter der Globalisierung im Irrtum vereint. Die Globalisierungsbefürworter glauben, man könne mit Hilfe des Freihandels und eines weltweiten Kapitalmarkts gefahrlos seine Absatzgebiete erweitern. Die Antreiber des Prozesses seien automatisch auch die Gewinner. Die Globalisierungsgegner sehen mit den gleichen Augen auf die Welt, nur durch eine andere Brille. Die internationale Wirtschaftsverflechtung bedeutet für sie noch immer die Unterdrückung und Ausbeutung der Dritten Welt.
In Wahrheit haben Gewinner und Verlierer im Weltkrieg um Wohlstand die Rollen getauscht. Die neue Stärke der Asiaten führt zur Schwächung des Westens. Ihr Aufstieg ist unser Abstieg. In Europa sind schon heute Massenarbeitslosigkeit und Staatsverschuldung zu besichtigen. In Amerika wachsen Handelsbilanzdefizite und der Schuldenstand der Privathaushalte. Viele bezahlen den noch immer wachsenden Konsum mit neuen Krediten, also einem Teil jener Zukunft, die sie dadurch zerstören. Lange kann sich der Westen diese Gegenwart nicht mehr leisten.
Die Globalisierungsbilanz ist für den Westen gekippt. Die Angreiferstaaten konnten in den vergangenen zwei Jahrzehnten den produktiven Kern ihrer Volkswirtschaften, also jene Sphäre, in der Kapital und Arbeit miteinander reagieren, um den Wohlstand einer Nation zu mehren, spürbar vergrößern. Der produktive Kern des Westens hingegen zieht sich zusammen. China und Indien integrieren Jahr für Jahr Millionen von Menschen in den Arbeitsprozess, der Westen steuert Millionen Menschen aus. Für die Noch-Beschäftigten gibt es von allem weniger - weniger Lohn, weniger Kündigungsschutz, und auch der Sozialstaat zieht sich aus ihrem Leben zurück.
Die auf den Barrikaden der französischen Revolution errichteten Gesellschaften, den Werten von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verpflichtet, stehen vor historischen Herausforderungen. Die westlichen Politiker reagieren fahrig, verstört und oft widersprüchlich. Sie preisen die Vorzüge der Globalisierung, um zeitgleich ihre Wähler auf die Wende zum Weniger einzuschwören. Dabei sind die Nationalstaaten nicht so machtlos, wie sie glauben. Die Europäische Union besitzt mehr politischen Spielraum, als sie von sich behauptet. Der Westen ist wehrhafter, als er derzeit erscheint. Gute Politik beginnt mit dem Aussprechen dessen, was ist. Dazu will dieses Buch ermuntern.
Berlin, im September 2006 Gabor Steingart
Produktinformation
- Herausgeber : Piper; 5. Edition (1. November 2006)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 400 Seiten
- ISBN-10 : 3492047610
- ISBN-13 : 978-3492047616
- Abmessungen : 14.8 x 3.8 x 22 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 513.308 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 9.783 in Wirtschaft (Bücher)
- Nr. 65.911 in Politik & Geschichte (Bücher)
- Kundenrezensionen:
Informationen zum Autor

Gabor Steingart, geboren 1962, ist einer der profiliertesten deutschen Sachbuchautoren und mehrfach ausgezeichneter Journalist. In seinem täglichen Podcast und Newsletter »Steingarts Morning Briefing« kommentiert er das aktuelle Welt- und Wirtschaftsgeschehen, bietet Nachrichten sowie exklusive Interviews mit Meinungsbildnern aus Politik, Wirtschaft und Kultur.
Sein Werdegang: 1990 bis 2010 SPIEGEL-Journalist in Leipzig, Bonn, Hamburg, Berlin und Washington D.C. Von 2010 bis 2018 zunächst Chefredakteur, später Herausgeber, Geschäftsführer und Mitgesellschafter der Handelsblatt Media Group. 2018 gründete er die Medienmarke ThePioneer für unabhängigen und werbefreien Journalismus.
Auswahl der Bestseller: »Deutschland – Der Abstieg eines Superstars«, »Weltkrieg um Wohlstand«, »Die Machtfrage«, »Unser Wohlstand und seine Feinde«, »Weltbeben«.
©Denis Ignatov
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Spitzenrezensionen
Spitzenrezensionen aus Deutschland
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Vor ein paar Jahren erschien sein Bestseller "Deutschland " Abstieg eines Superstars".
Das Cover des Buches macht rein optisch den Eindruck als glühe die Welt Lava rot. Das ist sicher nicht nur ein Einfall des Graphikers, sondern das Buch zeigt relativ drastisch Bedrohungsszenarien, in denen sich die Welt, insbesondere die westliche Welt befindet. Der selbstverständliche Reichtum ist Schnee von Gestern und die Vorherrschaft von Amerika und Europa geht mit Sicherheit zu Ende. Die Sowjetunion sah zunächst keiner gehen, die Asiaten hörte kaum jemand kommen.
"Weltkrieg um Wohlstand", wobei Weltkrieg sicher mehr als Methaper gemeint ist, da steht der noch so genannte "Ferne Osten" im Zentrum. Besonders von zwei Ländern ist die Rede, nämlich China und Indien. Der Autor bezeichnet diese beiden Länder als brutale "Angreiferstaaten". Die "Angreiferstaaten und die Abschiedsgesellschaft spiegeln sich ineinander".
Es gibt eine Welt vor dem Markteintritt Chinas und es gibt eine danach. Der Westen war seit 150 Jahren eine in sich geschlossene Welt. Mit dem Beginn der Industrialisierung waren die westlichen Länder unter sich, die übrige Welt wurde von England, Frankreich, Belgien, Deutschland und Italien entweder in Kolonien unterjocht oder von der Welt abgeschlossen. Zuletzt waren in der westlichen Welt mit Amerika rund 450 Millionen Menschen in Beschäftigungsverhältnissen. Seit Mitte der siebziger Jahre kamen mit China, Indien und anderen asiatischen Staaten, 1,5 Milliarden Menschen dazu, die auch nach Arbeit greifen, jedoch zu ganz anderen Bedingungen. Das hat die Weltarbeitsmärkte grundlegend verändert. Der Aufstieg der beiden asiatischen Giganten, China und Indien, ist die wichtigste Entwicklung der Gegenwart. Der Autor fordert mit Nachdruck:" Die weltpolitische Aufgabe der kommenden Jahrzehnte wird darin bestehen, den Aufstieg Chinas statt als globale Machtverteilung, als moderaten Prozess zu gestalten". Und dazu gehört es als oberstes Anliegen, China in die Regelsysteme des Westens hineinzubringen. Vor allem hat sich China an die Einhaltung des "Copyright" zu halten. Eine politische Antwort auf diese Globalisierung ist nötig, die Zuschauerrolle kann nicht die Antwort sein. Die fünf Dollar pro Tag Arbeiter treten hier in unübersehbarer Überzahl gegen die 15 Dollar pro Stunde Arbeiter an. Es handelt sich hier nicht um eine Wiederkehr des Japansyndroms, denn allein bei China reden wir über eine drei bis vierfache Größe Europas, hinzu kommt Indien. Steingart fordert eine mitleidlose Bedrohungsanalyse, damit der Westen reagieren kann. "Die asiatischen Angreiferstaaten meiden Feld der ideologischen Auseinandersetzung, sie führen mit dem Westen keine Debatten über Gleichheit und Gerechtigkeit, sie stoßen keinen Drohungen aus. Sie sind lautlose Gegner". Im Moment muss China die Regeln des Westens in irgendeiner Form akzeptieren. In absehbarer Zeit wird das nicht mehr der Fall sein. "Dann fangen die Lektionen für den Westen an".
Wie soll man also reagieren? Freihandelspolitik ist sicher der verkehrte Weg, deshalb empfiehlt der Autor eine Kontrolle der Handelsströme, eine Handelspolitik nach dem Muster "negotiated trade". China greift strategisch an, mit einer unterbewerteten Währung, einer gelenkten Marktwirtschaft und einem riesigen Exportförderungsprogramm. Doch das Land hat auch enorme ökologische Probleme, so dass ein stetes dahingleiten mit billigen Preisen auf die Dauer sicher nicht gut gehen kann. Anders bei Indien, das zwar 1947 dem Mittelalter näher war als dem Industriezeitalter, zwischenzeitlich enorm aufgeholt hat und auf Grund seiner demographischen Struktur als wahrer Konkurrent für China bisher unterschätzt wurde. Die Inder sind Experten in Sachen Software und so befindet sich der wichtigste "Rohstoff des Landes in den Köpfen seiner noch jungen Bevölkerung".
Die demographischen Strukturen sind ein Teil des Sozialtrakts und deshalb gibt die mitleidlose Globalisierung kein Geld für den deutschen Sozialstaat aus. Darin liegt die Gefahr für die Arbeitsplätze. Reformen sind dringend notwendig, denn wenn wir es nicht schaffen den Sozialstaat anders zu finanzieren als über die Arbeit, dann werden die bei uns produzierten Waren an der Verkaufsfront keine Chance mehr haben.
Gabor Steingart fordert verlässliche Rahmenbedingungen auf den Weltarbeitsmärkten. Und was bei Umweltschutz möglich war, das muss auch hier möglich sein. Wer den "Handelskrieg" verhindern will muss frühzeitig Strategien für eine Gegenwehr durch eingehende Analyse herausfinden. Es muss möglich sein, den heute "Dritt Welt Staaten", die vornehmlich im unteren Lohnbereich attackieren, Verpflichtungen aufzuerlegen. Steingart reflektiert auch über die Empfehlungen, dass Europäer und Amerikaner durch Gründung einer europäisch-amerikanischen Freihandelszone wieder dichter zueinander rücken. Eine "Megafusion" der Märkte könnte eher in Fernost entstehen, deshalb kann eine Freihandelszone den Aufstieg der Asiaten nicht verhindern.
Ein fesselndes Buch, weil der Autor mit großer Präzision und Schonungslosigkeit, mit einer extrem somnambulen Klarsichtigkeit, die Geschichte, den Ist-Zustand und die Zukunftsszenarien analysiert. Das Buch hat eine unglaubliche Sogkraft, man sollte es sich nicht entgehen lassen.
Die globalen Kausalitäten, denen sich Deutschland nicht verschließen kann, erzwingen von uns die Bereitschaft, uns anzupassen. Wer dieses Buch unvoreingenommen ließt, versteht die Zusammenhänge, die uns unsere einzig an Machterhalt interessierten Politiker verschweigen.
Machen Sie sich ein Bild, wie wir die Zukunft gestalten können und alle Bevölkerungsschichten statt des jetzigen, schleichendes Verfalls wieder eine Chance haben, von der Globalisierung zu profitieren.
Ich glaube immerhin etwas von Ökonomie zu verstehen, da ich immerhin ein B.S. (Vordiplom) in dem Fach besitzte.
Aber nun zum Buch: das ist voller demagogischer Platitüden und beladen mit Klischees! Dem Autor seine These ist ebenso simple wie falsch. Sie besagt, daß die Fernost Staaten, allen voran, natürlich China uns, damit ist der Westen gemeint, mit einem Wirtschaftskrieg fertig machen. Dies ist aber kaum möglich den die Wirtschaft ist kein Nullsummenspiel, daher kann nicht nur immer eine Seite gewinnen während eine andere verliert. Wenn uns eben die Chinesen mit billig Wahren zudecken, passiert dies weil Kunden in Deutschland und im Westen entschieden haben, daß sie diese Wahren zu besseren Preisen bekommen als wenn sie im Westen produziert wären und davon profitieren sie eben. Man stelle sich einmal umgekehrt vor, daß es keine Produkte aus China in Deutschland gebe, dann würde sich viele Menschen hier viel weniger leisten können, besonders in Sachen DVD & CD Player, Waschmaschinen usw. Es ist also nicht so, daß wir hier nur verlieren wenn Produkte aus China gekauft werden, denn die Konsumenten sind hier die Gewinner, da sie deutlich weniger für viel Produkte zahlen müssen. Auch das Argument mit der Arbeitslosigkeit ist ein Scheinargument, es besagt, daß wir wegen feröstlichen Billigproduzenten Jobs im Westen verlieren, da man nicht mehr mit chinesischen Firmen konkurrieren kann. Dies stimmt zwar auf den ersten Blick, ist aber wiederum nur die Halbe Wahrheit. Denn würden wir diese Jobs behalten, die im Ausland ersetzt wurden, dann müßte auch ein höherer Lohn den arbeitern bezahlt werden mit höheren Sozialversicherungskosten. Was bedeuten würde, daß die Produkte zwangsmäßig viel teurer würden, was wiederum einen entscheidenen Konsumrückgang zur Folge hätte, und damit meist in einer Binnenmarkt Rezession enden würde.
Außerdem, ist es ein Gesetz der Ökonomie, das in einem halbwegs freien Marktsystem Angebot und Nachfrage die ausschlaggebenden Faktoren sind die darüber entscheiden was der Kunde letztendlich kauft. Aus diesem Grund sind nunmal Produkte die relative günstig im Preis sind und eine gewissen Qualität besitzen global gefragt. Japan hat es ja vorgemacht mit solchen Produkten überschwemmten es den Westen, mit Konsumgütern aller Art, bis auf Grund der immensen Einnahmen von Ausländischen Dollars und D-Marks auch die Japanische Währung, der Yen aufgewährtet wurde! Dies geschah sogar als die Japanische Regierung versuchte den Yen küstlich billig zu halten, da dies die Exporte auch weiterhin ankurbeln sollte. So besagte diese Gesetz das sich Ungleichheiten in Handelsdefiziten auf der einen Seite und Währungüberschüsse auf der anderen langfristig ausgleichen, bei wie schon gesagt, halbwegs freien Wirtschaftkonditionen. Deswegen ist der Yen eben zwangsmäßig gestiegen, ebenso wie die D-Mark dies tat nach dem die Deutsche Nachkriegswirtschaft das Wirtschaftswunder etablierte. Irgendwann waren die Deutschen Arbeiter (und Firmenbosse) eben nicht mehr bereit immer weiter nur für globale Billiglöhne zu arbeiten und die Exportüberschüsse sorgten schon dafür, daß die D-Mark aufgewertet würde und da über den Exporterlass auch immer mehr fremdes Geld in die Deutschen Wirtschaft kam, mußten die allgemeinen Gehalter schon praktisch zwangsläufig zunehmen. So wird es eben auch langfristig mit China, Indien und den anderen kommenden Aufsteigerstaaten seien. Sicher werden Länder wie China dabei auch weiterhin versuchen aus Exportgründen ihre Währung billig zu halten, aber auf lange Sicht wird dies nicht funktionieren und ihre Produkte werden teurer werden, womit dann auch die zwischenstaatlichen Ungleichheiten von Exportüberschüssen auf der einen Seite und Importüberschüssen auf der anderen ausgeglichen werden.
Außerdem, vergißt der Autor einen weitere sehr wichtige Tatsache, nämlich, daß wenn Chinesische Wahren für einen Bruchteillohn eines Deutschen herstellen, diese Chinesen im Grund ausgebeutet werden, da sie für absolut unakzeptable Billiglöhne schuften, für die keine Deutscher, und nicht einmal ein US Amerikaner je einen Finger krummachen würde. Das dabei Arbeitsplätze verloren gehen ist leider unausweichlich, aber letztendlich profitieren ja hunderte von Millionen von westlichen Konsumenten von dieser Billiglohnarbeit aus Fernost.
Steingarts Thesen von einem Angriffskrieg, wir er es nennt wenn Chinesen und Inder größere Weltmarktanteile für sie bekommen, ist jedoch rhetorischer Unsinn. Denn wie beschrieben ist Wirtschaft kein Nullsummenspiel, in dem eine Seit immer auf Kosten der anderen gewinnt. Dies kann nur der Fall sein, wenn ein imperialistisches oder Neo-kolonialistisches Verhältnis besteht und auf ironische Art und Weise bestanden eben historisch gesehen diese beiden Verhältnisse jahrzehnte lang vorteilhaft für den Westen. Man denke nur an die Ausbeutung der Dritten Welt, erst als viele dieser Länder kolonisiert waren und dann später als die Ausbeutung über die Preise für den Wahrenaustausch (Terms of Trade) verteuert für die Entwicklungländer lief. So stiegen kontinuierlich die Preise für sog. veredelte (technische) Produkte die der Westen dem rest der Welt verkaufte, während dessen Produkte, sog. Rohstoffprodukte kontinuierlich gefallen waren. Nur die derzeitige Engergiekrise in Sachen Öl und Gas hat die Preise für diese Rohstoffe ansteigen lassen.
Wenn also Steingart argumentiert die Asiaten würden einen Wirtschaftskrieg gegen uns führen ist dies doppelt falsch. Erstens, weil wie nachgewiesen wirschaftliche Vorgänge generell kein Nullsummenspiel sind und zweitens da historisch es eben der Westen war, der den Rest der Welt ausgebeutet hat, durch überhöhte Preise für technische Produkte, die der Rest der Welt benötigte um eben auch irgendwann einmal effizienter zu wirtschaften.
Auch berücksichtigt Steinart die unfairen Praktiken, die der Westen gegenüber dem Rest der Welt stets angewandt hat nicht, damit dieser in völliger Abhängigkeit zum Westen blieb. Hier spricht das wichtige Buch "Confessions of an Economic Hitman" Bände. Hier zeigt dessen Autor wie die USA (stellvertretend für den Westen) gezielt einen echten Wirtschaftskrieg gegen dritte Welt Staaten führte, damit diese in einer Schuldenfall gefangen waren und sich folglich nicht weiterentwickeln konnten. Ferner, wird bei Steingart auch zu keiner Zeit berücksichtigt wie der Westen historisch schon immer bis heute seine eigene Wirtschaftzonen mit Zöllen und Tariffen vom Rest der Welt abgeschottet hat, so daß Afrikaner, Asisaten und Latein-Amerikaner nie zu einer echten Konkurrenz für die EU oder USA werden konnten und den großteil ihrer Wahren nur begrenzt an den Westen verkaufen konnten.
Alle diese wichtigen Fakten werden bei diesem Buch einfach überhaupt nicht berücksichtigt, womit die Grundthese von einer Fernöstlichen Verschwörungsstrategie gegenüber dem Westen absurd ist. Daher sprechen auch alle Wirtschaftsfachleute von einer Interdepedenten Weltlage, sie sprechen also von wechselseitigen Abhängigkeiten, die bei der Globalisierung zwangsläufig auftreten und daher die Weltpolitik von Grund auf verändert haben und bestimmen.
Der letzte Teil zeigt Wege auf für Europa und USA. Leider ist dieser Teil viel zu schlagwortartig und viel zu kurz geraten. Hier hätte mehr Tiefe sehr wohlgetan. Schade!
